Demonstration „Natur ohne Jagd“ am 03.02.2007 in Dortmund

Grußwort des Präsidenten des Landestierschutzverbandes NRW Peer Fiesel:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

auch wenn ich als Präsident des Landestierschutzverbandes NRW nicht persönlich zu Ihnen sprechen kann, da ich beruflich verhindert bin, möchte ich auf diesem Wege meine Grüße an Sie als Teilnehmer und die Veranstalter ausrichten verbunden mit dem Wunsch, Ihre Veranstaltung möge gut gelingen.

Wer jemals einem lebenden Tier, ganz egal, um welches Tier es sich letztendlich handelt, ins Auge geblickt hat, kann es nach meiner Meinung und auch nach Meinung des Landestierschutzverbandes nicht verstehen und nachvollziehen, warum dieses Leben durch einen Schuss ausgelöscht werden soll.

Genau dies machen aber nun Jäger!

Wir Tierschützer können, wie gesagt, nicht verstehen, wie ein Mensch dazu kommen kann, ein Tierleben auszulöschen, jedenfalls nicht im Rahmen der heute möglichen Jagdgemeinschaften, die letztendlich ja nicht nur „hegen und pflegen“, sondern ganz sicher größtenteils auch aus „Freude am Schießen“ Tiere töten.

Wenn nun es zum Überleben der Spezies „Mensch“ unbedingt nötig wäre, dass Tiere auf der Jagd getötet würden, wenn also die Menschen oder Menschengruppen nur dadurch überleben könnten, könnte man dies noch damit rechtfertigen. Dies ist jedoch nicht der Fall.

Schweren Herzen rechtfertigen auch Tierschützer die Tötung von reinen Nutztieren (Geflügel, Rinder usw.) aus ernähungstechnischen Gründen, die Jagd fällt nicht unter dieses Erfordernis.

Wir Menschen würden auch ohne „Jagdbeute“ nicht verhungern.

Wenn man darüber hinaus berücksichtigt, wie viel Missverständnisse, Irrtümer und Fehler auf der Jagd geschehen, wie oft Haustiere (Katzen und Hunde) angeschossen und erschossen werden und damit ebenfalls ihren Haltern viel Leid zugefügt wird, muss man nach unserer Auffassung zu einem Ergebnis kommen, dass der Mensch von sich aus, aus freien Stücken auf diese Jagd verzichten sollte.

Die Freude am Schießen, also die Ausübung eines Hobbys darf niemals dazu führen, dass andere Lebewesen ausgelöscht werden, also ihre komplette Existenz verlieren. Aus ethischen und moralischen Gesichtspunkten heraus, sollte sich dies der Mensch selbst versagen.

Förster und Jäger, die nicht schießen, sondern ihr Wild in ihrem Bezirk hegen und pflegen, die Wälder und Wiesen pflegen, den Tierbestand zählen, dokumentieren und bewahren, wären aus unserer Sicht wahre Güter des Waldes und der Tiere und würden gerne bei uns aufgenommen werden.

Insoweit verbinde ich meine Worte mit der Hoffnung, dass auch diese Veranstaltung dazu führt, dass das Schlagwort „Natur ohne Jagd“ immer mehr mit Leben erfüllt wird.

Mit allerbesten tierschützerischen Grüßen verbleibe ich
Rechtsanwalt

Peer Fiesel
Präsident LTV NRW und
2. Vorsitzender TSV Dortmund




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