PETA geht gegen adelige Waldbesitzer vor

Rehe radikal abgeschossen

Presseberichten der Neuen Westfälischen Zeitung 01.03.2013 zufolge kam es im Dezember 2012 bei einer von der Firma Salm Boscor GmbH & Co KG Erste Waldgesellschaft in einem Waldstück bei Siddessen veranstalteten Drückjagd zur Massentötung von mindestens 47 Rehen.
Zahlreiche Tierschutzorganisationen, darunter PETA Deutschland e.V., haben nun über die auf Jagdrecht spezialisierte Kanzlei Storr aus Neustadt am Main (Bayern) Strafanzeige wegen mutmaßlichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz bei der Staatsanwaltschaft Paderborn eingereicht.
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Rehe radikal abgeschossen
PETA geht gegen adelige Waldbesitzer vor

Presseberichten der Neuen Westfälischen Zeitung vom 28.02.2013 (Printausgabe) und 01.03.2013 (Online-Ausgabe) zufolge kam es im Dezember 2012 bei einer von der Firma Salm Boscor GmbH & Co KG Erste Waldgesellschaft in einem Waldstück bei Siddessen veranstalteten Drückjagd zur Massentötung von mindestens 47 Rehen.

Die Printausgabe der Neuen Westfälischen Zeitung titelte am 28.02.2013:

„Rehe radikal abgeschossen“

In der Online-Ausgabe der Neuen Westfälischen Zeitung hieß es am 01.03.2013 u.a.:

„Zorn bei den Jägern. Auch im Kreis Höxter schlug Salm Boscor im letzten Jahr zu und erwarb bei Siddesen ein 565 Hektar großes Waldstück. Was dann allerdings folgte, treibt Tierfreunden und den angrenzenden Jagdpächtern die Zornesröte ins Gesicht. Bei einer Drückjagd im Dezember ließ das Unternehmen "Feuer frei" geben. Binnen weniger Stunden wurden sage und schreibe 47 Rehe geschossen.“ (Neue Westfälische Zeitung, Online-Ausgabe, 01.03.2013)

Geschäftsführer dieser Waldgesellschaft sind die Herren Maximilian Freiherr von Rotenhan und Constantin Prinz zu Salm-Salm. Geschäftsführende Kommanditisten sind Michael Prinz zu Salm-Salm und Rupprecht Freiherr von Reitzenstein.

Streit zwischen Jägern und Waldgesellschaft eskaliert

Nachdem der Streit zwischen der Waldgesellschaft und der Höxteraner Jägerschaft eskalierte, schaltete sich der Landrat Friedhelm Spieker von der CDU ein, der die Waldgesellschaft aufforderte, keine weiteren Abschüsse mehr vorzunehmen. Der Landrat sieht sich als Vermittler zwischen der Höxteraner Jägerschaft und der Waldgesellschaft. Diese kündigte jedoch bereits an, noch mehr Rehe schießen zu wollen.

Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz

Wegen dieses Sachverhaltes haben nun zahlreiche Tierschutzorganisationen, darunter PETA Deutschland e.V., über die auf Jagdrecht spezialisierte Kanzlei Storr aus Neustadt am Main (Bayern) Strafanzeige wegen mutmaßlichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz bei der Staatsanwaltschaft Paderborn eingereicht.

Massentötung von Rehen war nicht weidgerecht

Nach dem Tierschutzgesetz macht sich strafbar, wer ohne vernünftigen Grund ein Wirbeltier tötet. Die Jagd kann einen vernünftigen Grund darstellen, soweit sie weidgerecht erfolgt. „Das Vorgehen der neuen Besitzer sei wenig waidgerecht“, hat sich jedoch der stellvertretende Vorsitzende der Kreisjägerschaft Höxter gegenüber der Neuen Westfälischen Zeitung geäußert. Rehwildbejagung dürfe nicht zur „Rehwildbekämpfung“ werden (Neue Westfälische Zeitung, 28.02.2013).

PETA: „Diese Jagden sind kriminell“

Die Tierrechtsorganisationen führen in der Strafanzeige aus, dass von einer weidgerechten Jagd vorliegend nicht die Rede sein könne. Dies zeigten bereits die Reaktionen der Jägerschaft und der Politik. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts sei auch geklärt, dass nicht jede wirtschaftliche Erwägung eine Tiertötung rechtfertigen kann. Der „ethische Tierschutz“ habe durch Art. 20a GG Verfassungsrang erhalten. Menschenunwürdiges Verhalten sei daher nicht nur gegenüber Menschen, sondern auch gegenüber Tieren möglich. Dies beeinflusse die Auslegung der einfachen Gesetze. Derartige Massentötungen von Rehen haben daher im Rahmen einer weidgerechten Jagd keinen Platz. „Diese Jagden sind kriminell“, sagt Dr. Edmund Haferbeck, wissenschaftlicher Berater von PETA Deutschland e.V..


Neustadt, den 10.03.2013

Rechtsanwalt
Dominik Storr
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