Gegner der Jäger stoßen bei Infotag in Saarlouis auf viel Interesse, aber auch auf Kritik

Mehrere Organisationen haben am Samstag Informations- und Anschauungsmaterial gegen die Jagd verbreitet und Unterschriften gesammelt. Am Großen Markt in Saarlouis ernteten sie Zustimmung und Ablehnung - insbesondere auch, weil zwei Füchse dabei waren.

Saarlouis. Mit einer deutlichen Sprache sind am Samstag Besucher in Saarlouis konfrontiert worden. "Jagd ist Mord. Schluss mit dem Krieg in unseren Wäldern. Jährlich sterben fünf Millionen Tiere, davon 400.000 Haustiere", stand auf einem Transparent. Der Anstoß zu Kampagne gegen die Jagd ging von der "Initiative pro Fuchs" aus. Die bundesweite Interessenvertretung "Tatort Wald", die monatlich in Berlin gegen die Jagd demonstriert, reiste mit Stand und einem Fuchs 400 Kilometer aus Herfort an.

"Gesetz von 1934"
Ihr Vertreter Rudi Pohlenz: "Wir betreiben Aufklärung über dunkle Machenschaften im Rahmen der Gesetzgebung von 1934. Damals war die letzte Reform der deutschen Jagdgesetzgebung.
Unser Ziel ist: Die Abschaffung der Jagd. Es mag Jäger geben, die ihre Arbeit anständig machen. Aber die meisten jagen, weil sie Spaß daran haben."
Einer der Vertreter dieser Initiative hielt einen Fuchs im Arm, während Passanten, insbesondere Kinder das zahme Tier streichelten. "Diese Aktion finde ich gut, auch dass ein Fuchs dabei ist. Ich bin gegen die Jagd und das Tragen von Pelzen", sagte Monika Schulgen aus Wadgassen. Sylvia Koberski aus Saarlouis: "Ich finde es toll, dass man so deutlich über die Jagd spricht, denn Jagd ist sinnlos." Mit dabei war die im Mai gegründete Regionalgruppe der Initiative "Vier Pfoten", die gegen Auslandsjagd und Halten von Tanzbären protestiert. Gründerin Bernadette Altmeyer aus Schwalbach: "Wir wenden uns dagegen, dass Tieren Schmerzen zugefügt werden und unnötig Jagd auf die Muttertiere gemacht wird." Einen anderen Umgang mit Tieren demonstrierte Micheline Frauenburg aus Luxemburg mit ihrem Fuchs, den sie seit neun Jahren hält. Sie zeigte ihren liebevollen Umgang mit ihm, wie sie es sonst in Kindergärten und Schulen tut. Einige Passanten reagierten allerdings mit Kopfschütteln, als sie mit dem Fuchs auf den Schultern durch die Menge schritt. Anastasia Lizzi von der Initiative pro Fuchs ist überzeugt, dass die Mehrheit der Bevölkerung gegen die Bejagung des Fuchses ist. Sie meint, dass die Gefahr des Fuchsbandwurmes überschätzt werde. Britta Ludwig und Axel Bohn aus Bisten unterstützen das Anliegen.
"Es ist wichtig, dass die Leute aufgeklärt werden, dass der Fuchs weder gefährlich noch sonst bedrohlich ist", fand sie.

Nicht nur Zustimmung
Hartmann Jenal, einer der Initiatoren der Aktion, erklärte auf Nachfrage, sein Antrag auf Bau und Betrieb einer Wildtierauffangstation in Altforweiler (wir berichteten) werde zurzeit noch vom Landkreis Saarlouis geprüft. Am 9. September werde sich der Umweltausschuss des Landtages damit befassen. Jenal: "Mein Hauptmotiv ist: Ich bin gegen die Jagd. Ohne Jagd würde eine natürliche Auslese stattfinden. Natürlich ist auch das Bambi-Syndrom falsch, wenn Leute Jungtiere aus dem Wald mitnehmen. Sogar fremde Rüden helfen Jungfüchsen, wenn ihre Mutter getötet wurde. Deshalb sollte man Tiere nicht einfach mitnehmen."
Doch einigen Passanten gefiel nicht, dass sie Füchse auf ihrem Weg durch das samstägliche Saarlouis zu Gesicht bekamen. Ein sichtlich aufgebrachter Herr rief: "Füchse gehören in den Wald und nicht in die Stadt!"

Quelle: Saarbrücker Zeitung, 29.08.2005



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