Wieder zwei Tote durch Jagdunfall

Forderung an die Politik: „Schluss mit der Hobbyjagd!“

Heute ist es überall in den Zeitungen zu lesen: Ein 71-jähriger Jäger erschoss gestern von seinem Hochsitz einen Mann im Maisfeld – aus Versehen. Der 39-jährige war Treiber bei einer Treibjagd und wollte die Tiere im Maisfeld aufscheuchen. Danach tötete der Jäger sich selbst mit der Jagdwaffe.
 


Die Initiative zur Abschaffung der Jagd fordert: Schluss mit der Hobbyjagd! „Hier erschoss ein Jäger einen Treiber – das nächste Mal trifft es einen Spaziergänger oder spielende Kinder“, sagt Kurt Eicher, Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd.
Das tragische Jagdunglück ist kein Einzelfall: Fast Woche für Woche gehen Meldungen über Jagdunfälle und Gewalttaten mit Jägerwaffen durch die Presse: nicht nur von Jägern, die ihre Jagdkollegen und Treiber mit Wildschweinen verwechseln, sondern auch von Spaziergängern, die von einer Kugel oder eine Ladung Schrot getroffen werden oder von Mountainbikern, Reitern und Hundespaziergängern, die von Jägern mit der Waffe in der Hand bedroht wurden. Und dann gibt es noch die Meldungen von Jägern, die im Streit die Ehefrau und die Kinder erschießen.

Die letzten Toten liegen gerade mal einen Monat zurück:
Am 21. Juli tötete ein 33-jähriger Jäger in Brandenburg erst seine 39 alte Freundin und dann sich selbst mit einem Kopfschuss. (Tagesspiegel Berlin, 23.7.2010) Zwei Tage zuvor meldete die Nachrichtenagentur dpa: Ein 57-jähriger Jäger hat in Baden-Württemberg im Garten seines nebenan wohnenden Bruders dessen 51-jährige Lebensgefährtin und dann sich selbst erschossen – wegen eines Familienstreits.

Die Initiative zur Abschaffung der Jagd hat seit 2002 mehrere Hundert Tote durch Jäger und Jägerwaffen allein in Deutschland dokumentiert, bis zu 40 Tote pro Jahr. Hier stellt sich die Frage: Wie viele Menschen müssen noch erschossen werden, bis die Politik endlich handelt?

Noch viel mehr Menschen werden durch Jäger und Jägerwaffen verletzt: Den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften werden jährlich über 800 Jagdunfälle gemeldet, wobei diese Zahl sicherlich nur die Spitze des Eisbergs ist. Spaziergänger bekamen Schrot in den den Rücken geschossen, eine Frau wurde im Maisfeld mit einem Wildschwein verwechselt und sitzt heute im Rollstuhl.

Und immer wieder gibt es Berichte von Jägern, die mit der Waffe in der Hand die Ehefrau, den Nebenbuhler, die Schwiegereltern, oder die Nachbarn bedrohen, wie der 60-jährige Jäger aus Schwarmstedt (Kreis Soltau-Fallingbostel), der nach einem Streit mit seiner Ehefrau zur Flinte griff und ihre Eltern im Nachbarhaus mit dem Jagdgewehr bedrohte (bild.de, 26.5.2010) oder der Jäger, der mit der Flinte aus dem Fenster ballerte, weil nebenan die Party zu laut war (news.de, 7.5.2010).

"Es wird Zeit, dass die Hobbyjagd in Deutschland verboten wird!", fordert Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. Mit dieser Forderung liegt die Initiative zur Abschaffung der Jagd voll im Trend. Repräsentative Umfragen der letzten Jahre zeigen: Zwei Drittel der Deutschen sind gegen die Hobbyjagd.



2010 bereits mindestens 10 Tote!

Jäger zählen zwar die Wildtiere, die sie totschießen und dokumentieren dies peinlich genau in „Streckenlisten“. Doch die Zahl der Menschen, die durch Jäger und Jägerwaffen zu Tode kommen, zählen sie nicht. Zu Toten kommt es nicht nur durch Jagdunfälle, bei denen ein Jäger aus Versehen einen anderen Jäger oder einen Treiber erschießt, sondern auch, wenn der Jäger beim Familien- oder Nachbarschaftsstreit seine Flinte holt.
In diesem Jahr sind bereits mindestens 10 Tote durch Jäger und Jägerwaffen zu beklagen – und die herbstliche Jagdsaison hat noch nicht einmal begonnen!

Folgende Meldungen aus der Presse hat die Initiative zur Abschaffung der Jagd dokumentiert:

19.8.2010: Zwei Tote nach tragischem Jagdunfall
27.7.2010: Jäger erschießt Freundin und sich selbst
19.7.2010: Jäger erschoss Frau und sich selbst
18.6.2010: 72-Jähriger bei Jagdunfall getötet
29.3.2010: Tödlicher Jagdunfall - Schuss löst sich aus Gewehr
22.2.2010 Tödlicher Jagdunfall in Flörsheim
21.1.2010: Jagdunfall - Gutsbesitzer schoss sich selbst in den Kopf


Nicht mitgezählt sind die vielen Fälle, in denen das Opfer „nur“ angeschossen wurde sowie die vielen Berichte, in der Jäger mit ihrer Waffe Familienangehörige oder unbeteiligte Spaziergänger bedrohten.

Die Initiative zur Abschaffung der Jagd dokumentiert Presseberichte über Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen seit dem Jahr 2002 – für jedermann nachzulesen unter:
http://www.abschaffung-der-jagd.de/opfer/menschenalsjaegeropfer/index.html
Meldungen über Jagdunfälle und Bedrohung durch Jäger und Jägerwaffen aus dem Jahr 2010:

19.8.2010: Zwei Tote nach tragischem Jagdunfall

Ein 71 Jahre alter Jäger erschoss von seinem Hochsitz aus versehentlich einen 39-jährigen Mann in einem Maisfeld, dere als Treiber das Wild aufscheuchen sollte. Anschließend erschoss sich der Jäger selbst.
Quelle: Sueddeutsche.de, 19.08.2010

27.7.2010: Jäger erschießt Freundin und sich selbst
Ein 33-jähriger Jäger hat im brandenburgischen Velten (Oberhavel) am Mittwochmorgen erst seine 39 alte Freundin und dann sich selbst mit einem Kopfschuss getötet.
Quelle: Tagesspiegel Berlin, 23.7.2010

19.7.2010: Jäger erschoss Frau und sich selbst
Tödlicher Familienstreit: Ein Jäger erschoss erst die Lebensgefährtin seines Bruders und dann sich selbst.
Quelle: dpa/www.ovb-online.de, 19.7.2010

18.6.2010: 72-Jähriger bei Jagdunfall getötet
Der Jäger und sein 76-jähriger Jagdkollege saßen in einem Geländewagen. Der 76-Jährige hantierte mit dem Gewehr auf dem Rücksitz. Dabei löste sich plötzlich ein Schuss, der den 72-Jährigen tödlich traf.
Quelle: www.neue-oz.de, 18.6.2010

26.5.2010: Jäger bedroht Schwiegereltern mit Waffe
Ein 60 Jahre alter Jäger griff nach einem Streit mit seiner 20 Jahre jüngeren Ehefrau zur Flinte und bedrohte deren Eltern im Nachbarhaus mit dem Jagdgewehr.
Quelle: bild.de, 26.5.2010

22.5.2010: Prozess nach Unfall bei Treibjagd
Ein Jäger, der bei einer Treibjagd ein 14-jähgriges Mädchen angeschossen und schwer verletzt hatte, wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe und zur Zahlung von 10.000 Euro Schmerzensgeld verurteilt. Das Geschoss hatte Lena-Marias rechten Oberarmknochen zertrümmert und drang im Bereich des Schulterblattes weiter in den Körper ein.
Quelle: Mindener Tageblatt, 20.5.2010 / Neue Westfälische, 22.5.2010

8.5.2010: Bedrohung mit dem Jagdgewehr
Ein Laubacher war abends in den Wald gefahren, um nach seinem Brennholz zu schauen. Dabei soll ein 73-Jähriger mit einem Jagdgewehr auf ihn geschossen und ihn anschließend mit dem Auto verfolgt haben.
Quelle: Taunus Zeitung, 8.5.2010

7.5.2010: Party zu laut: Jäger schoss mit Schrotflinte
Quelle: news.de, 7.5.2010

3.5.2010: Schießerei am 1. Mai in Hopsten
Am 1. Mai kam zu einer Auseinandersetzung zwischen einigen alkoholisierten jungen Männern , bei dem ein 24-jähriger Jäger seine Waffe von Zuhause holte und schoss. Ein 19-Jähriger wurde durch Pistolenschüsse verletzt.
Quelle: Westfälische Nachrichten, 3.5.2010 (Auszug)

29.3.2010: Tödlicher Jagdunfall - Schuss löst sich aus Gewehr
Beim Abstieg von einem Hochsitz ist ein 61-jähriger Jäger so unglücklich gestürzt, dass sich ein Schuss aus seinem Gewehr löste und ihn in den Kopf traf.
Quelle: BILD, 29.3.2010

22.2.2010 Tödlicher Jagdunfall in Flörsheim
Quelle: www.pressportal.de, 28.2.2010

22.1.2010: „Ich hatte Angst, dass der nächste Schuss mir gilt''
Eine Frau wurde beim Hundespaziergang von einem Jäger angebrüllt, anschließend gab der Jäger einen Schuss ab.
Quelle: Rheinpfalz, 22.1.2010

21.1.2010: Jagdunfall! Gutsbesitzer schoss sich selbst in den Kopf
Bei der Jagd auf Füchse rutschte der Mann aus, ein Schuss löste sich – die Kugel traf den Schützen im Kopf.
Quelle: bild.de, 21.1.2010

20.1.2010: Streit um zuviel Alkohol: Jäger schießt auf Sohn
Der Sohn des Jägers und Metzgermeisters kritisierte, dass der Vater schon wieder so viel getrunken habe. Wutentbrannt lief der leidenschaftliche Jäger zu seinem Waffenschrank, holte seinen Revolver Smith & Wesson (Kaliber 357 Magnum) und zielte auf den Oberkörper seines Sohnes. Im letzten Moment konnte der den Arm seines Vaters runterreißen – dann löste sich ein Schuss.
Quelle: bild.de, 20.1.2010

8.1.2010: Chaos-Jäger gefährden Passanten
Am Samstagmittag, 5. Dezember, zwischen 14 und 15 Uhr fand im Bereich des neuen Friedhofs in Durmersheim eine Treibjagd statt. Dabei sollen die Jäger im Bereich der Brunnenstraße bei dem dortigen Weg zum Friedhof auch zwischen Passanten hindurch auf Tiere geschossen haben.
Quelle: www.ka-news.de, 8.1.2010


24.8.10: Noch einmal zwei Tote
4.6.10: Jäger zittern vor Europ. Gerichtshof