Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin maßlos entsetzt über Ihre Entscheidung, auf dem Hauptfriedhof eine Wildschweinhatz veranstalten zu wollen! Allein dieses abscheuliche Vorhaben stößt auf absolutes Unverständnis, umso mehr, als es ausgerechnet am 2. Adventssonntag stattfinden soll! Haben Sie denn keine Ehrfurcht vor den Toten, noch nie was von Totenwürde gehört? Vorweihnachtszeit - friedliche, besinnliche Zeit, - genau die richtige Zeit, um Frieden zu schließen, auch mit den Tieren!

Sie behaupten, dass selbst durch die Bebauung die Tiere nicht vom Friedhof ferngehalten werden konnten. Hatten Sie denn je über eine Umzäunung des Friedhofes nachgedacht, oder sonstige unblutige Vergärmungsmaßnahmen? Oder ist Ihnen außer der Jagd auf der letzten Ruhestätte der Toten nichts eingefallen? Ist sie das Mittel der Wahl? Und wenn diese Wildschweine abgeschossen sind, werden sich in wenigen Tagen weitere einfinden... Gedenken Sie, den Friedhof zum Schießplatz zu degradieren? Glauben Sie, damit das Wildschweinproblem lösen zu können? Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, was geschieht, wenn ein angeschossenes Wildschwein nicht gefunden wird, und es einen Friedhofsbesucher attackiert?

Ich appelliere an Ihren gesunden Menschenverstand, dieses absurde Vorhaben abzusagen, weil damit das Wildschweinproblem nicht gelöst werden kann. Entscheiden Sie sich für eine ordentliche Umzäunung des Friedhofgeländes und beenden Sie den Krieg gegen die Tiere!

Freundliche Grüße,
Rita Kleb




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