e-mail von Dirk Steinmeyer:

Sehr verehrter Herr Eicher,
 
ich weiß beim besten Willen nicht, weshalb Sie sich so aufregen?! Wenn meine Frau auf die Jagd geht, und ich aus emanzipatorischen Gründen den Haushalt führe, dann wird alles, was sie so abgeknallt hat, auch verwertet d.h. gegessen. Mit anderen Worten: Es ist doch völlig bescheuert sich darüber zu ärgern, daß im Wald Tiere erschossen werden, um diese zu konsumieren, während ein paar km weiter im Schlachthof mit Elektroschockern und Tranchiermessen das, im Resultat, Gleiche passiert. Dabei handelt es sich um konkurierende Prozesse: Jedes kg Tierfleisch, das im Wald erlegt wurde, muß nicht mehr im Schlachthof erwirtschaftet werden. So etwas nennt man auch "dynamisches Gleichgewicht".
 
Dann noch ein anderer Aspekt: Wir haben in Deutschland mindestens vier (Jagd)waffenfabriken: Heckler u. Koch, Sig-Sauer, Mauser und Balzer. Fast 95% der Umsätze werden mit dem Verkauf von Jagdwaffen in Deutschland erwirtschaftet. Darüberhinaus existiert eine bundesweit hochspezialisierte Handelslogistik die sich auf die Produktion + Vertrieb von Jagdzubehör spezialisiert hat. Schätzungsweise 150.000 Menschen verdienen mit der Jagd mittelbar und unmittelbar ihren Lebensunterhalt. Wollen sie die alle in die Ferien schicken?
 
Zum anderen das Hobby meiner Frau spült jede Mege Geld in die Staatskasse (Stichwort: Verpachtungen) und ist aus guten Gründen als gemeinnützig anerkannt!
 
Waidmannsheil, Dirk Steinmeyer
 
PS: Wussten Sie, daß man die bestandene Jagdprüfung auch als "grünes Abitur" bezeichnet?

Antwort von Kurt Eicher:

Werter Herr Steinmeyer!

Aus Ihrem Mail kann man ein tiefes Unverständnis für biologische Prozesse erkennen, Sie sind leider nicht in der Lage zu verstehen, was die Jagd für die Tiere und den Naturhaushalt wirklich bedeuten.

Weder die Jäger noch die Nebenhandlungen, die der Jagd dienlich sind, stabilisieren ein Gleichgewicht oder sind zwangsläufig natürliche Prozesse, nur weil diese Taten in der Natur begangen werden.
Dies werde ich nicht näher ausführen, da Sie sich diese Daten/Fakten selbst anlesen können (siehe unsere HP).
Diese heuchlerische Schönfärberei "es ist immer noch besser als die Schlachtviehhaltung" können, können Sie sich und uns schenken. Killen doch Jäger sehr viele nicht essbare (bzw. nicht konsumtiv nutzbare) Tiere aus Lust am Töten in großen Massen!
Auch die Traumatisierung der Wildtiere durch die Jagd, die selektive Rassenverfolgung oder die Umweltvergiftung mit Bleischrot können Sie nicht schön reden/schreiben!

Die bösartige Argumentation mit den Waffenherstellern zeigt doch schon welchen Geistes Kind Sie sind.
Mit einer ähnlichen wirtschaftlichen Begrüdnung wurde die Sklavenhaltung und die Kinderarbeit gerechtfertigt!

Gruß
Kurt Eicher

P.S.: Wussten Sie schon, dass ein Jäger nicht einmal einen Biologiegrundkurs bestehen würde und ein Abitur erst recht nicht??

Antwort von Marc Buchtmann:

Werter Herr Steinmeyer,
 
Ihre Mail hat über den Verteiler auch uns erreicht.
 
Warum wir uns "so aufregen" ist eigentlich ganz einfach erklärt:
Wir sprechen hier über ein blutiges Hobby, für das es in unserer Zivilisation keinen Platz und keine Berechtigung mehr gibt. Die heutige Jagd ist eine ökologische Lüge, für die mehr als 5 Mio. Tiere grausam und sinnlos ihr Leben lassen müssen.
 
Mit der Fleischproduktion (welch ekeliges Wort) hat die heutige Jagd nichts mehr zu tun. Selbst das meiste Wildfleisch in Restaurants stammt aus Zuchtanlagen, genau wie die übrigen "Nutztiere". Von einem Gleichgewicht, können Sie hier ganz bestimmt nicht reden.
Dies soll keine Entschuldigung sein. Wir lehnen Massentierhaltung etc. genau so ab, doch auch Sie können diese Perversion nicht als Entschuldigung für die Perversion Jagd nehmen.
Letztlich wird auch bei der Jagd gezüchtet. Durch massive Fütterungen und andere Maßnahmen, treiben die Jäger die Tiere zu gewollten Überpopulationen und zerstören damit ökologische Systeme und biologische Strukturen.
 
Die meisten Vegetarier sind solche aus ethischen Gründen. Wenn Sie sagen, auf Fleisch können Sie nicht verzichten oder es wenigstens einschränken, stellt sich immer noch die Frage, warum bei der Jagd Hunderttausende Tiere getötet werden, die garantiert nicht auf dem Teller landen: Füchse, Dachse, Marder, Greifvögel, Elstern, Krähen, Hunde, Katzen - um nur ein paar Beispiele zu nennen.
 
Ist für die Profitgier jedes Verhalten unseren Mitgeschöpfen gegenüber gerechtfertigt?
Da Sie gerne zwei paar Schuhe miteinander vergleichen, frage ich Sie, warum Sie nicht gegen die Waffenhersteller angehen. Diese produzieren nämlich Jagdwaffen praktisch nur am Rande. Im Hauptblickfeld stehen Kriegswaffen und Waffen für Polizisten etc.
Der Wegfall dieser "Arbeitsplätze" könnte schnell aufgefangen werden, in dem diese Menschen sich für die Tiere und die Natur einsetzen und nicht gegen sie.
 
Das Hobby Ihrer Frau ist nicht als gemeinnützig anerkannt. Diese typische Jägerlüge wird gerne verbreitet. Das Geld die Welt regiert, ist bekannt. Doch die Einnahmen durch die Jagd sind erschwindend gering, gerechnet am Bruttosozialprodukt. Gerade die Jäger regen sich doch immer mehr z.B. über die Jagdsteuer auf. Hier ist mehr die mafiaartige Durchnetzung der Regierungskreise zu sehen, weshalb die Jagd überhaupt noch erlaubt ist.
Jäger habe sich zwar den Titel des Naturschützers ergaunert, doch nimmt ihnen diesen niemand ab. Wie sollte man auch, bei mehr als 1.000 Tonnen hochgiftigem Blei, was jährlich in die Natur geballert wird.
Als Tierschützer dürfen sie sich dagegen nicht bezeichnen. Das wäre an Hohn auch kaum zu überbieten.
 
Dann kostet das Hobby Ihrer Frau den Staat Unsummen. Alleine schon durch die Unfälle, entstehen Behandlungskosten in horrender Höhe. Auf Kosten der Steuerzahler werden Gesellschaftsjagden veranstaltet und Werbekampagnen geführt.
 
Nicht "man" bezeichnet die bestandene Jagdprüfung als "grünes Abitur", sonder die Jäger. Sonst niemand, denn es handelt sich dabei um einen lodengrünen Lehrgang. Mehr nicht.
4 Wochen dauert die Ausbildung (gerechnet mit einer 38 Stunden Woche), in der Jäger nur lernen, zu töten.
Über Tiere, deren Verhalten und Lebensweise, lernen Jäger dagegen nichts. Zum einen reicht die Zeit bei weitem nicht aus, um ein so komplexes System wie die Natur zu erlernen, zum anderen ist das auch gar nicht das Ziel.
Machen Sie sich einmal Gedanken darum, warum man Forstwirtschaft und viele andere Bereiche aus dieser Thematik wirklich studieren muss.
 
Vielleicht machen Sie sich die Mühe und "studieren" einmal unsere HPs genau. Dort können Sie viel über die wahren Gründe der Jagd und die damit verbundenen Grausamkeiten lernen.
Tiere sind denkende und fühlende Mitgeschöpfe und keine Gebrauchsgegenstände. Jägern fehlt es am Horizont, diese Tatsache zu erkennen.
 
Waidmannsabschaffung
WIR FÜCHSE
M. Buchtmann


Leidenschaftlicher Jäger
Schwachsinn