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Pressemitteilungen der Initiative zur Abschaffung der Jagd
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Drückjagden: Nur 30% beim ersten Schuss tot |
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Bis zu 70 Prozent der Wildtiere sind bei Treib- und Drückjagden nicht beim ersten Schuss tot - auf diese Tierschutzproblematik weist die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz in den TVT-Nachrichten 2/2011 hin. Untersuchnungen zufolge seien bei Drückjagden in Hessen nur etwa ein Drittel der Wildschweine mit Blattschuss erlegt worden, die überwiegende Mehrheit wurde `nur´ angeschossen und "wies Waidwund-, Keulen- oder Laufschüsse auf". Auch würden 60 Prozent der weiblichen Rehe Bauchschüsse aufweisen. Bild: Diesem jungen Wildschwein wurde der Kiefer weggeschossen. Es starb nach Tagen durch Verhungern und Verdursten.
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Diese aktuelle Stellungnahme der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz, Arbeitskreis Wildtiere und Jagd, wird durch die Aufzeichnungen eines und Nachsucheführers, also eines Mannes, der mit Jagdhunden zur "Nachsuche" losgeschickt wird, wenn Tiere angeschossen wurden, bestätigt.
Bernd Krewer, passionierter jagender Förster und Nachsucheführer, schrieb in seinem Buch "Über Hirsche, Hunde und Nachsuchen" (1998, Neudamm-Neudamm, 2. Aufl.):
“... ich habe rund 1000 Nachsuchen auf Sauen mit meinen Schweißhunden durchgeführt. Wie oft kann der Jäger nicht einmal angeben, wie die beschossene Sau im Schuss gestanden hat, ob er also auf die rechte oder linke Körperseite geschossen hat. Es wird also irgendwo auf den dunklen Klumpen geballert, von dem man nicht einmal erkennen kann, wo vorne und hinten ist.“ (ebda., S.80)
Die Folge: Das Tier ist nicht tot, sondern angeschossen. Es flieht unter Schmerzen und in Todesangst - mit zerschossenen Beinen, mit heraushängenden Eingeweiden, in die es sich beim Laufen verfängt und welche die "Pirschzeichen" für die Nachsuche hinterlassen, mit zerschossenem Kiefer, so dass es dem Tod durch Verhungern und Verdursten ausgeliefert ist oder mit nicht sofort tödlichen Lungenschüssen an, welche viele Rehe weite Strecken flüchten lassen, bevor sie verenden.
Der Nachsucheführer kommt zu dem Schluss: „Wir sollten froh sein, dass solche Dinge nicht allzu häufig ans Licht der Öffentlichkeit kommen, es sähe mit unserem Anspruch, Naturschützer zu sein, nicht sehr gut aus.“ (ebda., S.85)
Dass die Wildtiere selten richtig getroffen und zum Teil lebendig vom Jagdhund zerfetzt werden, geben Jäger untereinander in ihren Internetforen offen zu. In der Öffentlichkeit und in offiziellen Verlautbarungen der Jagdverbände wird dann behauptet, die Tiere wären sofort tot, sie würden schmerzfrei sterben und nicht einmal den Schuss mehr hören.
Doch immer weniger Menschen glauben dieses "Jägerlatein" - das zeigen auch die vielen Zuschriften an die Initiative zur Abschaffung der Jagd.
Nachsucheführer Bernd Krewer ist überzeugt: “Wenn es den „Tierschützern“ gelänge, einen vielbeschäftigten Schweißhundeführer „umzukrempeln“, wären wir einen Tag später die Jagd endgültig los. Es muss sich vieles im Tun und Lassen der Jägerei ändern, wollen wir vor der immer kritischer werdenden Bevölkerung bestehen und von ihr das Mandat für den Fortbestand unserer Jagd bekommen. Wenn die Gesellschaft die Jagd nicht mehr akzeptiert, wird sie verschwinden und durch andere Formen der Nutzung und Regulierung ersetzt werden.“ (ebda., S.180)
Treib- und Drückjagden sind grausame Tierquälerei. Unsere wildlebenden Tiere hätten es bitter nötig, dass die Öffentlichkeit davor nicht länger die Augen verschließt!
Drückjagd: Wildschweine auf Autobahn getrieben
Treib- und Drückjagden sind nicht nur grausame Tierquälerei, sondern darüber hinaus auch eine Gefahr für Autofahrer – sowie für Erholungssuchende in Wald und Flur: Spaziergänger, Radfahrer, Reiter... Während der Jagdsaison in Herbst und Winter sind die Zeitungen voll mit Meldungen über Wildunfälle. Doch im Grunde sind es nicht die Tiere, welche den Straßenverkehr gefährden, sondern die Jäger: Denn Wildschweine und Rehe befinden sich auf der Flucht vor den tödlichen Kugeln. Insbesondere die jetzt überall statt findenden Treib- und Drückjagden sind eine Gefahr für Autofahrer.
Aktueller Fall: Aufgescheucht durch eine Drückjagd flüchtete im schwäbischen Mundelsheim eine Rotte Wildschweine auf die Autobahn. Dies berichten die Stuttgarter Nachrichten am 28.12.2011. Zwei Wildschweine seien in der Nacht gegen 0.25 Uhr auf der Fahrbahn in Richtung Würzburg von einem Sattelzug erfasst und getötet worden. An dem Lastwagen sei ein Schaden von rund 5000 Euro entstanden. Nachdem am Morgen erneut Wildschweine auf der Autobahn gemeldet wurden, musste die Polizei die rechte Spur und einen Verzögerungsstreifen zum Parkplatz sperren.
Jagdsaison: Immer wieder trifft es auch Menschen
Die Jagdsaison mit großen Treib- und Drückjagden ist in vollem Gang – und immer wieder trifft es dabei auch Menschen. Ende November wurden Wanderer bei einer Treibjagd durch Schrotkugeln verletzt. Und Anfang November geriet ein Ehepaar, das am Samstagnachmittag mit Kinderwagen und Hund spazieren ging, in eine Gesellschaftsjagd: Der 29-jährige Mann und seine 27-jährige Frau wurden von Schrotkugeln getroffen.
Wer weiß schon, dass hunderte Menschen in den letzten zehn Jahren in durch Jäger und Jägerwaffen starben? Die Initiative zur Abschaffung der Jagd dokumentiert seit 10 Jahren Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen.In den letzten 12 Monaten sind über 40 Tote durch Jäger und Jägerwaffen zu beklagen. Bei diesen erschreckenden Zahlen stellt sich die Frage: Wie viele Menschen müssen noch von Jägern erschossen werden, bis die Politik handelt?
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Krieg in Deutschland |
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- die Jäger rücken in Stoßtruppen aus! Von Rechtsanwalt Dominik Storr Während die meisten von uns mit ihrem vorweihnachtlichen Alltag beschäftigt sind, kommt es in der Natur gerade wieder zu einem Schlachtfest ohnegleichen. Die Jäger rücken in militärisch anmutenden Stoßtruppen aus, um einen großen Teil der Wildtierpopulation den Garaus zu machen. Und dies geschieht zum Teil auf eine derart brutale Art und Weise, dass es seelisch gesunden Menschen auf der Stelle schlecht werden würde, wenn sie das ansehen müssten.
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Zwischen November und Januar rücken Jäger in Stoßtruppen von bis zu 300 Mann aus, um bei revierübergreifenden Bewegungsjagden Massentötungen von Wildtieren vorzunehmen. Nun bin ich, was die Jagd angeht, ein Insider, denn ich habe mich vor langer Zeit auf Jagdrecht spezialisiert, um den Wildtieren, die keine Lobby haben, helfen zu können. Dadurch habe ich Kontakt zu Jägern - und die schildern mir, welche Massaker sich still und heimlich in unserer Natur abspielen. Ich kenne Jäger, die ihr Hobby an den Nagel gehängt haben, weil sie das, was sich bei der heutigen Jagd abspielt, nicht mehr mit ihrem Gewissen vereinbaren können. Die Jagd von heute ist kein Handwerk mehr. Die meisten Jäger sind nur noch Totmacher. Ein Interesse an den Zusammenhängen in der Natur durch das Beobachten von Wildtieren spielt heute überhaupt keine Rolle mehr. Der typische Jäger von heute geht nur noch auf die Jagd, um Tiere zu töten. Deshalb nehmen auch die Großjagden mit zum Teil Hundertschaften von Jägern immer mehr zu. An diesen Jagden nehmen Jäger teil, die keine Kenntnis von den jeweiligen Revieren haben und auf alles schießen, was sich bewegt, um nicht hinterher in der großen Jagdgesellschaft als Depp dazustehen, weil man nichts geschossen hat. So werden zwangsläufig auch die Leittiere erlegt, wie z.B. führende Bachen, was dazu führt, dass die Sozialstrukturen der Wildschweine völlig aus den Angeln gehoben werden. Dies hat zur Folge, dass die Geschlechtsreife bei den Wildschweinen früher einsetzt. Ergebnis: Je höher der Jagddruck, desto mehr Wildschweine. Zu diesem Ergebnis kommt übrigens auch die einzige universitäre Langzeitstudie, die es zu diesem Thema gibt.
Heute ist eine Großjagd in meiner unmittelbaren Umgebung. Die Sonne scheint, ich wollte nach draußen in den Garten gehen und es knallt überall. Machtlos fühle ich mich, wenn gefühlskalte Männer paramilitärisch verkleidet und schwer bewaffnet durch die Natur ziehen, um Wildtiere zu töten. In den seltensten Fällen ist bei diesen Bewegungsjagden ein Tier auf der Stelle tot. Es gibt einen Film, im dem festgehalten wurde, dass auf ein Wildschwein über zehn Schüsse abgegeben wurden, bis es endlich tot war. Ich habe im Zuge von Bewegungsjagden selbst beobachten können, wie Hundemeuten Rehe und Wildschweine zerrissen haben, ohne dass ein Jäger in der Nähe war. Oft sterben die Tiere erst Tage oder Wochen nach der Jagd, indem sie zum Beispiel verdursten oder verhungern, weil man ihnen den Kiefer weggeschossen hat.
Aber nicht nur den Wildschweinen, sondern auch den Rehen geht es gerade mächtig an den Kragen. Sie stehen angeblich einer nachhaltigen Forstwirtschaft im Weg. Das sagen sogar die „Grünen“ und der Bund Naturschutz, der von Jägern und Förstern durchsetzt ist. Dabei haben wir gar keine nachhaltige, sondern eine rein profitorientierte Forstwirtschaft, bei der der Verbrauch von Wald ständig wachsen muss, um am weltweiten Markt bestehen zu können. Außerdem sind es doch gerade die Jäger, die die Rehe durch den hohen Jagdruck in die Schonungen im Wald treiben, wo ihre einzige Nahrung Baumtriebe und Jungpflanzen sind. Dabei würden die Rehe viel lieber am helllichten Tag auf der Wiese stehen und Kräuter essen - der natürliche Lebensraum der Rehe ist nämlich nicht der Wald, sondern die Wiesen und der Waldrand.
Die als Bewegungsjagden auf Wildschweine titulierten Großjagden bieten sich daher auch wunderbar an, die Rehe massenweise abzuknallen. Es werden derweil so viele Rehe und Hirsche in Deutschland abgeknallt, dass sogar Jäger auf die Barrikaden gehen. Leider sind die meisten Jäger von ihrer Mentalität her zu feige und zu unterwürfig ausgerichtet, um sich in politische Angelegenheiten einzumischen. Aber ich kenne eine Handvoll Jäger, die auf politischem Weg für die Zukunft der Rehe, Hirsche und Gemse kämpft. Der Gegner bei diesem Kampf ist eine milliardenschwere Holzlobby, die von der Politik unterstützt wird.
Leider eignen sich die derweil stattfindenden Bewegungsjagden auf Wildschweine aus Sicht der Jäger auch ungemein gut, um dabei ganz nebenbei auch noch Tausende von Füchsen, Dachsen und Hasen abzuknallen, die durch die vielen Hundemeuten und Treiber aufgestöbert werden und – wie alle anderen Tiere - überhaupt nicht mehr zur Ruhe kommen, weil sich die Jagd auf mehrere angrenzende Reviere erstreckt. Wo bleibt da die Chance für das wild lebende Tier?
Die Jagd ist für mich wie ein furchtbarer Alptraum und aus meiner Sicht ist sie eine Schande für unsere Gesellschaft. Sie ist vor allem eine Schande für die Politik, die es unterlässt, die Gesetze entsprechend zu reformieren. Die Jagd ist aber auch eine Schande für die Jäger selbst, die in der Gesellschaft nach Anerkennung suchen, aber stattdessen für ihr blutrünstiges und brutales Hobby Ablehnung erfahren. Die Jagd ist auch eine Schande für unser Grundgesetz, das den Tierschutz in Art. 20a GG zum Staatsziel erklärt hat. Wie scheinheilig das ist!
Bleibt zu wünschen, dass wir wenigstens das Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gewinnen, damit die Grundstückseigentümer selbst entscheiden können, ob auf ihren Grund und Boden gejagt wird.
Ich wünsche mir, dass die Menschen wieder mehr Respekt und Gefühl für unsere Tiere entwickeln. Viele Menschen sehen nur die Probleme, die sie selbst oder die Menschheit betreffen. Wir sollten aber nicht die Tiere in den Versuchslaboren, Pelztierfarmen, in der Massentierhaltung oder in unserer Natur vergessen. Auch diese Lebewesen haben es verdient, in Würde zu leben. Erst wenn wir Menschen in der Mehrheit begreifen und anerkennen, dass wir mit den Tieren in Würde zu leben haben, werden wir Menschen eine neue Gesellschaft und eine neue Welt formen können. Solange wir jedoch daran festhalten, die Tiere auszubeuten, zu töten und sogar aufzuessen, wird es keinen Frieden und keine Harmonie auf diesem geschundenen Planeten geben.
Homepage von Rechtsanwalt Dominik Storr
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Die Jäger rücken in Stoßtruppen aus! |
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Treibjagd - Bilder von den Opfern
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Schockierender Film: |
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Ein Jäger hat ein Wildschwein angeschossen - der Film dokumentiert den grausamen, qualvoll langsamen Tod des Tieres. Mindestens sieben Mal schoss der über 80jährige Waidmann in den Körper des Wildschweines - nach einer Stunde war es immer noch nicht tot... ansehen
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Dürfen Jäger auf Privatgrundstücken jagen? |
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Rechtsanwalt Günter Herrmann aus Stutensee in Baden-Württemberg ist Eigentümer zweier Waldgrundstücke in Rheinland-Pfalz. Dadurch ist er automatisch Mitglied in einer Jagdgenossenschaft - gegen seinen Willen und ohne Möglichkeit, aus der Jagdgenossenschaft auszutreten. Hiergegen hat er vor den deutschen Verwaltungsgerichten und vor dem Bundesverfassungsgericht erfolglos geklagt, so dass er im Jahr 2007 den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anrief. Denn der Tier- und Naturfreund kann es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, dass Jäger sein Grundstück gegen seinen Willen betreten, um dort Tiere zu töten.
Die Kleine Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte hatte am 20.01.2011 völlig überraschend geurteilt, dass die Menschenrechte deutscher Grundstückseigentümer weniger wert sind als die Rechte von Grundstückseigentümern in Luxemburg und Frankreich, und wies die Beschwerde aus Deutschland ab.
Widersprüchliche Rechtsprechung zu Frankreich und Luxemburg
Die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte stellte nämlich im Jahr 1999 im Falle französischer Kläger mit 16:1 Richterstimmen fest, dass es gegen die Menschenrechte verstößt, wenn Grundstückseigentümer dazu verpflichtet werden, einer Jagdgenossenschaft zwangsweise beizutreten und die Jagd auf ihren Grundstücken zu dulden, obwohl die Jagd ihrer eigenen Überzeugung widerspricht. In unserem Nachbarland Frankreich ist es daher möglich, dass Grundstückseigentümer an der Grundstücksgrenze Schilder aufstellen: »Privateigentum – Jagen verboten«.
Im Jahr 2007 entschied die Kleine Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im Falle einer luxemburgischen Klägerin einstimmig mit 7:0 Richterstimmen erneut, dass es Eigentümern kleinerer Grundstücke in einer demokratischen Gesellschaft nicht zugemutet werden kann, die Hobbyjagd auf ihren Grundstücken gegen ihren Willen auszuüben.
Menschenrechte müssen auch in Deutschland Beachtung finden!
Das gleiche sollte aus Gründen der Gleichbehandlung auch für deutsche Grundstücksbesitzer gelten. Der Beschwerdeführer beantragte daher, dass sich die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (bestehend aus 17 Richter/innen) mit seinem Fall beschäftigt. Dieser Antrag wurde angenommen und am 30.11.2011 verhandelt.
Grundstückseigentümer, Tierschutzorganisationen, Naturliebhaber und Tierfreunde hoffen, dass der Gerichtshof die Menschenrechtskonvention in Deutschland genauso auslegt, wie er es zuvor in Luxemburg und Frankreich getan hatte. Etliche Juristen haben bestätigt, dass es keine seriösen Gründe gibt, warum ausgerechnet in Deutschland von der gefestigten Rechtsprechung des Gerichtshofs abgewichen werden soll.
Wissenschaftler bestätigen die Praktikabilität der Gewissensentscheidung
Immer mehr renommierte Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Jagd nicht erforderlich ist – sondern sogar das Gleichgewicht in der Natur zerstört. Der anerkannte Ökologie- und Evolutionsbiologe Prof. Dr. Josef Reichholf von der Zoologischen Staatssammlung München, der auch an beiden Münchner Universitäten lehrte, kam bei seinen langjährigen Forschungen zu dem Ergebnis, dass die Jagd völlig kontraproduktiv sei und letztendlich die Populationsrate der Wildtiere nur erhöhe. In einer bekannten deutschen Tageszeitung äußerte sich Prof. Reichholf wie folgt: »Die richtige Wilddichte könnte sich ganz von selbst einstellen, wenn die Tiere, wie z.B. das Reh, nicht durch Bejagung und Wildfütterung in den Wald hineingedrängt würden.« (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)
Auch Langzeitstudie bestätigt Gewissensentscheidung: Jagdruhe führt zu Gleichgewicht in der Natur und verringert hohe Wildtierpopulation
Nach einer im renommierten „Journal of Animal Ecology“ veröffentlichten Langzeitstudie, die auf zahlreiche weitere universitäre Arbeiten und Untersuchungen Bezug nimmt, ist es wissenschaftlich erwiesen, dass der hohe Jagddruck hauptverantwortlich ist für die hohe Wildschweinpopulation. Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, um so stärker vermehren sie sich (Journal of Animal Ecology 2009, 78, 1278-1290). Die französische Langzeitstudie kommt zu dem Ergebnis, dass eine starke Bejagung zu einer deutlich höheren Fortpflanzung führt und die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen stimuliert. Die Wissenschaftler um Sabrina Servanty verglichen in einem Zeitraum von 22 Jahren die Vermehrung von Wildschweinen in einem Waldgebiet im französischen Departement Haute Marne, in dem sehr intensiv gejagt wird, mit einem wenig bejagten Gebiet in den Pyrenäen. Wenn hoher Jagddruck herrscht, ist die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen wesentlich höher als in Gebieten, in denen kaum gejagt wird. Weiterhin tritt bei intensiver Bejagung die Geschlechtsreife deutlich früher – vor Ende des ersten Lebensjahres – ein, so dass bereits Frischlingsbachen trächtig werden. In Gebieten, in denen nicht gejagt wird oder nur wenig Jäger unterwegs sind, ist die Vermehrung der Wildschweine deutlich geringer, die Geschlechtsreife bei den Bachen tritt später und erst bei einem höheren Durchschnittsgewicht ein (Journal of Animal Ecology, a.a.O.).
Die Jagd ist somit für einen gesunden Naturhaushalt keinesfalls erforderlich. Im Gegenteil: Nach den derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen schädigt die Jagd die Natur.
Gewissensentscheidung verdient in einer demokratischen Gesellschaft Respekt
»Es muss daher in einer demokratischen Gesellschaft Verständnis dafür aufgebracht werden, wenn Grundstückseigentümer es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können, dass auf ihrem eigenen Grund und Boden die Jagd ausgeübt wird«, sagt Dominik Storr, einer der beiden Rechtsanwälte, die den Beschwerdeführer vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vertreten. »Wir wünschen uns, dass die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrecht ihre bisherige Rechtsprechung fortsetzt und der Beschwerde aus Deutschland stattgibt.« mehr: www.zwangsbejagung-ade.de
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Die Jagd auf dem Prüfstand des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte
von Dr. Christian Sailer
Es ist ein imposantes Bild, wenn die Große Kammer des Gerichtshofs zur mündlichen Verhandlung in den Gerichtssaal einzieht - eine Armada von 17 Richtern, 3 Ersatzrichtern und dem stellvertretenden Kanzler. Am 30.11.2011 ging es in einer eineinhalbstündigen Verhandlung um die Grundsatzfrage, ob sich ein deutscher Grundstückseigentümer dagegen wehren kann, dass er von Gesetzes wegen Zwangsmitglied einer Jagdgenossenschaft wird und dadurch die Jagd auch gegen seinen Willen auf seinem Grundstück dulden muss. Die deutschen Gerichte hatten dies bejaht, die Kleine Kammer des Gerichtshofs war ihnen gefolgt: Der Eigentumsschutz der Europäischen Menschenrechtskonvention (Art.1 d.1.Zusatzprot.) hindere den Gesetzgeber nicht, Eigentum zu beschränken. Und auch die Gewissensfreiheit eines Jagdgegners dürfe eingeschränkt werden, da anders das jagdrechtliche Reviersystem nicht aufrechterhalten werden könne. weiterlesen (pdf-download) [95 KB]
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Lesen Sie: Antrag auf Vorlage des Rechtsstreites gegen die Bundesrepublik Deutschland an die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs
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Privatgrundstück - Jagd verboten! Schild auf einem Grundstück in Frankreich |
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Über 40 Tote durch Jäger und Jägerwaffen |
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40-jähriger von Jäger erschossen Über 40 Tote durch Jäger und Jägerwaffen in den letzten 12 Monaten
Am Samstagvormittag, den 26.11.2011, wurde ein 40-jähriger Mann, der mit seinem Hund unterwegs war, von einem Jäger erschossen. Laut nachrichten.t-online.de passierte das Unglück auf einer Treibjagd: Als der Jäger auf ein angeschossenes Wildschwein zielte, geriet der 40-Jährige in die Schusslinie. Dieses tragische Jagdunglück ist leider kein Einzelfall:
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Die Initiative zur Abschaffung der Jagd hat in den letzten 12 Monaten über 40 Tote durch Jäger und Jägerwaffen allein in Deutschland dokumentiert – aufgrund vorliegender Presseberichte und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Offizielle Statistiken gibt es dazu nicht – Jäger zählen nur die Zahl der Wildtiere, die sie erschießen. Und: Wer weiß schon, dass hunderte Menschen in den letzten zehn Jahren in durch Jäger und Jägerwaffen starben? Bei diesen erschreckenden Zahlen stellt sich die Frage: Wie viele Menschen müssen noch von Jägern erschossen werden, bis die Politik handelt?
Die Jagdsaison mit großen Treib- und Drückjagden ist in vollem Gang – und immer wieder trifft es dabei auch Menschen. Vor wenigen Tage wurden Wanderer bei einer Treibjagd durch Schrotkugeln verletzt. Und Anfang November geriet ein Ehepaar, das am Samstagnachmittag mit Kinderwagen und Hund spazieren ging, in eine Gesellschaftsjagd: Der 29-jährige Mann und seine 27-jährige Frau wurden von Schrotkugeln getroffen.
Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand
Doch was bedeutet die Jagdsaison eigentlich für die Wildtiere? In Deutschland werden jedes Jahr 5 Millionen Wildtiere mit Kugel oder Blei erschossen, erschlagen oder in Fallen getötet. 5 Millionen Tiere jedes Jahr – das sind 13.700 jeden Tag, 570 pro Stunde, fast 10 Tiere pro Minute. Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand.
In vielen Fällen ist es ein äußerst qualvoller Tod: Viele Jäger geben zu, dass etwa die Hälfte der Tiere nicht sofort tot ist. Angeschossen fliehen Rehe und Wildschweine unter großen Schmerzen, mit heraushängenden Eingeweiden oder zertrümmerten Knochen - bis der Jagdhund Stunden oder Tage später bei der »Nachsuche« die Blutspur findet... Füchse werden im Bau ausgeräuchert oder vom Jagdhund aus dem Bau vor die Flinte des Jägers getrieben, Jungfüchse werden mit dem Knüppel erschlagen. In Fallen leiden viele Tiere stunden- und tagelang grausame Qualen. Und warum das alles? Weil eine Minderheit von 0,4 Prozent der Bevölkerung Hobbyjäger ist.
Jagd stört das natürliche Gleichgewicht
Jagd bedeutet eine Störung des natürlichen Gleichgewichts der Öko-Systeme. Sie kann zur Ausdünnung oder Ausrottung von Tierarten führen. Wissenschaftliche Studien belegen die Selbstregulierungsfähigkeit der Natur. Auch die Erfahrungen in großen europäischen Nationalparks zeigen: Es geht Natur und Tieren ohne Jagd viel besser!
Die Auffassung, dass sich die richtige Wilddichte ganz von selbst einstellt, vertritt beispielsweise der renommierte Biologe Prof. Dr. Josef Reichholf von der Zoologischen Staatssammlung München, der an beiden Münchner Universitäten lehrte: »Die richtige Wilddichte könnte sich ganz von selbst einstellen, wenn die Tiere, wie z.B. das Reh, nicht durch Bejagung und Wildfütterung in den Wald hineingedrängt würden.« (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009) Auch Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, ist überzeugt: »Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.«(ebda.)
Lesen Sie mehr über die ökologischen Fakten
Jäger sind Naturnutzer, aber keine Naturschützer. Sie hegen allenfalls die Tierarten, die für sie als Beute von Interesse sind. Im Übrigen widerlegen die Hobbyjäger inzwischen diese Behauptung selbst: In Jagdzeitschriften und auf Jägertagungen wird die »Freude am Beutemachen« und ihre »Lust am Töten« offen zugegeben.
Lesen Sie Zitate über die »Lust am Töten«Von der »Lust am Töten« und dem »Kick« beim Schuss
Ein Jäger widmete sich der »Lust am Töten« sogar in seiner Dissertation und beschrieb den »Kick«, den der Jäger beim Töten eines Tieres erlebt: »Weltweit wird die Wildjagd unserer Zeit selten noch aus rein praktischen Motiven (z. B. Nahrungsjagd), sondern um eines starken emotionalen Erfolges Willen (der Kick beim Töten des Tieres, Freude, Glück, Zerstreuung, Entspannung, Abenteuer) oft mit großer Leidenschaft und Hingabe betrieben. ... Für die modernen Jäger unserer Zeit bedeutet das Töten des Wildes notwendige Bedingung zum Erreichen des oft leidenschaftlich intendierten emotionalen Ereignisses (der Kick).« (Günter R. Kühnle: Die Jagd als Mechanismus der biotischen und kulturellen Evolution des Menschen. 2003)
Rechtfertigt die »Lust« einiger weniger das Töten von jährlich über 5 Millionen Wildtieren sowie über 300.000 Haustieren - allein in Deutschland?
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Kormoranjagd kontraproduktiv |
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„Die Kormoranjagd sollte den Fischräuber stoppen - Doch die Vögel reagieren mit mehr Nachwuchs auf die Abschüsse“, schreibt die Rheinpfalz in ihrer online-Ausgabe vom 7.11.2011. Eine Analyse des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums kommt demnach zu dem Ergebnis: Die Jagd auf den eigentlich geschützten Kormoran hat bisher nichts gebracht. Im Gegenteil: Die Kormorane haben sich deutlich vermehrt, und an den Brutplätzen werden jetzt statt zwei drei Jungvögel pro Nest aufgezogen.
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Die Zeitung zitiert Ministerin Ulrike Höfken (Grüne): "Der Abschuss der Kormorane erweist sich als offensichtlich eher kontraproduktiv." Die damalige SPD-Landesregierung hatte 2009 mit einer Verordnung die Kormoranjagd jeweils vom 15. August bis zum 15. Februar ermöglicht - auf Betreiben der Angler und Sportfischer, die dem geschützten Vogel die Fische nicht gönnen wollten.
Doch die Jagd bewirkte genau das Gegenteil: Staat dass er weniger Kormorane gibt, haben sich die Vögel vermehrt. Laut Rheinpfalz erklärt die Vogelschutzwarte dasso: „Weil die Abschüsse in der Herbst-/Wintersaison erfolgten, seien vielfach "Durchzieher" betroffen. Die überlebenden Tiere würden die Standorte der geschossenen Tiere einnehmen und sich aufgrund eines besseren Futterangebots stärker vermehren.“
Dass sich Wildtiere durch die Jagd vermehren, weisen auch Studien an Wildschweinen und Rabenkrähen nach.
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Warnung des BfR: Wildfleisch mit Blei belastet |
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Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat aufgrund von neuen Daten das zusätzliche Gesundheitsrisiko durch den Verzehr von mit Bleimunition geschossenem Wild neu bewertet: Mit bleihaltiger Munition erlegtes Wild ist ein zusätzliches Gesundheitsrisiko, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Blei ist ein giftigtes Schwermetall und reichert sich im Organismus an. Das Institut empfiehlt Kindern, Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch auf den Verzehr des Fleisches von Wildschwein, Reh oder Hirsch zu verzichten. Sie gehören neben Innereien zu den am höchsten mit Blei belasteten Lebensmitteln.
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Das österreichische Magazin des Verein für Konsumenteninformation (VKI) rät, auch keine Hasen und Wildgefügel zu verzehren, weil diese meist mit Bleischrot erlegt werden.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt, dass erhöhte Bleikonzentrationen im menschlichen Körper die Blutbildung, innere Organe sowie das zentrale Nervensystem schädigen können. Blei lagere sich außerdem langfristig in den Knochen ab. „Bei einer chronischen Bleiexposition reagieren bei Erwachsenen die Nieren am empfindlichsten, bei Kindern bis sieben Jahren das Nervensystem. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders gefährdet“, so das Institut. Die bei der Jagd zumeist verwendeten Bleischrote und bleihaltigen Jagdgeschosse würden im Wildfleisch Bleifragmente hinterlassen: „Die Geschosse verformen oder zerlegen sich beim Aufprall, Bleipartikel und feinste Bleisplitter lösen sich und dringen tief in das Fleisch ein. Sie sind dort kaum zu erkennen.“
„Ein erhöhtes Risiko besteht bei Verbrauchergruppen, die wöchentlich Wild verzehren, insbesondere in Jägerhaushalten“, so BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Lesen Sie die Meldung des BfR
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Schluss mit der Hobbyjagd! |
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Schon wieder Tote durch Jagdunfälle und Familientragödien mit Jägerwaffen
Am 2. November 2011 erschoss ein 77-jähriger Jäger vor einer Jagdhütte im Teutoburger Wald seine Ehefrau, zwei Jagdhunde und sich selbst. (Rheinische Post online, 2.11.2011) - Diese Tragödie ist kein Einzelfall: Wer weiß schon, dass Hunderte Menschen in den letzten zehn Jahren in Deutschland durch Jäger und Jägerwaffen starben?
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Offizielle Statistiken gibt es darüber nicht - Jäger zählen nur die Anzahl der Tiere, die sie erschießen. Seit zehn Jahren dokumentiert die Initiative zur Abschaffung der Jagd Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen: Jährlich sind es allein in Deutschland bis zu 40 Tote durch Jäger - Menschen, die ohne die Jagd heute noch leben könnten.
In den letzten Monaten häufen sich Meldungen von Familientragödien mit tödlichem Ausgang. Häufig sind es Jäger, die ihre Ehefrau, die Ex-Geliebte oder einen Nebenbuhler erschießen:
Ein Jäger geht morgens kurz vor 7 Uhr mit seinem Gewehr zur Polizei, legt die Jagdbüchse auf den Tresen und teilt den Polizeibeamten mit: »Ich habe gerade meine Frau erschossen.« »Für die 49-jährige Ehefrau kam jede Hilfe zu spät«, melden die Staatsanwaltschaft und die Polizei Münster in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft am 11.10.2011.
Ein 40-jähriger Mann steht wegen Mordes an seiner Mutter vor dem Landgericht Osnabrück. »Er gab zu, seine Mutter mit dem Jagdgewehr des verstorbenen Vaters erschossen zu haben«, meldet der NDR am 2.11.2011.
Die Thüringer Allgemeine berichtet am 8.10.2011 von dem Prozess um die »Bluttat von Wiehe«: Im April hatte ein 63-jähriger Jäger nach einem Streit seine 61-jährige Ex-Frau mit einem Revolver zunächst in die Schulter und dann aus kurzer Distanz in den Kopf geschossen. »Ich denke, dass ich wie ein Jäger gehandelt habe«, sagte der Angeklagte vor Gericht aus.
»Lebensgefährtin mit Jagdgewehr erschossen«, titelte BILD am 1.8.2011. Laut Polizei habe ein Jäger am 29.7.2011 in Lauffen (Kreis Heilbronn) seine 46-jährige Frau mit seinem Jagdgewehr in die Brust geschossen - wohl, weil sie sich von ihm trennen wollte. Studie: Jährlich 100 Tote bei Familiendramen - Schusswaffe im Haus erhöht Risiko
Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts, die sich über einen Zeitraum von 10 Jahren erstreckt, kommt es zu 100 Toten jährlich bei Familiendramen in Deutschland - meist mit legalen Waffen. Wer weiß, wie viele Jäger dabei sind?
Der Kriminologe Dietrich Oberwittler vom Freiburger Max-Planck-Institut, der ein Projekt zum Thema Familiendramen leitet, wies in der Sendung TV Südbaden aktuell vom 8.7.2011 darauf hin: »Allein die Tatsache, dass man eine Schusswaffe besitzt, kann dazu führen, dass es dann im Konfliktfall eher mal zu so einer Gewalttat kommt, die vielleicht nicht passiert wäre, wenn es eben keine Waffe gegeben hätte.«
Tote und Verletzte bei Jagdunfällen Doch der Einsatz von Jagdwaffen bei Familientragödien ist nicht das einzige Problem: Immer wieder schrecken Meldungen über Jagdunfälle die Öffentlichkeit auf und machen deutlich, dass die Jagd nicht nur für Wildtiere gefährlich ist, sondern auch für Menschen. Universitätsstudien und Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften zufolge liegt die Zahl der jährlichen Jagdunfälle bei ca. 1600 - wobei diese Zahl sicherlich nur die Spitze des Eisberges ist.
So berichtet die Aachener Zeitung am 2.11.2011 von einem jungen Ehepaar, das am Samstagnachmittag mit seinem Kind im Kinderwagen und Hund spazieren ging. Als sie eine Jagdgesellschaft im Feld bemerkten, war es schon zu spät: Der 29-jährige Mann und seine 27-jährige Frau wurden von Schrotkugeln getroffen.
Der Radiosender oe.24 meldete am 30.10.2011, dass ein Eurocity-Zug in Bayern offenbar durch einen Jagdunfall beschossen wurde: Sechs Fensterscheiben seien zerborsten, insgesamt wurden acht Einschlagstellen gezählt.
Schusswaffen gehören nicht in die Hände von Freizeitjägern, die diese völlig unkontrolliert benutzen können. Es wird Zeit, dass die Hobbyjagd in Deutschland verboten wird!
Die Natur braucht keine Jäger
Die Jagd ist heute ein Hobby, ein Freizeitvergnügen – und in ihren Jagdzeitschriften geben die Jäger ihre „Lust am Töten“ und „Freude am Beutemachen“ inzwischen offen zu. Die Natur braucht keine Jäger. Im Gegenteil: Jagd schädigt das Gleichgewicht in der Natur! So weisen immer mehr Wissenschaftler darauf hin, dass die Jagd auf Wildschweine absolut contraproduktiv ist: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, umso stärker vermehren sie sich. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine französische Langzeitstudie: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. (vgl. Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009)
Feldstudien von Ökologen ergaben, dass die Tiere über einen inneren Mechanismus zur Regulierung des Populationswachstums verfügen: Die Regulation der Wildtierbestände erfolgt nicht durch die Jagd. Droht Überbevölkerung, wird die Geburtenrate gesenkt.
Die Auffassung, dass sich die richtige Wilddichte ganz von selbst einstellt, vertritt beispielsweise Prof. Dr. Josef Reichholf: „Die richtige Wilddichte könnte sich ganz von selbst einstellen, wenn die Tiere, wie z.B. das Reh, nicht durch Bejagung und Wildfütterung in den Wald hineingedrängt würden.“ (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)
Auch dort, wo in Europa die Jagd verboten wurde, wie z.B. in den ausgedehnten italienischen Nationalparks, im Schweizer Nationalpark oder auf der griechischen Insel Tilos, werden keine übermäßigen Wildtierbestände festgestellt. Im Gegenteil: Ohne Jagd stellt sich das natürliche Gleichgewicht wieder ein.
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Jagd: Gefahr für Tiere, Spaziergänger, Autofahrer |
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Seit die Jagdsaison im Herbst begonnen hat, sind die Zeitungen wieder voll mit Meldungen über Wildunfälle. Doch im Grunde sind es nicht die Tiere, welche den Straßenverkehr gefährden, sondern die Jäger: Denn Wildschweine und Rehe befinden sich auf der Flucht vor den tödlichen Kugeln. Insbesondere die jetzt überall statt findenden Treib- und Drückjagden sind eine Gefahr für Autofahrer. Doch auch für Wanderer und Erholungssuchende kann es in Wald und Flur lebensgefährlich werden.
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Tiere flüchten in Panik
Mit dem Hubertustag am 3. November beginnt traditionell die Hauptjagdsaison, die mit großen Treibjagden verbunden ist – und damit unendlichem Leid für die wildlebenden Tiere. Bei den großen Treib- und Drückjagden in Herbst und Winter werden die Tiere von den Jägern massenhaft abgeknallt. Jungtiere verlieren ihre Eltern, Sozialstrukturen werden auseinandergesprengt. Viele Tiere werden „nur“ angeschossen, flüchten mit heraushängenden Eingeweiden oder zerschossenen Gliedmaßen, leiden oft tagelange Qualen, bis sie irgendwo verenden oder bei der Nachsuche schließlich durch den „Fangschuss“ erlegt werden. Da verwundert es nicht, dass Tierschützer vor allem die großen Gesellschaftsjagden als grausame Tierquälerei kritisieren.
Gefahr für Autofahrer
Bei der Jagd und besonders bei den großen Treib- und Drückjagden mit 50 oder gar mehr als 100 Jägern und Treibern werden die Wildtiere aufgescheucht – und rennen um ihr Leben. Dabei flüchten sie in Panik auch über Straßen und Autobahnen – und der Autofahrer kann nicht mehr rechtzeitig bremsen. Wer haftet nun für den Schaden? Wer ist für den Verkehrsunfall verantwortlich? Ist der Autofahrer selbst schuld, weil er nicht mit der Treibjagd gerechnet haben? Und: Ist eigentlich in der Öffentlichkeit bekannt, dass viele so genannte „Wildunfälle“ durch Jäger verursacht wurden?
Gefahr für Wanderer und Erholungssuchende
Immer wieder schrecken Meldungen über so genannte Jagdunfälle die Öffentlichkeit auf und machen deutlich, dass die Jagd nicht nur für Wildtiere gefährlich ist, sondern auch für Menschen. Da gibt es die klassischen Jagdunfälle, wo Jäger und Treiber von Kugeln getroffen werden: So starb am 14.10.2011 ein Jäger, weil er am Nachmittag im Wald stürzte, wodurch ein Schuss ausgelöst wurde, der ihn tödlich traf.
Doch immer wieder trifft auch Unbeteiligte: Spaziergänger, Mountainbiker, Landwirte - einmal ganz abgesehen von Haustieren wie Hunden oder Pferden auf der Weide, die immer wieder mit Wildschweinen „verwechselt“ werden. Zu einem beinahe tödlichen Jagdunfall kam es Ende Oktober in Nordsachsen, als ein 75-jähriger Jäger etwas Rascheln hörte und schoss - getroffen hat er einen Landarbeiter auf Mais-Häcksler. Nur zwei Wochen zuvor war bei einer Felderjagd ein Erntefahrer getroffen worden – die Kugel zertrümmerte sein Knie. Und die Schwäbische Post berichtete am 16.9.2011: "Weil er auf Spaziergänger geschossen hat, die in seinem Jagdgebiet unterwegs waren, ist ein Jagdpächter aus Gerstettens vom Landgericht Ellwangen der Nötigung für schuldig befunden worden." Die Geldstrafe betrage 6000 Euro.
Die Initiative zur Abschaffung der Jagd dokumentiert die erschreckende Zahl von Opfern durch Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen seit Jahren im Internet. Universitätsstudien und Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften zufolge liegt die Zahl der jährlichen Jagdunfälle bei ca. 1600 (Quelle: Erste Hilfe-Portal www.rette-dich-selbst.de) - wobei diese Zahl sicherlich nur die Spitze des Eisberges ist. Hinzu kommt eine nicht unerhebliche Anzahl von nicht gemeldeten Unfällen und Verletzungen, ganz zu schweigen von unzähligen »Beinahe-Unfällen«: »Jäger erschießt versehentlich beinah Frau«, titelte die Berliner Morgenpost am 4.10.2011. Demnach durchschlug eine Kugel mit Wucht ein Fenster und blieb direkt neben einer Frau in der Wand stecken. Ein Jäger hatte sein Ziel – einen Rehbock – verfehlt.
"Wie lange will sich die nichtjagdende Öffentlichkeit das noch gefallen lassen?"
„Jagd gefährdet und terrorisiert Wildtiere, Haustiere und Menschen. Jagd gefährdet die Umwelt: bedrohte Arten werden getötet und giftige Schwermetalle in die Natur geballert“, so Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. „Wie lange will sich das die nichtjagdende Öffentlichkeit noch gefallen lassen?“
Sehen Sie einen Film vom grausamen Tod eines Wildschweins
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Hubertus entsagte der Jagd |
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Schluss mit Hubertusmessen! - Wann folgen Jäger Hubertus nach?
Am 3. November ist Hubertustag. Überall im Land finden große Jagden und so genannte „Hubertusmessen“ statt. Nach der Hubertusjagd wird „Strecke“ gelegt – die erschossenen Rehe, Wildschweine, Füchse und Hasen werden in Reih und Glied gelegt und Jagdhörner erschallen. Dann geht es zur Hubertusmesse in die Kirche, wo die Jäger den Segen für ihr blutiges Hobby empfangen. Auf dem Altar liegt dann ein totgeschossener Hirsch mit prachtvollem Geweih oder die Kirche ist mit ausgestopften Tieren dekoriert. Doch der heilige Hubertus, auf den sich die Jäger dabei berufen, würde sich bei so einem Treiben im Grabe umdrehen: Denn Hubertus, einst leidenschaftlicher Jäger, entsagte der Jagd, nachdem ihm ein Hirsch mit einem strahlenden Kreuz im Geweih begegnete. Darum sollten sich alle Jäger sich den heiligen Hubertus zum Vorbild nehmen und aufhören zu jagen.
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Hubertustag: Auftakt für große Treibjagen
Mit dem Hubertustag am 3. November beginnt traditionell die Hauptjagdsaison, die mit großen Treibjagden verbunden ist – und damit unendlichem Leid für die wildlebenden Tiere. Aufgescheucht durch 50 oder gar mehr als 100 Jäger und Treiber, gehetzt von einer Meute von Jagdhunden, rennen die Wildtiere bei Treib- und Drückjagden um ihr Leben. Dabei flüchten sie auch über Straßen und Autobahnen, wo sich dann die so genannten Wildunfälle ereignen. Jungtiere verlieren ihre Eltern, Sozialstrukturen werden auseinandergesprengt. Viele Tiere werden angeschossen, flüchten mit heraushängenden Eingeweiden oder zerschossenen Gliedmaßen, leiden oft tagelange Qualen, bis sie irgendwo verenden oder bei der Nachsuche schließlich durch den „Fangschuss“ erlegt werden. Sehen Sie Bilder von Treibjagden Sehen Sie einen Film vom qualvollen Tod eines Widlschweins
Hubertus sah das strahlende Kreuz in Geweih des Hirsches und hörte auf zu jagen
Der Legende nach war Hubertus ein leidenschaftlicher Jäger. Als er eines Tages bei der Jagd einen Hirsch schießen wollte, stellte sich dieser ihm plötzlich entgegen. Zwischen seinem Geweih erstrahlte ein Kreuz, und in der Gestalt des Hirsches sprach Christus zu ihm: „Hubertus, warum jagst du mich?“ Hubertus stieg vom Pferd und kniete vor dem Hirsch nieder. Von diesem Moment an entsagte Hubertus der Jagd. Nach seinem Erlebnis mit dem Hirsch hörte Hubertus mit der Jagd auf und wurde ein ernsthafter Christ. Denn wahres Christentum und Jagd passen einfach nicht zusammen.„Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“, sagte Jesus von Nazareth, und dies erkannte auch Hubertus in dem strahlenden Kreuz im Geweih des Hirsches. Die ersten Christen hielten das Jagen für unvereinbar mit dem christlichen Glauben. Die bekannte Kirchenordnung des Hippolyt hat dies noch übernommen. Jägern wurde die Taufe verweigert und sie wurden aus der christlichen Gemeinschaft ausgeschlossen. Trotzdem veranstalten die Kirchen alljährlich die so genannten Hubertusmessen. Anstatt den heiligen Hubertus zum Schutzpatron der Tiere zu machen, ernannte die Kirche ihn zum Patron der Jäger. Dabei ist der Sinn der Hubertuslegende doch, dass der Mensch in Einklang und Frieden mit der Natur und den Tieren leben soll.
Wann folgen Jäger und Pfarrer Hubertus nach?
Kirche und Jagd - das war schon immer eine unheilige Allianz. Bis heute segnen katholische und evangelische Pfarrer und Priester die Waidmänner, ihre Waffen und die „Strecke“ der getöteten Tiere. Wann folgen Jäger und Pfarrer Hubertus nach? Prof. Dr. theol. Dr. h.c. Erich Grässer, em. Ordinarius für Neues Testament an der Universiät Bonn brachte es auf den Punkt: „Wenn einst die Geschichte unserer Kirche geschrieben wird, dann wird das Thema "Kirche und Tierschutz" im 20. Jahrhundert dann ein ebenso schwarzes Kapitel darstellen wie das Thema "Kirche und Hexenverbrennung" im Mittelalter.“
Die Natur braucht keine Jäger
Die Jagd ist heute ein Hobby, ein Freizeitvergnügen – und in ihren Jagdzeitschriften geben die Jäger ihre „Lust am Töten“ und „Freude am Beutemachen“ inzwischen offen zu. Dieses Hobby-Töten kann die überwiegende Mehrheit der Menschen heute nicht mehr gutheißen. Repräsentative Umfragen der letzten Jahre zeigen übereinstimmend: 70-80% der Deutschen stehen der Jagd kritisch gegenüber oder fordern sogar die Abschaffung der Jagd.(Quellen: GEWIS-Institut 1996; GEWIS-Institut 2002; EMNID-Institut 2003, EMNID-Institut 2004) »Letztlich dient die Jagd nur dem Spaß und der Befriedigung der Mordlust der Jäger«, sagt Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock. »Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.« (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)
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"Vogel der Jahres" unter Beschuss |
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Die Dohle, unsere kleinste Rabenkrähe, ist Deutschlands Vogel des Jahres 2012. Für viele Jäger kein Grund, ihre Jagd auf Rabenkrähen zu stoppen. Besonders Jungjäger üben sich in ihrer Freizeit mit Pumpguns und habautomatischen Gewehren im sogenannten „Crowbusting“. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat sich nun gemeinsam mit weiteren Organisationen der Kampagne „Der Jagd ein Gesicht geben“ angeschlossen. Gemeinsam sprechen sich die Tierschützer vehement gegen den Abschuss von Rabenkrähen aus. Denn die Tiere sind gemäß EU-Vogelschutzrichtlinie geschützt.
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Die meisten Bundesländer setzen sich allerdings durch Ausnahmeregelungen und Verordnungen auf Druck der Jagdlobby darüber hinweg und erlassen Jagdzeiten, die teilweise sogar in die Brutzeiten hineinreichen. „Rabenvögel sind fühlende, höchst intelligente und soziale Wesen“, sagt Kampagnenleiterin Dr. Martina Stephany von VIER PFOTEN. „Die Tiere nur zum Spaß abzuschießen, ist grausam und für uns eindeutig Tierquälerei.“ Viele Studien belegen die kognitiven Fähigkeiten von Rabenvögeln. Argumente der Jagdverbände, dass Rabenvögel Schäden in der Landwirtschaft verursachten und Singvögel- und Niederwildbestände gefährdeten, sind seit langem wissenschaftlich widerlegt. Auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) kommt zu dem Schluss, dass eine flächendeckende Bejagung von Rabenkrähen weder fachlich oder juristisch zu begründen, noch ethisch-moralisch zu rechtfertigen ist. Die Anzahl der getöteten Rabenvögel wird aus gutem Grund in der jährlichen Streckenstatistik des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV) nicht veröffentlicht. Gemäß Hochrechnungen von Wildtierschutz Deutschland e. V. dürften Jahr für Jahr in Deutschland etwa 1,2 Millionen dieser Tiere getötet werden, darunter zahlreiche streng geschützte Arten wie die Saatkrähe oder die auf den roten Listen geführte Dohle. Die Kampagne „Der Jagd ein Gesicht geben“ wird von dem Verein Wildtierschutz Deutschland e. V. organisiert. Unterstützer der Kampagne sind: animal aid AWM - Animal Alliance.eu - Anti-Jagd-Allianz e.V. - Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. - Homo Tyrannus - ITV Grenzenlos - Liga für Tierschutzpolitik - Marderhilfsnetz - Naturefund e.V. - Pro iure animalis - SOS Galgos - Tierschutznews Schweiz - Tierschutzpartei (Sektionen RP und HH) - Tierschutzverein Noris e.V. - VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz - Vogelschutzkomittee Sektion Luxemburg – Wildtierschutz Deutschland e.V. - Wolfsvoegel.de.
Lesen Sie die Studie von Prof. Dr. Reichholf: "Was bringt die Krähenbekämpfung?"
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Mehr Jagd führt zur Vermehrung der Wildschweine |
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Sind die Jäger schuld an der Wildschweinschwemme? Wie jeden Herbst ist in allen Zeitungen von einer „Wildschweinschwemme“, gar von einer „Wildschwein-Plage“ zu lesen: Doch obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden wie noch nie seit Beginn Aufzeichnungen in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, steigt die Anzahl der Wildschweine weiter. Ist die Lösung des „Wildschweinproblems“, noch mehr Tiere zu schießen? Oder ist gerade die intensive Jagd auf Wildschweine das Problem? Denn so paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, um so stärker vermehren sie sich. Auf diesen Zusammenhang weisen immer mehr Forscher und neue wissenschaftliche Studien hin.
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So haben die Jäger in Bayern in der Jagdsaison 2010/11 rund 60.500 Wildschweine erschossen - ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. Doch statt einmal nach den Ursachen der Wildschweinvermehrung zu fragen, rief der bayerische Landwirtschaftsminister Brunner die Jäger auf, "die vielerorts überhand nehmenden Wildschweine weiter intensiv zu bejagen". (top agar, 17.10.2011)
Studie: Stärkere Vermehrung durch die Jagd
Durch die Jagd vermehren sich Wildtiere stärker als unter natürlichen Umständen, meint Prof. Dr. Josef H. Reichholf, der die Abteilung Wirbeltiere der Zoologischen Staatssammlung München leitet. Würden in einem Gebiet durch die Jagd, die ja vor allem im Herbst und Winter statt findet, viele Tiere getötet, hätten die Verbliebenen ein besseres Futterangebot. „Tiere, die gestärkt überleben, pflanzen sich im Frühjahr zeitiger und zahlenmäßig stärker fort“, sagte Reichholf gegenüber der Süddeutschen Zeitung (28.01.2009).
Eine französische Langzeitstudie, die im renommierten „Journal of Animal Ecology“ veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. Die Wissenschaftler um Sabrina Servanty verglichen in einem Zeitraum von 22 Jahren die Vermehrung von Wildschweinen in einem Waldgebiet im Departement Haute Marne, in dem sehr intensiv gejagt wird, mit einem wenig bejagten Gebiet in den Pyrenäen. Das: Wenn hoher Jagddruck herrscht, ist die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen wesentlich höher als in Gebieten, in denen kaum gejagt wird. Weiterhin tritt bei intensiver Bejagung die Geschlechtsreife deutlich früher – vor Ende des ersten Lebensjahres – ein, so dass bereits Frischlingsbachen trächtig werden. Auch das Durchschnittsgewicht der erstmalig fruchtbaren Wildschweine ist bei hohem Jagddruck geringer. In Gebieten, in denen wenig Jäger unterwegs sind, ist die Vermehrung der Wildschweine deutlich geringer, die Geschlechtsreife bei den Bachen tritt später und erst bei einem höheren Durchschnittsgewicht ein. (vgl. Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009)
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Zerstörung der Sozialstruktur
Wildschweine haben eine sehr empfindliche Sozialstruktur: Eine Leitbache, die einmal im Jahr fruchtbar (rauschig) ist, führt die Rotte an. Die so genannte Rauschsynchronität sorgt dafür, dass die anderen Bachen in der Gruppe gleichzeitig fruchtbar sind. Auch hält sie die älteren Jungtiere, die „Überläufer“ in Zaum und verhindert damit größere Flurschäden. Wird die Leitbache erschossen, zersprengt dies die Rotte, die führungslosen Tiere brechen in die Felder ein, alle Bachen werden mehrmals im Jahr rauschig und vermehren sich völlig unkontrolliert.
Norbert Happ, der bekannteste deutsche Wildschweinkenner – selber Jäger – prangert an: „Die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht“. Für die explosionsartige Vermehrung der Wildschweine seien die Jäger selbst verantwortlich: „Ungeordnete Sozialverhältnisse im Schwarzwildbestand mit unkoordiniertem Frischen und Rauschen und unkontrollierbarer Kindervermehrung sind ausschließlich der Jagdausübung anzulasten“, so Happ in der Jägerzeitung "Wild und Hund" (23/2002). Das bedeutet: Jagd löst keine ökologischen Probleme, sondern schafft sie erst.
Legale und illegale Zufütterung
Natürlich hängt die Vermehrung Wildtieren auch vom Nahrungsangebot ab. So wird immer wieder darauf hingewiesen, dass der verstärkte Maisanbau zur Vermehrung der Wildschweine beitrage. Doch wie lange im Jahr stehen den Wildschweinen denn reife Maisfelder zur Verfügung? Sicher nicht länger als ein Monat im Jahr – Ende September wird der Mais geerntet.
Dagegen sorgen Jäger ganzjährig durch legale oder illegale Zufütterungen und so genannte „Kirrungen“ für ein unnatürlich hohes Nahrungsangebot – und tragen damit wiederum zur Vermehrung bei. So hat die Wildforschungsstelle Aulendorf errechnet, dass allein in Baden-Württemberg jährlich 4.000 Tonnen Mais allein als „Kirrung“ (also als Lockfütterung, um die Tiere besser schießen zu können) ausgebracht werden – das sind pro erlegtem Wildschwein im Schnitt etwa 100 Kilo (!) Mais. Gerade Mais fördert nachweislich die Fruchtbarkeit von Wildschweinen. Zu den Mais-Kirrungen hinzu kommt die Fütterung mit Kraftfutter im Winter, die noch mal in ähnlicher Größenordnung liegen dürfte – und die vielen illegalen Fütterungen, die Naturschützer und Jagdgegner immer wieder aufdecken und zur Anzeige bringen.
Doch Jäger argumentieren lieber, dass die hohe Zahl der Eicheln und Bucheckern in den Wäldern verantwortlich für die Wildschweinschwemme sei. Darüber kann man eigentlich nur den Kopf schütteln: Den Tieren standen im Herbst schon immer Bucheckern und Eicheln zur Verfügung - früher eventuell sogar noch mehr, da der Wald gesünder war.
Kann die Natur sich selbst regulieren?
Die Natur hatte eigentlich alles hervorragend geregelt: Erfahrene weibliche Wildschweine - die Leitbachen - sorgen für die Ordnung in der Rotte und für Geburtenkontrolle. Die Hormone der Leitbachen bestimmen die Empfängnisbereitschaft aller Weibchen der Gruppe und verhindern, dass zu junge Tiere befruchtet werden.
Dies wissen eigentlich auch die Jäger. So weist Berufsjäger Helmut Hilpisch darauf hin: „Wildschweine regulieren ihren Bestand selbst – zumindest dann, wenn sie in intakten Familienverbänden unterwegs sind. Dann sorgt ihr Sozialverhalten dafür, dass nur einzelne weibliche Tiere rauschig werden: Lediglich die älteren Bachen werden dann befruchtet. Fehlen diese älteren Bachen, werden auch jüngere weibliche Tiere schnell trächtig“. (Siegener Zeitung, 18.10.2008)
Wozu dann jagen?
Der Zoologe Ragnar Kinzelbach von der Universität Rostock ist überzeugt: „Letztlich dient die Jagd nur dem Spaß und der Befriedigung der Mordlust der Jäger. Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.“ (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)
Die Jagd ist heute ein Hobby, ein Freizeitvergnügen – und in ihren Jagdzeitschriften geben die Jäger ihre „Lust am Töten“, die „Freude am Beutemachen“ und den „Kick“ beim Schuss inzwischen offen zu. Ein Jäger hat über dieses Thema sogar seine Doktorarbeit geschrieben - und diese wurde in der Jagdpresse unter der Überschrift „Keine Angst vor der Lust“ (WILD UND HUND 24/2003) entsprechend gefeiert. In der Dissertation heißt es ganz offen: „Weltweit wird die Wildjagd unserer Zeit selten noch aus rein praktischen Motiven (z.B. Nahrungsjagd), sondern um eines starken emotionalen Erfolges Willen (der Kick beim Töten des Tieres, Freude, Glück, Zerstreuung, Entspannung, Abenteuer) oft mit großer Leidenschaft und Hingabe betrieben.“ (Günter Reinhold Kühnle: Die Jagd als Mechanismus der biotischen und kulturellen Evolution des Menschen, 2003. http://ub-dok.uni-trier.de/diss/diss45/20030120/20030120.htm)
Dieses Hobby-Töten kann die überwiegende Mehrheit der Menschen heute nicht mehr gutheißen. Repräsentative Umfragen der letzten Jahre zeigen übereinstimmend: 70-80% der Deutschen stehen der Jagd kritisch gegenüber oder fordern sogar die Abschaffung der Jagd. (Quellen: GEWIS-Institut 1996; GEWIS-Institut 2002; EMNID-Institut 2003, EMNID-Institut 2004)
Lesen Sie weitere Hintergrundinformationen: Fakten: Jagd fördert Wildschweinschwemme
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Propaganda-Aktion des Bayerischen Jagdverbands |
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Zur Image-Verbesserung startete der Bayerische Jagdverband eine bayernweite Plakataktion »Ich mag meinen Jäger, weil...« "Ein Feld mit bunten Blumen am Waldrand, stimmungsvoller Hörnerklang in der Kirche, Kinder mit leuchtenden Augen auf Entdeckungsreise im Wald – Jagd ist mehr als nur das Erlegen von Wild!" - Ein Jahr lang will der Jagdverband durch »Plakate mit wechselnden Motiven« über die Aufgaben der Jäger informieren.
Diese »Information« kann getrost in diese Rubrik »Jägerlatein« eingeordnet werden. Denn gezeigt werden nicht Jäger mit toten Tieren, sondern Jäger mit Blümchen. Und auch die Pressemeldung des Jagdverbands liest sich wie eine Märchenstunde: »Die Bayerischen Jägerinnen und Jäger ... setzen sich ein für den Natur-, Tier- und Artenschutz, engagieren sich in der Umweltbildung...« Der Jagdverband beklagt, dass die Taten der Jäger bei vielen »Nichtjägern« noch lange nicht angekommen seien. Die Zeitschrift Freiheit für Tiere möchte die Aufklärungsarbeit mit einigen Plakatvorschlägen unterstützen.
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Was sind denn die Taten der Jäger? Deutschlands Hobbyjäger schießen jedes Jahr über 5 Millionen Wildtiere, ca. 300.000 Katzen und ca. 30.000 Hunde. Bis zu 40 Menschen pro Jahr sterben durch Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen, über tausend werden verletzt. Die Natur wird mit Blei vergiftet. Und wenn die Jäger tatsächlich mal Blumenwiesen sähen, dann nur, um anschließend Hasen oder Rehe, die darin leben, tot zu schießen.
Mehr als 75 % der Deutschen stehen laut repräsentativer Umfrage des EMNID-Instituts (9.9.2004) stehen der Jagd stehen der Jagd kritisch gegenüber oder lehnen sie ab.
pdf-download Plakate "Ich mag Jäger nicht, weil" [915 KB]
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Plakataktion: "Ich mag meinen Jäger nicht" |
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Schon wieder: Frau von Jäger erschossen |
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Ein Jäger geht morgens kurz vor 7 Uhr mit seinem Gewehr zur Polizei, legt die Jagdbüchse auf den Tresen und teilt den Polizeibeamten mit: »Ich habe gerade meine Frau erschossen«. »Für die 49-jährige Ehefrau kam jede Hilfe zu spät«, melden die Staatsanwaltschaft und die Polizei Münster in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft am 11.10.2011.
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Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen |
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Doch diese Tragödie ist leider kein Einzelfall: Wer weiß schon, dass Hunderte Menschen in den letzten zehn Jahren in durch Jäger und Jägerwaffen starben? Offizielle Statistiken gibt es darüber nicht - Jäger zählen nur die Anzahl der Tiere, die sie erschießen. Doch die Initiative zur Abschaffung der Jagd hat jährlich bis zu 40 Tote durch Jäger und Jägerwaffen allein in Deutschland dokumentiert - Menschen, die ohne die Jagd heute noch leben könnten.
In den letzten Monaten häufen sich Meldungen von Familientragödien mit tödlichem Ausgang. Häufig sind es Jäger, die ihre Ehefrau, die Ex-Geliebte oder einen Nebenbuhler erschießen. Einige aktuelle Meldungen:
Die Thüringer Allgemeine berichtet am 8.10.2011 von dem Prozess um die »Bluttat von Wiehe«: Im April hatte ein 63-jähriger Jäger nach einem Streit seine 61-jährige Ex-Frau mit einem Revolver zunächst in die Schulter und dann aus kurzer Distanz in den Kopf geschossen. »Ich denke, dass ich wie ein Jäger gehandelt habe«, sagte der Angeklagte vor Gericht dazu aus. »Der Jäger und Schützenbruder interpretierte den zweiten Revolverschuss als sogenannten `Fangschuss´. Ein aufgesetzter Schuss sei es nicht gewesen«, so die Zeitung.
»Lebensgefährtin mit Jagdgewehr erschossen«, titelte BILD am 1.8.2011. Laut Polizei habe ein Jäger am 29.7.2011 in Lauffen (Kreis Heilbronn) seine 46-jährige Frau mit seinem Jagdgewehr in die Brust geschossen - wohl, weil sie sich von ihm trennen wollte.
Studie des Max-Planck-Instituts: Jedes Jahr 100 Tote bei Familiendramen
Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts, die sich über einen Zeitraum von 10 Jahren erstreckt, kommt es zu 100 Toten bei Familiendramen jährlich in Deutschland - meist mit legalen Waffen. Wer weiß, wie viele Jäger dabei sind? Vielleicht gibt es somit noch viel mehr als 40 Tote im Jahr durch Jäger und Jägerwaffen?
Schusswaffe im Haus erhöht Risiko von Familientragödien
Die Jäger behaupten gerne, dass bei Straftaten mit Schusswaffen meist illegale Waffen im Einsatz sind. Die Studie des Max Planck Instituts belegt das Gegenteil. Der Kriminologe Dietrich Oberwittler vom Freiburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, der ein Projekt zum Thema Familiendramen leitet, sagte in der Sendung TV Südbaden aktuell vom 8.7.2011: »Wir haben in unserer eigenen Studie festgestellt, dass bei diesen Familientragödien sehr viel häufiger Schusswaffen zum Einsatz kommen ... und zwar sehr oft auch legale Schusswaffen. Das bedeutet, dass die Schusswaffe - und das kann man auch aus internationalen Studien zeigen - einen eigenen Einfluss hat darauf, dass die Taten wahrscheinlicher werden. Denn allein die Tatsache, dass man eine Schusswaffe besitzt, kann dazu führen, dass es dann im Konfliktfall eher mal zu so einer Gewalttat kommt, die vielleicht nicht passiert wäre, wenn es eben keine Waffe gegeben hätte.«
Das ist ja leicht nachzuvollziehen: Kommt es in einem Jäger-Haushalt zum Beziehungsstreit, ist die Schusswaffe griffbereit - und der Jäger hat das Töten lange Jahre geübt. In Normal-Haushalten dagegen ist gar keine Schusswaffe vorhanden - also kann auch niemand erschossen werden.
Tote und Verletzte bei Jagdunfällen
Doch der Einsatz von Jagdwaffen bei Familientragödien ist nicht das einzige Problem: Immer wieder schrecken Meldungen über so genannte Jagdunfälle die Öffentlichkeit auf und machen deutlich, dass die Jagd nicht nur für Wildtiere und Haustiere gefährlich ist, sondern auch für Menschen. Einige aktuelle Meldungen:
Bei einer Felder-Jagd während der Maisernte kam es in Detmold-Dehlentrup zu einem schweren Jagdunfall. Fünf Jäger hatten ein Maisfeld umstellt, um vor den Erntemaschinen flüchtende Wildschweine zu schießen. Ein 29-jähriger Häcksler-Fahrer wurde durch eine Kugel aus einem Jagdgewehr getroffen, die sein linkes Knie zertrümmerte. „In einer Notoperation musste das Projektil aus der gebrochenen Kniescheibe entfernt werden“, berichtet die Lippische Landeszeitung am 10.10.2011. Das landwirtschaftliche Lohnunternehmen, dessen Mitarbeiter bei dem Jagdunfall durch den Schuss verletzt wurde, zieht Konsequenzen: "Ich habe allen Kunden gesagt, dass meine Leute sofort das Feld verlassen, sobald sie einen Jäger sehen“, wird der Geschäftsführer in der Lippischen Landeszeitung zitiert.
Am Abend des 30. September 2011 hatte sich in der Lausitz ein schwerer Jagdunfall ereignet: Während der Maisernte schossen mehrere Jäger auf flüchtende Wildtiere. "Aus bisher ungeklärter Ursache wurde einer der Jäger von einem Schuss getroffen. Er musste schwer verletzt ins Krankenhaus nach Herzberg gebracht werden", berichtet die Lausitzer Rundschau am 4.10.2011.
Universitätsstudien und Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften zufolge liegt die Zahl der jährlichen Jagdunfälle bei ca. 1600 (Quelle: Erste Hilfe-Portal www.rette-dich-selbst.de) - wobei diese Zahl sicherlich nur die Spitze des Eisberges ist. Hinzu kommt eine nicht unerhebliche Anzahl von nicht gemeldeten Unfällen und Verletzungen., ganz zu schweigen von unzähligen »Beinahe-Unfällen«:
»Jäger erschießt versehentlich beinah Frau«, titelte die Berliner Morgenpost am 4.10.2011. Demnach schlug direkt neben der Frau eine Gewehrkugel ein - und zwar beim Putzen in ihrer Wohnung. »Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, habe ein Jäger sein Ziel – einen Rehbock – am Unteruckersee verfehlt. Die Kugel habe so eine Wucht gehabt, dass diese in 500 Meter Entfernung vom Schützen ein Fenster durchschlug und in einer Hauswand dann stecken blieb«, so die Zeitung.
Es wird Zeit, dass die Hobbyjagd in Deutschland verboten wird
Schusswaffen gehören nicht in die Hände von Freizeitjägern, die diese völlig unkontrolliert benutzen können. Es wird Zeit, dass die Hobbyjagd in Deutschland verboten wird! Repräsentative Umfragen der letzten Jahre zeigen: Zwei Drittel der Deutschen sind gegen die Hobbyjagd.
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Jagd - Gefahr für Autofahrer |
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Treibjagden: Tiere flüchten in Panik Seit die Jagdsaison im Herbst begonnen hat, sind die Zeitungen voll mit Meldungen über Wildunfälle. Doch im Grunde sind es nicht die Tiere, welche den Straßenverkehr gefährden – Wildschweine und Rehe befinden sich auf der Flucht vor den tödlichen Kugeln der Jäger. Somit ist die Jagd, insbesondere Treib- und Drückjagden, eine Gefahr für Autofahrer - und sogar Passanten und Geschäftsleute in Ortschaften.
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Gefahr für Autofahrer und Wanderer – Verstoß gegen den Tierschutz
Tiere flüchten über Straßen, öffentliche Wege sind gesperrt, Schüsse dröhnen. Haustiere werden mit Wildtieren "verwechselt" und auch auf Menschen wird geschossen... Die Jagdsaison hat begonnen. Insbesondere die jetzt überall statt findenden Treib- und Drückjagden sind eine Gefahr für Autofahrer. Doch auch für Wanderer und Erholungssuchende kann es in Wald und Flur lebensgefährlich werden.
Treib- und Drückjagden: Gefahr für Autofahrer Aufgescheucht durch 50 oder gar mehr als 100 Jäger und Treiber, gehetzt von einer Meute von Jagdhunden, rennen die Wildtiere bei Treib- und Drückjagden um ihr Leben. Dabei flüchten sie auch über Straßen und Autobahnen, wo sich dann die so genannten Wildunfälle ereignen. Wer haftet nun für den Schaden? Wer ist für den Verkehrsunfall verantwortlich? Sind die Autofahrer selbst schuld, weil sie nicht mit der Treibjagd gerechnet haben? Oder müssten nicht vielmehr die Treibjagden verboten werden – wegen der Verkehrssicherheit ebenso wie aus Tierschutzgründen? Und: Ist eigentlich in der Öffentlichkeit bekannt, dass viele so genannte Wildunfälle durch Jäger verursacht wurden?
Treib- und Drückjagden: Gefahr für Wanderer und Erholungssuchende Die Jagd kann für den Menschen gefährlich sein – davor warnen selbst Jäger in der Badischen Zeitung vom 23.10.2010: "Vor allem die Drückjagden bringen für Wanderer und andere Freizeitaktivisten, die sich in der Natur aufhalten, Gefahren mit sich." So berichtete die Saarbrücker Zeitung am 28.10.2010, dass Wanderer auf einem ausgewiesenem Premium-Wanderweg mitten in eine Treibjagd gerieten: „Zwei Geländewagen, besetzt mit vier Jägern, seien in einem Wahnsinnstempo auf seine freilaufenden Hunde zugerast.“ Die Jäger brachen einen Streit über freilaufende Hunde vom Zaun - statt auf die Treibjagd auf Wildschweine hinzuweisen. Denn die entsetzten Wanderer stießen nach 500 Metern auf hetzende Hunde, schreiende Wildschweine und schießende Jäger. Da verwundert es nicht, dass sich gerade bei Treibjagden immer wieder Unfälle ereignen, bei denen Menschen von den Kugeln der Jäger getroffen oder sogar erschossen werden - einmal ganz abgesehen von Haustieren wie Hunden oder Pferden auf der Weide, die immer wieder mit Wildschweinen „verwechselt“ werden. Die Initiative zur Abschaffung der Jagd dokumentiert die erschreckende Zahl von Opfern von Jägern und Jägerwaffen seit Jahren im Internet.
Treib- und Drückjagden: Verstoß gegen den Tierschutz Bei den großen Treib- und Drückjagden in Herbst und Winter werden die Tiere von den Jägern massenhaft abgeknallt. Gliedmaßen werden weggeschossen, Sozialstrukturen auseinandergesprengt, Jungtiere verlieren ihre Eltern, angeschossene Tiere leiden tagelange Qualen. Diese Tierquälerei wird sogar von einigen mutigen Jägern angeprangert. So kritisierte kürzlich der Pressesprecher der Kreisjägerschaft Aachen und Jagdberater Karl-Heinz Kuckelkorn in der Presse die Drückjagden aus Gründen des Tierschutzes als "mehr als bedenklich". Das Wild werde "beunruhigt" und in Richtung der Schützen getrieben. "An ihnen vorbei flüchten die Tiere wie in Panik. Es fallen viele Schüsse, doch längst nicht jeder Schuss ist ein finaler. Etliche Tiere werden nur verletzt und verenden später qualvoll irgendwo im Dickicht, es werden ihnen Gliedmaßen abgeschossen oder sie laufen nurmehr verkrüppelt herum." (Aachener Zeitung, 21.10.2010)
Die Natur braucht keine Jäger! „Jagd gefährdet und terrorisiert Wildtiere, Haustiere und Menschen. Jagd gefährdet die Umwelt: bedrohte Arten werden getötet und giftige Schwermetalle in die Natur geballert“, so Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. „Wie lange will sich das die nichtjagdende Öffentlichkeit noch gefallen lassen?“ Die Natur braucht keine Jäger – im Gegenteil: Jagd schädigt das Gleichgewicht in der Natur. So weisen immer mehr Wissenschaftler darauf hin, dass gerade die Jagd auf Wildschweine absolut contraproduktiv ist: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, umso stärker vermehren sie sich. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine französische Langzeitstudie: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. (vgl. Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009)
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Zwangsmitgliedschaft in der Jagdgenossenschaft: |
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Europäischer Gerichtshof entscheidet Ende November: Dürfen Jäger auf Privatgrundstücken gegen den Willen der Eigentümer jagen?
Der Fall "Herrmann gegen die Bundesrepublik Deutschland" wird am 30.11.2011 vor der Großen Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte entschieden.
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Rechtsanwalt Günter Herrmann aus Stutensee/Baden-Württemberg ist Eigentümer zweier Waldgrundstücke in Rheinland-Pfalz. Dadurch ist er automatisch Mitglied in einer Jagdgenossenschaft - gegen seinen Willen und ohne Möglichkeit, aus der Jagdgenossenschaft auszutreten. Hiergegen hat er vor den deutschen Verwaltungsgerichten und vor dem Bundesverfassungsgericht erfolglos geklagt, so dass er im Jahr 2007 den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anrief. Denn der Tier- und Naturfreund kann es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, dass Jäger sein Grundstück gegen seinen Willen betreten, um dort Tiere zu töten.
In seiner Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte rügte er die Verletzung der in der Menschenrechtskonvention garantierten Artikel 9 (Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit), Artikel 11 (Vereinigungsfreiheit), Artikel 14 (Diskriminierungsverbot) und des Artikel 1 des Zusatzprotokolls Nr. 1 (Schutz des Eigentums).
Doch entgegen der bisherigen Rechtssprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im Falle von Klägern aus Frankreich (Urteil EGMR 1999) und Luxemburg (Urteil EGMR 2007) kam die Kleine Kammer am 20.01.2011 im Falle des deutschen Klägers zu der überraschenden Entscheidung, dass die Menschenrechte von Grundeigentümern in Deutschland weniger wert sind als die Menschenrechte von Grundeigentümern in Luxemburg und Frankreich. Denn die Kleine Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte wies die Beschwerde eines deutschen Grundstückseigentümers ab: Die Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft verstoße nicht gegen die Menschenrechte. Dieses Urteil, das selbst viele Jäger und die großen Jagdmagazine überraschte, bedeutet: Jäger dürfen in Deutschland auch weiterhin auf Privatgrundstücken gegen den Willen der Eigentümer die Jagd ausüben. Das Magazin „Freiheit für Tiere“ berichtete darüber ausführlich in Ausgabe 2/2011: http://www.freiheit-fuer-tiere.de/downloads/fft220112627.pdf
Der Beschwerdeführer Rechtsanwalt Herrmann und Rechtsanwalt Storr haben daraufhin den Antrag auf Vorlage des Rechtsstreites gegen die Bundesrepublik Deutschland an die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ausgearbeitet. Der Antrag wurde von den beiden Juristen in englischer Sprache verfasst, weil sie sich so intensiver mit dem englischen Urteil auseinandersetzen konnten.
„Ich denke, aus dem Antrag geht deutlich hervor, dass es keine seriösen Gründe gibt, um zulasten des deutschen Beschwerdeführers von der gefestigten EGMR-Rechtsprechung abweichen zu können“, so Rechtsanwalt Dominik Storr.
Am 20. Juni 2011 hat der Vorprüfungsausschuss, in dem fünf Richter sitzen, die bisher mit dem Verfahren noch nichts zu tun hatte, den Antrag auf Vorlage an die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte angenommen. Die Beschwerde wird somit den 17 Richtern der Großen Kammer zur Entscheidung vorgelegt.
Der Fall "Herrmann gegen die Bundesrepublik Deutschland" wird am 30.11.2011 um 09.15 Uhr in einer mündlichen Verhandlung vor der Großen Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte entschieden. Für die Verhandlung wurden zwei Stunden angesetzt.
Wir hoffen nun auf eine gerechte Entscheidung im Sinne aller Grundstückseigentümer, die nicht wollen, dass auf ihren Grundstücken gejagt wird - und vor allem im Sinne unserer wild lebenden Tiere, die dann zumindest auf einigen Grundstücken endlich in Frieden leben dürften.
Informationen
"Zwangsbejagung ade" ist ein Zusammenschluss von Grundeigentümern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die menschenrechtswidrige Zwangsmitgliedschaft in den Jagdgenossenschaften zu beenden. Der Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. unterstützt das gerichtliche Verfahren mehrerer unfreiwilliger Jagdgenossen bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
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Rechtsanwalt Storr schreibt an Ministerin Aigner |
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Rechtsanwalt Dominik Storr schreibt an Bundesministerin Ilse Aigner, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: "Revierübergreifende Bewegungsjagden sind rechtswidrig und daher sofort einzustellen" lesen Sie das Schreiben [653 KB]
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Rechtsanwalt Storr schreibt an Länderminister: |
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Sind die großen revierübergreifenden Jagden, denen auch zahlreiche andere Tierarten wie Rehe, Hasen oder Füchse zum Opfer fallen, überhaupt zulässig? Eine juristische Überprüfung hat ergeben: Die revierübergreifenden Treib- und Drückjagden sind in den einzelnen Bundesländern nicht vom Jagdrecht gedeckt. Aus diesem Grund wurde Rechtsanwalt Dominik Storr von verschiedenen Tierschutzorganisationen beauftragt, die für die Jagd zuständigen Länderminister anzuschreiben.
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Verstoß gegen das Tierschutzgesetz |
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Nach Aussage von etlichen Jagdausübungsberechtigten kann bei großen Bewegungsjagden von einem weidgerechten Tod der Tiere in vielen Fällen nicht die Rede sein. Bei Bewegungsjagden werden zahlreiche Tiere nur angeschossen. Die Nachsuche - sofern sie überhaupt stattfindet - dauert zumeist Stunden oder Tage. Viele Tiere verenden somit unter grausamsten Qualen. Bei den revierübergreifenden Treib- und Drückjagden werden zudem die Sozialstrukturen der Tiere auseinandergesprengt. Jungtiere verlieren ihre Eltern und sind meist ebenfalls dem Tod geweiht. Ein nicht unwesentlicher Teil der Jägerschaft sieht daher die so genannten revierübergreifenden Treib- und Drückjagden aufgrund tierschutzrechtlicher Erwägungen nicht als weidgerecht an. Im Editorial der auflagenstarken Jägerzeitschrift „Wild und Hund“ werden die Teilnehmer an revierübergreifenden Bewegungsjagden als „Totmacher“ bezeichnet. Die Zeitschrift spricht dabei sogar von einer „Schande“. (Quelle: „Wild und Hund“, Ausgabe 1 /2010)
„Wenn Hundertschaften von Jägern illegale Jagden durchführen, in deren Zuge Spaziergänger und Autofahrer stark gefährdet und Tiere völlig unnötig gehetzt und gequält werden, dann sprengt das den Rechtsstaat“, so Rechtsanwalt Dominik Storr.
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Kampagne Bayern |
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Rechtsanwalt Storr schreibt Minister Brunner |
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Bayerisches Landwirtschaftsministerium billigt Verstöße gegen das Jagdrecht Maßnahmen der Wildschweinbejagung sind nicht vom Jagdrecht gedeckt
Der bayerische Landwirtschaftsminister Brunner bezeichnet die Wildschweinzunahme als „dramatisch“ und plädiert für "mehr revierübergreifende Jagden, bei denen auch Hunde und Treiber zum Einsatz kommen sollen" (ddp, 23.11.2009).
Doch sind im Freistaat revierübergreifende Jagden überhaupt zulässig? Nein, nach der gegenwärtigen Gesetzeslage in Bayern sind sie das nicht. In der Bundesrepublik Deutschland gilt das Reviersystem, d.h. die Bejagung wird innerhalb eines Reviers vorgenommen. Für revierübergreifende Jagden gibt es keine Gesetzesgrundlage. Folgerichtig hat z.B. der Gesetzgeber in Rheinland-Pfalz sein Jagdgesetz geändert und darin ausdrücklich aufgenommen, dass Hegegemeinschaften auch "jagdbezirksübergreifende Bejagungen" durchführen können. Zwar gibt es in Bayern auch Hegegemeinschaften, doch sieht das bayerische Jagdrecht noch vor, dass diese nur Hegemaßnahmen durchführen dürfen. Da das deutsche Jagdrecht zwischen Hege und Jagdausübung unterscheidet, bedarf die Durchführung von revierübergreifenden Treib- und Drückjagden – so wie in Rheinland-Pfalz geschehen – einer Änderung des Landesjagdgesetzes. Doch dies ist in Bayern noch nicht geschehen. Die revierübergreifenden Jagden, für die der Landwirtschaftsminister plädiert, sind somit – völlig eindeutig – rechtswidrig. „Das ist ein Fall für die Staatsanwaltschaft“, kritisiert Rechtsanwalt Dominik Storr die rechtswidrige Jagdpraxis des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums, das gleichzeitig die höchste Jagdbehörde in Bayern ist, scharf. „Wenn Hundertschaften von Jägern illegale Jagden durchführen, in deren Zuge Spaziergänger und Autofahrer stark gefährdet und Tiere völlig unnötig gehetzt und gequält werden, dann sprengt das den Rechtsstaat“, so der Anwalt. Rechtsanwalt Storr wurde von zahlreichen Tierschutzorganisationen - darunter PETA Deutschland e.V. - beauftragt, gegen die illegale Bejagung des Schwarzwildes alle juristischen Mittel auszuschöpfen.
Neustadt, den 4.11.2010 Rechtsanwalt Dominik Storr Erlacherstraße 9 97845 Neustadt am Main OT Erlach Internetauftritt: www.buergeranwalt.com
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Kampagne Baden-Württemberg |
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Rechtsanwalt Storr schreibt an Minister Köberle |
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In den Empfehlungen zur Schwarzwildbejagung propagiert das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium die Durchführung von revierübergreifenden Treib- und Drückjagden auf Wildschweine (vgl. http://www.mlr.baden-wuerttemberg.de/Minister_Peter_Hauk_MdL_Die_Jagd_auf_ Wildschweine_muss_intensiviert_werden/68131.html).
Doch sind revierübergreifende Jagden in Baden-Württemberg überhaupt zulässig? Nein, nach der gegenwärtigen Gesetzeslage in Baden-Württemberg sind sie das nicht. In der Bundesrepublik Deutschland gilt das Reviersystem, d.h. die Bejagung wird innerhalb eines Jagdreviers vorgenommen. Für revierübergreifende Jagden gibt es keine Gesetzesgrundlage. Folgerichtig hat z.B. der Gesetzgeber in Rheinland-Pfalz sein Jagdgesetz als erstes Bundesland entsprechend geändert und darin ausdrücklich aufgenommen, dass Hegegemeinschaften auch "jagdbezirksübergreifende Bejagungen" durchführen können. Zwar gibt es in Baden-Württemberg auch Hegegemeinschaften, doch sieht das baden-württembergische Jagdrecht noch vor, dass diese nur Hegemaßnahmen durchführen dürfen. Da das deutsche Jagdrecht zwischen Hege und Jagdausübung unterscheidet, bedarf die Durchführung von revierübergreifenden Treib- und Drückjagden – so wie in Rheinland-Pfalz geschehen – einer Änderung des Landesjagdgesetzes. Doch dies ist in Baden-Württemberg noch nicht geschehen. Die revierübergreifenden Jagden, für die das Landwirtschaftsministerium plädiert, sind somit – völlig eindeutig – rechtswidrig.
„Das ist ein Fall für die Staatsanwaltschaft“, kritisiert Rechtsanwalt Dominik Storr die rechtswidrige Jagdpraxis des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums, das gleichzeitig die höchste Jagdbehörde in Baden-Württemberg ist, scharf. „Wenn Hundertschaften von Jägern illegale Jagden durchführen, in deren Zuge Spaziergänger und Autofahrer stark gefährdet und Tiere völlig unnötig gehetzt und gequält werden, dann sprengt das den Rechtsstaat“, so der Anwalt. Rechtsanwalt Storr wurde von zahlreichen Tierschutzorganisationen - darunter PETA Deutschland e.V. - beauftragt, gegen die illegale Bejagung des Schwarzwildes alle juristischen Mittel auszuschöpfen.
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Kampagne Hessen |
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Rechtsanwalt Storr schreibt an Ministerin Puttrich |
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Hessen: Landwirtschaftsministerium billigt Verstöße gegen das Jagdrecht Maßnahmen der Wildschweinbejagung sind nicht vom Jagdrecht gedeckt
In einer Pressemitteilung vom 06.07.2010 fordert das hessische Landwirtschaftsministerium die Durchführung von revierübergreifenden Treib- und Drückjagden auf Wildschweine. Doch sind revierübergreifende Jagden in Hessen überhaupt zulässig? Nein, nach der gegenwärtigen Gesetzeslage in Hessen sind sie das nicht. In der Bundesrepublik Deutschland gilt das Reviersystem, d.h. die Bejagung wird innerhalb eines Jagdreviers vorgenommen. Für revierübergreifende Jagden gibt es keine Gesetzesgrundlage. Folgerichtig hat z.B. der Gesetzgeber in Rheinland-Pfalz sein Jagdgesetz als erstes Bundesland entsprechend geändert und darin ausdrücklich aufgenommen, dass Hegegemeinschaften auch "jagdbezirksübergreifende Bejagungen" durchführen können. Zwar gibt es in Hessen auch Hegegemeinschaften, doch sieht das hessische Jagdrecht noch vor, dass diese nur Hegemaßnahmen durchführen dürfen. Da das deutsche Jagdrecht zwischen Hege und Jagdausübung unterscheidet, bedarf die Durchführung von revierübergreifenden Treib- und Drückjagden – so wie in Rheinland-Pfalz geschehen – einer Änderung des Landesjagdgesetzes. Doch dies ist in Hessen noch nicht geschehen. Die revierübergreifenden Jagden, für die das Landwirtschaftsministerium plädiert, sind somit – völlig eindeutig – rechtswidrig. „Das ist ein Fall für die Staatsanwaltschaft“, kritisiert Rechtsanwalt Dominik Storr die rechtswidrige Jagdpraxis des hessischen Landwirtschaftsministeriums, das gleichzeitig die höchste Jagdbehörde in Hessen ist, scharf. „Wenn Hundertschaften von Jägern illegale Jagden durchführen, in deren Zuge Spaziergänger und Autofahrer stark gefährdet und Tiere völlig unnötig gehetzt und gequält werden, dann sprengt das den Rechtsstaat“, so der Anwalt. Rechtsanwalt Storr wurde von zahlreichen Tierschutzorganisationen - darunter PETA Deutschland e.V. - beauftragt, gegen die illegale Bejagung des Schwarzwildes alle juristischen Mittel auszuschöpfen.
Neustadt, den 9.11.2010 Rechtsanwalt Dominik Storr
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Kampagne Nordrhein-Westfalen |
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Rechtsanwalt Storr schreibt an Minister Remmel |
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Nordrhein-Westfalen: Landwirtschaftsministerium billigt Verstöße gegen das Jagdrecht Maßnahmen der Wildschweinbejagung sind nicht vom Jagdrecht gedeckt
In seinen gemeinsam mit dem Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen ausgearbeiteten Empfehlungen zur Schwarzwildbejagung propagiert das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium die Durchführung von revierübergreifenden Treib- und Drückjagden auf Wildschweine (vgl. http://www.umwelt.nrw.de/ naturschutz/pdf/selbstverpflichtung.pdf). Doch sind revierübergreifende Jagden in Nordrhein-Westfalen überhaupt zulässig? Nein, nach der gegenwärtigen Gesetzeslage in Nordrhein-Westfalen sind sie das nicht. In der Bundesrepublik Deutschland gilt das Reviersystem, d.h. die Bejagung wird innerhalb eines Jagdreviers vorgenommen. Für revierübergreifende Jagden gibt es keine Gesetzesgrundlage. Folgerichtig hat z.B. der Gesetzgeber in Rheinland-Pfalz sein Jagdgesetz als erstes Bundesland entsprechend geändert und darin ausdrücklich aufgenommen, dass Hegegemeinschaften auch "jagdbezirksübergreifende Bejagungen" durchführen können. Zwar gibt es in Nordrhein-Westfalen auch Hegegemeinschaften, doch sieht das nordrhein-westfälische Jagdrecht noch vor, dass diese nur Hegemaßnahmen durchführen dürfen. Da das deutsche Jagdrecht zwischen Hege und Jagdausübung unterscheidet, bedarf die Durchführung von revierübergreifenden Treib- und Drückjagden – so wie in Rheinland-Pfalz geschehen – einer Änderung des Landesjagdgesetzes. Doch dies ist in Nordrhein-Westfalen noch nicht geschehen. Die revierübergreifenden Jagden, für die das Landwirtschaftsministerium plädiert, sind somit – völlig eindeutig – rechtswidrig. „Das ist ein Fall für die Staatsanwaltschaft“, kritisiert Rechtsanwalt Dominik Storr die rechtswidrige Jagdpraxis des nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministeriums, das gleichzeitig die höchste Jagdbehörde in Nordrhein-Westfalen ist, scharf. „Wenn Hundertschaften von Jägern illegale Jagden durchführen, in deren Zuge Spaziergänger und Autofahrer stark gefährdet und Tiere völlig unnötig gehetzt und gequält werden, dann sprengt das den Rechtsstaat“, so der Anwalt. Rechtsanwalt Storr wurde von zahlreichen Tierschutzorganisationen - darunter PETA Deutschland e.V. - beauftragt, gegen die illegale Bejagung des Schwarzwildes alle juristischen Mittel auszuschöpfen. auszuschöpfen.
Neustadt, den 8.11.2010 Rechtsanwalt Dominik Storr
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Kampagne Mecklenburg-Vorpommern |
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6.4.10: Strafanzeige gegen Fuchs-Massentötung |
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Strafanzeige vom 6.4.2010 wegen „Fuchswoche“ der Kreisjägervereinigung Leonberg / Tötung von 117 Füchsen wegen angeblicher Fuchsbandwurmgefahr
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Die Tierschutzorganisationen PETA Deutschland e.V., der Politische Arbeitskreis für Tierrechte in Europa (PAKT) e.V., der Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V., die Initiative zur Abschaffung der Jagd, die Hans-Rönn-Stiftung sowie die Initiative pro iure animalis sahen sich zu der Strafanzeige aufgrund der von der Kreisjägervereinigung Leonberg Anfang Februar 2010 veranstalteten „Fuchswoche", bei der 117 Füchse getötet wurden, veranlasst.
Rechtsanwalt Dominik Storr, der die Tierschützer vertritt: "Die Massentötung von 117 Füchsen innerhalb nur einer Woche stellt einen mutmaßlichen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar, da kein rechtfertigender vernünftiger Grund für die Tötung einer derart hohen Anzahl von Füchsen innerhalb von nur einer Woche ersichtlich ist. Ein derartiger vernünftiger Grund folgt nicht aus dem Jagdrecht. Zwar gestattet das Bundesjagdgesetz den Jagdausübungsberechtigten generell die Tötung von Füchsen, da diese eine jagdbare Art im Sinne des Jagdrechts darstellen. Jedoch folgt aus dem Jagdrecht ganz gewiss kein allgemeiner Freibrief für Massentötungen wie die vorliegende."
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Abschuss von Fuchseltern: Verstoß gegen Jagdgesetz |
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29.3.2010
Forderung an den Gesetzgeber: Schonzeit für Füchse!
Warum der Abschuss von Fuchseltern gegen das Jagdgesetz verstößt
Von Dag Frommhold
Füchse haben in den meisten Bundesländern keine Schonzeit und dürfen das ganze Jahr über geschossen oder in Fallen gefangen werden. Doch §22 Absatz 4 des Bundesjagdgesetzes verbietet, Elterntiere zu töten, solange sie für die Aufzucht des Nachwuchses notwendig sind. Dadurch soll verhindert werden, dass Jungtiere, die allein auf sich gestellt noch nicht überlebensfähig wären, durch Unterkühlung, Verhungern oder Verdursten zu Tode kommen. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass nicht nur die Fuchsmutter, sondern auch der Fuchsrüde für die Aufzucht der Jungen notwendig ist.
Keine Schonzeit für Fuchsväter?
Im Jagdkreisen gelten lediglich die Mütter noch unselbstständiger Jungfüchse als »notwendig« für die Welpenaufzucht, nicht jedoch die Fuchsrüden. Demnach dürfen die Füchsinnen nicht erschossen werden. Die Folge: Ein Jäger, der zwischen März und Juli einen Fuchs töten will, müsste zumindest das Geschlecht des betreffenden Tiers vor dem Schuss identifizieren. Da dies in der Praxis nur sehr selten zuverlässig möglich ist, dürfte die Anzahl »versehentlich« erschossener säugender Füchsinnen beträchtlich sein - bei weitem nicht alle Jäger lassen den Finger gerade, wenn sie in der Zeit der Jungenaufzucht einem Fuchs begegnen.
Außerdem ist es durchaus üblich, erst die Fuchswelpen am Bau zu töten, um dann ihre Mutter zu erschießen - mit dem Argument, dass die Füchsin nun ja nicht mehr für die Aufzucht notwendig sei. Dieser Versuch, die Regelungen des §22 Absatz 4 zu umgehen, ist jedoch keineswegs gesetzeskonform, wie Lorz, Metzger und Stöckel in ihrem Kommentar zum Bundesjagdgesetz erläutern (1). Ein Jäger, der dies tut, macht sich also strafbar und sollte umgehend angezeigt werden.
All diesen Regelungen liegt die Annahme zugrunde, Fuchsväter würden keinen signifikanten Beitrag zur Aufzucht der Jungfüchse leisten. Tatsächlich vertreten die Autoren verbreiteter Jagdlehrbücher die Ansicht, dass die Rüden sich nach der Paarung rasch wieder zurückziehen und kein weiteres Interesse an ihrem Nachwuchs zeigen (2). In der Jägerschaft scheint diese These auch heute noch zu dominieren, sofern man verschiedene öffentliche Diskussionen im Internet als Gradmesser dafür heranzieht (3). Wer daran Zweifel äußert - wie etwa Klaus Maylein, Vorsitzender der »alternativen« Jäger vom ÖJV Baden-Württemberg - muss damit rechnen, von seinen Weidgenossen heftig angegriffen und bisweilen auch beleidigt zu werden (4).
Die Rolle des Fuchsvaters bei der Jungenaufzucht
Interessant ist die Vehemenz, mit der die Beteiligung des Rüden an der Welpenaufzucht bestritten wird. Wirft man nämlich einen Blick in die wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Literatur, die in den letzten 25 Jahren zum Sozialverhalten des Fuchses publiziert wurde, so kommt man zu einem gänzlich anderen Ergebnis. Biologen, die sich mit dem Fuchs beschäftigen, konstatieren mit beeindruckender Einhelligkeit, dass Fuchsrüden sich aktiv an der Aufzucht ihres Nachwuchses beteiligen. Die Hauptaufgabe der Rüden ist dabei die Versorgung der durch Schwangerschaft und Geburt geschwächten Fähe sowie ihrer Welpen mit Nahrung (siehe z.B. 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14). Zusätzlich hält er Wache und beschützt seine Familie vor Konkurrenten und Feinden (15, 16). Bisweilen wird auch berichtet, dass Rüden mit ihren Welpen spielen (16). Wo beide Elternteile noch am Leben sind, trägt der Fuchsrüde den Welpen im übrigen sogar mehr Nahrung zu als die Fähe, die ihrerseits dagegen viel Zeit in Baunähe verbringt und die Jungfüchse säugt, Fellpflege betreibt oder mit ihnen spielt (5). Alles in allem dürfte es in der wissenschaftlichen Literatur zu wenigen Aspekten des überaus komplexen und flexiblen füchsischen Sozialverhaltens einen so klaren Konsens geben wie zu der Frage, ob Fuchsrüden sich an der Jungenaufzucht beteiligen.
Natürlich ergibt sich aus der beschriebenen Rolle des Fuchsvaters bei der Welpenaufzucht nicht zwingend, dass sein Einsatz für die Jungfüchse überlebenswichtig wäre. Allerdings beschrieb der angesehene Biologe und Fuchsexperte J. D. Henry schon 1986, dass bei Überleben beider Elternteile die Füchsin die ersten 10 bis 14 Tage nach der Geburt der Welpen im Bau bleibt und sich vom Rüden mit Nahrung versorgen lässt (9). In einer späteren Publikation führt Henry aus, dass die Fähen in einigen der von ihm untersuchten Gebiete in dieser Zeit vollständig vom Jagderfolg des Rüden abhängig sind (15).
Auch die Schweizer Biologen Gloor, Bontadina und Hegglin bestätigen anhand ihrer Untersuchungen im Großraum Zürich, dass die Füchsin nach der Geburt der Welpen vom Rüden versorgt wird und in dieser Zeit den Bau kaum verlässt (17). Sie darf die neugeborenen Jungfüchse nicht für längere Zeit allein lassen, weil diese ihre Körpertemperatur noch nicht selbstständig aufrechterhalten können (18). Das Fehlen des Fuchsrüden als »Versorger« in dieser Phase hat also zwangsläufig gravierende Auswirkungen auf die Nahrungsversorgung der Fähe in der Zeit nach der Geburt und damit auch auf die Versorgung der Fuchswelpen mit überlebenswichtigen Nährstoffen.
Folgerichtig stellte Vergara in einer Studie zur Vaterrolle des Fuchsrüden fest, dass der Reproduktionserfolg deutlich höher ist, wenn beide Elternteile den Nachwuchs gemeinsam aufziehen, als wenn die Fähe dabei auf sich allein gestellt ist (16). Der deutsche Biologe Felix Labhardt führt in seiner 1990 veröffentlichten Fuchsmonographie »Der Rotfuchs« aus, dass »die Betreuung durch beide Elternteile die Überlebenschance der Welpen erhöht« (11). Seine Kollegin Zabel beobachtete in den 1980er Jahren im Rahmen von Forschungsarbeiten zum Fortpflanzungsverhalten des Rotfuchses elf Fuchsfamilien. Nur eine der betreffenden Füchsinnen musste ihren Nachwuchs ohne Hilfe eines Rüden großziehen, und sie war die einzige, von deren Welpen kein einziger das erste Lebensjahr überstand. Neben der schlechteren Nahrungsversorgung waren vor allem Störungen durch rivalisierende Füchse dafür verantwortlich (19) - ein eindeutiges Indiz dafür, dass auch das Wach- und Verteidigungsverhalten der Fuchsväter für das Überleben der Jungtiere von erheblicher Bedeutung ist.
Tötung von Fuchsrüden zur Zeit der Jungenaufzucht - ein Verstoß gegen §22,4 Bundesjagdgesetz
Diese Forschungsergebnisse legen nahe, dass Jahr für Jahr ein erheblicher Teil der Fuchswelpen zu Tode kommt, weil ihr Vater von einem Jäger getötet wurde. Damit verstieße auch die Tötung der Fuchsrüden zur Zeit der Jungenaufzucht gegen §22 Absatz 4 des Bundesjagdgesetzes, weil sie für das Überleben der Jungfüchse notwendig sind. Hält man in Jagdkreisen vielleicht deswegen so krampfhaft an der Hypothese vom »Rabenvater Fuchs« fest, weil man fürchtet, ansonsten eine jagdliche Büchse der Pandora zu öffnen? Tatsächlich hätte die Anerkennung der Vaterrolle von Fuchsrüden weitreichendere Konsequenzen, als auf den ersten Blick offenkundig ist. Die Zeit der intensivsten Fuchsbejagung fällt nämlich in die Monate Dezember bis Februar. Hauptgrund dafür dürfte heutzutage keinesfalls mehr der »reife Winterbalg« der Füchse sein (die meisten getöteten Füchse werden mit Haut und Haar kurzerhand in Tierkörperbeseitigungsanlagen entsorgt), sondern die Tatsache, dass die Paarungszeit auf genau diese Monate fällt. In der so genannten »Ranz« sind die sonst überaus vorsichtigen Füchse oft auch tagsüber unterwegs; durch weit hörbares, heiseres Bellen halten sie miteinander Kontakt, und ihre scharfen Sinne beschäftigen sich mehr mit dem anderen Geschlecht als mit dem lauernden Jäger. Hinzu kommt, dass der Schnee in diesen Monaten die Füchse und ihre Spuren besser sichtbar macht. Den Höhepunkt erreicht die Fuchsjagd in den Monaten Januar und Februar mit den vielerorts stattfindenden »Fuchswochen«, bei denen unter Zuhilfenahme vieler revierloser Jäger in mehreren Revieren gleichzeitg Dutzende, in einigen Fällen sogar über hundert Füchse getötet werden. Zwischen Rüden und Fähen wird beim Abschuss kein Unterschied gemacht.
Allerdings ist davon auszugehen, dass gerade zur Zeit dieser »Fuchswochen« ein Großteil der Fähen bereits schwanger ist. Die überlebenden Füchsinnen bringen nach einer Tragzeit von 50 bis 54 Tagen ihre Welpen zur Welt. Da durch den hohen Jagddruck im Januar und Februar jedoch viele der zu diesen Fuchsfamilien gehörenden Rüden zu Tode gekommen sind, stehen diese nicht mehr für die Jungenaufzucht zur Verfügung. Es genügt also keinesfalls, Fuchsrüden - gemeinsam mit den Füchsinnen - mit der Geburt der Welpen von der Bejagung auszunehmen; vielmehr müsste dieses Bejagungsverbot konsequenterweise bereits in der Paarungszeit beginnen.
Eine Unterscheidung von Füchsen hinsichtlich ihres Geschlechts ist auf die Distanz äußerst schwierig, sofern man die Tiere nicht gerade bei der Reviermarkierung oder ähnlichen »verräterischen« Tätigkeiten beobachten kann. Das gilt erst recht, wenn - wie bei der Baujagd oder bei Treibjagden üblich - auf fliehende Tiere geschossen wird. Konsequenterweise müsste ein Bejagungsverbot also sowohl Rüden als auch Fähen einschließen und bereits im Januar einsetzen, um die Tötung für die Welpenaufzucht notwendiger Elterntiere auszuschließen.
Bislang haben immerhin zwei Bundesländer - Berlin und vor kurzem auch das Saarland - erkannt, dass eine Schonzeit für Füchse längst überfällig ist. In Berlin ruht die Jagd auf erwachsene Füchse von Februar bis Oktober; im Saarland wurde im Koalitionsvertrag immerhin eine sechsmonatige Schonzeit mit Beginn im Februar vereinbart. Die Regelungen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen (dreimonatige Schonzeit für Altfüchse ab März) sowie Schleswig-Holstein (viermonatige Schonzeit für Altfüchse ab April) greifen indes viel zu kurz, weil sie zum einen die Tötung der Fuchsrüden im Februar nicht verhindern und zum anderen die Welpen am Ende der Schonzeit im Juni noch keineswegs selbständig sind. Eine Geburt Mitte April vorausgesetzt, wären die Jungfüchse zum Ende der Schonzeit gerade einmal zwei Monate alt. Bedenkt man, dass die Fähe sie mindestens acht Wochen lang säugt und die Welpen erst mit drei bis vier Monaten beginnen, selber kleine Tiere wie etwa Insekten zu erbeuten, erscheint ein derart frühes Ende der Jagdruhe vollkommen unverständlich. Forderung an die Bundesländer: Schonzeit für Füchse mindestens von Januar bis Ende August
Zu erklären sind die aktuell gültigen Jagdzeitenregelungen nur mit der massiven politischen Einflussnahme der Jagdfunktionäre, die vehement an ihren überholten Stammtischthesen festhalten. Offensichtlich will man dem Fuchs, einem vielen Jägern verhassten Beutekonkurrenten, nicht einmal Gelegenheit bieten, seinen Nachwuchs ungestört großzuziehen. Folgt man dagegen dem Anspruch von §22 Absatz 4 des Bundesjagdgesetzes, so wäre eine Schonzeit für Füchse, die zumindest von Anfang Januar bis Ende August reicht, obligatorisch.
Es wird höchste Zeit, dass unsere Bundesländer ihre Jagdzeitenverordnungen an biologische Realitäten anpassen. Die zuständigen Politiker müssen sich dabei durchaus die Frage gefallen lassen, warum sie noch immer das in Jagdmagazinen kolportierte Halb- und Unwissen über vielfach belegte wissenschaftliche Erkenntnisse stellen. Die Mär vom Fuchsrüden als »Rabenvater« ist jedenfalls seit geraumer Zeit als antiquiertes Jägerlatein entlarvt.
Füchse erfüllen genauso wie Marder und Iltisse eine wichtige ökologische Aufgabe in der Natur (»Gesundheitspolizei des Waldes«). Im Übrigen ist es selbst mit drastischen Maßnahmen nicht möglich, Fuchspopulationen zu »reduzieren« - und es ist auch gar nicht erforderlich, denn die Dichteregulation übernimmt das ausgeklügelte Sozialsystem der Füchse weit effektiver, als es der Mensch jemals könnte. Fuchsjagd kurbelt lediglich die »Produktion« von Nachwuchs an - und dient damit allenfalls jenen Menschen, die Spaß am Töten von Füchsen haben oder damit Geld verdienen, ihnen das Fell über die Ohren zu ziehen.
Quellen: (1) A. Lorz, E. Metzger, H. Stöckel (1998): Beck'sche Kurzkommentare, Bd. 38. Jagdrecht, Fischereirecht: Bundesjagdgesetz mit Verordnungen und Länderrecht, Binnenfischereirecht, Fischereischeinrecht, Seefischereirecht. C.H. Beck (2) H. Schulze (1977): Jäger, Jagd und Wild. Landbuch-Verlag (3) http://www.wildundhund.de/forum/viewtopic.php?t=61390&postdays=0&postorder=asc&start=0 (4) http://www.wildundhund.de/forum/viewtopic.php?t=61173&postdays=0&postorder=asc&start=0 (5) J.R.Malcolm (1985): Paternal Care in Canids. American Zoologist, 25(3): 853-856 (6) A.B. Sargeant, L.E. Eberhardt (1975): Death feigning by ducks in response to predation by red foxes (Vulpes fulva). American Midland Naturalist 94, 108-119 (7) D. Macdonald (1980): Social factors affecting reproduction by the red fox, Vulpes vulpes. In: E. Zimen, ed. The Red Fox, Symposium on Behavior and Ecology. Biogeographica 18, W. Junk, The Hague, The Netherlands (8) C.J. Zabel, S.J. Taggart (1989): Shift in red fox, Vulpes vulpes, mating system associated with El Niño in the Bering Sea, Animal Behavior 38, 830-838 (9) J.D. Henry (1986): Red Fox: The Catlike Canine. Smithsonian Institute Press (10) C.S.Asa (1997): Hormonal and Experiential Factors in the Expression of Social and Parental Behavior in Canids. In: N. G. Solomon & J.A.French, Cooperative Breeding in Mammals. Cambridge University Press (11) F. Labhardt (1990): Der Rotfuchs, Paul Parey (12) D.G.Kleiman, J.R.Malcolm (1981): The Evolution of Male Parental Investment in Mammals. In: D.J. Gubernick, P.H. Klopfer, Parental Care in Mammals. Plenum Publishing (13) C.S.Asa, C.Valdespino (1998): Canid Reproductive Biology: an Integration of Proximate Mechanisms and Ultimate Causes. American Zoologist, 38: 251-259 (14) D. Macdonald (1991): Running with the Fox. Facts on File (15) J.D. Henry (1996): Foxes - Living on the Edge. NorthWord (16) V. Vergara (2001): Comparison of parental roles in male and female Red Foxes, Vulpes vulpes, in southern Ontario. CANADIAN FIELD-NATURALIST 115(1):22-33 (17) S. Gloor, F. Bontadina, D. Hegglin (2006): Stadtfüchse. Ein Wildtier erobert den Siedlungsraum. Haupt (18) S. Harris (1986), Urban Foxes. Whittet Books (19) C.J.Zabel (1986): Reproductive Behavior of the Red Fox (Vulpes vulpes): A Longitudinal Study of an Island Population
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ÖDP Baden-Baden kritisiert Fuchsjagd |
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Füchse haben in den meisten Bundesländern keine Schonzeit und dürfen das ganze Jahr über geschossen oder in Fallen gefangen werden. Diese gnadenlose Jagd auf Füchse versuchen die Jäger gegenüber der Öffentlichkeit mit zwei Argumenten zu rechtfertigen: dem angeblichen Schutz der Bevölkerung vor Tollwut und dem Fuchsbandwurm. Der Haken daran: Deutschland gilt seit 2008 nach den internationalen Kriterien der "Weltorganisation für Tiergesundheit" als tollwutfrei. (Quelle: Ärzte Zeitung, 7.8.2008). Und spätestens seit der aktuell veröffentlichten Untersuchung des Wissenschaftszentrums Weihenstephan der Technischen Universität München kann auch das Argument "Fuchsbandwurm" getrost in die Kategorie "Jägerlatein" eingeordnet werden.
Mehr hierzu: Forderung: Verbot der Fuchsjagd
Vor diesem Hintergrund macht sich Gisela Mutke, Kreisvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp) Baden-Baden, stark für die Füchse. Lesen Sie nachfolgend ihren Beitrag.
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ÖDP Baden-Baden sieht von Jägern geschürte Ängste äußerst kritisch Jährlich weit über 500.000 Füchse sinnlos getötet
„Wissenschaftliche Studien belegen, dass die von Jägern bevorzugte Argumentation in Bezug auf den Fuchsbandwurm nicht im Mindesten berechtigt ist.“ Das sagt Gisela Mutke, Kreisvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp) Baden-Baden.
Eine geschürte Angst vor dem Fuchsbandwurm greife in Teilen der Bevölkerung immer wieder um sich, so die ödp-Kreisvorsitzende. Kaum Beachtung fänden hingegen fachkundige Experten, die maßlose Übertreibungen anprangern und Entwarnung geben: „Das Risiko, sich zu infizieren, ist verschwindend gering“, erkläre beispielsweise Steffen G. Fleischhauer, Spezialist für essbare Wildpflanzen und Dozent an den Hochschulen Weihenstephan und Zürich. Zudem hätten erst kürzlich Wissenschaftler der Technischen Universität München nachgewiesen, dass durch konsequentes Auslegen von Entwurmungsködern selbst die Infektionsrate von Füchsen mit dem Fuchsbandwurm innerhalb weniger Jahre von derzeit etwa 50 % auf unter 3 % sinken würde, so Mutke, die sich dafür einsetzt, dass das vorbildhafte Fuchsbandwurmprojekt der Gemeinde Grünwald Breitenwirkung entfalten kann. Das Projekt führte nämlich dazu, dass die Füchse dort völlig vom Fuchsbandwurm befreit wurden. Die Jägerschaft enthalte Ergebnisse wissenschaftlicher Studien über das tatsächliche Ausmaß der Krankheit der Öffentlichkeit vor. Gleichzeitig locke sogar der Freistaat Sachsen fast trotzig seine Hobby- und Freizeitjäger mit einem 20 Euro-Schein für jeden, der einen Fuchs erlegt und zum Nachweis ein Paar Fuchsohren abliefert. „Was dort geschieht, ist für mich überhaupt nicht mehr nachvollziehbar“, empört sich die ödp-Kreisvorsitzende, die aber auch die Entwicklung in der eigenen Region mit Skepsis betrachtet. Scheinbar bereite das Jagen und Töten den Jägern sehr viel Freude, wohingegen das Auslegen präparierter Köder gegen den Fuchsbandwurm eher eine lästige Tätigkeit sein könnte. Allerdings hätte sich schon bei der Tollwut gezeigt, dass einzig und allein durch umfangreiche Impfaktionen mit Ködern bei Füchsen ein entscheidender Erfolg erzielt werden konnte. Dessen ungeachtet musste von Jägern nach dem Wegfall des alten Feindbilds Tollwut folglich dringend ein neues geschaffen werden, um den Abschuss derjenigen Tierart uneingeschränkt weiter betreiben zu können, die als Konkurrent in der Jagd auf das sogenannte Niederwild, die Rebhühner oder Fasanen, ausgeschaltet werden sollte. So wundere es nicht, dass die Freizeitjäger es vorzögen, weiterhin der Fuchsjagd nachzugehen, statt aus den positiven Erfahrungen der Impfaktion zu lernen und nunmehr Köder gegen den Fuchsbandwurm auszulegen, folgert die ödp-Politikerin. Gisela Mutke abschließend zu der Thematik: „So lange Internetforen ein Foto, welches einen Fuchs beim Aufprall des Hagels an Schrotpatronen auf seinen Körper zeigt, als besonders gelungen preisen und in anderen Bildern schwangere Fuchsmütter mit ihren aus dem Leib gerissenen Föten inszeniert werden, so lange ist etwas falsch in unserer Gesellschaft. Allgemeine Missstände in der Jagd, aber im speziellen auch die der Fuchsjagd, müssen endlich thematisiert und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden“.
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Gnadenlose Verfolgung: Über eine halbe Million Füchse werden von deutschen Jägern jedes Jahr erschossen oder in Fallen gefangen - ohne vernünftigen Grund. |
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Impf-Erfolge bei Tollwut und Fuchsbandwurm |
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14.2.2010
Tierschützer fordern Verbot der Fuchsjagd
Überall in Deutschland finden derzeit sogenannte "Fuchswochen" statt - großangelegte Jagden, bei denen Dutzende Jäger mit Gewehren und Hunden revierübergreifend Füchsen nachstellen. Meist kommt dabei ein erheblicher Teil der Füchse in den bejagten Gebieten zu Tode - und wird kurzerhand in der Tierkörperbeseitigung entsorgt. Füchse werden in Deutschland ganzjährig bejagt und haben keine Schonzeit. Diese gnadenlose Jagd auf Füchse versuchen die Jäger gegenüber der Öffentlichkeit mit zwei Argumenten zu rechtfertigen: dem angeblichen Schutz der Bevölkerung vor Tollwut und dem Fuchsbandwurm. Der Haken daran: Deutschland gilt seit 2008 nach den internationalen Kriterien der "Weltorganisation für Tiergesundheit" als tollwutfrei. (Quelle: Ärzte Zeitung, 7.8.2008). Und spätestens seit der aktuell veröffentlichten Untersuchung des Wissenschaftszentrums Weihenstephan der Technischen Universität München kann auch das Argument "Fuchsbandwurm" getrost in die Kategorie "Jägerlatein" eingeordnet werden.
Die Wissenschaftler wiesen nach, dass durch das konsequente Auslegen von Entwurmungsködern die Infektionsrate dauerhaft auf ein Minimum angesekt werden kann. Bei einem Projekt im Landkreis Starnberg wurde die Befallsrate der Füchse innerhalb weniger Jahre auf unter 3 Prozent gesenkt (Quelle: Pressemeldung des Wissenschaftszentrums Weihenstephan der TU München, Januar 2010).
"Tollwut" und "Fuchsbandwurm" - Rechtfertigung eines blutigen Hobbys?
Schon in den vergangenen Jahren hatten Forscher immer wieder darauf hingewiesen, dass die Angst vor dem Fuchsbandwurm übertrieben sei. Laut Robert-Koch-Insitut gibt es in Deutschland pro Jahr im Schnitt weniger als 20 bestätigte Fälle von Neuinfektionen. Und Professor Peter Kern, der das Europäische Echinokokkose-Register koordiniert, in dem alle bekannt gewordenen Infektionen mit dem Fuchsbandwurm dokumentiert werden, weist darauf hin, dass das größte Risiko der Ansteckung für den Menschen gar nicht der Fuchs ist, sondern der Hund. (Quelle: Kölner Stadtanzeiger, 14.6.2009)
Zudem gibt es keinen einzigen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Jagd die Befallsrate der Füchse mit dem Bandwurm reduzieren kann. Auch bei der Tollwut führten einzig flächendeckende Impfaktionen mit Auslegung von Impfködern zum Erfolg - die Fuchsjagd hatte sich Studien zufolge als kontraproduktiv erwiesen und zur Ausbreitung der Tollwut sogar beigetragen.
Somit kann festgestellt werden, dass die angebliche Bedrohung der Volksgesundheit mit Tollwut und Fuchsbandwurm nicht exisitert. Dient sie nur als Rechtfertigung der Jäger für ihr Hobby?
Der wahre Grund für die Fuchsjagd: Jagdlust
Wenn nun aber "Tollwut" und "Fuchsbandwurm" als Jägermär entlarvt sind - was sind dann die wahren Gründe für die Fuchsjagd? Hier geben die einschlägigen Jagdzeitschriften und Jäger-Foren im Internet schnell Aufschluss: Von "Lust am Nachstellen und Erbeuten" ist dort die Rede, von der "Waidmannsfreude, einen Fuchs im Schrotschuss rollieren (sich überschlagen, Anm.d.Red.) zu lassen", vom "Reiz der winterlichen Fuchsjagd", vom "Jagdtrieb", vom "Jagdfieber" und vom „Kick“, den der Jäger beim tödlichen Schuss erlebt. Oft werden Füchse auch als Beutekonkurrenten des Jägers mit an Fanatismus grenzendem Eifer verfolgt. Auf Fotos zeigen sich stolze Waidmänner, denen die "Strecke" der totgeschossenen Füchse zu Füßen liegt.
Tier- und Naturschützer fordern Verbot der Fuchsjagd
Seit dem Jahr 2002 steht der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz. Das Tierschutzgesetz verbietet das Töten von Tieren ohne "vernünftigen Grund". Ist die jägerische "Lust am Töten" ein vernünftiger Grund? Etwa eine halbe Million Füchse fällt Jahr für Jahr der Jagdlust der Waidmänner zum Opfer - ohne vernünftigen Grund. Dies ist gesellschaftlich nicht mehr länger hinnehmbar. Seit Jahren fordern Tier- und Naturschützer ein Verbot der Fuchsjagd. "Jagd auf Füchse ist ökologisch widersinnig und aus ethischer Sicht verwerflich", sagt Kurt Eicher, Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd.
Anders, als von Jägern oft behauptet, nehmen unbejagte Fuchsbestände keinesfalls überhand. Komplexe Sozialstrukturen, in denen bei hoher Populationsdichte und geringem Jagddruck deutlich weniger Welpen zur Welt kommen, beschränken die Vermehrungsrate. Der renommierte Biologe und Fuchsforscher Erik Zimen kommentierte dieses Phänomen plakativ mit den Worten "Geburtenbeschränkung statt Massenelend".
Füchse erfüllen eine wichtige Rolle als "Gesundheitspolizei" in der Natur. Sie fangen hauptsächlich Mäuse - zum Nutzen der Landwirtschaft -, vertilgen Aas und erbeuten meist kranke oder verletzte Tiere und tragen somit zur Gesunderhaltung der Tierpopulationen bei. Doch der Fuchs ist nicht nur „Gesundheitspolizei“ in der Natur, sondern trägt auch zum Schutz des Waldes, da er Waldwühlmäuse (Rötelmäuse) vertilgt. Forstleute sind seit langem der Meinung, dass der Fuchs im Wald mehr Nutzen als Schaden stiftet. Denn die oft erheblichen Schälschäden an jungen Bäumen durch die Rötelmaus treten immer dann auf, wenn er stark reduziert ist.
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Strafanzeige gegen riesige Treibjagd bei Schnee |
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Großjagd während des Schneesturms "Daisy" in Baden-Württemberg Tierschutzorganisationen stellen Strafanzeige
Am 9.1.2010 fand eine groß angelegte revierübergreifende Bewegungsjagd auf Wildschweine im Umkreis von Mundelfingen statt - trotz katastrophaler Witterungsbedingungen für das Wild durch Schneesturm "Daisy". An dieser Jagd nahmen 200 Jäger (!) und 40 Treiber teil. Deutschlandweit wurden zur gleichen Zeit etliche Treibjagden aus Tierschutzgründen abgesagt.
Bei derartigen Witterungsverhältnissen fahren die Tiere ihren Energiehaushalt weit herunter und kommen zur Ruhe. „Auf der Flucht verbrauchen sie schlagartig jede Menge Energie - schlimmstenfalls zu viel, um den Winter unbeschadet zu überstehen“, sagt Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdschutz-Verband in Bonn. Aufgrund des strengen Frostes, des hohen Schnees und der starken Schneeverwehungen kommt es unter den Tieren zu übermäßiger Aufregung, Überanstrengung, Erschöpfung, Panik, Angst, Hunger und Durst. Dies aber war den verantwortlichen Jägern egal. Stattdessen wurde die Jagd sogar auf neun Jagdreviere ausgedehnt: die staatliche Regiejagd Scheffheu, fünf Hüfinger Jagden, die Jagd Wutach und die Jagden Achdorf I und II.
Bewegungsjagden während Notzeit sind nicht weidgerecht Diese Auffassung teilt auch der Bayerische Landesjagdverband. Danach sollen Bewegungsjagden „nicht nach Jahresende sowie nicht bei hoher Schneelage und/oder Harsch stattfinden“.
"Die Veranstaltung einer revierübergreifenden Bewegungsjagd mit 200 Jägern und 40 Treibern sowie Dutzenden zum Einsatz kommenden Gebrauchshunden bei einer für Wild derart katastrophalen Witterung zeugt von einer geradezu unglaublichen Rohheit der Verantwortlichen und der Teilnehmer", sagt Roland Dunkel, 2. Vorsitzender des Arbeitskreises humaner Tierschutz e.V.. Diese gefühllose Gesinnung komme dadurch zum Ausdruck, dass den Verantwortlichen das als Hemmung wirkende Gefühl für das Leid der Tiere aus objektivierter Sicht völlig abhanden gekommen sei.
Verstoß gegen das Tierschutzgesetz "Das Tierschutzgesetz soll gerade dazu dienen, Tiere vor Schmerzen und Leiden zu bewahren", so Rechtsanwalt Dominik Storr, der für die Tierschutzorganisationen die Strafanzeige gestellt hat. "Auch wenn es dem einen oder anderen Jäger eher hinderlich erscheint, gibt es in Deutschland doch ein rechtsverbindliches Tierschutzgesetz, wonach die Tötung oder die sonstige Behandlung von Wirbeltieren an Voraussetzungen geknüpft ist." Durch die nicht weidgerechte Großjagd, bei der 25 Wildschweine, 15 Rehe und 11 Füchse getötet wurden, hätten die verantwortlichen Jäger den betroffenen Wirbeltieren vermeidbare Leiden zugefügt, was nach dem Tierschutzgesetz strafbar ist.
Anzeigeerstatter sind die Tierschutzorganisation PETA Deutschland e.V., der Politische Arbeitskreis für Tierrechte in Europa (PAKT) e.V., der Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V., die Initiative zur Abschaffung der Jagd, die Hans-Rönn-Stiftung sowie die Initiative pro iure animalis.
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Tierschutzorganisation stellt Strafanzeige |
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Tötung einer Wildschweinfamilie durch Polizisten in Höchberg, Landkreis Würzburg Tierschutzorganisation stellt Strafanzeige gegen Polizisten
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Bei einer Treibjagd im Reichenberger Wald flüchteten Sonntagnachmittag 13 Wildschweine in das Gewerbegebiet Höchberg. Die Wildschweine versteckten sich in einer Garage, die ein Mitarbeiter einer Firma daraufhin abschloss. Zum Zeitpunkt des Erscheinens der Polizei konnte somit eine konkrete Gefahr durch die Wildschweine ausgeschlossen werden. Da die Wildschweine auch nach dem Öffnen des Garagentores sich nicht veranlasst sahen, die Garage wieder zu verlassen, ist offensichtlich, dass die Tiere auch zu diesem Zeitpunkt keine konkrete Gefahr für die Allgemeinheit darstellten. Die Tierschutzorganisation Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. hat daher Strafanzeige gegen die verantwortlichen Polizisten gestellt - wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.
"Tiere dürfen in Deutschland nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden", so Rechtsanwalt Dominik Storr, der für die Tierschutzorganisation die Strafanzeige gestellt hat. "Die Tötung der Wildschweine beruhte nicht auf der Feststellung einer konkreten Gefahr, die für ein derartiges Einschreiten der Polizei Voraussetzung gewesen wäre", so der Rechtsanwalt. Eine völlig unzureichende abstrakte Risikobewertung könne eine polizeiliche Maßnahme nicht rechtfertigen. "Nach Abzug der aufgebrachten Menschen und der damit automatisch einhergehenden Beruhigung der Wildschweine hätte nur die Garage nach Eintritt der Dunkelheit geöffnet werden müssen", so Roland Dunkel, Vorsitzender des Arbeitskreises humaner Tierschutz e.V.. Die Tiere hätten in den Wald zurückkehren können, ohne dass dabei irgendjemand zu Schaden gekommen wäre.
Verstoß gegen das Tierschutzgesetz "Auch wenn es die Behörden in vielen Fällen nicht wahrhaben wollen, gibt es in Deutschland doch ein rechtsverbindliches Tierschutzgesetz, wonach die Tötung eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund gemäß § 17 Nr. 1 Tierschutzgesetz strafbar ist", so Rechtsanwalt Storr. Der Tierschutz wurde zudem im Jahr 2002 als Staatsziel in das Grundgesetz aufgenommen. Diese Staatszielbestimmung gibt dem Staat den umfassenden Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und der Tiere auf. Auf diese Weise wird der Tierschutz zur Aufgabe der öffentlichen Gewalt. An diesen Rechtsgrundsätzen hat sich insbesondere auch die Polizei als Organ der öffentlichen Gewalt zu orientieren. Damit dieser Grundsatz nicht nur auf dem Papier existiert, sondern in der Praxis von den Behörden auch umgesetzt wird, hat die Tierschutzorganisation Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen die verantwortlichen Polizisten gestellt. Nach dem Tierschutzgesetz ist es nämlich strafbar, wenn Wirbeltiere ohne vernünftigen Grund getötet werden. "Die Wildschweinmutter, die mit ihren Kindern der Treibjagd entkommen war, erwartete im Gewerbegebiet Höchberg eine gnadenlose Hinrichtung durch die Polizei. Diese Tiertragödie zeigt, dass die Behörden Tiere in vielen Fällen immer noch wie Sachen behandeln", so der Vorsitzende des Arbeitskreises humaner Tierschutz.
Neustadt, den 15.12.2009 Rechtsanwalt Dominik Storr
Lesen Sie die Strafanzeige (pdf-download) [80 KB]
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Tier- und Naturschützer schlagen Alarm: |
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Revierübergreifende Jagd auf Wildschweine rechtswidrig?
Der bayerische Landwirtschaftsminister Brunner bezeichnet die Wildschweinzunahme als „dramatisch“ und plädiert für "mehr revierübergreifende Jagden, bei denen auch Hunde und Treiber zum Einsatz kommen sollen" (ddp, 23.11.2009). Doch zahlreiche Natur- und Tierschutzorganisationen schlagen dagegen Alarm: „Die Jagd hat mit den sogenannten revierübergreifenden Treib- und Drückjagden unter Teilnahme einer oder mehrerer Hundertschaften von Jägern und Treibern, der Absperrung ganzer Landstriche zulasten von Spaziergängern, Joggern, Mountainbikefahrern, Reitern sowie der damit einhergehenden Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung völlig neue Dimensionen angenommen, die nicht mehr hinnehmbar sind“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Karnowsky von der Hans-Rönn-Stiftung.
Erweiterung der bisher revierbezogenen Jagdausübung ist rechtlich fragwürdig
Die Natur- und Tierschützer haben Staatsminister Brunner im Visier. Dieser ziehe die Rechtfertigung für die neue Jagdmethode aus einer angeblich notwendigen Schädlingsbekämpfung. „Die Erweiterung der gesetzlich vorgesehenen revierbezogenen Jagdausübung darf daher nur zu diesem - konkret nachgewiesenen - Zweck ausgeübt werden“, erklärt Rechtsanwalt Dominik Storr, der von der Hans-Rönn-Stiftung und von weiteren Natur- und Tierschutzorganisationen beauftragt wurde, um den Wildschweinen in Deutschland gemeinsam eine Stimme zu geben.
„Minister Brunner wird den Beweis der notwendigen Schädlingsbekämpfung nicht führen können“, ist sich Rechtsanwalt Storr sicher: Zum einen würden in Bayern die überwiegende Anzahl der Wildschäden nicht behördlich erfasst (vgl. Niels Hahn, Evaluierung der Empfehlungen zur Reduzierung überhöhter Schwarzwildbestände in Bayern, S. 50 u. 51). Von behördlich nicht erfassten Schäden könne nicht auf eine notwendige Schädlingsbekämpfung geschlossen werden. Zum anderen sei anhand einer jüngst im renommierten „Journal of Animal Ecology“ veröffentlichten Langzeitstudie, die auf zahlreiche weitere universitäre Arbeiten und Untersuchungen Bezug nimmt, wissenschaftlich erwiesen, dass der hohe Jagddruck hauptverantwortlich ist für die hohe Wildschweinpopulation. Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, um so stärker vermehren sie sich (Journal of Animal Ecology 2009, 78, 1278-1290).
Fortschritt und Innovation - nur nicht bei der Jagd
„Bayern möchte überall modern, fortschrittlich und innovativ sein. Nur bei der Jagd verschließt sich Bayern willentlich den wissenschaftlichen Fakten“, sagt der Biologe Kurt Eicher von der „Initiative zur Abschaffung der Jagd“.
Rechtliche Klärung des Wildschweinproblems wird angestrebt
Die Natur- und Tierschützer wollen das bundesweite Massaker an Wildschweinen, welches das (angebliche) Wildschweinproblem nur noch verschärft, nicht hinnehmen und einer rechtlichen Klärung zuführen. Ihr Anwalt hält die revierübergreifenden Treib- und Drückjagden nicht von der revierbezogenen Gesetzeslage gedeckt. Auch entspreche diese Form der Jagd nicht den anerkannten Grundsätzen der „deutschen Weidgerechtigkeit“. „Das Tor zu strafbewährten Verstößen gegen das Tier-, Naturschutz- und Umweltstrafrecht sei somit durch den Jagdfrevel geöffnet“, erklärt Rechtsanwalt Storr. In einem öffentlichen Brief wurde der bayerische Landwirtschaftsminister Brunner aufgefordert, die Ausübung revierübergreifender Treib- und Drückjagden in Bayern sofort zu untersagen.
Lesen Sie das offene Schreiben an Landwirtschaftsminister Brunner [63 KB]
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Schockierender Film: |
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Ein Jäger hat ein Wildschwein angeschossen - der Film dokumentiert den grausamen, qualvoll langsamen Tod des Tieres. Mindestens sieben Mal schoss der über 80jährige Waidmann in den Körper des Wildschweines - nach einer Stunde war es immer noch nicht tot...
Download für Windows Media Player: http://www.lusttoeter.de
Bericht des Filmers
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Sind die Jäger schuld an der Wildschweinschwemme? |
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Studie: Mehr Jagd führt zur Vermehrung der Wildschweine
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Derzeit ist in allen Zeitungen von einer „Wildschweinschwemme“, gar von einer „Wildschwein-Plage“ zu lesen. Doch obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden, wie noch nie seit Beginn Aufzeichnungen in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, steigt die Anzahl der Wildschweine weiter. Ist die Lösung des „Wildschweinproblems“, noch mehr Tiere zu schießen? Oder ist gerade die intensive Jagd auf Wildschweine das Problem? Denn so paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, um so stärker vermehren sie sich. Auf diesen Zusammenhang weisen immer mehr Wissenschaftler hin. Und zu diesem Ergebnis kommt auch eine aktuell publizierte französische Langzeitstudie: Starke Bejagung führt zu zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen.
Die Wissenschaftler um Sabrina Servanty verglichen in einem Zeitraum von 22 Jahren die Vermehrung von Wildschweinen in einem Waldgebiet im Departement Haute Marne, in dem sehr intensiv gejagt wird, mit einem wenig bejagten Gebiet in den Pyrenäen. Das Ergebnis wurde nun im renommierten „Journal of Animal Ecology“ veröffentlicht: Wenn hoher Jagddruck herrscht, ist die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen wesentlich höher als in Gebieten, in denen kaum gejagt wird. Weiterhin tritt bei intensiver Bejagung die Geschlechtsreife deutlich früher – vor Ende des ersten Lebensjahres – ein, so dass bereits Frischlingsbachen trächtig werden. Auch das Durchschnittsgewicht der erstmalig fruchtbaren Wildschweine ist bei hohem Jagddruck geringer. In Gebieten, in denen wenig Jäger unterwegs sind, ist die Vermehrung der Wildschweine deutlich geringer, die Geschlechtsreife bei den Bachen tritt später und erst bei einem höheren Durchschnittsgewicht ein. (vgl. Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009) Mit dieser Studie ist bewiesen, dass die starke Vermehrung bei Wildschweinen nicht auf nur vom Futterangebot abhängt, sondern auch von der intensiven Bejagung.
Stärkere Vermehrung durch die Jagd
Durch die Jagd vermehren sich Wildtiere stärker als unter natürlichen Umständen, meint auch Prof. Dr. Josef H. Reichholf, der die Abteilung Wirbeltiere der Zoologischen Staatssammlung München leitet. Würden in einem Gebiet durch die Jagd, die ja vor allem im Herbst und Winter statt findet, viele Tiere getötet, hätten die Verbliebenen ein besseres Futterangebot. „Tiere, die gestärkt überleben, pflanzen sich im Frühjahr zeitiger und zahlenmäßig stärker fort“, sagt Reichholf. (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)
Der Biologe Kurt Eicher von der „Initiative zur Abschaffung der Jagd“ weist zudem darauf hin, dass Jäger durch legale oder illegale Zufütterungen und so genannte „Kirrungen“ für ein unnatürlich hohes Nahrungsangebot für Wildschweine sorgen – und damit wiederum zur Vermehrung beitragen. So hat die Wildforschungsstelle Aulendorf errechnet, dass allein in Baden-Württemberg jährlich 4.000 Tonnen Mais allein als „Kirrung“ ausgebracht werden – das sind pro erlegtem Wildschwein im Schnitt etwa 100 Kilo (!) Mais. Gerade Mais fördert nachweislich die Fruchtbarkeit von Wildschweinen. Doch Jäger argumentieren lieber, dass die hohe Zahl der Eicheln und Bucheckern in den Wäldern verantwortlich für die Wildschweinschwemme sei. Darüber kann der Biologe Kurt Eicher nur den Kopf schütteln: „Den Tieren standen im Herbst schon immer Bucheckern und Eicheln in den heutigen Mengen zur Verfügung - früher eventuell sogar noch mehr, da der Wald gesünder war.“
Zerstörung der Sozialstruktur
Norbert Happ, der bekannteste deutsche Wildschweinkenner – selber Jäger – prangert an: „Die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht“. Für die explosionsartige Vermehrung der Wildschweine seien die Jäger selbst verantwortlich: „Ungeordnete Sozialverhältnisse im Schwarzwildbestand mit unkoordiniertem Frischen und Rauschen und unkontrollierbarer Kindervermehrung sind ausschließlich der Jagdausübung anzulasten“, so Happ (in der Jägerzeitung "Wild und Hund", 23/2002).
Auch Wildmeister Gerold Wandel weist auf das Jagd-Problem hin: „Jetzt werden die Sauen wirklich wehrhaft! Sie wehren sich mit einer unglaublichen Zuwachsdynamik gegen den falschen, asozialen Abschuss in den Altersklassen.“ (Jagdzeitung PIRSCH 1/2004)
Kann die Natur sich selbst regulieren?
Die Natur hatte eigentlich alles hervorragend geregelt: Erfahrene weibliche Wildschweine - die Leitbachen - sorgen für die Ordnung in der Rotte und für Geburtenkontrolle. „Die Hormone der Leitbachen bestimmen die Empfängnisbereitschaft aller Weibchen der Gruppe und verhindern, dass zu junge Tiere befruchtet werden“, so der Biologe Kurt Eicher, Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. „Fehlen die Leitbachen, weil sie bei der Jagd getötet wurden, löst sich die Ordnung auf. Die Sozialstruktur ist zerstört und die Wildschweine vermehren sich unkontrolliert.“
Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, ist überzeugt: „Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.“ (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)
Lesen Sie weitere Beweise: Die Ursache der Wildschweinschwemme
Lesen Sie die Übersetzung der französischen Langzeitstudie als pdf-download [4.523 KB]
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Die Ursachen der Wildschweinschwemme |
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Mehr Jagd macht Wildschweine früher reif Wissenschaftliche Studien zeigen: Jagd ist kontraproduktiv
So süß die Frischlinge sind, so viel Ärger können ausgewachsene Wildschweine bereiten. Der Vermehrung der Tiere ist schwer beizukommen, zumal sich Jagen als kontraproduktiv erwiesen hat. Intensive Bejagung scheint aber kein Ausweg zu sein, wie wissenschaftliche Studien nun zeigen. (...) Zwar hätten verschiedene europäische Regionen noch recht unterschiedliche Populationsdichten vorzuweisen, doch die Zuwachsraten seien fast überall die gleichen. (...) Über die möglichen Ursachen der Schwarzwildschwemme streiten sich Biologen, Jäger und Tierschützer schon seit Jahren. Letztere behaupten, dass vor allem die Wildfütterungen der Jäger Schuld seien. Tatsächlich werden zum Beispiel in Südwestdeutschland Wildschweine mit durchschnittlichen Futtermengen von mehr als 100 kg jährlich pro geschossenes Tier praktisch gemästet. (...) Ein weiterer Kritikpunkt von Jagdgegnern bezieht sich auf den Abschuss selbst. Erhöhter Jagddruck, so die Tierschützer, bringe das Sozialgefüge der Wildschweinrotten aus dem Gleichgewicht und fördere so eine übermäßige Fortpflanzung, weil in Ermangelung von älteren "Bachen" - Muttertieren - die jungen Säue frühreif gedeckt würden. Allerdings ließ sich diese These bislang kaum wissenschaftlich untermauern. Die Debatte dürfte nun aber neu befeuert werden. Laut einer aktuell publizierten französischen Langzeitstudie scheint starke Bejagung durchaus die Fortpflanzungsfähigkeit zu stimulieren. In einem Waldgebiet im Departement Haute Marne erreichen deutlich mehr Jungsäue vor dem Ende ihres ersten Lebensjahres die Geschlechtsreife und werden trächtig, als dies zum Beispiel bei ihren Artgenossen in den Pyrenäen der Fall ist. Dort sind weniger Jäger unterwegs (vgl. Servanty et alii, Journal of Animal Ecology). Das Durchschnittsgewicht der erstmalig Fruchtbaren ist bei den untersuchten französischen Säuen ebenfalls geringer. (...) Der Standard, Printausgabe, 16.09.2009
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Wildschweine wehren sich gegen den falschen, asozialen Abschuss
„Jetzt werden die Sauen wirklich wehrhaft! Sie wehren sich mit einer unglaublichen Zuwachsdynamik gegen den falschen, asozialen Abschuss in den Altersklassen.... Diese Fehlabschüsse führen bekanntlich zur unbehinderten Vermehrung des Schwarzwildes. Wollen wir wirklich die Vermehrung noch stoppen, dann müsste unter anderem für drei Jahre der Abschuss der Keiler und großen Bachen untersagt werden. Das wäre dann ein realer Schutz der wichtigsten Leitbachen, sie würden wieder eine soziale Ordnung in den Wildbestand bringen. Aber hat die Jagd noch die Kraft, wildbiologische Erkenntnisse durchzusetzen – oder lässt sie sich in die Schädlingsbekämpfung treiben? Jagd und Jäger verlieren ihr Ansehen...“ Wildmeister Gerold Wandel in Jagdzeitung PIRSCH 1/2004
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Zerstörung von Sozialstrukturen
"Abschließend muss grundsätzlich die Frage erlaubt sein, was wir im Zusammenhang mit der Schwarzwildhege denn nun eigentlich wollen? Bei allen jagdlichen Freuden, die uns das Schwarzwildbeschert, sind wir leider nicht in der Lage - und zwar republikweit -, so mit den Sauen umzugehen, dass man von sozialbiologischstabilen Beständen sprechen könnte. Trotz Schwarzwildringen, Hegegemeinschaften und Ähnlichem, die bedauernswerterweise häufig nur auf dem Papier funktionieren, kann wohl gegenwärtig kaum irgendwo der Nachweis einer nachhaltigen Altersklassenhege erbracht werden. Dazu gehören eine befriedigende Anzahl an Leitbachentypen und reifen Keilern (ab 5 Jahre). Wo bleibt die Verpflichtung nach § 1 BJG zur Hegepflicht? Unsere Schwarzwildbestände sind (oder waren sie?) hoch, sozialbiologisch desorganisiert, in ihrer Struktur eher "Kindergärten"! Der Begriff asozial ist wohl am treffendsten, denn die Sozialstrukturen sind zerstört. Reife Keiler sind die seltene Ausnahme, "Kinder gebären Kinder" und die damit provozierte Verzwergung der Bachen schreitet dramatisch fort. Wir Jäger (!) haben dabei zudem einen Schwarzwildbestand geschaffen, der höchst anfällig ist." Auszüge aus einem Kommentar von Hans-Joachim Duderstaedt in der Dezemberausgabe 2006 der Jägerzeitschrift PIRSCH
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Leitbachenabschuss – größtmöglicher Fehler von jägerischer Seite
Der Kreisjägermeister machte in seinem Vortrag mehrfach deutlich, dass ohne die Kenntnisse der Verhaltenspsychologie innerhalb einer Wildschweinrotte weder eine erfolgreiche Jagd noch ein erfolgreiches Wildmanagement möglich seien. Klaiber machte das am Beispiel der Leitbache deutlich, die die Rotte führt. Als einen der größten möglichen Fehler von jägerischer Seite stellte Klaiber den Abschuss dieser Leitbache dar. Zu den Aufgaben des Leittieres gehöre es beispielsweise dafür zu sorgen, dass nicht bereits die älteren Jungtiere wieder Frischlinge bekommen. Auch halte sie die älteren Jungtiere, die „Überläufer“ in Zaum und verhindere damit noch größere Flurschäden. Klaiber: „Eine reine Überläuferrotte ist so etwas wie eine Bande menschlicher Halbstarker.“ Der Jäger muss bei der Wildschweinjagd gesetzliche Vorgaben beachten. Sollte er ein Mutterschwein von den Frischlingen wegschießen, wäre das sogar eine Straftat im Sinne des Tierschutzgesetzes. Südkurier, 4.7.2009 (Auszug)
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Berufsjäger: Wildschweine regulieren ihren Bestand selbst, wenn sie in intakten Familienverbänden unterwegs sind
Helmut Hilpisch, Berufsjäger in Diensten der Hövel’schen Rentei, sieht Fehler in der Jagd und Politik: Wildschweine regulieren ihren Bestand selbst – zumindest dann, wenn sie in intakten Familienverbänden unterwegs sind. Dann sorgt ihr Sozialverhalten dafür, dass nur einzelne weibliche Tiere rauschig werden: Lediglich die älteren Bachen werden dann befruchtet. Fehlen diese älteren Bachen, werden auch jüngere weibliche Tiere schnell trächtig. Mit anderen Worten: Statt zwei alten Tieren werden fünf junge zum Muttertier – von noch mehr Frischlingen. »Es kommt immer wieder vor, dass ältere Bachen zum falschen Zeitpunkt geschossen werden«, kritisiert Hilpisch. Politisch könne das reguliert werden, indem während des Frühjahrs eine Schonzeit für adulte Bachen ausgesprochen werde. (...) Quelle: Siegener Zeitung, 18.10.2008(Auszug)
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Wildschwein-Vermehrung völlig außer Kontrolle Sozialstruktur aus Fugen geraten
Wenn Wildschwein-Babys im November durch Hessens Wälder toben, ist das kein gutes Zeichen: Sie sind zu klein für die winterliche Notzeit. In der Regel kommen Frischlinge im Frühjahr zur Welt und haben genug Zeit, sich für ihren ersten Winter Speck anzufressen. Dass in diesem Herbst noch Gestreifte unterwegs sind, liegt an der aus den Fugen geratenen Sozialstruktur der Tiere und der explosionsartigen Vermehrung. Der Landesjagdverband beklagt "die desolate Situation in den Schwarzwildrotten". Fehler bei der Jagd trugen dazu bei. Normalerweise sorgen erfahrene weibliche Tiere, die Leitbachen, nicht nur für Ordnung in der Rotte, sondern auch für Geburtenkontrolle. Ihre Hormone bestimmen die Empfängnisbereitschaft aller Weibchen der Gruppe - in der Regel im Dezember/Januar - und verhindern, dass zu junge Tiere befruchtet werden. Männliche Tiere (Keiler) statten den Rotten nur Besuche zur Paarung ab. Vier Monate später werden die Frischlinge geboren. Fehlen Leitbachen, weil sie bei der Jagd oder Unfällen getötet wurden, löst sich die Ordnung auf. Junge Bachen sind dann schon unter einem Jahr empfängnisbereit und bekommen Frischlinge, einen Zeitplan gibt es nicht mehr. Folge laut Jagdverband: "Unkontrollierbare Vermehrung". Allgemeine Zeitung, 11.12.2007
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Schweinepestgefahr durch Jäger |
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Wildschwein-Fütterung löst Sorge vor Schweinepest aus
KREIS PEINE. Das Veterinäramt des Kreises geht aktuellen Hinweisen nach, dass Wildschweine im Landkreis mit Schlacht- und Speiseabfällen gefüttert wurden. Das ist aus Seuchenschutzgründen verboten – im schlimmsten Fall droht die Schweinepest.
Im Januar wurde das Schweinepest-Virus bei mehreren Wildschweinen in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen. Vor diesem Hintergrund warnt das Friedrich-Löffler-Institut ausdrücklich davor, Speise- und Schlachtabfälle für Kirrungen zu verwenden – also zum Anfüttern von Schwarzwild.
(...) Die Hinweise stammen von Jürgen Streichert, Abgeordneter der Grünen im Kreistag. Er hat drei Futterstellen entdeckt: Zwei in Lengede und eine nahe des Sundern in Peine, zwischen Herzberg und dem Eixer See. Eine Futterstelle sei mit Innereien von geschlachteten Tieren, Geflügelabfällen – kritisch im Hinblick auf die Vogelgrippe – sowie Melonen und Gemüse bestückt gewesen: "Alles, was der Wochenmarkt hergibt", umschreibt Streichert das Sammelsurium. Quelle: www.newsclick,.de, 28.02.2009
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Schlachtabfälle illegal entsorgt – Bei Schweinepest wachsam bleiben
Siegburg (aho) Wie so häufig in Deutschland wurden jetzt auch im Rhein-Sieg-Kreis illegal entsorgte Schlachtabfälle entdeckt. Wie das Veterinäramt des Kreises mitteilte, entdeckten spielende Kinder am Dienstag in Wachtberg-Villip rund 240 Kilogramm Schlachtabfälle von Schweinen in einem Waldstück. Die Fundstelle lag in unmittelbarer Nähe zu einem Schweinemastbetrieb. (...) Aus diesem Anlass weist das Veterinäramt auf die Wichtigkeit der Seuchenhygiene und auf das Verbot der Entsorgung von Schlachtabfällen in der freien Landschaft hin. Durch die illegale Entsorgung von Schweinschlachtabfällen in der Natur ist es bereits in Deutschland zum Ausbruch der Klassischen Schweinepest gekommen, so das Veterinäramt. (...) Quelle: http://www.animal-health-online.de, 30.1.2008(Auszug)
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Schweinepest kommt aus Massentierhaltung
Die Schweinepest hat ihren Ursprung in der Massentierhaltung der Hausschweine und bedroht die Wildschweine.“ Gerold Wandel in der Zeitschrift „Pirsch“ 22/2002
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Kein Fall nachgewiesen, in denen Schweinepest zuerst in Wildschweinbeständen aufgetreten ist
„Die Schweine-Intensivhaltungen sind heutzutage zweifelsfrei als das wesentliche Reservoir des Virus zu erachten, von wo aus es in Wildschweinbestände getragen wird.“ „Bisher sind keine Fälle nachgewiesen, in denen die Schweinepest zuerst in Wildschweinbeständen aufgetreten ist.“ Aus einem Gutachten des Sachverständigen Dr. Eberhard Schneider, Göttingen
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Bundesministerium für Verbraucherschutz: Erreger wird von außen in Wildschweinbestände eingetragen Epidemiologische Untersuchungen in Schwarzwildbeständen mehrerer Bundesländer in den letzten 14 Jahren haben gezeigt, dass unsere Wildschweine ad hoc kein natürliches Reservoir für Viren der KSP darstellen. Vielmehr werden die Erreger in gewisser Regelmäßigkeit in die Wildschweinbestände von außen eingetragen. Forschungsreport 1/01 des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
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Einstellung der Deutschen zur Jagd |
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Repräsentative Umfragen:
GEWIS-Institut vom 29.07.2002:
68% “Der Staat sollte die Jagd auf wildlebende Tiere als Freizeitsport verbieten.” 12% “Ich bin für die generelle Abschaffung der Jagd.” 4% “Ich bin für eine Begrenzung der Jagd zugunsten des Tierschutzes.” 3% “Ich bin grundsätzlich gegen ein Jagdverbot.”
EMNID-Umfrage vom 10.09.2003:
78% halten das jagdliche Töten von Tieren durch Hobbyjäger für eher schlecht 81% fordern ein Verbot der Jagd auf Zugvögel 77% befürworten ein Verbot von Totschlagfallen 65% sind der Auffassung, der Grundeigentümer muss selbst entscheiden dürfen, ob seine Ländereien bejagt werden oder nicht
EMNID-Umfrage vom 09.09.2004:
76,3% stehen der Jagd kritisch gegenüber oder lehnen sie ab 68,1% sind der Meinung, dass die Bundesregierung die Jagdausübung künftig stärker nach Gesichtspunkten des Natur- und Tierschutzes regulieren sollte 67,4 % befürworten ein generelles Verbot der Fallenjagd 80,4% sprechen sich für ein Verbot von Bleimunition aus 90% wünschen eine Überprüfung der Schießleistung von Jägern
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Jäger schießen Wildtiere, Haustiere und Menschen |
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Jäger schießen auf Wildtiere: Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand
In Deutschland werden jedes Jahr 5 Millionen Wildtiere erschossen, erschlagen oder in Fallen grausam getötet. 5 Millionen Tiere jedes Jahr – das sind 13.700 jeden Tag, 570 pro Stunde, 10 Tiere pro Minute. Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand.
Jäger schießen auf Haustiere: Jedes Jahr sterben 300.000 Katzen und 40.000 Hunde
Was viele nicht wissen: In Deutschland werden Jahr für Jahr etwa 300.000 Hauskatzen und an die 40.000 Hunde von Jägern erschossen, erschlagen oder in Fallen gefangen.
Jäger schießen auf Menschen: Jedes Jahr etwa 40 Tote
Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 40 Menschen durch Jäger und Jägerwaffen. Alleine in Deutschland. Dazu kommen die erschreckend vielen Fälle, bei denen der Ausgang zwar nicht tödlich war, dem Opfer aber beispielsweise ein Bein amputiert werden musste. Opfer wurden sowohl Jägerkollegen und Treiber, aber auch die Ehefrau und die Kinder von Jägern, der Schwager, sowie Nachbarn, Spaziergänger, Bergwanderer, Mountainbiker, Bärlauchsammler oder spielende Kinder. Den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften werden jährlich über 800 Jagdunfälle gemeldet, wobei diese Zahl sicherlich nur die Spitze des Eisbergs ist.
Kontakt und Information: Initiative zur Abschaffung der Jagd Kurt Eicher Derfflingerstr. 2 74080 Heilbronn Tel. 07131/481263 mobil 0175/1475083 e-mail: info@abschaffung-der-jagd.de www.abschaffung-der-jagd.de www.anti-jagd-demo.de
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Jagd fördert Wildschweinschwemme
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