Jäger stören die Winterruhe der Wildtiere

Es herrscht klirrende Kälte, seit Wochen geschlossene Schneedecke. Die Tiere finden so gut wie nichts zu fressen – auch das seit Wochen. Wildtiere können diese schwere Winterzeit nur überstehen, weil sie ihren Stoffwechsel herunterfahren. Werden sie aufgescheucht und müssen fliehen, verbrauchen sie wertvolle Fettreserven, die eigentlich bis zum Frühjahr reichen müssten. Der einzige Grund, zu fliehen, ist der drohende Tod – aus dem Gewehr eines Jägers.


Statt dessen verbreiten die Jäger landauf, landab wieder Märchen überall in den Zeitungen: „Spaziergänger sind eine lebensbedrohliche Gefahr für die Wildtiere“ – so beispielsweise der baden-württembergische Landesjägermeister Dieter Deuschle am 27.12.2010 gegenüber der dpa. Natürlich hat er Recht wenn er sagt: „Wenn Tiere aufgescheucht werden, verbrauchen sie wertvolle Kraftreserven und kommen dann vielleicht nicht durch den Winter“. Doch der Jägermeister zieht daraus nicht etwa daraus Schluss, seine Jäger-Kollegen dazu aufzufordern, bei dieser klirrenden Kälte die Jagd einzustellen und keine Tiere mehr zu schießen. Aber nein!
Und haben die Jäger – wie es der Landesjägermeister von den Spaziergängern gefordert - die Tiere geschont? Nein, sie tun gerade das Gegenteil.

Die Jäger sprechen von idealen Jagdbedingungen – und gerade im Winter veranstalten sie große, zum Teil revierübergreifende Treib- und Drückjagden – bei seit Wochen geschlossener Schneedecke und klirrender Kälte. Die Treiber und die Jagdhunde scheuchen die Tiere aus ihren Rückzugsgebieten, es fallen viele Schüsse, die Tiere flüchten in Panik. Nicht jeder Schuss ist tödlich, oft werden die Tiere angeschossen fliehen verletzt durch den tiefen Schnee, um irgendwo im Dickicht zu verenden oder von einem Jagdhund aufgestöbert zu werden. Tierfamilien werden zerschossen und auseinander gesprengt, die überlebenden Tiere haben wertvolle Energiereserven verbraucht, die eigentlich bis zum Frühjahr reichen müssten. – Und warum das ganze Tierleid?

„Letztlich dient die Jagd nur dem Spaß und der Befriedigung der Mordlust der Jäger“, sagte Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock gegenüber der Süddeutschen Zeitung. „Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.“ (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)




Forderung: Schonzeit für Füchse!
20.1.2011: Pressemitteilung zum EGMR-Urteil