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Jagdunfälle

 




Fuchsbejagung oder Jägerpropaganda?

Reineke Fuchs ist wieder ein Thema in der Presse, weil die Fuchsjagd in Luxemburg ab April 2015 für ein Jahr verboten wird. Die Jäger und Jägerinnen sind darüber empört und sie wollen weder ihren Jagdtrieb reduzieren noch darauf verzichten, denn sie glauben unser Land wäre ohne Jäger dem Untergang geweiht.

Besonders Herr Jacobs, Präsident der FSHCL ist sehr verärgert. Er versucht nun das mehr als „ramponierte Image“ der Jägergilde aufzupolieren durch die Presse und bei Fernsehauftritten und hofft eine breitere Unterstützung bei der Bevölkerung zu finden damit Reineke Fuchs das ganze Jahr 
bejagt werden kann. Seine Schreckensvisionen, eine erhöhte Fuchspopulation in Luxemburg würde mit Sicherheit ein großes Risiko für Land- und Forstwirtschaft, für Gärtner und Nutztierhalter sein, weil es in Zukunft fast unmöglich sein wird, Schafe, Ziegen und andere Kleintiere außerhalb des Stalls zu halten. Eine hohe Fuchspopulation würde Vogelarten zum Aussterben bringen und die Erkrankung an Tollwut und Fuchsbandwurm würde drastisch ansteigen.

Die Echinokokkose (die Infizierung mit Fuchsbandwurm) ist meldepflichtig, daher liegen die Zahlen über die Anzahl an Infektionen vor. Europaweit gibt es jährlich 20 bis 30 Fälle. Was die 
Jäger aber verschweigen, sind die tödlichen Unfälle bei der Jagd, die bei weitem viel größer sind. Auch das Aussterben von Bodenbrütern (Fasanen, Rebhühner, Kiebitze und Feldlerchen) wird nicht durch den Fuchs verursacht, sondern durch die extensive Landwirtschaft, die den Lebensraum dieser Tiere verändert oder zerstört.

Insgesamt ist die ganze Argumentation der Jäger sehr dürftig und die obligatorischen Jägerphrasen, die Jäger und Jägerinnen würden im Interesse des Landes und seiner Bevölkerung jagen und viele freiwillige Stunden im Wald verbringen zum Wohl des Wildes, sind lächerlich. Die Behauptung, alle Jäger seien Naturschützer, ist längst widerlegt. Nichts fürchten unsere Freizeitjäger daher mehr als eine über die heutigen Jagdpraktiken aufgeklärte Bevölkerung. Die Jäger und Jägerinnen sollten sich ehrlich dazu bekennen, wofür sie so viel Geld für die Jagd und Waffen ausgeben und warum sie so viel Zeit im Wald verbringen, nämlich dass sie jagen und ihre Jagdleidenschaft ausüben können.

Lieber Herr Jacobs, als Jäger und Mediziner sagen Sie, dass heutzutage die Wildbestände sich nicht mehr selbst regulieren und die 
Jäger müssten die Bestände regulieren, damit das natürliche Gleichgewicht erhalten bleibt.

Biologisch gesehen ist der Mensch, der sich zu einer dominanten Spezies entwickelt hat, ja auch ein Tier, und ich erlaube mir, Sie zu fragen: Wer reguliert die Menschheit, die ständig zunimmt und kein natürliches Gleichgewicht mehr zur Umwelt hat?

Fr. Juchem, Niederkerschen

Luxemburger Wort, 2.3.2015



Jäger erlegen 39 Füchse und vier Wildschweine

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Berichterstattung zur Fuchsjagd in Radevormwald ist tendenziös, nicht sorgfältig recherchiert, bezieht sich ausschließlich auf die Auskunft von Jägern und ist teilweise sachlich falsch.

Wenn Sie bei 2 von 39 erlegten Füchsen eine Räudeerkrankung feststellen, kann man wohl kaum davon sprechen, dass die "Räude grassiert". Der Beitrag zum Thema Räude erweckt beim Leser den Eindruck, dass die Jagd zur Reduzierung der Räude-Erkrankung bei Füchsen beiträgt. Das ist wissenschaftlich nicht haltbare Jägerpropaganda. Räude tritt unabhängig von der Bejagung immer wieder in Fuchsbeständen auf. Dabei haben nicht bejagte Populationen die Chance Resistenzen gegen Fuchsräude aufzubauen.

Die Fuchsbestände sind in den letzten 20 Jahren in etwa konstant. Es gibt keine signifikanten Schwankungen. Es ist sachlich falsch, von übernatürlich hohen Fuchsbeständen zu reden und es ist reine Jägerpropaganda, wenn Frau Möllney impliziert, dass es signifikante Zusammenhänge zwischen dem Fuchs- oder Beutegreiferbestand und dem Rückgang von brütenden Vogelarten gebe. Der Rückgang vieler Wildtierarten - auch von Arten, welche nach wie vor bejagt werden - ist auf die Zerstörung von Lebensräumen durch die Landwirtschaft zurückzuführen.

Wir würden es begrüßen, wenn Sie künftig auch den Rat von jagdunabhängigen Experten einholen würden.

Mit freundlichen Grüßen,
Lovis Kauertz, Wildtierschutz Deutschland e.V.



Schwanenpaar erschossen - sinnloser Tiermord

Hallo liebe Jagdgegner,

wieder ist ein sinnloser Tiermord zu vermelden. Zwei durchgeknallte Jägerinnen haben zur Jahreswende auf der Lenne bei Finnentrop / Sauerland in NRW ein Schwanenpaar abgeschossen, das dort schon jahrelang lebte und Lieblinge der Anwohner, besonders der Kinder, war. Die Bevölkerung ist stinksauer und aufgebracht. Darüber berichtete der "Sauerlandkurier" für die Gemeinden Attendorn, Finnentrop und Lennestadt am 31.12.2014.

Dazu mein Leserbrief im "Sauerlandkurier" am 07.01.2015:

Nun ist das Maß endgültig voll. Wer stoppt endlich diese schießwütige Jägerschaft, die sich in der Öffentlichkeit gern scheinheilig als Naturschützer darzustellen versucht? Das neue Landesjagdgesetz NRW?
Wer's glaubt ... Schon jetzt hat die Jägerschaft massiven Widerstand gegen dieses neue Gesetz angekündigt, das es ihnen zu Recht verbieten wird, herrenlose Haustiere einfach abzuschießen. Angeblich zum Schutz des Wildes, das sie im Winter widernatürlich über die Zeit päppeln, um im Herbst Jagdtrophäen präsentieren zu können. Es ist nicht auszuschließen, daß sich die Jägerlobby wieder einmal durchsetzt und die Politik vor ihnen einknickt.
Der Abschuss des Schwanenpaares (das ich schon oft auf der Lenne mitsamt ihres Nachwuchses beobachtet habe) durch zwei herzlose und völlig durchgeknallte Jägerinnen, die eigentlich (schlimm genug) nur Enten schießen durften, erfüllt nicht nur mich mit Wut und Entsetzen. Sind das Naturschützer? Wirklich?
Es ist nicht das erste Mal, dass mir die Forst- und Jägerzunft sehr negativ auffällt. Vor ca. 2 Jahren ging ich mit meinem Hund zwischen Lenhauser Klärwerk und Rönkhauser Sägewerk spazieren. Mein Hund lief ohne Leine, da in NRW Hunde im Wald nur abseits von Wegen angeleint werden müssen (siehe Landeshundegesetz NRW, Landesforstgesetz NRW, Landesjagdgesetz NRW und Gemeindeordnung für Finnentrop; siehe dazu auch Urteil des Bundesverwaltungungsgerichts Münster, Az: 5 A 2601/10 ). Von hinten näherte sich ein Forstfahrzeug und stoppte direkt neben mir. Eine uniformierte Forstbeamtin blaffte mich grußlos aus dem Wagen heraus an, ich solle gefälligst den Hund an die Leine nehmen, da ich mich im Wald befände. Ich wies sie darauf hin, dass hier nur Waldrand sei, ich mich auf einem öffentlichen Weg befände und dass lt. der gängigen Gesetze eine Anleinpflicht nur abseits von Waldwegen bestünde. Daraufhin wurde sie sehr ausfällig, warf mir Beleidigungen an den Kopf, schimpfte mich einen Vollidioten. Der Wagen fuhr plötzlich an, obwohl mein Hund sich direkt vor seiner Stoßstange befand. Offensichtlich versuchten die beiden herzlosen Forstleute, meinen Hund absichtlich zu überfahren. Nur im letzten Moment vermochte ich meinen Hund vor diesen ignoranten,
offenbar der eigenen Forstgesetze unkundigen "Waidmänner", in Sicherheit zu bringen.
Von einer Anzeige habe ich damals abgesehen, weil ich allein gegen die beiden Forstleute vor Gericht keine Chance gehabt hätte.
Ich fordere hiermit alle Tierliebhaber und vernünftigen Leute auf, sich dieser schießwütigen, scheinheiligen und intoleranten Jägerschaft in den Weg zu stellen und ihr, wo immer es möglich ist, erbitterten Widerstand zu leisten. Zum Beispiel durch Verzicht auf Wildbret.
Dr. Michael Schulte, Diplombiologe, In der Schlade 7, 57413 Finnentrop.



Jäger-Problematik

Sehr geehrter Herr Eicher

Leider bin ich am 30. Dezember 2014 mal wieder auf ein abscheuliches Verbrechen gegen unsere Waldbewohner gestoßen.
Im Altöttinger-Anzeiger wurde von einer "Drückjagd" berichtet, bei der 50 Rehe hingerichtet wurden, da die Jäger leider kein Wildschwein erwischten.
Dem Übel nicht genug wurden die toten Rehe dann auch noch respektlos aufgehängt und in dieser Zeitung, kritiklos, abgebildet.

Leserbrief:

"Jäger-Problematik"

Dieser Artikel lässt erkennen, dass es sich nicht um eine "Schwarzwild-Problematik" handelt, sondern um eine äußerst dramatische Jäger-Problematik. "Massenmord an unseren Freunden" wäre als Überschrift treffender gewesen. Das Ziel dieser Leute ist anscheinend, den ganzen Wildbestand auszurotten. Ob nun Wildschweine schlauer sind als Jäger oder Jäger Wildschweine nicht von Rehen unterscheiden können, ist dabei unwichtig.
Das Problem dabei ist folgendes: Der Mensch ist von der Natur abhängig, nicht umgekehrt! Ist die Natur zerstört, ist auch der Mensch erledigt.
Die Natur reguliert sich selbst und die Tiere sind unsere Freunde. Wir sollten endlich unseren Heimatplaneten mit seiner Natur, Tieren und Menschen als Einheit betrachten. Wenn man in diese Einheit aus Profitgier oder Unwissenheit eingreift, ist es deren Untergang.
Ich lebe seit langem bestens vegan und so ein Umgang mit unseren Mitbewohnern auf der Erde ist schlichtweg eine Schande für die Menschheit!
"Der Mensch, der zu höchster Weisheit gelangt ist, kann und muss die Verbindung erkennen, die alles mit allem eint" (Pythagoras)
"Wo immer ein Tier in den Dienst des Menschen gezwungen wird, gehen die Leiden, die es erduldet, uns alle an" (Albert Schweitzer)
Kehrt zurück zur Liebe und Reinheit eures Soseins und lebt in vollkommener Liebe und im Einklang mit allem was ist. Fühlt tief in euer Herz hinein und verbindet euch mit den Herzen aller Wesenheiten des Universums. Menschen erwacht und lebt die allumfassende Liebe zu Allem-was-ist und war! (Thoth)

Das Jägerproblem ist in dieser Gegend anscheinend sehr verbreitet, da sehr wenig Wildtiere auf den Feldern zu sehen sind. Außerdem ist mir zu Ohren gekommen, daß in der Gemeinde Halsbach im Landkreis Altötting ein Jäger seine Kinder in Tarnkleidung, mit schriftlicher Erlaubnis, auf Krähenjagt schickt und selber aus dem Auto heraus auf alles schießt, was ihm gerade vors Korn kommt (auch nachts mit Nachtsichtgerät).
Ich möchte Sie deshalb fragen, ob das alles zulässig ist und an wen man sich wenden soll um diesen Mißstand zu melden? Da ich nicht auch noch auf des "Jägers Abschußliste" stehen möchte, ist die Jagtbehörde wohl auch nicht der richtige Ansprechpartner.
Ich danke Ihnen vielmals für Ihr Engagement für unsere Wildtiere und hoffe sehr, daß diese verirrten Menschen endlich aufwachen.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Stiegler



"Das ist wie im Krieg"

Leserbriefe zum Artikel "Treibjagd war dringend notwendig", WN, 4.12.2014

Recht hat er, der Jäger Freddy Makkinga: "Das ist wie im Krieg"! Und er ist einer der Kriegsteilnehmer, der brutal gegen die Natur in eine lebensverachtende Schlacht zieht. Weshalb betreibt er trotz solch weiser Einsicht, ein solches Abknallen von hilflosen Tieren? Ist das nicht schizophren?

Es ist schon schlimm, welch üble Fehler der liebe Gott bei seiner Schöpfung gemacht hat und neben bösartigem, konkurrierenden (!) Raubzeug, wie Füchsen, streunenden Hunden und Katzen, Grünzeug äsendem Rehwild, gar auch wühlende Wildschweine und andere störende Tiere schuf. All dieses Versagen muss die "Dornen"-Krone der Schöpfung im grünen Rock, in Deutschland nun mühsam mit Fallen, Schießeisen und über 1500 Tonnen Blei und Eisen jährlich ausbügeln. Mit im Jagdfieber zitternder Hand, werden so Tiere „angeschweißt", krüppelig geschossen - sterben qualvoll mit zerfetzten Läufen und durchlöchertem Torso oft erst nach Wochen und Monaten. Keinesfalls bleiben die Tiere immer wunschgemäß "im Feuer" liegen - und mit der so genannten "Nachsuche" ist es weiterhin vielfach übelst bestellt.
Man blättere doch nur einmal in Jagdzeitschriften, oder klicke Jägerforen an. Da stellen sich jedem, dessen Gefühls- und Empathieempfinden nicht total mit Hornhaut überwachsen ist, die Haare zu Berge. Jagd ist nun mal ein ständiger, brutaler Eingriff in das Gleichgewicht der Natur - ein die Umwelt schädigendes, schlimmes Überbleibsel unbewältigter Neandertal-Mentalität. Der seinen Killerinstinkt mittlerweile beherrschende Normalbürger steht verständnislos vor dieser mit viel Brimborium verbrämten Lust am Töten.

Die Jagd ist so überfüssig wie ein Kropf. Der anerkannte Biologe Prof. Dr. Josef Reichhoff kam bei seinen Forschungen so auch zu dem Ergebnis, dass die Jagd - nach der industriellen Landwirtschaft - der "Artenfeind Nr. 2" (!) ist.
Die Natur kann sich selbst regulieren. Alles andere Denken ist - im Klartext gesprochen - Volksverdummung und geistige Umweltverschmutzung. Die Evolution hat die Natur über Millionen Jahre hinweg befähigt, eigene Regelmechanismen für das Gleichgewicht in Tier- und Pflanzenwelt zu entwickeln. Der Wildbestand reguliert sich auch heute auf normale Populationsgrößen ein. Das zeigen Nationalparks - man muss der Natur nur die Zeit einräumen diese normalen Regulationsmechanismen aufzubauen.

Eine Reformierung des Jagdrechts, das die Schießtriebe der Lustjäger baldigst massiv einschränkt, ist bitter notwendig. Und mittelfristig muss das "Wildtiermanagement" einer Berufsjägerschaft übertragen werden, die sich ohne "Blutrauschen in den Ohren" mit wirklichem Sachverstand (!) in Feld und Wald bewegt.Dass eine Hobby-Jäger-Minderheit (ca. 0,4 % der Bevölkerung in Deutschland) nach Gutsherrenart ihre Pfründe verteidigen möchte, ist irgendwie nachvollziehbar - aber ungerecht gegenüber dem Rest der Bevölkerung, blanker Anachronismus und mittlerweile im 21. Jahrhundert absolut obsolet. Das zeigen die Fakten und das sagt uns gesunder Menschenverstand.

Ulrich Dittmann, 04.12.2014


"Das war wie im Krieg" wurde in den regionalen Medien ein Teilnehmer der Treibjagd vom 29. November zwischen Hüttenfeld und Viernheim zitiert. Für die Tiere war es ganz sicher wie im Krieg, nur im Gegensatz zu einem realen Krieg, hatte die Seite der Jäger weder zu befürchten, dass zurückgeschossen wird, noch hatte das Wild eine wirkliche Chance.
Eine Treibjagd, und das geben selbst viele Jäger offen zu, ist eine der für das Wild und die Natur stressigsten Jagdmethoden. Trotzdem haben sich weit über 80 Jagdscheininhaber absolut freiwillig zu dieser Jagd gemeldet und waren am Ende mächtig stolz über mehr als 100 von ihnen erlegter Tiere. Man muss nicht zwangsläufig ein Jagdgegner sein, um sich zu fragen, warum nicht die gleiche Menge an Freiwilligen sich meldet, wenn es zum Beispiel im Frühjahr um die Rettung von Rehkitzen vor den Messern der Erntemaschinen geht.

Laut einem Artikel der WN/OZ müssen die wenigen pflichtbewussten Jäger wie zum Beispiel Herr Prechtl aus Birkenau, auf Helfer aus dem Tierschutz hoffen oder sogar die eigenen Mitarbeiter dafür freistellen. Für mich bestätigt dieses Verhalten nur erneut, welche Motivation bei den meisten Inhabern eines Jagdscheines wirklich hinter ihrem Hobby steckt. Daran ändern auch die üblichen und ständig erneut wiederholten Märchen von der ach so großen Tier- und Naturschutzverbundenheit dieser Menschen nichts: Es macht einfach Spaß zu jagen und Tiere zu erlegen!

Auf einer Wiese rumzulaufen und nach Rehkitzen zu suchen, ist dagegen natürlich extrem langweilig, das sollen dann mal lieber andere machen. Vielleicht sollten die Jägervereinigungen in der Region mal darüber nachdenken ob es nicht an der Zeit wäre, die Teilnahme an so sinnvollen Aktionen wie der Kitzrettung zur Bedingung für die Erteilung einer Jagderlaubnis zu machen. Dies würde nicht nur den Tieren helfen, sondern vielleicht auch dem eigenen Ansehen in der Öffentlichkeit!

Michael Ehlers, Heddesheim

veröffentlicht am 13.12.2014



"Wenn ich ein Stück Land hätte..."

Leserbrief in der Rheinpfalz vom 6.9.2013:

Wenn ich ein Stück Land hätte, in der Größe von Frau Scheibes Grundstück, dann würde ich es auch einzäunen, um ein kleines Land des Friedens daraus entstehen zu lassen.
Jeden Morgen gehe ich mit meinen Hunden spazieren und sehe unterwegs meistens Tiere; oft Rehe mit ein, manchmal auch zwei Kitzen; und noch immer, nach all den Jahren, genieße ich den Anblick und bewundere die Anmut dieser zarten, sensiblen Tiere. Manchmal sehe ich auch einem Fuchs und kann beobachten mit welcher Geschmeidigkeit sich dieses schöne Wesen bewegt. Und wenn ich morgens sehr früh bin, habe ich manchmal, ganz selten, das Glück, einer Wildschweinfamilie zu begegnen.

Vor ein paar Tagen, am 1. September war hier eine große Treibjagd, ein furchtbares Gemetzel und Blutvergießen. Ich habe die Blutspur eines angeschossenen Tieres gefunden, die bis zu den ersten Häusern meines Dorfes reicht und frage mich wie lange dieses arme Tier wohl noch gelebt, gelitten und unter starken Schmerzen versucht hat, sich in Sicherheit zu bringen.
All diese wunderschönen Tiere, über die ich mich bei meinen Spaziergängen so gefreut hatte, sind gehetzt, gejagt und getötet worden.
Die Kitze waren noch so klein! Und auch die Jungen der Wildschweine und die Füchschen waren noch Kinder. Man hat ihnen keine Chance gelassen.
Warum hat ein Tier so oft nicht einmal das Recht erwachsen zu werden?

Ich frage mich, ob Jäger wirklich nicht wissen, dass die Tiere genauso Schmerz und Leid fühlen, wie wir Menschen und dass auch sie trauern um den Verlust ihrer Kinder, ihrer Mütter und ihrer Freunde. Wer mit Tieren lebt, weiß über die Empfindungen der Tiere.
Und der Nutzen der Jagd? Der ist längst so umstritten und widerlegt, dass die Argumente der Jäger nicht mehr haltbar sind.

Wenn ich jetzt morgens durch die Felder und Wiesen laufe, sehe ich kein einziges Tier, Totenstille, und wenn man sensibel ist, spürt man eine Energie voller Leid und Angst über dem Land.

Wenn ich ein Stück Land hätte, in der Größe von Frau Scheibes Grundstück, dann würde ich es auch einzäunen um ein kleines Land des Friedens daraus entstehen zu lassen. Es sollte ein kleines Gebiet werden, auf dem kein Blut vergossen wird, wo Rehe mit ihren Kitzen grasen können ohne in ständiger Angst vor den Menschen zu leben, wo Füchse nicht aus ihren Bau gezerrt und abgeschlachtet werden und wo Menschen keinen Krieg gegen die Tiere führen, die sich ja nicht einmal zur Wehr setzen können. Es wäre ein Grundstück, wo auch meine beiden Katzen nicht der Gefahr durch Jäger ausgesetzt wären.

Vor Jahren habe ich eine Katze durch die Kugel eines Jägers verloren. Sie hatte ein Junges zu Hause und war im Morgengrauen auf Mäusejagd gegangen. 200 m von meinem Haus entfernt habe ich sie vier Tage später gefunden. Erschossen!

Wenn ich beim spazieren gehen an einen Zaun komme, dann respektiere ich das und ärgere mich nicht darüber. Ich denke, der Besitzer dieses Grundstücks möchte bestimmen wer sein Land betritt und was dort geschieht und das ist sein gutes Recht. Was nutzt mir ein Stück Land, wenn ich dieses Recht nicht habe?

Jutta Forster



"Wenn der Schuss daneben geht"

Leserbrief zu „Wenn der Schuss daneben geht“
Berliner Zeitung Printausgabe vom 10./11. August 2013


Sehr geehrte Redaktion der Berliner Zeitung,

vielen Dank für diesen kritischen Artikel über die Jagd. Einmal davon abgesehen, dass der Schuss einen Menschen lebensgefährlich verletzt hat. Wie kann man es übers Herz bringen, auf eine Bache mit Frischlingen zu schießen?
Die Hobbyjagd gehört abgeschafft, zumal wissenschaftliche Studien und auch die Erfahrungen in jagdfreien Gebieten den Schluss nahelegen, dass man mit der Jagd keine Wildtierpopulationen
kontrollieren kann. Im Gegenteil, während bei einigen Wildtierarten wie z.B. den Wildschweinen durch den Jagddruck die Geburtenrate in die Höhe schießt, sind andere bereits gefährdete Arten wie
der Feldhase durch die Jagd von der völligen Ausrottung bedroht, wobei der Artenfeind Nr. 1 die industrielle Landwirtschaft ist.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Böhm

P.S.:
Zum Thema „Jagdunfälle“ habe ich gerade den aktuellen Newsletter der Initiative zur Abschaffung der Jagd erhalten, den ich Ihnen mit dieser E-Mail weitergeleitet habe.



Fallenjagd

Dieser Leserbrief erschien am 11.5.12 in der Tageszeitung "Der Patriot" im Kreis Soest:

Betreff: Div. und Leserbriefe zur geplanten Novellierung des Jagdgesetzes im April/Mai 12

„Fallenjagd sofort abschaffen“

Seit Wochen dominieren in der Presse einseitige Berichte und Leserbriefe zum Thema „Jagd“, ohne dass dabei der geringste Bezug zu ökologischen Zusammenhängen und zum Tierschutz hergestellt wird. Hintergrund ist die von Natur- und Tierschutzverbänden seit Jahrzehnten (!!) geforderte Novellierung des Jagdrechts, dessen Basis seit 1934 auf Reichsjägermeister Göring zurückgeht. Seit es nun endlich Ernst wird, versucht die kleine Minderheit der Hobbyjäger der Öffentlichkeit glauben zu machen, dass die Fallenjagd als eine Art „bewaffneter Naturschutz“ gegen Beutegreifer unverzichtbar sei, um unser heimisches Artenspektrum zu retten. Dabei wird vergessen, dass selbst die flächendeckende Vernichtung von Fuchs, Waschbär, Marderhund, Mardern und Hauskatzen uns keine Heiden, Moore und Magerwiesen mit ihren typischen Tierarten mehr zurückbringt.

Durch die Jagd werden in Deutschland jährlich über eine Millionen Beutegreifer wie z.B. Fuchs, Dachs und Marder getötet – oft mittels der nicht selektiven Fallenjagd. Der Deutsche Jagdschutzverband sieht darin eine „Nutzung natürlicher Ressourcen“, obwohl die Tiere einfach weggeworfen werden. Es ist erschreckend, wie wenig die Öffentlichkeit von der brutalen Fallenjagd auf Beutegreifer weiß. Viele Tiere verhungern, verdursten oder kollabieren in sogenannten „Lebendfallen“, die nicht täglich kontrolliert werden. Viele Totschlagfallen töten nicht sicher und sofort, sondern quetschen, brechen und verwunden. Hier tut sich ein Abgrund an Grausamkeit auf, nur um der Öffentlichkeit weiszumachen, dass die Hobbyjagd eine Berechtigung hat. Die Fallenjagd, der alljährlich auch tausende verschwundener Hauskatzen zum Opfer fallen, ist ethisch unerträglich und eine Schande für eine Kulturnation, die dem Tierschutz Verfassungsrang einräumt.

Längst hat die Wissenschaft die Ineffizienz der Jagd für eine Reduzierung von Beutegreiferbeständen belegt. Keine Tierart vermehrt sich „ungehemmt“, denn die Dichte von Beutegreifern wird von der Umweltkapazität bestimmt, d.h. Nahrung, Witterung oder Artgenossen. Eine Intensivbejagung z.B. bei Füchsen zerstört Altersstruktur und soziale Ordnung. Anstelle fester Paarbindungen und stabiler Familien, in denen nur die dominante Füchsin Junge bekommt und die Territorialstruktur die Vermehrung begrenzt, steigt bei Bejagung die Zahl fruchtbarer Füchsinnen und ihre durchschnittliche Welpenzahl. Fuchsforscher nennen dieses Phänomen „Geburtenbeschränkung statt Massenelend“. Es klingt paradox, aber je stärker man häufige Tierarten bejagt, umso stärker vermehren sie sich. In der Natur gilt offenbar: Auf Druck und Verfolgung in einer nahrungsreichen Umwelt reagiert man mit erhöhter Fortpflanzung.

Auch für unsere „Neubürger“ brauchen wir keine Jäger, die eine chaotische Natur auf Vordermann bringen müssten. Gerade die meisten „Wildarten“, die man schützen will, sind erst nach den mittelalterlichen Rodungen eingewandert. Hase, Fasan, Rebhuhn und Wildkaninchen waren die Neubürger von vorgestern und müssten heute der Ideologie der Jäger zum Opfer fallen. Vor allem der geliebte Fasan hätte gar nichts bei uns zu suchen und würde ohne ganzjährige Fütterungsautomaten und ständige, künstliche Aussetzungen bei uns gar nicht verbreitet sein.

Unsere Lebensräume ind er Kulturlandschaft verändern sich immer schneller, daran können auch bewaffnete „Saubermänner“ nichts ändern. Zu diesem Wandel gehört auch die Ausbreitung ursprünglich nicht heimischer Arten, die bei uns gut zurechtkommen. Die Folgen der Klimaerwärmung werden uns neue Tier- und Pflanzenarten bescheren, die wir noch gar nicht kennen. Als Hobbyjäger den Anspruch zu vertreten, nur eine „kurzgehaltene“ Natur könne sich selbst regulieren, ist somit schlicht Ausdruck ökologischer Unkenntnis. In Deutschland sind mittlerweile über 13.000 (!) Tier- und Pflanzenarten fest etablierte Neubürger in der Natur. 92% dieser Neubürger sind laut Bundesamt für Naturschutz nicht invasiv, d.h. sie verdrängen keine einheimischen Arten und verursachen keine ökologischen Schäden.

Die geplante Jagdreform ist bitter nötig! Es ist nicht einzusehen, dass eine kleine Gruppe innerhalb unserer Gesellschaft aufgrund ihrer irrationalen, destruktiven Leidenschaften ganz spezielle Vorrechte im Umgang mit Tier und Natur haben, ohne der Öffentlichkeit Rechenschaft über ihr fragwürdiges Tun abzulegen. Immer weniger Menschen akzeptieren es, dass Tiere zur Freizeitgestaltung einer Minderheit Tiere getötet und gequält werden, denn auch wildlebende Tiere empfinden Freude und Leid. Sie haben das Recht, als Mitgeschöpfe geachtet zu werden.

Dr. Karl-Heinz Loske
Alter Schützenweg 32
33154 Salzkotten-Verlar



Hetzkampagne gegen den Fuchs

Leserbrief zu dem Artikel "Die Jagd ist das beste Gegenmittel" in der Augsburger Allgemeinen vom 6.4.2012:

Die Jagd führt zu keiner dauerhaften Verringerung der Fuchspopulation, da sie die soziale Ordnung zerstört und somit die Vermehrungsrate erhöht.
In Gebieten mit stabilen Fuchsgruppen und einem Bejagungsverbot, pflanzen sich nur ein Drittel der Füchsinnen fort. Im Kanton Genf beispielsweise halbierte sich der Fuchsbestand nach dreijährigem Jagdverbot.
Zudem erhöht die Jagd das Migrationsverhalten durch leergeschossene Reviere und fördert damit die Ausbreitung von Tierseuchen.
Die Tollwut konnte erst durch eine flächendeckende Impfaktion bekämpft werden, nicht durch Bejagung. Die wiederholte Entwurmung einer stabilen, sich selbst regulierenden Population ist die einzige Möglichkeit, die Befallsquote zu senken - der Jäger erkennt nicht, ob das anvisierte Tier befallen ist.
Die Neuinfektionen beim Menschen wären wohl am wirkungsvollsten zu verringern, indem die eigenen Vierbeiner regelmäßig (alle 3 Monate) entwurmt werden.

Hans-Jürgen Steinherr



Reform des Jagdgesetzes

Die Landesregierung sei sich bewusst, dass die Jagd eine „grundsätzlich notwendige Form der Landnutzung“ sei? Wenn sich die Jagd im Saarland auf das Notwendige reduzierte, kämen wir mit maximal 30 Berufsjägern im ganzen Land aus (statt der über 3.000 Hobbyjäger). Wo bitte liegt die Notwendigkeit, dass sich Freizeittiertöter nach Feierabend als Jäger verkleiden und mit einem übertriebenen Eigeninteresse ihr jagdliches Tun weit über das gesellschaftlich vertretbare Maß hinaus ausdehnen? Es fängt an mit unnötigen Hochsitzen, geht über Futtermengen, mit denen man ganze Länder vor dem Verhungern retten könnte und endet bei wohl jährlich weit über 200 erschossenen Haustieren. Von den jährlich 4.000 unnötig abgeknallten Füchsen ganz zu schweigen! Die Landesregierung sollte es formulieren, wie es ist: Die Jagd im Saarland ist nicht an Notwendigkeiten, sondern an den Bedürfnissen der Freizeittiertöter orientiert!

Mit freundlichen Grüßen
Mario Natale, Revierförster im Saarland
29.12.2011



 



Das Schwäbische Tagblatt hat am 31.12.2011 den lesenswerten Artikel veröffentlicht: Waidmänner am Scheideweg - Karlsruher Grundbesitzer klagt: Er will Jägerei im eigenen Wald verbieten lassen

Lesen Sie auch den Leserbrief dazu:



Die Hobbyjagd ist nicht mehr zeitgemäß!

Eine kleine Minderheit von 0,4 Prozent der Bevölkerung geht einem blutigen Hobby nach: Nach Feierabend oder als Ruhestandsbeschäftigung laufen die Waidmänner schwer bewaffnet in Wald und Flur rum, schießen jährlich über 5 Millionen Wildtiere sowie etwa 350.000 Haustiere tot – wobei sie schlecht schießen, denn bis zu 70 Prozent der Rehe und Wildschweine sind laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz nicht beim ersten Schuss tot, sondern angeschossen: Sie fliehen unter Schmerzen und in Todesangst - mit zerschossenen Beinen, heraushängenden Eingeweiden. Spaziergänger, Jogger und Fahrradfahrer werden von Jägern angepöbelt, es wird gedroht, den Hund zu erschießen, bei Treibjagden über private Grundstücke wird dann auch mal ein Pferd oder die Hauskatze erschossen oder die zahme Ente vom Jagdhund zerfleischt...

Ist es da verwunderlich, dass immer mehr Grundstückseigentümer die Hobbyjagd auf ihrem eigenen Grund und Boden nicht mehr länger dulden wollen? Im Falle von Grundstücksbesitzern aus Frankreich und Luxemburg hat der Europäische Gerichtshof bereits geurteilt, dass die zwangsweise Bejagung privater Grundstücke (denn das ist die Folge davon, dass jeder Grundstücksbesitzer zwangsweise Mitglied in einer Jagdgenossenschaft ist) gegen die Menschenrechte verstößt.

Zumal - entgegen des Jägerlateins von Jägerpräsident Hartwig Fischer - renommierte Wissenschaftler den Widersinn der Jagd in wissenschaftlichen Publikationen deutlich aufgezeigt haben.
Jagd ist sogar kontraproduktiv: Ursache der starken Vermehrung bei Wildschweinen ist das Futterangebot (für das neben Maisanbau die Jäger mit Tonnen von Futter sorgen), sondern vor allem die intensive Bejagung. Zu diesem Ergebnis kommt eine französische Langzeitstudie: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. (vgl. Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009)
Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, ist überzeugt: „Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.“ (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)

Doch das Märchen, dass Jäger für das Gleichwicht in der Natur zuständig sind. ist nicht das einzige Jägerlatein, das DJV-Präsident Fischer verbreitet: Wie bitte? Nur drei Tote durch die Jagd pro Jahr? - In den letzten 12 Monaten sind über 40 Tote durch Jäger und Jägerwaffen zu beklagen! Und das kann jeder selbst nachzählen, denn die Initiative zur Abschaffung der Jagd dokumentiert seit zehn Jahren Pressemeldungen über Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen.

Da kann man nur hoffen, dass es 2012 besser wird und wenigstens in Nordrhein-Westfalen und im Saarland die Jagd im Sinne von Tier- und Menschenschutz reformiert wird. Und dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ein Urteil im Sinne der Grundeigentümer fällt, die dann wenigstens für ihr Fläche sagen können: „Keine Jagd auf meinem Grundstück!“


Julia Brunke




Abschaffung der Jagd - Allgemein