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Frankreich: Vier Menschen mit Jagdgewehr erschosse

"Mann tötet vier Menschen mit Jagdwaffe", titeln die Wolfsburger Nachrichten am 27.8.2015 in ihrer Printausgabe. Demnach hat ein Mann in einer Wohnwagensiedlung Nordfrankreich mit einem Jagdgewehr ein sechs Monate altes Baby, dessen Mutter und Großvater erschossen und ein weiteres Kind schwer verletzt. Als die Polizei kam, traf er zwei Polizisten, einen davon tödlich.



Betrunkener mit geladenem Jagdgewehr

„Betrunkener mit geladenem Jagdgewehr im Auto unterwegs“, titelt Welt.de am 25.8.2015. Demnach hat die Polizei einen Jäger mit 2,52 Promille Atemalkohol in seinem Auto gestoppt. Im Fahrzeug lag laut Polizei ein mit drei Patronen geladenes Jagdgewehr. „Der Mann erklärte, er sei gerade von der Jagd gekommen“, so die WELT.


Geldstrafe nach Schuss auf Tennis-Spielerin

„WILDSAU GEJAGT - Geldstrafe nach Schuss auf Tennis-Spielerin“, titelt BILD am 24.8.2015 und berichtet von dem Jagdunfall vor einem Jahr in Tauberbischofsheim: Bei einer Jagd auf Wildschweine hatte ein 67-Jähriger Jäger eine Tennisspielerin getroffen, die am Sportplatz auf einer Bank saß. Die Kugel zertrümmerte den Oberarm-Knochen der 64-jährigen Frau. Jetzt hat das Amtsgericht den 67-Jährigen zu einer Geldstrafe von 2250 Euro verurteilt.
Laut BILD weigert sich die Jagdhaftpflicht-Versicherung des Jägers der schwer verletzten Tennis-Spielerin angemessenen Schadensersatz und Schmerzensgeld zu leisten.




Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen

Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 40 Menschen durch Jäger und Jägerwaffen. Alleine in Deutschland. Dazu kommen die erschreckend vielen Fälle, bei denen der Ausgang zwar nicht tödlich war, dem Opfer aber beispielsweise ein Bein amputiert werden musste. Opfer wurden sowohl Jägerkollegen und Treiber, aber auch die Ehefrau und die Kinder von Jägern, der Schwager, sowie Nachbarn, Spaziergänger, Bergwanderer, Mountainbiker, Bärlauchsammler oder spielende Kinder.

Auch in den ersten Monaten dieses Jahres schockierten Meldungen über Menschen, die von Jägern erschossen wurden, die Öffentlichkeit. Wie sieht die Halbjahresbilanz 2015 aus?

Lesen Sie unsere Dokumentation
Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2015
Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2014
Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2013

Bild: Karikatur von Bruno Haberzettl aus: "Brunos Jagdfieber", Ueberreuther-Verlag 2013


Aktuelle Meldungen über Jagdunfälle


27.8.15: 4 Tote durch Jagdwaffe in Frankreich
25.8.15: Betrunkener mit geladenem Jagdgewehr
24.8.15: Jäger wegen Schuss auf Frau verurteilt
7.8.15: Touristin bei Jagdunfall getroffen
27.7.15: Erntejagd: Kugelhagel in Perwenitz
13.7.15: Auf fahrende Autos geschossen
10.7.15: Vater tot, Mutter in Lebensgefahr
9.7.15: Jäger vor Gericht: Tödlicher Schuss
6.7.15: Junge stirbt bei Jagdunfall
1.7.15: Ex-Jäger schießt auf Polizisten
30.6.15: Nachbarschaftsstreit mit Jäger - 2 Tote
25.6.15: Jäger erschießt Familienhündin
25.6.15: Boxerhündin Lotti erschossen
21.6.15: Jäger will Marder schießen und trifft Wohnung
20.6.15: 70-Jähriger erschießt Familie und sich
17.6.15: Jäger schießt sich in die Hand
15.6.15: Kater von Schrotkugeln durchsiebt
19.5.15: Schuss ging nach hinten los
18.5.15: Sechs Menschen mit Jagdgewehr getötet
17.5.15: Tödlicher Schusswechsel zwischen Jäger und Polizei
13.5.15: Jäger erschießt Frau und sich
12.5.15: Mit Flinte Frau und sich erschossen
25.4.15: Nachbarschaftsstreit eskaliert
25.4.15: Hat Jägerin ihre Nachbarn erschossen?
23.4.15: Anklage nach Jagdunfall
18.4.15: Polizei nahm Jäger Waffen ab
14.4.15: 74-Jähriger erschießt Freundin und sich
14.4.15: Jäger trifft Haus
9.4.15: Familienstreit: 83-Jähriger erschießt Sohn
8.4.15: Polizei stellt Waffen eines Jägers sicher
6.4.15: Mit Schusswaffe bedroht


29.3.15: Mädchen (15) von Jäger angeschossen
20.3.15: Jagdkugel schlägt in Haus ein
20.3.15: Schüsse auf vorbeifahrende Autos
10.3.15: Jagdunfall: Es wird weiter ermittelt
3.3.15: Jäger trifft Jäger - Schwer verletzt
21.2.15: Jäger rutschte aus und erschoss sich
20.2.15: Tödlicher Schuss: Jäger verurteilt
14.2.15: Treibjagd: Spaziergänger in Panik
1.2.15: Angeschossenes Wildschwein beißt Jäger
31.1.15: Anklage nach Jagdunfall
26.1.15: Polizei ermittelt nach Jagdunfall
24.1.15: Jagdunfall - Jäger behält Jagdschein
23.1.15: Spaziergänger im Wald angeschossen
22.1.15: Jogger angeschossen
21.1.15: Fahrlässige Tötung - Jäger vor Gericht
20.2.15: Frau im Guthaus erschossen
20.1.15: Jagdprojektil durchschlägt Fenster
13.1.15: Jäger stirbt bei Jagdunfall
13.1.15: Wenn Schrotkugeln aufs Dach prasseln
12.1.15: Jäger trafen auch Häuser
8.1.15: Entenjagd: Fall für den Staatsanwalt
8.1.15: Jäger trifft versehentlich Kinderbett
6.1.15: Treibjagd - Geschoss durchschlägt Scheibe
2.1.15: 78-Jähriger erschießt Frau und sich selbst
1.1.15: Mit Jagdwaffe 4 Menschen erschossen


Hobbyjäger droht Polizei mit Schusswaffengebrauch

In Greifswald waren schwer bewaffnete Polizisten mit Maschinengewehren im Einsatz. Grund: Das auffällige Verhalten eines Hobbyjägers, der seine vier Schweißhunde frei laufen ließ, welche vorbeikommende Passanten mit Kleinkindern angingen. Dies berichtet die Ostsee-Zeitung am 17.8.2015. Der Hobbyjäger soll den Beamten mit Schusswaffengewalt gedroht haben.


Touristin bei Jagdunfall getroffen

Eine Touristin wurde in Mecklenburg-Vorpommern Opfer eines Jagdunfalls bei einer Wildschweinjagd. Dies meldet die Sächsische Zeitung am 7.8.2015. Demnach war die 41-Jährige aus Nordrhein-Westfalen mit ihrem Begleiter auf einem Fahrrad an einem Rapsfeld unterwegs, als sie plötzlich Schmerzen spürte. Nach den bisherigen Untersuchungen sei die Frau vorn im Brustbereich getroffen worden. Zum Glück sei das Munitionsteil am Metallbügel ihres BH abgeprallt. „Die Polizei ermittelt nun gegen den mutmaßlichen Schützen - einen der Jäger - wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung“, so die Zeitung.


Illegale Greifvogelfalle in Warendorf

Funktionär des Landesjagdverbandes NRW unter Verdacht

Ein Präsidiumsmitglied des nordrhein-westfälischen Landesjagdverbandes (LJV) steht unter Verdacht, auf seinem Grundstück bei Albersloh (Kreis Warendorf) illegal Jagd auf geschützte Greifvögel gemacht zu haben.

Wie das Komitee gegen den Vogelmord am 19.8.2015 mitteilt, wurden bei einem Polizeieinsatz im Jagdrevier des Mannes drei illegale Tierfallen, darunter eine aktive Lebendfalle für Habichte - Vogel des Jahres 2015 - entdeckt und sichergestellt. Der Polizei liegen zudem die Aussagen mehrerer Zeugen vor, die den Mann an der Falle mit einem toten Vogel in der Hand beobachtet haben. Die Polizei hat ein Strafverfahren eingeleitet. Außerdem wurde die Stabsstelle Umweltkriminalität im Düsseldorfer Umweltministerium eingeschaltet.


Fakten gegen die Jagd

Die wenigsten Menschen wollen es wahrhaben, und doch ist es in deutschen Wäldern blutige Realität: 320.000 Jäger bringen jedes Jahr 5 Millionen Wildtiere ums Leben. 5 Millionen Tiere jedes Jahr – das sind 13.700 jeden Tag, 570 pro Stunde, fast 10 Tiere pro Minute. Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand.

Von einem »schnellen Tod« kann dabei in vielen Fällen nicht die Rede sein: Rehe und Wildschweine werden oft nur angeschossen, wobei »Expansionsgeschosse« aus den schwer verwundeten, flüchtenden Tieren Blut und Darminhalte als »Pirschzeichen« herausschlagen. Die »Nachsuche« dauert oft Stunden oder Tage, das Tier verendet unter grausamsten Qualen. Fallen bereiten Füchsen und Mardern, aber auch Hunden und Katzen einen oft tagelangen Todeskampf - oder hinterlassen Krüppel, z.B. Füchse oder Katzen mit abgeschlagenem Bein. Die ganzjährige Fuchsjagd führt zwangsläufig dazu, dass in den Monaten Mai und Juni unzählige junge Füchse im Bau verhungern und verdursten, weil die säugende Fähe erschossen wurde. Opfer der Waidmannslust sind aber auch jährlich einige Hunderttausend Haustiere wie Hunde und Katzen - durch Fallen oder Schrotschuss. Katzen sind beliebte Köder zum Anlocken von Füchsen.
Die Mär vom Jäger als Naturschützer ist längst widerlegt. Wissenschaftliche Studien belegen die Selbstregulierungsfähigkeit der Natur. Auch die Erfahrungen in großen europäischen Nationalparks zeigen: Es geht Natur und Tieren ohne Jagd viel besser!

Lesen Sie: Fakten gegen die Jagd - Es wird Zeit für eine Natur ohne Jagd!


Warum jagen Jäger wirklich?

Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger in der Öffentlichkeit immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Jägern angepöbelt und bedroht werden - und sie protestieren gegen Ballerei in Stadtparks, auf Friedhöfen und in Naherholungsgebieten. Immer wieder ist in der Zeitung zu lesen, dass Jäger aus Versehen Menschen oder Ponys auf der Weide mit Wildschweinen verwechseln - das kann einem beim Spaziergang schon Angst machen. Millionen Tierfreunde haben kein Verständnis, wenn ihre Hauskatzen abknallen oder drohen, den Hund zu erschießen. Warum Jäger Hasen tot schießen, obwohl sie auf der Roten Liste bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,7 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen.

Vor diesem Hintergrund wagen immer mehr Jäger die Flucht nach vorne. Wir, die nichtjagende Mehrheit der Bevölkerung, sollen Verständnis für ihr Hobby, ihre »Passion« entwickeln.

Lesen Sie:
Warum jagen Jäger wirklich?


Landwirtschaftsminister: Vorsicht bei Erntejagden!

Anlässlich des Jagdunfalls, bei der eine Urlauberin getroffen wurde, appellierte der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern Till Backhaus alle Jäger, bei den aktuell laufenden Erntejagden besondere Vorsicht walten zu lassen. Dies meldet der NDR am 7.8.2015. Besonders wenn Radfahrer oder Spaziergänger in der Nähe unterwegs seien, dürfe in diese Richtung weder gezielt noch geschossen werden, zitiert der NDR den Minister. Immer wieder komme es zu Unfällen bei Jagden, so der NDR.



26.9.15: große Anti-Jagd-Demo in Frankreich

Große Anti-Jagdkundgebungen am 26. September 2015 in mehreren französischen Städten gleichzeitig:
Paris, Perpignan, Privas, Nantes, Bordeaux, Orleans, Nizza, Auxerre, Limoges - weitere Städte folgen.


Das Collectif du 21 Septembre ist ein Zusammenschluss von zahlreichen Natur-, Tierschutz- und Tierechtsorganisationen, die gemeinsam gegen die Jagd in Frankreich protestieren.
https://www.facebook.com/events/452983404869594/


NEU: Flyer "Füchse - Gejagte Überlebenskünstler"

pdf-download Flyer "Füchse - Gejagte Überlebenskünstler" Außenseite [4.429 KB]

pdf-download Flyer Innenseite [5.429 KB]

Wir haben eine große Anzahl Flyer drucken lassen. Wenn Sie Flyer verteilen wollen, senden wir Ihnen diese auch in größerer Stückzahl kostenlos zu! (gegen Übernahme der Portokosten)
Schreiben Sie an: info@abschaffung-der-jagd.de


ZEIT-Interview: Allmachtsfantasien hinter der Jagd

"Hinter der Jagd stehen Allmachtsfantasien", überschreibt DIE ZEIT am 7.8.2015 ein Interview mit Mieke Roscher, die Mensch-Tier-Beziehungen erforscht.
Wer Tiere erlegt, dem gehe es um Dominanz. "Egal ob Löwen oder Giraffen in Afrika, Wölfe in Nordamerika oder Tiger in Indien erlegt werden – das Verhalten erinnert stark an die Kolonialisierung. Hinfahren, die Welt in Augenschein nehmen und dann als neuer, selbst ernannter Herrscher eine Entscheidung treffen", heißt es in dem Interview.


Immer mehr jagdfreie Grundstücke

Von Bayern bis Schleswig-Holstein: In Deutschland gibt es immer mehr jagdfreie Grundstücke!

In
Sachsen-Anhalt und Hessen sind die ersten Grundstücke mit Beginn des neunen Jagdjahres am 1.4.2015 jagdrechtlich befriedet, auch weitere Grundstücke in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind seit 1.4.2015 offiziell jagdfrei. In Rheinland-Pfalz ist ab 1.4.2015 ein ganzes Bio-Weingut von den Behörden befriedet worden.
Seit 2014 sind in
Bayern, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein und etliche Hektar Wiesen, Wälder und Felder offiziell jagdfrei. In Bayern waren bereits Anfang 2013 die ersten Grundstücke durch einen Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs jagdfrei gestellt worden. In Baden-Württemberg wurden 2013 Grundstücke vorläufig jagdrechtlich befriedet.
Und die Welle rollt: 2016 werden viele weitere Grundstücke jagdfrei – und bieten damit wertvolle Schutzgebiete für Natur und Tiere. Bundesweit haben bereits einige Hundert Grundeigentümer einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen gestellt.

Lesen Sie die Übersicht jagdfreier Grundstücke in Deutschland

Sind auch Sie Eigentümer eines Grundstücks und wollen die Jagd auf Ihrem Grund und Boden nicht länger dulden?
Hier finden Sie dazu alle wichtigen Informationen


Antrag auf Befriedung sorgt für Streit

Die Passauer Neue Presse berichtet am 9.8.2015 von zwei Frauen aus Triftern und Zeilarn, welche nicht hinnehmen wollen, dass Jäger auf ihren Grundstücken Tiere tot schießen und deshalb einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung bei der gestellt haben. Die untere Jagdbehörde gab dem Antrag auf Befriedung statt, schickte aber eine Kostenrechnung über 1000 Euro.

"Die Androhung hoher Kosten soll die Leute davon abhalten, aus der Jagdgenossenschaft auszutreten. Der Gebührenrahmen ist völlig willkürlich festgelegt worden", zitiert die Passauer Neue Presse eine der betroffenen Grundstückseigentümerinnen und berichtet weiter: „Und auch Tierarzt Dr. Peter Zimmer aus Tann wehrt sich und. 1200 Euro sind ihm für seinen Antrag zur Befriedung in Rechnung gestellt worden. Dagegen hat er nun beim Bayerischen Verwaltungsgericht Regensburg Klage eingereicht.“



Bayern: Grundstück im Rottal jagdfrei

Ein Grundstück mit Obstwiesen, Hecken und Weiher im Rottal in Niederbayern ist ab 1.4.2016 jagdfrei. »Unsere Obstwiesen, Hecken und der Weiher bieten Unterschlupf für Feldhasen, Fasane, Enten, Tauben, Goldammer, Bachstelze, Kiebitze, Frösche, Libellen, Fledermäuse und Igel«, berichtet Silke Schüder.
Silke Schüder und Stefan Hargasser können es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, wenn Tiere, die auf ihren Wiesen und an ihrem Weiher Unterschlupf finden, durch Jäger getötet werden. weiterlesen


Jagdverbot: Landwirte verlangen einen Bescheid

Der Kurier berichtet am 2.8.2015 von zwei Landwirten aus dem Waldviertel, die wollen, dass auf ihrem Grundbesitz nicht gejagt wird. Sie lehnen den Umgang der Jäger mit Wildtieren ab und fühlen sich gefährdet. Bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Zwettl haben sie beantragt, ihr Eigentum, gemeinsam rund 70 Hektar, zum "jagdrechtlich befriedeten Bezirk" zu erklären.
Die Antragsteller verlangen einen Bescheid der Bezirkshauptmannschaft, um Beschwerde einzulegen.
„Sie rechnen ohnehin damit, dass die nächste Instanz, das nö. Landesverwaltungsgericht, die Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof weiter leitet, der bereits einen solchen Fall aus Kärnten bearbeitet“, so der Kurier.
„Dass die Landwirte – wenn auch nach längerem Verfahren – mit einem Erfolg rechnen, liegt an einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte.“


Bayern: Wiesengrundstück in Landshut jagdfrei

Irmgard Bauderer freut sich, dass ihr ca. 10.000 Quadratmeter großes Wiesengrundstück im Landkreis Landshut nun offiziell jagdfrei ist, nachdem es vorher durch richterlichen Beschluss schon vorläufig befriedet war. »Nun ist also mein Vogelbiotop end­gültig jagdfrei und ich kann nur hoffen, dass sich viele Grundstücksinhaber dazu entschließen, ebenfalls Anträge zu stellen.« weiterlesen


NRW: Wald in Hellwegbörde jagdfrei

Ein schöner Auenwald in der Aheaue bietet inmitten ausgeräumter Ackerflur der Hellwegbörde ein wichtiges Rückzuggebiet für Wildtiere - und ab 2016 auch Schutz vor den tödlichen Schüssen der Jäger. weiterlesen


Österreich: "Keine Jagd auf meinem Grundstück"

Grundstückseigentümer stellen Antrag auf Jagdverbot

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte müssen Jagdgegner auf ihrem Grundstück keine Jagd dulden - auch in Österreich nicht. Immer mehr Grundstückseigentümer beantragen ein Jagdverbot auf ihrem Grund und Boden.
Die Initiative zur Abschaffung der Jagd Österreich, der Österreichische Tierschutzverein und der Verein gegen Tierfabriken wollen dafür sorgen, dass diese in Deutschland losgetretene »Lawine« nun auch in Österreich ins Rollen kommt.
weiterlesen


Hund mit Schrotkugeln beschossen

Zufallsbefund beim Tierarzt Schäferhundmix Dasty ist sieben Jahre alt. Die Hundehalter machten sich Sorgen, weil Dasty Schmerzen hatte und offensichtlich litt. Die Tierärztin machte eine Röntgenaufnahme wegen der unspezifischen Schmerzen. Auf dem Röntgenbild wurden Schrotkugeln entdeckt. Die Hundebesitzer fielen aus allen Wolken: Sie haben keine Ahnung, wann und warum ein Jäger auf den Hund geschossen haben könnte.



Lesen Sie: Haustiere als Jägeropfer



Jäger vor Gericht: Tödlicher Schuss auf Treiber

„Jäger vor Gericht: Tödlicher Schuss auf Treiber“, titelt die Main Post am 9.6.2015 und schreibt: „Statt auf Wildschweine hat ein 74-jähriger Jäger in Nassau (Main-Tauber-Kreis) auf einen 44-jährigen Treiber geschossen. Wegen fahrlässiger Tötung sitzt der Jäger ab heute auf der Anklagebank des Amtsgerichts Bad Mergentheim.“
Der Jäger hatte von einem Hochsitz aus in ein Maisfeld geschossen, in dem der Treiber unterwegs war, um Wildschweine herauszutreiben. Der 44-Jährige verblutete durch den Schuss.


Ex-Jäger schießt auf Polizisten - 3 Verletzte

„Polizeieinsatz: Ex-Jäger feuert bei Wohnungsdurchsuchung auf Polizisten“, meldet die WAZ am 1.7.2015. Demnach hat ein ehemaliger Jäger bei der Vollstreckung eines Durchsuchungsbeschlusses in Duisburg auf Polizisten und Schlüsseldienst-Mitarbeiter geschossen. Es gab drei Verletzte: einen Mitarbeiter des Schlüsseldienstes, einen Polizist und den Schützen selbst. Der Staatsanwalt ermittelt wegen versuchten Mordes.


Jäger erschießt Nachbarn und sich

„Zwei Tote nach Streit unter Nachbarn“, titelt BILD am 30.6.2015. Demnach soll ein 74-jähriger Jäger und Sportschütze seinen 77-jährigen Nachbarn vor dessen Haus in Meisdorf/Harz erschossen haben. „Er traf sein Opfer in den Rücken“, so BILD. Im Anschluss erschoss sich der Jäger selbst.
Ein anderer Nachbar hatte am Vormittag Schüsse gehört und die Polizei alarmiert, welche die beiden Leichen fand. Vorangegangen war immer wieder Nachbarschaftsstreit. Der Todesschütze hatte laut Polizei eine Waffenberechtigung.


Jägerlatein im Wahrheits-Check



Österreich: Jagdgegner geht vor Verfassungsgericht

»Wald zwangsbejagt - Jagdgegner zieht vor den Verfassungsgerichtshof«, titelt die Kronen Zeitung am 3.7.2015 und schreibt: »Nachdem ein Kärntner Waldeigentümer im Oktober 2014 aus tierschutzethischen Gründen die Jagdfreistellung seines Grundes beantragte, beschäftigt der Fall mittlerweile den Verfassungsgerichtshof – mit unabsehbaren Auswirkungen auf die Jagd in Österreich.«

In Österreich sind Grundbesitzer ebenso wie in Deutschland dazu verpflichtet, ihre Grundstücke bejagen zu lassen. Doch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat in Urteilen 1999 gegen Frankreich, 2007 gegen Luxemburg und 2012 gegen Deutschland entschieden, dass es gegen die Menschenrechte verstößt, wenn Grundstückseigentümer die Jagd auf ihrem Grund und Boden gegen ihren Willen dulden müssen.


»Das Landesverwaltungsgericht Kärnten wies dennoch am 18. Mai 2015 das Ansinnen jenes Waldbesitzers ab, der sich gegen diese "Zwangsbejagung" wehrt«, berichtet die Krone. Der Waldeigentümer hatte im Oktober 2014 die Jagdfreistellung seines Grundes aus tierschutzethischen Gründen beantragt, aber auch, weil die Jagdpraxis mit ständigen Fütterungen den Wildbestand so erhöht hatte, dass der Wald Schaden nahm, berichtet der Verein gegen Tierfabriken VGT.

Der Waldbesitzer beschreitet nun den Weg zum Verfassungsgerichtshof, um zu seinem Recht zu kommen. »In Kärnten und auch weiteren Bundesländern sind bereits ähnliche Fälle anhängig, die durch diesen Präzedenzfall entschieden werden könnten«, so der VGT in einer Pressemeldung.



Jäger erschießt Hündin

»Jäger erschießt Hündin: Warum musste „Strudel“ sterben?«, titelt der Nordkurier am 25.6.2015. „Strudel“ war auf dem Ferienhof in Schloen der Liebling der Kinder. Doch ein Jäger hat die Familienhündin erschossen – 400 Meter entfernt vom Ferien-Bauernhof. Anschließend habe der Jäger die tote Hündin weggeschleift und zwischen Brennnesseln Feld abgelegt. „Sie wurde kaltblütig abgeknallt und dann entsorgt wie ein Stück Dreck“, zitiert die Zeitung den Hundebesitzer. Er hat bei der Polizei Anzeige erstattet und die untere Jagdbehörde sowie das Veterinäramt informiert.


Jäger wollen Wölfe abknallen

»VERBAND FORDERT BEJAGUNG: Jäger wollen Wölfe abknallen«, titelt die Hamburger Morgenpost am 22.6.2015.
Beim Bundesjägertag in Dresden hat der Deutsche Jagdverband (DJV)ein Posititonspapier zum Thema Wolf vorgestellt. Demnach finden die Jäger, dass längst wieder genug Wölfe durch Deutschland streifen und es Zeit wäre, sie zu bejagen.


»Ganze sechs Seiten umfasst das Positionspapier der Jägerschaft zum wilden Vorfahren des Hundes. Doch erst ganz am Schluss lassen sie die Katze aus dem Sack. So schnell wie möglich solle der Wolf seinen Status als besonders schützenswert verlieren. Die Folge: Er könnte „kontrolliert entnommen“ – also gezielt geschossen werden«, berichtet die Hamburger Morgenpost.

Dies ist ein Verstoß gegen internationale Artenschutzbestimmungen: Der Wolf zählt in Europa zu den streng geschützten Tieren.
Wölfe waren vor 150 Jahren in Deutschland ausgerottet. Vor etwa 15 Jahren ist der Wolf auf natürliche Weise nach Deutschland zurückgekehrt. Schon kurze Zeit nach der Einwanderung der Wölfe wurde die Forderung laut, zu Wölfe bejagen. Immer wieder werden Wölfe illegal geschossen oder mit Hunden »verwechselt«.
Der Wolf hat in Deutschland längst noch keinen günstigen Erhaltungszustand laut FFH-Richtlinie erreicht. Laut EU-Richtlinie ist der „nationale Erhaltungszustand“ erst erreicht, wenn 1000 erwachsene Tiere in Deutschland leben. Derzeit sind es erst 300.



Gefahr durch Blei in Wildfleisch

Jäger preisen Wildfleisch gerne als gesund und natürlich an. Das Bundesinstitut für Risikobewertung und die Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. und warnen allerdings vor den Gesundheitsgefahren: „Die von Jägern genutzte Bleimunition hinterlässt mikroskopisch kleine Rückstände im Fleisch, die sich nicht entfernen lassen“, so Dr. Ernst Guggolz von der Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. in einer Meldung vom 22.6.2015. „Den Großteil des Wildes, das dem Verzehr dient, schießen Jäger mit Bleimunition“, heißt es weiter. Die Einschussstelle werde anschließend gesäubert, das umliegende Fleisch herausgetrennt. „Das reicht aber nicht, wie Lebensmittelchemiker nun feststellten: Durch den Einschuss werden mikroskopisch kleine Bleipartikel versprengt, zum Teil weit weg von der Einschussstelle. Die Partikel sind kaum sichtbar, und der Konsument isst sie unwissentlich mit."
Die Menge der Partikel ist dabei so groß, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung etwa kleinen Kindern und Schwangeren empfiehlt, kein Wild zu verzehren.


Jäger will Marder schießen und trifft Wohnung

Ein Jäger wollte in Niederlenz einen Marder schießen. Die Schrot-Ladung traf das Fenster eines Hauses: „Der Rollladen wurde von rund 100 Kugeln durchsiebt, die Doppelverglasung liegt in Scherben“, berichtet die Aargauer Zeitung am 21.6.2015.


70-Jähriger erschießt Familie und sich selbst

Ein 70-Jähriger soll in der Normandie mit einem Jagdgewehr seine Frau, seine Tochter, seinen Enkel und sich selbst erschossen haben. Dies meldet t-online am 20.6.2015.

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Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2015



Jäger schießt sich in die Hand - schwer verletzt

Ein 65-jähriger Jäger aus Thüringen hatte gegen Mitternacht ein Wildschwein geschossen und befand sich auf dem Heimweg. Das Gewehr trug er geladen über der Schulter, eine Hand am Lauf. Ein Schuss löste sich und verletzte den Jäger schwer.
"Der Gewehrschuss muss außerdem eine Autoscheibe zerschlagen haben, denn auch am Mittwoch befanden sich noch zahlreiche Glassplitter auf dem Feldweg mit den Betonplatten", so die Thüringer Allgemeine am 17.6.2015.
Weiter heit es: "Der letzte schwere Zwischenfall im Unstrut-Hainich-Kreis mit einer Jagdwaffe hatte sich Ende Januar 2013 am Ortsrand von Bickenriede ereignet. Damals war eine Kugel als Querschläger eines Nachmittags plötzlich in einem Wohnzimmer gelandet."


Kater von Jäger angeschossen

Ein Ehepaar aus Magdalensberg in Österreich ist geschockt: Nachdem zwei Jäger nahe des Hauses unterwegs und Schüsse zu hören waren, lag Kater Nanuk blutübertrömt vor der Haustür. Dies meldet die Kronen Zeitung am 15.6.2015.
"Der Kater hatte viel Blut verloren, das linke Bein war zerschossen, der Brustkorb von Schrotkugeln förmlich durchsiebt. Zum Glück hat er überlebt", zitiert die Zeitung den Tierarzt, der das schwerst verletzte Tier retten konnte.


Luxemburg: Füchse werden weiterhin nicht bejagt

Die Abgeordnetenkammer in Luxemburg hat entschieden, dass es beim Verbot der Fuchsjagd bleibt.

In Luxemburg ist die Fuchsjagd seit 1. April 2015 verboten. Zunächst sollte das Verbot für ein Jahr gelten. Die Jäger liefen gegen das ganzjährige Verbot der Fuchsjagd Sturm und sammelten 10.327 Unterschriften gegen das Fuchsjagdverbot.
Am 11. Mai 2015 fand darüber eine öffentliche Anhörung vor der Abgeordnetenkammer statt. Wildtierschutz Deutschland übergab an diesem Tag gemeinsam mit »Luxemburg for Foxes« mehr als 12.000 Unterschriften für die Beibehaltung des Fuchsjagdverbots.
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Schuss ging nach hinten los

"Nordhessen: Schuss ging nach hinten los", meldet nh24.de am 19.5.2015. Ein Jäger wollte einen Waschbären erschießen - und traf sich selbst mit einem Projektil den Bauch. Schwerverletzt musste er mit dem Rettungshubschraube in eine Klinik gefolgen werden.


Sechs Menschen mit Jagdgewehr erschossen

"Sechs Menschen mit Jagdgewehr getötet - Weil er die Heirat nicht wollte: Vater richtet Braut und fünf Gäste hin", meldet Focus online am 18.5.2015. Demnach hat ein Jäger in Serbien ein Massaker angerichtet. Weil er mit der Brautwahl seines Sohnes nicht einverstanden war, hat der Vater mit dem Jagdgewehr die Braut seines Sohnes, ihre Eltern, seine eigene Frau und deren Eltern erschossen.


Jäger erschießt seine schlafende Frau und sich

"Jäger erschießt seine schlafende Frau und sich selbst", titelt FOCUS am 13.5.15. Demnach hat ein 71-jähriger Jäger hat im Kreis Böblingen seine 66-jährige schlafende Ehefrau und anschließend sich selbst erschossen.
"Ein mögliches Motiv für die Tat könnte in einer schweren Erkrankung der 66-Jährigen liegen."

BILD meldet am 14.5.2015: "Die Kriminalpolizei Böblingen fand heraus, dass der Mann Jäger war. Im Haushalt befanden sich mehrere Schusswaffen – legal und amtlich registriert."


"2 Tote durch Fuchsbandwurm, 40 durch Jäger"

In Luxemburg fand am 11. Mai 2015 ein öffentliches Hearing statt: Die Jäger hatten 10.327 Unterschriften gegen das ganzjährige Jagdverbot auf Füchse gesammelt. Tierschützer hatten drei Petitionen für die Beibehaltung des Fuchsjagdverbots vorgelegt, wie Parlamentspräsident Mars di Bartolomeo in seiner Einleitung bemerkte. Dies berichtet das Luxemburgische Tagblatt am 11.5.2015.
Wieder malten die Jäger ihr bekanntes Jägerlatein in die Wand: Die Fuchs-Population werde sich verfünffachen, so Jäger-Präsident Georges Jacobs. „In den vergangenen Wochen war immer von einer Verdreifachung die Rede. Die Jäger sollen jetzt endlich einmal belegbare Zahlen bringen“, zitiert die Zeitung Staatsekretär Camille Gira.
Auch die angebliche die Gefahr der Verbreitung des Fuchsbandwurms weist der Staatsekretär erneut zurück: „Laut Gira sind zwei Fälle belegt, keiner der tödlich verlaufen ist“, berichtet das Luxemburgische Tagblatt. „In Deutschland habe es im letzten zwei Tote durch eine Fuchsbandwurminfektion gegeben, die Zahl der Toten durch Jagdunfälle habe bei 40 gelegen.“


Hat Jägerin ihre Nachbarn erschossen?

„DOPPELMORD IN WERMELSKIRCHEN: Hat Jägerin (45) ihre Nachbarn erschossen?“, titelt BILD am 25.4.2015. Demnach sind ein 62-jähriger Mann und eine 47-jährige Frau in ihrer Wohnung erschossen worden. Anwohner hörten die Schüsse und alarmierten die Polizei.Eine dringend tatverdächtige Frau (45) wurde festgenommen“, so BILD. „Die 45-Jährige ist als Jägerin im Besitz von Lang- und Kurzwaffen.“



Nachbarschaftsstreit eskaliert mit Jagdwaffen

„Nachbarschaftsstreit eskaliert: Schenkenzeller Waffennarr schießt durch Eingangstüre“, titelt NRWZ am 25.4.2015. Demnach hatte ein 71-Jähriger durch eine geschlossene Eingangstür der Nachbarswohnung geschossen. Neben der Tatwaffe beschlagnahmte die Polizei noch weitere 18 Schusswaffen, bei denen es sich zum größten Teil um Jagdwaffen handelt. Gegen den 71-Jährigen seien strafrechtliche Ermittlungen wegen versuchter, gefährlicher Körperverletzung eingeleitet worden.


Anklage nach Jagdunfall

Ein 74-jähriger alter Jäger hatte im August in der Nähe von Weikersheim einen Jagdkollegen mit einem Wildschwein verwechselt und erschossen. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen hat nun Anklage gegen ihn wegen fahrlässiger Tötung erhoben. Dies meldet der SWR am 23.4.2015.


Umfrage: 82% für mehr Naturschutz im Jagdgesetz

Forsa-Umfrage: 82% der Deutschen für mehr Tier- und Naturschutz im Jagdrecht
Eine klare Mehrheit von 84 Prozent der Deutschen hält es für sehr wichtig oder wichtig, dass Natur- und Tierschutz durch die Jagdgesetze gestärkt werden. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa, das der NABU in Auftrag gegeben hat.
»Die Umfrage des NABU zeigt klar, wohin die Richtung gehen muss: Die Bürgerinnen und Bürger wollen mehr Natur- und Tierschutz im Jagdrecht - und kein Einknicken der Politiker vor anachronistischen Forderungen der Jägerschaft«, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller vor dem Hintergrund der Novellierungen der Jagdgesetze in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.
zur NABU-Pressemitteilung


Luxemburg: 11.000 Stimmen gegen Fuchsjagd

Gemeinsam mit der Facebook-Gruppe „Luxemburg for Foxes“ (Initiative der Tierrechtsaktivistin Alix Rassel und Gleichgesinnter) hat Wildtierschutz Deutschland etwa 11.000 Unterschriften für die Beibehaltung des Fuchsjagdverbotes in Luxemburg gesammelt.

Anlass für diese Aktion ist der Protest des luxemburger Jagdverbandes FSHCL, der seinerseits eine Anhörung zu diesem Thema im Parlament erreicht hat. „Mit unserer Petition wollen wir Politikern und Menschen in unserem Land zeigen, dass eine breite Öffentlichkeit das Fuchsjagdverbot ausdrücklich begrüßt. Wir freuen uns insbesondere darüber, dass diese Maßnahme auch in den benachbarten Grenzregionen ein so erfreuliches Echo gefunden hat“, erläutert Alix Rassel. weiterlesen

Lesen Sie auch: 11.000 Stimmen gegen die Fuchsjagd. In: Tagblatt Luxemburg, 21.4.2015


Fuchsjagdverbot Luxemburg: "Et ass alles gesot!"

"Luxemburg: Staatssekretär Camille Gira wischt Jäger-Petition beiseite", titelt das Luxemburger Wort am 21.4.2015.

Staatssekretär Camille Gira zeigte sich bei der Jahrestagung des Dachverbands der Luxemburger Jagdsyndikate völlig unbeeindruckt von der vom Jägerverband initiierten Petition gegen die Einschränkungen bei der Fuchs- und Wildschweinbejagung: „Es ist alles gesagt! Die Regierung hat die besseren Argumenteauf ihrer Seite und lässt sich nicht unter Druck setzen, egal, ob die Petition der Jäger fünf, fünfzig oder fünfzigtausend Unterschriften erzielt.“
Die Jäger würden "Horrorszenarien" an die Wand malen, die wissenschaftlich längst widerlegt sind.





Fuchsjagd ist nicht mehr zeitgemäß

In Deutschland werden Jahr für Jahr eine halbe Million Füchse geschossen. Es gibt nicht einmal ausreichende Schonzeiten für Füchse. Unser Nachbarland Luxemburg macht uns vor, wie moderner Tierschutz aussieht: Seit 1.4.2015 ist die Fuchsjagd verboten. Tierschutzorganisationen wollen 15.000 Unterschriften an die Regierung übergeben, damit das Verbot der Fuchsjagd auch über 2016 hinaus so bleibt.

Unterstützen Sie die Petition gegen die Fuchsjagd

Die gnadenlose Jagd auf Füchse versucht die Jagdlobby gegenüber der Öffentlichkeit mit dem angeblichen Schutz vor Tollwut und Fuchsbandwurm zu rechtfertigen.
Der Haken daran: Deutschland gilt seit 2008 nach den internationalen Kriterien der »Weltorganisation für Tiergesundheit« als tollwutfrei. Und: Seit Jahren weisen Forscher darauf hin, dass Infektion beim Verzehr von Waldbeeren mit dem Fuchsbandwurm ins Reich der Legenden gehört: In Deutschland ist kein einziger Fall einer Infektion über Waldbeeren dokumentiert. Risiko der Ansteckung für den Menschen ist nicht der Fuchs, sondern nicht entwurmte Haustiere.


Amt hatte Angst: Polizei nahm Jäger Waffen ab

„Amt hatte Angst: Polizei nahm Jäger Waffen ab“, melden die Ostfriesischen Nachrichten am 18.4.2015. Demnach haben Mitarbeiter des Landkreises Aurich mit Unterstützung mehrerer Polizeibeamter einem 69-jährigen Jäger seine Waffen weggenommen. Neun Gewehre seien laut Polizei sichergestellt worden. „Offenbar fühlten sich Mitarbeiter des Finanzamts Norden, mit dem der Brookmerlander seit Jahren juristische Auseinandersetzungen führt, von diesem bedroht“, so die Zeitung.

Die Angst der Mitarbeiter des Finanzamts Norden ist nicht unbegründet: Im vergangenen Jahr hatte ein Jäger im Finanzamt Rendsburg einen 58-jährigen Sachgebietsleiter erschossen.


Jäger trifft Haus

„Jäger trifft bei Schießübung fremdes Haus“, meldet oe24 am 14.4.2015. Demnach hat ein 63-jähriger Jäger mit einem Schuss aus seiner Jagdwaffe die Terrassentür eines Hauses in St. Ulrich im Mühlkreis getroffen. Zum Glück hätten sich die Bewohner des Hauses gerade in einem anderen Zimmer aufgehalten. Wegen Gefahr im Verzug durch missbräuchliche Verwendung sei die Waffe dem Jäger vorläufig abgenommen worden.


Bayern: Wildschweine höher verstrahlt als bekannt

Von wegen „Wildbret ist gesünder als Fleisch aus Massentierhaltung“: Knapp drei Jahrzehnte nach dem Atomunfall von Tschernobyl ist die Strahlenbelastung der bayerischen Wildschweine höher als bislang bekannt. Dies berichtet das Landwirtschaftsportal Proplanta am 18.4.2015. Die Messstellen des Bayerischen Jagdverbands BJV hätten im Jahr 2013 bei 140 geschossenen Wildschweinen eine Belastung von mehr als 10.000 Becquerel pro Kilogramm gemessen - der Grenzwert liegt bei 600 Becquerel.
Aus verständlichen gründen wollte der BJV nicht, dass diese Daten an die Öffentlichkeit gelangen. Helmut Rummel, der die Daten der BJV-Messstellen zusammengetragen hat, sah dies anders: „Ich möchte, dass diese Daten öffentlich werden.“ Denn: „Die Leute wissen nicht, was sie essen“, sagte Helmut Rummel der Deutschen Presse-Agentur. Mittlerweile sei Rummel vom BJV kalt gestellt worden. „Aufgrund Ihrer Veröffentlichungen halte ich für unwahrscheinlich, dass Sie von unseren Jägern weiter kontaktiert werden zur Durchführung von Messungen“, habe der örtliche BJV-Kreisgruppenchef an Rummel geschrieben, so Proplanta.


Rheinland-Pfalz: Bio-Weingut jagdfrei!

Ab 1.4.2015 sind die Weinberge und Wiesen des Bio-Weinguts Gänz im rheinland-pfälzischen Hackenheim offiziell jagdfrei! Die Bio-Winzerfamilie Gänz kann es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, wenn Jäger in den ökologisch bewirtschafteten Weinbergen oder auf den Streuobstwiesen Tiere tot schießen.
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NRW: Grundstück in Mönchengladbach jagdfrei!

Obwohl die Jagdgenossenschaft die Stadt verklagen wollte: Eine tierliebende Familie hat erfolgreich durchgesetzt, dass auf ihrem 2585 Quadaratmeter großen Grundstück in Zukunft kein Tier mehr von Jägern erschossen wird.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte am 26.6.2012 entschieden, dass Grundstückseigentümer keine Jagd dulden müssen. »Ich bin selbst Vegetarierin, und wir möchten nicht, dass auf unserem Land Tiere getötet werden«, wird die Mutter von der Westdeutschen Zeitung am 18.3.2014 zitiert.
Schließlich hat die Stadt Mönchengladbach die Ackerfläche im März 2015 offiziell jagdrechtlich befriedet.
Doch damit nicht genug: Die Jagdgenossenschaft wollte die Befriedung nicht hinnehmen, zweifelte die »ethischen Gründe« der Familie an und verklagte die die Stadt! Die Jäger wollten verhindern, dass das Jagdrevier zu einem »Flickenteppich« wird.
Am 18.3.2015 fand der Prozess vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf statt. Die Rheinische Post berichtet am 19.3.2015, dass der Richter deutlich gemacht habe, dass das Verwaltungsgericht die Gewissensgründe, die die Familie anführe, nicht überprüfen werde. Die Jagdgenossenschaft könne nur Einwände gegen die Befriedung geltend machen, die die Ausübung der Jagd betreffen. Daraufhin zog die Jagdgenossenschaft ihre Klage zurück.
Lesen Sie den ausführlichen Bericht


Einjähriges Jagdverbot auf Füchse in Luxemburg:

Jagdlobbyismus gegen Reineke

von Dag Frommhold, www.fuechse.info

Seit dem 1.4.2015 ist die Fuchsjagd in Luxemburg für zunächst ein Jahr verboten – das zuständige Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Umwelt sieht für die Tötung von Füchsen in Wald und Feld keinen vernünftigen Grund. Bisher kamen vor den Flinten der Jägerschaft im Großherzogtum etwa 3.000 Füchse im Jahr zu Tode. Doch die FSHCL, Verband der luxemburgischen Jäger, will sich das Jagdvergnügen auf Meister Reineke nicht so einfach verbieten lassen und versucht, mit Panikmache und abstrusen Behauptungen Druck auf die Regierung aufzubauen.

Um Unterstützung in Politik und Öffentlichkeit zu gewinnen, malt die FSHCL in einer öffentlichen Stellungnahme (siehe z.B. http://www.jagdwissen.net/einstellung-der-fuchsjagd-in-luxemburg/) Schreckensszenarien ausufernder Fuchsbestände und um sich greifender Wildseuchen an die Wand. Bereits ein kurzer Blick auf die Erfahrungen in (fuchs)jagdfreien Gebieten sowie wissenschaftliche Erkenntnisse zur Populationsdynamik des Fuchses entlarvt diese Behauptungen jedoch allesamt als Jägerlatein. weiterlesen


Naturschützer fordern Ende der Hasenjagd

Deutsche Jäger schießen Jahr für Jahr an die 300.000 Hasen tot - obwohl der Feldhase auf der Roten Liste steht!

Naturschützer haben ein Ende der Hasenjagd gefordert. „Der Feldhase wird in Hessen immer seltener und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Wir rufen die Jäger dazu auf, das Tier des Jahres 2015 von der Abschussliste zu streichen“, sagte Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des Naturschutzbundes Hessen gegenüber Focus online am 25.3.2015.
Im Jagdjahr 2013/14 wurden in ganz Deutschland 243.385 Hasen von Jägern erschossen. Im Jagdjahr 2012/13 waren es 314.426.


Hasenbestände gehen dramatisch zurück!

Entgegen anders lautender Meldungen von Jagdverbänden geht Wildtierschutz Deutschland davon aus, dass der Bestand des Feldhasen seit Jahren dramatisch rückläufig ist. Demnach gibt es heute noch etwa halb so viele Hasen wie vor 10 Jahren. Bereits vor zwei Jahren hat Wildtierschutz Deutschland deshalb gefordert, die Hasenjagd unverzüglich einzustellen. weiterlesen

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Mädchen (15) von Jäger angeschossen

„Er wollte einen Fuchs töten: Mädchen (15) in Mels SG von Jäger angeschossen“, titelt BLICK am 28.3.2015. Demnach war das 15-jährige Mädchen auf einem Reiterhof im Freien beschäftigt, als es von einer Kugel getroffen wurde. Der Jäger wollte einen Fuchs erschießen. Das Mädchen musste mit dem Rettungashubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden.


Jäger auf der Jagd - Projektil fliegt in Wohnung

»Vorwürfe gegen Jäger aus Eich: „Damit schießt man nicht nah am Ort“«, titelt die Wormser Zeitung am 26.3.2015.
Vor gut zwei Wochen waren aus der Waffe eine Kugel in ein Haus eingeschlagen: Das Geschoss durchschlug die Scheibe eines Fensters, zwei Türen und blieb schließlich in der Außenwand stecken. "Elf Meter ist die Kugel durch die Wohnung geflogen", zitierte die Allgemeine Zeitung am 20.3.2015 den Hausbewohner. "Meine Frau ist vielleicht 20 Sekunden vorher genau durch die Schusslinie gelaufen. Sie hat ein Riesenglück gehabt, wir feiern jetzt ihren Geburtstag zwei Mal."
Laut dem Jagdpächter habe die verwendete Munition eine Reichweite von mehreren Kilometern gehabt: „Mit so was schießt man nicht so nahe am Ort und auch nicht auf Gänse", zitiert die
Wormser Zeitung am 26.3.2015 den Jagdpächter. Und weiter: „Das wirft kein gutes Licht auf uns Jäger, der bringt uns alle in Verruf“.


Hund angeschossen und lebensgefährlich verletzt

Ein kanadischer Schäferhund wurde im Landkreis Passau mit einer Schrotflinte angeschossen und lebensgefährlich verletzt.
„Hunderte Schrotkugeln stecken in seinem Körper, die Lunge ist zusammengeklappt, der fast vierjährige Hund bekommt kaum Sauerstoff“, berichtet die
Passauer Neue Presse am 1.4.2015.
Der Hundehalter hat Anzeige erstattet. Er wolle sich gar nicht ausmalen, was wäre, wenn die Kugeln seine Lebensgefährtin getroffen oder Kinder wie etwa den vierjährigen Enkel getroffen hätten, so die Zeitung.


Jäger und Alkohol

Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts: Ein Jäger verliert seinen Waffenschein, weil er alkoholisiert von seinem Hochsitz geschossen hatte. "Macht ein Waffenbesitzer in alkoholisiertem Zustand von seiner Schusswaffe Gebrauch, rechtfertigt dies die Annahme, dass er im waffenrechtlichen Sinne unzuverlässig ist, auch wenn zum Alkoholkonsum kein weiteres Fehlverhalten hinzutritt", so das Bundesverwaltungsgericht in seiner Pressemitteilung.

Die Initiative zur Abschaffung der Jagd hat eine
Dokumentation mit Presseberichten über Jäger und Alkohol zusammengesellt.
Wir waren selbst überrascht, wie viele Meldungen es in den letzten Jahren über Gefährung durch alkoholisierte Jäger gab.
Die Dunkelzimmer dürfte um ein Vielfaches höher liegen!

Bild: Karikatur von Bruno Haberzettl aus: "Brunos Jagdfieber", Ueberreuther-Verlag 2013


Südtirol: Bald keine Jagd mehr in Naturparks?

In Südtirols Naturparks könnte es mit der Jagd bald vorbei sein. Grund ist eine Klage von zwei Tierschutzorganisationen vor dem Verwaltungsgericht Trient, in der die technischen Vorgaben zur Jagdausübung in Naturparks angefochten werden. Nun prüft das Verfassungsgericht, ob eine jagdliche Entnahme in Naturparks zulässig ist, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

120.000 Hektar der bejagbaren Fläche liegen in Naturparks. Das ist insgesamt ein Fünftel. Betroffen wären 46 Jagdreviere.


Jagdunfall: Es wird weiter ermittelt

„Jagdunfall: Es wird weiter ermittelt“ titelt die Tauber-Zeitung am 10.3.2015. Demnach beschäftigt der Jagdunfall vom 24. August, bei dem in Nassau ein Treiber in einem Maisfeld erschossen wurde, nach wie vor die Staatsanwaltschaft Ellwangen. "Wir ermitteln in alle Richtungen", zitiert die Zeitung den Presse-Staatsanwalt.


80-jähriger Jäger erschießt Therapiehund im Wald

„Jäger erschießt Therapiehund im Wald“, meldet die Westdeutsche Zeitung am 9.3.2015 und berichtet, dass ein 80-jähriger Jäger die Hündin Ildiko bei einem Frühlingsspaziergang mit ihrem Frauchen ohne Vorwarnung erschossen hat. Der Jäger habe angeblich die Hundehalterin mit vorgehaltener Waffe gezwungen, ihre Hündin sofort im Wald zu begraben.
Der Jäger muss sich nun wegen Nötigung und Tötung eines Wirbeltieres sollte sich der Waidmann vor dem Neusser Amtsgericht verantworten, so die Zeitung.


Lesen Sie auch: Haustiere als Jägeropfer


Jäger trifft Jäger: Schwer verletzt

"Jäger in Ostsachsen angeschossen und schwer verletzt", titelt die WELT am 3.3.2015. Demnach hat ein 53-jähriger Jäger bei eine Jagd auf Wildschweine ein 27-Jährigen in den Oberschenkel getroffen. Er musste schwer verletzt mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gefolgen werden. Die Kriminalpolizei habe die weiteren Ermittlungen übernommen.


Muttertiere erlegt - Staatsanwaltschaft ermittelt

„Muttertiere erlegt - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jäger“, titelt die Tegernseeer Stimme am 9.3.2015. Demnach hat die Staatsanwaltschaft München zwei Jäger im Visier, bei einer Drückjagd im Gebiet zwischen dem Tegernsee und dem Schliersee Rotwild-Muttertiere, aber kein Kalb erlegt haben sollen, was ein Verstoß gegen das Jagdrecht und das Tierschutzgesetz ist.

Der Fall scheint brisant zu sein: „Es geht offensichtlich um zwei hochrangige Beamte als Beschuldigte“, so die Zeitung. In Jägerkreisen spreche man von einem Ministerial- und einem Polizeibeamten.


Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt

»Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen wieder zurück.«
Pythagoras, Griechischer Philosoph und Mathematiker (6. Jh. v. Chr.)

»Solange die Menschen die wandelnden Gräber der von ihnen ermordeten Tiere sind, wird es Krieg geben auf dieser Erde.«
Georg Bernhard Shaw, irischer Dramatiker; Nobelpreis 1950 (1856-1950)

»Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt und damit auch von der Tierquälerei zur Menschenquälerei.«
»Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.«
Leo Tolstoi, russischer Humanist und Dichter (1828-1910)
»Als Künstler und überzeugter Naturfreund bin ich gegen Tierquälerei in jeder Form.
Inspiriert haben mich die Worte von Pythagoras und George Bernard Shaw.«
Artur Sowinski
www.artsowinski.de


Wölfe töten rächt sich

Der Wolf zählt in Europa zu den streng geschützten Tieren. Nach jahrhundertelanger brutaler Ausrottung gibt es seit einigen Jahren wieder freilebende Wolfsfamilien in Deutschland. In letzter Zeit mehren sich die Stimmen aus der Jägerschaft, den Wolf wieder zu bejagen.
Doch eine aktuelle Langzeitstudie aus der Washington State University kommt zu dem eindeutigen Ergebnis: Wölfe töten rächt sich.
Der Abschuss von einzelnen Wölfen kann die Rudelstruktur zerstören, wodurch im Folgejahr deutlich mehr Nutzvieh gerissen wird, so die Forscher.

Für die Studie wurden Daten aus 25 Jahren (von 1987 bis 2012) ausgewertet. Ihr Ergebnis: Nur einen einzigen Wolf zu töten, führte dazu, dass im darauf folgenden Jahr vier Prozent mehr Schafe und fünf bis sechs Prozent mehr Rinder gerissen wurden. Wenn zwanzig Wölfe getötet wurden, verdoppelte sich die Verlustrate unter den Nutztieren.

Lesen Sie den deutschen Artikel „Wölfe töten rächt sich“ in „Wissenschaft aktuell“
Original-Artikel: „Effects of wolf mortality on livestock depredations”, Robert B. Wielgus, Kaylie A. Peebles; PLoS ONE, DOI:10.1371/journal.pone.0113505


Jägermentalität: Auf Naturschutz wird geschossen

 



Das Bild wurde hier aufgenommen.
Der Fotograf schreibt: "In dem Naturschutzgebiet wurde vor einigen Jahren auch ein Radfahrer angeschossen, der mir entgegen kam."



Niederbayern: 0,7% der bejagbaren Fläche befriedet

In Niederbayern wurden seit 2013 insgesamt 49 Anträge auf jagdrechtliche Befriedung privater Grundstücke bei der unteren Jagdbehörde gestellt. Bisher seien rund 52 Hektar befriedet worden - 0,7 Prozent der bejagbaren Flächen. Dies berichtet die Passauer Neue Presse am 21.2.2015.
In 31 Verfahren stehe die Entscheidung noch aus. Nach Informationen der Zeitung laufen in Oberbayern acht Verfahren, davon zwei im Landkreis Berchtesgaden, eines in Traunstein.


Österreich: Mehrere Jagdfreistellungsanträge

Wer in Österreich Wald- oder Wiesenflächen besitzt, muss auf diesen entweder selber für eine aktive Bejagung sorgen oder die Bejagung durch die örtliche Jagdgenossenschaft dulden. Doch nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012 müssen Jagdgegner auf ihrem Grundstück keine Jagd dulden - auch in Österreich nicht. Der erste österreichische Antrag auf jagdrechtliche Befriedung geht jetzt in die zweite Instanz. Weitere Anträge werden eingebracht.

Im Oktober 2014 stellte erstmals ein österreichischer Grundbesitzer aus Kärnten einen entsprechenden Antrag, seine Waldflächen als „jagdfrei“ erklären zu lassen. Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) berichtet am 13.2.2015, dass der Antrag Ende Januar zurückgewiesen wurde. Daraufhin wurde Anfang Februar Beschwerde an das Landesverwaltungsgericht Kärnten gerichtet.

Einen weiteren Antrag auf Jagdverbot auf ihrem Grundstück stellte eine Tierfreundin aus Oberösterreich bei der Bezirkshauptmannschaft Linz-Land. weiterlesen


Jäger rutschte aus und erschoss sich

Ein 47-jähriger Jäger aus Oberösterreich war unterwegs zur Jagd. Als er auf nassem Gras ausrutschte und stürzte, löste sich ein Schuss aus seiner Schrotflinte. „Der Schuss traf den Mann an der rechten Halsseite, er wurde dadurch tödlich verletzt“, meldet nachrichten.at am 21.2.2015.


Tödlicher Schuss im Maisfeld: Jäger verurteilt

Für den tödlichen Schuss auf einen Menschen ist ein Jäger aus Oberfranken wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die meldet die WELT am 20.2.2015.
Der Jäger hatte im Herbst 2012 von seinem Hochsitz aus in den frühen Morgenstunden einen Mann im Maisfeld mit einem Wildschwein verwechselt und erschossen.


74jähriger Jäger verwechselt Kater Mingo mit Fuchs

»Er hat Kater Mingo mit Schrot totgeschossen - Lieber Jäger, das ist kein Fuchs!«, titelt BLICK am 18.2.2015. Ein 74-jähriger Jäger hat Kater Mingo erschossen - nur 50 Meter von zu Hause entfernt.
Mingos Besitzer sind schockiert üund trauern über den Verlust ihrer geliebten Katze. Der Jäger habe zugegeben, von seinem Hochsitz aus in der Dämmerung „wohl auf die Katze anstatt auf einen Fuchs geschossen“ zu haben, so die Zeitung.
Mingos Besitzer haben den Jäger am 17.2.2015 angezeigt: „Der soll nie mehr schießen dürfen. Wer weiß, wen er als Nächstes trifft?“

Lesen Sie: Haustiere als Jägeropfer


Treibjagd: Spaziergänger in Panik vor Schüssen

Am Samstag, den 14.2.2015, erlebten Spaziergänger im Kempener Ortsteil St.Hubert (NRW) mit ihren Hunden sowie Reiter mit ihren Pferden Momente von Angst und Panik, als den ganzen Tag über immer wieder Schüsse fielen.
Ein betroffener Spaziergänger, der an dem Tag mit seinen beiden Hunden unterwegs war, wandte sich daraufhin in einem Schreiben an das zuständige Ministerium des Landes Nordrhein-Westfalen und an die untere Jagdbehörde. Was er erlebt habe, sei „unbeschreiblich“ gewesen:
„Es knallte dort bereits seit Sonnenaufgang. Man konnte die Schüsse jedoch nicht einwandfrei einordnen. Woher kamen die Schüsse? In welche Richtung zielen diese? Alle Spaziergänger, die ich auf meinem Weg traf, waren alle sehr erschrocken über die Schüsse im Morgengrauen.“
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Behörde untersucht illegale Jagd-Methoden

Ein Naturfreund aus Lippe ist bei seinen Spaziergängen im Gebiet der Wistinghauser Senne immer wieder illegale Fütterungen und Jagdfrevel entdeckt. Bei einem Sonntagsspaziergang mit der Familie hat er jetzt einen illegeale Futterstelle mit Fischmehl und Fischresten fotografiert und zur Anzeige gebracht. Dies berichtet die Lippische Landeszeitung am 20.2.2015 und schreibt: „Die Futterstelle befindet sich in einem Maisfeld, das anscheinend für die Jagd optimiert wurde. Umsäumt ist es von Hochsitzen. In einem Teil des Feldes bleibt ganzjährig Mais stehen, einige Schneisen sind in die Bepflanzung geschlagen.“
Die untere Jagdbehörde untersucht den Fall. Denn das Landesjagdgesetz verbietet ausdrücklich die Verwendung von Küchenabfällen, Schlachtabfällen, Fischen, Fischabfällen, Backwaren oder Südfrüchten als „Kirrung“.

Bild: Fisch und schimmliger Mais-Kleie Matsch an einer Kirrung in Baden-Württemberg


Österreich: Kritik an Jägern wächst

In Österreich wächst nach Bekanntwerden einiger Jagdskandale die Kritik an Jagd und Jägern.

Ein aktueller Skandal ist die Treibjagd von vier schweizer Jägern in Vorarlberg, die mit Pistenraupen (!) durch eineinhalb Meter tiefen Schnee Jagd auf Wildtiere machten.

Dies führte sogar zu Unmut in der Jägerschaft: Von einer „Verrohung der Jagd“ spricht Vorarlbergs oberster Jäger Ernst Albrich, so heute.at vom 17.02.2015. Die Polizei ermittelt. Die Jagdbehörde will ein Verwaltungsstrafverfahren einleiten lassen.



Wellen geschlagen hatte auch der Fall eines Jägers, der einen streng geschützten Kaiseradler erschossen hatte. Das Bezirksgericht Mattersburg sprach ihn wegen Tierquälerei schuldig. Die Strafe beträgt 3.000 Euro. (ORF, 23.1.2015)

Im Januar gab es öffentliche Kritik an der grausamen Jagd im Lainzer Tiergarten, wo tausende Tiere zu Abschusszwecken regelrecht gezüchtet würden. Die Verletzung zahlreicher Tier- und Naturschutzbestimmungen wurde angeprangert. (VGT, 13.1.2015)



Bald als DVD: Halali oder der Schuss ins Brötchen

DIE KULTSENDUNG AUF DVD!

Während der Jagd in einem deutschen Wald kommt es zu einem tragischen Unfall. Das Gewehr eines Jägers klemmt und so schaut er direkt in Lauf der geladenen und entsicherten Waffe. Da er gerade ein Brötchen isst, geht der sich lösende Schuss durch ebendieses und den Kopf. Der Jäger ist sofort tot. "Halali oder Der Schuss ins Brötchen" erzählt, wie die Jagdkollen mit der Situation umgehen. Schließlich haben sie ein Ansehen zu verlieren.
Die DVD erscheint am 13.Februar 2015 im ARD-Videoshop


Jäger blasen geplantes Massaker nach Protesten ab

Den (Fuchs-)Schwanz eingeklemmt: Jäger blasen geplantes Massaker nach wütenden Protesten ab

Von Jürgen Heimann

Da hatten die wackeren Nimrods die Rechnung ganz offensichtlich ohne den Wirt gemacht. Im südwestlichsten Zipfel von Nordrhein-Westfalen, im Kreis Euskirchen, ist nach massiven bundesweiten Protesten der von Jägern am 7./8. Februar geplante Massenabschuss von Füchsen abgesagt worden. Ein Erfolg für die Tierschützer vor Ort, aber auch für ihre vielen, nach Tausenden zählenden Unterstützer aus allen Teilen der deutschen Michel-Republik. Womit sich zeigt, dass Widerstand lohnt, zumal dann, wenn er sich gegen völlig unsinnige Vorhaben richtet. Er muss aber gebündelt und entsprechend kanalisiert werden. Und das ist in diesem Fall beispielhaft geschehen.
Der Wind beginnt sich zu drehen. Weite Bevölkerungskreise reagieren zunehmend ablehnend, was solche blutigen und überkommenen „Freizeitvergnügungen“ wie die Fuchsjagd anbelangt, die ihre Legitimation ausschließlich auf eine diffuse Tradition gründet. weiterlesen


Jetzt in der neuen "Freiheit für Tiere":

Die ganze Geschichte der Fuchswelpen Jacky & Julchen

Im Mai 2014 nahm Wildtierretter Frank Demke verwaiste Fuchswelpen in der Pflegestelle der Wildtierhilfe Mecklenburg-Vorpommern auf, um sie aufzupäppeln und auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten. Doch nach nur fünf Tagen in Freiheit hatten Jäger die Jungfüchse erschossen. »Unendliche Trauer aber auch Wut kommen auf, wenn man über diesen sinnlosen Tod nachdenkt«, so Frank Demke. weiterlesen


Grausame Fuchsjagd

RespekTiere protestiert gegen »Nacht des Fuchses« in Salzburg

Die Salzburger Jägerschaft hatte auch in diesem Jahr wieder aufgerufen zur traditionsreichen »Nacht des Fuchses«. Was so mystisch klingt, ist in Wahrheit ein blutiges Massaker, das in mondhellen Winternächten über die Füchse hereinbricht.

Man spricht in der Öffentlichkeit selbstverständlich nicht von Schießvergnügen oder Blutlust, nein: man hört vom Schutz des Niederwildes, der Tollwutbekämpfung, vom Fuchsbandwurm oder der Räude... Ja, lauscht man ihren Reden, müssten wir ihnen dankbar sein, den Hegern und Pflegern, weil sie uns beschützen vor der unbändigen Gefahr, welche vom tiefen, düsteren Wald ausgeht, weil sie – natürlich immer für uns – angeblich das gesamte ökologische Gleichgewicht in der Waage halten.

Die Nacht des Fuchses ist eine Nacht des Blutes in unseren Wäldern, dann, wenn der Vollmond über der Winterlandschaft den Füchsen kein Versteck bietet. Jeder Fuchs, der vor die Flinte kommt, wird geschossen. weiterlesen


Die wahre Geschichte von Tinni & Sniffer

Sniffer, ein frei lebender Jungfuchs, und Tinni, eine freundliche Schäferhündin, treffen sich zufällig in einem Wald in Norwegen und werden beste Freunde. Als die Bilder dieser bewegenden Tierfreundschaft ab 2013 via Facebook um die Welt gingen, gab es ein riesengroßes Echo. Die wahre Geschichte ist nun auch als Buch erschienen.

Schäferhündin Tinni lebt mit ihrem »Menschenpapa« Torgeir dicht am Waldrand, direkt in der Nachbarschaft von Familie Elch. Torgeir ist Fotograf. Immer wenn er zu seinem Fotoapparat greift, freut sich Tinni, dass es in den Wald geht.
Auf einer ihrer Streifzüge kommt ein Fuchswelpe aus den Büschen gesprungen. Die Schäferhündin bleibt ruhig und gelassen - und schon steht das Füchslein neben ihr. weiterlesen


Population der Füchse an Mäuse gekoppelt

„Population der Füchse an Mäuse gekoppelt“, titelt die Westdeutsche Allgemeine Zeitung am 11.2.2015. In der Diskussion um die Fuchsjagd meldet sich ein Jäger und ehemaliger Kommunalförster zu Wort:
„In der Zeit, als Füchse noch ihres Pelzes wegen intensiv bejagt wurden, blieb ihr Bestand über Jahre gleich, er erhöhte sich auch nicht bei Reduzierung des Abschusses.“
Die Population der Füchse sei an die der Mäuse gekoppelt. Zusätzlichen Vermehrungsdrang verspüren sie, wenn es ihnen an den Pelz gehe.
„Auch in der Hochzeit der Tollwut (sechziger und siebziger Jahre) waren wir Jäger trotz Schussprämie nicht in der Lage, durch erhöhten Abschuss die Seuche zu stoppen, das wurde erst durch Immunisierung per Köder erreicht“, so Hubert Koch, Kommunalförster i.R., aus Niedersfeld.


BUND prangert Verstöße gegen Jagdgesetz an

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) prangert schwere Verstöße gegen das Jagdgesetz an: Mit Fotos werden illegale Fütterungen und illegale Fallen dokumentiert. Dies berichten die Schleswiger Nachrichten am 11.2.2015. Schwarze Schafe in der Jägerschaft würden Wild über den Winter bewusst füttern, um noch mehr schießen zu können und illegal Fangkörbe gegen Habichte einsetzen. In „paramilitärisch anmutenden Gesellschaftsjagden“ werde Vögel nachgestellt, was „ethisch in keiner Weise vertretbar“ sei.



Fuchsjagd der Kreisjägerschaft Euskirchen abgesagt

Aufgrund der heftigen Reaktionen der Öffentlichkeit und 15.000 Unterschriften in kürzester Zeit gegen das geplante Fuchsmassaker im Kreis Euskirchen hat das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen als oberste Jagdbehörde ein Gespräch mit der Kreisjägerschaft geführt.
Die Kreisjägerschaft Euskirchen sei nach eingehender Überlegung und Abwägung zu dem Ergebnis gekommen, die für das Wochenende kreisweit angekündigte Fuchsbejagung abzusagen.


Lesen Sie den Offenen Brief von Rechtanwalt Storr an Minister Remmel
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"Massentötung von Füchsen abgeblasen"

"Massentötung von Füchsen abgeblasen: Jäger machen nach bundesweiten Protesten einen Rückzieher", titelt die Gießener Zeitung am 5.2.2015 und berichtet von der Absage der Fuchsjagd im Kreis Euskirchen nach massiven bundesweiten Protesten: "Ein Erfolg für die Tierschützer vor Ort, aber auch für ihre vielen, nach Tausenden zählenden Unterstützer aus allen Teilen der deutschen Michel-Republik. Womit sich zeigt, dass Widerstand lohnt, zumal dann, wenn er sich gegen völlig unsinnige Vorhaben richtet. Er muss aber gebündelt und entsprechend kanalisiert werden. Und das ist in diesem Fall beispielhaft geschehen."
Der lesenswerte Artikel endet mit den Worten Theodor Heuss, dem ersten deutschen Bundespräsidenten: „Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit."


Luxemburg: Fuchsjagd wird verboten

Der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel teilte mit, dass die Fuchsjagd komplett verboten wird. Man gehe davon aus, dass sich die Fuchspopulation am besten selbst reguliere, so ein Sprecher des luxemburgischen Umweltministeriums (Volksfreund, 20.1.2015). »Wenn es zu wenig Nahrung gibt, gebe es weniger Nachwuchs. Werden die Bestände zu klein, würden die Füchse mehr Nachwuchs bekommen«, so ein Bericht in der Zeitung Luxemburger Wort am 16.1.2015.

Der Jagdverband ist empört und malt das Gespenst einer Fuchsplage an die Wand: Ein Verbot der Fuchsjagd würde die Verbreitung von Tollwut und Fuchsbandwurm nach sich ziehen.
»Das ist ein Schauermärchen, das die Jäger gerne erzählen«, so Camille Gira, Staatssekretär im Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur. »Die Chance, sich mit dem Fuchsbandwurm anzustecken, ist so minimal wie die, das einem ein Ziegelstein auf den Kopf fällt.«
(l'essentiel online, 16.1.2015)
Es gebe aktuell »keinen objektiven Grund«, Füchse zu jagen, so Gira auf einer Pressekonferenz am 22.1.2015. Die geschossenen Füchse hätten »keine nützliche Verwendung« mehr, sei es als Nahrung oder als Pelz. Jedes Jahr würden »rund 3.000 dieser sympathischen Lebewesen« abgeschossen und dann in die Mülltonne geschmissen. Zudem sei die Tollwut bereits seit über zehn Jahren »ausgemerzt«.
Die Leitlinie der Regierung sei, eine »andere Umgangsweise mit Tieren« zu fördern, die einer »aufgeklärten Gesellschaft im 21. Jahrhundert gerecht werde, so Staatssekretär Gira. »Wir Menschen sind nicht die einzigen Lebewesen, die Gefühle haben und Schmerz empfinden«.
(Luxemburger Wort, 22.1.2015)
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Räude und Jägerlatein: Töten für Tiergesundheit?

Von Dag Frommhold, fuechse.info

Während Tier- und Naturschützer mehr Schutz für Meister Reineke fordern, behaupten Jagdverbände, man müsse Füchse intensiv bejagen. Immer häufiger führen sie als Argument dafür die Bekämpfung der Räude ins Feld. Einer kritischen Betrachtung hält diese Sichtweise jedoch nicht statt. Tatsächlich dürfte es vielmehr die Lust an der Fuchsjagd sein, die Waidmänner dazu motiviert, gegen den Schutz von Füchsen Sturm zu laufen. weiterlesen


NDR: Ist die Fuchsjagd noch sinnvoll?

NDR Nordmagazin, 29.1.2015:
„Der gesellschaftliche Druck wird immer größer, welche Tierarten heute noch bejagt werden dürfen und welche nicht. Gerade die Fuchsjagd steht im Kreuzfeuer der Kritik. Denn Füchse werden das ganze Jahr erlegt, selbst die kleinsten. Vor einiger Zeit berichteten wir in unserer Reihe NaturNah über die Aufzucht junger verwaister Füchse, die wieder ausgewildert wurden. Als sie nach nur wenigen Tagen in der Freiheit von Jägern erschossen wurden, bekamen wir eine Flut von Zuschriften, noch einmal darüber zu berichten. Wir sind dem Thema Fuchsjagd auf den Grund gegangen.“ (NDR-Senderinformation)
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Treibjagd beschäftigt 53 Untere Jagdbehörden

„Treibjagd beschäftigt 53 Untere Jagdbehörden“; titeln die Westfälischen Nachrichten am 30.1.2015: Ein Grundstückseigentümer aus Ladbergen beschwerte sich über einen Anwalt bei der Unteren Jagdbehörde des Kreises Steinfurt, dass eine nicht angekündigte Treibjagd über seine Pferdekoppel führte und ihm die Tiere scheu machte.

Das nordrhein-westfälische Umweltministerium in Düsseldorf nahm das Schreiben zum Anlass, die 53 Unteren Jagdbehörden „mit Dienstmitteilung auf die bestehenden Verkehrssicherungspflichten des Veranstalters von Treibjagden“ hinzuweisen. Bei wiederholtem oder schwerem Verstoß gegen die deutsche Waidgerechtigkeit könne der Jagdschein von der Unteren Jagdbehörde eingezogen werden.
Die Westfälischen Nachrichten zitieren aus dem Schreiben des Ministeriums: „Jägerinnen und Jäger müssen sich daher so verhalten, dass kein anderer gefährdet oder geschädigt wird. Hiergegen verstößt, wer eine Treibjagd nicht ankündigt oder sich vor Beginn der Treibjagd nicht vergewissert, ob sich innerhalb des Treibens Pferde aufhalten, die durch Schüsse oder stöbernde Jagdhunde gefährdet werden könnten beziehungsweise spätestens bei der Treibjagd ein Weide nicht von der Bejagung ausnimmt, obwohl diese sichtbar mit Pferden bestanden ist.“


Landkreis Pfarrkirchen: 16 Anträge auf Jagdverbot

„Grundstücksbesitzer lehnen Jagd ab“, titelt die Passauer Neue Presse am 29.1.2015 und schreibt: „Mitbestimmen, was auf dem eigenen Grundstück geschieht, das ist das Ansinnen einer Anwohnerin aus Dobl im Trifterner Gemeindeteil Neukirchen. Sie lehnt die Jagd aus ethischen Gründen ab und will, dass auf ihrem Grund und Boden kein Wild mehr geschossen werden darf.“
Die Passauer Neue Presse fragte bei der Jagdbehörde nach: Allein im Landkreis Pfarrkirchen sind 16 Anträge auf jagdrechtliche Befriedung gestellt worden.


Angeschossenes Wildschwein beißt Jäger

"Keiler wehrt sich: Wildschwein beißt Jäger ins Bein", titelt die HNA am 28.1.2015. Demnach hat ein angeschossenes Wildschwein einen Jäger ins Bein, in den Arm und in die Schulter gebissen und ernsthaft verletzt. "Der verletzte Jäger konnte telefonisch Hilfe herbeirufen, wurde von den Helfern aber erst nach mehreren Stunden im Wald gefunden", so die Zeitung.


Polizei ermittelt nach Jagdunfall

„Finger weggeballert: Polizei ermittelt nach Jagdunfall“, titelt heute.at am 26.1.2015. Demnach veranstalteten insgesamt 47 Jäger eine Wildschweinjagd in Gänserndorf. Zu fortgeschrittener hätten vier Waidmänner ein Wildschein gesehen: „Schüsse aus der Schrotflinte wurden abgegeben, dabei traf ein Querschläger Johann M. (55). Der Grünrock wurde schwer an der Hand verletzt, verlor einen Finger“, so das Nachrichtenportal.

Anmerkung: Mit Schrot auf Wildschweine geschossen?! - Das wird selbst in Jagdkreisen für sehr problematisch gehalten: erstens als "nicht waidgerecht" (da die Tiere nicht tödlich getroffen werden), zweites als höchst gefährlich wegen der "Abpraller" (da die Schwarte der Wildschweine so fest ist).


Jogger angeschossen

In einem Waldstück bei Detmold wurde ein Jogger angeschossen. Dies berichtet das WDR Fernsehen am 22.1.2015: „Der 46-jährige aus Lage war am Dienstag (20.1.2015) in dem Wald unterwegs und hatte bereits 350 Meter zurückgelegt, als ihn eine Kugel am Bein traf.“ Der angeschossene Mann sei schwer verletzt selbst zum Klinikum Lippe gefahren. Die Polizei vermute einen Jagdunfall.


Jäger wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht

„Angeklagter Jäger beteuert: Tödlicher Schuss versehentlich gefallen“, titeln die Agrarnachrichten Proplanta (21.1.2015). Seit dem 20.1.2015 muss sich ein Jäger vor dem Amtsgericht Wunsiedel wegen fahrlässiger Tötung verantworten: Er hatte am 8. September 2012 einen 26-jährigen Mann im Maisfeld mit einem Wildschwein verwechselt.
Lesen Sie:
Jagdunfälle und Stratftaten mit Jägerwaffen


Jagdprojektil durchschlägt Fenster

„Geschoss bei Treibjagd fehlgeleitet“, meldet die Polizei Wolfsburg am 20.1.2015. In Papenrode hatte ein Jagdprojektil das Fenster eines durchschlagen. Die Ermittler gehen davon aus, dass das fehlgeleitete Geschoss aus dem Gewehr eines Jägers stammt, der an der einer Jagd im angrenzenden Meinkoter Revier beteiligt war. Der Jäger hatte bei einer Nachsuche ein Wildschwein verfehlt. Statt dessen wurde das Wohnhaus getroffen, das Projektil sei auf dem Fußboden gelandet.



taz: "Töten aus Lust"

»Beliebte Jägerei: Töten aus Lust«, titelt die taz am 18.1.2015 und fragt: „Warum schießen Menschen auf Tiere, wenn sie das gar nicht mehr müssen?" Die Antwort lasse sich in einschlägiger Literatur finden, die auf einen Zusammenhang von erotischer Annäherung und Tötungsakt hindeutet.
Denn obwohl sich seit 1958 sich alle Jagdstrecken mindestens verdoppelt, eher verdreifacht haben, wachse die Population weiter - »wobei die Präposition falsch gewählt scheint: Statt „trotz“ müsste es vermutlich „wegen“ heißen«, so die taz. Der Artikel verweist auf eine französische Langzeitstudie, die zu dem Ergebnis kommt: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen.
»Wildbestände jedenfalls scheinen sich selbst zuverlässiger zu regulieren als der freie Markt«, so die taz. »Von der Jagd hingegen ist nachgewiesen nur, dass sie den Mittagstisch der JägerInnen reguliert – und ihren Hormonhaushalt. Denn natürlich geht es um die, sagen wir: Freude, um das oft als überwältigend beschriebene Glücksgefühl, um die Anspannung, sei es des Lauerns und Suchens, sei es die Erregung des Hetzens und Treibens – und ihre Entladung im erfolgreichen Tötungsakt.«
Lesen Sie den taz-Artikel »Töten aus Lust« vom 18.1.2015
Lesen Sie auch: Warum jagen Jäger wirklich?


NRW: Waldbesitzer will Jagd verbieten lassen

Waldbesitzer Alexander von Spiegel aus Bielefeld-Senne in Nordrhein-Westfalen will die Jagd auf seinem Grundstück verbieten lassen. Er beruft sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012: Es verstößt gegen den in der Menschenrechtskonvention garantierten Schutz des Eigentums, wenn Grundstückseigentümer zwangsweise Mitglied in einer Jagdgenossenschaft sind und damit die Jagd auf ihrem Grund und Boden gegen ihren Willen dulden müssen.

Alexander von Spiegel, der aus einer Jägerfamilie stammt und aus Tradition den Jagdschein gemacht hat, sagt in einem Interview mit der Neuen Westfälischen vom 13.1.2015: „Ich lehne die Jagd inzwischen ab, weil sie mein ethisches Empfinden erheblich beeinträchtigt. Durch die Jagd werden die Wildtiere unnötig erschreckt und aufgescheucht.“
Der Waldbesitzer hält die Jagd für überflüssig und sogar störend für das Gleichgewicht in der Natur: Je mehr Tiere geschossen würden, desto mehr würden geboren. „Dass die Selbstregulierung funktioniert, wird in etlichen Nationalparks deutlich“, sagt er.

Lesen Sie das Interview „Alexander von Spiegel will Jäger von seinem Grundstück verbannen“ (Neue Westfälischen, 13.1.2015)





Drückjagd: Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen

Aufgrund einer Anzeige der Tierschutzorganisation PETA wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz nach einer großanlegten Drückjagd Ende November 2014 bei Lampertheim prüft die Staatsanwaltschaft Darmstadt, ob sie Ermittlungen gegen die Teilnehmer einleitet. Die berichtet der SWR am 14.1.2015. Bei der Drückjagd wurden etwa 100 Wildschweine und Rehe erlegt.

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Strafanzeige gegen revierübergreifende Drückjagd

Die Tierrechtsorganisation PETA hat Strafanzeige gegen eine revierübergreifende Drückjagd im Dießener Tal in Baden-Württemberg wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt. An der revierübergreifenden Drückjagd der Jagdgemeinschaften Dettingen, Dürrenmettstetten und Ihlhingen sowie der Eigenjagd „Schlattwald“ hatten 60 Jäger und 30 Treiber mit Hunden teilgenommen. Innerhalb von nur drei Stunden waren 31 Rehe, fünf Füchse und zwei Wildschweine getötet worden. „Für eine derartige Massentötung, bei der die Tiere über einen längeren Zeitraum erheblichem Stress oder Schmerzen ausgesetzt sind, erschließt sich kein vernünftiger Grund“, so PETA.

Lesen Sie die Pressemitteilung





Jäger stirbt bei Jagdunfall

Ein 50-jähriger Jäger wurde bei einem Jagdunfall im Unterallgäu tödlich verletzt. Dies berichtet die Augsburger Allgemeine am 13.1.2015.
Der Jäger wollte die Leiter seines Hochsitzes herabsteigen. Dabei ein Schuss, der den Jäger traf und ihn tödlich verletzte. „Offensichtlich hatte es der 50-Jährige versäumt, das Gewehr vor dem Absteigen zu Entladen“, so die Zeitung.


Schrotkugeln trafen Häuser, Autos, Menschen

15 bis 20 Jäger hatten am Ortsrand von Weißenkirchen eine Treibjagd veranstaltet. Jetzt klagen zahlreiche Anwohner, dass Schrotkugeln Häuser, Autos und sogar Menschen trafen. Dies berichten die Niederösterreichischen Nachrichten am 12.1.2015.
Die Zeitung zitiert einen Anwohner: „Ich dachte, das gibts ja nicht, als kurz nach Beginn der Treibjagd schon die ersten Schrotkörner auf unser Hausdach und auf den dahinter stehenden Baucontainer niederprasselten. Obendrein wurde meine Lebensgefährtin am Körper und im Gesicht getroffen. Meine Lebensgefährtin und ich gingen reflexartig in Deckung und schrien zu der Jägerschaft, sie sollen aufhören, auf uns zu schießen.“ Dennoch sei weiter in Richtung der Häuser geschossen worden.
Ein anderer Dorfbewohner beschwert sich, dass Schrotkörner in seinem Hof, in welchem seine Kinder spielten, niederprasselten. Bei mindestens zwei PKWS seinen durch die Kugeln die Windschutzscheiben beschädigt worden.
Die Bewohner erstatteten Anzeige bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten.


Jäger trifft versehentlich Kinderbett

"Säugling hat Glück: Jäger trifft versehentlich Kinderbett", titelt die Neue Osnabrücker Zeitung NOZ am 8.1.2015. Demnach durchschlug die Gewehrkugel eines Jägers den Rollladen und den Fensterrahmen des Schlafzimmers eines Hauses im pfälzischen Rockenhausen. In dem Schlafzimmer hatten sich die Eltern am späten Abend mit ihrer sieben Monate alten Tochter hingelegt. Das Geschoss habe einen Blumentopf auf der Fensterbank zerschlagen, sei dann von der Zimmerwand abgeprallt und landete im Kinderbett, in dem das Baby lag. Laut Polizei sei die Kugel neben dem Kopf des Babys liegengeblieben, habe den Säugling aber nicht verletzt. "Als Urheber ermittelte die Polizei einen Jäger", so die NOZ.

Lesen Sie:
Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2015


Treibjagd - Geschoss durchschlägt Scheibe

"Treibjagd: Geschoss durchschlägt Scheibe", titelt die Westdeutsche Allgemeine Zeitung am 6.1.2015. Demnach hat eine Gewehrkugel am Samstagnachmittag ein doppelt verglastes Wohnzimmerfenster durchschlagen und dort ein sauberes Loch hinterlassen, während die zweite Scheibe zersplittert sei. Danach habe die Kugel den Parkettboden gestreift und sei schließlich neben dem Sofa liegen geblieben - und zwar während der Hausbesitzerauf einem Sessel im Wohnzimmer saß und auch der Sohn im Zimmer war. „Der Hausbesitzer hatte Glück, dass er von dem Geschoss nicht getroffen wurde“, zitiert die WAZ einen Polizeisprecher. Die Polizei vermutet, dass das Geschoss aus einer Jagdwaffe stammt, denn im Wald fand zu dem Zeitpunkt eine Treibjagd mit 25 Jägern statt.

Lesen Sie:
Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2015


PETA fordert Verbot der Jagd auf Hunde und Katzen

„Hund in Untersimboln angeschossen: PETA fordert Verbot der Jagd auf Hunde und Katzen“, meldet das Bundesumweltportal am 11.1.2015. Am 5. Januar war ein Hund im Landkreis Passau von mehreren Schrotkugeln getroffen worden.
PETA Deutschland e.V. kritisiert, dass der Abschuss angeblich „wildernder“ Hunde und Katzen durch Jäger in Bayern noch immer erlaubt ist, denn er entbehrt jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. Baden-Württemberg hat die Jagd auf die so genannten Haustiere aus diesem Grund mit der Einführung des neuen Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes ab April 2015 weitgehend verboten. Auch in NRW sind im Zuge der andauernden Novellierung des Landesjagdgesetzes Verbote oder Einschränkungen vorgesehen. Die Tierrechtsorganisation fordert die bayerische Landesregierung nun dazu auf, gleichzuziehen und auch in Bayern ein Verbot der Jagd auf Hunde und Katzen zu beschließen.

Schätzungen zufolge werden in Deutschland jährlich 350.000 Katzen und Hunde durch Jäger getötet. Exakte Zahlen zu den Haustierabschüssen sind nicht erhältlich, weil in den meisten Bundesländern keine Meldepflicht besteht. Da das Töten von tierischen Mitbewohnern durch Jäger in der Bevölkerung auf breite Ablehnung stößt, werden die Vierbeiner nach dem Abschuss meist vergraben, am Straßenrand entsorgt oder sogar zusätzlich überfahren, um einen Unfalltod vorzutäuschen. Begründet wird der Abschuss damit, dass Hunde und Katzen Wildtiere reißen könnten. Dabei sind es die Jäger selbst, die jährlich über fünf Millionen Wildtiere töten und durch häufige Fehlschüsse für großes Tierleid verantwortlich sind.


Jahresrückblick 2014: Tote durch Jagd und Jäger

Jedes Jahr sterben in Deutschland zahlreiche Menschen durch Jäger und Jägerwaffen: 2014 waren es mindestens 25 Tote, 2013 sogar mindestens 40 Tote. 2012 wurden über 25 Tote dokumentiert, 2011 über 40 Tote durch Jagd, Jäger und Jägerwaffen. Zum Teil sind es Unfälle bei der Jagd, wenn Jäger, Treiber oder völlig Unbeteiligte wie Spaziergänger mit Wildtieren verwechselt werden. Häufig kommt es aber auch zu so genannten Familientragödien, wenn ein Jäger beispielsweise die Ehefrau erschießt, oder wenn ein Jäger mit der Jagdwaffe Selbstjustiz übt und - wie 2014 geschehen - einen Finanzbeamten erschießt.
Dazu kommen die erschreckend vielen Fälle, bei denen der Ausgang zwar nicht tödlich war, das Opfer aber beispielsweise schwere Operationen über sich ergehen lassen muss. Opfer wurden sowohl Jägerkollegen und Treiber, aber auch die Ehefrau und die Kinder von Jägern, der Nebenbuhler, die Ex-Frau sowie Nachbarn, Spaziergänger, Bergwanderer, Radler und Autofahrer. Universitätsstudien und Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften zufolge liegt die Zahl der jährlichen Jagdunfälle bei ca. 1600.


Lesen Sie den Jahresrückblick der Initiative zur Abschaffung der Jagd: Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2014


Verfassungsbeschwerde gegen neues Bundesjagdgesetz

Zwei Tierschutzstiftungen, eine Stiftung aus Niedersachsen und eine Stiftung aus Bayern haben Verfassungsbeschwerden gegen die Neuregelung des Bundesjagdgesetzes eingelegt. Sie wollen nicht länger hinnehmen, dass Jäger auf ihren Flächen Tiere tot schießen, obwohl der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) am 26.06.2012 eindeutig entschieden hat, dass es ist nicht mit dem in der Menschenrechtskonvention garantierten Schutz des Eigentums zu vereinbaren ist, wenn Grundstückseigentümer zwangsweise Mitglied in einer Jagdgenossenschaft sind und damit die Jagd auf ihrem Grund und Boden gegen ihren Willen dulden müssen.

Aufgrund des Urteils des höchsten europäischen Gerichts wurde die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, ihre Jagdgesetzgebung entsprechend zu ändern. Am 6.12.2013 ist das »Gesetz zur Änderung jagdrechtlicher Vorschriften« in Kraft getreten.

Doch die Neuregelung des Bundesjagdgesetzes gilt nicht für so genannte juristische Personen wie Tierschutzvereine oder Tierschutz-Stiftungen. Wenn also Tierschützer in Stiftungen oder Tierschutzvereinen zusammengeschlossen sind und Flächen besitzen, auf denen sie Biotope anlegen, um Lebensraum für Wildtiere zu schaffen, müssen sie weiterhin hinnehmen, dass Jäger auf diesen Flächen Tiere tot schießen!

Lesen Sie dazu Pressemitteilung der Kanzlei Storr: Verfassungsbeschwerden gegen neues Bundesjagdgesetz eingereicht: Neues Jagdgesetz benachteiligt juristische Personen, die nicht zwangsbejagt werden wollen

Lesen Sie dazu auch: Skandal: Gesetzesänderung unter massivem Einfluss der Jagdlooby!


Interview mit einem ehemaligen Jäger

»Jetzt stellen Sie sich vor, da kommt eine Kugel geflogen und zerstört einen göttlichen Bauplan. Das war für mich der Grund, den guten Hirsch abzulehnen. Ich war damals vom jagdlichen Schießen schon ferner denn je, weil auch der beste Schuss die Zerstörung eines göttlichen Bauplanes ist. Ich bin von Saulus zum Paulus geworden. Ich selber habe 54 Jahre gejagt, aber heute muss ich sagen, dass all der Zauber, mit dem sich die Jäger umgeben- wie z.B. dem toten Tier noch ein grünes Zweiglein zwischen die Zähne klemmen -, nur eine Tarnung des Mordes ist.«
Prof. Richard Finke, ehemaliger Jäger

Lesen Sie das Interview mit einem ehemaligen Jäger


Frankreich: Mit Jagdwaffe 4 Menschen erschossen

In Nordfrankreich hat ein Mann in der Silvesternacht mit einer Jagdwaffe drei Menschen erschossen. Drei weitere Menschen wurden verletzt, einer davon lebensgefährlich. Anschließend erschoss sich der Schütze selbst. Dies meldet die Nachrichtenagentur AFP am 1.1.2015.
“Ersten Ermittlungen zufolge könnte die nicht verkraftete Trennung des Mannes von seiner Partnerin der Grund für die Bluttat sein“, heißt es.



Treibjagd auf das "Tier des Jahres"

Der Feldhase ist Wildtier des Jahres 2015. Mit der Wahl soll auf den starken Artenrückgang aufmerksam gemacht werden: Der Feldhase steht seit Jahren auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Das hindert die Jäger nicht, Treibjagd auf die letzten Feldhasen zu machen.
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Silvester-Treibjagd fällt aus!

“Es ist eine seit Jahrzehnten gepflegte Tradition, dass sich in Aresing am Silvestertag gut ein Dutzend Jäger zu einer kleinen Treibjagd treffen. Heuer fällt diese Treibjagd aus.“ Dies meldet der Donaukurier am 30.12.2014.
Doch der Jagdpächter sagte die Treibjagd auf Hasen ab, nachdem Oliver Kraes vom Aresinger Huskyhof am Montag via
Facebook zu einer „Jägervertreibung“ aufgerufen hatte: Ein gemeinsamer Spaziergang etlicher Hundefreunde sollte ein Zeichen gegen die Treibjagd setzen.


Jäger schuld an der Vogelgrippe?

So titelt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am 21.12.2014. Das Landwirtschaftsministerium in Magdeburg bestätigt, dass bei einer in der Elbe gefundenen Stockente das hoch ansteckende Virus H5N8 nachgewiesen worden sei. Die Herkunft des Erregers ist bislang unklar.
Während der agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke - gleichzeitig Präsident der niedersächsischen Jäger - noch fordert, gezielt Wildvögel zwecks Untersuchung zu schießen, äußert die FAS einen ganz anderen Verdacht:
„Eine Quelle könnten … die halbzahmen Stockenten sein, die in Europa zu Millionen gezüchtet, und wie Fasanen und Rebhühner, zu Jagdzwecken freigesetzt werden."
Vogelgrippeviren seien bereits vor Jahren in französischen Stockenten-Farmen gefunden worden. Hinweise auf Infektionen habe es wohl auch aus Portugal und Dänemark gegeben. In Deutschland wurden Zucht-Stockenten noch nicht gesondert betrachtet.

Die Massen-Zucht von Vögeln zu Jagdzwecken ist eine durchaus plausible Version zur Verbteitung der Vogelgrippe – ganz analog zur Schweinepest, die zweifelsfrei auch von Jägern verschleppt wird.
Bild: Eilert Voss


Erfolg: Fuchsjagd in Wetzlar abgeblasen

„Fuchsjagd abgeblasen“, meldet HR1 am 18.12.2014. Im Wetzlarer Stadtgebiet sollten Füchse getötet und auf Tollwut, Fuchsbandwurm und Milben untersucht werden. Viele Bürger und die Tierrechtsorganisation PETA hatten gegen die geplante Fuchstötung protestiert. Schließlich ist Deutschland seit Jahren offiziell tollwutfrei. Universitätsstudien zufolge kann die Befürchtung, dass man sich durch den Verzehr beispielsweise von Beeren mit dem Fuchsbandwurm infizieren kann, darf endgültig ins Reich der Legenden verbannt werden. Ein viel höheres Ansteckungsrisiko geht von Haustieren aus, wenn diese nicht regelmäßig entwurmt werden.

Jetzt hat der Wetzlarer Stadtrat gegen die Fuchstötung entschieden.
PETA-Sprecher Dr. Edmund Haferbeck lobte gegenüber dem HR die Entscheidung: Es sei selten, dass sich politische Gremien tatsächlich auf Ratschläge von außen einließen.
Hören Sie hier den Beitrag von HR1


PETA fordert Jagdverbot

Nach dem Jagdunfall in Uplengen, bei dem eine Jägerin einen Mann angeschossen hatte, fordert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. ein längst überfälliges Verbot der sogenannten Hobbyjagd in Deutschland. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass jedes Jahr nicht nur hunderttausenden Tieren erhebliches Leid durch Fehlschüsse zugefügt wird, sondern auch mehrere Dutzend Menschen von Hobbyjägern getötet und verletzt werden. Nicht selten sind die Jäger alkoholisiert.


Mann bei Jagdunfall verletzt

Ein 36-jähriger Mann ist bei einer Jagd im ostfriesischen Uplengen von einem Schuss getroffen worden. Dies meldet die Ostfriesen Zeitung am 14.12.2014. Demnach wollte eine 48-jährige Jägerin einen Marder schießen, traf aber den Mann in den Oberkörper. Die Polizei ermittele wegen fahrlässiger Körperverletzung.


Jagdunfall: Radfahrer getroffen

„Jagdunfall: Verirrte Schrotkugel trifft 82-jährigen Radler am Kopf“, titelt focus.de am 14.12.2014. Demnach war der Radfahrer am Samstagmittag auf einer Straße bei Kempten unterwegs, als er plötzlich von einer Kugel am Kopf getroffen wurde. „Die Polizei fand heraus, dass in dem Bereich gerade eine Jagd im Gange war“, so der FOCUS. Gegen den Jäger werde wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.


Alkoholisierter Jäger im LKW mit Waffen

„Jäger (36) durchbricht mit Pick-up Holzbrückengeländer und stürzt 4 Meter tief auf Flussufer“, titelt meinbezirk.at am 15.12.2014. Aufgrund von offensichtlichen Alkoholisierungsmerkmalen sei noch an der Unfallstelle eine Atemalkoholuntersuchung mittels Alkomat durchgeführt worden, welche positiv verlief. Der Jäger hatte Gewehr und Munitionsgut dabei. Beides wurde von der Polizei gesichert.


Jagd als Ursache für Verkehrsunfälle

Seit die Jagdsaison im Herbst begonnen hat, sind die Zeitungen voll mit Meldungen über Wildunfälle. Wildschweine und Rehe befinden sich auf der Flucht vor den tödlichen Kugeln der Jäger. Somit ist die Jagd, insbesondere Treib- und Drückjagden, eine Gefahr für Autofahrer.

Aufgescheucht durch 50 oder gar mehr als 100 Jäger und Treiber, gehetzt von einer Meute von Jagdhunden, rennen die Wildtiere um ihr Leben. Dabei flüchten sie auch über Straßen, wo sich dann die so genannten Wildunfälle ereignen.

Auf Jagd als Ursache für Wildunfälle weist die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine hin: »Ein Schuss ins Maisfeld. ... Das Reh flüchtet vor Hund und Kugel auf die Straße und rennt direkt vor ein Auto - die Folge ist nicht selten ein Wildunfall.« Pro Jahr kommt es dem Artikel zufolge zu 200.000 Wildunfällen mit 20 Toten, 615 Schwerverletzten und einer halbe Milliarde Versicherungsschäden. Die Zeitung zitiert einen erfahrenen Jäger, der vor allem Treibjagden, bei denen die Tiere gehetzt würden, als Ursache für immer mehr Unfälle kritisiert: »Wenn das Umweltministerium und die Jägerverbände diese Art und Weise der Jagd empfehlen, wird billigend in Kauf genommen, dass Unfälle entstehen.«


Die Verfolgung durch die Jagd hat eigentlich tagaktive Tiere wie Wildschweine, Füchse oder Rehe nachtaktiv gemacht. Erst wenn es dunkel wird, trauen sich die Tiere aus ihren Verstecken - das ist die Zeit, in der sich die Wildunfälle ereignen.
Unter dem anhaltend hohen Jagddruck hat die Scheu der bejagten Wildtiere extrem zugenommen: »Der Mensch ist der Feind, vor dem das Wild flieht, fliehen muss, um zu überleben - auch dann, wenn die Flucht vors Auto führt«, so Prof. Josef H. Reichholf. (in TIERethik 2013/2) Wenn das Wild nicht so scheu wäre, gäbe es weniger Wildunfälle. Auch der Wildschaden in der Land- und Forstwirtschaft würde weniger groß ausfallen.

Machen Sie mit:
Ächtung von Treibjagden



Treibjagd auf der Pferdekoppel

„Hartwig Gravemeier sorgt sich um seine Pferde Was treiben Jäger auf der Koppel?“, titeln die Westfälischen Nachrichten am 10.12.2014. Demnach hat ein Pferdehalter aus Ladbergen kein Verständnis dafür, dass Jäger und Treiber mit Jagdhunden während einer Treibjagd über seine Koppel liefen und die Pferde scheu machten. Zwei Pferde seien fast in Panik geraten. Die Treibjagd wurde nicht angekündigt, es gab auch keine Warnschilder. Dabei liegt eine viel befahrene Straße gleich um die Ecke. Erst vor wenigen Wochen war ein Pferd in einem Nachbarort vor ein Auto gelaufen.
„Auch in den Vorjahren hat es auf dem Ladberger Moor Ärger um Treibjagden gegeben“, schreiben die Westfälischen Nachrichten. „Ein Anwohner, ehemals wie andere auch „Zwangsmitglied“ einer Jagdgenossenschaft, hat es geschafft, dank neuerer Rechtsprechung aus diesem Verbund auszuscheiden. Jagden dürfen seitdem nicht mehr über sein Grundstück geführt werden.“
Lesen Sie dazu: Nordrhein-Westfalen: 10 Hektar jagdfrei!


Treibjagd-Wochenende

Meldungen vom Treibjagd-Wochenende 6./7.12.:

Jogger im Schussfeld bei Treibjagd
„Schon wieder ein Jogger im Schussfeld bei Nikolausjagd in Oesdorf“, meldet infranken.de am 7.12.2014. Zu der Nikolaus-Treibjagd waren 160 Jäger aus ganz Bayern angereist. Auf einmal geriet ein Jogger in das Jagdtreiben.

Drückjagd – Jäger schießt sich selbst an
Bei einer Drückjagd auf Wildschweine bei Münsterhausen schoss sich ein 60-jähriger Jäger selbst an. Dies berichtet die Augsburger Allgemeine am 7.12.2014.

Treibjagd - Jäger im Gesicht getroffen
„Erneuter Jagdunfall: 20-Jähriger von Querschläger im Gesicht getroffen“, titelt die Kronen Zeitung am 7.12.2014. Der Jäger hatte an Treibjagd in der Oststeiermark teilgenommen.


Julchen & Jacky - die Sinnlosigkeit der Fuchsjagd



Im Mai 2014 nahm Frank Demke von der Wildtierhilfe Mecklenburg-Vorpommern verwaiste Jungfüchse in der Pflegestelle auf, um sie aufzupäppeln und später auszuwildern.
Doch nach nur 5 Tagen in Freiheit wurde ihr junges Leben durch die Jagd ausgelöscht.
"Unendliche Trauer aber auch Wut kommen auf, wenn man über diesen sinnlosen Tod nachdenkt", so Frank Demke. "Wir haben alles für die Kleinen getan und doch hat es am Ende nicht gereicht. Wir werden nicht aufhören gegen dieses Töten zu kämpfen, denn Jacky und Julchen waren nur 2 von ca. 500.000 Füchsen, die jedes Jahr in Deutschland durch Jäger getötet werden. Die angebliche Notwendigkeit der Fuchsjagd ist durch wildbiologische Studien aus jüngerer Zeit längst widerlegt."

Hier geht es zur Petition gegen die Fuchsjagd
Weitere Informationen: www.wildtierhilfe-mv.de



Empörung über Entenjagd im Volkspark

Nachdem am Jäger am Nikolaustag im Volkspark eine Entenjagd veranstalteten, riefen wieder zahlreiche empörte Spaziergänger bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung an. Und auch beim Oberhausener Tierschutzverein läuft nach jeder Jagd - besonders nach denen im Volkspark - das Telefon heiß, weil sich die Leute über die Jäger beschweren.
Die nicht enden wollenden Beschwerden der Menschen hatten bereits dazu geführt, dass der Kaisergarten im Februar 2014 zu einem befriedeten Bezirk erklärt wurde. 



Treibjagd: Jäger mit Kugel im Kopf - tot

Tödlicher Jagdunfall bei einer Treibjagd im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte: Als ein 50-jähriger Jäger am Ende der Treibjagd sich nicht an der vereinbarten Sammelstelle einfand, wurde der Hochstand kontrolliert und der Jäger mit einer Schussverletzung im Kopfbereich aufgefunden. Dies meldet das Polizeipräsidium Neubrandenburg am 6.12.2014. "Der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen."


Jäger trifft Lieferwagen

"Jäger trifft Lieferwagen bei Niederwürzbach", meldet blaulichtreport-saarland.de am 2.12.2014. Demnach fuhr ein Mann mit seinem Lieferwagen auf der Landstraße 234, als er plötzlich einen Knall hörte und die Heckscheibe zusammenfiel. In der Karosserie des Fahrzeugs stellte er mehrere Löcher fest, die er als Einschüsse deutete, so dass er die Polizei informierte. "Erste Ermittlungen führten zum Auffinden eines Projektils, das aus einer Schusswaffe herrühren dürfte, sowie zur Feststellung eines Durchschusses an einer Leitplanke."
Ein Jagdberechtigter wurde ermittelt, aus dessen Waffe ein Schuss aus unbekannten Gründen fehlgeleitet sein dürfte.


DRadio: Jagd - Gehört die Flinte ins Korn?

Deutschlandradio Wissen: Jagen – Gehört die Flinte ins Korn? Sendung vom 6.12.2014

Jagen ist ein unnötiges und brutales Hobby, sagen die einen. Jagen ist notwendige Pflege und praktischer Naturschutz sagen die anderen. Wer hat denn nun Recht in diesem uralten Streit?

Prof. Dr. Josef Reichholf hat an der Uni Basel einen Vortrag gehalten: "Jagd reguliert nicht". Der Biologe und Zoologe kritisiert die Jagd: Jagd macht Tiere scheu. Tiere werden in die Nachtaktivität gedrängt. Dadurch gibt es mehr Wildunfälle und wir Menschen werden um die Chance gebracht, die Tiere in der Natur zu erleben.
Holger Sticht, BUND Nordrhein-Westfalen diskutiert die Thesen Reichholfs mit Andreas Schneider, Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen
Hören Sie die mehr als einstündige Sendung als Potcast


Prof. Dr. Reichholf: Jägerlatein und Wildbiologie



Prof. Dr. Josef H. Reichholf zum Thema «Jägerlatein und Wildbiologie», Vortragsabend vom 15. 10. 2013 an der Uni Basel
Lesen Sie dazu auch:
www.jagdreguliertnicht.ch



DRadio Wissen: JAGD - WAIDMANN, GEIL?

Deutschlandradio Wissen: JAGD - WAIDMANN, GEIL?
Sendung vom 5.12.2014

Auf die Jagd gehen und Tiere erschießen: Manchen von uns macht das Spaß. Es gilt als Sport oder Hobby und ist - angeblich - Naturschutz. Andere glauben daran, dass sich der Tierbestand auch von alleine reguliert. Sie bezweifeln, dass das Wild wirklich den Wald kaputt beißt.
DRadio begeleitet Jäger Paulus Müller auf der Pirsch nach Kaninchen.

André Hölscher aus Ladbergen hat in diesem Jahr geschafft, Jäger von seinen Wiesen und Feldern zu verbannen.
(SEHR HÖRENSWERT! - ab Minute 32:30)
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Mord an Ehefrau: 7 Jahre Haft für Jäger

Das Landgericht Fulda hat einen 69-jährigen Jäger zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil er seine psychisch kranke Frau im Schlaf erschossen hatte.
„Der Richter sagte bei der Urteilsverkündung, der Mann habe heimtückisch gehandelt“, meldet Hr online am 26.11.2014.
Als mildernde Umstände hat das Gericht offenbar gelten lassen, dass der Jäger "körperlich und seelisch am Ende" und seit Jahren alkoholkrank war.
Erschreckend: Trotz seiner Alkoholsucht konnte der Mann legal Waffen besitzen und damit schießen.


Gatterjagd in der Kritik

DIE PRESSE berichtet über Gatterjagden in Österreich: „Viel weiter kann die Ökonomisierung der Jagd auf Kosten der Gesellschaft und der Tierwelt nicht gehen. Die Jagdlust hinter Zäunen: vom Über-den-Haufen-Schießen in Flatrate-Wildgattern“, so Redakteurin Karoline Schmidt (Die Presse) am 28.11.2014 in ihrem lesenswerten Artikel.
Der Artikel berichtet von der laufenden Anzeige wegen Tierquälerei durch Massenzucht und Massenabschuss in einem rund 200 Hektar großen Jagdgatter gegen vier prominente Jäger bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten: gegen den derzeitigen Landesjägermeister von Niederösterreich und früheren Finanzministers Josef Pröll, gegen den ehemaligen Landesjägermeister von Niederösterreich und ehemaligen Raiffeisen-Chef Dr. Christian Konrad, gegen den österreichischen Geschäftsmann und Waffen-Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly sowie gegen den Generalsekretär der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände Dr. Peter Lebersorger.

Lesen Sie auch: Weitere Anzeige gegen das Pröll-Jagdgatter wegen § 180 des Strafgesetzbuchs wegen “Vorsätzlicher Beeinträchtigung der Umwelt”
Karikatur: Bruno Haberzettel
Aus: Brunos Jagdfieber


Meisterhafte Karikaturen

Achtung Jäger, jetzt wird zurückgeschossen!

Der bekannte österreichische Karikaturist Bruno Haberzettl beschäftigt sich mit seinem Lieblingsthema: der Jagd.
Und jedes Bild ist ein Treffer: von den verschiedenen Jägertypen zu den absurden Ausprägungen ihres Hobbys.
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Lesen Sie das "Freiheit für Tiere"-Interview mit dem Karikaturisten Bruno Haberzettl


Neues Jagdgesetz in Baden-Württemberg beschlossen

Der Landtag in Baden-Württemberg hat gegen die Stimmen der CDU und FDP das neue „Jagd- und Wildtiermanagementgesetz“ beschlossen. Es tritt am 1. April 2015 in Kraft.
Das neue Gesetz bringt einige Verbesserungen für den Tierschutz, so wird die Jagd im Naturbau ebenso verboten wie der Einsatz von Totschlagfallen, Jäger müssen ihre Schießfertigkeit nachweisen, der Abschuss von Haustieren ist nur noch in begründeten Ausnahmefällen zulässig und zwei Monate jährlich ruht die Jagd.

Aus der Sicht von Tierschutzorganisationen ist dies ein erster Schritt in die richtige Richtung, geht aber nicht weit genug.

Lesen Sie:
Forderungen für eine Reform der Jagdgesetzgebung
Lesen Sie dazu auch: Mehr Tierschutz im neuen Landesjagdgesetz in Baden-Württemberg


Petition nach Abschuss von zwei Fuchs-Welpen

Frank Demke von der Wildtierhilfe Mecklenburg-Vorpommern hatte die zwei Fuchswelpen Jacky und Julchen liebevoll aufgezogen. Der NDR brachte darüber einen ergreifenden TV-Bericht (siehe unten).
Jacky und Julchen wurden in einem jagdrechtlich befriedeten Wald in die Freiheit entlassen. Nachdem Frank in der Nähe des Auswilderungsortes Hinweisschilder auf eine bevorstehende Treibjagd entdeckt hatte, hat er den ganzen Tag in das Waldgebiet gestellt um seine Füchse zu beschützen. Aber jedes Daumendrücken und Hoffen waren vergeblich. Die Fuchswelpen sind jetzt tot.
Setzen Sie ein Zeichen und schließen Sie sich der Petition an


NDR: Der Wildtierretter



ORF: Diskussion um Alkohol bei Treibjagden

In Österreich tobt eine heiße Diskussion rund um Alkohol bei der Jagd. Anlass ist die Aussage eines Jägers gegenüber dem ORF Oberösterreich,dass er bei Treibjagden schon länger nicht mehr mitgehe, weil ihm die Gefahr, durch den Schuss eines Betrunkenen verletzt zu werden, zu groß sei: „Ich war bei mehreren Treibjagden. Und da ist es wirklich so, dass dort Jäger herumgelaufen sind, die diese Veranstaltung mit einer Wild-West-Veranstaltung verwechselt haben. Da sind einem die Bleibatzen um die Ohren geflogen. Mir wurde das dann zu gefährlich. Ich habe etliche Freunde in Jägerkreisen, die das auch so sehen."
In der ORF-Sendung vom 18.11.2014 behauptet der Landesjägermeister, ihm sei kein einziger Fall bekannt, wo Jäger während einer Treibjagd alkoholisiert gewesen seien.

Vielleicht ist der Landesjägermeister ja blind auf diesem Auge? - Die Optikerinnung fordert aktuell anlässlich mehrer Jagdunfälle, die Sehtüchtigkeit bei Jägern alle zwei bis vier Jahre zu überprüfen.
Auch davon will der Landesjägermeister nichts wissen: „Ein Jägerauge ist wie ein Adlerauge“, ist sich der Landesjägermeister gegenüber dem ORF sicher. „Die Jäger sehen grundsätzlich sehr gut.“


Optikerinnung fordert verpflichtende Sehtests

Österreich: "Optikerinnung fordert verpflichtende Sehtests für Jäger" titelt das Wirtschaftsblatt am 17.11.2014 und schreibt: "Anlässlich der zunehmenden Zahl an Jagdunfällen hat die Innung der Augenoptiker verpflichtende Sehtests für Jäger gefordert."
Der Gesetzgeber dürf nicht die Augen verschließen, so Innungsmeister Peter Gumpelmayer. Laut Wirtschaftsblatt verlangt die Optikerinnung, dass der Erwerb einer Jagdkarte mit einem Sehtest einhergehen sollte. Anschließend sollen die Jäger je nach Alter alle zwei bis vier Jahre zur Augenkontrolle. "Es hat sich gezeigt, dass man hier nicht auf die Selbsteinschätzung und das Verantwortungsbewusstsein der Jäger vertrauen kann", wird der Chef der Optikerinnung zititert.





Jäger wehren sich gegen verpflichtenden Sehtest



„Jäger wehren sich gegen verpflichtenden Sehtest“, meldet der ORF am 18.11.2014.
Diese Weigerung der Waidmänner, bei denen das Durchschnittsalter bei etwa 60 Jahren liegt, verwundert wenig. Seltsam mutet allerdings die Begründung von Tirols Landesjägermeister Anton Larcher an: Es sei eine Frage des Anstandes, nach einem tragischen Unfall nicht so reagieren, zitiert der ORF den Landesjägermeister. Anlass für die Forderung der Optikerinnung war unter anderem ein Jagdunfall in Niederösterreich: Ein Treiber wurde angeschossen und lebensgefährlich verletzt.



Treibjagd ließ Pferde auf Autobahn flüchten

"Treibjagd ließ Pferde auf Autobahn flüchten", medelt der ORF am 15.11.2014. Demnach wurden zwei Reitpferde durch eine Treibjagd so erschreckt, dass sie aus ihrer Koppel ausbrachen und auf die A8 rannten. "Eine Polizeistreife setzte sich direkt hinter die Tiere und bremste den nachkommenden Verkehr. Bei einem Parkplatz gelang es dann, die beiden Pferde von der Autobahn wegzutreiben", so der ORF.


Kopfschuss bei Treibjagd im Weserbergland

Bei einer Treibjagd im Tündernschen Wald/Weserbergland in Niedersachsen wurde ein 60-jähriger Jäger von einem Projektil am Hinterkopf getroffen. Dies meldet die Deister- und Weserzeitung am 9.11.2014. Der getroffene Jäger musste mit dem Rettungshubschrauber zur Medizinischen Hochschule nach Hannover geflogen werden. Die Polizei ermittelt.


Kopfschuss bei Treibjagd in Wildschweingatter

Bei einer Treibjagd im österreichischen Hollabrunn wurde ein 54-Jähriger in den Kopf getroffen und lebensgefährlich verletzt. Laut ORF vom 9.11.2014 hatten zwölf Jäger aus dem In- und Ausland und etwa 30 Treiber eine Jagd in einem Wildschweingatter veranstaltet. Plötzlich brach einer der Treiber durch einen Kopfschuss zusammen. "Die Polizei hat in der Folge Ermittlungen gegen alle Jäger, Treiber und sonstigen Beteiligten eingeleitetet", meldet heute.at.


Petition gegen Ausweitung der Gänsejagd in Bayern

In Bayern wurde die reguläre Jagdzeit auf Grau-, Kanada- und Nilgänse massiv erweitert und währt jetzt vom 1. August bis zum 15. Januar. Dies obendrein ohne Abschusspläne oder Zielvorgaben. Es liegt rein im Ermessen der Jäger, wie viele Gänse geschossen werden. Dies bei einer Art, für deren Erhalt Deutschland laut BfN-Kriterien "in besonderem Maße Verantwortung" trägt.

MACHEN SIE MIT:
Petition gegen Ausweitung der Gänsejagd in Bayern: „Stoppen Sie 5 1/2 Monate ungeregelte Jagd auf Gänse, nehmen Sie die neuen Jagdzeiten zurück!“

Zur Petition

Mehr Informationen:
www.gaensewelt.de
www.gaensewacht.de


Schliefanlage: eine Tierquälerei der Jäger



Deutscher Jäger erschießt Freund in Russland

"Weil er so ein Prachtstück schießen wollte: Wiesbadener tötet Freund bei der Jagd in Russland", titelt BILD Frankfurt am 29.10.2014. Ein Jäger aus Wiesbaden war nach Russland geflogen, weil er einen 700-Kilo-Elch schießen wollte. Stattdessen erschoss er aus Versehen seinen Jagdführer.
Der deutsche Jäger kam gegen eine Kaution von 10 Millionen Rubel (ca 185 000 Euro) frei, darf aber Russland nicht verlassen. "Er muss sich wegen fahrlässiger Tötung (§ 109) vor einem russischen Gericht verantworten", so BILD.


Österreich: Erster Antrag auf Jagdverbot

Österreich: Grundstückseigentümer stellt Antrag auf Jagdverbot
»Keine Jagd auf meinem Grundstück!«

Nach inzwischen vier Urteilen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte müssen Jagdgegner auf ihrem Grundstück keine Jagd dulden: Das höchste europäische Gericht stellte in Urteilen 1999 gegen Frankreich, 2007 gegen Luxemburg, 2012 und erneut 2013 gegen Deutschland fest, dass die Zwangsbejagung gegen die Menschenrechte verstößt.

Der Grundstückseigentümer, der rund 6,5 Hektar Wald im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten besitzt, beantragte am 27.10.2014 die Freistellung seiner Flächen von der Jagd. In seinem Antrag führt der Rechtsanwalt aus, dass er beinahe vegan (unter Verzicht auf beinahe alle Tierprodukte) lebe. Die auf seinen Grundstücken durchgeführte Jagd sei nicht mit seinen ethischen Grundsätzen vereinbar. weiterlesen
Lesen Sie hier den Antrag des Waldbesitzers im Originaltext


Neue Zürcher Zeitung: Ist Jagd Mord?

»Ist Jagd Mord?«, titelt die Neue Zürcher Zeitung NZZ am 27.10.2014 und schreibt: »Für die einen ist sie unbändige Leidenschaft, für die anderen grausames Ritual.«
Während Jäger in der Öffentlichkeit von einer angeblichen Notwendigkeit der Jagd sprechen, lassen Jagdkritiker vorgeschobene Argumente nicht gelten. "Der Biologe Josef H. Reichholf ist der Meinung, dass die systematische Bejagung die Reproduktionsleistung der Tiere ankurbelt, womit die Jagd sozusagen zum Motor just jener Entwicklung wird, die zu bekämpfen sie für notwendig erklärt", so die NZZ.
Dass es in Wahrheit um Jagdleidenschaft geht, geben Jäger inzwischen selbst zu. Die Zeitung zitiert den prominenten Zürcher Psychoanalytiker Paul Parin, selbst leidenschaftlicher Jäger: "Jagd eröffnet einen Freiraum für Verbrechen bis zum Mord und für sexuelle Lust, wann und wo immer gejagt wird. Die wirkliche Jagd ist ohne vorsätzliche Tötung nicht zu haben. Leidenschaftlich Jagende wollen töten. Jagd ohne Mord ist ein Begriff, der sich selber aufhebt."
Lesen Sie den Artikel hier


BVerG: Null-Promille-Grenze für Jäger

Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts: Ein Jäger verliert seinen Waffenschein, weil er alkoholisiert von seinem Hochsitz geschossen hatte. Auf der Rückfahrt hielt ihn die Polizei mit 0,47 Promille an.

"Macht ein Waffenbesitzer in alkoholisiertem Zustand von seiner Schusswaffe Gebrauch, rechtfertigt dies die Annahme, dass er im waffenrechtlichen Sinne unzuverlässig ist, auch wenn zum Alkoholkonsum kein weiteres Fehlverhalten hinzutritt", so das
Bundesverwaltungsgericht in seiner Pressemitteilung. Weiter heißt es: "Nach der einschlägigen Vorschrift des Waffengesetzes besitzen Personen die erforderliche Zuverlässigkeit nicht, bei denen Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie mit Waffen und Munition nicht vorsichtig oder sachgemäß umgehen. Vorsichtig und sachgemäß geht mit Schusswaffen nur um, wer sie ausschließlich in nüchternem Zustand gebraucht und sicher sein kann, keine alkoholbedingten Ausfallerscheinungen zu erleiden, die zu Gefährdungen Dritter führen können." weiterlesen
Aktenzeichen: BVerwG 6 C 30.13 - Urteil vom 22. Oktober 2014

Bild: Karikatur von Bruno Haberzettl aus: "Brunos Jagdfieber", Ueberreuther-Verlag 2013


Treibjagd: Auf Fuchs geschossen, Auto getroffen

Ein Jäger hat bei einer Treibjagd im österreichischen Waizenkirchen auf einen Fuchs geschossen und ein vorbeifahrendes Auto getroffen. Dies berichtet die Tiroler Tageszeitung am 26.10.2014. Demnach schlugen elf Schrotkugeln schlugen in das Auto ein. Laut der Polizei Oberösterreich erlitt der 41-jährige Fahrer einen Schock. Der Jäger werde bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Karikatur: Bruno Haberzettl. Aus: Brunos Jagdkalender 2015


Jäger traf Kinderzimmerfenster

Der Schuss eines 77-jährigen Jägers hat im österreischischen Bezirk Grieskirchen ein Kinderzimmerfenster getroffen. Dies meldet heute.at am 24.10.2014. Das Projektil habe die Dreifachverglasung durchschlagen und blieb im Insektenschutzgitter stecken. Die 38-jährige Bewohnerin, die zum Zeitpunkt des Schusses in unmittelbarer Nähe stand, habe den lauten Knall gehört und ein Einschussloch im Fenster ihres Hauses entdeckt.


Jagdkritiker gegen Hubertusmesse in Emden

Mitglieder mehrerer ostfriesischer Umwelt-und Naturschutzinitiativen, darunter der Wattenrat Ostfriesland, die Gänsewacht und die Dyklopers, kritisierten mit Flugblättern die Hubertusmesse der ostfriesischen Jägerschaft am 26. Oktober 2014 in der evangelischen Kirche in Emden-Borßum: "Wie findet ein katholischer Heiliger in einen Gottesdienst der evangelisch-reformierten Kirche in Emden-Borßum? Der Heilige Hubertus wird in jedem Jahr von der Zunft der Freizeitjäger fürs gute Gewissen und die öffentliche fromme Selbstdarstellung instrumentalisiert." weiterlesen
Lesen Sie das Flugblatt "10 Fragen zur Hubertusmesse"


"Du sollst nicht töten..."

Karikatur von Bruno Haberzettl 



Die Hobbyjagd muss umgehend abgeschafft werden!

Von Rechtsanwalt Dominik Storr

Es ist wieder die Zeit gekommen, in der vermehrt paramilitärisch gekleidete und schwerbewaffnete Jäger ihre Aggressionen und ihre anderen niederen Beweggründe an den (unbewaffneten) Tieren auslassen. Dabei sind unabhängige Wissenschaftler, d.h. diejenigen, die nicht selbst jagen, längst zu dem Ergebnis gekommen, dass die Jagd nicht nur überflüssig, sondern auch in höchstem Maße schädlich ist.

Jagd ist der Artenfeind Nr. 2 gleich nach der konventionellen Landwirtschaft, sagt zum Beispiel der renommierte Zoologe Prof. Reichholf, der auf diesem Gebiet ein international anerkannter Experte ist. Die Jagd zerstört das Gleichgewicht in den Naturabläufen. Die Jagd sorgt bei einigen Arten wie Schwarz- und Rehwild für überhöhte Wildbestände (und damit auch für mehr Wildschäden), bei anderen, seltenen Arten führt sie zur Bestandsminimierung oder sogar zum Verlust der gesamten Spezies.

Die Jagd stresst die Tiere ungemein und vor allem ununterbrochen. Das macht die Tiere weit überdurchschnittlich hungrig und damit auch gefräßiger. Deutschland dürfte zudem eines der wenigen Länder sein, in denen an 365 Tagen im Jahr und an 24 Stunden am Tag gejagt werden darf.
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Schluss mit Hubertusmessen!

Alljährlich finden rund um den 3. November - dem "Hubertustag" - die so genannten Hubertusjagden statt. Und bis heute halten sowohl katholische, als auch evangelische Kirchen alljährlich Hubertusmessen ab und segnen die Waidmänner, ihre Waffen und die »Strecke« der getöteten Tiere. Anstatt den heiligen Hubertus zum Schutzpatron der Tiere zu machen, ernannte die Kirche ihn zum Patron der Jäger. Und dies, obwohl der heilige Hubertus der Legende nach der Jagd entsagte, als er im Geweih eines Hirsches ein strahlendes Kreuz erblickte.


Wann folgen Jäger Hubertus nach?

Der Legende nach war Hubertus ein leidenschaftlicher Jäger. Als er eines Tages bei der Jagd einen Hirsch aufgespürt hatte und ihn verfolgte, um ihn zu töten, stellte sich dieser ihm plötzlich entgegen. Zwischen seinem Geweih erstrahlte ein Kreuz, und in der Gestalt des Hirsches sprach Christus zu ihm: »Hubertus, warum jagst du mich?« Hubertus stieg vom Pferd und kniete vor dem Hirsch nieder. Von diesem Moment an beendete Hubertus das Jagen und führte fortan ein einfaches Leben.
Soweit die Legende. Nach seinem Erlebnis mit dem Hirsch hörte Hubertus also mit der Jagd auf und wurde ein ernster Christ. Denn wahres Christentum und Jagd passen einfach nicht zusammen.

Wann folgen Jäger und Pfarrer Hubertus nach?

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Schluss mit Hubertusmessen!



Warum jagen Jäger wirklich?

Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger in der Öffentlichkeit immer mehr:
Immer weniger Spaziergänger, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Jägern angepöbelt und bedroht werden - und sie protestieren gegen Ballerei in Stadtparks, auf Friedhöfen und in Naherholungsgebieten.
Immer wieder ist in der Zeitung zu lesen, dass Jäger aus Versehen Menschen oder Ponys auf der Weide mit Wildschweinen verwechseln - das kann einem beim Spaziergang schon Angst machen.
Millionen Tierfreunde haben kein Verständnis, wenn ihre Hauskatzen abknallen oder drohen, den Hund zu erschießen.
Warum Jäger Hasen tot schießen, obwohl sie auf der Roten Liste bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden.
Zudem haben 99,7 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen.
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ZDF: Warum die Jagd polarisiert

"Die einen finden in ihr Glück und Zufriedenheit, die anderen sehen in ihr ein veraltetes barbarisches Treiben, für manche ist sie ein großer Beitrag zu Natur- und Landschaftspflege, für andere ein künstlicher und überflüssiger Eingriff in die Natur. Nur eines ist sicher: die Jagd polarisiert." (ZDF "Sonntags", 19.10.2014, 9:00 Uhr)

Video „Warum jagt der Mensch?“ - Jäger Florian Asche (Autor des Buches „Jagen, Sex und Tiere essen“) berichtet von der Lust bei der Jagd: "Das Triebmodell Erotik ist sehr ähnlich dem Triebmodell Jagd.«

Video „Neue Spielräume für Jagdgegner“: berichtet über das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und die Möglichkeit, private Grundstücke jagdrechtlich befrieden zu lassen.

Video "Wenn die Jagd verboten ist": stellt das Modell Kanton Genf vor: Hier gibt es seit 1974 ein allgemeines Jagdverbot.


»Der Jäger liebt die Natur...

... wie der Vergewaltiger sein Opfer« (Karin Hutter in ihrem Buch Karin Hutter »Ein Reh hat Augen wie ein 16-jähriges Mädchen«).

»Das Triebmodell Erotik ist sehr ähnlich dem Triebmodell Jagd«, so Jäger Florian Asche (Autor des Buches »Jagen, Sex und Tiere essen«) in der ZDF-Sendung »Sonntags« (19.10.2014) über die Lust bei der Jagd.
Und weiter: »Erotik und Tod haben eine sehr starke Verbindung«.
Dazu sagt Rainer Hagencord, Leiter des Institut für Theologische Zoologie, in der ZDF-Sendung: »Ich finde es schwierig, wenn jemand sagt, Jagd wäre für ihn wie guter Sex, denn Sex ist im guten Sinne einvernehmlich.«



Jäger in der Falle

In der Sendung "Warum die Jagd polarisiert" wurde auch Filmmaterial aus der ZDF-Dokumentation „Jäger in der Falle“ verwendet, die Anfang des Jahres die Jägerwelt erschütterte und zu Massenbeschwerden der Jäger führte.
Lesen Sie dazu auch die
Antwort des ZDF-Intendanten Dr. Thomas Bellut.



ZDF planet e: Jäger in der Falle (19.1.2014)



Antwort des ZDF-Intendanten zur Jäger-Beschwerde

Der Intendant des ZDF, Dr. Thomas Bellut, nimmt Stellung zu den Massenbeschwerden der Jäger gegen die ZDF-Dokumentation „Jäger in der Falle - Grundeigentümer können Jagd verbieten“.
Lesen Sie die Stellungnahme des ZDF-Intendanten vom 2.4.2014

ZDF planet e: Jäger in der Falle - Grundeigentümer können Jagd verbieten - Sendung ansehen und weitere Informationen

Mehr zur öffentlichen Diskussion über die Dokumentation "Jäger in der Falle"



ZDF-Dokumentation: Jäger in der Falle

planet e. "Jäger in der Falle", Sendung vom 19.01.2014
"Es war ein Warnschuss für die Jägergilde und könnte der Anfang vom Ende der traditionellen Jägerei in Deutschland sein. Seitdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg vor eineinhalb Jahren den deutschen Grundstückseigentümern das Recht zugesprochen hat, die Jagd aus Gewissensgründen auf eigenem Grund und Boden zu verbieten, ist nichts mehr wie es war. Jagdkritiker wollen den Abschuss von Wildtieren in Deutschlands Wäldern deutlich einschränken. Manche gehen sogar noch weiter und fordern ein Ende der Jagd.
Peter Wohlleben ist Jäger und stellt sich gegen seine eigene Zunft. Als Gemeindeförster will er am liebsten die Jagd auf Wild in "seinem" Wald in der Eifel und in der ganzen Republik verbieten lassen. "Fast alle Waidmänner jagen doch nur aus der Lust am Töten und kommen ihrer eigentlichen Aufgabe, Wildschäden zu verhindern und die Bestände zu regulieren, überhaupt nicht nach", meint er. (...) Doch es geht auch ganz ohne Jagd, wie das Beispiel Genf zeigt. Dort haben die Behörden vor 40 Jahren die Jagd abgeschafft. Viele Tierarten, die schon fast ausgerottet waren, sind seitdem zurückgekehrt." (ZDF-Sender-Info)

Gottlieb Dändliker, Wildinspektor im Kanton Genf, sagt: "Was uns die letzten 40 Jahre gezeigt haben. Die meisten Arten brauchen überhaupt keine Regulierung. In unseren Verhältnissen auf jeden Fall und es geht ihnen gut, wenn sie nicht gejagt werden und natürlich, wenn man zusätzlich auch Naturschutz treibt und die Habitate verbessert. Es gibt eine Ausnahme: Und das ist das Schwarzwild". Durch den hohen Jagddruck in den umliegenden Regionen suchen viele Wildschweine Schutz im geschützten Kanton Genf. Dem Problem wird mit sanften Mitteln begegnet: Elektrozäune sollen die Tiere fern halten. Der Abschuss durch Wildhüter ist nur als letztes Mittel zur Bestandsregulierung zulässig.
Sendung ansehen und weitere Informationen im online-Angebot von „planet e“


Wenn Jägern die Argumente ausgehen...

Als Reaktion auf die ZDF-Dokumentation "Jäger in der Falle" schrieb ein adliger Jäger mit Doktortitel an die Initiative zur Abschaffung der Jagd:

"Ich wünsche Ihnen einen guten Genuss mit Hirsetalern all you can eat und anschließendem Bundesliga-Darmverschluss.
Gegen ein sexuell unerfülltes Leben ohne Freunde und voller qualvoller Stunden mit Dianetic 1-11 hilft übrigens der Freitod."

Es scheint zu stimmen, dass Jäger keine Kritik an ihrem Hobby vertragen können...



NDR-Fernsehen: Keine Jagd auf meinem Grundstück!

NDR „Hallo Niedersachsen“, 16.3.2014: „Streit zwischen Grundstückseigentümern und Jagdpächtern“
Der NDR filmte bei Familie Huber auf dem Ulmenhof, einem Tierheim und Gnadenhof in Ostfriesland. Die Eigentümer haben einen Antrag auf Ruhen der Jagd auf ihren Flächen gestellt. Der Jagdpächter hat einen Hochsitz in Sichtweise des Grundstücks aufgestellt, das Grundstück mit Jagdfreunden betreten, um dort die Jagd auszuüben. Familie Huber hat Angst, dass ihre Katzen erschossen werden könnten, wenn sie sich mehr als 300 Meter vom Hof entfernen.
Im NDR-Bericht wird darauf hingewiesen, dass die Regelungen der Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften noch auf das Reichsjagdgesetz von 1934 zurückgehen, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte aber geurteilt hat, dass es ein Menschenrecht ist, die Jagd aus ethischen Gründen auf dem eigenen Grundstück zu verbieten.
Im Kreis Aurich haben bereits sechs Grundstückseigentümer einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung gestellt - mit einer schnellen Entscheidung ist aufgrund des aufwändigen Antragsverfahrens und der Einspruchsmöglichkeiten des Jagdpächters, der Jagdgenossenschaft und der Nachbarn nicht zu rechnen. Für das Antragsverfahren sollen bis zu 2.000 Euro Gebühren fällig sein. Dennoch haben inzwischen weit über 30 Grundstückseigentümer aus Niedersachsen den Antrag gestellt - "Tendenz steigend", hießt es in dem NDR-Bericht.
Sehen Sie den Bericht in der Mediathek
Sehen Sie dazu auch: NDR-Dokumentation "Waidmannsheil - Jägern auf der Spur"


NDR: Der Weg zum "jagdfreien" Privatgelände

NDR-Fernsehen "Schleswig-Holstein Magazin", Mi., 4.3.2014:Der Weg zum "jagdfreien" Privatgelände"

Bislang musste jeder die Jagd auf seinem Land zulassen. Bei der Naturschutzbehörde können Eigentümer nun einen Antrag stellen, dass ihr Grundstück jagdrechtlich befriedet wird." (NDR-Sender-Info)

Der NDR hat bei Dieter Grade von Natur in Not Dithmarschen gefilmt, welche die Jagd auf seinem Grundstück nicht länger dulden will und einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung gestellt hat.

Bericht in der NDR-Mediathek ansehen


40 Jahre Jagdverbot im Kanton Genf/Schweiz

Im Schweizer Kanton Genf entschied die Bevölkerung 1974 durch Volksabstimmung für ein allgemeines Jagdverbot auf Säugetiere und Vögel. Mit überaus positiven Auswirkungen für die Natur, Tiere und die Menschen: Noch nie war die Biodiversität größer – und die Wildtierbestände regulieren sich selbstständig erfolgreich.
An den Ufern des Genfer Sees und der Rhône erhöhte sich die Zahl der überwinternden Wasservögel auf spektakuläre Weise - ohne Zweifel eine Folge der ausbleibenden Störungen durch die Jagd. Vögel und die anderen Wildtiere verlieren immer mehr einen großen Teil der unnatürlichen Scheu, die durch die Jagd hervorgerufen wird. So werden wild lebende Tiere wieder erlebbar: Spaziergänger bekommen regelmäßig Wildtiere wie Feldhasen oder Rehe zu Gesicht – mit etwas Glück kann man am helllichten Tage sogar Hirsche beobachten. weiterlesen


Jagd reguliert nicht



Gottlieb Dandliker, Faunainspektor im Kanton Genf (Jagdverbot seit 1974), 15.10.2013 an der Uni Basel:
"Ein Jagdverbot in Basel: wissenschaftlich möglich und praktisch bewiesen"



Vogelschutz durch Abschaffung der Jagd

Studie belegt: Jagdfreier Kanton Genf hat internationale Bedeutung für den Vogelschutz

Durch die Abschaffung der Jagd im schweizer Kanton Genf 1974 bekam das Gebiet des Genfer Sees und des Flusses Rhône internationale Bedeutung für den Vogelschutz. Dies belegt eine aktuelle Studie des Schweizer Vogelschutzes SVS-BirdLife.


Demnach ist dieser für den Vogelschutz zuvor wenig bedeutsame Gewässerabschnitt heute eine bedeutsames Biotop für überwinternde Tafel- und Reiherenten, Hauben- und Zwergtaucher, Pfeif-, Schnatter-, Krick- und Stockenten. Auch für den Gänsesäger sind die Gewässer im Kanton Genf ist es ein wichtiges Brut- und Überwinterungsgebiet. Besonders der gestaute Bereich bei Peney und oberhalb Verbois sowie die Rade de Genève sind wichtige Ruhegebiete für Wasservögel, wogegen die Nahrungsgebiete auch im fließenden Abschnitt liegen. Teilgebiete sind Limikolenrastplätze, die als besonders wertvoll (Vasières de Peney, Rade de Genève) oder als wichtiges Gebiet (lac de Verbois) eingestuft sind.
Quelle: BirdLife International (2012) Important Bird Areas factsheet: River Rhone: Geneva to Verbois reservoir. http://www.birdlife.org on 07/04/2012
http://www.birdlife.org/datazone/sitefactsheet.php?id=3269



100 Jahre Jagdverbot: Nationalpark Schweiz

Der Schweizerische Nationalpark feiert 2014 sein hundertjähriges Bestehen. Mit seiner Gründung am 1. August 1914 schufen die Pioniere eine einzigartige Wildnisoase. Hier sollte sich die Natur ohne das Dazutun des Menschen frei entwickeln können - und so war von Anfang an die Jagd verboten. Der Schweizerische Nationalpark ist somit ein erfolgreiches Modell für eine Natur ohne Jagd, das beweist: Ohne Jagd finden Tiere und Natur in ein Gleichgewicht.
Im ältesten Nationalpark Mitteleuropas wird dieses bemerkenswerte Naturexperiment seit hundert Jahren wissenschaftlich begleitet und dokumentiert. Im Schweizerischen Nationalpark können die Besucher Steinböcke, Gämsen, Hirsche, Rehe, Murmeltiere, Bartgeier und Steinadler beobachten. Dabei mussten Steinböcke und Bartgeier hier erst wiederangesiedelt werden. Die Rothirsche kamen von selbst zurück. Sie tragen zur Vermehrung des Waldes bei, weil sie Baumsamen verbreiten. weiterlesen


Albanien beschließt zweijährigen Jagdbann

Albanien hat einen totalen Jagdbann über das gesamte Land für zwei Jahre beschlossen. Darüber berichtet die Zeitschrift National Geographic am 14.2.20014.
Die international tätige Naturschutzstiftung EuroNatur begrüßt das Jagdverbot: „EuroNatur gratuliert der albanischen Regierung und dem albanischen Parlament zu dieser Entscheidung“, sagt Geschäftsführer Gabriel Schwaderer.
EuroNatur hatte die Regierung Albaniens mehrfach öffentlich aufgefordert, die maßlose Jagd auf Zugvögel und Wildtiere zu unterbinden. So seien die Feuchtgebiete an der albanischen Adriaküste und im Hinterland jedes Jahr zur Todesfalle für Hunderttausende Zugvögel geworden.
Bild: Nicht nur die Zugvögel, auch der Luchs profitieren vom Jagdverbot.


Ein Muss für alle Tierfreunde: Brunos Jagdfieber

Der bekannte österreichische Karikaturist und Tierschützer Bruno Haberzettl nimmt kein Blatt vor den Mund und die Jagd und die Jäger aufs Korn: Hat die Natur wirklich auf alkoholisierte Schwerbewaffnete gewartet, um wieder ins Lot gerückt zu werden? Muss unsere von der Wildnis so schrecklich bedrohte Zivilisation zur Jagd als Mittel greifen, um ihren Lebensraum zu verteidigen? Ist der Fuchs unser größter Feind? - Diese Karikaturen liefern die unzweideutige Antwort auf diese und ähnliche Fragen: klug und zum Schießen komisch.
Ein Muss für alle Tierfreunde - und ein wunderbar originelles Geschenk für alle humorvollen Jagdgegner und die, die es noch werden möchten.

Lesen Sie dazu auch das "Freiheit für Tiere"- Interview mit Bruno Haberzettl

Bruno Haberzettl: Brunos Jagdfieber
Hardcover mit Schutzumschlag 21 × 27 cm, 96 Seiten
Ueberreuter-Verlag, 1. Auflage September 2013 · ISBN: 978-3800075669
Preis: 19,50


Neues Informationsflugblatt zum Thema Jagd

animal public hat ein neues Informationsflugblatt zum Thema Jagd veröffentlicht. Damit will die Tierschutzorganisation anlässlich der aktuellen Debatte über die Novellierung des Jagdrechts in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg über die bis heute gebräuchlichen tierschutzwidrigen Jagdmethoden aufklären.

Das Flugblatt kann ab sofort über den Onlineshop von animal public bezogen werden.


Jagdverband startet Propaganda-Aktion

Zur Image-Verbesserung startete der Bayerische Jagdverband eine bayernweite Plakataktion »Ich mag meinen Jäger, weil...«
"Ein Feld mit bunten Blumen am Waldrand, stimmungsvoller Hörnerklang in der Kirche, Kinder mit leuchtenden Augen auf Entdeckungsreise im Wald – Jagd ist mehr als nur das Erlegen von Wild!" - Ein Jahr lang will der Jagdverband durch »Plakate mit wechselnden Motiven« über die Aufgaben der Jäger informieren.

Diese »Information« kann getrost in diese Rubrik »Jägerlatein« eingeordnet werden. Denn gezeigt werden nicht Jäger mit toten Tieren, sondern Jäger mit Blümchen. Und auch die Pressemeldung des Jagdverbands liest sich wie eine Märchenstunde: »Die Bayerischen Jägerinnen und Jäger ... setzen sich ein für den Natur-, Tier- und Artenschutz, engagieren sich in der Umweltbildung...« Der Jagdverband beklagt, dass die Taten der Jäger bei vielen »Nichtjägern« noch lange nicht angekommen seien.
Die Zeitschrift Freiheit für Tiere möchte die Aufklärungsarbeit mit einigen Plakatvorschlägen unterstützen.


Was sind denn die Taten der Jäger? Deutschlands Hobbyjäger schießen jedes Jahr über 5 Millionen Wildtiere, ca. 300.000 Katzen und ca. 30.000 Hunde. Bis zu 40 Menschen pro Jahr sterben durch Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen, über tausend werden verletzt. Die Natur wird mit Blei vergiftet. Und wenn die Jäger tatsächlich mal Blumenwiesen sähen, dann nur, um anschließend Hasen oder Rehe, die darin leben, tot zu schießen.

Die Zeitschrift Freiheit für Tiere möchte die Aufklärungsarbeit mit einigen Plakatvorschlägen unterstützen.
pdf-download Plakate "Ich mag meinen Jäger nicht" [915 KB]



DVD: Leben im Wald und der Krieg gegen die Tiere

NEUE DVD: Leben im Wald und der Krieg gegen die Tiere

Die TV-Dokumentation »Brennpunkt Erde: Leben im Wald und der Krieg gegen die Tiere« zeigt die Schönheit des Waldes und seiner Bewohner, der wild lebenden Tiere - aber auch die Verfolgung, den Krieg der Jäger gegen unsere Mitgeschöpfe.
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Dokumentation, Laufzeit 45 min.
Preis: 9,80 Euro
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Wildschweine: Jagd funktioniert nicht

Mario Natale, Dipl.-Ing. für Forstwirtschaft und kommunaler Revierförster im Saarland, hat einen sehr lesenswerten Aufsatz geschrieben: "Jagd in Saufängen: Jäger gestehen ein, dass sie mit ihrem Latein am Ende sind - Jagd funktioniert nicht".
Hier heißt es u.a.: "Unter den Augen der Jäger vermehren sich die Wildbestände so sehr, dass man nun scheinbar verzweifelt zu tierschutzwidrigen Exekutionsmaßnahmen greifen will. Statt der Flinte wird die bisher hoch gepriesene Waidgerechtigkeit ins Korn geworfen. Die erst genannte Alternative wird allerdings erst gar nicht geprüft, mutmaßlich motiviert durch die eigene Freude am Töten und scheinbar mit dem Ziel wenigstens noch einen Schuss aus einer Waffe auf gefangenes Wild abgeben zu dürfen. Dabei könnte aber gerade ein generelles Jagd- und Tötungsverbot natürliche Regulierungsmechanismen des Wildes wieder in Gang setzen, die bisher durch die menschliche Jagd ausgeschaltet wurden."
lesen Sie: "Jagd in Saufängen: Jäger gestehen ein, dass sie mit ihrem Latein am Ende sind - Jagd funktioniert nicht" von Mario Natale
lesen Sie auch: Die Ursachen der Wildschweinschwemme



Mehr Jagd führt zur Vermehrung der Wildschweine

Sind die Jäger schuld an der Wildschweinschwemme?
Derzeit ist in allen Zeitungen von einer „Wildschweinschwemme“, gar von einer „Wildschwein-Plage“ zu lesen: Doch obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden wie noch nie seit Beginn Aufzeichnungen in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, steigt die Anzahl der Wildschweine weiter. Ist die Lösung des „Wildschweinproblems“, noch mehr Tiere zu schießen? Oder ist gerade die intensive Jagd auf Wildschweine das Problem?


Denn so paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, um so stärker vermehren sie sich. Auf diesen Zusammenhang weisen immer mehr Wissenschaftler hin. Und zu diesem Ergebnis kommt auch eine französische Langzeitstudie: Starke Bejagung führt zu zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen.
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Lesen Sie weitere Beweise: Die Ursache der Wildschweinschwemme
Lesen Sie die Übersetzung der fanzösischen Langzeitstudie als pdf-download [4.523 KB]



Drückjagden: Nur 30% beim ersten Schuss tot

Bis zu 70 Prozent der Wildtiere sind bei Treib- und Drückjagden nicht beim ersten Schuss tot - auf diese Tierschutzproblematik weist die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz in den TVT-Nachrichten 2/2011 hin. Untersuchnungen zufolge seien bei Drückjagden in Hessen nur etwa ein Drittel der Wildschweine mit Blattschuss erlegt worden, die überwiegende Mehrheit wurde `nur´ angeschossen und "wies Waidwund-, Keulen- oder Laufschüsse auf". Auch würden 60 Prozent der weiblichen Rehe Bauchschüsse aufweisen. Bild: Diesem jungen Wildschwein wurde der Kiefer weggeschossen. Es starb nach Tagen durch Verhungern und Verdursten.


Jedes dritte Wildschwein "nur" angeschossen

In Bayern müssen bei der Wildschweinjagd 30-35% der beschossenen Tiere nachgesucht werden. Das heißt: Sie sind nicht beim ersten Schuss tot, sondern sind "nur" angeschossen und können schwer verletzt fliehen. Es vergehen Stunden oder sogar Tage, bis das angeschossene Tier bei der Nachsuche von einem Hund gefunden wird und ein Jäger den tödlichen "Fangschuss" ansetzt - sofern das angeschossene Tier überhaupt gefunden bzw. überhaupt nachgesucht wird.
"Etwa 1/3 aller auf Schwarzwild abgegebener Schüsse fordern eine Nachsuche durch ein Nachsuchengespann", schreibt ein Hundeführer im jagdblog.blogspot.de.


Gnadenlose Jagd auf Haustiere

Jäger töten jedes Jahr etwa 40.000 Hunde und 300.000 Katzen

Für Jäger sind Katzen „Raubzeug“ – und da gilt die Devise: „Schießen – Schaufeln – Schweigen“. In den Jägerforen, wo die Jäger unter sich sind, sprechen sie Klartext:

„Ob überzählige Bauernkatze oder verwilderte Hauskatze - die Lösung sollte identisch sein - und endgültig!“ (Jäger Isegrim im landlive-Forum, 2013)

„Kann man einem Katzenbesitzer den Abschuss eigentlich in Rechnung stellen? 3€ Munition, 20€ Arbeitzeit, 5€ Entsorgungspauschale usw.!“ (Jäger Gamenes im landlive-Forum, 2013)


Katzenlockmittel in Jägerkatalog

Aus dem Katalog der Firma Kieferle GmbH:

Lockmittel
1. Katzenlockmittel
Ein Präparat aus reinem Baldrianwurzelpulver. Lockt jede Katze zum
Fangplatz oder in die Kastenfalle.

250 ml 9.00 €
(= 100 ml 3,61 €)


Warum jagen Jäger wirklich?

Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger in der Öffentlichkeit immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Jägern angepöbelt und bedroht werden - und sie protestieren gegen Ballerei in Stadtparks, auf Friedhöfen und in Naherholungsgebieten. Immer wieder ist in der Zeitung zu lesen, dass Jäger aus Versehen Menschen oder Ponys auf der Weide mit Wildschweinen verwechseln - das kann einem beim Spaziergang schon Angst machen. Millionen Tierfreunde haben kein Verständnis, wenn ihre Hauskatzen abknallen oder drohen, den Hund zu erschießen. Warum Jäger Hasen tot schießen, obwohl sie auf der Roten Liste bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,7 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen.


Vor diesem Hintergrund wagen immer mehr Jäger die Flucht nach vorne. Wir, die nichtjagende Mehrheit der Bevölkerung, sollen Verständnis für ihr Hobby, ihre »Passion« entwickeln.
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Jagd: "weil sie uns Genuss und Lust bereitet"

Der Jäger und Rechtsanwalt Dr. Florian Asche gibt in seinem Buch Jagen, Sex und Tiere essen: Die Lust am Archaischen offen zu:

„Wir jagen nicht, um das ökologische Gleichgewicht herzustellen. Zumindest ist das nicht das auslösende Motiv unserer Anstrengungen. Es ist nur eine Rechtfertigung für unsere Triebe und Wünsche, die viel tiefer gehen, als die Erfordernisse der Wildschadensvermeidung und des ökologischen Gleichgewichts. Deren Anforderungen regeln höchstens, wie wir jagen, nicht aber ob wir es tun.“
Und: "Wir verwechseln zu gern die erfreulichen und wichtigen Begleiterscheinungen, die unser Tun rechtfertigen sollen, mit dessen wirklichen Gründen. Sex haben wir, weil er uns Lust und Genuss bereitet.
Auf die Jagd gehen wir, weil sie uns Genuss und Lust bereitet."

Lesen Sie auch, was andere Jäger dazu sagen
Lesen Sie: Lusthaftigkeit des Tötens


Bayern: Tollwut-Schilder müssen entfernt werden

Die Schilder »Tollwut - gefährdeter Bezirk« (ein Freibrief für das Töten von Füchsen) müssen in Bayern entfernt werden. Dazu hat das Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit in einem Rundschreiben alle Regierungsbezirke [30 KB] aufgefordert.

Grund: Deutschland gilt seit 2008 nach den internationalen Kriterien der »Weltorganisation für Tiergesundheit« offiziell als tollwutfrei.


Image der Jäger am Boden

Weil das Image der Jäger am Boden ist, hat der Deutsche Jagdschutzverband eine "Aufklärungs-Kampagne" gestartet.
Teil der Kampagne “Fakten statt Vorurteile” sind Postkarten: So ist auf einer Postkarte ein Jäger mit lauter Lippenstift-Kussabdrücken zu sehen.
Auf einer anderen Postkarte wurde ein Wildschwein per Fotomontage auf einen Kinderspielplatz platziert. Märchen wie "Rotkäppchen und der Wolf" lassen grüßen!

Und auf der extra neu eingerichteten Internetseite sind noch mehr Jäger-Märchen zu lesen: „Tollwut, Wildunfälle, steigende Wildschweinbestände“.
Die Wahrheit ist:
>> Deutschland ist seit vielen Jahren offiziell tollwutfrei
>> Immer in der Jagdsaison steigt die Zahl der Wildunfälle, weil die Wildtiere um ihr Leben rennen
>> Ursache für die steigenden Wildschweinbestände sind die Jäger selbst

Dokumentation: Postkarten-Aktion des DJV · Quelle: djv.newsroom.de
Die Initiative zur Abschaffung der Jagd möchte die Aufklärungsarbeit über die Jagd und die Taten von Jägern mit einigen Plakatvorschlägen unterstützen.

>>
Deutschlands Hobbyjäger schießen jedes Jahr über 5 Millionen Wildtiere - alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand.
>> Deutschlands Hobbyjäger schießen jedes Jahr etwa 300.000 Katzen und 30.000 Hunde tot.
>> Bis zu 40 Menschen pro Jahr sterben durch Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen, über tausend werden verletzt.
>> Jagd ist nach der industriellen Landwirtschaft "Artenfeind Nr. 2".
>> Jäger vergiften die Natur wird mit hochtoxischem Blei.
... Und wenn die Jäger tatsächlich mal Blumenwiesen sähen oder Hecken pflanzen, dann nur, um anschließend Hasen oder Rehe, die darin leben, tot zu schießen.

Lesen Sie dazu auch:
Fakten gegen die Jagd
Warum jagen Jäger wirklich?


Sind Wildtiere von Natur aus scheu?

Immer mehr Wildtiere zieht es in die Nähe der Menschen. Es scheint unglaublich: In unseren Großstädten findet sich eine ganz erstaunliche und immer weiter zunehmende Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten. Und je größer die Stadt, desto vielfältiger und reichhaltiger ist ihr Tierleben. Füchse ziehen ihre Jungen seelenruhig vor den Augen der Spaziergänger in Parks groß, Wildschweine laufen am helllichten Tage mit ihrem Nachwuchs durch die Grünanlage, Waschbären ziehen im Gartenhäuschen ein, Habichte und Wanderfalken nisten mitten in der Innenstadt. weiterlesen


Wilde Tiere in Berlin

„In der Stadt fühlen sich Wildschweine sicherer“ titelt die Berliner Zeitung am 8.6.2013 und berichtet, dass das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung ein Projekt zur Erforschung wilder Tiere in der Stadt gestartet hat.
"Weil in der Stadt nicht gejagt wird, fühlen sich Wildschweine hier sicherer", sagt die Biologin Karoline Weißhuhn vom Leibniz-Institut im Interview mit der Berliner Zeitung. "Wildschweine sind hier weniger scheu. In den Wäldern, auf dem Land sind sie fast komplett nachtaktiv, weil der Jagddruck groß ist, und sie sich nachts sicherer fühlen. Dieser Druck fällt weg. In der Stadt werden Wildschweine oder auch Füchse tagaktiv."



ARD: Jagd - Naturschutz oder blutiger Sport?

"Jagd - Naturschutz oder blutiger Sport?", so lautete die Frage in der ARD-Talkshow "Hart aber fair" vom 29.04.2013 mit dem Titel "Tier oder wir - Wie viel Natur erträgt der Mensch?".
Dabei wurde auch über unsere
Strafanzeige gegen die Fuchs-Massentötung in Hessen berichtet.

Sehen Sie:
Jagd - Naturschutz oder blutiger Sport? (Hart aber fair, Sendung vom 29.04.2013)
Sehen Sie: Wildtiere erobern die Städte (Hart aber fair, Sendung vom 29.4.2013)
Die gesamte Diskussion sehen Sie hier


Ein ehemaliger Jäger berichtet

Ein ehemaliger Jäger, der mit als junger Mann seinen Jagdschein gemacht hatte, schreibt in seinem Blog über die Gründe, warum er heute Jagd und Jägern sehr kritisch gegenüber steht - und warum er sein Gewehr an den Nagel gehängt hat.
Motiviert vom Slogan der Jagdlobby "Jagd ist angewandter Naturschutz“ musste er schnell feststellen, "dass die Atmosphäre im Dunstkreis der Jäger, die ich dabei kennen lernte, durchaus nicht in erster Line mit dem Inhalt dieses Slogans vereinbar war".


Schusswaffe im Haus - mehr Familientragödien

Eine Schusswaffe im Haus erhöht nachweislich das Risiko von Familientragödien.
Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts, die sich über einen Zeitraum von 10 Jahren erstreckt, kommt es zu 100 Toten bei Familiendramen jährlich in Deutschland - meist mit legalen Waffen. „Denn allein die Tatsache, dass man eine Schusswaffe besitzt, kann dazu führen, dass es dann im Konfliktfall eher mal zu so einer Gewalttat kommt, die vielleicht nicht passiert wäre, wenn es eben keine Waffe gegeben hätte“, erklärt der Kriminologe Dietrich Oberwittler vom Freiburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, der ein Projekt zum Thema Familiendramen leitet. (TV Südbaden aktuell, 8.7.2011).


In letzter Zeit wird die Kritik an der Hobbyjagd auch in den Medien immer wieder laut. So wurde bei „hart aber fair“ in der Diskussion zwischen Tierschützern und Jägern deutlich: Jagd ist ein Hobby, hat aber mit Ökologie nichts zu tun.

BILD titelte nach der Sendung:
HART, ABER FAIR - Tierquäl-Vorwürfe gegen Textil-König
Denn der Jäger und Trigema-Chef Wolfgang Grupp musste sich und sein blutiges Hobby in der Sendung immer wieder verteidigen. BILD schreibt dazu:
“Grupp beharrt darauf, dass die Jagd der Ökologie diene. „Focus"-Journalist Miersch genervt: „Sagen Sie doch einfach, Sie produzieren Wildfleisch. Und dann ist es auch gut. Aber lassen Sie die Ökologie doch mal weg."

BILD zitiert auch die Journalistin und Tierschützerin Hilal Sezgin:
„Die Jagd läuft auf das Schießen hinaus. Es endet immer damit, dass das Tier erschossen wird. Wir wollen aber mit anderen Tierarten zusammen leben".
bild.de, 30.4.2013



Treibjagd auf der Pferdekoppel

   


Da seitdem kein Tollwutfall bei Haus- oder Wildtieren aufgetreten ist, gibt es auch keine »gefährdeten Bezirke« im Sinne des § 8 der Tollwutverordnung mehr.
»Gebietsweise noch immer vorhandene Schilder führen in der Bevölkerung z. T. zu Verunsicherung, was die Sicherheit der eigenen Person oder die von Haustieren betrifft«, heißt es in dem Schreiben aus dem Staatsministerium. »Wir bitten daher, über die Kreisverwaltungsbehörden bei betroffenen Gemeinden die Entfernung der Schilder zu veranlassen.«
Lesen Sie das Schreiben des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit: "Tollwutfreiheit Deutschland - Aufhebung gefährdeter Bezirke" [30 KB]



NDR: Sehenswerter Film über Wildtierrettung

NDR Fernsehen NaturNah: Fuchswelpen- und Rehkitzalarm - Der Wildtierretter
Di., 21.10.2014, 18:15 bis 18:45 Uhr · Mi., 22.10.2014, 13:00 bis 13:30 Uhr

"Vier- bis fünfmal am Tag gibt Wildtierschützer Frank Demke den kleinen Fuchswelpen die Flasche. Seit die verwaisten Tiere mit nur zwei Wochen zu ihm kamen, hat er für sie die Mutter- und Vaterrolle übernommen."
"Dass kleine Füchse in menschlicher Obhut großgezogen werden, kommt nicht oft vor. Rund 600.000 Tiere sterben jedes Jahr in Deutschland. Etliche im Straßenverkehr, vor allem aber durch die Jagd. Für Füchse gibt es so gut wie keine Schonzeit. Selbst für die kleinsten nicht. Dabei ist Deutschland seit Herbst 2008 tollwutfrei."
(NDR Sender-Info)

Sendung ansehen


NEU: »Jagd kann Wildschweine nicht regulieren«

Regelmäßig pünktlich zum Herbstbeginn blasen Jäger und Landwirte zum Angriff auf unsere heimische Tierwelt auf Feldern, Wiesen und in unseren Wäldern. Jedes Jahr aufs Neue werden Argumente aus dem Bereich des Jägerlateins medienwirksam verbreitet, um Stimmung für die Jagd und gegen unsere heimischen Wildtiere zu machen. Wenn Medienkampagnen gegen Wildschweine in den nächsten Tagen an Sie heranfluten, prüfen Sie diese Aussagen an den Informationen von Wissenschaftlern, Biologen und Berufsjägern. weiterlesen

Informationsblatt 4 Seiten, A4
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Kleines Lexikon des Jägerlateins

Jäger haben bekanntlich eine eigene »Sprache«. Das Jägerlatein soll offenbar pure Grausamkeit verbrämen: Was anderes ist es, wenn das Blut des angeschossenen Tieres »Schweiß« genannt wird? Wenn »Anprechen« bedeutet, ein Tier ins Visier zu nehmen, um es zu erschießen? Irgendwie lässt die verachtende Sprache tief in die Psyche der Hobby-Tiertöter blicken...
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Brunos Jagdkalender 2015

Geniale Karikaturen des bekannten österreichischen Zeichners Bruno Haberzettl in Postergröße!
Nach dem grandiosen Buch „Brunos Jagdfieber“, in dem Bruno Haberzettl die Jäger mit meisterhaften Karikaturen aufs Korn nimmt, gibt es mit „Brunos Jagdkalender 2015“ Karikaturen im Großformat 49,2 x 34 cm.
Bruno Haberzettl zählt zu den Größen der deutschsprachigen Karikatur-Szene. Seine Zeichnungen werden regelmäßig in überregionalen Pressemedien publiziert. Seit 1995 erscheint seine wöchentliche Karikatur am Sonntag in der »Kronen«- Zeitung.

Brunos Jagdkalender 2015
Ueberreuter-Verlag, 2014, ISBN: 978-3800076031
Preis: 14,95


Füchslein rot, bist gleich tot!*

 



* Titel eines Artikels über „effektive Jungfuchsbejagung“ in der Zeitschrift „Jäger“

Wussten Sie, dass Füchse durch die Jagd nicht „reguliert“ werden?

Wie wir aus jagdfreien Gebieten (z.B. Bayerischer Nationalpark) wissen, sorgt die Sozialstruktur von von Füchsen dafür, dass sie sich nicht über Gebühr vermehren. Lässt man Füchse in Ruhe, so leben sie in stabilen Familiengemeinschaften zusammen, in denen nur die ranghöchste Füchsin Nachwuchs bekommt.

Je stärker Füchse also bejagt werden, desto mehr Nachwuchs gibt es – eine wie auch immer geartete „Regulierung“ von Fuchsbeständen ist weder nötig, noch ist sie mit jagdlichen Mitteln überhaupt möglich.



Statt Rebhuhn Jäger getroffen

Bei einer Treibjagd im österreichischen Bezirk Neusiedl wurde ein Jäger angeschossen. Dies berichtet die Tiroler Tageszeitung am 18.10.2014 und schreibt: „Ein 48-Jähriger hatte auf ein auffliegendes Rebhuhn gefeuert und dabei seinen Jagdkollegen getroffen.“


Bekannte Radrennfahrerin von Jäger angeschossen

Die bekannte Tiroler Radrennfahrerin Christiane Koschier-Bitante (österreichische Meisterin im Straßenrennen 1993) wurde beim Training vor einem Radrennen nahe der norditalienischen Stadt Vicenza von einem Jäger angeschossen und an einem Bein, am Arm und an der linken Hüfte verletzt. Dies berichtet oe24 am 14.10.2014. Der Jäger hatte neben der Straße Jagd auf Hasen gemacht.
Der Tierschutzverband LAV fordert einen sofortigen Jagd-Stopp in Italien: In den drei Wochen Jagdzeit seien bereits drei Menschen getötet und fünf verletzt worden.
Sehen Sie hier ein Foto von dem Jagdunfall
Lesen Sie dazu: Artikel in BLICK vom 16.8.2014
Artikel im Sport-Teil der FAZ, 16.10.2014


Frankreich: Zwei Tote bei Wildschweinjagd

Während der Wildschweinjagd wurden zwei Jäger in Frankreich von Jagdkollegen (74 und 84) bei Jagdunfällen erschossen. Dies berichtet Midi Libre am 13.10.2014.
Demanch habe sich der erste tödliche Jagdunfall um 6 Uhr morgens in der Nähe von Vézénobres Ales ereignet: Ein 84-jähriger Jäger erschoss versehentlich seinen 60-jährigen Kollegen, der sofort starb. Der zweite Tragödie tödliche Jagdunfall ereignete sich am frühen Nachmittag im Bereich der Montfrin: Ein 65- Jähriger wurde von einer Kugel in die Brust getroffen. Der Todesschütze war in diesem Fall ein 74 Jahre alter Jäger.


Jäger mit Wildschwein verwechselt

Am 10. Oktober hat ein schwerer Jagdunfall im Landkreis Regensburg ereignet. Dies berichten die Mittelbayerische Zeitung und wochenblatt.de am 11.10.2014.
Den beiden Meldungen zufolge waren zwei Jäger, die voneinander nichts wussten, gleichzeitig in einem Jagdrevier unterwegs, um Wildschweine zu jagen.
In der Dunkelheit hat der eine Jäger seinen Kollegen offenbar mit einem Wildschwein verwechselt. »Durch einen Schuss aus der Jagdwaffe des 42-Jährigen wurde der 57-Jährige im Beckenbereich getroffen und schwer verletzt«, so
wochenblatt.de. Er schwebe inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr.


NABU: Das deutsche Jagdrecht gehört ins Museum

Anlässlich der aktuellen Debatten um die Novellierung der Landesjagdgesetze in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen hat der NABU die Jagdgesetze im Bund und in allen 16 Bundesländern einer naturschutzfachlichen Bewertung unterzogen

Das Ergebnis ist ernüchternd: „Anforderungen des Natur-, Arten- und Tierschutzes sowie gesellschaftliche und ethische Anliegen werden bisher kaum berücksichtigt“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. 
„Das deutsche Jagdrecht ist verstaubt und veraltet: Der lodengrüne Geist des letzten Jahrhunderts haucht einem aus den meisten Jagdgesetzen entgegen.“ 
Lesen Sie: Bewertung der Jagdgesetze von Bund und Ländern


WDR: Streit um das neue Jagdgesetz in NRW

Streit um das neue Jagdgesetz für NRW:
Die Jagd in Nordrhein-Westfalen soll mehr in den Dienst der Ökologie gestellt werden und Aspekte des Tierwohls stärker berücksichtigen. Aber wie sinnvoll sind die geplanten Änderungen? Worüber sich Jäger und Naturschützer jetzt streiten, zeigt Quarks & Co.
Film ansehen


Niedersachsen:

Weiterhin Wasservogeljagd in EU-Vogelschutzgebieten

Niedersachsens rot-grüne Landesregierung hat das Landesjagdgesetz novelliert. Doch die Wasservogeljagd in EU-Vogelschutzgebieten bleibt weiterhin erlaubt - entgegen der Versprechen des grünen Landwirtschaftsministers Meyer vor der Wahl. weiterlesen
Bild: Illegal geschossene Nonnengans (diese Art darf nicht bejagt werden), NSG "Petkumer Deichvorland", Ems, EU-Vogelschutzgebiet


Tipps bei der Begegnung mit Jägern

Liebe Tierfreunde,
ist es Ihnen auch schon passiert, dass Sie von einem Jäger bei Ihren Spaziergängen in Wald und Flur angesprochen wurden, irgend ein Verhalten zu unterlassen bzw. als Hundebesitzer mit dem Abschuss des Tieres bedroht wurden?
Lesen Sie die Tipps bei Begegnung mit Jägern


Treib- oder Drückjagd - Was jeder tun kann

Das sicher Wichtigste ist die Aufklärung der Öffentlichkeit: Sehr wirkungsvoll sind entsprechende Presseberichte, denn die meisten Menschen haben noch immer wenig Vorstellung, was eine Treibjagd für die Wildtiere (und evtl. auch für Menschen und Haustiere, die in eine Treibjagd geraten) bedeutet. Wenden Sie sich an die örtliche Presse, vielleicht greift ein Redakteur das Thema auf. Und wenn nicht, weisen Sie durch einen Leserbrief auf das blutige Treiben hin.
Auch sonst gilt: Nehmen Sie Jagd-Berichte in der Presse zum Anlass, durch Leserbriefe über das blutige Hobby der Waidmänner und den ökologischen Unsinn der Jagd hinzuweisen. Anregungen dazu finden Sie hier.

Wenn die Treibjagd statt findet: Machen Sie Fotos vor Ort; das verunsichert die Jäger und lässt sie vorsichtiger werden. Vielleicht gelingt es Ihnen eine Straftat zu dokumentieren und an die Öffentlichkeit zu bringen!


Wenn Sie bei der Treib- oder Drückjagd offensichtliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz dokumentieren können (z.B. angeschossene, leidende Tiere), erstatten Sie eine Anzeige bei der Polizei. Auch an das Vetarinäramt und die Jagdbehörde könnten Sie sich wenden. Anzeige sollten Sie auch erstatten, wenn Menschen (Anwohner, Spaziergänger) durch die Treibjagd gefährdet wurden.

Sprechen Sie mit ihren Freunden und Bekannten über das Thema Jagd. Vielen Menschen ist noch nicht bekannt, was die Jagd für Tiere und Natur wirklich bedeutet. Infomaterial finden Sie hier!



Immer mehr jagdfreie Grundstücke in Deutschland

Von Schleswig-Holstein bis Bayern: In Deutschland gibt es immer mehr jagdfreie Grundstücke! Seit 1. April 2014 sind in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bayern etliche Hektar Wiesen, Wälder und Felder offiziell jagdfrei. Bereits Anfang 2013 waren in Bayern die ersten Grundstücke durch einen Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs jagdfrei gestellt worden. Mit Ablauf des aktuellen Jagdjahres werden weitere Grundstücke in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein jagdfrei gestellt.
Ein großartiger Erfolg im Sinne der Rechte von Grundstückseigentümern und des Tierschutzes!



Immer mehr Grundstückseigentümer wollen nicht länger hinnehmen, dass Jäger ihre Grundstücke betreten und dort Tiere tot schießen oder Fallen aufstellen. Sie berufen sich auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012: Dieser hatte mit entschieden, dass die Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft gegen die Menschenrechte verstößt, wenn der Grundeigentümer die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt. Aufgrund dieses Urteils wurde die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, ihre Jagdgesetzgebung entsprechend zu ändern.

Laut der Bürgerinitiative Zwangsbejagung ade haben bundesweit bereits einige Hundert Grundeigentümer einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen gestellt. „Da ist längst eine Lawine ins Rollen gekommen“, sagt Rechtsanwalt Dominik Storr, der über 60 ethische Jagdgegner aus ganz Deutschland vertritt.

Laut der Bürgerinitiative Zwangsbejagung ade haben bundesweit bereits einige Hundert Grundeigentümer einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen gestellt. „Da ist längst eine Lawine ins Rollen gekommen“, sagt Rechtsanwalt Dominik Storr, der über 60 ethische Jagdgegner aus ganz Deutschland vertritt. weiterlesen

Eine aktuelle Dokumentation über jagdfreie Grundstücke und laufende Anträge auf jagdrechtliche Befriedung finden Sie hier.



Flyer bestellen: Zwangsbejagung ade!

Wir haben eine große Anzahl Flyer drucken lassen! Wenn Sie Flyer verteilen wollen, senden wir Ihnen diese auch in größerer Stückzahl kostenlos zu (gegen Übernahme der Portokosten).
Schreiben Sie uns an:
info@abschaffung-der-jagd.de

pdf-download:
Flyer "Zwangsbejagung ade" Bildschirmansicht [111 KB]
Flyer "Zwangsbejagung ade" Druckversion [1.973 KB]
Leprorello / Faltblatt "Zwangsbejagung ade" Bildschirmansicht [159 KB]
Leprorello / Faltblatt "Zwangsbejagung ade" Druckversion [4.671 KB]


Ostfriesland: Ulmenhof ab 1.4.215 jagdfrei!

Ab 1.4.2015 sind die Flächen des Ulmenhofs, einem Tierheim und Gnadenhof im Kreis Aurich in Ostfriesland, offiziell jagdrechtlich befriedet!
Der Ulmenhof e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich die aktive Tierhilfe zur Aufgabe gemacht hat. Auf dem ehemaligen Bauernhof in Uttum, in der Krummhörn (zwischen Emden und Greetsiel) wurde in Eigeninitiative und Eigenarbeit ein kleines Tierheim mit Gnadenhof aufgebaut. Gnadenbrottiere wie Pferde, Ziegen, Mini-Schweine, Gänse und Fundtiere wie zahlreiche Katzen dürfen hier ihren Lebensabend verbringen. Zum Ulmenhof gehören knapp 5 Hektar Land.
Der Jagdpächter hatet einen Hochsitz in Sichtweite des Grundstücks aufgestellt, das Grundstück mit Jagdfreunden betreten, um dort die Jagd auszuüben. weiterlesen


Sachsen-Anhalt: Erstes Grundstück jagdfrei!

In Sachsen-Anhalt ist das erste Grundstück mit Ablauf des Jagdjahres ab 1.4.2015 offiziell jagdfrei! Damit kam die zuständige Jagdbehörde einer anhängigen Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht zuvor.
Bereits 2002 hatte Ludwig Weyhe einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung seiner beiden Grundstücke in der Gemarkung Schielo im Landkreis Quedlinburg gestellt. Er hat auf seinen Flächen ein Biotop geschaffen, um wild lebenden Tieren ein Rückzugsgebiet zu geben. Durch Renaturierungsmaßnahmen wie die Anlage von Hecken ist auf den Flächen bereits ein aus Naturschutzsicht wertvolles, ursprüngliches Brachland entstanden.
weiterlesen


24.9.14: Jäger schießt sich im Maisfeld selbst an

Ein 37-jähriger Jäger hat sich bei der Jagd auf Wildschwiene in einem Maisfeld mit seiner Jagdwaffe aller Wahrscheinlichkeit nach selbst angeschossen. Dies meldet die Lausitzer Rundschau am 24.9.2014. Er soll nicht lebensgefährlich verletzt sein.


23.9.14: Jäger bedroht Taxifahrer mit Waffe

„Taxifahrer mit Pistole bedroht: Jäger festgenommen“, titelt die Aachener Zeitung am 23.9.2014.
Demnach wurde ein 58-jähriger Jäger in Herzogenrath am Dienstagabend von einem Sondereinsatzkommando der Polizei verhaftet, weil er mehrfach Taxifahrer mit einer Schusswaffe bedroht haben. „Die Sondereinsatzkräfte waren angefordert worden, da der Mann bei den Vorfällen mit den Taxifahrern stark alkoholisiert war und sich aggressiv gezeigt hatte“, so die Zeitung. „Die Polizisten trafen den Mann vor seiner Wohnung betrunken und mit einem Revolver in der Hand an.“ Die Polizei habe zwölf Schusswaffen und Munition beschlagnahmt. Der Jäger durfte seit 1976 Waffen legal besitzen und führen.


23.9.14: Jäger erschoss nachts zwei Pferde

Ein Jäger, der im vergangenen Jahr von einem Hochsitz aus nachts auf Pferde geschossen hatte, musste sich nun vor dem Amtsgericht Bad Bergzabern verantworten. Dies berichtet der SWR am 23.9.2014.
Ein Pferd war sofort gestorben, das andere musste wenig später eingeschläfert werden.
Das Verfahren gegen den Jäger wurde gegen Zahlung von 1.000 Euro eingestellt. „Die zuständige Kreisverwaltung entzog dem Mann wegen der Schüsse den Jagdschein. Dagegen will der Jäger jetzt rechtlich vorgehen“, so der SWR. 


20.9.14: Jäger schoss Sohn ins Schienbein

„Vater schoss Sohn auf der Jagd ins Schienbein“, titelt BLICK am 20.09.2014. Demnach befand sich ein 54-jähriger Jäger mit seinem 22-jährigen Sohn auf einem Jagdausflug. Sie hatten eine Gemse erschossen. Während sie das tote Tier trugen, löste sich ein Schuss aus der Jagdwaffe des Vaters und traf den 22-Jährigen ins Schienbein.
„In der Schweiz kommt es immer wieder zu Jagdunfällen. Zumeist ist die Ursache unvorsichtiges Hantieren mit der Waffe“, so die Zeitung.


19.9.14: Mit Jagdgewehr auf Schüler geschossen

In Frankreich hat ein 49-Jähriger mit einem Jagdgewehr auf eine Gruppe von 30 Schülern auf einem Schulausflug geschossen. Drei Schüler wurden verletzt, einer davon schwer. Die berichtet die Neue Züricher Zeitung am 19.9.2014. 



Malta verhängt totales Jagdverbot

Der Maltesische Premierminister hat am 20. September 2014 mit sofortiger Wirkung die Jagd bis zum 10. Oktober vollständig verboten. Grund für das vorzeitige Ende der Jagdsaison war der Abschuss zahlreicher geschützter Störche, Flamingos und Greifvögel.

Das Komitee gegen den Vogelmord, dessen Mitarbeiter die Wilderei mit Videokameras dokumentiert und an die Öffentlichkeit gebracht hatten, bezeichnete die Entscheidung als einen "Meilenstein" im Kampf gegen die illegale Zugvogeljagd auf der Mittelmeerinsel.

Lesen Sie einen aktuellen Artikel dazu in der Times of Malta



Tragische Verwechslungen bei der Jagd

„Tragische Verwechslungen bei der Jagd“, titelt die Main Post am 13.9.2014 in einem lesenswerten ganzseitigen Artikel.
Nach mehreren schweren
Jagdunfällen in der Region, bei denen Menschen schwer verletzt wurden oder sogar erschossen wurden, steht die Hobbyjagd in der Kritik.
Die Zeitung zitiert Kurt Eicher von der Initiative zur Abschaffung der Jagd: „Schusswaffen gehörten einfach nicht in die Hände von Freizeitjägern, die diese völlig unkontrolliert benutzen könnten. Eicher fordert zudem eine Waffenabgabe für Jäger über 60 Jahre sowie eine Null-Promille-Grenze.“
Weiter heißt es: "Jagdgegner Kurt Eicher indes verweist auf die Verantwortung, die Jäger beim Hantieren mit scharfen Waffen haben. 'Bei Polizisten und Bundeswehrsoldaten gibt es doch auch Altersgrenzen für den Umgang mit Waffen. Nur Jäger dürfen bis ins Greisenalter hinein Waffen tragen und damit rumballern', sagte er. Und dass aus Sicherheitsgründen ein Höchstalter für Jäger vom Gesetzgeber dringend festgelegt werden müsse."


13.9.14: Jäger stirbt bei Unfall mit Gewehr

Im österreichischen Bezirk Mistelbach wurde ein 72-jähriger Jäger beim Hantieren mit seinem Gewehr von einer Schrotladung tödlich getroffen. Dies meldet der ORF am 13.9.2014. Demnach stolperte der 72-Jährige in der Garage, wobei sich ein Schuss löste und den Jäger ins Gesicht traf. Offenbar hatte er vor, mit der Waffe auf die Jagd zu gehen.


WDR-Fernsehen: Ein Halali fürs neue Jagdgesetz

Ein Halali fürs neue Jagdgesetz
Sendung "Tiere suchen ein Zuhause" vom 7.9.2014 im WDR-Fernsehen

„NRW will das Jagdgesetz novellieren: Das Jagdgesetz wurde seit Jahrzehnten kaum verändert. Die meisten Novellierungsversuche hat die Lobby der 350.000 Jäger in Deutschland verhindert. Da sich auf Bundesebene bis heute wenig tut, hat jetzt das Umweltministerium NRW angekündigt, das Landesjagdgesetz ändern zu wollen. Auch diesmal läuft die Jägerschaft Sturm. Um ihnen Paroli zu bieten, haben sich erstmals Tier- und Naturschutzverbände zusammengetan und in einer gemeinsamen Resolution das Ende von, ihrer Meinung nach, tierschutzwidrigen und ökologisch unverträglichen Jagdpraktiken gefordert.“
Lesen Sie mehr im WDR-Sender-Info

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5.9.14: Jäger schießt seinem Sohn ins Bein

„Ex-Ratsherr schießt seinem Sohn ins Bein“, titelt BILD am 5.9.2014. Demnach hat ein 59-jähriger Politiker und passionierter Jäger aus Dinslaken am 4.9.2014 seinem 29-jährigen Sohn ins Bein geschossen und ihn schwer verletzt. „Kurz nach Mitternacht, gegen 0.50 Uhr, waren der Ex-Stadtrat und sein Sohn in Streit geraten“, so BILD. Im Verlauf des Streits habe der Jäger einen Schuss aus seiner Faustfeuerwaffe auf seinen Sohn abgegeben. Das Projektil habe ein Bein durchschlagen, der Sohn sei schwer verletzt ins Krankenhaus gekommen.
Die Polizei stellte im Haus des Politikers etliche Waffen sicher. „Für alle Waffen hatte der passionierte Jäger einen Waffenschein“, so die Zeitung.


4.9.14: Jäger bedroht Pilzsammler mit der Flinte

Bei einem Streit ums Revier im Tessin drohte ein Jäger einem Pilzsammler, ihn zu erschießen. Dies meldet BLICK am 4.9.2014.
„Wenn du nicht verschwindest, erschieß ich dich!“, soll demnach der Jäger zu dem Pilzsammler gesagt haben.


Jäger erschießt Finanzbeamten

Ein Jäger hat am Vormittag des 1.9.2014 im Finanzamt Rendsburg einen 58-jährigen Sachgebietsleiter erschossen. Dies meldet shz.de. „Laut Polizei ging den Schüssen ein Streit voraus“, heißt es. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Der mutmaßliche Todesschütze ist selbstständiger Steuerberater, Lokalpolitiker und soll als Jäger im Besitz mehrerer Waffen gewesen sein.


Jagdunfall: Schon wieder ein Toter

Bei einer Jagd auf Wildschweine im Main-Tauber-Kreis hat ein 74-jähriger Jäger am Sonntagabend (24.8.2014) einen 44-jährigen Mann erschossen.
„Schusswaffen gehören nicht in die Hände von Freizeitjägern, die diese völlig unkontrolliert benutzen können“, fordert Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd.

Lesen Sie die Pressemeldung "Schluss mit der Hobbyjagd!"

Lesen Sie unsere Dokumentation Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2014


PETA fordert Verbot der Hobbyjagd in Deutschland

Im Hinblick auf den aktuellen Jagdunfall, bei dem ein Jäger seinen Treiber erschoss, fordert PETA Deutschland e.V. ein längst überfälliges Verbot der sogenannten Hobbyjagd in Deutschland. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass jedes Jahr nicht nur hunderttausenden Tieren erhebliches Leid durch Fehlschüsse zugefügt wird, sondern auch mehrere Dutzend Menschen von Hobbyjägern getötet und verletzt werden. Nicht selten seien die Jäger alkoholisiert.
Lesen Sie die Pressemeldung von PETA Deutschland


Schweiz: "Genug ist genug"

Auch in der Schweiz mehren sich schwere Jagdunfälle mit verletzten Menschen und Berichte über eine extrem hohe Zahl angeschossener Tiere, die jämmerlich verendeten.
In Graubünden gibt es eine Volksinitiative ‚Für eine naturverträgliche und ethische Jagd’:
„Genug ist genug!“, sagt der Wildtierschutz Schweiz über die unnötigen Tötungen und überholten Ansichten der Jagd und Hege. „Die Jagd muss in Zukunft den heutigen Vorstellungen des Tierschutzes und den gewandelten Empfindungen und Bedürfnissen der Bevölkerung und des Tourismus entsprechen. Abschüsse müssen qualitativ einwandfrei und gezielt erfolgen. Die Schießstüchtigkeit der Jäger muss erhöht und auch kontrolliert werden. Es darf nicht sein, dass angeschossene Tiere irgendwo nach Tagen oder Wochen verenden.“
Wildtierschutz Schweiz hat am 26.8.2014 die erforderlichen Unterschriften für die Volksinitiative bei der Standeskanzlei in Chur eingereicht.
jagdkritik.ch/initiative/



Grundstück in Dithmarschen jagdfrei!

Dieter Grade aus Dithmarschen hat auf seiner 8259 Quadratmeter großen Wiese ein Biotop geschaffen, auf dem auch seltene Pflanzen wie wilde Orchideen wachsen. Der Naturschützer kann es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, die Jagd auf seinem Grund und Boden zuzulassen. Er beruft sich dabei auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Nach mehrfachen Verzögerungen wurde seinem Antrag auf jagdrechtliche Befriedung Anfang August 2014 zugestimmt.
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Grundstück im Bodenseekreis jagdfrei

Das zwei Hektar große Grundstück von Rudolf Moser bei Markdorf im Bodenseekreis ist jetzt jagdrechtlich befriedet. Dies berichtet die Schwäbische Zeitung am 19.8.2014 unter dem Titel „Tierfreund setzt sich gegen Jäger durch“.

Rudolf Moser und seine Frau haben auf dem Grundstück ein Biotop errichtet, ein eingetragenes Naturschutzgebiet mit geschützten Pflanzenarten, einem Tümpel und Streuobstwiese. „Meine Frau und ich wollten, dass das Grundstück auch ein Refugium für Tiere und nicht nur für Pflanzen ist“, zitiert die Schwäbische Zeitung den 83-jähringen Tierfreund, der die Jagd aus tiefster Überzeugung ablehnt.

Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012, der entschieden hatte, dass die Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft gegen die Menschenrechte verstößt, wenn der Grundstückseigentümer die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt, beantragte Rudolf Moser die jagdrechtliche Befriedung seines Grundstücks. Im Juli 2014 genehmigte das Kreisjagdamt seinen Antrag.

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"Wildschweinplage"? - Schäden werden überschätzt!

Während Jäger und Landwirte in der Öffentlichkeit klagen, die landwirtschaftlichen Schäden durch Wildschweine würden immer mehr zunehmen, hat die Wildforschungsstelle Aulendorf für Baden-Württemberg ermittelt, dass sich der jährliche Schaden durch Wildschweine auf lediglich 2 Euro pro Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche im Durchschnitt beläuft.

Dies geht aus einer Stellungnahme des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hervor. Insgesamgt belaufen sich die Schäden in Baden-Württemberg 1 bis 3 Mio. Euro. Das sind gerade mal 10 bis 30 Cent pro Einwohner und Jahr!

Schäden: 22 Cent pro Bundesbürger

Hochrechnungen des bayerischen Jagdverbands kommen auf 17 Millionen Euro Schaden durch Wildschweine in ganz Deutschland. Bei 80 Millionen Einwohnern sind das pro Jahr Schäden in Höhe von nur 22 Cent pro Bundesbürger!

Statt Wildschweine das ganze Jahr über intensiv zu bejagen, fordert der Verband Menschen für Tierrechte - Tierversuchsgegner Baden Württemberg e.V. im Zuge Reform des Landesjagdgesetzes die Einrichtung eines Wildschadenfonds. Finanziert werden könnte der Fond durch die Kommunen (z.B. über Jagdpachteinnahmen) und die Land- und Forstwirtschaft. (Pressemeldung vom 15.8.2014)


Aus Tierschutzgründen fordert der Verband weiterhin den verstärkten Einsatz non-letaler Maßnahmen zur Wildschadensvermeidung, zur Bestandskontrolle und zum Schutz vor Seuchen (z.B. mittels chemischer Vergrämungsmittel, mechanischer Schutzvorrichtungen, Impfungen usw.) sowie ein Verbot von Schüssen auf flüchtende Tiere (bei Bewegungsjagden werden bis zu 70 Prozent der Tiere nicht sofort durch Blattschüsse getötet, sondern erleiden qualvolle Kiefer-, Bauch- und Laufschüsse).

Statt massiv Jagd auf die schlauen Tiere zu machen, was die Wildschweinbestände weiter in die Höhe treibt, soll die Fütterung der Wildschweine durch Jäger einschließlich Anlockfütterungen (Kirrungen) verboten werden. In Gebieten mit hoher Schwarzwilddichte sei der Einsatz von Kontrazeptiva (Wildschweinpille) denkbar.



Jagd kann Wildschweine nicht regulieren

Jägerlatein lehrt: Wildschweine müssen massiv bejagt werden. Die Realität zeigt: Je mehr Wildschweine geschossen werden, desto mehr vermehren sie sich.

Inzwischen scheinen die Jäger mit ihrem Latein am Ende zu sein: »Sind die Jäger überhaupt in der Lage, die Schwarzkittel dauerhaft zu regulieren?«, fragt die
Jägerzeitschrift WILD UND HUND Anfang Mai im Editorial und gibt auch gleich die Antwort: »Insgesamt haben jedoch alle Bemühungen der vergangenen Jahre keinen Erfolg gebracht. Die Sauen vermehren sich unaufhaltsam weiter.«

Um ihr blutiges Hobby zu rechtfertigen, behaupten die Jäger, sie müssten Tierbestände durch Abschuss »regulieren«. Ohne Jagd würde zu einer »Wildschweinschwemme«, gar zu einer »Wildschwein-Plage« kommen. Doch obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden, wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, steigt die Anzahl der Wildschweine weiter und weiter.

Jagdzeitschrift: »Die Sauen vermehren sich unaufhaltsam weiter«

Dass Jagd die Zahl der Wildschweine nicht nachhaltig regulieren kann, gibt Deutschlands größte Jagdzeitschrift jetzt offen zu: »Bis Ende der 1980er-Jahre belief sich die gesamteuropäische Schwarzwildstrecke auf 550 000 Stück. Im Jagdjahr 2012/13 wurden alleine in Deutschland 644 239 Sauen erlegt«, heißt es in WILD UND HUND 9/2014. Und weiter: »Angesichts dieser Zahlen wird klar, dass wir die Sauen mit jagdlichen Mitteln offenbar nicht mehr nachhaltig regulieren können«.


Jäger geben zu:



Jägerlatein am Ende

Deutlicher könnte das Eingeständnis der Jäger nicht sein: Jagd kann Wildschweine nicht regulieren. Dabei weisen Wissenschaftler und sogar einige kritische Jäger bereits seit Jahren darauf hin, dass das »Wildschwein-Problem« hausgemacht ist: Die massive Jagd fördert die unkontrollierte Vermehrung von Wildschweinen. Die Jagd ist somit nicht nur nutzlos, sondern sogar kontraproduktiv!

Lesen Sie:
Wissenschaft entlarvt Jägerlatein: Jagd fördert die unkontrollierte Vermehrung von Wildschweinen
Die Ursachen der Wildschweinschwemme



Warum jagen Jäger wirklich?

»Warum jagen wir?« - Diese Frage stellte WILD UND HUND im Editorial 22/2012. Die Antwort: Einige Jäger würden die Jagd als Kick beschreiben, andere von großer innerer Zufriedenheit sprechen. »Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe«, so die Redakteurin Silke Böhm. »Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?«
Doch der Tod, der mit dem Beutemachen der Jäger verbunden ist, sei in der Öffentlichkeit verpönt. »Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«
Die Jägerin bedauert, dass die Lust am Jagen dadurch in den Hintergrund gedrängt werde: »Weshalb die Freude leugnen, die uns so gut tut und die uns zu dem macht, was wir sind - Menschen. ... Jagen ist etwas zutiefst Menschliches.«



Der Jäger und Rechtsanwalt Dr. Florian Asche räumt in seinem Buch »Jagen, Sex und Tiere essen: Die Lust am Archaischen« (Neumann-Neudamm, 2012) mit den gängigen Begründungen und Rechtfertigungen für die Jagd auf, die da sind: Jäger als Ersatz für Großraubwild, Jäger als Bekämpfer von Wildschäden und Seuchen, Jäger als Naturschützer und Biotop-Pfleger, Waidgerechtigkeit... Ein Jäger, der diese Gründe für die Jagd anführe, würde lügen, so Asche. Und er gibt offen zu:
»Wir jagen nicht, um das ökologische Gleichgewicht herzustellen. Zumindest ist das nicht das auslösende Motiv unserer Anstrengungen. Es ist nur eine Rechtfertigung für unsere Triebe und Wünsche, die viel tiefer gehen, als die Erfordernisse der Wildschadensvermeidung und des ökologischen Gleichgewichts... Auf die Jagd gehen wir, weil sie uns Genuss und Lust bereitet.«

Der Jäger und Journalist Eckhard Fuhr widmete der Frage, warum er jage, einen Artikel in der ZEIT (48/2010): »Und natürlich, ich gebe es zu, Jagd ist aufregend. ...Wenn das tote Reh dann gefunden ist, stellt sich ein unvergleichliches Gefühl innerer Zufriedenheit ein. Doch, vergleichbar ist es: Nach erfolgreicher Jagd fühlt man sich wie nach gutem Sex…«
Fuhr schreibt, wenn es ihm nur um Erholung in der Natur ginge, würde er Golf spielen. »Jagen dagegen ist Sinn schlechthin. Jagen ist keine Neben-, sondern eine Hauptsache. Ich jage, also bin ich.«

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Die Natur braucht keine Jäger

Die Natur braucht keine Jäger - und die Jäger geben inzwischen selbst zu, dass sie Tierbestände nicht wirklich regulieren können und »Hege«, »Naturschutz« und »Wildschadensvermeidung« nur als Begründungen für ein blutiges Hobby vorgeschoben sind.

Seit 2002 ist der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz verankert. Sind »Genuss« und »Lust« ein »vernünftiger Grund« für das Töten von Tieren?



"Hochbetagte Jäger nicht auf Schießstand zwingen"

Der Bayerische Jägerpräsident Jürgen Vocke hat die Forderung eines Schießleistungsnachweises für alle Jäger beim Landesjägertag in Altötting scharf kritisiert: Die »teils hochbetagten Jagdherren« dürfte man nicht »auf den Schießstand zwingen«. Hintergrund: Der Bundesverband Deutscher Berufsjäger fordert in einem Positionspapier einen Schießleistungsnachweis auch für Hobbyjäger. In Deutschland gibt es etwa 360.000 Hobbyjäger und ca. 1.000 Berufsjäger.

Die Berufsjäger setzen sich in demPositionspapier »insbesondere aus Gründen des sicheren Schusswaffengebrauchs und des Tierschutzes dafür ein, dass zukünftig jeder Jäger, der in Deutschland die Jagd ausübt, den jährlichen Nachweis eines Übungsschießens zu erbringen hat. Hierbei soll jeder Einzelne insbesondere seine Treffsicherheit überprüfen und gegebenenfalls verbessern.«

Die Berufsjäger sollten sich »um ihren eigenen Dreck kümmern«, so dazu Jägerpräsident Vocke auf dem Landesjägertag. (Jägerzeitschrift WILD UND HUND, 10/2014)

Hier stellt sich doch die Frage, wie es sein kann, dass hochbetagte Greise, die wahrscheinlich nicht mehr richtig sehen und hören können, überhaupt mit Tötungswaffen unterwegs sein dürfen...


"Schluss mit der Hobbyjagd!"

Das Durchschnittsalter der deutschen Jäger liegt in dem meisten Landesjagdverbänden bei 58 und 60 Jahren, in manchen Kreisvereinen noch höher. Bei Soldaten und Polizisten gibt es Altersgrenzen für den Umgang mit Waffen. Müsste nicht aus Sicherheitsgründen ein Höchstalter für Waffenträger festgesetzt werden?

Wildtiere, die »nur« angeschossen werden, müssen furchtbare Qualen leiden. Und immer wieder werden Haustiere wie Ponys auf der Weide mit Wildtieren »verwechselt«. Auch Menschen werden regelmäßig Opfer von Jagdunfällen: Spaziergänger, Radfahrer, Reiter, Autofahrer auf der Landstraße... Im Mai 2014 wurde sogar eine Frau, die auf einer Bank am Tennisplatz saß, getroffen und schwer verletzt.

Die Initiative zur Abschaffung der Jagd fordert: Schluss mit der Hobbyjagd!



Jagd als Ursache für Verkehrsunfälle

Über Jagd als Ursache für Wildunfälle weist die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine vom 7.8.2014 hin: „ Ein Schuss ins Maisfeld. Die Kugel rast hindurch, findet keinen Halt. Das Reh flüchtet vor Hund und Kugel auf die Straße und rennt direkt vor ein Auto - die Folge ist nicht selten ein Wildunfall.“ Pro Jahr kommt es dem Artikel zufolge zu 200.000 Wildunfällen mit 20 Toten, 615 Schwerverletzten und einer halbe Milliarde Versicherungsschäden.
Die Zeitung zitiert einen erfahrenen Jäger, der vor allem Treibjagden, bei denen die Tiere gehetzt würden, als Ursache für immer mehr Unfälle kritisiert: „Wenn das Umweltministerium und die Jägerverbände diese Art und Weise der Jagd empfehlen, wird billigend in Kauf genommen, dass Unfälle entstehen.“ Im Übrigen werde bei Treibjagden das Tierschutzgesetz Füßen: Die Hundemeute im Feld reiße mehr Jungwild als geschossen werde.


Plädoyer gegen Vogeljagd

In seinem sehr lesenwerten Beitrag „Die Nachtigall singt in Berlin“ für den Tagesspiegel Berlin (30.5.2014) schreibt Prof. Dr. Josef H. Reichholf über die Artenvielfalt in den großen Städten: In Berlin brüten über 150 Vogelarten - das sind zwei Drittel aller Vogelarten, die in Mitteleuropa zwischen Nord- und Ostsee und den Alpen vorkommen.

Und er stellt die Frage: „Muss es sein, dass die Städte vogelreicher sind als das Land? Wäre es nicht an der Zeit, die Jagd auf Vögel gänzlich zu verbieten, und nicht bloß den Südeuropäern ihren Vogelfang vorzuwerfen?“


Grundstück in Höxter/NRW jagdfrei!

Detlef Korsawe freut sich über sein jagdfreies Grundstück im Kreis Höxter beim Naturschutzgebiet Desenberg in der Nähe von Warburg: Mit Ende des laufenden Jagdjahres zum 1.4.2015 ist sein viertel Hektar Land offiziell jagdrechtlich befriedet!

»Das Grundstück ist natürlich sehr klein, aber mir ging es ums Prinzip. Und jede Reise beginnt mit einem kleinen Schritt...«, berichtet der Tier- und Naturfreund. weiterlesen


Grundstück in Eutin ab 1.4.2015 jagdfrei!

Familie Karcher besitzt ein malerisches Grundstück im schleswig-holsteinischen Eutin. Ab 1.4.2015 sind die 1,6 Hektar offiziell jagdfrei.
»Wir haben schon lange versucht, unser Grundstück jagdfrei zu bekommen«, erzählt Adolf Karcher, ein pensionierter Richter. »Auf unserem Grundstück beobachten wir Hasen, Fasane, Adler und Reiher. Wir haben einem Teich mit verschiedenen Uferzonen angelegt, der die Tiere anzieht: nicht nur die verschiedensten Wasservögel, auch Rehe und Wildschweine kommen zum Trinken. Die Jäger haben direkt vor unserem Teich einen Jagdsitz errichtet. Wir wollten nicht, dass die Jäger die Tiere schießen, für die wir ein Biotop geschaffen haben.« weiterlesen


NRW: 89 Anträge auf Jagdverbot

„Keine Jagd auf meinem Grundstück: 89 Grundstückseigentümer in Nordrhein-Westfalen haben bis Ende April 2014 beantragt, dass auf ihrem Grund und Boden nicht mehr gejagt werden darf. Dies berichtet die Aachner Zeitung am 23.5.2014 und beruft sich auf eine Antwort des nordrhein-westfälischen Umweltministers Johannes Remmel (Grüne) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion.

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Nordrhein-Westfalen: 10 Hektar Grundstück von André Hölscher jagdfrei
Nordrhein-Westfalen: Grundstück in Geseke jagdfrei
Nordrhein-Westfalen: Immer mehr Anträge auf Ruhen der Jagd


Kreis Soest: 9 Anträge gegen Zwangsbejagung

Der unteren Jagdbehörde des Kreises Soest liegen 9 Anträge vor, in denen Eigentümer darum bitten, ihre Wiesen oder Felder als befriedete Gebiete auszuzeichnen. Dies berichtet der Soester Anzeiger am 19.5.2014.
Trotz des eindeutigen Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschrechte vom 26.6.2012 versucht die Jagdbehörde auf Zeit zu spielen: „Es gibt keine Fristen an die wir uns halten müssen und die nun folgende Prüfung ist umfangreich und es sollte nicht schnell entschieden werden“, zitiert die Zeitung einen Vertreter der Jagdbehörde.

Lesen Sie dazu:
Immer mehr jagdfreie Grundstücke in Deutschland
Zwangsbejagung ade: Tierfreunde müssen die Jagd auf ihren Grundstücken nicht mehr länger dulden


NRW: 10 Hektar im Münsterland jagdfrei!

André Hölscher hat es geschafft: Seine beiden landwirtschaftlichen Grundstücke im Münsterland mit insgesamt 10 Hektar Fläche sind mit Beginn des neuen Jagdjahres am 1.4.2014 jagdfrei.
André Hölscher ist als Comedian alias „Bauer Heinrich Schulte-Brömmelkamp“ bekannt. Presse und Fernsehen haben immer wieder über sein Engagement gegen die Jagd auf seinem Grundstück berichtet.
Am 7. März 2014 erhielt der 39-jährige Ladberger den Bescheid der Unteren Jagdbehörde des Kreises Steinfurt. "Gleich nach Bekanntwerden des Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) im Sommer 2012 habe ich den Antrag auf jagdrechtliche Befriedung meiner Flächen gestellt. Aufgrund der Bindung an die deutsche Gesetzesgebung teilte mir die Behörde damals mit, derzeit nicht über mein Anliegen entscheiden zu können, den Antrag aber zurückzustellen."
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NRW: Grundstück im Kreis Soest jagdfrei!

Sofort nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 26.6.2012 stellte der Biologe und Ökologe Dr. Karl-Heinz Loske einen Antrag auf Befriedung seiner Grundstücke. Seit 1.4.2014 sind 2,2 Hektar in der mittelwestfälischen Hellwegbörde (Geseke, Kreis Soest) offiziell jagdrechtlich befriedet.
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25 Hektar im Rheinland jagdfrei!

Grundstückseigentümerin im Rheinland muss Jagd nicht länger dulden

Das gut 25 Hektar große Grundstück von Margot Scheibe in Hohenöllen-Sulzhof in Rheinland-Pfalz ist ab 1. April 2014 offiziell jagdfrei. Die untere Jagdbehörde hat mit Bescheid vom 3.3.2014 ihrem Antrag stattgegeben, ihr Grundstück jagdrechtlich zu befrieden.


Margot Scheibe, die vor Jahrzehnten selbst Jägerin gewesen war, ist seit vielen Jahren überzeugte Vegetarierin und Tierschützerin. Mit ihrem gut 25 Hektar großem Grundstück war sie automatisch und gegen ihren Willen Mitglied in der Jagdgenossenschaft. Das Grundstück ist ein kleines Paradies mit viel Wald, umgeben von einem 50 Jahre alten und insgesamt 5 km langen Zaun, der kein Wildtier davon abhält, hinein- oder herauszuschlüpfen. Sehr zum Unmut der Jäger, welche bei Treibjagden verhindern wollten, dass sich die Tiere hinter den Zaun flüchten. Die Forderung nach Abriss des Zauns wurde laut. Sogar ein Loch wurde in den Zaun geschnitten. weiterlesen


Schleswig-Holstein: Erste Grundstücke jagdfrei!

Seit Beginn des neuen Jagdjahres am 1.4.2014 sind auch in Schleswig-Holstein die ersten Grundstücke jagdfrei. Zu Beginn des Jahres 2014 hatten bereits über 20 Grundstückseigentümer einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen gestellt - und es werden immer mehr.
Das 6,5 Hektar große Grundstück Jutta Reichardt in Neuendorf-Sachsenbande im Kreis Steinburg nördlich von Hamburg wird seit 1.4.2014 offiziell nicht mehr bejagt.
Das Hofgrundstück ist von einem großen Garten und vielen Anpflanzungen umgeben, daran schließt sich feuchtes Grünland an, wie es in der Küstenregion typisch ist. weiterlesen


Bayern: 4 Waldgrundstücke jagdfrei!

Seit Beginn des Jagdjahres 2014/15 am 1.4.2014 sind die vier Waldgrundstücke von Familie Vilsmaier in Niederbayern offiziell jagdfrei. »Das ging ohne Probleme, die Kosten hierfür waren nur 150 Euro«, berichtet Fred Vilsmaier.

2008 kauften Susanne und Fred Vilsmaier vier Waldgrundstücke in Niederbayern. »Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir mit diesem Kauf automatisch Zwangsmitglieder der örtlichen Jagdgenossenschaft waren. Da wir uns seit vielen Jahrzehnten für den Tierschutz engagieren, waren wir entsetzt. Wir sind, was dieses Thema betrifft, dann ständig am Laufenden geblieben und so kam es dann Schlag auf Schlag, zuerst das Urteil vom Europäischen Gerichtshof, dann das Grundsatzurteil vom Bayerischen Verwaltungsgericht und zum Schluss unser Antrag beim Landratsamt in Kelheim.« weiterlesen


Wildtiere brauchen Ruhezonen

Unmissverständlich erklärte der renommierte Zoologe Prof. Dr. Josef Reichholf im Bayerischen Fernsehen, das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte sei längst überfällig: »Für das Wild ist das Urteil gut, weil es da und dort Ruhezonen schafft, die das Wild bei uns dringend braucht.« Ruhezonen könnten die gefürchteten Wildschäden vermindern: »Weniger Jagddruck, mehr Ruhezone, bedeutet für das Wild weniger Energieausgabe. Also muss es weniger Nahrung zu sich nehmen, weil es weniger herumwandern muss.« (»Unser Land« vom 16.11.2012)


In seinem Grundsatzartikel »Warum Jagd? Folgen des Jagens für Menschen, Tiere, Pflanzen und Landschaften« der Zeitschrift TIERethik (2-2013) legt Prof. Dr. Josef H. Reichholf überzeugend dar, weshalb die Regulation von frei lebenden Tierbeständen durch die Jagd nicht funktioniert und auch nicht nötig ist. Vor dem Hintergrund des Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte von 2012 mit seinen Folgen für das Revierjagdsystem stellt der Zoologe in aller Deutlichkeit fest, dass Jagd in der Kulturlandschaft aus ökologischen Gründen nicht sein muss. Der dichtbesiedelte Kanton Genf (Jagdverbot seit 40 Jahren) und der Schweizerische Nationalpark (Jagdverbot seit 100 Jahren) beweisen laut Reichholf, dass weder im Siedlungsraum der Menschen noch in besonders naturnahen Naturschutzgebieten eine Kontrolle der Bestände durch die Jagd notwendig ist.
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Jagdverbote in immer mehr Ländern

Immer mehr Länder sprechen für den Schutz von Wildtieren Jagdverbote aus: In Albanien ist im Februar 2014 ein zweijähriger totaler Jagdbann in Kraft getreten, um Wildtiere und vor allem die Zugvögel besser zu schützen. In Griechenland gilt seit Dezember 2013 ein generelles Jagdverbot. Auf der griechischen Insel Tilos herrscht Jagdverbot schon seit 1993. Seit 2002 gilt ein weitreichendes Jagdverbot in Holland. In Israel ist seit 2013 die Jagd zu Sportzwecken verboten. Costa Rica hat 2013 ein umfangreiches Jagdverbot erlassen. In Botswana sind seit 2014 Trophäenjagd und Jagdtourismus verboten, um den Artenschutz zu fördern. Kenia hat die Jagd schon 1977 verboten.


Dass eine Natur ohne Jagd möglich ist, zeigen nicht nur die Erfahrungen im Schweizerischen Nationalpark, der seit 100 Jahren jagdfrei ist, oder im Schweizer Kanton Genf, in dem seit der Volksabstimmung von 1974 die Jagd verboten ist. Auch in Italien sind die weitläufigen Nationalparks alle seit Jahrzehnten jagdfrei: Im Nationalpark Gran Paradiso ist die Jagd seit 1922 verboten, im Nationalpark Belluno seit 1990.

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2 Hektar in der Pfalz jagdfrei!

In Rheinland-Pfalz wurden die Flächen weiterer Grundstückseigentümer jagdrechtlich befriedet: Frank Schlimbach aus Kusel freut sich über 2 Hektar jagdfreies Grundstück in der Pfalz.

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