Am Samstag 70. bundesweite Anti-Jagd-Demo in Mainz
Tierschützer fordern Rheinland-Pfälzischen Landtag auf:

Verabschiedet tierschutzgerechtes Jagdgesetz!


»Schafft die Jagd ab!« Am 4. August gehen Tier- und Naturschützer aus ganz Deutschland in Mainz für eine Natur ohne Jagd auf die Straße. Allen Abgeordneten des Rheinland-Pfälzischen Landtags wurden die »Forderungen für eine Novellierung der Landesjagdgesetze und Konzepte für eine Natur ohne Jagd« vom Aktionsbündnis »Natur ohne Jagd« zugeschickt. Um den Ruf nach einem tierfreundlichen Landesjagdgesetz nachdrücklich zu unterstützen, findet die 70. bundesweite Anti-Jagd-Demo in der rheinland-pfälzischen Hauptstadt statt. Start ist um 12 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz. Zur großen Kundgebung auf dem Neubrunnenplatz ab 13 Uhr werden Redner verschiedener Tierschutzorganisationen erwartet. Für Stimmung sorgt die AJ-Gang, DIE Tierrechtsband, die live & open air für die Tiere rockt.

»Seit rund 70 Jahren gab es kaum Änderungen am Bundesjagdgesetz.«
(Oberbayerisches Volksblatt, Bericht über die Rede von Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer beim Bayerischen Jägertag, 22.4.07) 1934 erließ Hermann Göring, Hitlers Reichsjägermeister, das Reichsjagdgesetz. In den westlichen Ländern der Bundesrepublik wurden zwischen 1949 und 1950 Landesjagdgesetze erlassen, die in ihren Grundzügen wesentlich dem Reichsjagdgesetz der Nationalsozialisten entsprachen; das jagdliche Brauchtum und die Trophäenorientierung wurde nicht einmal ansatzweise verändert. »In deutschen Wäldern und Fluren gelten also nicht moderne Maßstäbe von Natur- und Tierschutz, sondern Jagdtraditionen aus der Hitler-Zeit; und diese haben im 21. Jahrhundert nun wirklich nichts mehr verloren!«, kritisiert Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. Die weitreichende Zerstörung von Lebensräumen, das weltweite Artensterben sowie ein gewachsenes Bewusstsein in der Bevölkerung für Tier- und Naturschutz fordern andere Gesetze als noch vor 50 oder gar 70 Jahren. Nachdem sich Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer am 21. April beim Bayerischen Jägertag in Amberg gegen eine Novellierung des Bundesjagdgesetzes in dieser Legislaturperiode ausgesprochen hat, liegt es nun an den Ländern, für eine zeitgemäßere Jagdgesetzgebung zu sorgen: Die Föderalismusreform gestattet es nämlich neuerdings den einzelnen Bundesländern, vom Bundesjagdgesetz abweichende Regelungen für das Jagdwesen zu treffen.

Bundesland Berlin: Vorreiterrolle für Tierschutz - Seit April 2003 sind in Berlin - bislang als einzigem Bundesland - so genannte Totschlagfallen gesetzlich verboten. Und seit dem 21.2.2007 werden hier keine Vögel, keine Hasen und keine kleinen Beutegreifer mehr geschossen.

Die große Mehrheit der Deutschen steht der Jagd kritisch gegenüber, immer mehr Bürger fordern die Abschaffung der Jagd. Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger treten in repräsentativen Umfragen für ein Verbot der Jagd auf wildlebende Tiere als Freizeitsport (Hobbyjagd), für eine Begrenzung der Jagd zugunsten des Tierschutzes, für ein Verbot der Jagd auf Zugvögel, für ein Verbot des Haustierabschusses, für ein Verbot von Totschlagfallen sowie für eine Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften ein: jeder Grundeigentümer soll selbst entscheiden dürfen, ob Jäger auf seinen Ländereien jagen dürfen oder nicht. (Quellen: GEWIS-Institut 1996; GEWIS-Insitut 2002; EMNID-Institut 2003, EMNID-Institut 2004)


20.8.07 in München: Sind Jäger Lusttöter?
16.7.07: Neues Urteil gegen Zwangsbejagung