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Jägermail: |
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Sehr geehrter Herr Eicher,
in Ihrer HP erwecken Sie den Eindruck, daß jeder Jäger im Grunde ein Straftäter wäre, der alles was ihm vor die Flinte kommt abknallt! Also ich habe 1978 die Jägerprüfung absolviert und mit eine dreiläufige Büchse angeschafft (Kleinkaliber, Schrot und Büchsenlauf). Ich besitze diese Waffe seit 1979, also mehr als 25 Jahre. Ich gehe seitdem im Frühling und im Herbst auf den Ansitz und beschränke mit ausschließlich auf Schwarzwild, das dann, nach der Untersuchung, von meiner Familie konsumiert wird. Was ist dagegen einzuwenden??
Wie ich angedeutet habe, könnte ich auch KK und Schrot verschießen. Habe ich aber in den letzten 25 Jahren nicht, da ich in der Tat nur auf die Tiere schieße, die auch verzehrt werden. Also von wegen "Lusttöter"
Ein schönes Wochenende, und viel Spaß in Ihrem Kampf gegen Windmühlen!
MfG, P.Müller
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Antwort von Kurt Eicher: |
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Sehr geehrter Herr Müller!
Bei objektiver und realistischer Betrachtung ist das Jagen eigentlich eine Straftat. Nur die "selbstgestrickte" Rechtslage der Jägerschaft verhindert eine Strafverfolgung. Die ungeheuerlichen Ausnahmen, die das Deutsche Jagdrecht den Jägern in unserer Natur einräumt, möchte ich Ihnen an einigen Beispielen erläutern:
1. In der Bundesrepublik Deutschland können Jäger immer noch ungeniert mit Bleischrot Tiere jagen, obwohl schon seit Jahrzehnten bekannt ist, dass dieses Schwermetall nicht nur die Stoffwechselvorgänge aller Lebensformen schädigt, sondern eben auch nach Jahren (aus dem Boden gelöst) im Grundwasser auftaucht.
Würde sich dies nun ein ein normaler Bürger erlauben, wäre er sehr schnell hinter Gittern. Die deutschen Jäger bringen zur Zeit jedes Jahr 1 500 Tonnen unbehindert in die Natur aus - und sie werden erst damit aufhören, wenn die Vergiftungserscheinungen in der Bevölkerung und die Schäden in den Waldböden nicht mehr zu übersehen sind -oder, (unsere Hoffnung) das EU-Recht in der nächsten Zeit hier einen Riegel vorschieben wird. Die deutschen Jäger verteidigen schon seit Jahren mit zynischen Argumenten ihre "Bleiverbreitung" und haben auch noch ihr eigenes Recht (Bundesjagdgesetz) auf ihrer Seite.
Doch ehrlich betrachtet ist dies eine Straftat!
2. Wenn irgend eine Bürgergruppe als Hobby Tieren töten und dabei über 40% der Tiere zu Tode quälen würde, wäre auch dies eine Straftat!
Die offizielle Statistik des DJV gibt nämlich an, dass 40% der ersten Schüsse nicht tödlich sind, also eine ständige Tierquälerei (und wir können uns nur im Ansatz vorstellen welche Qualen angeschossene Tiere haben ) billigend (gewissermaßen jagdimmanent) in Kauf genommen wird! (Bei einer Jagdstecke von 5 Mio. Wildtieren, gehen die Verstöße in die Millionen!) Auch hier sind Sie nur über das BJG in einer straffreien Zone, weil das Tierschutzgesetz damit ausgehebelt wird. Nach dem Tierschutzgesetz wäre dies aber bereits eine Straftat.
Über die Fallenjagd muss ich mich hier nicht noch extra auslassen...
3. Jäger verstoßen auch ständig gegen das Naturschutzgesetz, das eigentlich den Schutz der natürlichen Lebensräume vorsieht. Zu diesen Lebenräumen gehören Pflanzen, Tiere und Pilze, weil nur diese in ihrer Vollständigkeit eine stabile Lebensgemeinschaft ermöglichen.
Da aber Jäger nicht nur selektiv bestimmte Tierarten mit Futter fördern und ködern (kirren), also einem mehr oder weniger natürlichen Lebensraum zusätzliche Energiemengen zur Verfügung stellen, die natürlicherweise so nicht vorkommen würden, sondern auch selektiv töten, verändern Jäger/innen die Tierpopulationen und Nachwuchsraten (Dazu bitte ich Sie die Äußerungen des DJV-Wilschweinexperten Norbert Happ zu diesem Thema zu lesen!).
Wenn wir jetzt noch in Rechnung stellen, dass Füchse ständig bejagt werden, obwohl sie nur unbejagt (wissenschaftlich schon lange bestätigt) wichtige Funktionen in der Natur erfüllen können, wird der Naturfrevel durch die Jagd noch deutlicher.
An dieser Stelle möchte ich mit meiner kleinen Aufzählung enden.
Zwischenzeitlich füllen die Jägersünden, die in unserer Natur begangen werden, schon viele seriöse Bücher, trotzdem glauben Jäger/innen immer noch, dass sie unverzichtbar seien. Doch genau das Gegenteil ist der Fall, was viele unbejagte Gebiete in Europa beweisen.
Auf Haustierabschüsse möchte ich jetzt nicht eingehen, sondern Sie auf die Hompage www.ijh.de aufmerksam machen.
Auch die menschlichen Tragödien, die jährlich durch das Jagen verursacht werden, lasse ich zunächst noch unberücksichtigt.
Wenn Sie Ihre Proteinversorgung mit Wildtieren bestreiten, ist das (wie Sie oben ersehen können) in höchstem Maße umweltschädlich - und auch gesundheitsschädlich (Kontamination mit Blei und vor allem Radioaktivität).
Sie können die Proteinmengen auch umwelt- und tierfreundlicher erhalten und das bei höherem Nutzen für Ihre Gesundheit!
Ich halte unsere Bestrebungen nicht für einen Kampf gegen Windmühlen, sondern für eine notwendige Aufklärung der Bevölkerung, an deren Ende die Jäger ziemlich alt aussehen werden..... (ungeachtet der Überalterung des DJV).
Mit freundlichen Grüßen
Kurt Eicher
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Ökologe Gegendemo der Jäger?
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