Natur pur: Hepatitis E durch infiziertes Wildschweinefleisch
Wird bei einem Patienten eine Hepatitis E diagnostiziert, fragt der behandelnde Arzt gewöhnlich nach Auslandsreisen in ein Endemiegebiet für das Virus wie Indien. Wie Professor Dr. Thomas Berg von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie der Charité beim „Gastro Update“ in Wiesbaden jetzt berichtete, wird aber immer häufiger eine solche Auslandsreise von den Betroffenen verneint. Epidemiologische Untersuchungen haben ergeben, dass nur jede dritte Hepatitis E aus dem Ausland stammt. Die Mehrzahl der Infektionen werden im Inland erworben. Hierbei scheint nicht ausreichend erhitztes Fleisch und Innereien von Wildschweinen eine Rolle zu spielen. Eine Befragung von Patienten hat ergeben, dass sie in den zwei Monaten vor dem Einsetzen der Symptome sehr häufig Wildschweinfleisch und Innereien verzehrt hatten, so Prof. Berg in seinem Kongressbeitrag. Wildtiere wie Wildschweine, Hirsche und auch Primaten tragen im Falle einer Infektion Viren vom Genotyp 3 (oder 4). Die HEV-Infektion vom Typ 3 und 4 wird daher als Zoonose angesehen. (...)
Hepatitis E – Infektionen durch Wildschweinefleisch sind in der Fachliteratur mehrfach dokumentiert.