Tierschützer fordern hessischen Landtag auf:
Naturschutz auch für Wildtiere!

Am 3. Mai gehen Tier- und Naturschützer aus ganz Deutschland in Frankfurt für eine Natur ohne Jagd auf die Straße. »In Hessen haben die Bürger bei der Wahl eindeutig gezeigt, dass man eine Wende will, die eine lebenswerte Existenz des Menschen in den Mittelpunkt stellt«, so Kurt Eicher, Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. Zu dieser lebenswerten Welt gehört auch eine artenreiche und intakte Natur. »Dieses Ziel kann aber nur dann umgesetzt werden, wenn die noch verbliebene Natur mit allen Pflanzen und Tieren komplett geschützt wird - und dies ist nur ohne Bejagung und selektive Tötung von Wildtieren durch Jäger möglich«, so Eicher. »Schützt unsere Natur, damit auch nachfolgende Generationen sich an ihr erfreuen und überleben können!« Um den Ruf nach einem tierfreundlichen Landesjagdgesetz nachdrücklich zu unterstützen, findet die 79. bundesweite Anti-Jagd-Demo in der hessischen Metropole statt. Start ist um 12 Uhr vor dem Frankfurter Hauptbahnhof/Kaiserstraße. Zu der großen Kundgebung vor der Alten Oper ab 13.30 Uhr werden Redner verschiedener Tierschutzorganisationen erwartet.

»Schafft die Jagd ab!«
- Seit 2001 gehen Monat für Monat Tier- und Naturschützer aus ganz Deutschland für Hasen, Rehe und Füchse auf die Straße. In den vergangenen Monaten wurden allen Ministerpräsidenten und den Landtagsabgeordneten die »Forderungen für eine Novellierung der Landesjagdgesetze« und »Konzepte für eine Natur ohne Jagd« vom Aktionsbündnis »Natur ohne Jagd« zugeschickt.

Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger treten in repräsentativen Umfragen für ein Verbot der Jagd auf wildlebende Tiere als Freizeitsport ein. Aktuelle wissenschaftliche Studien beweisen: Die Natur reguliert sich selbst. In unbejagten Gebieten Europas finden Tiere und Natur wieder in ein Gleichgewicht. Dass die wahre Motivation für die Jagd die »Lust am Töten« und »Freude am Beute machen« ist, geben die Jäger in den einschlägigen Jagdzeitschriften inzwischen offen zu. Doch rechtfertigt die »Lust« einiger weniger das Töten von jährlich über 5 Millionen Wildtieren - allein in Deutschland? Im Übrigen: Jäger schießen nicht nur auf Wildtiere – Jäger schießen auch auf Haustiere und Menschen. Jedes Jahr kommen ca. 350.000 Haustiere und etwa 40 Menschen durch Jäger und Jägerwaffen ums Leben!

Die Föderalismusreform gestattet es den einzelnen Bundesländern, vom Bundesjagdgesetz abweichende Regelungen für das Jagdwesen zu treffen. Und das ist dringend nötig, denn das Bundesjagdgesetz entspricht in seinen Grundzügen immer noch dem Reichsjagdgesetz von 1934 – erlassen von Hermann Göring, Hitlers Reichsjägermeister. Das jagdliche Brauchtum und die Trophäenorientierung wurde nach 1945 nicht einmal ansatzweise verändert. »In deutschen Wäldern und Fluren gelten also nicht moderne Maßstäbe von Natur- und Tierschutz, sondern Jagdtraditionen aus der dunklen Zeiten; und diese haben im 21. Jahrhundert nun wirklich nichts mehr verloren!«, kritisiert Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd.


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