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DER SPIEGEL 44/2001: JAGD - "Da kommt das Blut ins Kochen"

Die deutschen Waidmänner geraten ins Kreuzfeuer.

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Prof. Dr. Reichholf: Jägerlatein und Wildbiologie



Prof. Dr. Josef H. Reichholf zum Thema «Jägerlatein und Wildbiologie», Vortragsabend vom 15. 10. 2013 an der Uni Basel:
"Ein Jagdverbot in Basel: wissenschaftlich möglich und praktisch bewiesen.
Warum es funktionieren kann. Die Theorie verständlich erklärt."
Powerpoint-Präsentation

Im Kanton Genf trat bereits 1974 ein vollständiges Jagdverbot in Kraft. Seither wurden deutliche Veränderungen im Verhalten der Wildtiere festgestellt, die für alle Beteiligten (Tier, Pflanze und Mensch) eine Besserung gebracht haben: Die Wildtierbestände regulieren sich selbstständig erfolgreich, die Tiere verlieren einen großen Teil der unnatürlichen Scheu, die durch die Jagd hervorgerufen wird, und die Menschen erhalten ein verlorengegangenes Verständnis für die Natur und ihre Zusammenhänge zurück.

Lesen Sie dazu auch: www.jagdreguliertnicht.ch



Ökologisch-wildbiologische Feststellungen

Änderung der Jagdverordnung in Hessen

Kurze Stellungnahme zur Anhörung am Montag, den 2. November 2015

Prof. Dr. Josef H. Reichholf

1. Ökologisch-wildbiologische Feststellungen

- Die Jägerschaft geht von der Notwendigkeit aus, frei lebende Wildtierbestände regulieren zu müssen. Das jeweils geltende Jagdrecht bietet dafür den gesetzlichen Rahmen.
- Diese Annahme wird grundsätzlich und ungeprüft auf alle Arten übertragen, für die Jagdzeiten festgelegt sind.
- Annahmen sind jedoch keine Beweise, weder für die Notwendigkeit der Bejagung überhaupt, noch für eine bestimmte Intensität.
- Die Annahmen implizieren, dass ohne Bejagung die betreffenden Arten „außer Kontrolle“ geraten und sich „übermäßig vermehren“ würden.
- Für all diese Annahmen gibt es im Gültigkeitsbereich des Deutschen Jagdrechts und der Länderjagdrechte allerdings keine Beweise.
- Unbejagte oder nur im Einzelfall ausnahmsweise bejagte Gebiete, wie der Siedlungsbereich, insbesondere Städte und Großstädte sowie manche Naturschutzgebiete, zeigen hingegen, dass sich die darin lebenden Arten tatsächlich nicht über Gebühr vermehren und auch keiner anhaltenden jagdlichen Kontrolle bedürfen.
- Im Gegensatz zu den Verhältnissen in der freien Natur, in der sie durch die Bejagung (sehr) scheu gehalten werden, vermindern die Wildtiere in den Städten ihre Scheu. Sie sind für die Bevölkerung nun erlebbar und gut zu beobachten.
- Die gemäß Deutschem Jagdrecht durchgeführte Bejagung macht das Wild nicht nur sehr scheu, sondern sie verändert auch die tageszeitlichen Aktivitätsmuster der Wildtiere. Hauptfolgen sind die Wildunfälle im Straßenverkehr, wobei nach Angaben des Deutschen Jagdschutzverbandes z. B. im Jahr 2014 in Deutschland 18 Menschen ums Leben kamen und 2824 z. T. schwer verletzt wurden. Die Kosten für die KfzVersicherungen beliefen sich auf ~ 550 Millionen €.
- Die Bestände der zu regulierenden Arten wurden dennoch nicht „reguliert“, wie u. a. die Zunahme der Wildschweine beweist.
- In Hessen z. B. hatte die starke Steigerung der Abschusszahlen von Füchsen keine Zunahme bzw. Wiedererholung der Bestände des Feldhasen erzielt. Das beweisen die Jagdstatistiken.
- Vielmehr werden die Bestände von Arten, denen es unter den gegenwärtigen Lebensbedingungen gut geht, durch die Bejagung anhaltend auf hohem Bestandsniveau gehalten
– Musterbeispiele bieten der Reh-Abschuss in Deutschland und die „Raubzeugbekämpfung“ (nicht nur in Bayern, sichtbar an den Beständen der Rabenkrähen). Weder die Ausbreitung von Waschbär und (in Ostdeutschland) der Marderhunde ist gestoppt worden, geschweige denn unter Kontrolle, noch haben Abschussgenehmigungen für Kormorane die seitens der Angler und Teichwirte gewünschten Ziele erreicht.
- Fehlabschüsse (oder auch beabsichtigte) seltener Arten vermindern dagegen deren Chancen der Wiederausbreitung oder Bestandserhaltung. Noch immer zeichnet sich der vor einem Vierteljahrhundert aufgelassene „Eiserne Vorhang“ völlig klar in den Verbreitungsmustern und Häufigkeiten gerade der jagdbaren Arten ab. Im „Osten“ sind sie vorhanden, im „Westen“ fehlen sie oder sind sehr rar, ohne dass natürliche Gründe dafür vorgebracht werden können.
- Die Jagd fördert nach wie vor die für sie interessanten Arten durch (übermäßige) Hege und versucht die von ihr so bezeichneten „Raubtiere“ und das „Raubzeug“ zu unterdrücken. Eine unabhängige Kontrolle der Wildbestände, ihrer Produktivität (und der davon abhängenden möglichen Nutzbarkeit) und der Auswirkungen der Abschüsse ist in Deutschland nicht vorhanden. Daher fehlen auch die Beweise für die Notwendigkeiten und Ergebnisse der angeblichen Wildbestandsregulierungen.

2. Wünschenswerte Ziele aus Sicht der Allgemeinheit
- Vollschonung aller Tierarten, die nicht der Ernährung dienen und die nur aus jagdlicher Leidenschaft (Passion) geschossen werden.
- Weitestgehende Schonung solcher Arten, die zwar als Wildpret verwertet werden (können), dafür aber nicht nötig sind (Vogelarten, wie Tauben, Wildenten und Wildgänse). - Verminderung der Scheu von Wildtieren durch angepasste Jagdmethoden, die verhindern, dass die betroffenen Wildtiere überwiegend nachtaktiv sind und dadurch für Menschen lebensgefährliche und kostspielige Verkehrsunfälle verursachen. 18 Tote und Hunderte Schwerverletzte pro Jahr sind nicht nur zu viel, sondern unbedingt zu vermeiden.
- Die Interessen der Allgemeinheit (Erlebniswert der frei lebenden und erlebbaren Tiere „draußen in der Natur“) und nicht nur die persönlichen der Jägerschaft gehören umfassend berücksichtigt; insbesondere auch im Staatswald (der bekanntlich nicht den Staatsforstverwaltungen gehört).
- Die Entscheidung von Grundstückseigentümern, dass auf ihren Flächen keine Jagdausübung stattzufinden hat, sollte ohne verfahrenstechnischen Zeitverzug in Wirkung gesetzt werden.

25. Oktober 2015



Jagd reguliert nicht



Gottlieb Dandliker, Faunainspektor im Kanton Genf (Jagdverbot seit 1974), 15. 10. 2013 an der Uni Basel:
"Ein Jagdverbot in Basel: wissenschaftlich möglich und praktisch bewiesen"



Lesen Sie

Fakten gegen die Jagd

 

Warum jagen Jäger wirklich?

 

Natur ohne Jagd

 

Reform der Jagdgesetzgebung

 

Jagd reguliert nicht

 

Ursachen Wildschweinschwemme

 

Studie Wildschweinjagd

 

Füchse - Gejagte Überlebenskünstler

 

Räude bei Füchsen und Jägerlatein

 

Fuchsbandwum: Risikofaktor Jagd

 

Schonzeit für Füchse!

 

Schäden durch Wildtiere?

 

Greifvogelverfolgung

 

Forschung und Artikel

 

Kleines Lexikon des Jägerlateins

 

Sex & crime

 

Artikel Dr. H. F. Kaplan

 

Jäger in der Dichtung

 

Ethik

 

Interviews

 

Unterricht

 

Literatur

 

Repräsentative Umfragen

 




 



Fakten gegen die Jagd

Es wird Zeit für eine Natur ohne Jagd!
Jagd: "Artenfeind Nr. 2"
Es gibt keine wissenschaftlichen Gründe für die Jagd
"Aber die Jäger hegen doch die Tiere..."
"Hege" - ein Relikt aus der Nazi-Zeit
Vergiftung der Natur mit hochtoxischem Blei
Schützt Jagd vor Tollwut und Fuchsbandwurm?
Die wahren Gründe für die Jagd auf Füchse
Mehr Jagd führt zur Vermehrung der Wildschweine
Jäger geben zu: Jagd kann Wildschweine nicht regulieren
»Wildschweinplage«? - Schäden werden überschätzt!
Bauern müssen sich den Naturbedingungen anpassen
Fressen Rehe den Wald auf?
Studien: Waldverjüngung durch Hirsche
Je mehr Jagd, desto mehr Waschbären
Kormorane: Natur reguliert den Bestand
Studie: Vogelschutz durch Abschaffung der Jagd
Viele Tiere sind nicht sofort tot
"Hochbetagte Jäger nicht auf Schießstand zwingen"
Ohne Jagd finden Natur und Tiere ins Gleichgewicht
Sind Jäger Naturschützer?
80% der Deutschen sind gegen die Jagd
Sonderausgabe »Natur ohne Jagd«



Es wird Zeit für eine Natur ohne Jagd!

Die wenigsten Menschen wollen es wahrhaben, und doch ist es in deutschen Wäldern blutige Realität: 320.000 Jäger bringen jedes Jahr 5 Millionen Wildtiere ums Leben. 5 Millionen Tiere jedes Jahr – das sind 13.700 jeden Tag, 570 pro Stunde, fast 10 Tiere pro Minute. Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand.

Von einem »schnellen Tod« kann dabei in vielen Fällen nicht die Rede sein: Rehe und Wildschweine werden oft nur angeschossen, wobei »Expansionsgeschosse« aus den schwer verwundeten, flüchtenden Tieren Blut und Darminhalte als »Pirschzeichen« herausschlagen. Die »Nachsuche« dauert oft Stunden oder Tage, das Tier verendet unter grausamsten Qualen. Fallen bereiten Füchsen und Mardern, aber auch Hunden und Katzen einen oft tagelangen Todeskampf - oder hinterlassen Krüppel, z.B. Füchse oder Katzen mit abgeschlagenem Bein. Die ganzjährige Fuchsjagd führt zwangsläufig dazu, dass in den Monaten Mai und Juni unzählige junge Füchse im Bau verhungern und verdursten, weil die säugende Fähe erschossen wurde. Opfer der Waidmannslust sind aber auch jährlich einige Hunderttausend Haustiere wie Hunde und Katzen - durch Fallen oder Schrotschuss. Katzen sind beliebte Köder zum Anlocken von Füchsen.
Die Mär vom Jäger als Naturschützer ist längst widerlegt. Wissenschaftliche Studien belegen die Selbstregulierungsfähigkeit der Natur. Auch die Erfahrungen in großen europäischen Nationalparks zeigen: Es geht Natur und Tieren ohne Jagd viel besser!



Jagd: "Artenfeind Nr. 2"

Die Zukunft der Arten gilt als hochgradig bedroht. Viele Pflanzen- und Tierarten, die früher selbstverständlich waren, kommen gegenwärtig nur noch selten vor oder sind vollständig verschwunden. So gilt rund die Hälfte der mitteleuropäischen Arten als gefährdet. Die Roten Listen werden von Jahr zu Jahr länger. Aus ihnen geht hervor, dass der Artenschutz in den letzten 30 Jahren weitgehend erfolglos blieb - trotz der ungezählten Anstrengungen von Natur- und Tierschützern.

Der anerkannte Ökologie- und Evolutionsbiologe Prof. Dr. Josef Reichholf von der Zoologischen Staatssammlung München, der an beiden Münchener Universitäten lehrte, kam bei seinen langjährigen Forschungen zu dem Ergebnis, dass die Jagd - nach der industriellen Landwirtschaft - der »Artenfeind Nr. 2« ist.

Stimmt es also, dass wir den Wald vor den Rehen schützen müssen, wie die Jäger behaupten? Stimmt es, dass wir zum Schutz der Brutvögel in den Gärten massenhaft Rabenvögel abknallen müssen? Prof. Dr. Reichholf meint nein, denn „die Natur ist von Natur aus veränderlich, dynamisch“. Sie regelt sich selbst, und so schwanken die Bestände und die Arten je nach Klima oder Veränderung des Lebensraumes ganz natürlich. Der Wissenschaftler weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in der bevölkerungsreichsten deutschen Stadt Berlin sich die größte Artenvielfalt an Tieren findet. In Berlin sind Tiere heimisch, die in der freien Natur aufgrund des hohen Jagddruckes ganz oder teilweise schon verschwunden sind. Dies gilt auch für andere deutsche Großstädte (z.B. München, Hamburg, Köln usw.).
Quelle: Josef H. Reichholf: Die Zukunft der Arten - Neue ökologische Überraschungen. Verlag C.H.Beck, München, 2005



Es gibt keine wissenschaftlichen Gründe für Jagd

Es gibt aber auch noch andere renommierte Wissenschaftler, die den Widersinn der Jagd in wissenschaftlichen Publikationen deutlich aufgezeigt haben. Prof. Carlo Consiglio weist in der Dokumentation „Vom Widersinn der Jagd“ (2001) nach, dass es nicht die geringste wissenschaftliche Rechtfertigung für die Jagd gibt.

Prof. Consiglio stellt auf fast 300 Seiten mit vielen Tabellen, Schaubildern und Erklärungen wissenschaftlich exakt dar, warum er zu dem von ihm gefundenen Ergebnis zwingend kommen musste. So gibt es keinen einleuchtenden, geschweige denn notwendigen Grund, mit dem sich das Töten von Wildtieren begründen ließe. Prof. Consiglio zerpflückt geradezu die Sachzwänge, mit denen Jäger und ihre Funktionäre ihr Tun und Handeln zu legitimieren versuchen.



"Aber die Jäger hegen doch die Tiere..."

Ein weit verbreitetes Argument für die Notwendigkeit der Jagd ist die Aussage: »Aber die Jäger hegen doch die Tiere und die Natur...«. Der Hegebegriff wird in der Bevölkerung bis heute verkannt - meint man doch landläufig, »Hege« bedeute »füttern und aufpäppeln« von Tieren. In Wirklichkeit hegen die Jäger nur, was sie nachher schießen wollen: Trophäenträger wie Rehböcke und Hirsche oder kapitale Wildschweinkeiler.

Kapitale Geweihe werden in »Trophäenschauen« ausgestellt und nach festgelegten Kriterien bewertet und prämiert. Die Tiere, die das »Hegeziel« nicht erreichen, werden also schnellstmöglich aus der Wildbahn »entnommen«: Zum Hegeabschuss führen »wenig Geweihauslage; körperlich schwache Spießer mit nur angedeuteter Verdickung der Rosen und Knieper; schwache Stangen; geringe Aug- und Mittelsprossen« (Jägerzeitschrift Unsere Jagd 9/2001).

»Ein wichtiger Grund hierfür ist sicherlich der seit Reichsjägermeister Göring verbreitete Kult um die Trophäen (dt. Siegeszeichen), die noch immer auf so genannten Trophäenschauen bewertet und prämiert werden.« (Dag Frommhold: Informationen zur Jagd - Fakten und Hintergründe) In seinen Grundzügen geht das Bundesjagdgesetz noch heute auf das Reichjagdgesetz von 1934 zurück - erlassen von Hermann Göring, Hitlers Reichsjägermeister. Das jagdliche Brauchtum und die Trophäenorientierung wurde nicht einmal ansatzweise verändert.

Als »Hege des Niederwilds« (Hasen, Rebhühner, Fasane usw.) verstehen Jäger den massenhaften Abschuss von Füchsen: Für die Jäger ist der Fuchs ein verhasster Beutekonkurrent. Und so schießen sie erst den Fuchs und dann die Hasen, Rebhühner und Fasane.



"Hege" - ein Relikt aus der Nazi-Zeit

Bei der von der Bundesrepublik Deutschland stets hervorgehobenen „Hege“, die weltweit einzigartig sein soll, handelt es sich um ein längst überkommenes Relikt aus der Nazi-Zeit, das mit den neuesten wildbiologischen Forschungsergebnissen nicht ansatzweise in Einklang zu bringen ist. Denn das Bundesjagdgesetz geht in seinen Grundzügen noch heute auf das Reichjagdgesetz von 1934 zurück – erlassen von Hermann Göring, Hitlers Reichsjägermeister.

In den westlichen Ländern der Bundesrepublik traten zwischen 1949 und 1950 Landesjagdgesetze in Kraft, die in ihren Grundzügen wesentlich dem Reichsjagdgesetz der Nationalsozialisten entsprachen; das jagdliche Brauchtum und die Trophäenorientierung wurde nicht einmal ansatzweise verändert. (Vgl.: Klaus Maylein, "Jagd und Jäger in der modernen Gesellschaft - Ambivalenz und Notwendigkeit?")

In deutschen Wäldern und Fluren gelten also nicht moderne Maßstäbe von Natur- und Tierschutz, sondern Jagdtraditionen aus der braunen Zeit von Reichsjägermeister Göring; und diese haben im 21. Jahrhundert nun wirklich nichts mehr verloren. Weitreichende Zerstörungen von Lebensräumen, weltweites Artensterben sowie ein gewachsenes Bewusstsein in der Bevölkerung für Tier- und Naturschutz fordern andere Gesetze als noch vor 60 oder gar 70 Jahren.



Schützt Jagd vor Tollwut und Fuchsbandwurm?

Impf-Erfolge bei Tollwut und Fuchsbandwurm

Füchse werden in Deutschland ganzjährig bejagt und haben keine Schonzeit. Da Füchse nicht essbar und die Pelze schwer zu vermarkten sind, werden die Kadaver meist kurzerhand in der Tierkörperbeseitigung entsorgt. Diese gnadenlose Jagd auf Füchse versuchen die Jäger gegenüber der Öffentlichkeit mit zwei Argumenten zu rechtfertigen: dem angeblichen Schutz der Bevölkerung vor Tollwut und dem Fuchsbandwurm. Der Haken daran: Deutschland gilt seit 2008 nach den internationalen Kriterien der »Weltorganisation für Tiergesundheit« als tollwutfrei. (Quelle: Ärzte Zeitung, 7.8.2008)


Mit der angeblichen Gefahr durch den Fuchsbandwurm an Waldbeeren rechtfertigen Jäger in der Öffentlichkeit gerne den massenhaften Abschuss von Füchsen. Doch das ist Jägerlatein: In Deutschland ist kein einziger Fall einer Infektion über Waldbeeren dokumentiert.

Spätestens seit der Anfang 2010 veröffentlichten Untersuchung des Wissenschaftszentrums Weihenstephan der Technischen Universität München kann auch das Argument »Fuchsbandwurm« getrost in die Kategorie »Jägerlatein« eingeordnet werden. Die Wissenschaftler wiesen nach, dass durch das konsequente Auslegen von Entwurmungsködern die Infektionsrate dauerhaft auf ein Minimum gesenkt werden kann. Bei einem Projekt im Landkreis Starnberg wurde die Befallsrate der Füchse innerhalb weniger Jahre auf unter 3 Prozent gesenkt. (Quelle: Pressemeldung des Wissenschaftszentrums Weihenstephan der TU München, Januar 2010)

Schon in den vergangenen Jahren hatten Forscher immer wieder darauf hingewiesen, dass die Angst vor dem Fuchsbandwurm übertrieben sei. Laut Robert-Koch-Insitut gibt es in Deutschland pro Jahr im Schnitt weniger als 20 bestätigte Fälle von Neuinfektionen. Und Professor Peter Kern, der das Europäische Echinokokkose-Register koordiniert, in dem alle bekannt gewordenen Infektionen mit dem Fuchsbandwurm dokumentiert werden, weist darauf hin, dass das größte Risiko der Ansteckung für den Menschen gar nicht der Fuchs ist, sondern der Hund. (Quelle: Kölner Stadtanzeiger, 14.6.2009)

»Mediziner vom Uniklinikum Ulm und von der Universität Würzburg haben offiziell Entwarnung gegeben. Eine Infektion beim Verzehr von Waldbeeren mit dem Fuchsbandwurm sei nicht erwiesen, erklärten sie«, berichtet das Magazin Welt der Wunder (18.6.2012). Und: »Selbst Ärzte sagen: Dass man sich auf diese Weise mit dem Fuchsbandwurm infizieren kann, darf endgültig ins Reich der Legenden verbannt werden.«

Zudem gibt es keinen einzigen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Jagd die Befallsrate der Füchse mit dem Bandwurm reduzieren kann. Auch bei der Tollwut führten einzig flächendeckende Impfaktionen mit Auslegung von Impfködern zum Erfolg - die Fuchsjagd hatte sich Studien zufolge als kontraproduktiv erwiesen und zur Ausbreitung der Tollwut sogar beigetragen.

Somit kann festgestellt werden, dass die angebliche Bedrohung der Volksgesundheit mit Tollwut und Fuchsbandwurm nicht existiert – und nur als Rechtfertigung der Jäger für ihr Hobby dient.



Die wahren Gründe für die Jagd auf Füchse

Wenn nun aber »Tollwut« und »Fuchsbandwurm« als Jägermär entlarvt sind - was sind dann die wahren Gründe für die Fuchsjagd? Hier geben die einschlägigen Jagdzeitschriften und Jäger-Foren im Internet schnell Aufschluss: Von »Lust am Nachstellen und Erbeuten« ist dort die Rede, von der »Waidmannsfreude, einen Fuchs im Schrotschuss rollieren (sich überschlagen, Anm.d.Red.) zu lassen«, vom »Reiz der winterlichen Fuchsjagd«, vom »Jagdtrieb«, vom »Jagdfieber« und vom »Kick«, den der Jäger beim tödlichen Schuss erlebt.

Anders, als von Jägern oft behauptet, nehmen unbejagte Fuchsbestände keinesfalls überhand. Komplexe Sozialstrukturen, in denen bei hoher Populationsdichte und geringem Jagddruck deutlich weniger Welpen zur Welt kommen, beschränken die Vermehrungsrate. Der renommierte Biologe und Fuchsforscher Erik Zimen kommentierte dieses Phänomen plakativ mit den Worten »Geburtenbeschränkung statt Massenelend«. Im Normalfall bringt eine Füchsin drei bis fünf Junge zur Welt; in Gebieten, in denen Füchse stark verfolgt werden oder die Mortalitätsrate durch Seuchen stark angestiegen ist, können es jedoch doppelt so viele sein. Auf diese Weise können Verluste schnell wieder ausgeglichen werden.

Füchse erfüllen eine wichtige Rolle als »Gesundheitspolizei«: Sie fangen hauptsächlich Mäuse - zum Nutzen der Landwirtschaft -, vertilgen Aas und erbeuten meist kranke oder verletzte Tiere und tragen somit zur Gesunderhaltung der Tierpopulationen bei. Doch der Fuchs ist nicht nur »Gesundheitspolizei« in der Natur, sondern trägt auch zum Schutz des Waldes, da er Waldwühlmäuse vertilgt.



Mehr Jagd führt zur Vermehrung der Wildschweine

Seit Jahren ist in allen Zeitungen von einer »Wildschweinschwemme«, gar von einer »Wildschwein-Plage« zu lesen. Doch obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden, wie noch nie seit Beginn Aufzeichnungen in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, steigt die Anzahl der Wildschweine weiter. Ist die Lösung des »Wildschweinproblems«, noch mehr Tiere zu schießen? Oder ist gerade die intensive Jagd auf Wildschweine das Problem? Denn so paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, um so stärker vermehren sie sich. Auf diesen Zusammenhang weisen immer mehr Wissenschaftler hin.

Eine französische Langzeitstudie kommt zu dem Ergebnis: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. Die Wissenschaftler um Sabrina Servanty verglichen in einem Zeitraum von 22 Jahren die Vermehrung von Wildschweinen in einem Waldgebiet im Departement Haute Marne, in dem sehr intensiv gejagt wird, mit einem wenig bejagten Gebiet in den Pyrenäen. Das Ergebnis wurde nun im renommierten Journal of Animal Ecology veröffentlicht: Wenn hoher Jagddruck herrscht, ist die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen wesentlich höher als in Gebieten, in denen kaum gejagt wird. Weiterhin tritt bei intensiver Bejagung die Geschlechtsreife deutlich früher - vor Ende des ersten Lebensjahres - ein, so dass bereits Frischlingsbachen trächtig werden. Auch das Durchschnittsgewicht der erstmalig fruchtbaren Wildschweine ist bei hohem Jagddruck geringer. In Gebieten, in denen wenig Jäger unterwegs sind, ist die Vermehrung der Wildschweine deutlich geringer, die Geschlechtsreife bei den Bachen tritt später und erst bei einem höheren Durchschnittsgewicht ein. (vgl. Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009) Mit dieser Studie ist bewiesen, dass die starke Vermehrung bei Wildschweinen nicht auf nur vom Futterangebot abhängt, sondern auch von der intensiven Bejagung.

Norbert Happ, der bekannteste deutsche Wildschweinkenner – selber Jäger – prangert an: »Die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht«. Für die explosionsartige Vermehrung der Wildschweine seien die Jäger selbst verantwortlich: »Ungeordnete Sozialverhältnisse im Schwarzwildbestand mit unkoordiniertem Frischen und Rauschen und unkontrollierbarer Kindervermehrung sind ausschließlich der Jagdausübung anzulasten«, so Happ (in der Jägerzeitung "Wild und Hund", 23/2002).

Auch Wildmeister Gerold Wandel weist auf das Jagd-Problem hin: „Jetzt werden die Sauen wirklich wehrhaft! Sie wehren sich mit einer unglaublichen Zuwachsdynamik gegen den falschen, asozialen Abschuss in den Altersklassen.“ (Jagdzeitung PIRSCH 1/2004)

Durch die Jagd vermehren sich Wildtiere stärker als unter natürlichen Umständen, meint auch Prof. Dr. Josef H. Reichholf, der die Abteilung Wirbeltiere der Zoologischen Staatssammlung München leitet. Würden in einem Gebiet durch die Jagd, die ja vor allem im Herbst und Winter statt findet, viele Tiere getötet, hätten die Verbliebenen ein besseres Futterangebot. »Tiere, die gestärkt überleben, pflanzen sich im Frühjahr zeitiger und zahlenmäßig stärker fort«, sagt Reichholf. (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)

Natürlich hängt die Vermehrung von Wildtieren auch vom Nahrungsangebot ab. So wird immer wieder darauf hingewiesen, dass der verstärkte Energie-Maisanbau zur Vermehrung der Wildschweine beitrage. Gerade Mais fördert mit seinem besonders hohen Anteil an Stärke nachweislich die Fruchtbarkeit von Wildschweinen. Wurde in Deutschland 1960 auf 56.000 Hektar Mais angebaut, waren es im Jahr 2013 ganze 2,5 Millionen Hektar. Statistisch gesehen wird weniger als 1 Prozent Feldmaiskörneranbau von Wildschweinen konsumiert. Wildschäden auf Maisfeldern sind vor allem Trampelschäden.

Während der Mais auf den Feldern nur wenige Monate im Jahr zur Verfügung steht, karren die Jäger ganzjährig große Mengen Mais als »Kirrungen« (Anlockfütterungen) in den Wald. Der Kirrmais steht auch in der für das Reproduktionsgeschehen so wichtigen Rauschzeit von November bis Januar zur Verfügung. Untersuchungen der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft RLP weisen darauf hin, dass die zusätzliche Fütterung gerade bei Frischlingsbachen die Geschlechtsreife von 30 auf 70 Prozent erhöhe, was wegen ihres hohen Anteils in der Population den Gesamtzuwachs der Population entscheidend beeinflusse. (Landwirtschaftliches Wochenblatt 43/2012)

Der NABU-Jagdexperte Michael Hug kritisierte bereits vor über 10 Jahren, dass Wildschweine »gemästet werden wie ein Hausschwein«. (Reform der Jagd, NABU 2002) Die Wildforschungsstelle Aulendorf ermittelte, dass allein in Baden-Württembergs jährlich 4000 Tonnen Mais als »Kirrung« ausgebracht werden - das sind für ein erlegtes Wildschwein im Schnitt etwa 100 Kilo (!) Mais. Hinzu kommt die massenhafte Fütterung mit Kraftfutter im Winter. Selbstverständlich sind die Jäger dann gerne bereit, diese (jägergemachte) Vermehrung wieder zu bekämpfen...

Die Natur hatte eigentlich alles hervorragend geregelt: Erfahrene weibliche Wildschweine - die Leitbachen - sorgen für die Ordnung in der Rotte und für Geburtenkontrolle. Die Hormone der Leitbachen bestimmen die Empfängnisbereitschaft aller Weibchen der Gruppe und verhindern, dass zu junge Tiere befruchtet werden. Fehlen die Leitbachen, weil sie bei der Jagd getötet wurden, löst sich die Ordnung auf. Die Sozialstruktur ist zerstört und die Wildschweine vermehren sich unkontrolliert.



Jäger geben zu:



Jagd kann Wildschweine nicht regulieren

Jägerlatein lehrt: Wildschweine müssen massiv bejagt werden. Die Realität zeigt: Je mehr Wildschweine geschossen werden, desto stärker vermehren sie sich. Inzwischen scheinen die Jäger mit ihrem Latein am Ende zu sein: »Sind die Jäger überhaupt in der Lage, die Schwarzkittel dauerhaft zu regulieren?«, fragt die Jägerzeitschrift WILD UND HUND im Editorial 9/2014 - und gibt auch gleich die Antwort: »Insgesamt haben jedoch alle Bemühungen der vergangenen Jahre keinen Erfolg gebracht. Die Sauen vermehren sich unaufhaltsam weiter.«

Um ihr blutiges Hobby zu rechtfertigen, behaupten die Jäger, sie müssten Tierbestände durch Abschuss »regulieren«. Ohne Jagd würde zu einer »Wildschweinschwemme«, gar zu einer »Wildschwein-Plage« kommen.

Dass Jagd die Zahl der Wildschweine nicht nachhaltig regulieren kann, gibt Deutschlands größte Jagdzeitschrift jetzt offen zu: »Bis Ende der 1980er-Jahre belief sich die gesamteuropäische Schwarzwildstrecke auf 550 000 Stück. Im Jagdjahr 2012/13 wurden alleine in Deutschland 644 239 Sauen erlegt«, heißt es in WILD UND HUND 9/2014. Und weiter: »Angesichts dieser Zahlen wird klar, dass wir die Sauen mit jagdlichen Mitteln offenbar nicht mehr nachhaltig regulieren können«.

Deutlicher könnte das Eingeständnis der Jäger nicht sein: Jagd ist kann Wildschweine nicht regulieren.



»Wildschweinplage«? - Schäden werden überschätzt!

Während Jäger und Landwirte in der Öffentlichkeit klagen, die landwirtschaftlichen Schäden durch Wildschweine würden immer mehr zunehmen, hat die Wildforschungsstelle Aulendorf für Baden-Württemberg ermittelt, dass sich der jährliche Schaden durch Wildschweine auf lediglich 2 Euro pro Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche im Durchschnitt beläuft.

Dies geht aus einer Stellungnahme des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hervor. Insgesamt belaufen sich die Schäden in Baden-Württemberg 1 bis 3 Mio. Euro. Das sind gerade mal 10 bis 30 Cent pro Einwohner und Jahr!

Schäden: 22 Cent pro Bundesbürger

Hochrechnungen des bayerischen Jagdverbands kommen auf 17 Millionen Euro Schaden durch Wildschweine in ganz Deutschland. Bei 80 Millionen Einwohnern sind das pro Jahr Schäden in Höhe von nur 22 Cent pro Bundesbürger!

Statt Wildschweine das ganze Jahr über intensiv zu bejagen, fordert der Verband Menschen für Tierrechte - Tierversuchsgegner Baden Württemberg e.V. im Zuge Reform des Landesjagdgesetzes die Einrichtung eines Wildschadenfonds. Finanziert werden könnte der Fond durch die Kommunen (z.B. über Jagdpachteinnahmen) und die Land- und Forstwirtschaft. (Pressemeldung vom 15.8.2014)



Bauern müssen sich den Naturbedingungen anpassen

Das Oberlandesgericht Karlsruhe seinem Urteil vom 6.4.2010 (Az.: 12 U 11/10) ausdrücklich klargestellt, dass es keine allgemeine, unmittelbar aus den Grundrechten abzuleitende Verpflichtung des Staates gibt, seine Bürger vor dem Verlust von Einnahmen zu schützen, die ihnen durch wild lebende Tiere entstehen können.

Es ist vielmehr Sache des einzelnen, sich bei seiner landwirtschaftlichen Tätigkeit auf die natürlichen Rahmenbedingungen und gegebenenfalls auf deren Änderung einzustellen. Weil insoweit die Rechtslage in Deutschland eindeutig ist, hat das Oberlandesgericht die Revision zum Bundesgerichtshof nicht zugelassen.



Fressen Rehe den Wald auf?

Wenn die Jäger ihr blutiges Hobby in der Öffentlichkeit rechtfertigen möchten, malen sie Schreckensszenarien von Waldschäden durch »Wildverbiss«. Seltsamerweise tauchen Rehe und Hirsche im Waldschadenbericht der Bundesregierung überhaupt nicht auf - als Ursache für Waldschäden werden statt dessen die Luftverschmutzung und saure Böden durch die hohen Nitratwerte, verursacht von der industriellen Landwirtschaft und Massentierhaltung (Ammoniak-Emissionen) genannt.

Stimmt es also, dass Jäger den Wald vor den Rehen schützen müssen? Nein, denn Jagd provoziert ganz im Gegenteil vielfach Wildschäden. Rehe sind von ihrer Natur her Bewohner von Wiesen und dem Waldrand. Erst die Jagd treibt die Tiere in den Wald hinein, wo sie dann keine - für sie lebenswichtigen - Gräser und Kräuter finden und ihnen nichts anderes bleibt, als an Knospen zu knabbern. Durch die Jagd werden die Tiere unnötig aufgescheucht, was ihren Nahrungsbedarf und damit die Fraßschäden oft weiter erhöht.

Der Zoologe Prof. Dr. Reichholf weist darauf hin, dass der hohen Jagddruck Flexibilität, Mobilität und Scheuheit der Rehe erhöht: »Ein anhaltend hoher Jagddruck von rund einer Million abgeschossener Rehe pro Jahr hat den Bestand nicht auf gewünschte Höhe reguliert, sondern auf hohem Niveau hoch produktiv gehalten.« (Rabenschwarze Intelligenz - Was wir von Krähen lernen können, 2009)
Das verbreitete Argument, Wildtiere verursachten erhebliche Schäden, dient nur als Vorwand der Jäger, längere Jagdzeiten oder höhere Abschussquoten durchzusetzen. Oft sind die von Jägern verursachten Personen- und Sachschäden höher als der landwirtschaftliche Schaden durch Wildtiere.

Wie das Standardwerk Vom Widersinn der Jagd des Zoologen Prof. Carlo Consiglio nachweist, sind Verbissschäden in den meisten Fällen minimal und betreffen meist deutlich weniger als 2% an Pflanzen bzw. des Holzertrags. Außerdem können Schonungen und Jungwaldanpflanzungen z.B. durch Schutzzäune oder Netze vor Verbiss geschützt werden.

Außerdem: In unbejagten Gebieten Europas, wie beispielsweise im Schweizer Nationalpark (seit 100 Jahren jagdfrei) nimmt die Größe des Waldes ständig zu!



Studien: Waldverjüngung durch Hirsche

Dr. Hans Hertel von „Natural Science“ weist zum Thema Wildverbiss auf zwei interessante Studien der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, Birmensdorf hin, die beide im Nationalpark Schweiz durchgeführt wurden. Das Ergebnis: Hirsche tragen zur Verjüngung des Waldes und zur Artenvielfalt bei. Auf Wildwechseln wachsen nämlich um ein Vielfaches mehr Baum-Keimlinge.

Studie 1: Artenvielfalt nimmt zu
“Die erste Studie betrifft `Huftiere und Vegetation im Schweizerischen Nationalpark von 1917 bis 1997 bzw. Einfluss des Wildes auf die botanische Vielfalt der subalpinen Weiden.´ Sie kommt zu folgendem Ergebnis:
Obwohl seit Anfang des Jahrhunderts eine starke Zunahme der Hirschpopulation festzustellen ist, würde heute die Futtermenge im Nationalpark theoretisch sogar für das Fünf- bis Zehnfache des heutigen Wildbestands ausreichen. Auf durch das Wild intensiv genutzten Dauerkurzweiden haben die Pflanzenarten in den beobachteten 50 bis 80 Jahren stark zugenommen. Dagegen hat auf Weiden, die extensiv beäst wurden, die Artenvielfalt abgenommen. Trotz steigender Rothirschdichte durch das Jagdverbot wuchs die frühere, einzig von Hirschen und Murmeltieren geschaffene Schadensfläche zwischen 1955 und 1975 wieder vollständig zu.“

Studie 2: Dreißigmal mehr Baumkeimlinge auf Wildwechseln
“Die zweite Studie über die `Bedeutung von Huftieren für den Lebensraum des Nationalparks bzw. zum Nahrungsangebot und zur Waldverjüngung´ zeigt, dass trotz angewachsener Hirschpopulation die Anzahl der Bäume pro 100m2; und der dem Verbiss entwachsenen über 150 cm hohen Bäume stark zugenommen hat. Auf den aktuell benutzten Wildwechseln wurden pro Quadratmeter ca. achtmal mehr Keimlinge gefunden als auf verlassenen Wechseln, und rund dreißigmal mehr als außerhalb von Wildwechseln. Die Verjüngung und die Ausbreitung des Waldes scheinen also durch die heutige Hirschdichte eher gefördert als behindert zu werden. Dies bestätigen auch Vergleiche mit alten Luftbildern und Langzeituntersuchungen auf Dauerbeobachtungsflächen. Diese zeigen, dass der Wald trotz der relativ hohen Hirschdichte während der letzten Jahrzehnte an verschiedenen Stellen sogar erfolgreich auf die ehemaligen Weiden hinaus vorgedrungen ist.“
(Quelle: Dr. Hans Hertel, Über Sinn und Unsinn des Jagens. In: The Journal of Natural Science 5/2000)



Je mehr Jagd, desto mehr Waschbären

Berit Michler leitet im Müritz-Nationalpark das Projekt Waschbär. In „Mein schönes Land“, November 2015 wurde sie gefragt, ob es Sinnmache, Waschbären stärker zu bejagen, um ihre Ausbreitung in Siedlungen einzudämmen.

Hier ihre Antwort:
„Nein, das führt sicher nicht zum gewünschten Ergebnis. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Vermehrung des Waschbären gerade dort enorm zugenommen hat, wo er stark bejagt wurde. Denn im Gegensatz zu ruhigen Zeiten beteiligen sich dann plötzlich alle Weibchen, auch schon die einjährigen, an der Fortpflanzung und bekommen reichlich Nachwuchs. Entsprechend mehr Jungtiere streifen dann im Folgejahr umher, besetzen die Nischen neu und machen meist wesentlich mehr Ärger als die ortstreuen älteren Tiere.
Man hat also gar keine andere Wahl, als sich mit dem Waschbären zu arrangieren - und ein gutes Nebeneinader ist durchaus möglich. In Städten muss man dazu natürliche einige vorbeugende Maßnahmen treffen, damit die Tiere nicht überall im Müll wühlen und sich auf Dachböden einnisten können. Hierfür gibt es in stark betroffenen Orten sogar bereits spezialisierte Firmen, die Haus und Garten waschbärsicher gestalten."

Weiter führt die Expertin aus:
"Nach unseren bisherigen Erkenntnissen, stellt der Waschbär in intakten Lebensräumen keine wirkliche Gefahr für seltene Tierarten dar. Das liegt vor allem daran, dass er ein Allesfresser ist, der sich das gerne nimmt, was leicht verfügbar ist - also meist einfach zu jagende Tiere, die vor Ort in Hülle und Fülle vorkommen. Ein regionales Artenschutzmanagement ist nur dort nötig, wo extrem gefährdete Tiere, wie die Europäische Sumpfschildkröte. Dabei werden diese aber nicht nur von dem Waschbär, auch vor anderen Feinden wie Füchsen oder Marderhunden bewahrt, die ihnen ebenso gefährlich werden können.
Der Einfluss der Waschbären auf die Vogelbrut ist übrigens geradezu marginal, wenn man ihn mit der Jagdbeute mit der umherstreunenden Hauskatzen vergleicht."
(Quelle: "Der Waschbär" - Mein schönes Land, November/Dezember 2015, S. 124-128)



Kormorane: Natur reguliert den Bestand

Eine seit vier Jahren laufende Live-Überwachung einer Kormoran-Kolonie im NABU-Wasservogelreservat Wallnau auf Fehmarn mit Webcams zeigt: Die Natur reguliert den Bestand des zu Unrecht verfolgten Fischfressers.

Was für Biologen eine Binsenweisheit ist, wird heute noch immer von etlichen Fischern und Anglern vehement bestritten: Angeblich verbreiten sich Kormorane »unkontrolliert« und der Bestand steige »explosionsartig« an.
Weil im schleswig-holsteinischen Binnenland in Wirklichkeit seit 1995 ein drastischer Rückgang der Brutpaare festzustellen ist, stellt der NABU jetzt auf seiner Internetseite die Auswertung der Beobachtungen im Wasservogelreservat Wallnau auf Fehmarn vor: Seit vier Jahren wird die dortige Kormoran-Kolonie mit Hilfe von Internet-Webcams live überwacht. Die Aufnahmen zeigen, dass der Kormoran natürliche Feinde hat, die den Bestand regulieren: Beutegreifer wie Fuchs, Seeadler und Silbermöwe üben auf die Kolonien einen erheblichen Druck aus, der den Bruterfolg des Kormorans deutlich beeinflussen kann.
Quelle: NABU Schleswig-Holstein, 8.5.2013 · www.nabu.de



Studie: Vogelschutz durch Abschaffung der Jagd

Studie belegt: Jagdfreier Kanton Genf hat internationale Bedeutung für den Vogelschutz

Durch die Abschaffung der Jagd im schweizer Kanton Genf 1974 bekam das Gebiet des Genfer Sees und des Flusses Rhône internationale Bedeutung für den Vogelschutz. Dies belegt eine aktuelle Studie des Schweizer Vogelschutzes SVS-BirdLife.

Demnach ist dieser für den Vogelschutz zuvor wenig bedeutsame Gewässerabschnitt heute eine bedeutsames Biotop für überwinternde Tafel- und Reiherenten, Hauben- und Zwergtaucher, Pfeif-, Schnatter-, Krick- und Stockenten. Auch für den Gänsesäger sind die Gewässer im Kanton Genf ist es ein wichtiges Brut- und Überwinterungsgebiet. Besonders der gestaute Bereich bei Peney und oberhalb Verbois sowie die Rade de Genève sind wichtige Ruhegebiete für Wasservögel, wogegen die Nahrungsgebiete auch im fließenden Abschnitt liegen. Teilgebiete sind Limikolenrastplätze, die als besonders wertvoll (Vasières de Peney, Rade de Genève) oder als wichtiges Gebiet (lac de Verbois) eingestuft sind.
Quelle: BirdLife International (2012) Important Bird Areas factsheet: River Rhone: Geneva to Verbois reservoir. Downloaded from http://www.birdlife.orgon 07/04/2012
http://www.birdlife.org/datazone/sitefactsheet.php?id=3269



Vergiftung der Natur mit hochtoxischem Blei

Nach Schätzungen von Umweltverbänden werden durch die Jagd jährlich ca. 3. - 4.000 Tonnen Blei in die Natur freigesetzt. 30 % der Blei-Emissionen in den Boden werden durch Munition verursacht (Verdonck et al., 2005 - Quelle: http://www.umweltdaten.de/wasser/themen/stoffhaushalt/blei.pdf, S. 15)

Blei ist ein Schwermetall und tötet Tiere nicht nur grausam, sondern es gelangt auch durch chemische Umwandlung in die Nährstoffkreisläufe der Natur und landet schließlich im Boden, Trinkwasser und Brotgetreide. Mehr als drei Millionen Tiere enden jährlich im Schrothagel der Jäger, darunter auch Hunderttausende von Wasservögeln. Aufgrund der großen Streuwirkung der Schrotkugeln werden Schätzungen zufolge bis zu 30 Prozent der Vögel nicht unmittelbar getötet, sondern krankgeschossen, was mit dem Staatsziel Tierschutz nicht vereinbar ist.

Eine Untersuchung ergab, dass von den seit 1990 in Deutschland tot oder sterbend aufgefundenen Seeadlern 27 Prozent tödliche Bleiwerte aufwiesen. Verbote von bleihaltiger Munition existieren bereits in Dänemark, Holland und Schweden.



Viele Tiere sind nicht sofort tot

Die Jagdzeitschriften sind voll von Berichten über so genannte Nachsuchen, bei denen Tiere zuerst nur angeschossen und schließlich nach oft stundenlanger Verfolgung getötet werden. Viele Jäger geben zu, dass etwa die Hälfte der Tiere nicht sofort tot ist.

Treib- und Drückjagden: bis zu 70 Prozent der Wildtiere nicht sofort tot

Von einem »schnellen Tod« kann bei der Jagd und besonders bei Treib- und Drückjagden in vielen Fällen nicht die Rede sein: Rehe und Wildschweine werden oft nur angeschossen, wobei "Expansionsgeschosse" aus den schwer verwundeten, flüchtenden Tieren Blut und Darminhalte als "Pirschzeichen" herausschlagen. Die "Nachsuche" - sofern sie überhaupt statt findet - dauert oft Stunden oder Tage, das Tier verendet unter grausamsten Qualen. Bei den großen Treib- und Drückjagden in Herbst und Winter werden außerdem die Sozialstrukturen der Tiere auseinandergesprengt. Jungtiere verlieren ihre Eltern und sind meist ebenfalls dem Tod ausgeliefert.

Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. sterben, vor allem bei der Drückjagd, bis zu 70 Prozent der Wildtiere nicht sofort, sondern erleiden qualvolle Kiefer-, Bauch- und Laufschüsse. Auf diese Tierschutzproblematik weist die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz in den TVT-Nachrichten 2/2011 [51 KB] hin. Untersuchungen zufolge seien bei Drückjagden nur etwa ein Drittel der Wildschweine mit Blattschuss erlegt worden, die überwiegende Mehrheit wurde `nur´ angeschossen und »wies Waidwund-, Keulen- oder Laufschüsse auf«. Auch würden 60 Prozent der weiblichen Rehe Bauchschüsse aufweisen.

Diese Tierquälerei bei Treib- und Drückjagden wird sogar von einigen mutigen Jägern angeprangert. So kritisierte kürzlich der Pressesprecher der Kreisjägerschaft Aachen und Jagdberater Karl-Heinz Kuckelkorn in der Presse die Drückjagden aus Gründen des Tierschutzes als »mehr als bedenklich«. Das Wild werde »beunruhigt« und in Richtung der Schützen getrieben. »An ihnen vorbei flüchten die Tiere wie in Panik. Es fallen viele Schüsse, doch längst nicht jeder Schuss ist ein finaler. Etliche Tiere werden nur verletzt und verenden später qualvoll irgendwo im Dickicht, es werden ihnen Gliedmaßen abgeschossen oder sie laufen nurmehr verkrüppelt herum.« (Aachener Zeitung, 21.10.2010)

Ein Nachsucheführer: „Wir sollten froh sein, dass solche Dinge nicht allzu häufig ans Licht der Öffentlichkeit kommen“

Bernd Krewer, passionierter jagender Förster und Nachsucheführer, schrieb in seinem Buch "Über Hirsche, Hunde und Nachsuchen" (1998, Neudamm-Neudamm, 2. Aufl.):

»... ich habe rund 1000 Nachsuchen auf Sauen mit meinen Schweißhunden durchgeführt. Wie oft kann der Jäger nicht einmal angeben, wie die beschossene Sau im Schuss gestanden hat, ob er also auf die rechte oder linke Körperseite geschossen hat. Es wird also irgendwo auf den dunklen Klumpen geballert, von dem man nicht einmal erkennen kann, wo vorne und hinten ist.« (ebda., S.80)

Der Nachsucheführer kommt zu dem Schluss: „Wir sollten froh sein, dass solche Dinge nicht allzu häufig ans Licht der Öffentlichkeit kommen, es sähe mit unserem Anspruch, Naturschützer zu sein, nicht sehr gut aus.“ (ebda., S.85)

Dass die Wildtiere selten richtig getroffen und zum Teil lebendig vom Jagdhund zerfetzt werden, geben Jäger untereinander in ihren Internetforen offen zu. In der Öffentlichkeit und in offiziellen Verlautbarungen der Jagdverbände wird dann behauptet, die Tiere wären sofort tot, sie würden schmerzfrei sterben und nicht einmal den Schuss mehr hören.

Nachsucheführer Bernd Krewer ist überzeugt: »Wenn es den „Tierschützern“ gelänge, einen vielbeschäftigten Schweißhundeführer „umzukrempeln“, wären wir einen Tag später die Jagd endgültig los. Es muss sich vieles im Tun und Lassen der Jägerei ändern, wollen wir vor der immer kritischer werdenden Bevölkerung bestehen und von ihr das Mandat für den Fortbestand unserer Jagd bekommen. Wenn die Gesellschaft die Jagd nicht mehr akzeptiert, wird sie verschwinden und durch andere Formen der Nutzung und Regulierung ersetzt werden.« (ebda., S.180)

Expansionsgeschosse

Jäger verwenden so genannte Expansions- oder auch Deformationsgeschosse, die riesige Wunden reißen. Expansionsgeschosse sind so konstruiert, dass sie sich nach dem Einschlag in den Körper durch den Gegendruck des Gewebes "aufpilzen". Sie drücken sich platt, spreizen dabei auseinander oder zersplittern und zerreißen das Gewebe, die Organe und Knochen des Tieres. Beim Austritt aus dem Tierkörper schlagen sie faustgroße Wunden.

Doch mit zerfetztem Herz und zerrissener Lunge stirbt das Tier nicht sofort. Es verblutet bzw. erstickt. Ein so getroffenes Tier legt auf seiner Flucht nicht selten noch Strecken von mehreren 100 Metern zurück. Mit nicht sofort tödlichen Lungenschüssen fliehen viele Rehe weite Strecken, bevor sie verenden. Andere flüchten mit zerschossenen Beinen, mit heraushängenden Eingeweiden, in die es sich beim Laufen verfängt und welche die »Pirschzeichen« für die Nachsuche hinterlassen, mit zerschossenem Kiefer, so dass es dem Tod durch Verhungern und Verdursten ausgeliefert ist.

Die Nachsuche dauert teilweise Stunden und Tage, sofern überhaupt nachgesucht wird. 60% aller Rehe müssen nachgesucht werden. Viele werden erst Tage später gefunden, wenn sie irgendwo elendig an der Verwundung verendet sind. Manche Tiere sterben überhaupt nicht an der Schusswunde, sondern an den Folgen, weil sie z.B. mit zerschossenem Kiefer keine Nahrung mehr aufnehmen können.

Schrotschüsse: Unzählige angeschossene Tiere

Beim Schrotschuss werden unzählige kleine Kugeln gemeinsam verschossen. Frei nach dem Motto: Ein paar werden schon treffen. Doch dieses Motto ist gar nicht so frei, sondern bittere Realität.

Beim Schuss in Tiergruppen wie Tauben oder Krähen, werden nur einzelne Tiere tödlich getroffen. Viele bekommen so genannte Randschrote ab, werden also nur von einzelnen Kugeln getroffen. Sie sterben elendig an Bleivergiftung und verhungern in Folge der Verletzungen.

Dänische Biologen nehmen nach Auswertung umfangreichen Untersuchungsmaterials an, dass die Zahl der mit Schrot beschossenen und verletzten Vögel die Zahl der getöteten übertrifft. Sie halten es für wahrscheinlich, dass ähnliche Relationen auch für Schüsse auf anderes Niederwild, etwa Hasen oder Wildkaninchen, gelten.

Die einzelnen Schrotkugeln sind schwach und können beispielsweise bei Füchsen kaum ernsthafte Verletzungen erzeugen. Aber in der Menge und der großen getroffenen Körperfläche wird ein Schockzustand ausgelöst, an dem das Tier sterben soll. Nicht selten stirbt das Tier an einer Bleivergiftung oder an den Folgen, weil es zum Beispiel mit zerschossenem Lauf keine Beute mehr fangen kann.

Im Forum der Jägerzeitung WILD UND HUND wird diese Tatsache deutlich unterstrichen:
»Jagdhelfer« schildert: »Gestern abend auf 30 m (mit zwei Mann nachgemessen) Fuchs mit 3,5er Schrot beschossen, der dann mal eben fast einen Kilometer bis ins Nachbarrevier gegangen ist. Hat so was schon mal einer erlebt? Ich bin ganz sicher gut abgekommen [gut getroffen], worauf auch alle Pirsch- und Schusszeichen im Schnee hindeuten [Blut, Organ- und Knochenteile, die durch den Schuss aus dem Körper des Tieres geschlagen werden]. Ich habe auf dem Autodach aufgelegt und geschossen, weswegen ich mir meiner Sache absolut sicher bin, gut abgekommen zu sein. Im Schnee konnte man die Riefen der wenigen Schrote erkennen, die nicht getroffen haben (was übrigens ein sehr interessantes Bild ist). Schweiß [Blut] war auf der gesamten Fährte wie hingetupft ungefähr alle paar Meter in unterschiedlicher Stärke zu erkennen.«

»30.06spr« schreibt: »Wieder ein Treibjagd hat ein Schütze auf ideale Schrotschußentfernung einen Fuchs beschossen und der rollierte auch sofort [brach zusammen]. ein junger Hund sofort drauf , doch der Fuchs hatte noch was dagegen sich apportieren zu lassen. Der junge Hund nur noch halbherzig an den Fuchs und schießen war nicht mehr möglich. Auch dieser Fuchs hat stark geschweißt [geblutet] und man konnte ihn bis zu einen Kunstbau ausgehen [verfolgen]. Diesmal die Eingänge verschlossen und am nächsten Tag mit dem Terrierführer dahin. Da war ich nicht mehr dabei. Aber Resultat war Fuchs gesprungen [aus dem Bau geflüchtet] schützen noch nicht richtig fertig ,weil alle der meinung waren :der ist bestimmt schon tot! Fuchs zum zweiten mal weg.«

»Stegmyaer« berichtet: »Ich war gegen 16,30 auf dem Sitz am Rande des Waldes. Dann kam ein großer Rüde.Von ca.30 m habe ich ruhig gezielt und abgedrückt- Wildschweinschrott 13/0( da nichts anderes vorhanden). Der Rüde sprang in die Luft, eine Art Salto, also getroffen. Zweiter schuss mit 10/0 wieder von 30 m- der Rüde agonisierte [schockte] starb aber nicht. Da mir der Pelz egal war, schoss ich mit Entenschrott von 20m um die Leiden zu beenden.
Der Rüde sprang und wollte wegrennen. Vierter Schuss auf den laufenden Rüde - Entenschrott- ca. 30 m - die hinteren Beine gebrochen. Der Rüde entfernt sich weiter in den Walde auf Zwei Beine mit einer Mischung aus Lauf und Sprung. Ich habe keine Verfolgung aufgenommen, da es schon dunkel war. Am nächsten Tag habe ich den Rüde gefunden, etwa 450 m von der Schussstelle. War ziemlich zerrissen.«



"Hochbetagte Jäger nicht auf Schießstand zwingen"

Der Bayerische Jägerpräsident Jürgen Vocke hat die Forderung eines Schießleistungsnachweises für alle Jäger beim Landesjägertag in Altötting scharf kritisiert: Die »teils hochbetagten Jagdherren« dürfte man nicht »auf den Schießstand zwingen«. Hintergrund: Der Bundesverband Deutscher Berufsjäger fordert in einem Positionspapier einen Schießleistungsnachweis auch für Hobbyjäger. In Deutschland gibt es etwa 360.000 Hobbyjäger und ca. 1.000 Berufsjäger.

Die Berufsjäger setzen sich in demPositionspapier »insbesondere aus Gründen des sicheren Schusswaffengebrauchs und des Tierschutzes dafür ein, dass zukünftig jeder Jäger, der in Deutschland die Jagd ausübt, den jährlichen Nachweis eines Übungsschießens zu erbringen hat. Hierbei soll jeder Einzelne insbesondere seine Treffsicherheit überprüfen und gegebenenfalls verbessern.«

Die Berufsjäger sollten sich »um ihren eigenen Dreck kümmern«, so dazu Jägerpräsident Vocke auf dem Landesjägertag. (Jägerzeitschrift WILD UND HUND, 10/2014)

Hier stellt sich doch die Frage, wie es sein kann, dass hochbetagte Greise, die wahrscheinlich nicht mehr richtig sehen und hören können, überhaupt mit Tötungswaffen unterwegs sein dürfen...
Das Durchschnittsalter der deutschen Jäger liegt in dem meisten Landesjagdverbänden bei 58 und 60 Jahren, in manchen Kreisvereinen noch höher. Bei Soldaten und Polizisten gibt es Altersgrenzen für den Umgang mit Waffen. Müsste nicht aus Sicherheitsgründen ein Höchstalter für Waffenträger festgesetzt werden?

Wildtiere, die »nur« angeschossen werden, müssen furchtbare Qualen leiden. Und immer wieder werden Haustiere wie Ponys auf der Weide mit Wildtieren »verwechselt«. Auch Menschen werden regelmäßig Opfer von Jagdunfällen: Spaziergänger, Radfahrer, Reiter, Autofahrer auf der Landstraße... Im Mai 2014 wurde sogar eine Frau, die auf einer Bank am Tennisplatz saß, getroffen und schwer verletzt.



Jagd als Ursache für Verkehrsunfälle

Wenn die Jagdsaison im Herbst begonnen hat, sind die Zeitungen voll mit Meldungen über Wildunfälle. Wildschweine und Rehe befinden sich auf der Flucht vor den tödlichen Kugeln der Jäger. Somit ist die Jagd, insbesondere Treib- und Drückjagden, eine Gefahr für Autofahrer.

Aufgescheucht durch 50 oder gar mehr als 100 Jäger und Treiber, gehetzt von einer Meute von Jagdhunden, rennen die Wildtiere um ihr Leben. Dabei flüchten sie auch über Straßen, wo sich dann die so genannten Wildunfälle ereignen.

Auf Jagd als Ursache für Wildunfälle weist die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine vom 7.8.2014 hin: »Ein Schuss ins Maisfeld. ... Das Reh flüchtet vor Hund und Kugel auf die Straße und rennt direkt vor ein Auto - die Folge ist nicht selten ein Wildunfall.« Pro Jahr kommt es dem Artikel zufolge zu 200.000 Wildunfällen mit 20 Toten, 615 Schwerverletzten und einer halbe Milliarde Versicherungsschäden. Die Zeitung zitiert einen erfahrenen Jäger, der vor allem Treibjagden, bei denen die Tiere gehetzt würden, als Ursache für immer mehr Unfälle kritisiert: »Wenn das Umweltministerium und die Jägerverbände diese Art und Weise der Jagd empfehlen, wird billigend in Kauf genommen, dass Unfälle entstehen.«

Die Verfolgung durch die Jagd hat eigentlich tagaktive Tiere wie Wildschweine, Füchse oder Rehe nachtaktiv gemacht. Erst wenn es dunkel wird, trauen sich die Tiere aus ihren Verstecken - das ist die Zeit, in der sich die Wildunfälle ereignen.
Unter dem anhaltend hohen Jagddruck hat die Scheu der bejagten Wildtiere extrem zugenommen: »Der Mensch ist der Feind, vor dem das Wild flieht, fliehen muss, um zu überleben - auch dann, wenn die Flucht vors Auto führt«, so Prof. Josef H. Reichholf. (in TIERethik 2013/2) Wenn das Wild nicht so scheu wäre, gäbe es weniger Wildunfälle. Auch der Wildschaden in der Land- und Forstwirtschaft würde weniger groß ausfallen. (ebda.)

Ruhezonen ohne Jagddruck würden somit sowohl das Risiko von Wildunfällen als auch die Wildschäden reduzieren. Hinzu kommt: »Die von der jagdlichen Verfolgung verursachte Scheu stellt einen massiven Eingriff in die Lebensqualität der Menschen dar, und zwar für viel mehr Menschen, als es Jäger gibt. Die gegenwärtig rund 340.000 Jagdscheininhaber in Deutschland repräsentieren nicht einmal ein halbes Prozent der Bevölkerung. Die Einbußen an Naturerleben betreffen aber grundsätzlich alle Menschen«, so Prof. Reichholf. (ebda.)



Ruhezonen sinnvoll!

Der Zoologe Prof. Dr. Josef Reichholf erklärte im Bayerischen Fernsehen (»Unser Land«, 16.11.2012), dass die Wildtiere bei uns dringend Ruhezonen bräuchten. Die Wildtiere würden ihre übermäßige Scheu verlieren, so dass Naturfreunde die Tiere wieder zu Gesicht bekämen. Außerdem könnten Ruhezonen die gefürchteten Wildschäden in der Landwirtschaft vermindern: »Weniger Jagddruck, mehr Ruhezone, bedeutet für das Wild weniger Energieausgabe. Also muss es weniger Nahrung zu sich nehmen, weil es weniger herumwandern muss. Was es frisst, entnimmt es verstärkt der Ruhezone. Dadurch werden die angrenzenden Flächen eher entlastet als durch das Wild belastet.«



Ohne Jagd finden Natur und Tiere ins Gleichgewicht

Immer mehr Biologen gelangen zu der wissenschaftlich untermauerten Ansicht, dass die Tiere ihre Populationsdichte am besten selbst regeln und Überpopulationen vor allem dadurch entstehen, weil bestimmte Tierarten wie Rehe und Hirsche von den Jägern durch »Hege« und Fütterung besonders gefördert werden.

Prof. Carlo Consiglio wies in seiner wissenschaftlichen Publikation Vom Widersinn der Jagd (2001) nach, dass es nicht die geringste wissenschaftliche Rechtfertigung für die Jagd gibt. Auf 300 Seiten mit vielen Tabellen, Schaubildern und Erklärungen widerlegte der Biologe die Sachzwänge, mit denen Jäger und ihre Funktionäre ihr Tun und Handeln zu legitimieren versuchen.

Die Auffassung, dass sich die richtige Wilddichte ganz von selbst einstellt, vertritt beispielsweise der renommierte Zoologe Prof. Dr. Josef Reichholf: „Die richtige Wilddichte könnte sich ganz von selbst einstellen, wenn die Tiere, wie z.B. das Reh, nicht durch Bejagung und Wildfütterung in den Wald hineingedrängt würden.“ (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)

Prof. Dr. Reichholf weist in einen SPIEGEL-Interview darauf hin, die Jäger die für den Abschuss attraktiven Wildbestände durch Fütterung künstlich hochhalten: »Während wenige Arten gepäppelt werden, wird das Raubwild viel zu stark dezimiert...« Ohne Bejagung würden die Tierbestände auf ein natürliches Maß zurückgehen, und seltenere Arten wie der Feldhase würden profitieren. (SPIEGEL 27/2012)

In der BR-Sendung "Unser Land" vom 16.11.2012 erklärte Reichholf, das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte sei längst überfällig: „Für das Wild ist das Urteil gut, weil es da und dort Ruhezonen schafft, die das Wild bei uns dringend braucht.“ Die Wildtiere würden ihre übermäßige Scheu verlieren, so dass Naturfreunde die Tiere wieder zu Gesicht bekämen.
Außerdem könnten Ruhezonen die gefürchteten Wildschäden vermindern: „Weniger Jagddruck, mehr Ruhezone, bedeutet für das Wild weniger Energieausgabe. Also muss es weniger Nahrung zu sich nehmen, weil es weniger herumwandern muss. Was es frisst, entnimmt es verstärkt der Ruhezone. Dadurch werden die angrenzenden Flächen eher entlastet als durch das Wild belastet.“

Feldstudien von Ökologen ergaben, dass die Tiere über einen inneren Mechanismus zur Regulierung des Populationswachstums verfügen: Die Regulation der Wildtierbestände erfolgt nicht durch die Jagd. Droht Überbevölkerung, wird die Geburtenrate gesenkt. Auch dort, wo in Europa die Jagd verboten wurde, wie z.B. in den ausgedehnten italienischen Nationalparks, im Schweizer Nationalpark oder auf der griechischen Insel Tilos, konnten bislang keine übermäßigen Wildtierbestände festgestellt werden. In fast allen anderen Ländern der Welt ist die Jagd in Naturschutzgebieten verboten, ohne dass dort bislang das natürliche Gleichgewicht aus den Fugen geraten wäre.

Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, ist überzeugt: „Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.“ (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)

Die Natur braucht keine Jäger - und die Jäger geben inzwischen selbst zu, dass sie Tierbestände nicht wirklich regulieren können und »Hege«, »Naturschutz« und »Wildschadensvermeidung« nur als Begründungen für ein blutiges Hobby vorgeschoben sind.



Warum jagen Jäger wirklich?

»Warum jagen wir?« - Diese Frage stellte WILD UND HUND im Editorial 22/2012. Die Antwort: Einige Jäger würden die Jagd als Kick beschreiben, andere von großer innerer Zufriedenheit sprechen.
»Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe«, so die Redakteurin Silke Böhm. »Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?«
Doch der Tod, der mit dem Beutemachen der Jäger verbunden ist, sei in der Öffentlichkeit verpönt. »Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Be­griffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.« Die Jägerin bedauert, dass die Lust am Jagen dadurch in den Hintergrund gedrängt werde: »Weshalb die Freude leugnen, die uns so gut tut und die uns zu dem macht, was wir sind - Menschen. ... Jagen ist etwas zutiefst Menschliches.«

Der Jäger und Rechtsanwalt Dr. Florian Asche räumt in seinem Buch »Jagen, Sex und Tiere essen: Die Lust am Archaischen« (Neumann-Neudamm, 2012) mit den gängigen Begründungen und Rechtfertigungen für die Jagd auf, die da sind: Jäger als Ersatz für Großraubwild, Jäger als Bekämpfer von Wildschäden und Seuchen, Jäger als Naturschützer und Biotop-Pfleger, Waidgerechtigkeit... Ein Jäger, der diese Gründe für die Jagd anführe, würde lügen:
»Wir jagen nicht, um das ökologische Gleichgewicht herzustellen. Zumindest ist das nicht das auslösende Motiv unserer Anstrengungen. Es ist nur eine Rechtfertigung für unsere Triebe und Wünsche, die viel tiefer gehen, als die Erfordernisse der Wildschadensvermeidung und des ökologischen Gleichgewichts... Auf die Jagd gehen wir, weil sie uns Genuss und Lust bereitet.«

Der Jäger und Journalist Eckhard Fuhr widmete der Frage, warum er jage, einen Artikel in der ZEIT (48/2010):
»Und natürlich, ich gebe es zu, Jagd ist aufregend. ...Wenn das tote Reh dann gefunden ist, stellt sich ein unvergleichliches Gefühl innerer Zufriedenheit ein. Doch, vergleichbar ist es: Nach erfolgreicher Jagd fühlt man sich wie nach gutem Sex…«
Wenn es ihm nur um Erholung in der Natur ginge, würde er Golf spielen. »Jagen dagegen ist Sinn schlechthin. Jagen ist keine Neben-, sondern eine Hauptsache. Ich jage, also bin ich.«

Paul Parin, Neurologe, Psychoanalytiker und selbst Jäger schreibt in seinem Buch »Die Leidenschaft des Jägers« (Hamburg, 2003) ungeschminkt über die Leidenschaft, die Passion, das Jagdfieber:
»Seit meinen ersten Jagdabenteuern weiß ich: Jagd eröffnet einen Freiraum für Verbrechen bis zum Mord und für sexuelle Lust, wann und wo immer gejagt wird. ...Die wirkliche Jagd ist ohne vorsätzliche Tötung nicht zu haben. Leidenschaftlich Jagende wollen töten. Jagd ohne Mord ist ein Begriff, der sich selbst aufhebt... Und weil es sich um Leidenschaft, Gier, Wollust handelt - um ein Fieber eben - geht es in diesem Buch um sex and crime, um Lust und Verbrechen jeder Art, um Mord und Lustmord.«

Seit 2002 ist der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz verankert. Sind »Genuss« und »Beutemachen« ein »vernünftiger Grund« für das Töten von Tieren?



Sind Jäger Naturschützer?

"Jäger tun viel für die Natur"?!

Nach eigenen Angaben (2001) hat die Jägerschaft folgende Naturschutzarbeit geleistet:
3 Millionen Gehölze und 236.500 Bäume gepflanzt, 6.500 "biotopverbessernde" Arbeiten und 3.200 "Pflegemaßnahmen" durchgeführt.
3 Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden leisten die Jäger pro Jahr nach ihren eigenen Angaben.

Rund 320.000 Jagdscheininhaber gibt es in Deutschland.
Somit hat jeder Jäger 9 Gehölze gepflanzt, dass ergibt eine Hecke von ca. 2,7 m Länge.
Für einen Baum pro Jäger reicht es schon nicht mehr, sind nämlich nur 0,7 Bäume.
Jeder 50. Jäger führt eine "biotopverbessernde" Maßnahme im Jahr durch.
Nur jeder 100. Grünrock kann sich jährlich zu einer "Pflegemaßnahme" durchringen.
Ganze 9 Stunden arbeitet ein Jäger ehrenamtlich pro Jahr im Wald. Mehr nicht.
Jeder Hobbygärtner leistet in seinem Vorgarten erheblich mehr Naturschutzarbeit, ohne dafür zu töten.


Was die Jäger können, ist die Natur und die Umwelt extrem schädigen. Über 5.000 Tonnen Blei werden jährlich in den Boden und die Gewässer geballert.
Karin Hutter (Autorin des Antijagdbuches "Ein Reh hat Augen wie ein 16 jähriges Mädchen") schrieb über die Umweltschäden durch Jäger:
"Wissenschaftler warnen seit Jahrzehnten vor der Benutzung von Bleischrot. Blei stellt eindeutig eine längst erkannte Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt dar, auf die hier nicht näher eingegangen werden muss. Es ist auch hinlänglich bekannt, dass nur ein Teil der Bleiladung im Körper des Opfers landet und der Rest in die Landschaft rieselt. Auch Tiere - besonders Greif- und Rabenvögel, die sich von Aas ernähren, haben darunter zu leiden."

Verschossenes Blei gelangt tonnenweise in Flachwasserzonen, Seen, Moore und Wiesen. Zudem - und diese Tatsache findet weniger Beachtung - reichert sich beim Verzehr von mit Bleischrot getöteten Wildtieren das hochgiftige Schwermetall im menschlichen Körper an. Und wenn ein Wildtier erst angeschossen und später getötet wird, ist der Bleigehalt - dieses von Jägern als besonders gesund und bekömmlich angepriesene Lebensmittels - noch erheblich höher.

Wenn man sich vergegenwärtigt, dass hier allein in einem Jahr (2000) 85 Millionen Schrotpatronen verkauft wurden, heißt das, dass ca. 2600 Tonnen Blei in Tierkörper sowie in die Umwelt "verpulvert" werden. Davon fallen ca. 50 % auf Jagdpatronen, deren Bleigehalt bei durchschnittlich etwa 31g liegt - die andere Hälfte betrifft Sportschützenmunition, mit einem etwas niedrigeren Bleigehalt. (Schlederer, 2001)
Häufigster Tod von Seeadlern ist heute die Bleivergiftung, wie veterinärbiologische Untersuchungen belegen. Dies bestätigt auch der Diplom-Biologe Thomas Brand, wissenschaftlicher Leiter der ÖSSM (Ökologische Schutzstation Steinhunder Meer) in einem Interview der Schaumburg-Lippischen-Landeszeitung vom 17. August 2005.

In Deutschland haben zumindest Schleswig-Holstein und Berlin die Jagd mit Bleimunition wenigstens an und auf Gewässern untersagt.

Interessant: In der ADAC Zeitung Ausgabe Juli 2005 ist zu lesen, dass aufgrund zu hoher Umweltbelastungen ab sofort keine Bleigewichte mehr bei Autoreifen verwendet werden dürfen. Die Jäger aber dürfen nach wie vor tonnenweise Blei ungestraft in die Natur ballern.
Quelle: www.wir-fuechse.de



80% der Deutschen sind gegen die Jagd

Umfragen zufolge stehen mehr als zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland der Jagd kritisch gegenüber oder lehnen sie ganz ab.

In einer von »Welt am Sonntag« veröffentlichten repräsentativen Umfrage, was die Deutschen verbieten würden, wenn sie könnten, rangierte das Waidwerk auf Platz vier, direkt hinter Tierversuchen, Kinderpornographie und Tabakwerbung (zitiert nach Komitee gegen den Vogelmord, 1999). 1996 hieß es in einer von HÖRZU veröffentlichten Studie: »71% aller Deutschen (zwischen 16 und 60 Jahren) lehnen die Jagd ab«. (HÖRZU 37/1996)

Im Jahr 2002 kam eine repräsentative Umfrage gar zu folgendem Ergebnis: 68% der Befragten meinen: »Der Staat sollte die Jagd auf wild lebende Tiere als Freizeitsport verbieten«, weitere 12% sind für die generelle Abschaffung der Jagd. 13% wollen den Grundeigentümer entscheiden lassen, ob auf seinem Besitz gejagt wird oder nicht. Lediglich 3% sagten: »Ich bin grundsätzlich gegen ein Jagdverbot.« (GEWIS-Institut, 29.07.2002)

Laut EMNID-Umfrage vom 10.9.2003 halten 78% das jagdliche Töten von Tieren durch Hobbyjäger für eher schlecht. Am 9.9.2004 wurde eine weitere EMNID-Umfrage veröffentlicht: 76,3% der Deutschen stehen der Jagd kritisch gegenüber oder lehnen sie ab.



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