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"Wenn ich ein Stück Land hätte..."

Leserbrief in der Rheinpfalz vom 6.9.2013:

Wenn ich ein Stück Land hätte, in der Größe von Frau Scheibes Grundstück, dann würde ich es auch einzäunen, um ein kleines Land des Friedens daraus entstehen zu lassen.
Jeden Morgen gehe ich mit meinen Hunden spazieren und sehe unterwegs meistens Tiere; oft Rehe mit ein, manchmal auch zwei Kitzen; und noch immer, nach all den Jahren, genieße ich den Anblick und bewundere die Anmut dieser zarten, sensiblen Tiere. Manchmal sehe ich auch einem Fuchs und kann beobachten mit welcher Geschmeidigkeit sich dieses schöne Wesen bewegt. Und wenn ich morgens sehr früh bin, habe ich manchmal, ganz selten, das Glück, einer Wildschweinfamilie zu begegnen.

Vor ein paar Tagen, am 1. September war hier eine große Treibjagd, ein furchtbares Gemetzel und Blutvergießen. Ich habe die Blutspur eines angeschossenen Tieres gefunden, die bis zu den ersten Häusern meines Dorfes reicht und frage mich wie lange dieses arme Tier wohl noch gelebt, gelitten und unter starken Schmerzen versucht hat, sich in Sicherheit zu bringen.
All diese wunderschönen Tiere, über die ich mich bei meinen Spaziergängen so gefreut hatte, sind gehetzt, gejagt und getötet worden.
Die Kitze waren noch so klein! Und auch die Jungen der Wildschweine und die Füchschen waren noch Kinder. Man hat ihnen keine Chance gelassen.
Warum hat ein Tier so oft nicht einmal das Recht erwachsen zu werden?

Ich frage mich, ob Jäger wirklich nicht wissen, dass die Tiere genauso Schmerz und Leid fühlen, wie wir Menschen und dass auch sie trauern um den Verlust ihrer Kinder, ihrer Mütter und ihrer Freunde. Wer mit Tieren lebt, weiß über die Empfindungen der Tiere.
Und der Nutzen der Jagd? Der ist längst so umstritten und widerlegt, dass die Argumente der Jäger nicht mehr haltbar sind.

Wenn ich jetzt morgens durch die Felder und Wiesen laufe, sehe ich kein einziges Tier, Totenstille, und wenn man sensibel ist, spürt man eine Energie voller Leid und Angst über dem Land.

Wenn ich ein Stück Land hätte, in der Größe von Frau Scheibes Grundstück, dann würde ich es auch einzäunen um ein kleines Land des Friedens daraus entstehen zu lassen. Es sollte ein kleines Gebiet werden, auf dem kein Blut vergossen wird, wo Rehe mit ihren Kitzen grasen können ohne in ständiger Angst vor den Menschen zu leben, wo Füchse nicht aus ihren Bau gezerrt und abgeschlachtet werden und wo Menschen keinen Krieg gegen die Tiere führen, die sich ja nicht einmal zur Wehr setzen können. Es wäre ein Grundstück, wo auch meine beiden Katzen nicht der Gefahr durch Jäger ausgesetzt wären.

Vor Jahren habe ich eine Katze durch die Kugel eines Jägers verloren. Sie hatte ein Junges zu Hause und war im Morgengrauen auf Mäusejagd gegangen. 200 m von meinem Haus entfernt habe ich sie vier Tage später gefunden. Erschossen!

Wenn ich beim spazieren gehen an einen Zaun komme, dann respektiere ich das und ärgere mich nicht darüber. Ich denke, der Besitzer dieses Grundstücks möchte bestimmen wer sein Land betritt und was dort geschieht und das ist sein gutes Recht. Was nutzt mir ein Stück Land, wenn ich dieses Recht nicht habe?

Jutta Forster



"Wenn der Schuss daneben geht"

Leserbrief zu „Wenn der Schuss daneben geht“
Berliner Zeitung Printausgabe vom 10./11. August 2013


Sehr geehrte Redaktion der Berliner Zeitung,

vielen Dank für diesen kritischen Artikel über die Jagd. Einmal davon abgesehen, dass der Schuss einen Menschen lebensgefährlich verletzt hat. Wie kann man es übers Herz bringen, auf eine Bache mit Frischlingen zu schießen?
Die Hobbyjagd gehört abgeschafft, zumal wissenschaftliche Studien und auch die Erfahrungen in jagdfreien Gebieten den Schluss nahelegen, dass man mit der Jagd keine Wildtierpopulationen
kontrollieren kann. Im Gegenteil, während bei einigen Wildtierarten wie z.B. den Wildschweinen durch den Jagddruck die Geburtenrate in die Höhe schießt, sind andere bereits gefährdete Arten wie
der Feldhase durch die Jagd von der völligen Ausrottung bedroht, wobei der Artenfeind Nr. 1 die industrielle Landwirtschaft ist.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Böhm

P.S.:
Zum Thema „Jagdunfälle“ habe ich gerade den aktuellen Newsletter der Initiative zur Abschaffung der Jagd erhalten, den ich Ihnen mit dieser E-Mail weitergeleitet habe.



Fallenjagd

Dieser Leserbrief erschien am 11.5.12 in der Tageszeitung "Der Patriot" im Kreis Soest:

Betreff: Div. und Leserbriefe zur geplanten Novellierung des Jagdgesetzes im April/Mai 12

„Fallenjagd sofort abschaffen“

Seit Wochen dominieren in der Presse einseitige Berichte und Leserbriefe zum Thema „Jagd“, ohne dass dabei der geringste Bezug zu ökologischen Zusammenhängen und zum Tierschutz hergestellt wird. Hintergrund ist die von Natur- und Tierschutzverbänden seit Jahrzehnten (!!) geforderte Novellierung des Jagdrechts, dessen Basis seit 1934 auf Reichsjägermeister Göring zurückgeht. Seit es nun endlich Ernst wird, versucht die kleine Minderheit der Hobbyjäger der Öffentlichkeit glauben zu machen, dass die Fallenjagd als eine Art „bewaffneter Naturschutz“ gegen Beutegreifer unverzichtbar sei, um unser heimisches Artenspektrum zu retten. Dabei wird vergessen, dass selbst die flächendeckende Vernichtung von Fuchs, Waschbär, Marderhund, Mardern und Hauskatzen uns keine Heiden, Moore und Magerwiesen mit ihren typischen Tierarten mehr zurückbringt.

Durch die Jagd werden in Deutschland jährlich über eine Millionen Beutegreifer wie z.B. Fuchs, Dachs und Marder getötet – oft mittels der nicht selektiven Fallenjagd. Der Deutsche Jagdschutzverband sieht darin eine „Nutzung natürlicher Ressourcen“, obwohl die Tiere einfach weggeworfen werden. Es ist erschreckend, wie wenig die Öffentlichkeit von der brutalen Fallenjagd auf Beutegreifer weiß. Viele Tiere verhungern, verdursten oder kollabieren in sogenannten „Lebendfallen“, die nicht täglich kontrolliert werden. Viele Totschlagfallen töten nicht sicher und sofort, sondern quetschen, brechen und verwunden. Hier tut sich ein Abgrund an Grausamkeit auf, nur um der Öffentlichkeit weiszumachen, dass die Hobbyjagd eine Berechtigung hat. Die Fallenjagd, der alljährlich auch tausende verschwundener Hauskatzen zum Opfer fallen, ist ethisch unerträglich und eine Schande für eine Kulturnation, die dem Tierschutz Verfassungsrang einräumt.

Längst hat die Wissenschaft die Ineffizienz der Jagd für eine Reduzierung von Beutegreiferbeständen belegt. Keine Tierart vermehrt sich „ungehemmt“, denn die Dichte von Beutegreifern wird von der Umweltkapazität bestimmt, d.h. Nahrung, Witterung oder Artgenossen. Eine Intensivbejagung z.B. bei Füchsen zerstört Altersstruktur und soziale Ordnung. Anstelle fester Paarbindungen und stabiler Familien, in denen nur die dominante Füchsin Junge bekommt und die Territorialstruktur die Vermehrung begrenzt, steigt bei Bejagung die Zahl fruchtbarer Füchsinnen und ihre durchschnittliche Welpenzahl. Fuchsforscher nennen dieses Phänomen „Geburtenbeschränkung statt Massenelend“. Es klingt paradox, aber je stärker man häufige Tierarten bejagt, umso stärker vermehren sie sich. In der Natur gilt offenbar: Auf Druck und Verfolgung in einer nahrungsreichen Umwelt reagiert man mit erhöhter Fortpflanzung.

Auch für unsere „Neubürger“ brauchen wir keine Jäger, die eine chaotische Natur auf Vordermann bringen müssten. Gerade die meisten „Wildarten“, die man schützen will, sind erst nach den mittelalterlichen Rodungen eingewandert. Hase, Fasan, Rebhuhn und Wildkaninchen waren die Neubürger von vorgestern und müssten heute der Ideologie der Jäger zum Opfer fallen. Vor allem der geliebte Fasan hätte gar nichts bei uns zu suchen und würde ohne ganzjährige Fütterungsautomaten und ständige, künstliche Aussetzungen bei uns gar nicht verbreitet sein.

Unsere Lebensräume ind er Kulturlandschaft verändern sich immer schneller, daran können auch bewaffnete „Saubermänner“ nichts ändern. Zu diesem Wandel gehört auch die Ausbreitung ursprünglich nicht heimischer Arten, die bei uns gut zurechtkommen. Die Folgen der Klimaerwärmung werden uns neue Tier- und Pflanzenarten bescheren, die wir noch gar nicht kennen. Als Hobbyjäger den Anspruch zu vertreten, nur eine „kurzgehaltene“ Natur könne sich selbst regulieren, ist somit schlicht Ausdruck ökologischer Unkenntnis. In Deutschland sind mittlerweile über 13.000 (!) Tier- und Pflanzenarten fest etablierte Neubürger in der Natur. 92% dieser Neubürger sind laut Bundesamt für Naturschutz nicht invasiv, d.h. sie verdrängen keine einheimischen Arten und verursachen keine ökologischen Schäden.

Die geplante Jagdreform ist bitter nötig! Es ist nicht einzusehen, dass eine kleine Gruppe innerhalb unserer Gesellschaft aufgrund ihrer irrationalen, destruktiven Leidenschaften ganz spezielle Vorrechte im Umgang mit Tier und Natur haben, ohne der Öffentlichkeit Rechenschaft über ihr fragwürdiges Tun abzulegen. Immer weniger Menschen akzeptieren es, dass Tiere zur Freizeitgestaltung einer Minderheit Tiere getötet und gequält werden, denn auch wildlebende Tiere empfinden Freude und Leid. Sie haben das Recht, als Mitgeschöpfe geachtet zu werden.

Dr. Karl-Heinz Loske
Alter Schützenweg 32
33154 Salzkotten-Verlar



Hetzkampagne gegen den Fuchs

Leserbrief zu dem Artikel "Die Jagd ist das beste Gegenmittel" in der Augsburger Allgemeinen vom 6.4.2012:

Die Jagd führt zu keiner dauerhaften Verringerung der Fuchspopulation, da sie die soziale Ordnung zerstört und somit die Vermehrungsrate erhöht.
In Gebieten mit stabilen Fuchsgruppen und einem Bejagungsverbot, pflanzen sich nur ein Drittel der Füchsinnen fort. Im Kanton Genf beispielsweise halbierte sich der Fuchsbestand nach dreijährigem Jagdverbot.
Zudem erhöht die Jagd das Migrationsverhalten durch leergeschossene Reviere und fördert damit die Ausbreitung von Tierseuchen.
Die Tollwut konnte erst durch eine flächendeckende Impfaktion bekämpft werden, nicht durch Bejagung. Die wiederholte Entwurmung einer stabilen, sich selbst regulierenden Population ist die einzige Möglichkeit, die Befallsquote zu senken - der Jäger erkennt nicht, ob das anvisierte Tier befallen ist.
Die Neuinfektionen beim Menschen wären wohl am wirkungsvollsten zu verringern, indem die eigenen Vierbeiner regelmäßig (alle 3 Monate) entwurmt werden.

Hans-Jürgen Steinherr



Reform des Jagdgesetzes

Die Landesregierung sei sich bewusst, dass die Jagd eine „grundsätzlich notwendige Form der Landnutzung“ sei? Wenn sich die Jagd im Saarland auf das Notwendige reduzierte, kämen wir mit maximal 30 Berufsjägern im ganzen Land aus (statt der über 3.000 Hobbyjäger). Wo bitte liegt die Notwendigkeit, dass sich Freizeittiertöter nach Feierabend als Jäger verkleiden und mit einem übertriebenen Eigeninteresse ihr jagdliches Tun weit über das gesellschaftlich vertretbare Maß hinaus ausdehnen? Es fängt an mit unnötigen Hochsitzen, geht über Futtermengen, mit denen man ganze Länder vor dem Verhungern retten könnte und endet bei wohl jährlich weit über 200 erschossenen Haustieren. Von den jährlich 4.000 unnötig abgeknallten Füchsen ganz zu schweigen! Die Landesregierung sollte es formulieren, wie es ist: Die Jagd im Saarland ist nicht an Notwendigkeiten, sondern an den Bedürfnissen der Freizeittiertöter orientiert!

Mit freundlichen Grüßen
Mario Natale, Revierförster im Saarland
29.12.2011



 



Das Schwäbische Tagblatt hat am 31.12.2011 den lesenswerten Artikel veröffentlicht: Waidmänner am Scheideweg - Karlsruher Grundbesitzer klagt: Er will Jägerei im eigenen Wald verbieten lassen

Lesen Sie auch den Leserbrief dazu:



Die Hobbyjagd ist nicht mehr zeitgemäß!

Eine kleine Minderheit von 0,4 Prozent der Bevölkerung geht einem blutigen Hobby nach: Nach Feierabend oder als Ruhestandsbeschäftigung laufen die Waidmänner schwer bewaffnet in Wald und Flur rum, schießen jährlich über 5 Millionen Wildtiere sowie etwa 350.000 Haustiere tot – wobei sie schlecht schießen, denn bis zu 70 Prozent der Rehe und Wildschweine sind laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz nicht beim ersten Schuss tot, sondern angeschossen: Sie fliehen unter Schmerzen und in Todesangst - mit zerschossenen Beinen, heraushängenden Eingeweiden. Spaziergänger, Jogger und Fahrradfahrer werden von Jägern angepöbelt, es wird gedroht, den Hund zu erschießen, bei Treibjagden über private Grundstücke wird dann auch mal ein Pferd oder die Hauskatze erschossen oder die zahme Ente vom Jagdhund zerfleischt...

Ist es da verwunderlich, dass immer mehr Grundstückseigentümer die Hobbyjagd auf ihrem eigenen Grund und Boden nicht mehr länger dulden wollen? Im Falle von Grundstücksbesitzern aus Frankreich und Luxemburg hat der Europäische Gerichtshof bereits geurteilt, dass die zwangsweise Bejagung privater Grundstücke (denn das ist die Folge davon, dass jeder Grundstücksbesitzer zwangsweise Mitglied in einer Jagdgenossenschaft ist) gegen die Menschenrechte verstößt.

Zumal - entgegen des Jägerlateins von Jägerpräsident Hartwig Fischer - renommierte Wissenschaftler den Widersinn der Jagd in wissenschaftlichen Publikationen deutlich aufgezeigt haben.
Jagd ist sogar kontraproduktiv: Ursache der starken Vermehrung bei Wildschweinen ist das Futterangebot (für das neben Maisanbau die Jäger mit Tonnen von Futter sorgen), sondern vor allem die intensive Bejagung. Zu diesem Ergebnis kommt eine französische Langzeitstudie: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. (vgl. Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009)
Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, ist überzeugt: „Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.“ (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)

Doch das Märchen, dass Jäger für das Gleichwicht in der Natur zuständig sind. ist nicht das einzige Jägerlatein, das DJV-Präsident Fischer verbreitet: Wie bitte? Nur drei Tote durch die Jagd pro Jahr? - In den letzten 12 Monaten sind über 40 Tote durch Jäger und Jägerwaffen zu beklagen! Und das kann jeder selbst nachzählen, denn die Initiative zur Abschaffung der Jagd dokumentiert seit zehn Jahren Pressemeldungen über Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen.

Da kann man nur hoffen, dass es 2012 besser wird und wenigstens in Nordrhein-Westfalen und im Saarland die Jagd im Sinne von Tier- und Menschenschutz reformiert wird. Und dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ein Urteil im Sinne der Grundeigentümer fällt, die dann wenigstens für ihr Fläche sagen können: „Keine Jagd auf meinem Grundstück!“


Julia Brunke