e-mail von Henning Düsterhöft:

Hallo Herr Eicher,

mit Interesse habe ich Ihre Seite studiert. Ich bewundere zwar Ihren
persönlichen Einsatz, muss aber dennoch Kritik äußern. Zur Klarstellung: ich
bin KEIN Jäger.

Sie geben vor, hier jeweils den neuesten Stand der Wissenschaft zu
verbreiten und der Bevölkerung somit seriöse Informationen zu liefern. Aber:
auch Ihre Seiten stecken voller Ideologie und polarisieren stark.
Ideologische Schranken aber beschränken die Möglichkeiten eines vernünftigen
Umgangs miteinander. Sie werfen den Jägern Stammtischmenthalität vor, aber
auch ihre Aussagen zeugen von selbiger, bloß dass Ihr Stammtisch eine andere
Klientel umfasst. Beispiele:
- "Rehkitze sehen hilflos ihre Mütter verbluten" (tja, so ist das in der
Natur - Rehe sind Bestandteil der Nahrungskette und werden daher ab und zu
von anderen Spezies getötet...)
- "(...) bequem und feige von Hochständen herunter und aus dem Hinterhalt zu
schießen, vor denen sie ihre ahnungslosen Opfer zur Henkersmahlzeit
versammeln" (übrigens die gleiche Taktik, die auch der Luchs anwendet).

Ebenso wie Sie finde ich viele Jagdpraktiken falsch und teilweise völlig
überholt (Stichwort Kirrungen, Bleischrot, Jagdzwang, Jagd auf Haustiere
usw.). Das Bundesjagdgesetz gehört dringend novelliert! Aber seien Sie
realistisch: Die Jagd ist seit Jahrtausenden Bestandteil der menschlichen
Kultur und Sie werden sie nicht abschaffen können. Auch die großen
Umweltschutzorganisationen wie WWF und BUND haben mittlerweile erkannt, dass
ein Miteinander sehr viel effektiver als ein Gegeneinander ist, denn in
vielen Bereichen haben Jäger und Naturschützer sogar die gleichen Ziele.
Heutzutage setzt man eher auf das Prinzip "Schützen durch Nutzen" - man
schützt nur das, woran man auch ein persönliches Interesse hat. Es spricht
meiner Meinung nach nichts dagegen, stabile Wildbestände auch zu nutzen,
solange diese Nutzung nachhaltig ist. Unbelastetes Wildfleisch aus
regionaler "Produktion" ist mir allemal lieber als medikamentenverseuchtes
Fleisch aus Massentierhaltung. Und die Diskussion, ob der Mensch überhaupt
von Natur aus Fleischfresser ist, ist wohl mehr als überflüssig...

Was mich stört ist, dass sie auf vernünftige Kritik nicht wirklich eingehen,
sondern sie mit den immer gleichen Argumenten abtun. Klar, zu anfeindenden
Hass-Mails braucht man nichts weiter zu sagen, aber auf die "Mail von gutem
Jäger" zum Beispiel gehen Sie in Ihrer Antwort gar nicht wirklich ein,
sondern werfen dem Autoren Ignoranz vor. Sind Ihnen vielleicht die Argumente
ausgegangen? Sicher gibt es Gebiete, in denen nicht mehr gejagt wird, wie in
den von Ihnen aufgezählten Nationalparks. Das ist auch gut so - aber man
muss auch wissen, was damit verfolgt wird. In den Nationalparks will man
"Natur Natur sein lassen" und Prozessschutz betreiben. Aber in unserer
Kulturlandschaft will man auch den Wald nutzen, und dafür reguliert man die
Wildbestände. Oder möchten Sie auf Holzmöbel verzichten und Ihre Wohnung in
Plastik einrichten?

Mich würde noch interessieren, wie Sie zu Neozoen stehen, die unsere
einheimische Fauna durcheinanderbringen (z.B. Waschbär, Marderhund).
Bekämpfen oder evtl. auch billigend in Kauf nehmen, dass sie heimische Arten
verdrängen oder im schlimmsten Fall sogar ausrotten?

Fazit: Klar geht es auch ohne Jagd! Aber man muss sich auch darüber im
Klaren sein, was das für Konsequenzen hat und ob man diese wirklich bereit
ist hinzunehmen bzw. ob es nicht auch positive Aspekte der Jagd gibt.

Mit schönen Grüßen nach Heilbronn und mit der Bitte um Veröffentlichung,
Henning Düsterhöft





Antwort von Marc Buchtmann:

Sehr geehrter Herr Düsterhöft,

über den Verteiler hat Ihre Mail auch uns erreicht.
Wir gehen davon aus, dass Sie sich bis jetzt noch nicht intensiv mit dem Thema Jagd auseinander gesetzt haben. Unsere Annahme beruht darauf, dass in Ihrer Mail viele Punkte angeführt werden, auf die gleich die Standardlügen der Jäger folgen.
Sie müssen berücksichtigen, dass die heutige Jagd keinerlei Notwendigkeit besitzt. Sie hat auch keinen Nutzen, auch nicht für oder mit der Holzwirtschaft. Die Jägerschaft weiß das natürlich. Und sie weiß auch, dass die Bevölkerung ein Lusttöten nicht akzeptieren würde. Daher sind die Grünröcke besonders darauf bedacht, ihre lang und ausgiebig verbreitete Märchenwelt aufrecht zu erhalten.
Der Ruf der Jäger jedoch wird immer schlechter. Und das zu Recht. Denn wie Sie selbst richtig sagen, brauchen wir keine Jäger. Selbst dann nicht, wenn man nicht auf (Wild)Fleisch verzichten will.
Was die Jägerschaft aber unserer Tierwelt und auch der Natur antut, das ist für eine vermeintliche Zivilisation untragbar.

Sie schrieben: »Aber: auch Ihre Seiten stecken voller Ideologie und polarisieren stark. Ideologische Schranken aber beschränken die Möglichkeiten eines vernünftigen Umgangs miteinander.«

Sicher spielt bei uns eine gewisse Ideologie mit. Wir reden hier ja auch vom sinnlosen Quälen und Töten von 5 Mio. Lebewesen jedes Jahr.
Ich denke, dass ist nicht mit materiellen Dingen zu vergleichen.

Sie schrieben: »Rehkitze sehen hilflos ihre Mütter verbluten" (tja, so ist das in der Natur - Rehe sind Bestandteil der Nahrungskette und werden daher ab und zu von anderen Spezies getötet...)«

Hier versuchen Sie den völlig unnötigen Tod durch Jägerhand mit der Natur zu entschuldigen. Sicher werden Rehe von Beutegreifern getötet. Doch dieser Beutegreifer tötet nicht aus Spaß, sondern um selbst zu überleben. Sind Mutter und Kind (in Bezug auf das Reh) zusammen, so wird auch eher das Kitz vom Beutegreifer geschlagen. Die Natur hat das so eingerichtet, damit eben kein hilfloses Tierkind zurückbleibt.

Und selbst wenn man diese Tatsache außer Acht ließe, wie wollen Sie den Jäger entschuldigen, der ein Muttertier umbringt, obwohl das Kitz daneben steht?

Sie schrieben: »"(...) bequem und feige von Hochständen herunter und aus dem Hinterhalt zu schießen, vor denen sie ihre ahnungslosen Opfer zur Henkersmahlzeit versammeln" (übrigens die gleiche Taktik, die auch der Luchs anwendet).«

Seit wann hat der Luchs einen Hochsitz?
Seit wann füttert ein Luchs Rehe mit Kraftfutter an, um sie dann töten zu können?

Greift ein Luchs ein Reh an, so besteht immer eine reelle Chance für das Reh zu entkommen.
Der Jäger aber nutzt technische Mittel, die das Reh weder umsetzen noch ihm entkommen kann.

Sie schrieben: »Aber seien Sie realistisch: Die Jagd ist seit Jahrtausenden Bestandteil der menschlichen Kultur und Sie werden sie nicht abschaffen können.«

Die Jagd hat nie etwas mit Kultur im Sinne von Bestandteil dieser zu tun gehabt. Und das wird sie auch nie haben. Früher wurde gejagt, um sich und die Familie zu ernähren, mit Kleidung und Werkzeugen zu versorgen. Das ist ein Teil der Zeitgeschichte, nicht aber der Kultur.
Das alles brauchen wir heute nicht mehr. Ähnlich wie Hexenverbrennung, ist die Jagd heute nur noch ein Relikt aus alter Zeit, die ebenfalls abgeschafft gehört.

Sie schrieben: »Auch die großen Umweltschutzorganisationen wie WWF und BUND haben mittlerweile erkannt, dass ein Miteinander sehr viel effektiver als ein Gegeneinander ist«

Insbesondere den WWF sollten Sie gegenüber einem Natur- und Tierfreund besser nicht erwähnen. Dieser hoffnungslos jägerverseuchte Verein ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wie man mit einer Ideologie den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen kann. Ich persönlich kenne nicht einen Menschen, der dem WWF noch auf den Leim geht. Alle mir bekannten Personen, die mal Mitglied beim WWF waren, sind inzwischen ausgetreten. Z.B. nach dem Skandal, als der WWF die Berggorillas vor Wilderern schützen wollte und gleichzeitig zu Jagdreisen aufrief, um die Bevölkerung in den armen Ländern mit dem Erlös dieser zu unterstützen.

Ein Miteinander zwischen Jägern und Natur/Tierfreunden wird es niemals geben.

Sie schrieben: »denn in vielen Bereichen haben Jäger und Naturschützer sogar die gleichen Ziele.«

Nennen Sie uns ein gemeinsames Ziel?
Jäger haben nur das Ziel, die Populationen an Wildtieren hochzuhalten und künstlich zu erhöhen, damit sie ihrem perversen Hobby frönen können.
Durch massivste Fütterungen und der Tötung unerwünschter Konkurrenten, richten sie ein Chaos in der Natur und dem ökologischen Gefüge an. Zum einen, um was zum abknallen zu haben. Zum anderen, um der Bevölkerung so ihre Notwendigkeit vorheucheln zu können. Jäger sind Naturausnutzer. Mehr nicht.

Sie schrieben: »Heutzutage setzt man eher auf das Prinzip "Schützen durch Nutzen" - man schützt nur das, woran man auch ein persönliches Interesse hat.«

Wildtiere brauchen nicht geschützt zu werden. Nur vor dem Jäger. Ansonsten sollte man sie einfach in Ruhe lassen.

Sie schrieben: »Es spricht meiner Meinung nach nichts dagegen, stabile Wildbestände auch zu nutzen, solange diese Nutzung nachhaltig ist.«

Die Jägerschaft betreibt einen Hochleistungszuchtbetrieb im Wald. Eben durch die bereits erwähnten Fütterungen und andere Maßnahmen. Hier von "stabilen Wildbeständen" oder "nachhaltiger Nutzung" zu sprechen, zeigt leider, dass Ihnen (noch) die Kenntnisse über die Realität fehlen.
Wo sehen Sie z.B. eine "nachhaltige Nutzung" in der Tötung von 600.000 Füchsen jedes Jahr? Diese Tiere werde verbrannt. Genau wie zahlreiche andere Tierarten.

Sie schrieben: »Unbelastetes Wildfleisch aus regionaler "Produktion" ist mir allemal lieber als medikamentenverseuchtes Fleisch aus Massentierhaltung.«


Da dürften Sie ein großes Problem haben. Denn unser Wildfleisch ist weit höher belastet, als Sie glauben.
Der Südkurier titelt in einem Bericht vom 24.08.2005: "Keine Entwarnung beim Verzehr von Wildbret." Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bestätigt, dass die Belastung bei Wildschweinen seit 1996 sogar ansteigt. Ursache ist die Nahrung der Tiere und die jeweilige Strahlenbelastung. Untersuchungen an Tieren ergaben einen Wert von 6700 Becquerel Radiocäsium (Bq) pro Kilogramm.
Damit ist die Belastung mehr als 10x höher, wie der zulässige Grenzwert zur Nahrungsmittelvermarktung (600 Bq/kg). Rehe und Rothirsche sind zwar geringer belastet, unterschreiten den zulässigen Grenzwert aber nur knapp.
Das Bfs rät, auf den Genuss von Wildfleisch zu verzichten.

Mehr dazu finden Sie auf unseren HPs.

Sie schrieben: »Und die Diskussion, ob der Mensch überhaupt von Natur aus Fleischfresser ist, ist wohl mehr als überflüssig...«

Finden Sie?
Nun gut. Das wir in der heutigen Zeit kein Fleisch essen müssen, ist Fakt.
Somit muss jeder für sich selbst entscheiden, ob der die Qualen der Tiere (gleich welche Art) unterstützt, nur um ein Schnitzel auf dem Teller zu haben.
Doch egal wie Ihre Entscheidung hier auch ausfällt, die Jagd hat damit nichts zu tun. Das meiste angebliche Wildfleisch stammt von Tieren, die genau so (qualvoll) gezüchtet und gehalten werden, wie die üblichen "Nutztiere". Die heutige Jagd dagegen hat einen Anteil von nicht einmal 1% am gesamten Fleischkonsum.

Sie schrieben: »aber auf die "Mail von gutem Jäger" zum Beispiel gehen Sie in Ihrer Antwort gar nicht wirklich ein, sondern werfen dem Autoren Ignoranz vor. Sind Ihnen vielleicht die Argumente ausgegangen?«

Da Sie hier eine Mail ansprechen, die uns nicht betrifft, nur ein allgemeines Statement dazu.
Es gibt keine "guten Jäger". Punkt. Jeder Jäger tötet nur aus Spaß. Wie bereits erwähnt, gibt es für die Jagd heute keine Notwendigkeit.
Was immer ein Jäger angeblich für die Natur und die Tiere tut, könnte er auch ohne Jagdschein machen. Den Jagdschein braucht man einzig und alleine nur für eines: Legal und brutal unsere Mitgeschöpfe zu töten.
Fazit: Wer einen Jagdschein macht (hat), will töten.

Sie schrieben: »In den Nationalparks will man "Natur Natur sein lassen" und Prozessschutz betreiben. Aber in unserer Kulturlandschaft will man auch den Wald nutzen, und dafür reguliert man die Wildbestände. Oder möchten Sie auf Holzmöbel verzichten und Ihre Wohnung in Plastik einrichten?«

Das eine hat überhaupt nichts mit dem anderen zu tun.
Unsere Kulturlandschaft hat viel mehr zur Folge, dass der Bestand aller Tierarten immer weiter zurück geht. Die Natur regelt sich selbst und auf einer Fläche können immer nur so viele Tiere leben, wie diese Fläche auch ernähren kann. Das gilt auch für die Pflanzenfresser, denn sie würden sich letztlich selbst vernichten, fräßen sie ihre Nahung kpl. auf. Die Folge unserer immer kleiner werdenden Naturflächen ist somit unweigerlich ein Rückgang an Tieren. Und damit wird die Jagd nicht nur immer unnötiger, sie wird auch immer unmöglicher.
Fragen Sie mal einen Jäger, ob er auf sein Hobby verzichten will. Natürlich nicht. Also muss er sich was einfallen lassen. Und damit sind wir wieder beim Züchten von Überpopulationen. Jäger regulieren den Wildbestand. Aber nach oben.
Durch die Fütterungen von Rehen z.B., stellt sich derer Organismus im Winter nicht mehr auf die karge Zeit ein. Normalerweise benötigen Rehe während der Wintermonate kaum Futter. Das von den Jäger gemachte Schlaraffenland aber, lässt diese Umstellung nicht zu. Folglich müssen die Rehe jetzt viel fressen, denn für sie ist nach wie vor Sommer. So entstehen auch den Verbissschäden.

Auch dazu finden Sie Material auf unseren HPs.

Sie schrieben: »Mich würde noch interessieren, wie Sie zu Neozoen stehen, die unsere einheimische Fauna durcheinanderbringen (z.B. Waschbär, Marderhund). Bekämpfen oder evtl. auch billigend in Kauf nehmen, dass sie heimische Arten verdrängen oder im schlimmsten Fall sogar ausrotten?

Wieso finden diese Tierarten Platz bei uns?
Weil die Jägerschaft natürliche Revierinhaber, wie z.B. den Fuchs, vernichtet. Möglichst ausrottet. Gerade im Moment müssen Füchse wieder zu Hundertausenden dran glauben. Leergeschossene Reviere können vom Fuchs aber erst wieder im Spätsommer besetzt werden, weil erst dann der Nachwuchs erwachsen ist und abwandert. In dieser Zeit können sich Einwanderer nieder lassen, die sonst vom Fuchs vertrieben würden.

Hierzu noch das Stichwort Fasan. Wissen Sie, dass der Fasan bei uns eigentlich gar nicht heimisch ist? Er wurde als Jagdwild aus Asien eingeführt. Da er bei uns gar nicht so wirklich überleben kann, wird er in Volieren - sogenannten Fasanerien - gezüchtet und kurz vor der Jagdsaison frei gelassen. Wieder, damit die Jäger was zum Abknallen haben.

Wölfe, Luchse und zum Teil Bären, haben die Jäger in Deutschland bereits erfolgreich ausgerottet.

Sie schrieben: » Fazit: Klar geht es auch ohne Jagd! Aber man muss sich auch darüber im Klaren sein, was das für Konsequenzen hat und ob man diese wirklich bereit ist hinzunehmen bzw. ob es nicht auch positive Aspekte der Jagd gibt.«

Konsequenzen ohne Jagd:
- Keine 5 Mio. sinnlos getötete Tiere.
- Keine 350.000 getötete Haustiere.
- Keine Bleibelastung des Bodens und der Gewässer mit über 1.000 Tonnen jährlich.
- Natürliche, stabile Tierpopulationen und daraus resultierend gesunde Wälder (zumindest in Bezug auf Verjüngung etc.).
- 40 Tote und mehr als 800 zum Teil schwer verletzte Menschen pro Jahr weniger, denn so viele gehen auf das Konto von Jägern.
Um nur ein paar zu nennen.

Positive Aspekte der Jagd:
Keine.

Mehr zum Thema finden Sie auch auf unserer HPwww.wir-fuechse.de

Mit freundlichen Grüßen
WIR FÜCHSE
Marc Buchtmann & i.a. Fritzi Fuchs, ebenfalls ein Jägeropfer. Sie sah ihre
Mutter durch Jägerhand sterben, als sie selbst erst wenige Tage alt war.




»Sehen Sie uns halt als perverse Hobbytöter«
bevor man solch seiten ins land ruf.