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Verbot der Hobbyjagd in Deutschland und Europa gefordert Schon wieder Menschen von Jägern erschossen
In den letzten Tagen überschlagen sich die Meldungen von Menschen, die Opfer von Hobby-Jägern wurden: In Niedersachsen erschoss ein Jäger seine ehemalige Geliebte, den Hund und sich selbst. In Österreich kam ein 54-Jähriger bei einem Jagdunfall ums Leben. In der Schweiz schoss ein Jäger auf seinen Kollegen. Und so blutig wie der Oktober begann, so endete auch der September: Bei einer Jagd in Brandenburg wurde der Vize-Chef des Landesbauernverbands erschossen. In Mecklenburg verwechselte ein Jäger einen Kollegen mit Wildschwein, das Opfer starb wenig später an den lebensgefährlichen Verletzungen. - Wie viele Menschen müssen noch von Jägern erschossen werden, bis die Politik handelt? „Wir fordern, dass die Hobby-Jagd in Deutschland verboten oder zumindest stark eingeschränkt wird“, sagt Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. „So könnte die Natur endlich aufatmen - und auch viele Menschenleben würden gerettet.“
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In den vergangenen Jahren hat die Initiative zur Abschaffung der Jagd jährlich bis zu 40 Tote durch Jäger und Jägerwaffen allein in Deutschland dokumentiert. Woche für Woche gehen Meldungen über Jagdunfälle und Gewalttaten mit Jägerwaffen durch die Presse: Von Hobby-Jägern, die ihre Jagdgenossen oder ihre Treiber mit Wildschweinen verwechseln. Von Jägern, die versehendlich oder im betrunkenen Zustand auf Spaziergänger oder Autos schießen. Von Jägern, die ihre Jagdwaffe auf die Ehefrau und die Kinder richten. Von Jägern, die einen verfeindeten Nachbarn oder einen Nebenbuhler erschießen. „Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass hunderte Menschen in den letzten 10 Jahren in Deutschland durch Jäger und Jägerwaffen starben“, so Kurt Eicher von der Initiative zur Abschaffung der Jagd.
„Schusswaffen gehören nicht in die Hände von Freizeitjägern, die diese völlig unkontrolliert benutzen können“, so Kurt Eicher, Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. Er zitiert den Dichter Leo Tolstoi, der gesagt hat: „Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt.“ Eicher berichtet, dass er selbst schon des öfteren Morddrohungen von Jägern bekommen habe. Auch andere Kritiker der Jagd berichten immer wieder von Drohungen, Morddrohungen und Nötigungen durch Jäger. „Wir brauchen keine Jäger: Jagd schadet unserer Natur und schädigt das ökologische Gleichgewicht in unseren Wäldern“, so der Biologe Kurt Eicher. Das beste Beispiel hierfür ist die gegenwärtige Wildschweinschwemme, von der sogar der Experte des Deutschen Jagdschutzverbands Norbert Happ zugibt, dass sie „hausgemacht“ ist – also von den Jägern selbst verursacht. Wissenschaftliche Studien zeigen: Die Natur reguliert sich selbst.
„Es wird Zeit, dass die Hobbyjagd in Deutschland und Europa abgeschafft wird!“ Mit dieser Forderung liegt die Initiative zur Abschaffung der Jagd voll im Trend. Repräsentative Umfragen der letzten Jahre zeigen: Zwei Drittel der Deutschen sind gegen die Hobbyjagd. Dass auch die Öffentlichkeit und völlig unbeteiligte Personen wie Spaziergänger, Reiter, Familienangehörige von Jägern bedroht sind, belegt eine kleine Auswahl von schockierenden Fällen, die in diesem Jahr durch die Presse gingen: Im niedersächsischen Jesteburg erschoss ein Jäger zuerst seine Ex-Freundin, den Hund und danach sich selbst (Harburger Nachrichten, 2.10.2008). Im Main-Kinzing-Kreis (Hessen) erschoss ein Jäger seinen Nachbarn, mit dem er verfeindet war (Frankfurter Rundschau, 11.6.2008). Nach einem Streit erschoss ein angetrunkener Jäger einen Kneipengast in einem Hagener Ausflugslokal (Kölner Express, 06.01.2008). In Frankfurt/Main übte ein Jäger Selbstjustiz und erschoss einen Mann, der nachts offenbar in eine Kleingartenanlage einbrechen wollte (Hessischer Rundfunk, 18.8.2008). In Neuruppin läuft der Prozess um den Tod der 6-Jährigen Nancy, die im Spiel mit dem Jagdgewehr des Vaters von ihrer Schwester erschossen wurde (Welt, 02.01.2008). In Köln schoss ein betrunkener Jäger auf Spaziergänger (Kölner Express, 16.6.2008). In Oberfranken schoss ein alkoholisierter Jäger nach der Kirchweih auf eine Gruppe Jugendlicher (Frankenpost, 26.8.2008). In der Nähe von Ulm bedrohte ein Jäger eine Reiterin mit Gewehr im Anschlag (Augsburger Allgemeine, 07.08.08). Immer wieder ist die Meldung zu lesen, dass ein Jäger auf ein Auto schoss – die Insassen entgingen knapp der Katastrophe (z.B. Prima Sonntag, 16.3.2008). Und immer wieder gibt es Berichte von Familientragödien und von Jägern, die drohen, die Ehefrau oder Lebensgefährtin zu erschießen – zweimal rettete ein Einsatzkommando der Polizei den betroffenen Frauen das Leben (Generalanzeiger Bonn, 15.03.2008; Neue Westfälische, 04.07.2008).
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8.11.08: Gerichtsprozess gegen Zwangsbejagung 21.9.08: Tote durch Jäger und Jägerwaffen
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