Jedes Mal, wenn ich meine Freundin Ilka besuchen gehe und mir ihr schöner Kater Florian entgegen läuft, habe ich eine große Freude. Florian ist ein Findling und nicht ganz gesund. Meine Freundin fand ihn vor ca. 8 Wochen in einem jämmerlöichen Zustand, ganz in der Nähe eines Bauerngehöftes bei Moos, einer kleinen Gemeinde im Bodenseeraum. Nachdme der abgemagerte Kater einfach nicht so recht fressen wollte, brachte sie ihn zum Tierarzt, um eine gründliche Untersuchung durchführen zu lassen. Mehrere Zähne mussten gezogen werden, da das Tier stark entzündetes Zahnfleisch aufwies. Schon während der ersten Behandlung staunten die Tierärzte nicht schlecht, als beim Ziehen der Zähne zwei Schrotkugeln herauskullerten. Da es Kater Florian nach dieser Behandlung nicht viel besser ging, hatten die Tierärzte eine böse Vorahnung. Eine Röntgenaufnahme gab dann Gewissheit: Im Kopf und Hals des Tieres steckten sage und schreibe noch 12 Schrotkugel, die nicht durch eine Operation zu entfernen sind. Ein Jäger hat wieder einmal seinem Hass auf Katzen freien Lauf gelassen! Schon einmal wurden in dieser Gegend von einem Jäger zwei Katzen getötet – sogar illegal, ganz in der Nähe von Wohnhäusern. Damals bekam er großen Ärger, da sich das die Anwohner nicht gefallen ließen. Im Fall von Florian ist es schwierig einen Jäger zu belangen, da die Grünröcke ungeheuerlicher Weise berechtigt sind, „wildernde“ Katzen ab einer Entfernung von 200 bis 300 Meter vom letzten Haus zu erschießen. Was wildern heißt, bestimmt der Jäger selbst. Seitdem mir diese Tatsache bewusst ist, mache ich mir umso mehr Gedanken um die vielen armen Wildtiere, die oftmals nur angeschossen durch die Wälder irren, geschwächt durch das schleichende Gift von der Belimunition in ihrem Körper, unglaublichen Schmerzen ausgesetzt. Florian, der Kater, wird sein Leben lang unter diesen Schmerzen leiden müssen. Wann legt man den Jägern endlich das Handwerk?
Katrin Strobel
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