Sehr geehrter Herr Eicher, ich bin gespannt darauf, was Sie und andere "Tierschützer" tun würden, wenn es keine Jäger und keine Jagd mehr gäbe. Es würden sehr viele Probleme auftreten, z. B. Seuchen, Missernten durch Wildschäden, Verwüstung von Gärten/Parks etc. Dann würde mich interessieren, ob Sie persönlich Fleisch essen oder Vegetarier sind. Denken Sie einmal darüber nach, welches Fleisch besser schmeckt, gesünder ist, weniger "gelitten" hat. Das eines Rehs oder das eines Rinds? Das Rind weiß schon, wenn der Viehtransporter auf den Hof fährt, dass es jetzt sterben wird. Diese Angst des Rindes kann man sogar riechen. Das Reh tritt auf die Wiese und ahnt nichts. Es stirbt in einem Bruchteil der Zeit (die selbe Zeit, die sich ein Mensch wünscht, wenn er für sich selbst von einem guten Tod spricht) des Rindes und leidet nicht, wenn es waidgerecht erlegt wurde. Ich finde Ihre Ausführungen anmaßend und unwissend. Sie waren wohl noch nie auf die Natur angewiesen?! Schade für Sie und Ihre Mitstreiter. MfG, A.J.Anastasia Jonas



Antwort von Marc Buchtmann, WIR FÜCHSE:

Werte Frau Jonas,

Ihre Mail hat über den Verteiler auch uns erreicht.

Es wäre schon sinnvoll, wenn Sie die Informationen einer HP zunächst lesen und nicht nur überfliegen würden. Beim Studieren der Homepage von Kurt Eicher wären alle Ihre Fragen beantwortet worden.
Haben Sie darum bitte Verständnis dafür, dass ich an dieser Stelle nur kurz auf Ihre Punkte eingehe. Interessiert Sie der tiefere Hintergrund, können Sie diesen auf Herrn Eichers und auch auf unserer HP nachlesen.

> Es würden sehr viele Probleme auftreten, z. B. Seuchen, Missernten durch Wildschäden, Verwüstung von Gärten/Parks etc.

An all diesen "Problemen" tragen die Jäger die Schuld.

Seuchen wie z.B. die Schweinepest entstehen bei der Massentierhaltung in Hausschweineställen. Nun ködern Jäger ausgesprochen gerne Wildtiere mit Abfällen aus der Haustierschlachtung an Luder- und Kirrplätzen an, obwohl dies verboten ist.
Fast immer findet man an Luderplätzen Hühnerteile und Fleischabfälle von Haustieren. Auf diese Weise infizieren sich die Wildtiere.
Der Weg ist also vom Haustier zum Wildtier. Und nicht umgekehrt, wie die Jäger gerne erzählen.

Missernten durch Wildschäden ist maßlos übertrieben. Schäden an Feldern gibt es, das ist richtig. Und warum gibt es die? Weil die Jägerschaft sich durch massenhafte Fütterungen, dem Töten von Leittieren und Wegschießen unerwünschter Konkurrenten eine gewollte Überpopulation im Wald züchtet. Rund 300 KG Mastfutter bringen Jäger pro getötetem Wildschwein in den Wald ein.

Die angeblich natürliche Überpopulation in unserer Kulturlandschaft, wie die Jäger es nennen, ist hausgemacht. Das sagen sogar die Experten der Jäger selbst, wie z.B. Norbert Happ: "Das deutsche Wildschweinproblem ist jägergemacht."
Tatsächlich würde der Bestand an Tieren immer kleiner, da die Lebensräume immer kleiner werden. Und damit wird die Jagd immer unmöglicher. Doch Jäger wollen jagen. Sie wollen töten, denn das ist ihr Hobby. Also müssen sie Tiere züchten.

> Dann würde mich interessieren, ob Sie persönlich Fleisch essen oder Vegetarier sind. Denken Sie einmal darüber nach, welches Fleisch besser schmeckt, gesünder ist, weniger "gelitten" hat.

Zunächst einmal sind die meisten Vegetarier solche aus ethischen Gründen. Der gesundheitliche Aspekt spielt nur selten eine Rolle.
Gesünder jedenfalls ist Wildfleisch mit Sicherheit nicht. In manchen Gebieten ist jedes dritte getötete Wildschwein wegen zu hoher radioaktiver Belastung nicht für den Verzehr geeignet.
Doch die Diskussion um Fleisch hat nichts mit der Jagd zu tun. Ja, Sie haben richtig gelesen. Die heutige Jagd ist ein reines Freizeit"vergnügen". Einen Anteil an der Fleischproduktion - welch ekeliges Wort! - hat sie nicht. Das meiste sogenannte Wildfleisch in Restaurants stammt genau so aus Zuchtanlagen, wie die üblichen "Nutztiere".
Und dann bleibt noch die Frage, warum bei der Jagd Millionen von Tieren getötet werden, die garantiert nicht auf dem Teller landen? Füchse, Dachse, Marder, Greifvögel, Elstern, Krähen - um nur ein paar zu nennen.

> Es stirbt in einem Bruchteil der Zeit (die selbe Zeit, die sich ein Mensch wünscht, wenn er für sich selbst von einem guten Tod spricht) des Rindes und leidet nicht, wenn es waidgerecht erlegt wurde.

Zunächst: Niemand will den Leidensweg eines Schlachttieres niederreden. Zum Glück gibt es auch viele Organisationen, die um diese Sache kämpfen.
Doch kann die eine Tierquälerei nicht als Entschuldigung für eine andere her halten. Ich hoffe nicht, dass Sie sich wirklich den Tod wünschen, wie ihn ein Wildtier durch Jägerhand erleidet.
Beginnen wir mit dem Begriff "waidgerecht". Diesen gibt es nämlich überhaupt nicht. Er ist eine Erfindung der Jäger und soll dem uninformierten Bürger vorgaukeln, dass Jäger "gerecht" handeln. Auch das sagen die Jäger selbst.

Zitat: "Die vielgepreiste Waidgerechtigkeit dient der Volksverdummung und der Verdeckung strafbarer Handlungen. Sie bemängelt tierquälerische Jagdmethoden mit falsch verstandener Traditionspflege." - Rüsch, Jurist und Jäger.

Wissen Sie, wie ein erschossenes Tier stirbt?
Beim "Blattschuss" wird das Herz und evtl. die Lunge zerfetzt. Je nach Treffer, verblutet oder erstickt das Tier.
Schrot tötet in der Regel durch die Schockwirkung und nicht durch die unmittelbaren Verletzungen. Ist die Distanz zu groß oder bekommen größere Tiere wie Füchse nur "Randschrote" ab - also ein paar Körner irgendwo in den Körper - erleidet das Tier einen grausamen Tod. Es verblutet, stirbt Tage oder Wochen später an Bleivergiftung, oder an den Folgen der Verletzung, weil es z.B. durch zerfetzte Gelenke nicht mehr in der Lage ist, sich Nahrung zu beschaffen.

Im Übrigen müssen 60% der Tiere nachgesucht werden. Viele werden nie gefunden und verenden irgendwo qualvoll. Für andere dauert der Todeskampf, gehetzt von ihren Verfolgern, Stunden und manchmal Tage.

Von Fallen sprechen wir besser erst gar nicht.

Und dann ist da noch die Definition des "sofort tot". Dieser Begriff ist in der Jägersprache nämlich mit 180 Sekunden definiert. Ein durch "Blattschuss" getötetes Tier, welches in 3 Minuten verblutet ist, bezeichnet der Jäger als "sofort tot".

Und über allen diesen Grausamkeiten schwebt wie ein riesengroßes Richtschwert die Tatsache, dass es für die Jagd in unserer Zivilisation keine Notwendigkeit gibt. Sie ist nicht nur nicht nötig, sie fügt unserer Restnatur ungeheure Schäden zu. Z.B. durch mehr als 1.000 Tonnen Blei, die jährlich in die Gewässer und den Boden geballert werden.
Nur für das blutgeile Hobby einer Handvoll schießwütiger Waffennarren, lassen in Deutschland über 5 Mio. Tiere grausam ihr Leben. Darunter 300.000 Haustiere.

Schade für Sie, dass Sie so unwissend sind und trotzdem belegbare Fakten und Tatsachen als "anmaßend" bezeichnen. Sie sollten einmal darüber nachdenken, dass wir MIT der Natur und den Tieren leben. Und nicht gegen sie.
Aber vielleicht sind Sie ja jetzt bereit, die Wahrheit zu sehen und sich auf unseren Websites zu informieren.

Mit freundlichen und waidmannsabschaffenden Grüßen
WIR FÜCHSE
M. Buchtmann

www.wir-fuechse.de


war er schon mal im Wald?
wegen solchen Leuten wie ihr hat die Jagt