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Saar-Grüne sagen Jägervereinigung den Kampf an

Status der Jägervereinigung auf den Prüfstand stellen

Schober-Äußerungen einer Körperschaft des öffentlichen Rechts unwürdig

Die Grünen im Landtag haben die Landesregierung aufgefordert, den Sonderstatus der Vereinigung der Jäger des Saarlandes als Körperschaft des öffentlichen Rechts auf den Prüfstand zu stellen. Hintergrund ist ein Brief des Landesjägermeisters Schober, in dem er die Rolle von Waffen bei Amokläufen verharmloste. Da die Jägervereinigung auch hoheitliche Aufgaben übernehme und dafür besondere Voraussetzungen erfüllen müsse, seien die Aussagen Schobers noch inakzeptabler als sie ohnehin schon seien. Die regelrechte Verherrlichung von Waffen in dem Schreiben lasse Zweifel an der Eignung der Jägervereinigung zur Übernahme dieser Aufgaben aufkommen.

Die innenpolitische Sprecherin der Grünen, Claudia Willger-Lambert, sagte dazu: "Die Landesregierung ist nach diesem Brief gefordert, den privilegierten Status dieser Vereinigung zu überprüfen. Die Äußerungen
Schobers sind mit der besonderen Stellung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts nicht in Einklang zu bringen. Der Landesjägermeister hat ein Weltbild offenbart, das wir angesichts der Bluttaten in Winnenden, Erfurt und Bad Reichenhall für nicht akzeptabel halten. Hier geht es doch offenbar nur darum, dass jemand ohne Einschränkung weiter seine Waffen behalten darf. Alles andere wird gleich als diskussionsunwürdig und Abgleiten in die Diktatur abgetan."

Erschreckt hätten vor allem die Ignoranz gegenüber den Opfern, die
Gleichsetzung von Waffen mit Freiheit und die mangelnde
Diskussionsbereitschaft des Landesjägermeisters. Willger-Lambert: "Wenn Schober für sich und seine Mitglieder Freiheit über Waffen definiert, dann muss man zumindest gewarnt sein. Für uns steht aber fest, dass die Freiheit des einen dort endet, wo Freiheit, Leib und Leben des anderen gefährdet sind. Vor diesem Hintergrund kann auch Herrn Schober zugemutet werden, dass man über die Zugänglichkeit von Waffen diskutiert, ohne dass das von Waffenlobbyisten gleich als Majestätsbeleidigung erachtet wird."

Quelle: Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen, 1. April 2009


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