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Tierschutzorganisation stellt Strafanzeige |
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Tötung einer Wildschweinfamilie durch Polizisten in Höchberg, Landkreis Würzburg Tierschutzorganisation stellt Strafanzeige gegen Polizisten
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Bei einer Treibjagd im Reichenberger Wald flüchteten Sonntagnachmittag 13 Wildschweine in das Gewerbegebiet Höchberg. Die Wildschweine versteckten sich in einer Garage, die ein Mitarbeiter einer Firma daraufhin abschloss. Zum Zeitpunkt des Erscheinens der Polizei konnte somit eine konkrete Gefahr durch die Wildschweine ausgeschlossen werden. Da die Wildschweine auch nach dem Öffnen des Garagentores sich nicht veranlasst sahen, die Garage wieder zu verlassen, ist offensichtlich, dass die Tiere auch zu diesem Zeitpunkt keine konkrete Gefahr für die Allgemeinheit darstellten. Die Tierschutzorganisation Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. hat daher Strafanzeige gegen die verantwortlichen Polizisten gestellt - wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.
"Tiere dürfen in Deutschland nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden", so Rechtsanwalt Dominik Storr, der für die Tierschutzorganisation die Strafanzeige gestellt hat. "Die Tötung der Wildschweine beruhte nicht auf der Feststellung einer konkreten Gefahr, die für ein derartiges Einschreiten der Polizei Voraussetzung gewesen wäre", so der Rechtsanwalt. Eine völlig unzureichende abstrakte Risikobewertung könne eine polizeiliche Maßnahme nicht rechtfertigen. "Nach Abzug der aufgebrachten Menschen und der damit automatisch einhergehenden Beruhigung der Wildschweine hätte nur die Garage nach Eintritt der Dunkelheit geöffnet werden müssen", so Roland Dunkel, Vorsitzender des Arbeitskreises humaner Tierschutz e.V.. Die Tiere hätten in den Wald zurückkehren können, ohne dass dabei irgendjemand zu Schaden gekommen wäre.
Verstoß gegen das Tierschutzgesetz "Auch wenn es die Behörden in vielen Fällen nicht wahrhaben wollen, gibt es in Deutschland doch ein rechtsverbindliches Tierschutzgesetz, wonach die Tötung eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund gemäß § 17 Nr. 1 Tierschutzgesetz strafbar ist", so Rechtsanwalt Storr. Der Tierschutz wurde zudem im Jahr 2002 als Staatsziel in das Grundgesetz aufgenommen. Diese Staatszielbestimmung gibt dem Staat den umfassenden Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und der Tiere auf. Auf diese Weise wird der Tierschutz zur Aufgabe der öffentlichen Gewalt. An diesen Rechtsgrundsätzen hat sich insbesondere auch die Polizei als Organ der öffentlichen Gewalt zu orientieren. Damit dieser Grundsatz nicht nur auf dem Papier existiert, sondern in der Praxis von den Behörden auch umgesetzt wird, hat die Tierschutzorganisation Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen die verantwortlichen Polizisten gestellt. Nach dem Tierschutzgesetz ist es nämlich strafbar, wenn Wirbeltiere ohne vernünftigen Grund getötet werden. "Die Wildschweinmutter, die mit ihren Kindern der Treibjagd entkommen war, erwartete im Gewerbegebiet Höchberg eine gnadenlose Hinrichtung durch die Polizei. Diese Tiertragödie zeigt, dass die Behörden Tiere in vielen Fällen immer noch wie Sachen behandeln", so der Vorsitzende des Arbeitskreises humaner Tierschutz.
Neustadt, den 15.12.2009 Rechtsanwalt Dominik Storr
Lesen Sie die Strafanzeige (pdf-download) [80 KB]
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Jagd - Gefahr für Autofahrer |
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Treibjagden: Tiere flüchten in Panik Seit die Jagdsaison im Herbst begonnen hat, sind die Zeitungen voll mit Meldungen über Wildunfälle. Doch im Grunde sind es nicht die Tiere, welche den Straßenverkehr gefährden – Wildschweine und Rehe befinden sich auf der Flucht vor den tödlichen Kugeln der Jäger. Somit ist die Jagd, insbesondere Treib- und Drückjagden, eine Gefahr für Autofahrer - und sogar Passanten und Geschäftsleute in Ortschaften.
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Treibjagden als Ursache für Wildunfälle Es vergeht derzeit kaum ein Tag, an dem sich nicht durch eine Treibjagd ein Unfall ereignet. Aufgescheucht durch 50 oder gar mehr als 100 Jäger und Treiber, gehetzt von einer Meute von Jagdhunden, rennen die Wildtiere um ihr Leben. Dabei flüchten sie auch über Straßen und Autobahnen, wo sich dann die so genannten Wildunfälle ereignen. Die Folgen sind erschreckend: Kürzlich wurde eine junge Frau schwer verletzt, weil ein Damhirsch die Windschutzscheibe durchschlagen hatte. Ursache war laut Pressemeldungen eine Treibjagd. Wer haftet nun für den Schaden? Wer ist für den Verkehrsunfall verantwortlich? Werden dafür die Jäger zur Rechenschaft gezogen? Auf den schweren Verkehrsunfall der jungen Frau angesprochen, versucht sich ein zuständiger Jagdleiter zu rechtfertigen: „Im übrigen müsste bekannt sein, dass in diesen Wochen überall im Land Jagden stattfinden und deshalb verstärkt mit aufgescheuchtem Wild gerechnet werden muss.“ (Kieler Nachrichten, 9.12.2009) - Sind also die Autofahrer selbst schuld, weil sie nicht mit der Treibjagd gerechnet haben? Oder müssten nicht vielmehr die Treibjagden verboten werden – wegen der Verkehrssicherheit ebenso wie aus Tierschutzgründen? Und: Ist eigentlich in der Öffentlichkeit bekannt, dass viele so genannte Wildunfälle durch Jäger verursacht wurden?
Jäger trifft Auto In der Treibjagdsaison muss man als Autofahrer nicht nur Wildunfälle fürchten – so mancher Schuss trifft aus Versehen ein Auto. So wurde kürzlich ein Postbote wurde durch das geöffnete Fenster seines Autos getroffen, während eine Treibjagd aus Hasen stattfand – er bekam eine Schrotkugel ins Gesicht (Spiegel online, 7.12.2009).
Treibjagd – Tiere flüchten in Ortschaften Doch die Jagd bringt nicht nur Autofahrer in Gefahr: Wildschweine flüchten bei Treibjagden – zum Teil bereits angeschossen - in Ortschaften, wo sie Passanten in Angst und Schrecken versetzen. In Panik springen durch Fenster und Türen in Wohnungen, Geschäfte, Schulen und Gewerbebetriebe, wodurch erheblicher Schaden angerichtet wird: Am 1.12.2009 meldete die Ludwigsburger Kreiszeitung, dass wegen einer großen Treibjagd zwei Wildschweine durch die Bahnhofsstraße rannten- Passanten fühlten sich gefährdet. Am 9.12.2009 berichteten die Kieler Nachrichten, dass die Bewohner eines Dorfes nicht über eine Treibjagd informiert worden seien, obwohl sich auf der betreffenden Weide täglich Kinder mit Pferden aufhielten. Am 10.12.2009 meldeten die ka-News aus Karlsruhe, dass vier Wildschweine auf der Flucht vor einer Treibjagd durch die Stadtmitte von Maulbronn rannten und Passanten und Polizei in Atem hielten. Die panischen Tiere sprangen sogar in ein Bekleidungsgeschäft und einen Dönerladen, wodurch Schaden angerichtet wurde. Am 13.12.2009 meldete die HNA: „Auf der Flucht vor Jägern sind am Samstagnachmittag vier Wildschweine auf das Gelände der Mittelpunktschule in Calden geflüchtet.“ Eines der Tiere sprang dabei sogar durch eine vergitterte Glasscheibe einer Eingangstür. Und am 15.12.2009 titelte das Main Echo: „13 Wildschweine bei Drückjagd in Garage verirrt“. Die Tiere waren über mehrere Straßen in das Gewerbegebiet Höchberg geflüchtet, wo sie schließlich von einem jagenden Polizisten erschossen wurden.
Langzeitstudie: Jagd führt zur Vermehrung von Wildschweinen Die Jagd gefährdet nicht nur Leben und Gesundheit Menschen, sondern sie schädigt auch das Gleichgewicht in der Natur. Immer mehr Wissenschaftler weisen darauf hin, dass gerade die Jagd auf Wildschweine absolut contraproduktiv ist: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, umso stärker vermehren sie sich. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine aktuell publizierte französische Langzeitstudie: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. (vgl. Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009)
Jagd gefährdet Wildtiere, Haustiere und Menschen „Während die Weihnachtszeit zur friedvollen Einkehr motiviert, bringen die Jäger den Wildtieren Tod und Verfolgung in Wald, Feld und Flur“, so der Biologe Kurt Eicher, Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. „Dieses bizarre und todbringende Hobby einer kleinen Minderheit von 0,4 Prozent ist dabei weder biologisch, noch ökologisch gerechtfertigt.“ Die Jagd sei kein unabänderbares Naturgesetz: „Jagd gefährdet und terrorisiert Wildtiere, Haustiere und Menschen. Jagd gefährdet die Umwelt: bedrohte Arten werden getötet und giftige Schwermetalle in die Natur geballert“, so der Biologe weiter. Und er fragt: „Wie lange will sich das die nichtjagdende Öffentlichkeit noch gefallen lassen?“
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Aktuell: Wir stehen kurz vor dem Ziel! |
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Die Beschwerde eines unfreiwilligen Jagdgenossen aus Deutschland ist von dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) angenommen worden! Dies ist ein sehr gutes Zeichen, denn die meisten Beschwerden werden – mangels Erfolgsaussichten – vom Europäischen Gerichtshof vorab zurückgewiesen. Zunächst hat nun die Bundesrepublik Deutschland bis Mitte März 2010 Gelegenheit, zu der Beschwerde Stellung zu nehmen. Anschließend – also noch 2010 – kann mit einer Entscheidung in Straßburg gerechnet werden.
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Mit einem Sieg des Grundstückseigentümers, der vor dem höchsten europäischen Gericht dagegen klagt, dass Jäger auf seinem Grund und Boden gegen seinen Willen die Jagd ausüben dürfen, wäre ein großes Ziel erreicht! Endlich könnte für Wildtiere Raum geschaffen werden, wo sie nicht bejagt werden dürfen. Denn Grundstückseigentümer, die nicht wollen, dass auf ihren Grund und Boden gejagt wird, könnten dann aus der menschenrechtswidrigen Jagdgenossenschaft austreten.
Wir schauen nun alle gespannt nach Straßburg zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der schon 1999 im Fall einer Klage gegen Frankreich und 2007 gegen Luxemburg entschieden hat, dass die zwangsweise Mitgliedschaft von Grundeigentümern in Jagdgenossenschaften gegen die Menschenrechte verstößt.
mehr dazu: www.zwangsbejagung-ade.de
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Sind die Jäger schuld an der Wildschweinschwemme? |
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Studie: Mehr Jagd führt zur Vermehrung der Wildschweine
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Derzeit ist in allen Zeitungen von einer „Wildschweinschwemme“, gar von einer „Wildschwein-Plage“ zu lesen. Doch obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden, wie noch nie seit Beginn Aufzeichnungen in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, steigt die Anzahl der Wildschweine weiter. Ist die Lösung des „Wildschweinproblems“, noch mehr Tiere zu schießen? Oder ist gerade die intensive Jagd auf Wildschweine das Problem? Denn so paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, um so stärker vermehren sie sich. Auf diesen Zusammenhang weisen immer mehr Wissenschaftler hin. Und zu diesem Ergebnis kommt auch eine aktuell publizierte französische Langzeitstudie: Starke Bejagung führt zu zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen.
Die Wissenschaftler um Sabrina Servanty verglichen in einem Zeitraum von 22 Jahren die Vermehrung von Wildschweinen in einem Waldgebiet im Departement Haute Marne, in dem sehr intensiv gejagt wird, mit einem wenig bejagten Gebiet in den Pyrenäen. Das Ergebnis wurde nun im renommierten „Journal of Animal Ecology“ veröffentlicht: Wenn hoher Jagddruck herrscht, ist die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen wesentlich höher als in Gebieten, in denen kaum gejagt wird. Weiterhin tritt bei intensiver Bejagung die Geschlechtsreife deutlich früher – vor Ende des ersten Lebensjahres – ein, so dass bereits Frischlingsbachen trächtig werden. Auch das Durchschnittsgewicht der erstmalig fruchtbaren Wildschweine ist bei hohem Jagddruck geringer. In Gebieten, in denen wenig Jäger unterwegs sind, ist die Vermehrung der Wildschweine deutlich geringer, die Geschlechtsreife bei den Bachen tritt später und erst bei einem höheren Durchschnittsgewicht ein. (vgl. Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009) Mit dieser Studie ist bewiesen, dass die starke Vermehrung bei Wildschweinen nicht auf nur vom Futterangebot abhängt, sondern auch von der intensiven Bejagung.
Stärkere Vermehrung durch die Jagd
Durch die Jagd vermehren sich Wildtiere stärker als unter natürlichen Umständen, meint auch Prof. Dr. Josef H. Reichholf, der die Abteilung Wirbeltiere der Zoologischen Staatssammlung München leitet. Würden in einem Gebiet durch die Jagd, die ja vor allem im Herbst und Winter statt findet, viele Tiere getötet, hätten die Verbliebenen ein besseres Futterangebot. „Tiere, die gestärkt überleben, pflanzen sich im Frühjahr zeitiger und zahlenmäßig stärker fort“, sagt Reichholf. (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)
Der Biologe Kurt Eicher von der „Initiative zur Abschaffung der Jagd“ weist zudem darauf hin, dass Jäger durch legale oder illegale Zufütterungen und so genannte „Kirrungen“ für ein unnatürlich hohes Nahrungsangebot für Wildschweine sorgen – und damit wiederum zur Vermehrung beitragen. So hat die Wildforschungsstelle Aulendorf errechnet, dass allein in Baden-Württemberg jährlich 4.000 Tonnen Mais allein als „Kirrung“ ausgebracht werden – das sind pro erlegtem Wildschwein im Schnitt etwa 100 Kilo (!) Mais. Gerade Mais fördert nachweislich die Fruchtbarkeit von Wildschweinen. Doch Jäger argumentieren lieber, dass die hohe Zahl der Eicheln und Bucheckern in den Wäldern verantwortlich für die Wildschweinschwemme sei. Darüber kann der Biologe Kurt Eicher nur den Kopf schütteln: „Den Tieren standen im Herbst schon immer Bucheckern und Eicheln in den heutigen Mengen zur Verfügung - früher eventuell sogar noch mehr, da der Wald gesünder war.“
Zerstörung der Sozialstruktur
Norbert Happ, der bekannteste deutsche Wildschweinkenner – selber Jäger – prangert an: „Die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht“. Für die explosionsartige Vermehrung der Wildschweine seien die Jäger selbst verantwortlich: „Ungeordnete Sozialverhältnisse im Schwarzwildbestand mit unkoordiniertem Frischen und Rauschen und unkontrollierbarer Kindervermehrung sind ausschließlich der Jagdausübung anzulasten“, so Happ (in der Jägerzeitung "Wild und Hund", 23/2002).
Auch Wildmeister Gerold Wandel weist auf das Jagd-Problem hin: „Jetzt werden die Sauen wirklich wehrhaft! Sie wehren sich mit einer unglaublichen Zuwachsdynamik gegen den falschen, asozialen Abschuss in den Altersklassen.“ (Jagdzeitung PIRSCH 1/2004)
Kann die Natur sich selbst regulieren?
Die Natur hatte eigentlich alles hervorragend geregelt: Erfahrene weibliche Wildschweine - die Leitbachen - sorgen für die Ordnung in der Rotte und für Geburtenkontrolle. „Die Hormone der Leitbachen bestimmen die Empfängnisbereitschaft aller Weibchen der Gruppe und verhindern, dass zu junge Tiere befruchtet werden“, so der Biologe Kurt Eicher, Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. „Fehlen die Leitbachen, weil sie bei der Jagd getötet wurden, löst sich die Ordnung auf. Die Sozialstruktur ist zerstört und die Wildschweine vermehren sich unkontrolliert.“
Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, ist überzeugt: „Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.“ (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)
Lesen Sie weitere Beweise: Die Ursache der Wildschweinschwemme
Lesen Sie die Übersetzung der fanzösischen Langzeitstudie als pdf-download [4.523 KB]
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Demonstration "Natur ohne Jagd" in Mainz |
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Natur in der Krise
Jäger ruinieren das natürliche Gleichgewicht
Am 7. November 2009 fordern die Tier- und Naturschützer zum wiederholten Male in Mainz bei einer bundesweiten Demonstration ein Ende der Jagd. „Das Ende der Jagd wäre ein kleiner Schritt für den Frieden - aber ein großer Beitrag für unsere Natur“, so Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd.
Nachdem in den vergangen Monaten die „Horrormeldungen“ über die bundesweit gestiegenen Wildschweinzahlen ständig zu lesen waren, ist die Politik anscheinend nicht in der Lage, die Ursachen für diese explodierenden Schwarzkittelzahlen zu erkennen und die Verursacher zu stoppen.
Seit Jahren fordern Tier- und Naturschützer eine Novellierung der Jagdgesetze, weil Untersuchungen schon lange belegen, dass die Tierregulation mit der Flinte noch nie funktioniert hat - und die Jäger durch tonnenweise Zufütterungen vor allem die Wildschweinbestände drastisch erhöht haben. Weiterhin sind selektive Wildtierabschüsse und Hege von Trophäenträgern ein weiterer Grund, weshalb sich ein natürliches Gleichgewicht in unserer noch verbliebenen Restnatur nicht einstellen kann. Die jagdliche Triebbefriedigung einiger weniger Lodenträger kostet jährlich über 5 Millionen Wildtieren das Leben - und verschlechtert gleichzeitig auch noch unsere Umwelt, da sich Jäger schon seit Jahren weigern auf das Schwermetall Blei in ihrer Jagdmunition zu verzichten.
Blei verschlechtert die Böden und ist schon in kleinsten Mengen giftig für alle Lebensformen. Auch bei der jüngsten parlamentarischen Initiative im Bundestag (Grüne/Juni 2009), das Blei in der Jagdmunition zu verbieten, haben sich wiederum die solventen aber einflussreichen Jägerverbände gegen eine Natur schonende und zeitgemäße Anpassung mittels „ihrer“ Politiker, die sich jetzt in einer Koalition wiederfinden, zur Wehr gesetzt.
Doch die Natur gehört nicht den Jägern, sondern uns allen - deshalb wehren wir uns mit dieser Demonstration gegen die weitere Ausbeutung, Verstümmelung und Zerstörung unserer Natur durch Jäger. Da in Umfragen der letzten Jahre sich über 75% der Bevölkerung sich gegen die Hobbyjagd aussprechen und diese eindeutig ablehnt, müssen wir auch hier wiederholt feststellen: „Wir sind das Volk!“
Die bundesweite Demonstration für eine Natur ohne Jagd findet am 7. November 2009 statt, Treffpunkt 12 Uhr vor dem Hauptbahnhof Mainz, Abschlusskundgebung auf dem Neubrunnenplatz.
Veranstalter sind pro iure animalis, Natur ohne Jagd e. V. und die Initiative zur Abschaffung der Jagd.
Im Anschluss findet eine Mahnwache vor dem Mainzer Dom anlässlich der Hubertusmesse statt.
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Jagd führt zur Vermehrung der Wildschweine |
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In der Presse wird derzeit ein geradezu apokalyptisches Bild gezeichnet: Horden von marodierenden Wildschweine würden alles umpflügen, was ihnen in die Quere kommt und die Landwirtschaft bedrohen. Wildschwein-Horden suchten angeblich unsere Städte und Dörfer heim und zerstörten die Gärten. Die Wildschwein-Schwemme gefährde den Straßenverkehr, da die Tiere ständig auf die Straße liefen...
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»Die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht«, sagt Norbert Happ, der bekannteste Wildschweinkenner in Deutschland – und: selber Jäger. Für die explosionsartige Vermehrung der Wildschweine seien die Jäger selbst verantwortlich: »Ungeordnete Sozialverhältnisse im Schwarzwildbestand mit unkoordiniertem Frischen und Rauschen und unkontrollierbarer Kindervermehrung sind ausschließlich der Jagdausübung anzulasten«, so Happ (in der Jägerzeitung "Wild und Hund", 23/2002).
Durch die Jagd vermehren sich Wildtiere stärker als unter natürlichen Umständen, meint auch Prof. Dr. Josef H. Reichholf, der die Abteilung Wirbeltiere der Zoologischen Staatssammlung München leitet und an beiden Münchner Universitäten Biologie und Naturschutz lehrt. Würden in einem Gebiet durch die Jagd, die ja vor allem im Herbst und Winter statt findet, viele Tiere getötet, hätten die Verbliebenen ein besseres Futterangebot. »Tiere, die gestärkt überleben, pflanzen sich im Frühjahr zeitiger und zahlenmäßig stärker fort«, sagt Reichholf. Der Biologe ist überzeugt: Durch die Jagd würden Tierarten, die bereits selten sind, noch seltener, und jene, die häufig sind, noch häufiger. (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)
Mutter Natur hatte eigentlich alles hervorragend geregelt: Erfahrene weibliche Wildschweine - die Leitbachen - sorgen für die Ordnung in der Rotte und für Geburtenkontrolle. Die Hormone der Leitbachen bestimmen die Empfängnisbereitschaft aller Weibchen der Gruppe und verhindern, dass zu junge Tiere befruchtet werden. Männliche Tiere (Keiler) statten den Rotten nur Besuche zur Paarung ab. Fehlen die Leitbachen, weil sie bei der Jagd getötet wurden, löst sich die Ordnung auf: Führungslose Wildschweine brechen in die Felder ein. Und junge Bachen sind schon unter einem Jahr empfängnisbereit und bekommen Frischlinge. Während früher Wildschweine einmal im Jahr Nachwuchs bekamen, gibt es jetzt drei mal im Jahr Junge. Jäger karren tonnenweise Futter in den Wald und kurbeln damit die Vermehrung an. Der NABU-Jagdexperte Michael Hug kritisiert, dass Wildschweine »gemästet werden wie ein Hausschwein«. Die Wildforschungsstelle Aulendorf ermittelte, dass allein in Baden-Württembergs jährlich 4000 Tonnen Mais als »Kirrung« ausgebracht werden – das sind für ein erlegtes Wildschwein im Schnitt etwa 100 Kilo (!) Mais - in manchen Revieren sogar über 400 Kilo! Hinzu kommt die Fütterung mit Kraftfutter im Winter, die noch mal in ähnlicher Größenordnung liegen dürfte – und die vielen illegalen Fütterungen, die Naturschützer und Jagdgegner immer wieder aufdecken und zur Anzeige bringen. Gerade die Fütterung mit Mais fördert wegen seinem sehr hohen Stärkeanteil (im Gegensatz zur natürlichen Nahrung) die Fruchtbarkeit der Bachen – und kurbelt damit die Vermehrung der Wildschweine an. Selbstverständlich sind die Jäger dann gerne bereit, diese (jägergemachte) Vermehrung wieder zu bekämpfen...
Die Jagd ist heute ein Hobby, ein Freizeitvergnügen – und in ihren Jagdzeitschriften geben die Jäger ihre »Lust am Töten« und »Freude am Beutemachen« inzwischen offen zu. Dieses Hobby-Töten kann die überwiegende Mehrheit der Menschen heute nicht mehr gutheißen. Repräsentative Umfragen der letzten Jahre zeigen übereinstimmend: 70-80% der Deutschen stehen der Jagd kritisch gegenüber oder fordern sogar die Abschaffung der Jagd. (Quellen: GEWIS-Institut 1996; GEWIS-Institut 2002; EMNID-Institut 2003, EMNID-Institut 2004)
»Letztlich dient die Jagd nur dem Spaß und der Befriedigung der Mordlust der Jäger«, sagt Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock. »Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.« (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)
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Keine Schusswaffen für Privatleute! |
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Jedes Jahr Tote und Verletzte durch Waffen von Jägern
"Schusswaffen gehören nicht in die Hände von Privatpersonen!" Dieser Ruf wurde nach dem Amoklauf von Winneden vom 11. März überall in Deutschland laut.
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Sofort ging ein Aufschrei durch die Reihen der Hobbyjäger: Sie, die Jäger, seien immer zuverlässig mit ihren Waffen. Kurz darauf, am 18. März, erschoss ein Forstwirt seine Frau und ein Kind und verletzte drei weitere Kinder schwer, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtete. - Aber wer weiß schon, dass in den letzten zehn Jahren hunderte Menschen durch Jäger und Jägerwaffen starben?
Woche für Woche gehen Meldungen über Jagdunfälle und Gewalttaten mit Jägerwaffen durch die Presse: von Jägern, die im Streit die Ehefrau und die Kinder erschießen; von Jägern, die ihre Jagdkollegen und Treiber mit Wildschweinen verwechseln; von Spaziergängern, die von einer Kugel oder eine Ladung Schrot getroffen werden; von Mountainbikern, Reitern und Hundespaziergängern, die von Jägern mit der Waffe in der Hand bedroht wurden.
Den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften werden jährlich über 800 Jagdunfälle gemeldet, wobei diese Zahl sicherlich nur die Spitze des Eisbergs ist - und "Familientragödien", bei denen ein Jäger seine Frau, die Geliebte, den Nebenbuhler oder die Kinder erschießt, sind hierbei nicht erfasst. Auch nicht Tragödien wie 2006 in Emstetten: Der Amokläufer war mit seinem Vater oft auf die Jagd gegangen, die Waffen hatte er sich über eine Auktions-Website für "Jäger, Schützen und Angler" beschafft. Doch offizielle Statistiken über Tote und Verletzte durch Jäger und Jägerwaffen gibt es nicht.
Die Initiative zur Abschaffung der Jagd hat seit 2002 über 200 Tote durch Jäger und Jägerwaffen allein in Deutschland dokumentiert. Bei diesen erschreckenden Zahlen stellt sich die Frage: Wie viele Menschen müssen noch erschossen werden, bis die Politik handelt?
"Berlins Innensenator Körting will Jäger teilweise entwaffnen", meldete die Nachrichtenagentur ddp am 17.3.2009. Nach Forderung des Innensenators sollen für Jäger Kurzwaffen (Pistolen) verboten und nur noch drei Langwaffen pro Jäger zugelassen werden. Nach dem Amoklauf von Winneden mit 16 Toten ist die Diskussion um eine Verschärfung des Waffenrechts erneut aufgeflammt. Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung befürwortet die "Entwaffnung": 78 Prozent der Deutschen sprechen sich für ein Waffenverbot im Privathaushalt aus (dpa, 13.3.2009).
"Es wird Zeit, dass die Hobbyjagd in Deutschland verboten wird!", fordert Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd - und damit mehr Sicherheit für die Bevölkerung. Mit dieser Forderung liegt die Initiative zur Abschaffung der Jagd voll im Trend. Repräsentative Umfragen der letzten Jahre zeigen: Zwei Drittel der Deutschen sind gegen die Hobbyjagd.
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Jagd führt zur Vermehrung der Wildschweine |
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In der Presse wird derzeit ein geradezu apokalyptisches Bild gezeichnet: Horden von marodierenden Wildschweine würden alles umpflügen, was ihnen in die Quere kommt und die Landwirtschaft bedrohen. Wildschwein-Horden suchten angeblich unsere Städte und Dörfer heim und zerstörten die Gärten. Die Wildschwein-Schwemme gefährde den Straßenverkehr, da die Tiere ständig auf die Straße liefen...
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»Die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht«, sagt Norbert Happ, der bekannteste Wildschweinkenner in Deutschland – und: selber Jäger. Für die explosionsartige Vermehrung der Wildschweine seien die Jäger selbst verantwortlich: »Ungeordnete Sozialverhältnisse im Schwarzwildbestand mit unkoordiniertem Frischen und Rauschen und unkontrollierbarer Kindervermehrung sind ausschließlich der Jagdausübung anzulasten«, so Happ (in der Jägerzeitung "Wild und Hund", 23/2002).
Durch die Jagd vermehren sich Wildtiere stärker als unter natürlichen Umständen, meint auch Prof. Dr. Josef H. Reichholf, der die Abteilung Wirbeltiere der Zoologischen Staatssammlung München leitet und an beiden Münchner Universitäten Biologie und Naturschutz lehrt. Würden in einem Gebiet durch die Jagd, die ja vor allem im Herbst und Winter statt findet, viele Tiere getötet, hätten die Verbliebenen ein besseres Futterangebot. »Tiere, die gestärkt überleben, pflanzen sich im Frühjahr zeitiger und zahlenmäßig stärker fort«, sagt Reichholf. Der Biologe ist überzeugt: Durch die Jagd würden Tierarten, die bereits selten sind, noch seltener, und jene, die häufig sind, noch häufiger. (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)
Mutter Natur hatte eigentlich alles hervorragend geregelt: Erfahrene weibliche Wildschweine - die Leitbachen - sorgen für die Ordnung in der Rotte und für Geburtenkontrolle. Die Hormone der Leitbachen bestimmen die Empfängnisbereitschaft aller Weibchen der Gruppe und verhindern, dass zu junge Tiere befruchtet werden. Männliche Tiere (Keiler) statten den Rotten nur Besuche zur Paarung ab. Fehlen die Leitbachen, weil sie bei der Jagd getötet wurden, löst sich die Ordnung auf: Führungslose Wildschweine brechen in die Felder ein. Und junge Bachen sind schon unter einem Jahr empfängnisbereit und bekommen Frischlinge. Während früher Wildschweine einmal im Jahr Nachwuchs bekamen, gibt es jetzt drei mal im Jahr Junge. Jäger karren tonnenweise Futter in den Wald und kurbeln damit die Vermehrung an. Der NABU-Jagdexperte Michael Hug kritisiert, dass Wildschweine »gemästet werden wie ein Hausschwein«. Die Wildforschungsstelle Aulendorf ermittelte, dass allein in Baden-Württembergs jährlich 4000 Tonnen Mais als »Kirrung« ausgebracht werden – das sind für ein erlegtes Wildschwein im Schnitt etwa 100 Kilo (!) Mais - in manchen Revieren sogar über 400 Kilo! Hinzu kommt die Fütterung mit Kraftfutter im Winter, die noch mal in ähnlicher Größenordnung liegen dürfte – und die vielen illegalen Fütterungen, die Naturschützer und Jagdgegner immer wieder aufdecken und zur Anzeige bringen. Gerade die Fütterung mit Mais fördert wegen seinem sehr hohen Stärkeanteil (im Gegensatz zur natürlichen Nahrung) die Fruchtbarkeit der Bachen – und kurbelt damit die Vermehrung der Wildschweine an. Selbstverständlich sind die Jäger dann gerne bereit, diese (jägergemachte) Vermehrung wieder zu bekämpfen...
Die Jagd ist heute ein Hobby, ein Freizeitvergnügen – und in ihren Jagdzeitschriften geben die Jäger ihre »Lust am Töten« und »Freude am Beutemachen« inzwischen offen zu. Dieses Hobby-Töten kann die überwiegende Mehrheit der Menschen heute nicht mehr gutheißen. Repräsentative Umfragen der letzten Jahre zeigen übereinstimmend: 70-80% der Deutschen stehen der Jagd kritisch gegenüber oder fordern sogar die Abschaffung der Jagd. (Quellen: GEWIS-Institut 1996; GEWIS-Institut 2002; EMNID-Institut 2003, EMNID-Institut 2004) »Letztlich dient die Jagd nur dem Spaß und der Befriedigung der Mordlust der Jäger«, sagt Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock. »Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.« (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)
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12.2.09: Berufungsklage: Stoppt Zwangsbejagung! |
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"Keine Jagd auf meinem Grundstück!"
Prozess gegen Zwangsmitgliedschaft in der Jagdgenossenschaft - Kläger legen Berufung ein
Zwei unterfränkische Grundstückseigentümer wehrten sich vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht Würzburg gegen die zwangsweise Bejagung ihres Grund und Boden durch Hobbyjäger. Beide Klagen wurden abgewiesen. Medienberichten zu Folge waren drei der fünf Richter Jäger. Der beteiligte ehrenamtlichen Richter, Andreas Oestemer, ist zudem prominentes Mitglied des Bayerischen Landesjagdverbandes. Die Kläger haben gegen die Urteile der 5. Kammer des Bayerischen Verwaltungsgerichts Würzburg nun Berufung beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingelegt.
Die Kläger stützen ihre Berufung im Wesentlichen auf zwei Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Der höchste europäische Spruchkörper hat bereits in zwei Fällen (Frankreich und Luxemburg) entschieden, dass die zwangsweise Eingliederung von ethischen Tierschützern in Jagdgenossenschaften gegen die Euopäische Menschenrechtskonvention verstößt. Das Verwaltungsgericht Würzburg ignorierte diese Entscheidungen und berief sich in seinen Urteilen auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 13.12.2006, der durch die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 10.07.2007 zum luxemburgischen Jagdrecht längst überholt ist. Da das Jagdrecht in Luxemburg der deutschen Jagdgesetzgebung sehr stark ähnelt, muss beinahe zwingend davon ausgegangen werden, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) auch die deutsche (ausnahmslose) Zwangsmitgliedschaft in der Jagdgenossenschaft für rechtswidrig erklären wird. Ein deutsches Beschwerdeverfahren ist beim EGMR bereits anhängig (Gesuch 9300/07 - Herrmann gegen Deutschland).
Urteil: „Im Namen des Volkes“ – oder im Namen der Jäger? Die Berufungsbegründungen machen deutlich, dass die jagdausübungsberechtigten Richter ein Urteil im Namen der Jäger und nicht im Namen des Volkes gesprochen haben. Nun bleibt abzuwarten, wie der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entscheidet.
Lesen Sie die Berufungsbegründung
Hintergrund: "Urteil im Namen der Jäger"
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12.1.09: Schonzeitvergehen, illegale Fütterungen |
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Schonzeitvergehen, illegale Fütterungen, Seuchengefahr
Hobbyjäger raus aus den Wäldern!
Tiere, die mitten in der Schonzeit erschossen werden? Illegale Anlock-Fütterungen mit Backwaren und Fleischabfällen? Schweinepest-Gefahr durch Jäger? Pferde auf der Weide erschossen? Menschen mit Wildschweinen verwechselt? – Dies alles ist kein Jägerlatein, sondern die Wirklichkeit in Deutschlands Wäldern. 350.000 bewaffnete Hobbyjäger sind unterwegs und wüten in unserer Restnatur. Viele davon hören und sehen nicht mehr gut, weil sie bereits recht betagt sind (das Durchschnittsalter der Jäger liegt zwischen 55 und 60 Jahren), viele Waidmänner wärmen sich mit Schnaps und haben einige Promille intus...
Rehböcke mitten in der Schonzeit erschossen Es ist bitterkalt in diesen Januartagen. Bei zweistelligen Minusgraden haben es die frei lebenden Tiere besonders schwer. Um zu überleben, ziehen sich die Wildtiere zurück und fahren ihren Stoffwechsel herunter. Bei Kälte, sagt man, lässt man die Wildtiere lieber ruhen. Dennoch treffen sich am 10. Januar im baden-württembergischen Langenrain Dutzende Hobbyjäger zur Treibjagd. Bianka Pelli ist mit einem Bekannten im Wald unterwegs. Den Naturschützern bietet sich ein schauriger Anblick: Rehe, Wildschweine und Füchse liegen in ihrem Blut, werden von Jägern aufgeschnitten und aufgehängt. Doch nicht nur das: „Wie selbstverständlich hingen dort drei Rehböcke“, berichtet Bianka Pelli. Und das, obwohl für Rehböcke seit Mitte Oktober bis zum Mai Schonzeit ist. „Keiner der Jäger schien sich daran zu stören“, so die Tierschützerin. Sie sprach daraufhin einen der Jäger auf das Schonzeitvergehen an. Die Antwort des Waidmannes: „Die sind höchstwahrscheinlich gegen einen Zaun gerannt!“ Der zuständige Jagdherr jedoch bestätigte die Vermutung von Bianka Pelli: „Das ist zwar unschön, doch passiert so etwas immer mal wieder auf so einer Treibjagd.“ Die Tierschützerin ist entsetzt. Sie will das Schonzeitvergehen zur Anzeige bringen. Den getöteten Tieren wird dies nichts mehr nützen. „Doch es wird Zeit, dass die Vergehen der Jäger an die Öffentlichkeit kommen - Missachtungen der Jagdgesetze sind gang und gäbe“, weiß sie. „Doch: `Wo kein Kläger, da kein Richter´, heißt es doch so schön in einem Sprichwort. Dokumentation der Treibjagd
Einem Jäger aus Hammelburg wurde Mitte Dezember wegen fahrlässigen Verstoßes gegen die Jagd- und Schonzeiten zu 3.600 Euro Geldstrafe verurteilt, weil er einem Hirschkalb das Muttertier weggeschossen hatte (Main Post, 16.12.2008). In diesem Fall gab es Zeugen, so dass es zu einer Verurteilung kam – in den allermeisten Fällen geschehen solche Jäger-Vergehen unbemerkt unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Dass Jäger nicht richtig hinsehen, wenn sie schießen, kommt leider häufig vor: „Pferd statt Wildschwein erlegt“, meldete beispielsweise die Rhein-Zeitung am 19.11.2008. Auch am 28. Oktober wurde ein Pferd erschossen (Rheinpfalz, 28.10.2008), am 4. Oktober ein Haflinger-Pony angeschossen (Kölnische Rundschau, 4.10.2008). In der Nähe von Traunstein wurde im Dezember ein zahmes Reh erschossen – dabei trug „Felix“ ein knallrotes Signal-Leuchthalsband um den Hals (Süddeutsche Zeitung, 20.12.2008). Immer wieder werden auch Menschen von Jägern aus Versehen erschossen: Bei Treibjagden am 10. Januar wurden zwei Jäger erschossen – Kollegen hatten sie mit Wildschweinen verwechselt. Bis zu 40 Tote und mehrere hundert Verletzte gehen Jahr für Jahr auf das Konto der Hobbyjäger. Dokumentation der Jägeropfer
Tier- und Naturschützer aus Bayern, Baden-Württemberg, dem Saarland und aus Rheinland-Pfalz dokumentieren regelmäßig Verstöße gegen die Fütterungsbestimmungen. Nicht nur, dass in vielen Revieren eine regelrechte Mast mit Mais und Getreide statt findet, so dass selbst Jagdzeitschriften und Jagdverbände wie etwa der Wildschweinexperte des BJV Norbert Happ zugeben: „Die Wildschweinschwemme ist jägergemacht“. Immer wieder werden an so genannten „Kirrungen“ (Anlock-Fütterungen) und „Luderplätzen“ verbotene Backwaren und Schlachtabfälle gefunden. Auf diese Weise tragen die Jäger auch noch die Seuchengefahr in den Wald.
Seuchen-Gefahr durch Jäger: In der Nähe von Köln ist die Schweinepest bei Wildschweinen ausgebrochen. „Als Auslöser werden infizierte Fleischreste vermutet“, berichtet der Kölner Stadtanzeiger am 9.1.2009. In der Nähe von Hochsitzen finden Tierschützer immer wieder verbotene Schlachtabfälle, die Jäger zum Anlocken von Wildtieren auslegen - oft sind diese Innereien auch noch völlig verdorben. „Die Jäger bringen die Seuchengefahr in den Wald – und spielen sich dann noch als Retter vor der Schweinepest auf“, kritisiert Bianka Pelli. Sie hat in Baden-Württembergs Wäldern an Anlockfütterungen der Jäger auch schon die verschiedensten Innereien, stinkende Fischabfälle, einen ganzen verendeten Hammel sowie eine erschossene Hauskatze dokumentiert. Dokumentation illegale Fütterungen Michael Hess, ein ehemaliger Berufsjäger, fotografierte in Bayern neben missbräuchlichen Mais- und Getreide-Fütterungen mehrfach Berge von verschimmeltem Brot – und am 8. Januar mehrere Haufen Keks-Abfälle. „Es ist bemerkenswert, wie der Jagdpächter so einen wildbiologischen und ernährungsphysiologischen Schwachsinn duldet“, berichtet Michael Hess. „Dieses Zuckerzeug kann als Kalziumkiller im Pansen des Konzentratselektierers Reh eine schlimme Pansenazedose verursachen. Bei diesem Dilemma könnte das Tier elend zu Grunde gehen, oder zum ph-Wert Ausgleich, höhere Nahrungsaufnahme an Forstpflanzen (Verbiss) verursachen. – Und dann kommt der Jäger und schießt Rehe zur angeblichen Rettung des Waldes.“ Dokumentation
Die Natur braucht keine Jäger. Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen: Die Natur reguliert sich selbst. In den unbejagten Gebieten in Europa sind Tiere und Natur im Gleichgewicht. Warum gehen die Jäger dann auf die Jagd? In den einschlägigen Jagdzeitschriften geben die Waidmänner inzwischen offen zu, dass die wahre Motivation für die Jagd die „Lust am Töten“ und „Freude am Beute machen“ ist. In einem Artikel zur Triebforschung berichtete die Jägerzeitschrift WILD UND HUND vom „Kick“, den der Jäger erlebt, wenn es ihm gleingt, das Leben eines speziellen Tieres zu vernichten. Und – so die Jägerzeitschrift weiter – die Jäger sollten sich auch zu diesem „Kick“ bekennen. Mit modernem Tier- und Naturschutz haben solche Triebe natürlich nichts zu tun. Kein Wunder, dass repräsentativen Umfragen zufolge mehr als zwei Drittel der Deutschen die Hobbyjagd ablehnen. Dokumentation
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11.1.09: Verbot der Hobbyjagd jetzt! |
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Aufruf an Politiker: Verbot der Hobbyjagd jetzt!
Hobbyjagd fordert Menschenleben
Das neue Jahr ist erst wenige Tage alt, und schon überschlugen sich wieder Meldungen über Vorfälle, bei denen Menschen von Jäger bedroht, gefährdet, verletzt oder sogar getötet wurden. Am 10. Januar wurden zwei Menschen erschossen – Jäger hatten sie bei Treib- und Drückjagden mit Wildschweinen verwechselt. Doch wer weiß schon, dass hunderte Menschen in den letzten zehn Jahren in durch Jäger und Jägerwaffen starben? Offizielle Statistiken gibt es darüber nicht – Jäger zählen nur die Anzahl der Tiere, die sie erschießen. Die Initiative zur Abschaffung der Jagd hat jährlich bis zu 40 Tote durch Jäger und Jägerwaffen allein in Deutschland dokumentiert. Bei diesen erschreckenden Zahlen stellt sich die Frage: Wie viele Menschen müssen noch von Jägern erschossen werden, bis die Politik handelt? Die Forderung für das „Super-Wahljahr“ 2009 lautet daher: Verbot der Hobbyjagd!
Woche für Woche gehen Meldungen über Jagdunfälle und Gewalttaten mit Jägerwaffen durch die Presse. Die beiden tödlichen Jagdunfälle vom 10. Januar sind die bisher schlimmsten Fälle des neuen Jahres. Doch auch die anderen Meldungen sind bedrohlich genug: Am 9. Januar geriet ein Hund beim Spaziergang in eine Jägerfalle - beim Versuch, das Tier zu befreien, zertrümmerte der Fangbügel die Hand des Herrchens. Bei einer Treibjagd an der A 391 bei Braunschweig flüchteten Wildschweine auf die Fahrbahn – eine Gefahr für den Verkehr. Beim Silvesterlauf in Bad Kreuznach schoss ein Jäger zweimal auf ein Wildschwein am Wegesrand und gefährdete die Läufer – ein Augenzeuge berichtet, dass er nur 15 Meter entfernt gewesen sei. Und im nordrhein-westfälischen Werl wurde kurz vor Silvester ein Ehepaar beim Spaziergang durch Querschläger einer Treibjagd verletzt.
„Schusswaffen gehören nicht in die Hände von Freizeitjägern, die diese völlig unkontrolliert benutzen können“, so Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. „Es wird Zeit, dass die Hobbyjagd in Deutschland verboten wird!“ Mit dieser Forderung liegt die Initiative zur Abschaffung der Jagd voll im Trend. Repräsentative Umfragen der letzten Jahre zeigen: Zwei Drittel der Deutschen sind gegen die Hobbyjagd.
Dass durch Hobbyjäger auch völlig unbeteiligte Personen wie Spaziergänger, Reiter oder Familienangehörige bedroht sind, belegt eine kleine Auswahl von schockierenden Fällen aus dem vergangenen Jahr: In Werningerode/Harz bedrohte Anfang Dezember ein Jäger die Mitarbeiter des Finanzamts. Die Polizei stellte drei Gewehre, 60 Schuss Munition und ein Kilogramm Schwarzpulver sicher. (Goslarsche Zeitung, 12.12.2008) Im saarländischen Schiffweiler erschoss ein Jäger am 5. November erst seine Ehefrau, anschließend sich selbst. (sol.de, 7.11.2008) Im niedersächsischen Jesteburg erschoss ein Jäger zuerst seine Ex-Freundin, den Hund und danach sich selbst (Harburger Nachrichten, 2.10.2008). In Frankfurt/Main übte ein Jäger Selbstjustiz und erschoss einen Mann, der nachts offenbar in eine Kleingartenanlage einbrechen wollte (Hessischer Rundfunk, 18.8.2008). Im Main-Kinzing-Kreis (Hessen) erschoss ein Jäger seinen Nachbarn, mit dem er verfeindet war (Frankfurter Rundschau, 11.6.2008). Nach einem Streit erschoss ein angetrunkener Jäger einen Kneipengast in einem Hagener Ausflugslokal (Kölner Express, 06.01.2008). In Oberfranken schoss ein alkoholisierter Jäger nach der Kirchweih auf Jugendliche (Frankenpost, 26.8.2008). Bei Ulm bedrohte ein Jäger eine Reiterin mit Gewehr im Anschlag (Augsburger Allgemeine, 7.08.08). In Köln schoss ein betrunkener Jäger auf Spaziergänger (Kölner Express, 16.6.2008). Immer wieder war die Meldung zu lesen, dass ein Jäger auf ein Auto schoss – die Insassen entgingen knapp der Katastrophe (z.B. Prima Sonntag, 16.3.2008). Und immer wieder gab es Berichte von Jägern, die drohten, ihre Ehefrau oder Lebensgefährtin zu erschießen – zweimal rettete ein Einsatzkommando der Polizei den betroffenen Frauen das Leben (Generalanzeiger Bonn, 15.03.2008; Neue Westfälische, 04.07.2008).
„Wir brauchen keine Jäger: Jagd schadet unserer Natur und schädigt das ökologische Gleichgewicht in unseren Wäldern“, so der Biologe Eicher. Das beste Beispiel hierfür ist die gegenwärtige Wildschweinschwemme, von der sogar der Experte des Deutschen Jagdschutzverbands Norbert Happ sagt, dass sie „hausgemacht“ ist – also von den Jägern selbst verschuldet. Dagegen beweisen wissenschaftliche Studien und die Erfahrungen in unbejagten Gebieten Europas, dass sich die Natur selbst reguliert.
Jagdunfälle und Straftaten 2009 Statistik 2008
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16.12.09: Tierschützer stellen Strafanzeige
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