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"Lebensgefahr! Sie betreten gerade ein Jagdgebiet"

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Jedes Jahr bis zu 40 Tote

Weder der Jagdverband noch staatliche Behörden noch das statistische Bundesamt führen Statistiken über Tote und Verletzte durch Jagd und Jägerwaffen. Jäger zählen nur die „Strecke“ der getöteten Tiere, nicht aber die menschlichen Opfer ihres blutigen Hobbys. Die einzige Organisation, die seit 2002 Jahr für Jahr eine Statistik über Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen führt, ist die Initiative zur Abschaffung der Jagd – wobei die Aufstellung lediglich aufgrund vorliegender Presseberichte erstellt wurde und somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Aufgrund der Presseberichte kann belegt werden: Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 40 Menschen durch Jäger und Jägerwaffen.

Dazu kommen die erschreckend vielen Fälle, bei denen der Ausgang zwar nicht tödlich war, dem Opfer aber beispielsweise ein Bein amputiert werden musste. Opfer wurden sowohl Jägerkollegen und Treiber, aber auch die Ehefrau und die Kinder von Jägern, der Schwager, sowie Nachbarn, Spaziergänger, Bergwanderer, Mountainbiker, Bärlauchsammler oder spielende Kinder. Universitätsstudien und Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften zufolge liegt die Zahl der jährlichen Jagdunfälle bei über 800 (andere Quellen sprechen von bis zu 1600). - wobei diese Zahl sicherlich nur die Spitze des Eisberges ist.



Jäger und Alkohol

 

Jagdunfälle / Straftaten 2016

 

Jagdunfälle / Straftaten 2015

 

Statistik 2015

 

Jagdunfälle / Straftaten 2014

 

Statistik 2014

 

Jagdunfälle / Straftaten 2013

 

Statistik 2013

 

Jagdunfälle / Straftaten 2012

 

Statistik 2012

 

Jagdunfälle / Straftaten 2011

 

Statistik 2011

 

Jagdunfälle / Straftaten 2010

 

Statistik 2010

 

Jagdunfälle / Straftaten 2009

 

Statistik 2008

 

Jagdunfälle / Straftaten 2007

 

Jagdunfälle / Straftaten 2006

 

Statistik 2005

 

Statistik 2004

 

Statistik 2003

 

Statistik 2002

 




Jagdverbände spielen Opferzahlen herunter

Jagdverbände bemühen zur Verschleierung der tatsächlichen Opfer gerne eine gezielte Sprachverwirrung. So wird behauptet, es gebe kaum Tote durch legale Waffen – die illegalen Waffen seien das Problem. Nun ist es aber so: Wenn ein Jäger im Streit den Nebenbuhler, den Nachbarn oder den Saufkumpan erschießt oder auf einen Kneipengast schießt, ist dies eine illegale Verwendung der (an sich legalen) Waffe. Diese Tat ist dann also eine Straftat mit einer illegalen Waffe - und wird somit von Jagdverbänden selbstverständlich unter den Teppich gekehrt.

Auch so genannte Familientragödien in Jägerhaushalten, bei denen der Jäger seine Ehefrau oder erst seine Frau und dann sich erschießt, der Jäger die Frau erschießt, weil sie sich trennen will oder die Frau wegen Schulden erschießt, oder bei denen die Jägerin ihren Ehemann (auch Jäger) erschießt oder der Sohn zum Gewehr des jagenden Vaters greift, tauchen in den Pressemitteilungen der Jagdverbände natürlich nicht auf. Obwohl es ohne die Jagdwaffe im Haus mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auch keine Toten gegeben hätte.



Waffe im Haus erhöht Risiko von Familientragödien

Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts, die sich über einen Zeitraum von 10 Jahren erstreckt, kommt es zu 100 Toten bei Familiendramen jährlich in Deutschland – meist mit legalen Waffen.
„Wir haben in unserer eigenen Studie festgestellt, dass bei diesen Familientragödien sehr viel häufiger Schusswaffen zum Einsatz kommen... und zwar sehr oft auch legale Schusswaffen. Das bedeutet, dass die Schusswaffe – und das kann man auch aus internationalen Studien zeigen – einen eigenen Einfluss hat darauf, dass die Taten wahrscheinlicher werden“, so der Kriminologe Dietrich Oberwittler vom Freiburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht.

Das ist ja leicht nachzuvollziehen: Unfälle mit Schusswaffen können nur da passieren, wo es Schusswaffen gibt. Kommt es in einem Jäger-Haushalt zum Beziehungsstreit, ist die Schusswaffe griffbereit - und der Jäger hat das Töten lange Jahre geübt. In Normal-Haushalten dagegen ist gar keine Schusswaffe vorhanden - also kann auch niemand erschossen werden.

In der Psychologie spricht man auch vom "Waffeneffekt": Wissenschaftlter haben in Experimenten nachgewiesen, dass das Vorhandensein von Waffen im Versuchslabor bei frustrierten Versuchspersonen zu einem höheren Aggressionsniveau (Aggression) führte im Vergleich zu Situationen, in denen nur harmlose Alltagsgegenstände (z.B. Federballschläger) lagen. "Es wird dabei davon ausgegangen, dass Waffen mit Aggression assoziiert werden und von daher die Waffen als aggressive Hinweisreize fungieren und es so zu erhöhter Aggression kommt", heißt es im Lexikon der Psychologie (DORSCH, 17. Aufl.).



"Klassische" Jagdunfälle

Ein klassischer "Jagdunfall" ist ein Unfall bei einer legalen Jagd mit legalen Waffen, bei dem "aus Versehen" ein Mensch mit einem Wildtier verwechselt wurde, die Kugel einen anderen Verlauf nahm als geplant oder das Gewehr "aus Versehen" losging, weil zum Beispiel sich die Leine des Jagdhundes um den Abzug wickelte oder die Waffe beim Verstauen im Auto losging. Im Fall von klassischen Jagdunfällen sind Jäger versichert, daher gibt es hier Zahlen: Universitätsstudien und Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften zufolge liegt die Zahl der jährlichen Jagdunfälle bei ca. 1600. Wobei sicherlich leichtere Jagdunfälle gar nicht bei der Versicherung gemeldet werden. Opfer von Jagdunfällen werden sowohl Jägerkollegen und Treiber, es trifft aber auch immer wieder völlig unbeteiligte Personen wie Spaziergänger, Radfahrer, Hundehalter beim Gassigehen, Menschen im Feld, Menschen in ihrem Garten, Mädchen beim Rasenmähen, Bauern bei der Arbeit und sogar Autofahrer auf der Landstraße, einen Überlandbus oder Menschen in ihren Wohnungen.



Schluss mit der Hobbyjagd!

„Schusswaffen gehören nicht in die Hände von Freizeitjägern, die diese völlig unkontrolliert benutzen können“, so Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. „Es wird Zeit, dass die Hobbyjagd in Deutschland verboten wird!“ Mit dieser Forderung liegt die Initiative zur Abschaffung der Jagd voll im Trend. Repräsentative Umfragen der letzten Jahre zeigen: Zwei Drittel der Deutschen sind gegen die Hobbyjagd.

Hinzu kommt: Das Durchschnittsalter der deutschen Jäger liegt bei weit über 50 Jahren (Quelle: Deutsche Jagdzeitung), in vielen Gegenden gar bei 57 oder 58 Jahren. Bei Soldaten und Polizisten gibt es Altersgrenzen für den Umgang mit Waffen. Nur die Jäger dürfen bis ins Greisenalter hinein Waffen tragen und damit rumballern! Müsste nicht aus Sicherheitsgründen ein Höchstalter für Waffenträger festgesetzt werden?





Die Natur braucht keine Jäger!

Die Mär vom Jäger als Naturschützer ist längst widerlegt. Wissenschaftliche Studien belegen die Selbstregulierungsfähigkeit der Natur. Auch die Erfahrungen in großen europäischen Nationalparks und unbejagten Gebieten zeigen: Es geht Natur und Tieren ohne Jagd viel besser!

Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, ist überzeugt: »Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.« (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)

Jagd ist nicht nur überflüssig, sondern sogar contraproduktiv: Obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden, wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, steigt ihre Anzahl immer weiter. Denn so paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, um so stärker vermehren sie sich. Eine Langzeitstudie kommt zu dem Ergebnis: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. (Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009)

Jagd provoziert vielfach erst so genannte Wildschäden und den »Verbiss« im Wald. Rehe sind von ihrer Natur her Bewohner von Wiesen und dem Waldrand. Die Jagd treibt die Tiere in den Wald hinein, wo sie dann keine - für sie lebenswichtigen - Gräser und Kräuter finden und ihnen nichts anderes bleibt, als an Knospen zu knabbern. Zudem werden die Tiere durch die Jagd unnötig aufgescheucht, was ihren Nahrungsbedarf und damit die Fraßschäden oft weiter erhöht.

Die Jagd auf Füchse versuchen die Jäger gegenüber der Öffentlichkeit mit zwei Argumenten zu rechtfertigen: dem Schutz der Bevölkerung vor Tollwut und Fuchsbandwurm. Der Haken daran: Deutschland gilt seit 2008 nach den internationalen Kriterien der »Weltorganisation für Tiergesundheit« als tollwutfrei. Und: Seit Jahren weisen Forscher darauf hin, dass die Angst vor dem Fuchsbandwurm übertrieben ist. In Deutschland ist kein einziger Fall einer Infektion über Waldbeeren dokumentiert.

Der renommierte Ökologie- und Evolutionsbiologe Prof. Dr. Josef Reichholf kam bei seinen langjährigen Forschungen zu dem Ergebnis, dass die Jagd - nach der industriellen Landwirtschaft - der »Artenfeind Nr. 2« ist.

Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger in der Öffentlichkeit immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Jägern angepöbelt und bedroht werden - und sie protestieren gegen Ballerei in Stadtparks, auf Friedhöfen und in Naherholungsgebieten. Immer wieder ist in der Zeitung zu lesen, dass Jäger aus Versehen Menschen oder Ponys auf der Weide mit Wildschweinen verwechseln - das kann einem beim Spaziergang schon Angst machen. Millionen Tierfreunde haben kein Verständnis, wenn ihre Hauskatzen abknallen oder drohen, den Hund zu erschießen. Warum Jäger Hasen tot schießen, obwohl sie auf der Roten Liste bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,7 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen.



BVerG: Null-Promille-Grenze für Jäger

Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts: Ein Jäger verliert seinen Waffenschein, weil er alkoholisiert von seinem Hochsitz geschossen hatte. Auf der Rückfahrt hielt ihn die Polizei mit 0,47 Promille an.

"Macht ein Waffenbesitzer in alkoholisiertem Zustand von seiner Schusswaffe Gebrauch, rechtfertigt dies die Annahme, dass er im waffenrechtlichen Sinne unzuverlässig ist, auch wenn zum Alkoholkonsum kein weiteres Fehlverhalten hinzutritt", so das
Bundesverwaltungsgericht in seiner Pressemitteilung.

Der betreffende Jäger war mit seinem Kraftfahrzeug von seinem Haus zu einem nahegelegenen Wald zur Jagd gefahren, nachdem er zuvor zwei Gläser Rotwein (0,5 l) und ein Glas Wodka (30 ml) getrunken hatte, so die Pressemitteilung des BVerwG. Weiter heißt es: "Von einem Hochsitz aus erlegte er einen Rehbock mit einem Schuss. Auf der Rückfahrt wurde er von Polizeibeamten angehalten. Ein freiwilliger Alkoholtest vor Ort ergab einen Wert von 0,47 mg/l Atemluftalkoholkonzentration, ein späterer Alkoholtest auf der Wache einen Wert von 0,39 mg/l."


Bild: Karikatur von Bruno Haberzettl aus: "Brunos Jagdfieber", Ueberreuther-Verlag 2013


"Nach der einschlägigen Vorschrift des Waffengesetzes besitzen Personen die erforderliche Zuverlässigkeit nicht, bei denen Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie mit Waffen und Munition nicht vorsichtig oder sachgemäß umgehen", begründet das Bundesverwaltungsgericht seine Entscheidung. "Vorsichtig und sachgemäß geht mit Schusswaffen nur um, wer sie ausschließlich in nüchternem Zustand gebraucht und sicher sein kann, keine alkoholbedingten Ausfallerscheinungen zu erleiden, die zu Gefährdungen Dritter führen können. Bei der vom Kläger konsumierten Alkoholmenge waren solche Ausfallerscheinungen jedenfalls nicht hinreichend sicher ausgeschlossen. Diese war vielmehr geeignet, die Reaktionsgeschwindigkeit sowie die Wahrnehmungsfähigkeit zu mindern und enthemmend zu wirken. Ob und gegebenenfalls in welchem Umfang bei dem Kläger im konkreten Fall alkoholbedingte Ausfallerscheinungen aufgetreten sind, ist unerheblich. Unvorsichtig und unsachgemäß ist der Gebrauch von Schusswaffen bereits dann, wenn ein Waffenbesitzer hierbei das Risiko solcher Ausfallerscheinungen eingegangen ist. Die waffenrechtliche Zuverlässigkeit setzt die Fähigkeit und die Bereitschaft voraus, Risiken mit dem Potential der Schädigung Dritter strikt zu vermeiden, zumal wenn dies problemlos möglich ist."
Aktenzeichen: BVerwG 6 C 30.13 - Urteil vom 22. Oktober 2014




Jagdwarnkarte Österreich

Der Österreichische Tierschutzverein hat gemeinsam mit der Initiative zur Abschaffung der Jagd Österreich eine Jagdwarnkarte veröffentlicht, die Haustierabschüsse, Jagdunfälle und Tierquälereien bei der Jagd dokumentiert.  
Weiterhin wurde eine Online-Meldestelle für legale und illegale Jagd-Missstände ins Leben gerufen.  
www.jagdwarnkarte.at


Unsere Jagdwarnkarte führt der Bevölkerung plakativ vor Augen, was bei der Jagd alles passiert“, so Christian Hölzl, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins.
Dieser Service zielt einerseits darauf ab, Schutz vor Haustierabschüssen zu bieten. Tierfreunde können etwa sehen, ob in ihrem Wohngebiet oder einem geplanten Ausflugsgebiet besondere Häufungen von Haustierabschüssen vorliegen. Haustierbesitzer werden mithilfe der Karte vor schießwütigen Jägern gewarnt. Die erhöhte Wachsamkeit der Bevölkerung soll auch Jäger vor weiteren Haustiertötungen abschrecken, also präventiv wirken.



Jagdunfälle: Jagdverband verbreitet Jägerlatein

Bei den sich in letzter Zeit wieder häufenden Jagdunfälle bemühen sich die Jagdverbände in bewährter Manier, die Dramatik herunterzuspielen und Jägerlatein zu verbreiten.


Nach dem tragischen Jagdunfall in Mecklenburg-Vorpommern, bei dem statt eines Wildschweins ein Treckerfahrer in den Bauch geschossen und lebensgefährlich verletzt wurde, behauptet der Landesjagdverband: „Wenn es um die Sicherheit bei der Erntejagd geht, sind die Jägerinnen und Jäger in Mecklenburg-Vorpommern vorbildlich.“ (Pressemitteilung des LJV Mecklenburg-Vorpommern, 6.8.2013). Hintergrund: Nach einer Unfallserie bei Erntejagden im Jahr 2008 in Mecklenburg-Vorpommern hatte das zuständige Ministerium rechtliche Grundlagen für eine Erhöhung der Sicherheit bei Erntejagden festgeschrieben.

Der Pressesprecher des Deutschen Jagdverbands Torsten Reinwald verweist anlässlich des tragischen Jagdunfalls auf angeblich vorhandene Statistiken, die angeblich belegen würden, „dass Jagen bei weitem nicht so gefährlich ist, wie es häufig in den Medien dargestellt wird“. In der Pressemitteilung wird allen Ernstes behauptet, im Jahr 2011 habe es nur einen (!) tödlichen Unfall mit Waffen aufgrund der Jagd gegeben.

Das ist 100 Prozent Jägerlatein: Weder der Jagdverband noch staatliche Behörden noch das statistische Bundesamt führen Statistiken über Tote und Verletzte durch Jagd und Jägerwaffen. Jäger zählen nur die „Strecke“ der getöteten Tiere, nicht aber die menschlichen Opfer ihres blutigen Hobbys.

Die einzige Organisation, die seit 2001 Jahr für Jahr eine Statistik über Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen führt, ist die Initiative zur Abschaffung der Jagd – wobei die Aufstellung lediglich aufgrund vorliegender Presseberichte erstellt wurde und somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs.

Für das Jahr 2011 dokumentierte die Initiative zur Abschaffung der Jagd mindestens 35 Tote durch Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen [64 KB] .
Lesen Sie: Statistik 2011

Für das Jahr 2012 sind 26 Tote durch Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen dokumentiert [75 KB] .
Lesen Sie: Statistik 2012

Jagdverbände bemühen zur Verschleierung der tatsächlichen Opfer gerne eine gezielte Sprachverwirrung. So wird behauptet, es gebe kaum Tote durch legale Waffen Waffen – die illegalen Waffen seien das Problem.
Nun ist es aber so: Wenn ein Jäger im Streit den Nebenbuhler, den Nachbarn oder den Saufkumpan erschießt oder auf einen Kneipengast schießt, ist dies eine illegale Verwendung der (an sich legalen) Waffe. Diese Tat ist dann also eine Straftat mit einer illegalen Waffe - und wird somit von Jagdverbänden selbstverständlich unter den Teppich gekehrt.

Auch so genannte Familientragödien in Jägerhaushalten, bei denen der Jäger seine Ehefrau oder erst seine Frau und dann sich erschießt, der Jäger die Frau erschießt, weil sie sich trennen will oder die Frau wegen Schulden erschießt, oder bei denen die Jägerin ihren Ehemann (auch Jäger) erschießt oder der Sohn zum Gewehr des jagenden Vaters greift, tauchen in den Pressemitteilungen der Jagdverbände natürlich nicht auf. Obwohl es ohne die Jagdwaffe im Haus mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auch keine Toten gegeben hätte.
Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts, die sich über einen Zeitraum von 10 Jahren erstreckt, kommt es zu 100 Toten bei Familiendramen jährlich in Deutschland - meist mit legalen Waffen. Der Kriminologe Dietrich Oberwittler vom Freiburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, der ein Projekt zum Thema Familiendramen leitet, sagte in der Sendung TV Südbaden aktuell vom 8.7.2011: „Denn allein die Tatsache, dass man eine Schusswaffe besitzt, kann dazu führen, dass es dann im Konfliktfall eher mal zu so einer Gewalttat kommt, die vielleicht nicht passiert wäre, wenn es eben keine Waffe gegeben hätte.“
So gab es im Vergleich zu den Vorjahren im Jahr 2011 etwas weniger klassische Jagdunfälle („Jäger erschießt bei der Jagd aus Versehen Jäger/Treiber“), dafür aber umso mehr tödliche Familiendramen mit Jägerwaffen („Jäger erschießt Ehefrau/Ex-Frau“).

Ein klassischer "Jagdunfall" ist ein Unfall bei einer legalen Jagd mit legalen Waffen, bei dem "aus Versehen" ein Mensch mit einem Wildtier verwechselt wurde, die Kugel einen anderen Verlauf nahm als geplant oder das Gewehr "aus Versehen" losging, weil zum Beispiel sich die Leine des Jagdhundes um den Abzug wickelte oder die Waffe beim Verstauen im Auto losging.
Im Fall von klassischen Jagdunfällen sind Jäger versichert, daher gibt es hier Zahlen: Universitätsstudien und Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften zufolge liegt die Zahl der jährlichen Jagdunfälle bei ca. 1600. Wobei sicherlich leichtere Jagdunfälle gar nicht bei der Versicherung gemeldet werden.
Opfer von Jagdunfällen werden sowohl Jägerkollegen und Treiber, es trifft aber auch immer wieder völlig unbeteiligte Personen wie Spaziergänger, Radfahrer, Hundehalter beim Gassigehen, Menschen im Feld, Menschen in ihrem Garten, Mädchen beim Rasenmähen, Bauern bei der Arbeit und sogar Autofahrer auf der Landstraße, einen Überlandbus oder Menschen in ihren Wohnungen.

Lesen Sie: Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2013



Jagd - Gefahr für Autofahrer

Treibjagden: Tiere flüchten in Panik
Seit die Jagdsaison diesen Herbst begonnen hat, sind die Zeitungen voll mit Meldungen über Wildunfälle. Doch im Grunde sind es nicht die Tiere, welche den Straßenverkehr gefährden – Wildschweine und Rehe befinden sich auf der Flucht vor den tödlichen Kugeln der Jäger. Somit ist die Jagd, insbesondere Treib- und Drückjagden, eine Gefahr für Autofahrer - und sogar Passanten und Geschäftsleute in Ortschaften.


Treibjagden als Ursache für Wildunfälle

Es vergeht derzeit kaum ein Tag, an dem sich nicht durch eine Treibjagd ein Unfall ereignet. Aufgescheucht durch 50 oder gar mehr als 100 Jäger und Treiber, gehetzt von einer Meute von Jagdhunden, rennen die Wildtiere um ihr Leben. Dabei flüchten sie auch über Straßen und Autobahnen, wo sich dann die so genannten Wildunfälle ereignen. Die Folgen sind erschreckend: Kürzlich wurde eine junge Frau schwer verletzt, weil ein Damhirsch die Windschutzscheibe durchschlagen hatte. Ursache war laut Pressemeldungen eine Treibjagd.
Wer haftet nun für den Schaden? Wer ist für den Verkehrsunfall verantwortlich? Werden dafür die Jäger zur Rechenschaft gezogen?
Sind also die Autofahrer selbst schuld, weil sie nicht mit der Treibjagd gerechnet haben? Oder müssten nicht vielmehr die Treibjagden verboten werden – wegen der Verkehrssicherheit ebenso wie aus Tierschutzgründen? Und: Ist eigentlich in der Öffentlichkeit bekannt, dass viele so genannte Wildunfälle durch Jäger verursacht wurden?