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Tödliche Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen – wie lange noch?
Verbot der Hobbyjagd jetzt!
Woche für Woche gehen Meldungen über Jagdunfälle und Gewalttaten mit Jägerwaffen durch die Presse: Von Hobby-Jägern, die ihre Jagdgenossen oder ihre Treiber mit Wildschweinen verwechseln. Von Jägern, die versehendlich oder im betrunkenen Zustand auf Spaziergänger oder Autos schießen. Von Jägern, die ihre Jagdwaffe auf die Ehefrau und die Kinder richten. Von Jägern, die einen verfeindeten Nachbarn oder einen Nebenbuhler erschießen.
„Wir fordern, dass die Hobby-Jagd in Deutschland verboten oder zumindest stark eingeschränkt wird“, sagt Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. „So könnte die Natur endlich aufatmen - und auch viele Menschenleben würden gerettet.“
In den letzten Tagen gab es gleich zwei schwere Jagdunfälle: In der Uckermark wurde bei einer Jagd der Vize-Chef des Landesbauernverbands erschossen (Märkische Allgemeine, 18.9.2008). Zwei Tage später wurde in Nordwestmecklenburg ein 50-jähriger Jäger lebensgefährlich verletzt – ein anderer Jäger hatte ihn mit einem Wildschwein verwechselt (Ostseezeitung, 20.9.2008).
„Die Jagd ist nicht nur für Wildtiere und für unsere Haustiere gefährlich - Jäger töten jedes Jahr ca. 300.000 Hauskatzen und ca. 30.000 Hunde -, sondern auch für Menschen“, so Kurt Eicher von der Initiative zur Abschaffung der Jagd. „Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass hunderte Menschen in den letzten 10 Jahren in Deutschland durch Jäger und Jägerwaffen starben.
In den vergangenen Jahren hat die Initiative zur Abschaffung der Jagd jährlich bis zu 40 Tote durch Jäger und Jägerwaffen allein in Deutschland dokumentiert – Menschen, die ohne die Jagd heute noch leben könnten. Dazu kommen erschreckend viele Fälle, bei denen der Ausgang zwar nicht tödlich war, das Opfer aber sein Leben lang unter den schweren Folgen leiden muss - wie die junge Frau aus Brandenburg, die im Maisfeld von einem Jäger angeschossen und lebensgefährlich verletzt wurde - und nun im Rollstuhl sitzt.
Opfer von Jägern sind also nicht nur Jägerkollegen und Treiber, die bei der Jagd versehentlich mit einem Tier verwechselt werden, sondern auch völlig unbeteiligte Personen: Spaziergänger, Mountainbiker, Reiter, Pilzsammler oder spielende Kinder. Jährlich werden den Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften rund 800 Jagdunfälle gemeldet - wobei diese Zahl sicherlich nur die Spitze des Eisberges ist. Und immer wieder gibt es Meldungen von Jägern, die auf ihre Ehefrau und die Kinder schießen - oder auf Nebenbuhler, Nachbarn oder Kneipenbesucher.
Sie finden das unglaublich? Hier eine kleine Auswahl von schockierenden Fällen, die in diesem Jahr durch die Presse gingen: Im Main-Kinzing-Kreis (Hessen) erschoss ein Jäger seinen Nachbarn, mit dem er verfeindet war (Frankfurter Rundschau, 11.6.2008). Nach einem Streit erschoss ein angetrunkener Jäger einen Kneipengast in einem Hagener Ausflugslokal (Kölner Express, 06.01.2008). In Frankfurt/Main übte ein Jäger Selbstjustiz und erschoss einen Mann, der nachts offenbar in eine Kleingartenanlage einbrechen wollte (Hessischer Rundfunk, 18.8.2008). In Neuruppin läuft der Prozess um den Tod der 6-Jährigen Nancy, die im Spiel mit dem Jagdgewehr des Vaters von ihrer Schwester erschossen wurde (Welt, 02.01.2008). In Köln schoss ein besoffener Jäger auf Spaziergänger (Kölner Express, 16.6.2008). In Limmersdorf/Oberfranken schoss ein alkoholisierter Jäger nach der Kirchweih auf eine Gruppe Jugendlicher (Frankenpost, 26.8.2008). In der Nähe von Ulm bedrohte ein Jäger eine Reiterin mit Gewehr im Anschlag (Augsburger Allgemeine, 07.08.08). Immer wieder war zu lesen, dass ein Jäger auf ein Auto schoss – die Insassen entgingen zum Glück knapp der Katastrophe (z.B. Prima Sonntag, 16.3.2008). Und immer wieder gibt es Berichte von Familientragödien und von Jägern, die drohen, die Ehefrau oder Lebensgefährtin zu erschießen – zweimal rettete ein Einsatzkommando der Polizei den betroffenen Frauen das Leben (Generalanzeiger Bonn, 15.03.2008; Neue Westfälische, 04.07.2008).
„Schusswaffen gehören nicht in die Hände von Freizeitjägern, die diese völlig unkontrolliert benutzen können“, so Kurt Eicher, Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. Er zitiert den Dichter Leo Tolstoi, der gesagt hat: „Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt.“ Eicher berichtet, dass er selbst schon des öfteren Morddrohungen von Jägern bekommen habe. „Auch andere Kritiker der Jagd berichten immer wieder von Drohungen, Morddrohungen und Nötigungen durch Jäger.“
Wissenschaftliche Studien zeigen: Die Natur reguliert sich selbst. Um ihren blutigen Sport zu rechtfertigen, behauptet die Jägerlobby, Jagd sei ökologisch notwendig. Eine solche These ist wissenschaftlich nicht haltbar. „Jagd schadet unserer Natur und schädigt das ökologische Gleichgewicht in unseren Wäldern“, so der Biologe Kurt Eicher. „Es wird höchste Zeit, dass die Gesetzgebung in Deutschland endlich dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand und dem Willen der Bevölkerungsmehrheit angepasst wird.“ Mit dieser Forderung liegt die Initiative zur Abschaffung der Jagd voll im Trend. Repräsentative Umfragen der letzten Jahre zeigen: Zwei Drittel der Deutschen sind gegen die Hobbyjagd.
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