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Gedanken zur Treibjagd in Bittelbrunn/Kreis Konstanz
Samstagmorgen, 10 Uhr. Wir fahren auf der Straße, entlang der Wälder. Im Tal unten liegt Nebel. Auf dem Berg Sonne. Unterwegs ein Schild: »Treibjagd«.
Jetzt schon. Vormittags. Der Tag verspricht wunderbar zu werden. Noch ein Schild: »Treibjagd«.
Am Ortsrand stehen Feuerwehrleute. Ich grüße und frage, wo´s brennt.
Man informiert mich: »Riesige Treibjagd... auf Sauen... Prominenz aus ganz Deutschland... aus Politik und Wirtschaft...sogar aus Rumänien... 200 Schützen... 170 Treiber...« Ich wundere mich, dass es Menschen gibt, die sich für dieses Höchstmaß an Niedertracht hergeben. Keine Chance für die Sauen.
Die Morgensonne verspricht mehr, als der Tag zu halten vermag - für mich und die Sauen.
14 Uhr. Wir müssen wieder nach Hause, denselben Weg.
Wieder ein Schild »Treibjagd«. Weiter unten, direkt am Straßenrand, eine Blutlache. Kein guter Tag für die Sauen. Seltsam, dieser blutige Zeitvertreib der sogenannten »feinen Gesellschaft«. Jedoch längst nicht mehr gesellschaftsfähig, wie ich finde - und die Sauen. Der erste sonnige Tag im noch jungen Jahr. Trauriger Weise ein Tag zum Sterben.
Sylvia S.
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