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Hallo ihr Jagdgegener,
ich bin ja doch positiv überrascht von eurer Seite. Ihr Antwortet ja sogar auf qualifizierte E-Mails von Jägern. Erst mal dazu. Hut ab. Bislang habe ich immer nur Jagdgegenerseiten erlebt, dessen Betreiber (aus welchen Gründen auch immer) nicht in der Lage waren auf qualifizierte E-Mails zu antworten. Das man auf Müll nicht antworten muß ist klar. Ich habe nun aber doch wieder Hoffnung geschöpft, daß ein paar vernünftige Menschen sich doch noch unter den Jagdgegenern befinden (z.B. Marc Buchtmann).
Ich habe mich nun also doch entschlossen euch eine vernünftige mail zu schreiben und hoffe schon jetzt auf antwort.
um noch mal das thema aufzugreifen, zu dem der marc buchtmann schon etwas geantwortet hat: er antwortete auf eine »Jäger-Mail« folgendes: »Für Fleischesser ist diese Überlegung logisch und aus diesem Blickwinkel auch nicht von der Hand zu weisen. Doch da auch Du in unserer Zivilisation lebst, würdest Du als Jäger zu Deinem Spaß töten, nur zu Deinem Spaß! Aus welchem Grund werden sonst Tiere massenhaft von Jägern getötet, die mit Sicherheit nicht auf dem Teller landen?«
Zu diesem habe ich auch noch etwas hinzuzufügen. lieber marc, wenn ich gerne fleisch esse, und noch lieber wildfleisch esse (da es einfach delikater schmeckt) dann komme ich nicht darum herum, entweder auf einem Markt wildfleisch einzukaufen oder selbst ein tier zu erlegen. wenn ich aber die möglichkeit habe, das tier selbst zu erlegen, dann weiß ich wo es herkommt ob es krankheiten hatte und ich weiß dann zum beispiel auch, daß dieses tier nicht lange leiden mußte weil ich es sauber getroffen habe. all diese gesichtspunkte zusammen mit einem schönen erlebnis (und jetzt ist mit sicherheit nicht das töten gemeint) in der natur sind grund genung selber ein tier zu erlegen, als eines im supermarkt zu kaufen. und wenn sie selber schon mal in einem schlachthof gewesen sind, dann müßten selbst sie zugeben, das die tiere dort mehr leiden als wenn sie von einem jäger erlegt werden. was ich nicht abstreiten will und kann, ist, daß es auch unter den jägern (wie bei ihnen die Idioten die gewaltätig sind) schwarze schafe gibt. die wird es aber immer geben.
ich weiß es nicht, aber falls sie vegetarier sind, hat es meiner meinung nach sowieso keinen zweck mit ihnen über das töten von tieren zu diskutieren. das wäre ja so, als ob man eine nonne zum sex übereden sollte.
ach so, eine kleine stichelei kann ich leider nicht entgehen lassen. Sie tragen doch hoffentlich keine sachen aus leder. oder?
auf ihre antworten freue ich mich jetzt schon.
mit freundlichen grüßen
ein ehrlicher waidmann.
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Antwort von Marc Buchtmann, WIR FÜCHSE: |
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Werter Unbekannter - Kai, wie ich vermute ?
Sie beziehen sich hier auf einen Mailwechsel, den ich mit Hans Huber hatte. Ihre »Ergänzung« zu dem Punkt Fleisch kann ich allerdings nicht als Faktum ansehen, da Sie um meine Argumentation herum reden.
Können Sie Ihren »Genuss« auch in Anbetracht der Ethik nicht zügeln (was übrigens der Grund für die meisten Vegetarier ist, ein solcher zu werden), so dürften Sie nur und ausschließlich Tiere töten, die Sie selbst essen wollen. Jeder andere Eingriff in die Natur (Fütterungen, Kirrungen, töten unerwünschter Konkurrenten usw.) zeugt automatisch vom Spaß an der Sache und vom zurechtschießen und dem Züchten der Natur nach Ihren Bedürfnissen. Immerhin sterben jedes Jahr in deutschen Wäldern über 5 Mio. Tiere, von denen fast die Hälfte nicht auf dem Teller landen.
Meine Frage an Hans Huber war also, warum diese Tiere trotzdem getötet werden. Diese Frage gebe ich jetzt an Sie weiter.
Lassen wir hier die Ethik oder gar die Frage, ob Fleisch überhaupt zur menschlichen Ernährung gehört, einfach mal ganz außer Acht. Trotzdem aber sollten bestimmte Dinge nicht in falsches Licht gerückt werden, um sie sozusagen als »Ausrede« zu benutzen.
»dann weiß ich wo es herkommt ob es krankheiten hatte« Woher wissen Sie das? Wo es her kommt, logisch. Aber die Sache mit den Krankheiten ist wohl nicht korrekt. Ich behaupte, Sie können das nicht beurteilen. Dafür wären einige veterinärmedizinische Untersuchungen nötig. Genau wie bei jedem »Supermarkttier«. Das soll keine Entschuldigung sein. Es soll nur zeigen, dass der von Ihnen angebrachte Unterschied nicht besteht.
»ich weiß dann zum beispiel auch, daß dieses tier nicht lange leiden mußte weil ich es sauber getroffen habe.« Nun, der Begriff »sofort tot« ist wohl in der Jägersprache nicht umsonst mit 180 sek. definiert. Was der normale Bürger unter »sofort tot« versteht, ist bei der Jagd schlichtweg unmöglich. Dazu kommt, dass »sauber getroffen« (irgendwie ein perverser Ausdruck für das dreckige Geschäft des Tötens, oder?), also ein Sterben in 180 sek., wohl eher die Ausnahme ist. Die meisten Tiere legen auf ihrer Flucht noch sehr weite Strecken zurück. Und selbst wenn ein Tier »im Knall liegt« (auch so ein gewaltverherrlichender Ausdruck), heißt das noch lange nicht, dass es wirklich tot ist. Sie wissen selbst, dass unzählige Tiere nur angeschossen und viele davon nie gefunden werden. Nachsuchen finden erst Stunden später oder überhaupt nicht statt. Von Schrotschüssen auf Füchse oder von der Fallenjagd reden wir dann erst besser gar nicht.
»all diese gesichtspunkte zusammen mit einem schönen erlebnis (und jetzt ist mit sicherheit nicht das töten gemeint) in der natur sind grund genung selber ein tier zu erlegen« Was ist denn sonst mit dem »schönen Erlebnis« gemeint? Den Grund des Erlegens, wieder so ein Ausdruck aus der gewaltverherrlichenden Jägersprache, sehe ich nicht. Abgesehen vom legalen Töten, dürfen Sie nichts, was ich nicht auch darf. Und für mich ist es ein schönes Erlebnis, Tiere zu beobachten und mich vielleicht sogar mit ihnen anzufreunden. Nicht, es zu töten.
Natürlich gibt es neben der Jagd noch jede Menge andere Tierquälereien. Und zum Glück gibt es dafür - oder besser gesagt dagegen - Vereine oder Initiativen, die sich entsprechend einsetzen. Doch jeder Mensch sollte selbst darum bemüht sein, unseren Mitgeschöpfen so wenig Leid wie möglich zuzufügen. Im Gegenteil: Für zivilisierte Menschen ist es eigentlich normal, auch Tieren zu helfen, wenn Hilfe nötig ist.
Und da machen Sie als Jäger nun mal eine überaus unglückliche Figur, denn Sie könnten sofort mit dem Töten aufhören und damit eine Menge Leid unter unseren Mitgeschöpfen aktiv verhindern.
Waidmannsabschaffung
WIR FÜCHSE
M. Buchtmann
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Haben Sie einen Knall ? Horrido
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