Jägerin Claudia Diewald vom »Weiberrevier« stellte am 12.9.2005 den Aufruf von Kurt Eicher: »Schluss mit der Jagd!« in das Weiberrevier-Forum:

»Kurt sagt, wir sind gefährlich und pervers...« (Weiberrevier-Forum, 12.9.2005)
Der Kommentar von Claudia Diewald: »Lieber gefährlich und pervers als dumm und dämlich!«


Darauf antwortete »Schmidtjagd« am 12.9.2005 (jeweils fett gedruckter Kommentar):


Aufruf von Kurt Eicher:


Schluss mit der Jagd!
Lasst uns mit den Tieren Frieden schließen!

300.000 Jäger bringen in Deutschland jährlich 5 Millionen Tiere um. Vielfach auf grausamste Weise: Hasen durch Schrotladungen, die sie vor Schmerz aufschreien lassen wie kleine Kinder;

Stimmt doch. Nicht jeder Schuß sitzt tödlich. Wer noch keinen Hasen klagen hören hat, der weiß nicht wie fürchterlich sich das anhören kann.

Rehe und Wildschweine durch »Expansionsgeschosse«, die aus den schwer verwundeten Tieren Blut und Darminhalte als »Pirschzeichen herausschlagen«, damit sie auf der Flucht Spuren für die Nachsuche hinterlassen;

Stimmt doch auch, die Gründe des Wieso und Warum liegt offen.

Marder und Füchse unter anderem durch Fallen, die den Tieren einen elenden Todeskampf bereiten.

Bilder gibt es genug, leider auch aus alten Zeiten.

Junge Wildschweine geraten in Panik, weil man ihre Leitbache totschießt.

Oft genug der all, leider.

Rehkitze sehen hilflos ihre Mütter verbluten.

Schande über des Jägers Haupt, aber schon erlebt

Was in Bambi-Filmen dem Publikum die Tränen in die Augen treibt, gehört in unseren Wäldern zum grausamen Alltag.

Stimmt

Lange ist es den Jägern gelungen, ihre tägliche Barbarei vor der Öffentlichkeit zu vertuschen oder ihren blutigen Zeitvertreib als »ökologisch notwendig« darzustellen. Inzwischen haben Ökologen die Lebenslüge der Jagd entlarvt: Das Gleichgewicht von Natur und Tieren bedarf nicht schießwütiger Jäger, sondern stellt sich langfristig von selbst ein - durch eine innere Regulation der Geburtenrate, durch Anpassung an die Kapazitätsgrenzen der Umwelt und durch ein Ausweichen der Arten.

Nun, da gibt es andere Untersuchungen und den Straßenverkehr

Auch Verbissschäden an Jungpflanzen rechtfertigen das Jagdmassaker nicht.


Ärmere Länder als Deutschland können sich mehr Wild leisten, wie kommt das?

Im Gegenteil: Der Jagddruck ist für die Wildschäden mit ursächlich, ebenso wie für die Verbreitung der Tollwut. Letztere ist nicht durch Blei, Gas und Fallen zu bekämpfen, sondern durch Impfstoffe.

Hat er nicht unrecht, falsche Bejagung führt zu Schäden und der Vakuumwirkung der stark bejagdenFuchsbestände, die Wanderungen verteilen dadurch die Tollwut auf größere Gebiete.

Es gibt keine Rechtfertigung mehr, dass wir den blutigen Krieg gegen unsere Mitgeschöpfe in Wald und Feld fortsetzen. Vielleicht war der Mensch früher auf seine Jagdbeute zum Überleben angewiesen. Heute dient sie nur mehr der Fleischsucht einiger Gourmets, die auf ihren Hasen- und Rehbraten nicht verzichten wollen. Vor allem aber lebt die Jagd von der Lust der Jäger zu töten, bequem und feige von Hochständen herunter und aus dem Hinterhalt zu schießen, vor denen sie ihre ahnungslosen Opfer zur Henkersmahlzeit versammeln. Unzählige Schusstürme säumen Waldränder und Waldwege, für die Tiere gibt es kaum ein Entkommen. Theodor Heuss, unser erster Bundespräsident, sagte treffend: »Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.«


Nunja, sehr auf die Tränendrüsen gedrückt und überzogen beschrieben, aber: Unrecht hat er nicht. Naja, zitieren kann jeder.

Es wird höchste Zeit, von der Tradition der legalisierten Lust-Tötung von Tieren Abschied zu nehmen, von einer Tradition, die vom Hochadel und von Kirchenfürsten, von Politikern und Neureichen übernommen wurde, um menschliche Geltungsbedürfnisse und Aggressionen zu befriedigen. Die »Jagdleidenschaft«, auf die die Jäger auch noch stolz sind, ist eine gefährliche Perversion. Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur mehr ein Schritt (Leo Tolstoi). Die Mehrheit der Bevölkerung ist längst dagegen, dass der Gesetzgeber das Töten hochentwickelter Lebewesen als »Jagdsport« erlaubt. Deshalb fordern wir die Abschaffung der Jagd und den Friedensschluss mit den Tieren.



Kommentar von »Schmidtjagd«: »Also so dumm ist es dann auch nicht. Vielmehr sollte man weniger dagegen angehen, sondern sich auch offen zu diesen Themen äußern. Warum, wieso, welcher Zweck verfolgt wird und so weiter. Etwas mehr Akzeptanz dieser Meldungen und eine Auseinandersetzung damit würde beiden Seiten dienen.

Nein, ich bin kein Abschaffung der Jagd Anhänger, dennoch können Tatsachen anerkannt werden. Jedoch immer mit dem Hinweis: Es trifft nicht auf den gesamten Stand zu.«




Lippischer Waidmann
»Sehen Sie uns halt als perverse Hobbytöter«