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Haustierabschuss - einige Zeitungsmeldungen |
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Hundehalter empört: Jäger droht mit Abschuss |
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Nicht immer ungetrübt ist die Beziehung zwischen Hundehaltern und Jägern, wenn es um den Spaziergang im Wald geht. Für Reiner Langenbach-Zidar hat dieses Verhältnis seit jüngst einen tiefen Riss. Er ärgert sich über ein privates Schild, das offen mit dem Abschuss streunender Hunde droht.
"Erschießungsgefahr! Hunde an der Leine führen!" - Mit diesem Schild droht der Jäger den Hundehaltern.
(...) Langenbach-Zidar ärgert sich massiv. „Hier sollte wohl eher der Aufsteller des Schildes an die juristische Leine genommen und sein Jagdschein nebst Knarre schleunigst entzogen werden“, schimpft er in einem Schreiben an den SÜDKURIER.
Er findet es überdies daneben, dass mit dem Schild ein Straftatbestand, nämlich der Abschuss nicht angeleinter Hunde, öffentlich angekündigt werde. Vor dem Hintergrund des Amoklaufes in Winnenden und der Diskussion um die charakterliche Einigung von Schützen und dem Umgang und der Verwahrung von Schusswaffen sei dies problematisch. (...)
Quelle: Südkurier, 7.7.2009 (Auszug)
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Chiccos Tod bewegt die Menschen |
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Familienhund Chico |
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Hundehalter und Jäger im Streit Die Schüsse fielen am Freitag gegen 17.15 Uhr. »Nach Angaben des Jägers hat dieser den Hund erschossen, weil das Tier gewildert habe. Dies wird von den Hundehaltern, die mit dem Hund im Bereich des Bettlinsbad unterwegs waren, entschieden in Abrede gestellt, weil ein solches Verhalten nicht dem Wesen ihres Hundes entspreche«, heißt es in einem Pressebericht der Polizei. (...)
Nach dem Warnschuss wurde scharf geschossen Während laut Polizeisprecher Ulrich Effenberger zu dem Vorfall weiter intensiv ermittelt wird, stehen sich die Familie der Hundehalterin und der Jagdpächter derzeit unversöhnlich gegenüber. Die Rottweiler Familie ist vom plötzlichen Verlust ihres vierbeinigen Weggefährten, der auf den Namen Chico hörte, schwer getroffen und die Halterin selbst kann das aus ihrer Sicht »unfassbare Geschehen« kaum in Worte fassen und spricht von einem »vorsätzlichen und mutwilligen Tun in Nähe des Trimm-Dich-Pfads, wo auch immer viele Leute unterwegs sind«. Aus Sicht des Jägers stellt sich der Sachverhalt aber ganz anders dar. Sein Anwalt Klaus Haischer verweist darauf, dass der Jäger einige hundert Meter vom Standort der Hundehalterin auf der Suche nach einem verletzten Rehwild unterwegs gewesen sei. Ein Nachhundeführer sei ihm bei der Aktion behilflich gewesen. Als der Jäger auf das verletzte Wild angestanden habe, seien eine Rehgeiß mit einem Kitz aufgetaucht. Und plötzlich sei auch der Hund dagewesen. (...)
Quelle: Schwarzwälder Bote, 6.11.2008 (Auszug)
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Metallgeschoss in Chicos Körper |
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Unsere Hund Chico wurde erschossen! |
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Hallo Herr Eicher,
es war mein Hund, der in Rottweil erschossen wurde. Nach meiner Überzeugung völlig grundlos und besonders bestialisch. Angeblich gab der Jagdpächter einen Warnschuss ab - danach wurde einmal scharf geschossen. Die Spuren sprechen aber anders...
Der erste sogenannte Warnschuss fiel direkt in meiner Nähe, nur wenige Momente nachdem mein Hund gemütlich den Waldpfad hochtrabte. Danach hörten wir Schritte, dann alles ruhig, es war neblig und langsam wurde es duster. Wir wollten zurück zu den Wagen um dann getrennt nach Chico zu suchen. Als wir uns vom Standort wegbewegten, fielen nochmals mehrere Schüsse - wohlgemerkt ca. 12 Min. nach dem ersten. Diese Schüsse klangen jedoch aus weiterer Entfernung zu uns.
Gegen 17.50 Uhr ungefähr, hielt ein Wagen neben uns, er fragte ob er helfen könne, ich erklärte, dass wir verzweifelt den Hund suchen der sonst immer auf Pfiff kam, der Fahrer erklärte: "Den hab ich grad abgeschossen, der hat mir drei Rehe gewildert."
Ich fand keine Rehspuren im Schnee, nur Pfotenabdrücke und Blut - die Blutspuren begannen kurz nach dem Punkt an dem Chico den Waldpfad hinaufging. Angeblich war das Blut von einem Reh, welches am Vortag dort angeschossen wurde.
Naja, ich könnte seitenweise weiterschreiben... aber kurz: in zwei Bäumen sind Einschüsse, einer davon sogar ein Querschläger, ein Baum mit Streifschuss, drei Stellen am Hundegeschirr sind zerschossen, drei Wunden sind am Hundekörper. Einer Zeugin sagte der Jäger, er habe den Hund mit einem Reh verwechselt und versehentlich abgeschossen.....
Da können Sie nun einen eigenen Reim drauf bilden. Am nächsten Tag wurde Chico beerdigt, eine Woche später mussten wir ihn zur Obduktion ausgraben. Jetzt warten wir auf die Ergebnisse.
Trotzdem weiß ich, Chico starb durch einen Schuss zwischen die Augen, meine Anwältin hat sich beim Staatsanwalt beschwert. Aber woher stammen die anderen Schussspuren am Hund/Geschirr? Vom scharf gezielten Warnschuss? Beim Jagdamt meinte die Mitarbeiterin, ich hätte den Hund nicht unter Kontrolle gehabt, sonst wäre er beim Schuss nicht weggelaufen..... also wo bitte soll sich ein Familienhund im friedlichen Kreis an laute Schüsse gewöhnen?
Das ist alles dubios.
Wenn Sie möchten, können Sie die Bilder vom toten Chico veröffentlichen, ich hoffe nur, dass sich noch mehr Leute trauen, mit solchen Geschichten an die Öffentlichkeit zu gehen. Nur das kann etwas bei den Gesetzgebern bewirken.
www.chicotod.de
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Metallgeschoss am Flohhalsband von Chico |
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Metallgeschosse im Chicos Körper |
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Karin Hutter: Schluss mit Haustierabschuss! |
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Karin Hutter ist die Autorin des Buches »Ein Reh hat Augen wie ein 17jähriges Mädchen«
Laut Bundesjagdgesetz § 23 sollen Jäger das Wild vor allerlei Unbill schützen. Nein, nicht vor rasenden Autofahrern und gleichgültigen Landwirten, die alljährlich hunderttausende von Wildtieren zur Strecke bringen, sondern vor »wildernden Hunden und streunenden Katzen«.
Wie der geforderte Schutz zu gewährleisten sei, darüber schweigt sich das Jagdgesetz aus. Es blieb schlicht und einfach offen. So offen, dass in allen Landesjagdgesetzen wie selbstverständlich der Passus enthalten ist, nach dem Jagdschutzberechtigte befugt sind - nicht verpflichtet!!!, wildernde Hunde sowie streunende Katzen zu töten.
Auf eine Definition, was unter Wildern oder Streunen zu verstehen ist, wurde wohlweislich verzichtet. Die Jäger werden es schon wissen, und die Gerichte bestätigen sie darin.
So wird landauf-landab vom Tötungsrecht Gebrauch gemacht. Das Resultat: etwa 40.000 erschossene Hunde und 350.000 getötete Katzen pro Jahr.
Dazu kommen noch eingewanderten Wölfe und wiederangesiedelten Wildkatzen, die »versehentlich« von Jägern getötet wurden. Ein Straftatbestand, der, sofern er überhaupt ans Licht kommt, kaum als solcher geahndet wird. Meines Wissens wurde keinem einzigen Jäger, der eine dieser besonders geschützten Tierarten ums Leben brachte, je böse Absicht oder gar Vorsatz unterstellt. Er hatte ja ein glaubwürdige Ausrede....
Es hat also seinen Grund, wenn von Jägern der Eindruck erweckt wird, als zögen hier und heute ganze Rudel halbverhungerter, verwilderter Haustiere durchs Land. Als sei die Anwesenheit von Hund oder Katze in Wald und Feld das schlimmste, was der freilebenden (jagdbaren) Tierwelt passieren könnte.
Als seien Hunde und Katzen an der Ausrottung anderer Tierarten beteiligt.
Alles Jägerlatein!
Für den Stress, das Leiden und den gewaltsamen Tod von Wildtieren gibt es viele Schuldige - nicht zuletzt die Jäger selbst. Haustiere haben daran einen so geringen Anteil, dass er noch nicht einmal statistisch erfassbar ist.
Eine altbekannte Tatsache - auch für Jäger! Wenn ihnen nämlich die Argumente zur Verteidigung des Haustierabschusses ausgehen, kommt das letzte, das schwächste und unsinnigste: Hunde und Katzen brächten Unruhe ins Revier - zusätzlich zu Joggern, Mountainbikern, Reitern, Pilzsammlern... Das ist die Richtung, aus der der Wind weht!
Das Jägerrecht zum Abschuss von Haustieren hat eine lange Tradition. Es ist ein Relikt aus der Feudalzeit, das im Reichsjagdgesetz festgeschrieben und - wie viele andere Regelungen auch - in die heute geltenden Landesjagdgesetze übernommen wurde. Mit Jagd hat das rein gar nichts zu tun, dafür um so mehr mit Besitzstandssicherung und Machterhalt.
Früher mussten Untertanen ihren Hofhunden ein Bein abghacken (Tirol) oder ihnen einen schweren Knüppel ans Halsband hängen, damit sie sich nicht am herrschaftlichen Wild vergreifen konnten.
Heute geht die z.T. miserable Hundehaltung auf dem Lande nicht selten auf des Diktat eines ortsansässigen Jägers zurück. Seine Drohung, den frei laufenden Hofhund bei nächstbester Gelegenheit zu erschießen, bewirkt , dass das Tier sein Leben an Kette und Leine fristen muss. Und passiert es dennoch, macht sein Tod keine Schlagzeilen. Der geschädigte Tierhalter, oftmals verstrickt in nachbarliche Streitigkeiten, soziale oder finanzielle Abhängigkeiten, zieht den Kopf ein und schweigt. Katzen - seit jeher beliebte Übungsziele der Jäger, weint sowieso kaum jemand eine Träne nach. Es gibt ja genug Nachwuchs ...
Seit immer mehr Städter auf\'s Land drängen - auch Tierhalter, die über ihre Rechte und Pflichten besser informiert sind, gerät die alte Ordnung aus den Fugen.
Mit Drohungen und Anpöbeleien versuchen Hobby-Jäger Spaziergänger aus ihren Revieren fernzuhalten. Mit fadenscheinigen Begründungen und falschen Behauptungen, nicht selten mit vorgehaltener Waffe, werden Tierhalter genötigt, ihren Hund anzuleinen, obwohl der oft besser erzogen ist als so mancher Jäger-Hund. Nur: »Jagdrevier« ist mit wenigen Ausnahmen überall, wo Landschaft noch nicht überbaut und versiegelt ist. Jede Freifläche, jedes Feld, jeder Feldweg, jede Wiese, jedes Bachtal ist auch »Revier«, zu dessen Verteidigung sich die Pächter und ihre Helfeshelfer berufen fühlen.
Unerklärlicherweise hat sich die Auffassung gehalten, Jagd habe immer etwas mit Wald zu tun. Als würde nur im Wald gejagt oder als wäre ganz Deutschland noch mit Wald bedeckt. Ein Irrtum, der verhängnisvoll sein kann.
Denn die Katze, die je nach Bundesland ein paar 100 Meter vom nächsten bewohnten Haus ihre Mäuse fängt, läuft Gefahr, einem Jagdschützer zum Opfer zu fallen. Der Hund, der mit tiefer Nase auf einem Feldweg vor seinem menschlichen Begleiter rennt, läuft Gefahr, als \"wildernd\" angesehen und erschossen zu werden. Von ausgesetzten Tieren, um die sich kein Mensch kümmert, ganz zu schweigen.
Hier soll nicht jenen das Wort geredet werden, die ihre Tiere verwahrlosen lassen. Besonders Hunde als soziale Wesen leiden unter mangelnder Bindung und Zuwendung, die sie zum Streunen veranlasst, ähnlich wie unter Zwinger-oder Kettenhaltung. Sie aber mit dem Tod zu bestrafen, statt dafür zu sorgen, dass ihre Besitzer zur Verantwortung gezogen werden, ist finsterstes Mittelalter.
Mit den Übergriffen der Jäger auf unsere Haustiere muss endlich Schluss sein! Das Recht, Hunde und Katzen zu töten, muss ihnen genommen werden! Ausnahmslos! Die in den Landesjagdgesetzen festgeschriebene Tötungsbefugnis - eine letzte Bastion des Faustrechts - muss fallen!
Sie wird aber nur dann fallen, wenn auf allen politischen Ebenen Druck gemacht wird. Und zwar so massiv, dass den Lodengrünen samt ihren Advokaten Hören und Sehen vergeht.
Alle Appelle an die »anständigen Jäger« den schwarzen Schafen in ihren Reihen ins Gewissen zu reden, sind nutzlos und gehen am Problem vorbei. Auf freiwillige Vereinbarungen ist kein Verlass! Für Jäger gibt es keinen einzigen Grund, der vernünftig genug wäre, Hunde und Katzen zu töten. Erst wenn jeder Schuss auf ein Haustier illegal ist, wird sich die Spreu vom Weizen trennen.
Es geht hier nicht nur um die willkürliche Zerstörung von Eigentum, das um so eher ersetzt werden muss, je kostbarer es war.
Es geht vor allem um die brutalen, nicht revidierbaren Eingriffe in enge Tier-Mensch-Beziehungen.
Es geht um das traumatische Erlebnis, das Entsetzen, die Trauer und die Ohnmacht jener Menschen, jungen wie alten, die es nicht fassen können, dass Jäger ungestraft ein geliebte Lebewesen verletzen oder töten können.
Und es geht nicht zuletzt um uns alle, die wir den Terror dieser kleinen bewaffneten Minderheit als massive Einschänkung unserer Lebensqualität erfahren. Dass dazu auch der ein angst- und stressfreier Spaziergang mit einem Haustier gehört, wissen wir nur zu gut!
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Fallenopfer: Ariel, 12 Monate |
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Fallenopfer Ariel, 12 Monate |
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Unser Manni wurde erschossen |
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Tatort: M. Beschreibung: Waldstück zwischen M. und Kieswerk Am Freitag 27.05.2005 saßen wir in unseren Garten, dass an das kleine Waldstück grenzt. Wir hörten gegen 20 Uhr einen Knall. An diesem Abend ist unser Kater "Männimen" Täto.-Nummer ... getigert nicht nach Hause gekommen. Am Samstag darauf waren wir in dem Waldstück und riefen nach Ihm. Sonntag früh gegen 5:30Uhr lag dann unser Manni vor der Terrassentür. Er war verletzt. Man konnte aber direkt keine schwerwiegenden Wunden erkennen. So dass meine Frau zunächst ihren Job bei einer Bäckerei bis 11:30 ausübte. Anschließend haben wir (meine Frau, meine beiden Kinder 7+9Jahre und ich) den Tierarzt Dr. S. aufgesucht. Mein Kater war die ganze Zeit bei Bewusstsein und am mauzen. Bei der ersten Untersuchung stellte man einen Befall von Fliegeneiern im Fell und kleiner Wunden mit Madenbefall fest. Nachdem ein Röntgenbild erstellt wurde, waren wir einschließlich Tierarzt entsetzt. Manni hatte über 20 Einschußlöcher von Schrott in sich. Die Äußerung des Arztes:" Das hätte er noch nicht gesehen". Unser Tier lag da, hatte ein Bein gebrochen, ein Auge kaputt und war mit Schrotkugeln durchlöchert, innerlich durch Maden zerfressen und im Fell mit Fliegeneiern überhäuft. Das Tier, dass wir im Sep. 2004 aus dem Aachener Tierheim "damals von Menschenhand mit Säure übergossen" in Pflege nahmen und mit Hilfe aufgepäppelt hatten, war nicht mehr zu retten. Wir mussten unseren Mannimen wohl oder übel einschläfern lassen. Ich habe in meiner Familie niemals so viele Tränen fließen sehen. Es war zwar nur ein Kater, aber... Wir haben darauf hin viele Gespäche und Telefonate geführt. Unter anderen mit dem Forstamt und mehreren Jägern. Die einhellige Meinung war: "Es wird nicht auf Katzen geschossen". Aber einer tat es. Man muss sich auch vorstellen, dass unsere Kinder in diesen Waldstück spielen. Ich finde die Angelegenheit keinesfalls nicht anzeigepflichtig und hoffe auf Bereitschaft den Täter ausfindig zu machen.
Dr. S. in A.: Dort ist das Röntgenbild einsehbar. D. S.
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Jäger schießen auf Tiere und Menschen |
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BERLIN. Nachdem Sie folgenden Text gelesen haben, werden Sie vermutlich in der Jagdsaison nicht mehr durch unser nördliches Nachbarland spazieren.
Zugegeben, in der Schweiz kommt es auch gelegentlich zu einem Unfall zwischen Waidmännern. Doch nun erreichen uns Zahlen aus Deutschland, die einem einen kalten Schauer über den Rücken jagen. Beim nächsten Spaziergang durch einen teutonischen Wald werden wir wohl äussert vorsichtig herumtappen.
Denn jährlich kommt es nördlich des Rheins zu 800 Jagdunfällen. In 32 Fällen endeten diese tödlich. So auch derjenige des 60-jährigen Schweriner Kleinunternehmers und Hobbyjägers Harry Pilipenko. Sein Jagdkollege hielt ihn in herbstlicher Abenddämmerung für ein Wildschwein. Mit einem tödlichen Schuss vom Hochsitz streckte er den Familienvater auf einem abgeernteten Maisfeld nieder.
Zum Glück erreicht die Anzahl der toten Menschen niemals diejenige der erlegten Tiere. Die insgesamt 350.000 deutschen Waidmänner erlegten gemäss den Autoren einer «Anti-Jagd-Initiative» nicht nur fünf Millionen Wildtiere pro Jahr. Sondern knallten gewollt oder versehentlich auch nahezu 300.000 Haustiere ab. Darunter fallen Pferde, Kühe, Hunde, Katzen oder gar zwei Lamas, welche als angebliche Hirsche dran glauben mussten. Selbst ein Strauss hat seine Flucht von einem pfälzischen Bauernhof in Hochdorf-Assenheim kürzlich mit dem Tod aus einer Jägerbüchse bezahlt.
Aufsehen erregt hat auch dieser Fall: «Irrer Jäger jagte Jungen (16) durch Wald» («Chemnitzer Morgenpost» vom 06.06.2004). Doch es sei hier fairerweise erwähnt, dass nicht nur die Jäger Deutschlands mit unglaublichen Vorkommnissen aufwarten. Eine haarsträubende Schiesserei, bei der fünf Menschen starben und drei schwer verletzt wurden, lieferten sich Waidmänner vergangenen November im US-Bundesstaat Wisconsin im Streit um einen Hochsitz (Blick Online berichtete).
Noch jüngeren Datums ist die Neujahrsjagd im ostslowakischen Dorf Cicarovse, wo ein Jäger gleich von zwei Kollegen unter Feuer genommen wurde und nach vier Treffern starb. Etwas zurück liegt der Tod eines deutschen Urlaubers in Namibia, der mit einem der sich dort zur Plage ausweitenden Paviane verwechselt wurde und durch die Kugel eines Jagdaufsehers starb.
In Deutschland wächst die Front der Jagdgegner. Bereits mehr als zwei Drittel der deutschen Bevölkerung fordern laut einer breit angelegten Umfrage vom September 2004 die Abschaffung der Jagd.
Quelle: BLICK Schweiz, 13.01.2005
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Wenn Katzen zu Freiwild werden |
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10000 Katzen werden in Schleswig-Holstein jedes Jahr von Jägern erschossen. Die Waidmnner berufen sich auf ihre Pflicht, Hasen und Vögel in der Wildnis zu schützen — die Katzenhalter trauern um den Verlust ihrer geliebten Haustiere. Wie in Ellingstedt, wo ein „Katzen-Krieg“ die Dorfgemeinschaft belastet. Es war ein Sonntagvormittag, der vierte Geburtstag des kleinen Derek. Sandra und Hartmut Scheer waren gerade dabei, die Feier für ihren Sohn vorzubereiten, als die Schüsse fielen. „Da hinten hörten wir es krachen, in etwa 200 bis 300 Meter Entfernung“, sagt der 34-jährige Familienvater im Garten seines Resthofs und zeigt auf ein Wäldchen in der Feldmark des 870-Seelen-Dorfes Ellingstedt bei Schleswig. Und seine Frau ergänzt: „Seitdem blieb unser Kater ‚Pen‘ verschwunden.“ Nach tagelanger Suche wurde die böse Ahnung Gewissheit: Familie Scheer fand den knapp zwei Jahre alten Kater in dem Waldstück — erschossen. „Er lag in einem Dornengebüsch, einfach weggeschmissen.“ Sandra Scheer weiss, dass die rechtliche Lage gegen sie spricht, dass Jäger Katzen schießen dürfen, wenn diese sich mehr als 200 Meter vom Haus entfernt haben. Und dennoch betont die 35-Jährige: „Der Jäger hätte ja einen Warnschuss abgeben oder uns vorher warnen können. Das ist aber nicht geschehen.“ Schließlich sei „Pen“ nicht irgendein Nutztier, sondern — wie die vier verbliebenen Stubentiger auch — ein echtes Familienmitglied gewesen, dessen Tod vor allem Sohn Derek nicht verstehen könne. „Für ihn ist es echt hart. Er fragt immer: ‚Warum hat der Jäger ‚Pen‘ erschossen?‘“ Zumal der Kater Halsband und Glocke getragen habe, kastriert gewesen und regelmäßig gefüttert worden sei. Er habe höchstens mal eine Maus, nie aber einen Fasan oder Ähnliches angeschleppt, wie Sandra Scheer versichert. „Pen“ ist kein Einzelfall in Ellingstedt und auch nicht das erste Opfer, das Scheers zu beklagen haben. „Im Juni 2001 ist unsere erste Katze spurlos verschwunden“, erzählt Sandra Scheer. Im darauf folgenden Winter musste ein angeschossener Kater eingeschläfert werden. Ein weiterer angeschossener Kater lief der Familie zu. Eine Operation rettete „Timo“ damals das Leben. Sandra Scheer zeigt die Röntgenbilder, auf denen die vielen Einschusslöcher zu sehen sind, die die Schrotladung hinterlassen hatte. Nach „Pens“ Tod hatten der Installateur und seine Frau endgültig genug. Weil ein Gespräch mit dem Hegeringleiter nicht den erhofften Friedensschluss brachte, prangerte das Ehepaar Scheer in einer Aufsehen erregenden Anzeige in unserer Zeitung den unbekannten Katzen-Täter an. „Viele fremde Menschen haben uns anschließend angerufen und uns Mut zugesprochen“, berichtet Sandra Scheer. Hegeringleiter Peter Freiberg ist die Anzeige dagegen sauer aufgestoßen, zumal er die Waidmannschaft im Recht sieht: „Glauben Sie nicht, dass es uns Spaß macht, eine Katze zu erlegen. Aber Herr Scheer ist wenige Wochen zuvor von einem Jäger gewarnt worden, er solle besser auf seine Katzen aufpassen. Wenn man Tiere hat, hat man auch eine Aufsichtspflicht, gerade jetzt in der Setz- und Brutzeit.“ Das Einzige, was er dem Jagdkollegen vorwerfen könne, sei, die Tatsache, dass dieser den Katzenkadaver nicht ordnungsgemäß entsorgt habe. In Schleswig-Holstein werden nach Auskunft von Holger Behrens, Geschäftsführer des Landjagdverbandes mit Sitz in Flintbek, pro Jahr etwa 10000 streunende Katzen erschossen. „Für ein so bevölkerungsarmes Bundesland ist das viel“, findet Astrid Krämer von der „Initiative jagdgefährdeter Haustiere“. Einen Grund dafür sieht sie in der nur 200 Meter weiten „Schutzzone“, die in Schleswig-Holstein gelte — „sie gehört zu den kürzesten in Deutschland“. Dabei wildere bei weitem nicht jede Katze, die sich vom Haus entfernt hat, betont Krämer. Viele Menschen, deren Katzen getötet wurden, wagen es nicht, sich an die Öffentlichkeit zu wenden — zu groß ist die Furcht vor möglichen Repressalien seitens der Jägerschaft. Auch Sandra und Hartmut Scheer haben Bedenken und wollen sich nicht für unsere Zeitung fotografieren lassen. Dabei strebe man doch nur ein Ziel an, wie Sandra Scheer klarstellt: „Wir wollen in diesem Dorf in Frieden mit den Jägern leben — ohne erschossene Katzen.“ Quelle: Schleswiger Nachrichten, 12.7.05
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11.3.10: Katzenjäger in Niederbayern
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