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| [Abbildung] | "Wenn Tiere aufgescheucht werden, verbrauchen sie wertvolle Kraftreserven und kommen dann vielleicht nicht durch den Winter", sagte der baden-württembergische Landesjägermeister Dieter Deuschle am 27.12.2010 der Nachrichtenagentur dpa. Doch der Jägermeister zieht daraus nicht etwa daraus Schluss, seine Jäger-Kollegen dazu aufzufordern, bei dieser klirrenden Kälte die Jagd einzustellen und keine Tiere mehr zu schießen. |
Aber nein! Spaziergänger seien für Wildtiere derzeit eine lebensbedrohliche Gefahr, so der baden-württembergischen Landesjägermeister. Was er verschweigt: Die Jäger veranstalten gerade im Winter große Treib- und Drückjagden – bei seit Wochen geschlossener Schneedecke und klirrender Kälte. Die Treiber und die Jagdhunde scheuchen die Tiere aus ihren Rückzugsgebieten, es fallen viele Schüsse, die Tiere flüchten in Panik. Nicht jeder Schuss ist tödlich, oft werden die Tiere angeschossen fliehen verletzt durch den tiefen Schnee, um irgendwo im Dickicht zu verenden oder von einem Jagdhund aufgestöbert zu werden. Tierfamilien werden zerschossen und auseinander gesprengt, die überlebenden Tiere haben wertvolle Energiereserven verbraucht, die eigentlich bis zum Frühjahr reichen müssten.
Schon am 30.11.2010 hatte der Landesjagdverband Baden-Württemberg in einer Pressemeldung "Harte Zeiten für Wildtiere" Spaziergänger und Natursportler dazu aufgerufen, auf den Wegen zu bleiben und das Wild nicht zu stören: „Während des winterlichen Nahrungsengpasses leben Reh und Hirsch in einem „Energiesparmodus“ mit vermindertem Stoffwechsel. Auf der Flucht vor dem Menschen würden die Tiere wertvolle Fettreserven verbrauchen, die eigentlich bis zum Frühjahr reichen müssten. „Außerdem meidet das Wild Freiflächen, auf denen es Nahrung finden würde, bleibt im dichten Wald und knabbert dort vermehrt an jungen Bäumen“, so der Landesjagdverband.
Doch haben die Jäger – wie in dieser Pressemeldung von den Spaziergängern gefordert - die Tiere geschont? Nein, sie taten genau das Gegenteil: Nur eine Woche später fand im Neckartal bei großer Kälte und Schneelage bis 60 cm eine große Bewegungsjagd statt - mit 80 Jägern und 40 Treibern mit ihren Hunden („Bei großer Kälte sind rund 80 Jäger am Samstag zur Treibjagd aufgebrochen“ - Südwestpresse, 6.12.2010) Der Schwarzwälder Bote berichtete am 21. Dezember von einer großräumigen revierübergreifende Bewegungsjagd mit 200 Jägern, 100 Treibern und mindestens 70 Hunden und eine weitere Drückjagd mit 35 Teilnehmern bei hoher Schneelage.
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