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Dokumentation: Menschen als Jägeropfer

Jagdsaison: Lebensgefahr!

Stellen Sie sich vor, sie sind am Sonntagnachmittag in Ihrem Garten. Plötzlich hören Sie einen Knall und eine Kugel trifft Ihren Mann, Ihre Frau, Ihre Oma, ihr Kind - oder Sie selbst. Ein Jäger hat in der Nähe Ihres Gartens ein Wildschwein oder einen Hasen schießen wollen.
Oder stellen Sie sich vor, Sie sind mit dem Auto auf der Bundesstraße unterwegs. Plötzlich durchschlägt die Kugel eines Jägers die Scheibe und trifft Ihren Beifahrer - oder Sie selbst. Jäger haben im Feld neben der Bundesstraße eine Treibjagd veranstaltet.
Beide Situationen haben sich in der letzten Jagdsaison mehrfach ereignet:

Am Sonntag, den 18. November 2018, hat
ein Jäger eine 86-jährige Frau in deren eigenen Garten tödlich getroffen - er wollte eigentlich auf Wildschweine schießen.

Am 12. August wurde
ein 47-jähriger Mann auf einer Bundesstraße in Bayern von einem Projektil aus einem Jagdgewehr tödlich getroffen - die Gewehrkugel durchschlug die Scheibe auf der Beifahrerseite, als fünf Jäger in einem angrenzenden Maisfeld auf Wildschweine schossen.

Es könnte jedem von uns passiert sein:

Am 14. Juli wurde ein 6-jähriges Mädchen im thüringischen Großsaara durch einen Schuss schwer verletzt - Jäger hatten am Rand der Gartenanlage eine Gesellschaftsjagd veranstaltet.

Am 12. Juli war
ein 36-jähriger Autofahrer von Schrotkugeln in den Hals getroffen worden, als ein Jäger im westfälischen Wandhofen Jagd auf Tauben machte.

Weitere tödliche Jagdunfälle ereigneten sich
am 18. Juli bei einer Erntejagd in Thüringen und am 16. Juli bei einer Gänsejagd im Münsterland.

In Frankreich haben
Jäger einen Mountainbiker erschossen und Surfer mit Fasanen verwechselt.

In Italien wurde ein
18-Jähriger beim Sonntagsspaziergang mit seinem Hund erschossen.

In der Slowakei hat ein
Jäger aus Versehen eine junge Frau statt eines Fasans erschossen.

In Österreich schlug
während einer Wildschweinjagd eine Kugel in den Fitnesskeller eines Wohnhauses ein.

Wie viele Menschen müssen noch leiden und sterben, bis die Hobbyjagd endlich verboten wird?

Jedes Jahr bis zu 40 Tote

Weder der Jagdverband noch staatliche Behörden noch das statistische Bundesamt führen Statistiken über Tote und Verletzte durch Jagd und Jägerwaffen. Jäger zählen nur die „Strecke“ der getöteten Tiere, nicht aber die menschlichen Opfer ihres blutigen Hobbys. Tödliche Beziehungsdramen mit Jagdwaffen, in denen ein Jäger die Ehefrau, Verwandte oder Nachbarn erschießt, gelten nicht als Jagdunfall, sondern als Straftat – und tauchen daher sowieso in keiner Auflistung über Jagdunfälle auf.

Die einzige Organisation, die seit 2002 Jahr für Jahr eine Statistik über Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen führt, ist die Initiative zur Abschaffung der Jagd – wobei die Aufstellung lediglich aufgrund vorliegender Presseberichte erstellt wurde und somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Aufgrund der Presseberichte kann belegt werden: Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 40 Menschen durch Jäger und Jägerwaffen.

Dazu kommen die erschreckend vielen Fälle, bei denen der Ausgang zwar nicht tödlich war, dem Opfer aber beispielsweise ein Bein amputiert werden musste. Opfer wurden sowohl Jägerkollegen und Treiber, aber auch die Ehefrau und die Kinder von Jägern, Verwandte und Nachbarn, Spaziergänger, Bergwanderer, Mountainbiker, Bärlauchsammler oder spielende Kinder. Jährlich werden den Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften über 800 Jagdunfälle (andere Quellen sprechen von bis 1600) gemeldet.

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg hat sich beeilt, die Zahl der Jagdunfälle herunterzuspielen: Nach Zahlen des Deutschen Jagdverbands seien 2017 zwei Menschen getötet und zwei verletzt worden, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung. Wie der Jagdverband die Opfer von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen zählt, ist schleierhaft.

Die Initiative zur Abschaffung der Jagd, welche die Opfer von Jagd und Jägern seit 2001 auf der Grundlage von Presseberichten dokumentiert, hat für 2017 mindestens 31 Tote durch Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen aufgelistet.
Doch zählen Sie selbst

Mindestens 16 Tote durch Jäger 2018

Mindestens 16 Tote durch Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2018

Seit dem Jahr 2001 dokumentiert die Initiative zur Abschaffung der Jagd die Opfer von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen. Auch 2018 schockierten Meldungen über Menschen, die von Jägern erschossen oder Opfer von Jagdunfällen wurden, die Öffentlichkeit. Bis Ende Dezember gab mindestens 16 Tote durch Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen.

Liest man die Todesmeldungen, so fällt auf, dass es sich nicht nur um klassische Jagdunfälle (»Jäger verwechselt Jäger mit Wildschwein«), sondern vor allem um bewaffnete Beziehungstaten (»Jäger erschießt Ehefrau«) handelt.

Vor dem Hintergrund einer ganzen Reihe von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen sowie der bewaffneten Gefährdung Unbeteiligter fordert die Initiative zur Abschaffung der Jagd: Abschaffung der Hobbyjagd JETZT!

Tote durch Jagdunfälle/Straftaten mit Jägerwaffen

Die Meldungen, die Sie im Folgenden lesen, wurden aufgrund von vorliegenden Presseberichten erstellt. Dies kann sicherlich einerseits zu Fehlerquellen führen, andererseits niemals alle Fälle erfassen kann. Die Aufstellung erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Die Dunkelziffer liegt sicherlich höher. Denn gerade bei Familientragödien („Ehefrau erschossen“) wird selten bekannt, woher der Täter die Schusswaffe hatte, ob er also Jäger oder Schütze war.

19.11.18: Jäger erschießt Frau im eigenen Garten (1 Tote)
Ein Jäger feuerte auf Wildschweine – dabei hat er aus Versehen eine 86-jährige Frau erschossen, die sich in ihrem eigenen Garten in Dalberg (Kreis Bad Kreuznach) aufhielt. Der SWR berichtet, dass es sich nach Angaben des zuständigen Oberstaatsanwalts bei dem Schützen um einen 60-jährigen, sehr erfahrenen Jäger handle. Gegen den Jäger wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.
„Bereits am Wochenende zuvor hatte es einen Jagdunfall im Landkreis Bad Kreuznach gegeben“, so der SWR. Bei einer Treibjagd hat sich ein Jäger aus Versehen selbst angeschossen und wurde schwer verletzt.
(Obduktion nach Jagdunfall in Dalberg: 86-Jährige starb an Schussverletzung. SWR, 19.11.2018)

14.8.18: Beifahrer starb durch Schuss durch Jäger (1 Toter)
Tödlicher Schuss auf der Bundesstraße: Während einer Autofahrt auf der B16 bei Nittenau in Bayern wurde ein Beifahrer von einem Projektil aus einem Jagdgewehr getroffen. Der 47-jährige Harald S. war als Beifahrer mit seinem Schwager unterwegs, als eine Gewehrkugel die Scheibe auf der Beifahrerseite durchschlug. Zum betreffenden Zeitpunkt hatte nach Polizeiangaben bei Nittenau eine Jagd stattgefunden - offenbar eine "Erntejagd" in einem Maisfeld. Sechs Wochen nach dem tödlichen Schuss hat die Kripo einen Tatverdächtigen ermittelt. Der Jäger muss sich wegen fahrlässiger Tötung und möglicher Verstöße nach dem Jagdrecht verantworten.
(Obduktion: Beifahrer wurde auf B16 von Jagdgewehrkugel getötet. Passauer Neue Presse, 14.8.2018 · Polizei schnappt mutmaßlichen Schützen. BILD, 27.9.2018)

7.8.18: Tödlicher Jagdunfall (1 Toter, 1 Verletzter)
Tödlicher Jagdunfall im Landkreis Cochem-Zell: Als ein 68-jähriger Jäger mit seinem Schwiegersohn einen Hochsitz aufstellte, stürzte dieser herab und begrub die beiden Männer unter sich. Der 68-Jährige erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Kopfverletzungen, der Schwiegersohn musste mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden.
(Jäger von Hochsitz erschlagen. Trierischer Volksfreund, 7.8.2018)

18.7.18: Erntejagd - Jäger erschossen (1 Toter)
Bei einer Erntejagd im thüringischen Unterwellenborn wurde ein 56-jähriger Jäger erschossen. Der Getötete gehörte zu einer Gruppe von sechs Jägern, die während der Ernte auf einem Feld aufgeschreckte Wildschweine schießen wollten. Plötzlich sei einer der Jäger nach einem Schuss zusammengebrochen und noch am Unfallort gestorben. Erst vor wenigen Tagen war ein Mädchen während einer Erntejagd angeschossen worden - ebenfalls in Thüringen.
(56-jähriger Jäger wird bei Erntejagd erschossen. insuedthueringen.de, 18.7.2018)

16.7.18: 52-Jähriger stirbt bei Jagdunfall (1 Toter)
In Ochtrup im Münsterland ist ein 52-jähriger Jäger bei einem Jagdunfall erschossen worden. Am 16. Juli hatten sich fünf Jäger gegen 20.40 Uhr zur Gänse-Jagd getroffen und dann auf verschiedene Positionen verteilt. Nach der Jagd kamen aber nur vier Jäger zurück zum Treffpunkt. Der fünfte Jäger wurde mit einer Schussverletzung tot hinter einem Maisfeld gefunden.
(Ochtruper starb bei Jagdunfall. Westfälischen Nachrichten, 18.7.2018)

8.5.18: Jäger, der Frau erschoss, bricht bei Jagd tot zusammen (1 Toter)
Der Jäger, der bei einer Jagd in der Nacht vom 1. Mai im Landkreis Miltenberg (Unterfranken) aus Versehen seine Lebensgefährtin erschossen hatte, ist vier Tage später im Wald bei einer Nachsuche gestorben. Dies berichtet die . Demnach war der Jäger am Samstag, den 5. Mai mit anderen Jägern auf der Nachsuche nach einem angeschossenen Tier, als er plötzlich vor deren Augen im Wald bei Miltenberg tot zusammenbrach.
(Er hatte aus Versehen seine Frau erschossen: Wenige Tage später stirbt er. Offenbacher Post, 8.5.2018)

3.5.18: Jäger erschießt aus Versehen Frau (1 Tote)
Ein 50-jähriger Jäger hat bei einer nächtlichen Jagd am 1. Mai offenbar aus Versehen seine 47-jährige Lebensgefährtin, ebenfalls eine Jägerin, erschossen. Die beiden waren in einem Wald- und Feldgebiet bei Elsenfeld im unterfränkischen Landkreis Miltenberg auf der Jagd, als gegen 22.20 Uhr der tödliche Schuss fiel, der die Frau in den Oberkörper traf. Gegen den Mann wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.
(Erschossene Jägerin: Partner wieder auf freiem Fuß. FOCUS.de, 3.5.2018)

19.3.18: Jäger stirbt bei Jagdunfall (1 Toter)
Bei einem Jagdunfall in Richstein (Nordrhein-Westfalen) ist ein 38-jähriger Jäger durch einen Schuss aus seinem eigenen Gewehr erschossen worden. Der Jäger ist in seinem Revier offenbar gestolpert, wodurch sich wohl der tödliche Schuss aus seiner geschulterten Jagdwaffe gelöst hatte.
(Schuss löst sich – Jäger (38) stirbt bei Jagdunfall. Westfalenpost, 19.3.2018)

6.3.18: Jäger erschießt Frau, Hund und sich (2 Tote)
Im Eifeldorf Barweiler hat ein Jäger seine Frau, seinen Hund und sich selbst erschossen. Presseberichten zufolge besaß der Mann eine zugelassene Jagdwaffe. Beide Eheleute waren offenbar schwer krank.
(Tragödie in der Eifel – Mann erschiesst Frau, Hund und sich selbst! lokalo.de, 6.3.2018)

5.3.18 Rentner schießt auf Frau und erschießt sich (2 Tote)
In Ahrensburg hat ein 98-jähriger Rentner seine 91-jährige schwer demenzkranke Frau in einem Altenheim niedergeschossen. Danach soll er die Schusswaffe auf sich gehalten und abgedrückt haben. Der Mann war auf der Stelle tot – seine Ehefrau überlebte dank Notarzt, erlag aber zwei Tage später den schweren Verletzungen. Ersten Erkenntnissen nach soll der 97-jährige Mann als Jäger registriert gewesen sein und daher legal die Waffe besessen haben.
(Nach Verzweiflungstat in Ahrensburg Demenzkranke Frau erliegt ihrer Schussverletzung. Hamburger Morgenpost, 6.3.2018 · Senior will seine Frau erschießen und tötet sich danach selbst. Heimatecho, 7.3.2018)

11.2.18: Erschossene Jägerin in Auto aufgefunden (1 Tote)
In Premnitz (Havelland) wurde eine 57-jährige Jägerin mit einer Schussverletzung leblos in einem Auto aufgefunden. Eine Waffe soll laut Zeitungsberichten nicht gefunden worden sein.
(Frau in Auto erschossen aufgefunden. B.Z., 11.2.2018)

2.2.18 Jäger erschießt Nachbarin und sich selbst (2 Tote)
Ein Jäger hat in Darmstadt seine 50-jährige Nachbarin erschossen. Die Frau war Mutter eines zwölf Jahre alten Jungen. Anschließend schoss sich der 45-jährige Waidmann selbst in den Kopf. Laut Staatsanwaltschaft habe der Jäger auf die Frau vier Schüsse aus seiner Pistole abgegeben: Einen Schuss ins Knie, zwei Schüsse in den Kopf und einen Schuss in den Rippenbogen. Offenbar war der Mann in den letzten Jahren öfter wegen Sachbeschädigung und Ruhestörung aufgefallen. Laut Ordnungsamt hatte der 45-Jährige im Oktober 2016 eine Waffenbesitzkarte beantragt und erhalten, um als Jäger ein Gewehr und eine Pistole führen zu dürfen. "Die Polizei hat genau gewusst, dass der Mann nicht richtig tickt, wir wollten ihn hier weghaben", zitiert die Allgemeine Zeitung einen Anwohner.
(Frau am Darmstädter Kavalleriesand von vier Schüssen getroffen. Allgemeine Zeitung am 2.2.2018)

9.1.18: Jäger erschießt sich aus Versehen selbst (1 Toter)
Bei der Jagd auf Wildschweine kam ein 56-jähriger Jäger bei Gerstetten durch einen versehentlichen Schuss aus seiner eigenen Jagdwaffe ums Leben. Offenbar hatte sich der tödliche Schuss beim Besteigen des Hochsitzes gelöst. Dass ein solcher Jagdunfall mit einem Gewehr passiere, sei nicht so ungewöhnlich, zitiert die Südwest Presse den Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm.
(Schuss löst sich – Mann stirbt auf der Jagd. Südwest Presse, 9.1.2018)

Bilanz erschreckend: Über 30 Tote durch Jäger 2017

Über 30 Tote durch Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2017

Seit dem Jahr 2001 dokumentiert die Initiative zur Abschaffung der Jagd die Opfer von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen.Auch 2017 schockierten Meldungen über Menschen, die von Jägern erschossen oder Opfer von Jagdunfällen wurden, die Öffentlichkeit: Insgesamt gab es mindestens 31 Tote. Liest man die Meldungen, so fällt auf, dass es sich nicht nur um klassische Jagdunfälle (»Jäger verwechselt Jäger mit Wildschwein«), sondern vor allem um bewaffnete Beziehungstaten (»Jäger erschießt Ehefrau«) handelt. Hinzu kommen mehrere Hundert Verletzte sowie die ständige Gefährdung Unbeteiligter (Spaziergänger, Radfahrer, Autofahrer, ...).
Vor diesem Hintergrund fordert die Initiative zur Abschaffung der Jagd: Abschaffung der Hobbyjagd JETZT!

Tote durch Jagdunfälle/Straftaten mit Jägerwaffen

Die Meldungen, die Sie im Folgenden lesen, wurden aufgrund von vorliegenden Presseberichten erstellt. Dies kann sicherlich einerseits zu Fehlerquellen führen, andererseits niemals alle Fälle erfassen kann. Die Aufstellung erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Die Dunkelziffer liegt sicherlich höher. Denn gerade bei Familientragödien („Ehefrau erschossen“) wird selten bekannt, woher der Täter die Schusswaffe hatte, ob er also Jäger oder Schütze war.

14.12.17: Tödlicher Jagdunfall bei Treibjagd (1 Toter)
Bei einer Treibjagd am Vordersberg in Südhessen hat sich ein 76-jähriger Jäger offenbar aus Versehen selbst erschossen. Der Senior wurde von einem Jagdgenossen zusammengesackt und mit einer Schusswunde im Oberkörper aufgefunden. Die Polizei schloss ein Fremdverschulden aus, die tödliche Kugel sei auf keinen Fall aus den Reihen der Jagdgenossen gekommen, sondern aus dem Repetiergewehr des getöteten Jägers. (Jagdunfall: 76 Jahre alter Mann im Heppenheimer Stadtwald getötet. Bürstädter Zeitung, 14.12.2017)

4.12.17: Angeschossenes Wildschwein tötet Jäger
Ein tödlicher Jagdunfall hat sich bei einer Treibjagd in der Nähe von Greifswald ereignet: Ein 50-jähriger Jäger, der ein Wildschwein angeschossen hatte und auf der Nachsuche nach dem Tier war, um ihm den Fangschuss zu geben, wurde von dem Tier getötet. (Pressemeldung der Polizeiinspektion Anklam, 4.12.2017)

2.11.17: Jäger erschießt Frau und sich (2 Tote)
Ein über 80-jähriger Jäger hat in Remse (Sachsen) erst seine Frau erschossen, dann sich selbst. Aussagen von Nachbarn soll die Frau soll schon seit vielen Jahren schwer krank gewesen sein. (Familientragödie mitten im Dorf. Freie Presse, 2.11.2017)

1.11.17: 81-jähriger Jäger stirbt bei Jagd (1 Toter)
Bei einer Treibjagd mit mehr als 60 Jägern in einem Privatwald bei Ballenstedt im Harz ist ein 81-jähriger Jäger tot gefunden worden. Ob es sich um einen Jagdunfall oder ein Verbrechen handelt, werde derzeit ermittelt. Die Staatsanwaltschaft in Halberstadt schließe nach bisherigen Ermittlungen einen Selbstmord aus. „Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen dabei mehr als 60 sichergestellte Waffen der Jagd-Kollegen. (Jäger im Wald bei Ballenstedt erschossen. Volksstimme, 1.11.2017)

30.10.17: Tödlicher Jagdunfall (1 Toter)
Die Leiche eines 61-jähriger Jägers wurde im Landkreis Rostock nach dem Herbststurm „Herwart“ unter einem umgestürzten Hochsitz gefunden. (Sturm stürzt Hochsitz um: Jäger tot aufgefunden. Ostsee-Zeitung, 30.10.2017)

26.10.17: 73-Jähriger erschießt Ehefrau und sich (2 Tote)
Im Kreis Olpe hat 73-jähriger Mann erst seine 60-jährige Ehefrau und dann sich selbst in der Wohnung erschossen. Neben den Leichen wurde eine Langwaffe aufgefunden. Der Sohn hatte Suizidankündigung seines Vaters per SMS bekommen. Ob der 73-Jährige die „Langwaffe“, also das Gewehr, als Jäger besessen hat, wurde noch nicht bekannt. (Tötungsdelikt. Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Siegen der KPB Olpe und des PP Hagen, 26.10.2017)

17.10.17: Prozess - Jäger erschießt Ehefrau (1 Tote)
Ein 63-jähriger Jäger hat vor dem Landesgericht in Halle gestanden, dass er seine Frau im Mai mit einem Schuss in den Kopf tötete. Als Grund habe der Jäger angegeben, seine Frau habe ihn immer wieder mit Tigerbalsam eingecremt und er habe geglaubt, dass sie ihn damit vergiften wollte. Die Staatsanwaltschaft gehe davon aus, dass der Brachstedter zum Tatzeitpunkt schuldunfähig war. Er leide an einer „halluzinatorischen paranoiden Psychose“. Trotzdem habe er mehrere Waffen besessen. (Jäger gesteht, Ehefrau erschossen zu haben. Mitteldeutsche Zeitung, 17.10.2017)

17.10.17: Mann erschießt Frau und sich selbst (2 Tote)
Offenbar aus Verzweiflung über die Trennung erschoss ein 43-Jähriger im Sauerland erst seine Frau und dann sich selbst. Die Polizei fand die Leichen und eine Waffe im Hof. Woher der Täter die Schusswaffe hatte, ob er Jäger oder Sportschütze war, wurde noch nicht bekannt. (Mann erschießt seine Frau, dann sich selbst. BILD, 17.10.2017)

17.9.17: Zwei Männer in Kneipe erschossen (2 Tote)
In einer Kneipe im oberbayerischen Traunreut hat ein 62-Jähriger mit Schüssen aus seiner Repetierbüchse zwei Männer erschossen, beide 31 Jahre alt. Zwei Frauen im Alter von 50 und 28 Jahren wurden durch Schüsse schwer verletzt. Die Polizei fand in der Wohnung des mutmaßlichen Täters eine Langwaffe und Munition. Ob der Mann Jäger oder Sportschütze war, wurde noch nicht bekannt. (Tödliche Schüsse in der oberbayerischen Kneipe. WELT am 17.9.2017)

30.7.17: 78-Jähriger schießt Ehefrau in Kopf und erschießt sich selbst (1 Toter)
Ein 78-Jähriger hat in einem Haus am Tegernsee erst auf seine 20 Jahre jüngere Ehefrau geschossen und dann sich selbst erschossen. Die Frau konnte sich mit einer schweren Schusswunde am Kopf aus dem Haus flüchten. Woher der 78-Jährige die Waffe hatte und ob er Jäger war, ist noch nicht bekannt. (78-Jähriger schießt auf Frau und begeht Selbstmord. Abendzeitung München, 30.7.2017)

6.7.17: Großvater erschießt Enkel und sich selbst (2 Tote)
Ein 79-Jähriger soll im Landkreis Rosenheim seinen acht Jahre alten Enkel erschossen haben. Der 79-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt in einem nahe gelegenen Wald gefunden. Er starb wenige Stunden später im Krankenhaus. „Die Kripo geht davon aus, dass der Mann sich mit derselben Waffe, mit der er seinen Enkel erschoss, selbst richten wollte“, so die Augsburger Allgemeine. Woher der Großvater die Waffe hatte bzw. nähere Angaben zu der Schusswaffe, wurden aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht bekannt gegeben.
Die Tatsache, dass er nach den tödlichen Schüssen in den Wald flüchtete, wo er sich ebenfalls erschießen wollte, könnte darauf hindeuten, dass er Jäger war.
Der Oberstaatsanwalt bestätigte Hinweise, wonach der Junge wohl zeitweise im Rollstuhl saß. "Es lag eine Behinderung bei dem Kind vor", wird er in der Augsburger Allgemeinen zitiert.
(Nach Familiendrama: Auch der Großvater ist tot. Augsburger Allgemeine 6.7.2017)

13.6.17: Jäger schießt sich ins Knie – tot (1 Toter)
In der in der Altmark in Sachsen-Anhalt hat sich ein 76-jähriger Jäger aus Versehen mit seinem eigenen Gewehr ins Knie geschossen und tödlich verletzt. Der tödliche Schuss löste sich aus dem Gewehr, als der Jäger mit der Waffe aus seinem Auto ausstieg. (Schuss löst sich aus Gewehr - Jäger verblutet. Hessisch-Niedersächsische Allgemeine am 13.6.2017)

23.5.17: Mann erschießt Frau und sich selbst (2 Tote)
Im Kreis Rendsburg-Eckernförde soll ein Mann soll seine Partnerin und anschließend sich selbst erschossen haben. Die Hintergründe der Tat seien noch nicht bekannt. Auch ist nicht bekannt, woher der Mann die Schusswaffe hatte, ob er Jäger oder Schütze war. (Tragödie in Dörphof: Mann erschießt Frau und sich selbst. Eckernförder Zeitung, 23.5.2017)

19.5.17: Jäger erschoss Ehefrau mit Schrotflinte (1 Tote)
Ein Unternehmer aus Bad Oeynhausen wurde vom Landgericht Bielefeld wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, weil er seine von ihm getrennt lebende Ehefrau mit einem Schrotgewehr in ihrem Auto erschossen hatte. Laut Presseberichten sei der Täter in Griechenland regelmäßig zur Jagd gegangen. (Frau mit Schrotflinte ermordet - Lebenslang für Ehemann. Rheinische Post am 19.5.2017)

18.5.17: Tödlicher Bauchschuss nach Kampf mit Reh (1 Toter)
Ein 67-jähriger Jäger wollte in einem Waldstück bei Grimma (Sachsen) ein angeschossenes Reh mit einem Gewehrkolben erschlagen. Dabei löste sich ein Schuss und traf den Jäger in den Bauch. (Jäger starb nach Kampf mit angeschossenem Rehbock. tag24.de, 18.5.2017)

12.5.17: 86-jähriger erschießt Frau und sich (2 Tote)
Ein 86-jähriger Mann hat in Wittlich auf erst seine 83-jährige Frau und dann auf sich selbst geschossen. Beide starben an den Schussverletzungen wenig später im Krankenhaus.
Die Tatwaffe wurde in der Wohnung gefunden. (Wittlicher Ehepaar stirbt nach Familiendrama. input-aktuell.de, 13.5.2017)

11.5.17: Hobbyjäger erschoss Ehefrau (1 Tote)
In Sachsen-Anhalt hat ein 63-jähriger Hobbyjäger seine Frau erschossen und anschließend die Waffe gegen sich selbst gerichtet. Die Polizei fand im Inneren des Hauses die Leiche der 56-jährigen Frau und den Mann mit einer schweren Schussverletzung. Laut Staatsanwaltschaft soll er in seiner Freizeit zur Jagd gegangen sein. (Tötete Mann die eigene Ehefrau? BILD, 11.5.2017)

8.5.17: Nachbarin und sich erschossen (2 Tote)
Ein 61-Jähriger hat im saarländischen Homburg seine Nachbarin erschossen und anschließend sich selbst getötet. Vorausgegangen war offenbar ein Streit um den Hund der Nachbarin. Laut einer Zeugin wollte die Nachbarin zur Arbeit zu fahren, „als plötzlich der Mann, der im Haus gegenüber wohnt, mit einem Gewehr auf sie zukam und in ihr Auto schoss“. Anschließend flüchtete der Täter in ein nahe gelegenes Waldgebiet und erschoss sich dort selbst. Dass der 61-Jährige eine Waffe besaß, sei bekannt gewesen. (Streit um Hund endet tödlich. Saarbrücker Zeitung vom 8.5.2017)

7.4.17: 88-Jähriger erschießt Ehefrau und sich (2 Tote)
In Augsburg hat ein 88-Jähriger zuerst seine drei Jahre jüngere Ehefrau erschossen und sich danach selbst getötet - laut Polizei eine „Verzweiflungstat“. Ob es sich um einen Jäger oder um einen Schützen handelte, wurde noch nicht bekannt. (Mann erschießt Ehefrau und tötet sich selbst. Augsburger Allgemeine, 7.4.2017)

3.4.17: 80-jähriger Jäger mit Kopfschuss im Wald (1 Toter)
Ein 80-jähriger Jäger ist in einem Waldstück bei Beetz (Oberhavel) mit einem Kopfschuss tot aufgefunden worden. Laut Polizei könne eine Fremdeinwirkung Dritter ausgeschlossen werden. (Märkische Oderzeitung, 3.4.2017)

7.1.17: Familiendrama: Zwei Personen mit Schussverletzungen (2 Tote)
In Arnstein (Lkr. Main-Spessart) hat ein Hausbewohner zwei Familienangehörige, einen Mann und eine Frau, mit Schussverletzungen leblos in der Wohnung gefunden, an denen sie später im Krankenhaus starben. Es scheint sich um ein Familiendrama zu handeln. Laut dem Pressesprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken habe sich die Tatwaffe legal im Haus befunden. Ob ein Familienmitglied die Schusswaffe als Jäger oder als Sportschütze besessen hat, wurde noch nicht bekannt. Der Landkreis Main-Spessart ist sehr ländlich geprägt und eine Jägerhochburg. (Mann und Frau schweben weiter in Lebensgefahr. BR, 7.1.17. - Zweites Opfer nach Arnsteiner Familiendrama gestorben. Merkur, 2.3.2017)

Jagdverbände spielen Opferzahlen herunter

Jagdverbände bemühen zur Verschleierung der tatsächlichen Opfer gerne eine gezielte Sprachverwirrung. So wird behauptet, es gebe kaum Tote durch legale Waffen – die illegalen Waffen seien das Problem. Nun ist es aber so: Wenn ein Jäger im Streit den Nebenbuhler, den Nachbarn oder den Saufkumpan erschießt oder auf einen Kneipengast schießt, ist dies eine illegale Verwendung der (an sich legalen) Waffe. Diese Tat ist dann also eine Straftat mit einer illegalen Waffe - und wird somit von Jagdverbänden selbstverständlich unter den Teppich gekehrt.

Auch so genannte Familientragödien in Jägerhaushalten, bei denen der Jäger seine Ehefrau oder erst seine Frau und dann sich erschießt, der Jäger die Frau erschießt, weil sie sich trennen will oder die Frau wegen Schulden erschießt, oder bei denen die Jägerin ihren Ehemann (auch Jäger) erschießt oder der Sohn zum Gewehr des jagenden Vaters greift, tauchen in den Pressemitteilungen der Jagdverbände natürlich nicht auf. Obwohl es ohne die Jagdwaffe im Haus mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auch keine Toten gegeben hätte.

Waffe im Haus erhöht Risiko von Familientragödien

Einer Studie des Max-Planck-Instituts zufolge, die sich über einen Zeitraum von 10 Jahren erstreckte, kommt es zu 100 Toten bei Familiendramen jährlich in Deutschland – meist mit legalen Waffen.
Der Kriminologe Dietrich Oberwittler vom Freiburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, der ein Projekt zum Thema Familiendramen leitete, sagte in der Sendung "TV Südbaden aktuell" bereits vor einigen Jahren: „Denn allein die Tatsache, dass man eine Schusswaffe besitzt, kann dazu führen, dass es dann im Konfliktfall eher mal zu so einer Gewalttat kommt, die vielleicht nicht passiert wäre, wenn es eben keine Waffe gegeben hätte.“
(TV Südbaden aktuell, 8.7.2011)
Kommt es in einem Jäger-Haushalt zum Beziehungsstreit, ist die Schusswaffe griffbereit - und der Jäger hat das Töten lange Jahre geübt. In Normal-Haushalten dagegen ist gar keine Schusswaffe vorhanden - also kann auch niemand erschossen werden.

In der Psychologie spricht man auch vom "Waffeneffekt": Wissenschaftlter haben in Experimenten nachgewiesen, dass das Vorhandensein von Waffen im Versuchslabor bei frustrierten Versuchspersonen zu einem höheren Aggressionsniveau (Aggression) führte im Vergleich zu Situationen, in denen nur harmlose Alltagsgegenstände (z.B. Federballschläger) lagen. "Es wird dabei davon ausgegangen, dass Waffen mit Aggression assoziiert werden und von daher die Waffen als aggressive Hinweisreize fungieren und es so zu erhöhter Aggression kommt", heißt es im Lexikon der Psychologie (DORSCH, 17. Aufl.).

"Klassische" Jagdunfälle

Ein klassischer "Jagdunfall" ist ein Unfall bei einer legalen Jagd mit legalen Waffen, bei dem "aus Versehen" ein Mensch mit einem Wildtier verwechselt wurde, die Kugel einen anderen Verlauf nahm als geplant oder das Gewehr "aus Versehen" losging, weil zum Beispiel sich die Leine des Jagdhundes um den Abzug wickelte oder die Waffe beim Verstauen im Auto losging. Im Fall von klassischen Jagdunfällen sind Jäger versichert, daher gibt es hier Zahlen: Universitätsstudien und Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften zufolge liegt die Zahl der jährlichen Jagdunfälle bei ca. 1600. Wobei sicherlich leichtere Jagdunfälle gar nicht bei der Versicherung gemeldet werden. Opfer von Jagdunfällen werden sowohl Jägerkollegen und Treiber, es trifft aber auch immer wieder völlig unbeteiligte Personen wie Spaziergänger, Radfahrer, Hundehalter beim Gassigehen, Menschen im Feld, Menschen in ihrem Garten, Mädchen beim Rasenmähen, Bauern bei der Arbeit und sogar Autofahrer auf der Landstraße, einen Überlandbus oder Menschen in ihren Wohnungen.

Schluss mit der Hobbyjagd!

„Schusswaffen gehören nicht in die Hände von Freizeitjägern, die diese völlig unkontrolliert benutzen können“, so Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. „Es wird Zeit, dass die Hobbyjagd in Deutschland verboten wird!“ Mit dieser Forderung liegt die Initiative zur Abschaffung der Jagd voll im Trend. Repräsentative Umfragen der letzten Jahre zeigen: Zwei Drittel der Deutschen sind gegen die Hobbyjagd.

Hinzu kommt: Das Durchschnittsalter der deutschen Jäger liegt bei weit über 50 Jahren (Quelle: Deutsche Jagdzeitung), in vielen Gegenden gar bei 57 oder 58 Jahren. Bei Soldaten und Polizisten gibt es Altersgrenzen für den Umgang mit Waffen. Nur die Jäger dürfen bis ins Greisenalter hinein Waffen tragen und damit rumballern! Müsste nicht aus Sicherheitsgründen ein Höchstalter für Waffenträger festgesetzt werden?

Die Natur braucht keine Jäger!

Die Mär vom Jäger als Naturschützer ist längst widerlegt. Wissenschaftliche Studien belegen die Selbstregulierungsfähigkeit der Natur. Auch die Erfahrungen in großen europäischen Nationalparks und unbejagten Gebieten zeigen: Es geht Natur und Tieren ohne Jagd viel besser!

Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, ist überzeugt: »Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.« (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)

Jagd ist nicht nur überflüssig, sondern sogar contraproduktiv: Obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden, wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, steigt ihre Anzahl immer weiter. Denn so paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, um so stärker vermehren sie sich. Eine Langzeitstudie kommt zu dem Ergebnis: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. (Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009)

Jagd provoziert vielfach erst so genannte Wildschäden und den »Verbiss« im Wald. Rehe sind von ihrer Natur her Bewohner von Wiesen und dem Waldrand. Die Jagd treibt die Tiere in den Wald hinein, wo sie dann keine - für sie lebenswichtigen - Gräser und Kräuter finden und ihnen nichts anderes bleibt, als an Knospen zu knabbern. Zudem werden die Tiere durch die Jagd unnötig aufgescheucht, was ihren Nahrungsbedarf und damit die Fraßschäden oft weiter erhöht.

Die Jagd auf Füchse versuchen die Jäger gegenüber der Öffentlichkeit mit zwei Argumenten zu rechtfertigen: dem Schutz der Bevölkerung vor Tollwut und Fuchsbandwurm. Der Haken daran: Deutschland gilt seit 2008 nach den internationalen Kriterien der »Weltorganisation für Tiergesundheit« als tollwutfrei. Und: Seit Jahren weisen Forscher darauf hin, dass die Angst vor dem Fuchsbandwurm übertrieben ist. In Deutschland ist kein einziger Fall einer Infektion über Waldbeeren dokumentiert.

Der renommierte Ökologie- und Evolutionsbiologe Prof. Dr. Josef Reichholf kam bei seinen langjährigen Forschungen zu dem Ergebnis, dass die Jagd - nach der industriellen Landwirtschaft - der »Artenfeind Nr. 2« ist.

Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger in der Öffentlichkeit immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Jägern angepöbelt und bedroht werden - und sie protestieren gegen Ballerei in Stadtparks, auf Friedhöfen und in Naherholungsgebieten. Immer wieder ist in der Zeitung zu lesen, dass Jäger aus Versehen Menschen oder Ponys auf der Weide mit Wildschweinen verwechseln - das kann einem beim Spaziergang schon Angst machen. Millionen Tierfreunde haben kein Verständnis, wenn ihre Hauskatzen abknallen oder drohen, den Hund zu erschießen. Warum Jäger Hasen tot schießen, obwohl sie auf der Roten Liste bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,7 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen.

BVerG: Null-Promille-Grenze für Jäger

Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts: Ein Jäger verliert seinen Waffenschein, weil er alkoholisiert von seinem Hochsitz geschossen hatte. Auf der Rückfahrt hielt ihn die Polizei mit 0,47 Promille an.

"Macht ein Waffenbesitzer in alkoholisiertem Zustand von seiner Schusswaffe Gebrauch, rechtfertigt dies die Annahme, dass er im waffenrechtlichen Sinne unzuverlässig ist, auch wenn zum Alkoholkonsum kein weiteres Fehlverhalten hinzutritt", so das
Bundesverwaltungsgericht in seiner Pressemitteilung.

Der betreffende Jäger war mit seinem Kraftfahrzeug von seinem Haus zu einem nahegelegenen Wald zur Jagd gefahren, nachdem er zuvor zwei Gläser Rotwein (0,5 l) und ein Glas Wodka (30 ml) getrunken hatte, so die Pressemitteilung des BVerwG. Weiter heißt es: "Von einem Hochsitz aus erlegte er einen Rehbock mit einem Schuss. Auf der Rückfahrt wurde er von Polizeibeamten angehalten. Ein freiwilliger Alkoholtest vor Ort ergab einen Wert von 0,47 mg/l Atemluftalkoholkonzentration, ein späterer Alkoholtest auf der Wache einen Wert von 0,39 mg/l."


Bild: Karikatur von Bruno Haberzettl aus: "Brunos Jagdfieber", Ueberreuther-Verlag 2013

"Nach der einschlägigen Vorschrift des Waffengesetzes besitzen Personen die erforderliche Zuverlässigkeit nicht, bei denen Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie mit Waffen und Munition nicht vorsichtig oder sachgemäß umgehen", begründet das Bundesverwaltungsgericht seine Entscheidung. "Vorsichtig und sachgemäß geht mit Schusswaffen nur um, wer sie ausschließlich in nüchternem Zustand gebraucht und sicher sein kann, keine alkoholbedingten Ausfallerscheinungen zu erleiden, die zu Gefährdungen Dritter führen können. Bei der vom Kläger konsumierten Alkoholmenge waren solche Ausfallerscheinungen jedenfalls nicht hinreichend sicher ausgeschlossen. Diese war vielmehr geeignet, die Reaktionsgeschwindigkeit sowie die Wahrnehmungsfähigkeit zu mindern und enthemmend zu wirken. Ob und gegebenenfalls in welchem Umfang bei dem Kläger im konkreten Fall alkoholbedingte Ausfallerscheinungen aufgetreten sind, ist unerheblich. Unvorsichtig und unsachgemäß ist der Gebrauch von Schusswaffen bereits dann, wenn ein Waffenbesitzer hierbei das Risiko solcher Ausfallerscheinungen eingegangen ist. Die waffenrechtliche Zuverlässigkeit setzt die Fähigkeit und die Bereitschaft voraus, Risiken mit dem Potential der Schädigung Dritter strikt zu vermeiden, zumal wenn dies problemlos möglich ist."
Aktenzeichen: BVerwG 6 C 30.13 - Urteil vom 22. Oktober 2014


Jagd - Gefahr für Autofahrer

Treibjagden: Tiere flüchten in Panik
Seit die Jagdsaison diesen Herbst begonnen hat, sind die Zeitungen voll mit Meldungen über Wildunfälle. Doch im Grunde sind es nicht die Tiere, welche den Straßenverkehr gefährden – Wildschweine und Rehe befinden sich auf der Flucht vor den tödlichen Kugeln der Jäger. Somit ist die Jagd, insbesondere Treib- und Drückjagden, eine Gefahr für Autofahrer - und sogar Passanten und Geschäftsleute in Ortschaften.

Treibjagden als Ursache für Wildunfälle

Es vergeht derzeit kaum ein Tag, an dem sich nicht durch eine Treibjagd ein Unfall ereignet. Aufgescheucht durch 50 oder gar mehr als 100 Jäger und Treiber, gehetzt von einer Meute von Jagdhunden, rennen die Wildtiere um ihr Leben. Dabei flüchten sie auch über Straßen und Autobahnen, wo sich dann die so genannten Wildunfälle ereignen. Die Folgen sind erschreckend: Kürzlich wurde eine junge Frau schwer verletzt, weil ein Damhirsch die Windschutzscheibe durchschlagen hatte. Ursache war laut Pressemeldungen eine Treibjagd.
Wer haftet nun für den Schaden? Wer ist für den Verkehrsunfall verantwortlich? Werden dafür die Jäger zur Rechenschaft gezogen?
Sind also die Autofahrer selbst schuld, weil sie nicht mit der Treibjagd gerechnet haben? Oder müssten nicht vielmehr die Treibjagden verboten werden – wegen der Verkehrssicherheit ebenso wie aus Tierschutzgründen? Und: Ist eigentlich in der Öffentlichkeit bekannt, dass viele so genannte Wildunfälle durch Jäger verursacht wurden?