Über 40 Tote durch Jäger und Jägerwaffen

40-jähriger von Jäger erschossen
Über 40 Tote durch Jäger und Jägerwaffen in den letzten 12 Monaten

Am Samstagvormittag, den 26.11.2011, wurde ein 40-jähriger Mann, der mit seinem Hund unterwegs war, von einem Jäger erschossen. Laut
nachrichten.t-online.de passierte das Unglück auf einer Treibjagd: Als der Jäger auf ein angeschossenes Wildschwein zielte, geriet der 40-Jährige in die Schusslinie. Dieses tragische Jagdunglück ist leider kein Einzelfall:


Die Initiative zur Abschaffung der Jagd hat in den letzten 12 Monaten über 40 Tote durch Jäger und Jägerwaffen allein in Deutschland dokumentiert – aufgrund vorliegender Presseberichte und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Offizielle Statistiken gibt es dazu nicht – Jäger zählen nur die Zahl der Wildtiere, die sie erschießen.
Und: Wer weiß schon, dass hunderte Menschen in den letzten zehn Jahren in durch Jäger und Jägerwaffen starben? Bei diesen erschreckenden Zahlen
stellt sich die Frage: Wie viele Menschen müssen noch von Jägern erschossen werden, bis die Politik handelt?

Die Jagdsaison mit großen Treib- und Drückjagden ist in vollem Gang – und immer wieder trifft es dabei auch Menschen. Vor wenigen Tage wurden Wanderer bei einer Treibjagd durch Schrotkugeln verletzt. Und Anfang November geriet ein Ehepaar, das am Samstagnachmittag mit Kinderwagen und Hund spazieren ging, in eine Gesellschaftsjagd: Der 29-jährige Mann und seine 27-jährige Frau wurden von Schrotkugeln getroffen.

Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand

Doch was bedeutet die Jagdsaison eigentlich für die Wildtiere? In Deutschland werden jedes Jahr 5 Millionen Wildtiere mit Kugel oder Blei erschossen, erschlagen oder in Fallen getötet. 5 Millionen Tiere jedes Jahr – das sind 13.700 jeden Tag, 570 pro Stunde, fast 10 Tiere pro Minute. Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand.

In vielen Fällen ist es ein äußerst qualvoller Tod: Viele Jäger geben zu, dass etwa die Hälfte der Tiere nicht sofort tot ist. Angeschossen fliehen Rehe und Wildschweine unter großen Schmerzen, mit heraushängenden Eingeweiden oder zertrümmerten Knochen - bis der Jagdhund Stunden oder Tage später bei der »Nachsuche« die Blutspur findet... Füchse werden im Bau ausgeräuchert oder vom Jagdhund aus dem Bau vor die Flinte des Jägers getrieben, Jungfüchse werden mit dem Knüppel erschlagen. In Fallen leiden viele Tiere stunden- und tagelang grausame Qualen.
Und warum das alles? Weil eine Minderheit von 0,4 Prozent der Bevölkerung Hobbyjäger ist.

Jagd stört das natürliche Gleichgewicht

Jagd bedeutet eine Störung des natürlichen Gleichgewichts der Öko-Systeme. Sie kann zur Ausdünnung oder Ausrottung von Tierarten führen. Wissenschaftliche Studien belegen die Selbstregulierungsfähigkeit der Natur. Auch die Erfahrungen in großen europäischen Nationalparks zeigen: Es geht Natur und Tieren ohne Jagd viel besser!

Die Auffassung, dass sich die richtige Wilddichte ganz von selbst einstellt, vertritt beispielsweise der renommierte Biologe Prof. Dr. Josef Reichholf von der Zoologischen Staatssammlung München, der an beiden Münchner Universitäten lehrte: »Die richtige Wilddichte könnte sich ganz von selbst einstellen, wenn die Tiere, wie z.B. das Reh, nicht durch Bejagung und Wildfütterung in den Wald hineingedrängt würden.« (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)
Auch Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, ist überzeugt: »Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.«(ebda.)

Lesen Sie mehr über die ökologischen Fakten

Jäger sind Naturnutzer, aber keine Naturschützer. Sie hegen allenfalls die Tierarten, die für sie als Beute von Interesse sind. Im Übrigen widerlegen die Hobbyjäger inzwischen diese Behauptung selbst: In Jagdzeitschriften und auf Jägertagungen wird die »Freude am Beutemachen« und ihre »Lust am Töten« offen zugegeben.

Lesen Sie Zitate über die »Lust am Töten«Von der »Lust am Töten« und dem »Kick« beim Schuss

Ein Jäger widmete sich der »Lust am Töten« sogar in seiner Dissertation und beschrieb den »Kick«, den der Jäger beim Töten eines Tieres erlebt: »Weltweit wird die Wildjagd unserer Zeit selten noch aus rein praktischen Motiven (z. B. Nahrungsjagd), sondern um eines starken emotionalen Erfolges Willen (der Kick beim Töten des Tieres, Freude, Glück, Zerstreuung, Entspannung, Abenteuer) oft mit großer Leidenschaft und Hingabe betrieben. ... Für die modernen Jäger unserer Zeit bedeutet das Töten des Wildes notwendige Bedingung zum Erreichen des oft leidenschaftlich intendierten emotionalen Ereignisses (der Kick).« (Günter R. Kühnle: Die Jagd als Mechanismus der biotischen und kulturellen Evolution des Menschen. 2003)

Rechtfertigt die »Lust« einiger weniger das Töten von jährlich über 5 Millionen Wildtieren sowie über 300.000 Haustieren - allein in Deutschland?




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