von Boris Bürgel
Zum Gedenken an die Opfer menschlicher Unfähigkeit und Dummheit
»Wenn Du mit den Tieren sprichst, sprechen sie mit Dir, und ihr werdet euch erkennen. Wenn Du nicht mit ihnen sprichst, wirst Du sie nicht erkennen, und was Du nicht kennst, fürchtest Du. Was man fürchtet, vernichtet man!« Chief Dan George
Chronik einer Tragödie
14. 4. 2002 Aus dem Wolfsgehege im Nationalpark Bayrischer Wald brechen 3 Jungwölfe (1 Jahr alt) aus. Darüber, wie die Wölfe ausbrechen konnten, gibt es unterschiedliche Berichte. In einem davon heißt es, die Wölfe hätten eine Schwachstelle im Betonfundament des Zauns gefunden und sich dort hindurchgebuddelt, in einem Anderen sollen sie den Zaun an einer Anschlusstelle aufgebogen haben. Von einem Besucher des www.wolves.de Forums wird berichtet, daß die Wölfe bereits Monate vor dem Ausbruch dabei beobachtet wurden, wie sie an besagter Stelle am Zaun herumgespielt haben: »Die Jungtiere haben schon seit längerem mit dieser Stelle gespielt (im Bereich von 4-5 Monaten schon). Und dabei hat sich allmählich dieses Loch gebildet.« Noch ist man zuversichtlich, die Wölfe bald wieder einzufangen und denkt nicht an einen Abschuss.
21. 4. 2002 Einer der Wölfe wird mit einem Narkosepfeil aus einem Blasrohr betäubt und damit wieder eingefangen.
23. 4. 2002 Ein Schweizer Expertenteam versucht die übrigen 2 Wölfe (ein Rüde und ein Weibchen) mit einer ferngesteuerten High-Tech-Narkosepistole einzufangen. Ohne Erfolg. Die Nationalparkleitung betont gegenüber der Öffentlichkeit, dass von den Wölfen keine Gefahr ausgehe: »... die Flüchtlinge zeigten keine größere Scheu oder gar Aggressivität. Sie verhalten sich wie Kinder, sind abenteuerlustig, halten aber einen respektierlichen Abstand zum Menschen.«
6. 5. 2002 Noch immer sind die Wölfe in Freiheit und plötzlich wird über einen Abschuss nachgedacht. Begründung: »Ministerialdirektor Dr. Gerhard Schreyer als Chef der Bayerischen Staatsforstverwaltung und Nationalpark-Chef Karl Friedrich Sinner versicherten, dass man damit verhindern möchte, dass der »gute Ruf« der Wölfe und das große Verständnis der Bevölkerung für die derzeit freilaufenden Wölfe gefährdet wird.
11. 5. 2002 Die Wölfe sollen nun vorerst doch nicht abgeschossen werden. »Wir gehen davon aus, dass wir sie in überschaubarer Zeit einfangen«, hofft Pöhlmann. Auch die Mehrheit der Einheimischen möchte, dass die Tiere am Leben bleiben. »Die tun doch nichts«, heißt es vielerorts. Nur Einzelstimmen forderten den Abschuss.
16. 5. 2002 Der Versuch, die Wölfe mit an einer Leine aufgereihten Lappen zu fangen, schlägt fehl, das Landratsamt Freyung-Grafenau erteilt daraufhin die Abschussgenehmigung, gleichzeitig versucht Parksprecher Rainer Pöhlmann zu erklären, warum man die Wölfe bisher nicht mit dem Narkosegewehr erwischen konnte: »Mit einem Narkosegewehr könne ein guter Schütze nur bis maximal 30 Meter zielen; außerdem sei eine abgeschossene Betäubungsspritze dreimal langsamer als der Schall. Bis die ankomme, habe sich der Wolf längst weggeduckt. Mit einem scharfen Gewehr dagegen lässt sich bis auf 150 Meter treffen.« Weiterhin heißt es: »Die Chancen, die beiden Wölfe unversehrt einzufangen sind inzwischen relativ gering. Weitere vier Wochen werden wir sicher nicht warten.«
17. 5. 2002 Als erstes Land in der EU nimmt Deutschland nach jahrelangem Streit den Tierschutz als Staatsziel ins Grundgesetz auf.
24. 5. 2002 Mit einer neuen Fangmethode will die Nationalparkverwaltung den Wölfen eine weitere Chance geben. Der Eingangsbereich des Geheges wird durch ein angebautes Gehege erweitert. Beim Weg durch dieses Gehege will man die Wölfe betäuben oder mit einem Netz fangen.
25. 5. 2002 Ich schreibe der Parkverwaltung eine Mail, in der ich meine Pro-Wolf-Haltung klarmache und gleichzeitig eine Fangmethode (Treibjagd mit langer Menschenkette) vorschlage.
28. 5. 2002 Noch immer sind die Wölfe in Freiheit, doch Rainer Pöhlmann beteuert: »Solange die Tiere keine Gefahr für Menschen sind, wollen wir sie lebend einfangen.«
4. 6. 2002 Ich bekomme eine Antwort auf meine Mail vom 25. 5. in der meine Fangmethode als nicht durchführbar abgelehnt wird.
6. 5. 2002 Die Nationalparkverwaltung erteilt den Wildhütern die Abschussgenehmigung. Sie haben nun neben Narkosegewehren auch scharfe Gewehre dabei. Gleichzeitig werden die oben erwähnten Argumente erneut heruntergebetet und »Mütter, die Angst um ihre Kinder haben« werden als weiteres Argument für einen Abschuss angegeben. Eine Auswilderung der Wölfe wird abgelehnt, da ihr Verhalten nicht einschätzbar sei. Einige Haustiere, wie ein Schaf, zwei Hunde und einige Hühner sollen bis zu diesem Zeitpunkt von den Wölfen gerissen worden sein, was aber zum Teil nicht bewiesen ist. Hans Aschenbrenner, Leiter des Bayerwald-Tierparks in Lohberg, aus dem dem die Welpen urpsrünglich stammen, sieht die Sache allerdings anders. Er glaubt, dass die Jungwölfe problemlos im Freien überleben können, »die letzten Wochen waren dafür wohl der beste Beweis. Ich verstehe nicht, warum man wegen der beiden Halbstarken so ein Theater macht!«, so Aschenbrenner. Er appelliert an die menschliche Vernunft. Wenn sich die Anwohner auf die Situation einstellen und die Jungwölfe nicht provozieren, kann nichts passieren. Das heißt für die angrenzenden Bauernhöfe: Nutztiere über Nacht wegsperren und auf keinen Fall Hunde in der »Gefahrenzone« frei laufen lassen.
9. 6. 2002 Ich schreibe dem Parksprecher Rainer Pöhlmann eine Mail, in der ich eine weitere Fangmethode (Netz am Boden) vorschlage und gleichzeitig um Gnade für die Wölfe bitte.
10. 6. 2002 Unbekannte Täter verteilen am Wolfsgehege eine übelriechende Masse, die die Wölfe für 3 Tage vom Gehege fernhält. Die Nationalparkverwaltung vermutet, daß es sich dabei um radikale Tierschützer handelte, die damit eine Auswilderung der Wölfe erzwingen wollten.
12. 6. 2002 Ich bekomme eine Antwort auf meine Mail vom 9. 6. in der meine Fangmethode mit der Begründung abgelehnt wird, sie hätte sowieso keinen Erfolg, gleichzeitig heisst es aber auch: »Ich darf Ihnen versichern, dass unsere Mitarbeiter auch in Zukunft alles versuchen, um die beiden Jungwölfe, die inzwischen aber sehr erfahren sind, zu überlisten.« In einer Antwortmail bedanke ich mich für die Bemühungen, die Wölfe weiterhin lebend fangen zu wollen, aber...
13. 6. 2002 Einer der Wölfe (der Rüde) wird von Mitarbeitern des Nationalparks in der Nähe des Geheges erschossen. Gegenüber der Presse erklärt Oberamtsrat Pöhlmann: »Wir bedauern dies sehr, aber wir hatten keine andere Wahl.«
14. 6. 2002 Ich bekomme eine weitere Mail von Herrn Pöhlmann (geschrieben am 13. 6. wenige Stunden vor dem Abschuss des Wolfsrüden), in der mir unter anderem nochmal versichert wird, man wolle die Wölfe »unermüdlich und mit allen erdenklichen Mitteln« einfangen.
17. 6. 2002 Die Wölfin wird erneut in der Nähe des Geheges gesehen, kann aber nicht gefangen werden.
19. 6. 2002 Auch die Wölfin wird von Mitarbeitern des Nationalparks erschossen. Man habe vergeblich gehofft, dass die Wölfin nach dem Abschuss ihres Gefährten die Nähe des noch aus vier Tieren bestehenden Rudels im Freigehege sucht. Dort war extra eine Hightech-Fanganlage mit Lichtschranke und Wurfnetz samt Fernbedienung aufgebaut worden, um das 13 Monate alte Tier lebend zu fassen. Doch es hielt sich weiter von seinen Artgenossen fern. »Ein Einfangen wurde dadurch unmöglich«, sagte ein Parksprecher. Die Mitarbeiter des Nationalparks bedauerten es, dass nur noch das Töten der Tiere übrig geblieben sei. Ein Auswildern sei nicht möglich gewesen, wurde nochmals betont. Da die beiden in Gefangenschaft aufgewachsenen Wölfe im Unterschied zu Wildtieren regelmäßig die Nähe zu Menschen gesucht hatten, wollte die Nationalparkverwaltung eventuellen Zwischenfällen durch das Töten zuvorkommen.
Meine Meinung zu den Geschehnissen:
Ich habe gebetet, gefleht und gehofft - umsonst. Was nicht hätte passieren dürfen, ist passiert. Ich bin erfüllt von tiefer Trauer, Entsetzen, Wut, Fassungslosigkeit und Hass. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so dermassen verbittert war. Täglich werden Wölfe von Menschen getötet, doch das Schicksal eben dieses Jungwolf-Pärchens wurde zu einem Symbol für selten dagewesene menschliche Unfähigkeit, Dummheit und Ignoranz. Der Fairness halber muss man anmerken, dass einer von drei entlaufenen Wölfen lebend gefangen wurde und die restlichen zwei immerhin 8 Wochen am Leben gelassen wurden. Dennoch stellt sich für viele Wolfsfreunde nun die Frage nach dem »Warum?«. Warum nur mussten die beiden Wölfe sterben, obwohl sie keinem Menschen auch nur ein einziges Haar gekrümmt haben? Da gab es den Wolfsausbruch von 1976, bei dem 9 Wölfe aus dem Gehege entkamen. Beim Spiel mit einem der Wölfe bekam ein kleiner Junge einen Kratzer ab, woraufhin eine regelrechte Hysterie ausbrach und die Wölfe erbarmungslos gejagt wurden bis auch der Letzte von ihnen tot war. Auch dies war eine Tragödie, nur erhob damals kaum jemand seine Stimme für die Wölfe, aber immerhin begann die Jagd mit scharfen Gewehren erst NACHDEM etwas passiert war.
Diesmal war die Mehrheit der Bevölkerung für die Wölfe und GEGEN einen Abschuss, und kein Mensch bekam einen Kratzer ab. Trotzdem mussten die Wölfe ihren »Freigang« mit dem Leben bezahlen. Zählen wir noch einmal die Argumente der Nationalparkverwaltung für den Abschuss auf:
- »Die Wölfe sind Gehegewölfe, sie haben keine Scheu vor Menschen und sind deshalb gefährlicher als wilde Wölfe.« Wenn die Wölfe keine Scheu vor Menschen zeigen, warum war es dann nicht möglich, mit Narkosegewehren nah genug an sie heranzukommen? Oder umgekehrt, wenn man nicht nah genug an sie herankam, warum sollten sie dann eine Gefahr für Menschen darstellen? Anfgangs konnten sich die Nationalparkmitarbeiter den Wölfen bis auf 10 Meter nähern, erst später lernten die Tiere, daß die Wildhüter eine Gefahr darstellten und so wuchs der Sicherheitsabstand im Laufe der Wochen auf 100 Meter. Zitat aus einer Mail von Oberamtsrat Pöhlmann: »Während wilde Wölfe z.B. ihre einmal geschlagene Beute gegenüber den Menschen durchaus verteidigen und man dadurch auch sehr nahe an die Tiere herankommt, um letztendlich einen gezielten Schuss mit dem Betäubungsgewehr anbringen zu können, zeigen unsere beiden Wölfe dieses typische Verhalten (Futterneid) nicht. So haben sie ein frisch erlegtes junges Reh nicht einmal ansatzweise versucht zu verteidigen, sondern wichen, nachdem der Mensch darauf zuging, in eine ungefähr 100 m entfernte und für sie sichere Distanz aus und warteten ab, bis der Mensch wieder ging, um dann in aller Seelenruhe sich wieder ihrem erbeuteten Reh zu widmen.« Ja, was sagt man dazu? Herr Pöhlmann sagt es also selbst - die Wölfe hielten zu Menschen einen Sicherheitsabstand von mindestens 100 Metern und liessen sogar ihre Beute im Stich! Warum also stellten sie dann eine Gefahr dar?
- »Es könnte zu Konfliktsituationen kommen, wenn Menschen ihre Haustiere vor den Wölfen zu verteidigen versuchen.« Wurde die Bevölkerung systematisch darüber aufgeklärt, wie Haustiere vor Wölfen zu schützen sind? Wenn ja, kann man eigentlich an die menschliche Vernunft appellieren, aber wenn dann trotzdem Leute ihre Hunde unangeleint im Wald laufen lassen, oder ihre Schafe nachts draussen lassen, kann man dann den Wölfen die Schuld am Verlust dieser Haustiere geben, obwohl diese nur ihrem naturgegebenen Jagdinstinkt nachkommen? Ich habe selbst einen Hund, und ich würde vor Trauer eingehen, wenn dieser Hund von Wölfen zerfleischt werden würde - aber - Ich würde mir selbst und nicht den Wölfen die Schuld daran geben! Ausserdem hat mir ja Oberamtsrat Pöhlmann höchstpersönlich erklärt, daß die Wölfe von Ihrer Beute abließen, sobald sich ein Mensch näherte, die Wahrscheinlichkeit einer »Konfliktsituation« war also verschwindend gering.
- »Mütter haben Angst um ihre Kinder« Kinder sind praktisch immer und überall in Gefahr und daß Mütter sich um ihre Kinder sorgen ist durchaus verständlich. Dass jedoch von Wölfen eine Gefahr für Kinder ausgeht ist eben wirklich nur ein Märchen, an das leider, auch in unserer aufgeklärten Zeit, immer noch zu viele Menschen glauben. Wölfe sind keine Menschenfresser, sie stehen weder auf kleine Kinder noch auf alte Großmütter. Sie sehen Menschen nicht als Beutetiere an. Genauso, wie die meisten Kinder beigebracht bekommen, sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten, könnte man ihnen auch beibringen, wie man sich Wölfen gegenüber verhält. Also weder füttern, noch streicheln, noch vor ihnen wegrennen und alles wird gut.
- »Bei einem Zwischenfall mit den Wölfen würde das Image auch der wilden Wölfe geschädigt und deren Rückkehr nach Deutschland erschwert.« War es also ein Schachspiel, bei dem man zwei Bauern opferte, um den König zu schützen? Nein! Hier handelte es sich um zwei Individuen, um zwei fühlende Mitgeschöpfe, die eine Seele und eine Persönlichkeit hatten! Ganz gleich, ob Gehegewolf oder wilder Wolf, jedes Leben zählt, jeder Wolf hat ein Recht auf Leben! Auch ich würde mich über die Rückkehr wilder Wölfe nach Deutschland freuen. Natürlich! Die Frage ist nur, zu welchem Preis. Trauriger Weise wurde mal wieder bewiesen: Deutschland ist offenbar (noch) nicht der richtige Ort dafür. 8 Wochen lang haben die Wölfe kein aggressives Verhalten gezeigt, kein Mensch wurde auch nur ansatzweise bedroht. Hätte man da das »Restrisiko« nicht noch länger in Kauf nehmen können? Stattdessen wurden mit der Hinrichtung der Wölfe nur die Panikmacher bestätigt, die die Wölfe für gefährlich hielten. Ob das Image der Wölfe dadurch also unbefleckt blieb, darf bezweifelt werden. Fest steht, daß das Image des Nationalparks stark gelitten hat, denn die Mehrheit der Bevölkerung ist enttäuscht und bestürzt über den Tod der Wölfe.
- »Trotz größter Bemühungen lassen sich die Wölfe nicht einfangen.« Es ist schon paradox. Der Mensch ist zum Mond geflogen, hat Atome gespalten, ist aber der Intelligenz zweier unerfahrener Jungwölfe nicht gewachsen, oder wie mein Freund Dag Frommhold sehr treffend bemerkte: »Wenn sich der Mensch mit dem Wolf nach dessen Spielregeln anlegt, hat er keine Chance.« Nach den Gesetzen der Natur sollten normalerweise die intelligentesten und stärksten Tiere überleben und sich reproduzieren, denn das ist nunmal die Grundlage für die Evolution. Doch im Nationalpark Bayrischer Wald ist das alles anders - hier werden Wölfe, die zu intelligent sind und sich dadurch nicht einfangen lassen mit Waffengewalt aus der Welt geschafft. Soweit zum Thema »Der Mensch als Krone der Schöpfung«. Woher sollen die Nationalparkmitarbeiter auch die Erfahrung haben, wie man Wölfe einfängt, geschweige denn beurteilen können, ob sie sich wirklich nicht einfangen lassen? Neben dem Schweizer Expertenteam hätte man noch weitere »Wolfsprofis« hinzuholen müssen, aber das hätte ja womöglich Geld gekostet. Ich habe der Nationalparkverwaltung das Angebot gemacht, mich an den Unkosten zu beteiligen, aber es wurde ignoriert. Jedes Tier lässt sich früher oder später einfangen, man muss nur wissen wie!
- »Der Nationalpark haftet für eventuelle Schäden« Richtig. Der Nationalpark hat als Halter die Verantwortung für alle Tiere, die sich in seinem Besitz befinden. Das bedeutet aber auch, das Leben eben dieser Tiere zu schützen und nicht nur andere Tiere/Menschen vor diesen Tieren zu schützen. Wenn Leute, denen das Leben von Wölfen anvertraut wird, weder in der Lage sind dafür zu sorgen, daß diese Tiere im dafür vorgesehenen Gehege bleiben, noch in der Lage sind, sie nach einer Flucht lebend wieder einzufangen, dann sollten diese Leute ihren Stuhl für kompetentere Nachfolger räumen!
Mein Gefühl sagt mir, dass es falsch ist, jemanden für ein Verbrechen zu bestrafen, das er noch garnicht begangen hat, ihn obendrein auch noch für die Fehler Anderer büßen zu lassen! Wie oben berichtet, wurden die Wölfe schon Monate vor dem Ausbruch dabei beobachtet, wie sie am Zaun herumgespielt haben. Warum hat dann Niemand was unternommen ?! Und die gleichen Leute, die bei der Zaunkontrolle geschlampt haben erzählen mir danach was von Restrisiko! Wie sieht?s mit dem Restrisiko bei Atomkraftwerken aus, bei Flugzeugen, bei Zügen, bei Autos... Hey, das ganze Leben ist ein Restrisiko, lebt damit !
Fazit: Die beiden Jungwölfe vorbeugend, als reine »Vorsichtsmassnahme« hinzurichten war nichts anderes als kaltblütiger Mord!
Ich respektiere nach wie vor Diejenigen, die mit vollem Einsatz ihrer geistigen und körperlichen Kräfte versucht haben, die Wölfe zu retten ohne einen Abschuss in Erwägung zu ziehen. Denjenigen jedoch, die das Todesurteil über die beiden Wölfe gefällt und es vollstreckt haben, möchte ich Folgendes sagen: Mit der Ermordung der Wölfe habt Ihr Eurer eigenen Unfähigkeit Stempel und Siegel verpasst, Euer eigenes Armutszeugnis höchstpersönlich unterschrieben. Euch hinsichtlich Intelligenz und Sinnesleistung überlegen sind!
Lernt endlich, die Natur zu respektieren und zu verstehen, anstatt alles, was Euch fremd ist und was Ihr nicht kontrollieren könnt, einzusperren oder zu ermorden!
Nicht der Mensch muss den Wolf fürchten, sondern der Wolf muss den Menschen fürchten.
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