Sehr geehrter Herr Eicher!

Ich benmühe mich mal um einen kurzen Kommentar. Ich bin 29, Diplom Psychologe und KEIN Jäger!
Soviel erst einmal.
Ich habe Ihre Homepage eigentlich nur durch Zufall entdeckt und obwohl mir die Zeit fehlt, konnte ich mich, nachdem ich die Antworten, die Sie einigen Jägern oder auch anderen neutralen Personen geschrieben haben, nicht erwehren etwas hierzu zu schreiben!
Ich weiß ja nicht, mit welchem »Polizeipsychologen« sie in Kontakt stehen? Aber gerade wenn man die von Ihnen verfassten Stellungnahmen liest, besonders die mit dem Titel:Diese Meinung erscheint nie auf Ihrer Homepage, wird einem tatsächlich angst und bange bezüglich Ihrer beruflichen Tätigkeit.
Aus meiner fachlichen Sicht kann man Ihr übertrieben agressives Verhalten und Ihre bodenlose wie unsachlich formulierte Abneigung, die Sie einem sachlich argumentierendem 16 jährigen entgegen bringen nur auf ein einschneidendes Trauma in Ihrer Kindheit oder frühen Jugendzeit zurückführen!
Dieser Verdacht erhärtet sich auch aufgrund der Tatsache, dass Sie gerade fachlich fundierte Kritik, besonders von bekennenden Jägern mit einer derartig unnachvollziehbaren Art und Weise beantworten, aus denen ein Fachmann einige Schlüsse hinsichtlich Ihrer Persönlichkeit ziehen kann. Nachdem Sie durch die kurze Erwähnung von für mich als Laien eher alibiartig klingenden Nennungen von jagdfreien Nationalparks im Ausland und blutigen Taten unwissender Jägerbestien Ihre menschlich nachvollziehbare Motivation zu beweisen versucht haben, machen Sie wieder umgehend Ihrer Verachtung und Abneigung Luft.
Ich könnte mir gut vorstellen das einer Ihrer engen Verwandten passionierter Jäger war und Ihnen unsagbar schwere seelische Grausamkeiten angetan hat.
Sie brauchen diesen Beitrag nicht auf Ihre Homepage stellen, ich denke mal das täten Sie ohnehin nicht. Ich schreibe Ihnen auch eher persönlich, um Ihnen einfach einen minimalen Gedankenanstoß zu geben, bezüglich der Art der Ausübung (besonders in verbaler Hinsicht) Ihrer fragwürdigen Organisation.

Mif freundlichen Grüßen und dem Wunsch der »guten Besserung«

ein schockierter Mitmensch
(Jann Hagena, Münster)



Kommentar von Dag Frommhold:

Hmm... da fragt man sich, wo der gute Mann studiert hat. Oder hat er auf eine dieser Spam-Mails mit dem Titel »Get University Diploma Fast!« geantwortet (angesichts orthographischer Schwächen eher zu vermuten)? Jedenfalls ist es sehr beeindruckend, dass er so spezifisch auf Kurt Eicher psychische Disposition schließen kann, ohne ihn jemals kennen gelernt zu haben. Vielleicht sollte unser »schockierter Mitmensch« ein Patent auf die Unfehlbare Psychologische Fernanamnese (UPF) anmelden? Lustig, lustig...

Andererseits: Wenn man Jägerlatein für »fachlich fundierte Kritik« hält, kann man sich auch mal bei solchen Dingen irren...

Dag Frommhold




Antwort von Bianka Pelli:

Sehr geehrter Herr »Diplom Psychologe«,

mein Mann und ich gehören mittlerweile mit wachsender Begeisterung der, Ihrer Meinung nach, »fragwürdigen Organisation« des Herrn Kurt Eicher an.
Warum gibt es solche Initiativen?
Unsere Motivation, Herrn Kurt Eicher im Kampf gegen den Jagdterror im Wald zu unterstützen, waren unsere etlichen unsäglichen Erlebnisse, die wir mit Jägern hatten.
So ist es nun mal im Leben, man macht gewisse Erfahrungen und dann wird man entweder aktiv oder bleibt passiv. Kurt Eicher ist einer der wenigen Menschen, der aktiv ist und nicht nur hinter vorgehaltener Hand über Missstände schimpft.
Gründe gegen die Jagd vorzugehen gibt es Tausende. Und nicht umsonst steht eine radikale Novellierung des Bundesjagdgesetzes an, gegen die sich die Jäger vehement wehren. Sogar die unsäglichen Totschlagfallen sollen nach Jägermeinung erhalten bleiben, sowie die Haustierabschüsse und die giftigen Bleigeschosse, mit denen sie die Natur vergiften. Aber leider haben Sie ja nicht viel Ahnung von der Jagd (sind kein Jäger)? obwohl sie bekennenden Jägern wiederum fachlich fundierte Kritikfähigkeit zugestehen.


Hinzu kommen noch, wie schon erwähnt, unsere unsäglichen Erlebnisse.
Beispiele: Mein Mann und ich sind von einem Jäger brüllend, mit einer von ihm auf uns gerichteten Waffe, genötigt worden unsere Hunde anzuleinen und die Personalien anzugeben (Anleinpflicht gibt es gesetzlich nicht, die Hunde waren nicht wildernd ganz in unserer Nähe).
Weitere Beispiele sind Morddrohungen, die wir über uns ergehen lassen mussten, nachdem wir Jäger anzeigten, die illegale Fallen aufgestellt hatten. Wortwörtlich hieß es aus Jägermund : »Wenn sie das nächste halbe Jahr überleben, haben Sie das Gröbste überstanden.«
Oder: »Wir haben schon ganz andere um die Ecke gebracht. Und Du bist der Nächste.«
(Dieser Ausspruch übrigens im Gerichtsgebäude).

Mit Müh und Not rettete ich einen leicht angefahrenen, unter Naturschutz stehenden Waldkauz. Der Jäger wollte ihn erschlagen und ausstopfen.

Noch ein Beispiel von meiner Arbeitkollegin, deren Hund sich harmlos mit dem Hund eines Jägers raufte. Seine Worte waren folgende: »Ohne Plastiktüte brauchen Sie sich gar nicht mehr in den Wald trauen; da können Sie nämlich Ihren Hund von der Straße abkratzen, den knall ich ab. Nein besser noch, da brauch ich keine Knarre den stech ich gleich mit dem Messer ab.«

Wichtig ist es noch zu erwähnen, dass wir zusammen mit dem NABU eine Dokumentation über Fütterungspraktiken der Jäger erstellten. 80% hielten sich nicht an die Gesetze. Was sagt dies über Jäger aus, über ihre Glaubwürdigkeit?! Was geschieht alles im Verborgenen?!

Dies sind nur ein paar Beispiele. Ich könnte fortfahren.
Wird es da nicht einmal Zeit, dass sich Menschen mit eigenen Erfahrungen, Mut und fundiertem Wissen zusammentun, um Aufklärungsarbeit zu leisten, zum Wohle unserer Wildtiere !?!
Jetzt dürfen Sie sich natürlich auch ein Bild von mir machen, ohne mich persönlich zu kennen, genau wie Sie sich ein vorschnelles Bild (entschuldigen Sie bitte: oberflächliches Bild) von Herrn Kurt Eicher gestrickt haben, ohne ihn persönlich zu kennen.

Ich würde mich über eine Reaktion sehr freuen und das meine ich ernst,

mit freundlichen Grüßen,

Bianka Pelli


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