Ansprache vor dem Verbaucherschutzministerium

Ansprache von Frau Dr. Helga Koernig und Herrn Eckhardt Reis, Internationaler Tierschutzverein Grenzenlos, vor dem Verbraucherschutzministerium anlässlich der 35. Anti-Jagd-Demo am 7. August in Berlin


Meine Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde,

der „Internationale Tierschutzverein Grenzenlos“, den ich hier vertrete, setzt sich für die Verbesserung des Tierschutzes in Süd- und Osteuropa ein. Dort geht es den Tieren besonders schlecht, und die Rohheit der Menschen im Umgang mit Haustieren, Nutztieren und wild lebenden Tieren im Wasser und auf dem Land ist unbeschreiblich. Wir retten einige Hunde aus Todesstationen und vermitteln sie in Deutschland.

Das alles macht uns aber nicht blind gegenüber den Zuständen zu Hause.

Ganz im Gegenteil: die Forderung an die südlichen und osteuropäischen Länder, ihren Tierschutz zu verbessern, verpflichtet uns geradezu, auch hier in Deutschland kritisch zu sein und unhaltbare Zustände unmißverständlich anzuprangern.

Auch in Deutschland gibt es abscheuliche archaische Gebräuche, Tiere zu mißhandeln. - Gut! Für den Schutz unserer Tiere gibt es zahlreiche Tierschutzvereine und Tierheime. Es gibt ein (unzulängliches) Tierschutzgesetz und einen Artikel zum Schutz der Tiere im Grundgesetz! Aber es gibt gleichermaßen die quälerische Massentierhaltung, unsägliche Torturen beim Transport von Tieren, in Schlachthäusern, in Versuchslaboren und: Es gibt die Jagd und Menschen, die aus Lust töten! Und das deutsche Jagdgesetz aus Urzeiten legalisiert diesen ungeheuerlichen Miß-Brauch.

Ich denke viel darüber nach, was Menschen dazu treibt, auf herrliche, schöne in Freiheit lebende Lebewesen aus dem Hinterhalt mit der Waffe zu zielen, um sie zu töten und dabei Freude zu empfinden. Es gibt absolut keinen rationalen Grund für die JAGD! Man kann sie nur als Perversion von Gefühlen – als Lust am Töten – bezeichnen. Jäger empfinden sich wohl als Krieger in einem paramilitärischen Zustand. Die Uniform spricht dafür, das Ritual, die Ausstattung und die Einrichtung der Schießstände. Alle wie beim Militär, alles wie im Krieg. Nur: die Jäger haben es leichter, denn es gibt gar keinen Feind! Sondern bloß scheue, ahnungslose und ängstliche Tiere.

Welch eine irregeleitete Psyche offenbart sich da!

Die Vorstellung, daß unsere wenigen Naturflächen und Wälder „im Besitz“ , also „besetzt“ sind von schießwütigen Jägern, und daß das Wild dort kaum Chancen hat, artgerecht zu leben, sondern ständig gehetzt wird, ist grausam und macht sehr traurig.

Wir wollen Frieden. Unter den Menschen, mit der Natur und mit den Lebewesen, mit denen wir die Erde teilen.

Der “Internationale Tierschutzverein Grenzenlos“ ist vor allem in Norddeutschland tätig – dort, wo man beim Hundespaziergang auf Schritt und Tritt Jägern begegnet und ihren Anfeindungen und Anmaßungen ausgesetzt ist. Mit nur wenigen kann man vernünftig reden – das sind die, die sich um die Beseitigung der auf unseren Straßen überfahrenen Tiere kümmern – und angeblich nicht schießen. Doch auch die sind von der Einsicht, daß die Jagd überflüssig ist, weit entfernt.

Frau Ministerin Künast: Wenn die Jäger jetzt damit drohen, Ihnen die Stimmen zu versagen, dann weiß ich nicht, was davon zu halten ist. Wir, die Tierfreunde haben Sie schon gewählt! Ich glaube nicht, daß Sie damit rechnen können, von nur einem Jäger eine Stimme zu bekommen.

Lassen Sie sich bitte durch die militante und drohende Sprache der Jäger nicht erpressen! Aufkosten unschuldiger und sowieso schon stark in die Enge getriebener Tiere kann man eigentlich keine politischen Kompromisse aushandeln. Sie haben ein klares Mandat, dafür zu sorgen, daß es den letzten frei lebenden Tieren bei uns und innerhalb der Europäischen Union besser geht. Die Zeiten von „Herrenjagden“, „Trophäenjagden“, grausamen Tierquälereien mit Fallen und Lustmorden von Tieren neigen sich dem Ende zu.

Obwohl da noch ein langer Weg vor uns liegt, ist nicht zu übersehen, daß bereits ein Umdenken stattfindet. Wir heute hier sind ein unübersehbarer Beweis dafür. Und die Zahl derer, die sich unseren Argumenten anschließen, wächst.

Durch Forschung, Mobilität, Fernsehberichte und andere Informationen kommen uns die Tiere als Mitlebewesen näher. Wir verstehen sie immer besser und wir lernen, sie zu achten und ethisch anders zu bewerten: Sie sind weit mehr als seelenlose Opfer des Menschen. Hinter diese Erkenntnisse kann niemand mehr zurück. Auch nicht die Politiker, die sich zur Jägerschaft bekennen und gern selbst „auf die Pirsch“ gehen.

Frau Ministerin Künast, der Krieg gegen die Tiere muß ein Ende haben. Wir bestärken Sie, Ihr Reformvorhaben konsequent durchzusetzen!



Einfach anklicken:

Barbara Rütting: Rede am 31.3.07 in München

 

Barbara Rütting: "Natur ohne Jagd" in München

 

Wolfgang Schindler, Albert Schweitzer-Stiftung

 

Dr. Edmund Haferbeck

 

Dr. Helmut F. Kaplan am 31.3.07 in München

 

Bernhard Fricke, David gegen Goliath e.V.

 

Rechtsanwalt Storr: "Zwangsbejagung ade!"

 

Prof. Dr. Wolfgang Karnowsky, 65. Anti-Jagd-Demo

 

Präsident des Landestierschutzverbandes NRW

 

Barbara Rütting: Grußwort zur 60. Demo

 

TATORT WALD zum Welttierschutztag 2006

 

Arbeitskreis für humanen Tierschutz zur 60. Demo

 

Karin Hutter zum Abschuss von Bruno

 

Bärenpark zum Abschuss von Bruno

 

Kurt Eicher: »Schluss mit der Jagd!«

 

Prof. Carlo Consiglio: »Was die Jagd ist«

 

Dag Frommhold: Appell für die Anti-Jagd-Demo

 

Franz Alt: Sind Jäger Lust-Töter?

 

Barbara Rütting: Keine Tiere mehr jagen

 

Undine Kuth, Grußwort 4.12.2004

 

Undine Kurth, Grußwort 7.8.2004

 

Grußwort aus Polen, Green Angels

 

Grußwort aus Kroatien

 

Grußwort aus Mazedonien

 

Grußwort aus Serbien

 

Grußworte aus Südafrika

 

Karin Hutter: Jäger und ihre Waffen

 

Ludwig Weyhe: Petition gegen Zwangsbejagung

 

Grußworte an die 3. Anti-Jagd-Demo in Slowenien

 

AJ-Gang Grußwort

 

Gesellschaft zur Rettung der Delphine - Grußwort

 

Eckhardt Reis, Tierschutzverein Grenzenlos

 

Christian Peter, Anti-Jagd-Forum Schweiz

 

Internat. Tierschutzverein Grenzenlos, 30.4.04

 

Rainer Gaertner: Jagd ist reine Lust am Töten!

 

Birgit Unger: »Schützen statt schießen«

 

Boris Bürgel: Jäger als Ersatzwölfe?

 

Rudolf Pohlenz: Tatort Wald

 





Gesellschaft zur Rettung der Delphine - Grußwort
Christian Peter, Anti-Jagd-Forum Schweiz