Statistik 2018

Mindestens 16 Tote durch Jäger 2018

Mindestens 16 Tote durch Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2018

Seit dem Jahr 2001 dokumentiert die Initiative zur Abschaffung der Jagd die Opfer von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen. Auch 2018 schockierten Meldungen über Menschen, die von Jägern erschossen oder Opfer von Jagdunfällen wurden, die Öffentlichkeit. Bis Ende Dezember gab mindestens 16 Tote durch Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen.

Liest man die Todesmeldungen, so fällt auf, dass es sich nicht nur um klassische Jagdunfälle (»Jäger verwechselt Jäger mit Wildschwein«), sondern vor allem um bewaffnete Beziehungstaten (»Jäger erschießt Ehefrau«) handelt.

Vor dem Hintergrund einer ganzen Reihe von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen sowie der bewaffneten Gefährdung Unbeteiligter fordert die Initiative zur Abschaffung der Jagd: Abschaffung der Hobbyjagd JETZT!

Tote durch Jagdunfälle/Straftaten mit Jägerwaffen

Die Meldungen, die Sie im Folgenden lesen, wurden aufgrund von vorliegenden Presseberichten erstellt. Dies kann sicherlich einerseits zu Fehlerquellen führen, andererseits niemals alle Fälle erfassen kann. Die Aufstellung erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Die Dunkelziffer liegt sicherlich höher. Denn gerade bei Familientragödien („Ehefrau erschossen“) wird selten bekannt, woher der Täter die Schusswaffe hatte, ob er also Jäger oder Schütze war.

19.11.18: Jäger erschießt Frau im eigenen Garten (1 Tote)
Ein Jäger feuerte auf Wildschweine – dabei hat er aus Versehen eine 86-jährige Frau erschossen, die sich in ihrem eigenen Garten in Dalberg (Kreis Bad Kreuznach) aufhielt. Der SWR berichtet, dass es sich nach Angaben des zuständigen Oberstaatsanwalts bei dem Schützen um einen 60-jährigen, sehr erfahrenen Jäger handle. Gegen den Jäger wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.
„Bereits am Wochenende zuvor hatte es einen Jagdunfall im Landkreis Bad Kreuznach gegeben“, so der SWR. Bei einer Treibjagd hat sich ein Jäger aus Versehen selbst angeschossen und wurde schwer verletzt.
(Obduktion nach Jagdunfall in Dalberg: 86-Jährige starb an Schussverletzung. SWR, 19.11.2018)

14.8.18: Beifahrer starb durch Schuss durch Jäger (1 Toter)
Tödlicher Schuss auf der Bundesstraße: Während einer Autofahrt auf der B16 bei Nittenau in Bayern wurde ein Beifahrer von einem Projektil aus einem Jagdgewehr getroffen. Der 47-jährige Harald S. war als Beifahrer mit seinem Schwager unterwegs, als eine Gewehrkugel die Scheibe auf der Beifahrerseite durchschlug. Zum betreffenden Zeitpunkt hatte nach Polizeiangaben bei Nittenau eine Jagd stattgefunden - offenbar eine "Erntejagd" in einem Maisfeld. Sechs Wochen nach dem tödlichen Schuss hat die Kripo einen Tatverdächtigen ermittelt. Der Jäger muss sich wegen fahrlässiger Tötung und möglicher Verstöße nach dem Jagdrecht verantworten.
(Obduktion: Beifahrer wurde auf B16 von Jagdgewehrkugel getötet. Passauer Neue Presse, 14.8.2018 · Polizei schnappt mutmaßlichen Schützen. BILD, 27.9.2018)

7.8.18: Tödlicher Jagdunfall (1 Toter, 1 Verletzter)
Tödlicher Jagdunfall im Landkreis Cochem-Zell: Als ein 68-jähriger Jäger mit seinem Schwiegersohn einen Hochsitz aufstellte, stürzte dieser herab und begrub die beiden Männer unter sich. Der 68-Jährige erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Kopfverletzungen, der Schwiegersohn musste mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden.
(Jäger von Hochsitz erschlagen. Trierischer Volksfreund, 7.8.2018)

18.7.18: Erntejagd - Jäger erschossen (1 Toter)
Bei einer Erntejagd im thüringischen Unterwellenborn wurde ein 56-jähriger Jäger erschossen. Der Getötete gehörte zu einer Gruppe von sechs Jägern, die während der Ernte auf einem Feld aufgeschreckte Wildschweine schießen wollten. Plötzlich sei einer der Jäger nach einem Schuss zusammengebrochen und noch am Unfallort gestorben. Erst vor wenigen Tagen war ein Mädchen während einer Erntejagd angeschossen worden - ebenfalls in Thüringen.
(56-jähriger Jäger wird bei Erntejagd erschossen. insuedthueringen.de, 18.7.2018)

16.7.18: 52-Jähriger stirbt bei Jagdunfall (1 Toter)
In Ochtrup im Münsterland ist ein 52-jähriger Jäger bei einem Jagdunfall erschossen worden. Am 16. Juli hatten sich fünf Jäger gegen 20.40 Uhr zur Gänse-Jagd getroffen und dann auf verschiedene Positionen verteilt. Nach der Jagd kamen aber nur vier Jäger zurück zum Treffpunkt. Der fünfte Jäger wurde mit einer Schussverletzung tot hinter einem Maisfeld gefunden.
(Ochtruper starb bei Jagdunfall. Westfälischen Nachrichten, 18.7.2018)

8.5.18: Jäger, der Frau erschoss, bricht bei Jagd tot zusammen (1 Toter)
Der Jäger, der bei einer Jagd in der Nacht vom 1. Mai im Landkreis Miltenberg (Unterfranken) aus Versehen seine Lebensgefährtin erschossen hatte, ist vier Tage später im Wald bei einer Nachsuche gestorben. Dies berichtet die . Demnach war der Jäger am Samstag, den 5. Mai mit anderen Jägern auf der Nachsuche nach einem angeschossenen Tier, als er plötzlich vor deren Augen im Wald bei Miltenberg tot zusammenbrach.
(Er hatte aus Versehen seine Frau erschossen: Wenige Tage später stirbt er. Offenbacher Post, 8.5.2018)

3.5.18: Jäger erschießt aus Versehen Frau (1 Tote)
Ein 50-jähriger Jäger hat bei einer nächtlichen Jagd am 1. Mai offenbar aus Versehen seine 47-jährige Lebensgefährtin, ebenfalls eine Jägerin, erschossen. Die beiden waren in einem Wald- und Feldgebiet bei Elsenfeld im unterfränkischen Landkreis Miltenberg auf der Jagd, als gegen 22.20 Uhr der tödliche Schuss fiel, der die Frau in den Oberkörper traf. Gegen den Mann wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.
(Erschossene Jägerin: Partner wieder auf freiem Fuß. FOCUS.de, 3.5.2018)

19.3.18: Jäger stirbt bei Jagdunfall (1 Toter)
Bei einem Jagdunfall in Richstein (Nordrhein-Westfalen) ist ein 38-jähriger Jäger durch einen Schuss aus seinem eigenen Gewehr erschossen worden. Der Jäger ist in seinem Revier offenbar gestolpert, wodurch sich wohl der tödliche Schuss aus seiner geschulterten Jagdwaffe gelöst hatte.
(Schuss löst sich – Jäger (38) stirbt bei Jagdunfall. Westfalenpost, 19.3.2018)

6.3.18: Jäger erschießt Frau, Hund und sich (2 Tote)
Im Eifeldorf Barweiler hat ein Jäger seine Frau, seinen Hund und sich selbst erschossen. Presseberichten zufolge besaß der Mann eine zugelassene Jagdwaffe. Beide Eheleute waren offenbar schwer krank.
(Tragödie in der Eifel – Mann erschiesst Frau, Hund und sich selbst! lokalo.de, 6.3.2018)

5.3.18 Rentner schießt auf Frau und erschießt sich (2 Tote)
In Ahrensburg hat ein 98-jähriger Rentner seine 91-jährige schwer demenzkranke Frau in einem Altenheim niedergeschossen. Danach soll er die Schusswaffe auf sich gehalten und abgedrückt haben. Der Mann war auf der Stelle tot – seine Ehefrau überlebte dank Notarzt, erlag aber zwei Tage später den schweren Verletzungen. Ersten Erkenntnissen nach soll der 97-jährige Mann als Jäger registriert gewesen sein und daher legal die Waffe besessen haben.
(Nach Verzweiflungstat in Ahrensburg Demenzkranke Frau erliegt ihrer Schussverletzung. Hamburger Morgenpost, 6.3.2018 · Senior will seine Frau erschießen und tötet sich danach selbst. Heimatecho, 7.3.2018)

11.2.18: Erschossene Jägerin in Auto aufgefunden (1 Tote)
In Premnitz (Havelland) wurde eine 57-jährige Jägerin mit einer Schussverletzung leblos in einem Auto aufgefunden. Eine Waffe soll laut Zeitungsberichten nicht gefunden worden sein.
(Frau in Auto erschossen aufgefunden. B.Z., 11.2.2018)

2.2.18 Jäger erschießt Nachbarin und sich selbst (2 Tote)
Ein Jäger hat in Darmstadt seine 50-jährige Nachbarin erschossen. Die Frau war Mutter eines zwölf Jahre alten Jungen. Anschließend schoss sich der 45-jährige Waidmann selbst in den Kopf. Laut Staatsanwaltschaft habe der Jäger auf die Frau vier Schüsse aus seiner Pistole abgegeben: Einen Schuss ins Knie, zwei Schüsse in den Kopf und einen Schuss in den Rippenbogen. Offenbar war der Mann in den letzten Jahren öfter wegen Sachbeschädigung und Ruhestörung aufgefallen. Laut Ordnungsamt hatte der 45-Jährige im Oktober 2016 eine Waffenbesitzkarte beantragt und erhalten, um als Jäger ein Gewehr und eine Pistole führen zu dürfen. "Die Polizei hat genau gewusst, dass der Mann nicht richtig tickt, wir wollten ihn hier weghaben", zitiert die Allgemeine Zeitung einen Anwohner.
(Frau am Darmstädter Kavalleriesand von vier Schüssen getroffen. Allgemeine Zeitung am 2.2.2018)

9.1.18: Jäger erschießt sich aus Versehen selbst (1 Toter)
Bei der Jagd auf Wildschweine kam ein 56-jähriger Jäger bei Gerstetten durch einen versehentlichen Schuss aus seiner eigenen Jagdwaffe ums Leben. Offenbar hatte sich der tödliche Schuss beim Besteigen des Hochsitzes gelöst. Dass ein solcher Jagdunfall mit einem Gewehr passiere, sei nicht so ungewöhnlich, zitiert die Südwest Presse den Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm.
(Schuss löst sich – Mann stirbt auf der Jagd. Südwest Presse, 9.1.2018)

Italien: Forderung nach Jagdverbot am Sonntag

Nachdem ein Jäger in der norditalienischen Region Ligurien auf der Jagd nach Wildschweinen einen 18-Jährigen, der mit seinem Hund im Wald unterwegs war, erschossen hat, will die italienische Regierung an Sonntagen die Jagd verbieten. Damit will sie die zunehmende Zahl von Jagdunfällen bekämpfen, die allein in diesem Jahr schon 22 Todesopfer und 77 Verletzte gekostet haben. Dies meldet die Nachrichtenagentur APA am 1.10.2018. Demnach machte Umweltminister Sergio Costa Druck auf die Regionen, die für die Festlegung der Jagdzeiten zuständig sind, und forderte ab sofort die Aussetzung des Sonntags als Tag für die Jagd. Dem Parlament liege bereits ein entsprechender Gesetzentwurf vor.