Kurz nach Ostern, am Donnerstag, den 27. März 2008, wird der ausgestopfte Bär Bruno zum ersten Mal ausgestellt - im Museum »Mensch und Natur« in München.
Link zum Museum
Pressemeldung

Die Initiative zur Abschaffung der Jagd wird sich an diesem Tag an einer Mahnwache vor dem Museum beteiligen - in Gedenken an Bär Bruno.

Machen Sie mit!
Anmeldung: info@abschaffung-der-jagd.de

 



Bär Bruno ausgestopft im Museum „Mensch und Natur“

Warum werden Namen der Bruno-Jäger noch immer wie ein Staatsgeheimnis gehütet?


Die Tragödie um Bär Bruno nimmt kein Ende: Erst wurde Bruno mit großem Rummel in Bayern begrüßt, dann ließ die Staatsregierung den Bären erschießen und beeilte sich, den Bären an einem geheimen Ort auf Eis legen zu lassen. Ab dem 27. März wird Brunos Leiche nun in Museum »Mensch und Natur« ausgestellt. Doch bis heute gibt es viele, viele Fragezeichen: Wer hat den Bären Bruno erschossen? Warum wurden zwei Videobänder gestohlen, auf dem die Bruno-Töter zu sehen waren? Welche Rolle spielte Landtagsabgeordneter und Jägerpräsident Vocke? Und warum werden die Namen der Bruno-Töter bis heute wie ein Staatsgeheimnis gehütet? - Der Bär, ein international streng geschütztes Tier, bekam in Bayern keinen Schutz - aber seine Mörder!

Aufnahmen der Bruno-Jäger - Einbruch und Diebstahl von Beweismaterial


Zufällig filmte ein Münchner Filmemacher die Bruno-Jäger bei ihren Vorbereitungen zum Abschuss. Zweieinhalb Wochen später wurde unter mysteriösen Umständen in das Filmbüro eingebrochen. Das einzige, was fehlte, waren zwei Digitalkameras und die beiden Originalbänder der Aufnahmen mit der Aufschrift »Bärenjagd«. Kopien existierten keine. Da drängen sich doch geradezu Fragen auf wie: Wer hat die Filmaufnahmen gestohlen? Wer gab den Auftrag zu dem gezielten Diebstahl? Was durfte auf keinen Fall an die Öffentlichkeit gelangen? - Watergate lässt grüßen!

Welche Rolle spielte Jägerpräsident Vocke?

Interessant ist auch, wer im Hintergrund die Fäden zog. Besonders brisant ist hier die Frage: Welche Rolle spielte der bayerische Landtagsabgeordnete und Jägerpräsident Vocke beim Abschuss des Bären Bruno? Die Süddeutsche Zeitung schrieb am 3.11.2006 über die Klage von Rechtsanwalt Riechwald gegen den Abschuss: »Vor allem der Präsident des Landesjagdverbandes, Vocke, spiele in diesem Zusammenhang eine äußerst unrühmliche Rolle.«
Das sagte Jägerpräsident Vocke hinter verschlossenen Türen (am 20. Juni 2006 in der Expertenrunde Bär im Umweltministerium – Auszüge aus dem Protokoll): »Der Bär müsse daher mit allen geeigneten Mitteln aus der Natur entnommen werden... Es müsse daher auch der Abschuss ermöglicht werden. Des weiteren schlug er die Verwendung von besonders weit reichenden Waffen mit Nachtsichtzielgeräten... vor.« (...) »Herr Prof. Vocke... schlug nochmals vor, eine spezielle Gruppe von Jägern, bestehend aus Berufsjägern und Polizisten mit Jagdschein, mit der Aufgabe der Bärenverfolgung zu betrauen. Zudem verwies er darauf, dass die Jäger nicht gerne in den Medien als Bärentöter dargestellt werden möchten.«

Bruno – Ein Symbol für alle Tiere
»Bruno ist zum Symbol für den Umgang des Menschen auch mit anderen Tieren geworden: Rehe, Hasen und Wildschweinen werden millionenfach von Menschen getötet – aus `Lust am Töten´ und `Freude am Beutemachen´«, so Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. »Tiere haben - trotz Staatsziel `Tierschutz´ - nach wie vor keine Rechte, keine Lobby in unserem Staat.«


Wer erschoss Bär Bruno?

 



Brisante Hintergründe

Watergate in München:
Wer erschoss Bär Bruno? Wer klaute Film-Aufnahmen der Bruno-Jäger?


Als Bär Bruno im Frühsommer 2006 erschossen wurde, war die Empörung im In- und Ausland riesengroß. Tierfreunde demonstrierten gegen den Bärenmord, die bayerische Staatsregierung beeilte sich, die Leiche des Bären an einem geheimen Ort auf Eis legen zu lassen. Auch eineinhalb Jahre später gibt es viele, viele Fragezeichen: Wer hat den Bären Bruno erschossen? Warum wurden zwei Videobänder gestohlen, auf dem die Bruno-Töter zu sehen waren? Welche Rolle spielte der bayerische Landtagsabgeordnete und Jägerpräsident Vocke? Und warum werden die Namen der Bruno-Töter bis heute wie ein Staatsgeheimnis gehütet?
Der Bär, ein international streng geschütztes Tier, bekam in Bayern keinen Schutz - aber seine Mörder!

Wir erinnern uns: Bruno machte internationale Schlagzeilen. Er war der erste Bär in Deutschland seit 170 Jahren. Trotz Fußballweltmeisterschaft in Deutschland beherrschte der Braunbär die Medien. Doch weil Bruno - dem Alter nach noch ein Bärenkind - sich verhielt wie ein Bär, und weil ihm einige Schafe und Hühner zum Opfer gefallen waren, verhängte eine »Expertenrunde« im Bayerischen Umweltministerium das Todesurteil - und das, obwohl der Bär unter strengstem Artenschutz stand und auf keinen Fall getötet werden durfte. Eine Gefahr für Menschen sei er, weil er wenig Scheu zeige - dabei hatte Bruno keinem Menschen etwas getan!

Kaum hatte Skandalminister Schnappauf Bruno zum Abschuss freigegeben, war der Braunbär schon erschossen. Wie konnte es dazu kommen? Mehr als eineinhalb Jahre nach Brunos gewaltsamem Tod liegen »Freiheit für Tiere« nun brisante Hintergrund-Informationen vor...

»Notstands«-Verfügung an alle, die zur Ausübung der Jagd befugt sind, Bruno zu töten

Am Sonntag, dem 25. Juni 2006 gegen 20.40 Uhr erhielt Herr Betz vom Landratsamt Miesbach von der Polizeiinspektion Miesbach einen Anruf, dass der gesuchte Braunbär Bruno auf der Spitzingalm nahe dem Rotwandhaus gesehen worden sei. Herr Betz rief daraufhin im Bayerischen Umweltministerium an und wurde informiert, dass seit dem 23. Juni eine Allgemeinverfügung der Regierung von Oberbayern zum sofortigen Vollzug zum Abschuss des Braunbären bestehe: »Die Regierung von Oberbayern erteilt mit Allgemeinverfügung vom 23. Juni 2006 allen, die zur Ausübung der Jagd befugt sind, in den betroffenen Landkreisen die Genehmigung, dem Braunbären JJ1 nachzustellen und ihn zu töten.«

Der Beamte des Umweltministeriums beauftragte Herrn Betz, »sein Team« hinauszuschicken. Denn da die Abschuss bereits in Erwägung gezogen worden war, hatte Herr Betz ein Team von ausgebildeten und entsprechend ausgestatteten Jagdscheininhabern ausgesucht, die den Bären bejagen sollten.
Um 21 Uhr schickte Herr Betz sein zuvor bestimmtes Einsatzteam zur Rotwand. Wenige Stunden später, in der Nacht zum 26. Juni um 4.40 Uhr, wurde der Braunbär Bruno erschossen. Angeblich bestand das Abschuss-Kommando des Landratsamts Miesbach aus drei Schützen. Herr Betz versicherte, dass das »ausgewählte und zum Nachstellen und Töten des Bären eingesetzte Expertenteam ausschließlich aus Inhabern gültiger Jagdscheine bestand, die darüber hinaus insbesondere unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Qualifikation, jagdlichen Erfahrung und waffentechnischen Ausstattung für die Durchführung der unpopulären Maßnahme, ausschließlich im öffentlichen Interesse, dafür in Frage kommen konnten.«

Zufällig lichtete ein Münchner Filmemacher die Bruno-Jäger ab

Am Abend vor dem Abschuss des Bären Bruno war ein Münchner Filmemacher mit einem Bekannten im Rotwandgebiet nahe dem Spitzigsee unterwegs. Während der Bekannte das Auto fuhr, ließ der Filmemacher seine Kamera laufen. Dabei filmte er zufällig ein Polizeiauto, einen Mercedes-Geländewagen (wie ihn Jäger fahren) sowie drei Jäger. Einer der drei Jäger sei ein »Polizistenjäger« gewesen. Als wenige Stunden später bekannt wurde, dass Bär Bruno erschossen worden war, wurden dem Filmemacher und seinem Bekannten die Brisanz der Aufnahmen deutlich: Sie hatten die Bruno-Jäger bei ihren Vorbereitungen zum Abschuss gefilmt! Und weil ihnen die Brisanz so klar war, stritten sie gegenüber der Presse ab, dass sie Aufnahmen der Jäger hätten und erzählten nur wenigen Mitarbeitern davon.
Aber irgendwie muss doch jemand davon erfahren haben...

Watergate lässt grüßen: Einbruch und Diebstahl des Beweismaterials

Zwei Wochen später, in der Nacht vom 11. auf den 12. Juli 2006, wurde unter mysteriösen Umständen in das Filmbüro eingebrochen. Wertvolle Kameras, Computeranlagen - alles ließen die Einbrecher unversehrt. Das einzige, was fehlte, waren zwei Digitalkameras und die beiden Originalbänder der Aufnahmen mit der Aufschrift »Bärenjagd«. Er war gezielter Diebstahl. Kopien existierten keine.

Am 12. Juli 2006 wurde der Staatsanwaltschaft München I ein »besonders schwerer Diebstahl in/aus dem Büro des Filmautors« gemeldet. Auf einem Computer befand sich noch ein Teil der Filmaufnahme, auf der die Jäger und ihre Fahrzeuge zu sehen waren. Der Filmemacher und sein Kollege wurden von der Kriminalpolizei »eingehend« zu »Verhaltensweisen auch im Sinne auf die DAG-Maßnahmen belehrt.« Daraufhin händigten sie »freiwillig« die gesicherte DVD als Abzug aus und löschten die Aufnahmen im Computer.

Da drängen sich doch geradezu Fragen auf wie: Wer hat die Filmaufnahmen gestohlen? Wer gab den Auftrag zu dem gezielten Diebstahl? Warum wurden die Aufnahmen gestohlen? Was durfte auf keinen Fall an die Öffentlichkeit gelangen? - Watergate lässt grüßen!

Wer erschoss den Bären Bruno?
Welche Rolle spielte Jägerpräsident Vocke?

Niemand traut sich, die Namen der Bruno-Töter preiszugeben. Journalisten, denen die Namen bekannt wurden, schweigen - vor wem haben sie Angst? Wer setzt sie unter Druck?

Bereits am 26.6.2006, dem Tag des Abschusses von Bruno, stellte die Staatsanwältin Titz eine Verfügung an die Polizeiinspektion Miesbach zu: »In dem Ermittlungsverfahren gegen die Verantwortlichen des Bärenabschusses am 26.06.2006 im Bereich Schliersee bitte ich, den oder die Schützen zu ermitteln sowie die genauen Modalitäten des Abschusses zu klären.« Doch wurde diese Verfügung schon gleich am nächsten Tag vom leitenden Oberstaatsanwalt Dr. Hödl aufgehoben. Die Namen der Schützen werden seitdem wie ein Staatsgeheimnis gehütet.

Die Namen der Bruno-Jäger sind das eine. Interessant ist auch, wer im Hintergrund die Fäden zog. Besonders brisant ist hier die Frage: Welche Rolle spielte der bayerische Landtagsabgeordnete und Jägerpräsident Vocke beim Abschuss des Bären Bruno? Die Süddeutsche Zeitung schrieb am 3.11.2006 über die Klage von Rechtsanwalt Riechwald gegen den Abschuss: »Vor allem der Präsident des Landesjagdverbandes, Vocke, spiele in diesem Zusammenhang eine äußerst unrühmliche Rolle.«





Dichtung und Wahrheit

Offizielle Aussagen von Jägerpräsident Vocke und dem Bayerischen Jagdverband

26. Juni 2006 (Tag des Abschusses von Bär Bruno):
Pressemeldung des Bayerischen Jagdverbands: »Jagdverband bedauert Abschuss von Bruno«
Der Präsident des Landesjagdverbandes Bayern, Jürgen Vocke, hat sich zurückhaltend zum Abschuss von Braunbär »Bruno« geäußert. »Einerseits bedauern wir die Tötung des Bären,
auf der anderen Seite sind wir froh, dass keine Personenschäden zu beklagen waren«, erklärte Vocke am Montag. ...
Nach Angaben von Verbandssprecher Thomas Schreder gingen nach »Brunos« Tod zahlreiche E-Mails und Anrufe mit Kritik und Beschimpfungen bis hin zu Drohungen beim Verband ein.

7. Juli 2006: Jägerpräsident Vocke an Minister Schnappauf: Offener Brief in Sachen Bruno
Sehr geehrter Herr Staatsminister,
die letzten Tage waren leider von einer irrationalen Aufregung um den Abschuss des Braunbären geprägt. (...)
Heute muss ich aus einer dpa-Meldung entnehmen, dass Sie im Zusammenhang mit der genetischen Untersuchung von »JJ1« leider die »Bayerischen Jäger« als Ausführende bezeichnet haben.
Diese Äußerungen haben wir mit größter Verwunderung aufgenommen, da unseres Wissens nach ein Sicherheitsteam des Landratsamtes in einem Revier, das nicht von der bayerischen Jägerschaft betreut wird, sondern allein den »Bayerischen Staatsforsten« zuzurechnen ist, den Bären im hoheitlichen Auftrag erlegt hat. Deshalb darf und kann dieser Abschuss nicht der privaten Jägerschaft quasi wie eine »Jagdhandlung« zugeordnet werden. Ich bitte Sie, diesen Sachverhalt klarzustellen, damit nicht die gesamte Bayerische Jägerschaft für etwas an den Pranger gestellt wird, was sie nicht zu verantworten hat. Für eine Nachricht von Ihnen, die dann an unsere 44.000 Jäger in ganz Bayern weitergegeben werden kann, wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Mit den besten Grüßen,
Prof. Dr. Jürgen Vocke, MdL

August 2006: Vockes Verbandszeitschrift »Jagd in Bayern« (8/2006) beklagt sich bitter, dass nach dem Abschuss des Bären Bruno Kritik an den Jägern und dem Bayerischen Landesjagdverband BJV mit Jägerpräsident Vocke an der Spitze laut wurde:
»Die Geschichte von Deutschlands erstem Braunbären nach 170 Jahren musste mit einem Schuss enden, da das Tier eine mögliche Sicherheitsgefahr für Menschen darstellte. Der BJV ist seither trotz intensiver Medienarbeit zum Ziel öffentlicher Hetze geworden - noch dazu völlig zu Unrecht, da die Schützen einem Sicherheitsteam des zuständigen Landratsamtes angehörten.«
»Für den BJV trat am 26. Juni ein Super-GAU ein. Kaum hatten die Medien den Abschuss des Problembären Bruno gemeldet, prasselten diffamierende E-mails in die Computer der Geschäftsstelle: Flüche, Morddrohungen, Hasstiraden. Und ein paar wenige Meinungsbriefe im normalen Tonfall. Bei tausend hörten die Mitarbeiter auf zu zählen. Ausgedruckt ergeben die Mails eine Last von 7,5 Kilogramm Papier...«
»`Immerhin wurde der Bär nicht von Privatjägern in einem Privatrevier, sondern von einem dreiköpfigen Sicherheitsteam der Behörden in einem Staatsjagdrevier getötet´, stellt Dr. Joachim Reddemann klar.«
»Schon am 23. Mai hatte BJV-Präsident Jürgen Vocke in einer Pressemeldung deutlich gemacht, dass der Bär - wenn überhaupt - nur im staatlichen Auftrag getötet werden würde. Eine gute Woche später rief Vocke die Jäger dann komplett zurück, da finnische Bärenteams einreisen würden, die die Aufgabe übernähmen.«
»Auch als am 23. Juni die Meldung kam, dass sich das finnische Team unverrichteter Dinge zurückziehen werde, gab der BJV erneut die Parole an seine Mitglieder aus: `Nicht auf den Bären schießen!´ Bei Sichtung solle statt dessen sofort die Polizei verständigt werden. Doch alle Zurückhaltung und alle Vorsichtsmaßnahmen nutzten nichts: Als Bär JJ1 von dem Sicherheitsteam aus der Wildbahn genommen wurde, so wie es die Bärenexperten Felix Knauer, Manfred Wölfl und Dr. Georg Rauer, WWF-Bärenanwalt, angeraten hatten und wie es Umweltminister Dr. Werner Schnappauf angeordnet hatte, wurde der BJV zum Ziel öffentlicher Hetze.« 
Und das sagte Jägerpräsident Vocke hinter verschlossenen Türen...

20. Juni 2006: Expertenrunde Bär im StMUGV (=Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz von Schnappauf) - Auszüge aus dem Protokoll

»Der Präsident des Landesjagdverbandes, Prof. Dr. Vocke, bestätigte aus seiner Sicht die Einschätzung... Der Bär müsse daher mit allen geeigneten Mitteln aus der Natur entnommen werden.«
»... Es müsse daher auch der Abschuss ermöglicht werden. Des weiteren schlug er die Verwendung von besonders weit reichenden Waffen mit Nachsichtzielgeräten... vor. Da es sich bei der Verfolgung von JJ1 nicht um eine Jagdausübung handele, sondern um die Abwehr einer Gefahrenlage, sieht er nur wenige Möglichkeiten für den LJV (= Landesjagdverband). Allerdings wies er darauf hin, dass viele Mitglieder seines Verbandes Polizisten seien, die er als besonders geeignet für diese Aufgabe sehe.«

Prof. Dr. Vocke, LJV, und Herr Faltl, BaySF (= Bayerische Staatsforste) sagten die Unterstützung der Finnen beim weiteren Verfolgen des Bären JJ1 zu, auch für den Fall seines Abschusses durch das Bärenteam. Beide Herren baten jedoch darum, weder die Jägerschaft noch die Bayerischen Staatsforste in den Medien zu nennen, wenn es um die Kommunikation der Abschussoption für die Finnen gehe.

M (= Minister Schnappauf) stellte abschließend klar, dass in der öffentlichen Darstellung immer noch der Fang die 1. Priorität habe. Aus Verantwortung für die Bevölkerung müsse den Finnen jedoch durch deren Auftraggeber StMUGV (=Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz von Schnappauf) die Legitimation gegeben werden, beim 1. Zugriff gegebenenfalls den Bären zu erlegen, wenn ein Narkotisieren nicht möglich sei. M werde hierzu ein Gespräch mit dem Tiroler Landesrat Steixner führen (einem Jäger - Anm. d. Redaktion), um für Tirol ein gleichartiges Vorgehen zu ermöglichen.
Ergebnis: Die Handlungsmöglichkeiten des Teams werden um den Abschuss erweitert, wenn ein Fang nicht möglich ist. Die Entscheidung darüber liegt bei dem Team vor Ort.
Ergänzende Information: Im Nachgang zur Expertenrunde hat M zweimal mit Herrn Landesrat Steixner telefoniert. Dieser lehnt eine Erweiterung des Auftrages an die Finnen jedoch ab.

Weiteres Vorgehen ab Montag, den 26.6.2006 (Tag des Abschusses von Bär Bruno - Anm. d. Redaktion)
Als nächstes wurde das weitere Vorgehen für die Zeit nach der Abreise der letzten beiden finnischen Jäger für den Fall besprochen, dass der Bär nicht aus der freien Wildbahn entfernt werden könnte.
Herr Prof. Vocke, LJV ... schlug nochmals vor, eine spezielle Gruppe von Jägern, bestehend aus Berufsjägern und Polizisten mit Jagdschein, mit der Aufgabe der Bärenverfolgung zu betrauen. Zudem verwies er darauf, dass die Jäger nicht gerne in den Medien als Bärentöter dargestellt werden möchten.
M stellte klar, dass man am Montag mit den Fangmöglichkeiten am Ende sei. ... Daher bleibt ab Montag, den 26.06.2006, nur noch der Abschuss des Bären...
Es folgte eine breite Diskussion der Möglichkeit für den Abschuss des Bären. Herr Prof. Dr. Vocke und Herr Imm, beide LJV, wiesen erneut darauf hin, dass die Jäger wegen der Medien sehr zurückhaltend seien.«
»A schlug daher abschließend mit Unterstützung von Herrn Prof. Vocke ein zweigleisiges Vorgehen vor: Eine allgemeine Abschussaufforderung, begleitet von der Einsetzung einer Spezialtruppe.« 



5.4.08: Protest gegen Jägertag in Bamberg
Verfassungsbeschwerde gegen Zwangsbejagung