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Unter Beschuss
Wölfe werden wieder heimisch. Doch immer häufiger illegal geschossen – eine Straftat
Potsdam/Berlin - An den Straßenlaternen hängen nicht nur Plakate mit Politikerköpfen. Frisch im Wahlkampf ist auch ein blaues Poster, auf dem ein Wolf ziemlich ernst schaut. Über seinen Ohren steht der Spruch: „Gegen Ausgrenzung. Für Integration!“ Es ist ein Plakat des Naturschutzbundes (Nabu), der sich schon lange für den Schutz der seltenen Raubtiere stark macht. „Der Wolf ist freiwillig zu uns zurückgekehrt“, sagte gestern Nabu-Präsident Olaf Tschimpke. Er sei ein Gewinner des freien Europas und über Polen eingewandert. Inzwischen sei die gesamte Bundesrepublik ein „Wolfserwartungsland“, heimisch sei das Tier bereits in Sachsen und Brandenburg. „Doch der Wolf ist auch in Gefahr. Er war nicht ausgestorben. Er war ausgerottet.“ Auch heute würden ständig Wölfe verschwinden – nicht nur durch Abwanderung, sondern auch, weil sie immer wieder illegal geschossen werden.
Waffenschein entzogen
So wurde im Juni der Rüde des neusten Brandenburger Rudels getötet. Er lebte seit vorigem Jahr mit einem Weibchen auf dem einstigen Truppenübungsplatz Altengrabow bei Ziesar (Potsdam-Mittelmark). Der Rüde wurde im nahen Sachsen-Anhalt erschossen, das Weibchen und drei Jungtiere leben noch. Ein Gericht zog den Jagdschein des Jägers ein, weil er gegen das Artenschutzgesetz verstoßen hat. Wegen solcher Fälle – auch in Sachsen und Brandenburg wurden erschossene Wölfe gefunden – hat der Nabu ein 102-seitiges Rechtsgutachten erstellen lassen. „Einen Wolf genießt den höchsten Schutzstatus“, sagt Artenschutzexperte Magnus Herrmann. Genau wie Fischotter, Großtrappen oder Fledermäuse. „Wer einen Wolf schießt, begeht eine Straftat.“ Es drohen fünf Jahre Haft oder hohe Geldstrafen. Ausnahmegenehmigungen seien fast nicht möglich. Denn zuerst müssen alle anderen Gegenmaßnahmen scheitern – etwa das Vertreiben. Da Schäfer bei Wolfsangriffen auf ihre Tiere entschädigt würden, sei der wirtschaftliche Schaden auch kein Grund für die Wolfsjagd. (...)
Berliner Zeitung, 9.9.2009 (Auszug)
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16.9.09: Studie: Mehr Wildschweine durch Jagd 26.7.09: Jäger spaziert mit Gewehr durch Würzburg
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