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Forscher: Angst vorm Fuchsbandwurm übertrieben
Viele Menschen haben beim Sammeln von Beeren, Pilzen oder Kräutern Angst vor dem Fuchsbandwurm. Vor allem die Jäger sind es, die den Abschuss von jährlich über einer halben Million Füchse damit zu rechtfertigen versuchen, dass der Fuchsbandwurm sei eine Gefahr für die Volksgesundheit sei. Doch Experten meinen: die Befürchtungen sind übertrieben.
Der Kölner Stadtanzeiger räumt in einem gut recherchierten Artikel mit der immer wieder auch in der Presse geschürten Hysterie auf, indem er eine Reihe rennomierter Wissenschaftler zu Wort kommen lässt. Katharina Alpers vom Robert-Koch-Institut (RKI) weist darauf hin dass die Angst vor dem Fuchsbandwurm in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Risiko stehe: Pro Jahr gibt in Deutschland es lediglich 18,6 bestätigte Fälle.
Steffen G. Fleischhauer, Diplom-Ingenieur für Landschaftsplanung und Lehrbeauftragter für "Essbare Wildpflanzen" an der Fachhochschule (FH) Weihenstephan und der FH Zürich, wird im Kölner Stadtanzeiger so zitiert: "Ich empfinde den Fuchsbandwurm nicht als Gefahr. Das Risiko, sich zu infizieren, ist verschwindend gering. Ich lasse mir dadurch nicht die Freude an der Natur nehmen." Stattdessen vertraue er auf ein gutes Immunsystem und stärke es - indem er Wildkräuter esse.
Professor Peter Kern, der das Europäische Echinokokkose-Register in Ulm koodiniert, wo alle bekannt gewordenen Infektionen mit dem Fuchsbandwurm dokumentiert werden, weist darauf hin, dass das größte Risiko der Ansteckung gar nicht der Fuchs ist, sondern der Hund - sofern er hin und wieder Mäuse fängt, die der ideale Zwischenwirt für den Kleinen Fuchsbandwurm sind. Bandwurmeier, die der Hund mit dem Kot ausscheidet und die im Fell haften, können beim Streicheln über die Hand, wenn sie unbedacht zum Mund geführt wird, vom Menschen aufgenommen werden. Ein einmaliger Kontakt reiche aber nicht aus, so Kern. Er empfiehlt, Hunde regelmäßig zu entwurmen. Nach dem Kontakt mit dem Tier, vor allem vor dem Essen, seien die Hände waschen.
Quelle: Kölner Stadtanzeiger, 14.6.2009
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