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Neues Waffenrecht
Simulation von Politik
Die große Koalition gibt vor, als Antwort auf den Amoklauf von Winnenden die Verschärfung des Waffenrechts anzustreben. In Wirklichkeit hat der Kompromiss, den Innenpolitiker aus Union und SPD nun gefunden haben, nur eine Bedeutung: Er zeigt, wie schlecht Politik sein kann. (...)
Die furchtbaren Schul-Massaker von Erfurt (April 2002, 17 Tote) und
Winnenden (März 2009, 16 Tote) haben eines gemeinsam: Der jeweilige
Täter schoss mit einer großkalibrigen Pistole um sich, die entweder er
selbst (in Erfurt) oder der Vater (in Winnenden) legal als Mitglied
eines Schützenvereins erworben hatte. (...)
Eine richtige Reaktion auf die Massaker wäre das Verbot dieser Pistolen
für Sportvereine. (...)
Die Innenpolitiker der Koalition, vor allem die der Union, schrecken vor
einem solchen Verbot zurück.
Sie knicken ein vor Jägern, Schützen und Waffenfirmen, die vor jedem
Amoklauf beteuern, dass alles unter Kontrolle sei und nach jeder Bluttat
sofort rufen: Das hat aber nichts mit dem Waffenrecht zu tun! Hat es
doch - nicht die mörderische Gesinnung des Amokläufers, wohl aber die
viel zu leicht zugänglichen Mordinstrumente. (...)
Quelle: Süddeutsche Zeitung, Kommentar von Kurt Kister, 14.5.2009 (Auszug)
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