Von Helmut F. Kaplan

Mit Staunen wurde allseits registriert, dass Bruno zuerst wochenlang nicht auffindbar war, aber dann, als er zum Abschuss freigegeben wurde, binnen Stunden entdeckt wurde. Ein Grund hierfür ist wohl: Für die heimischen Jagdfreunde stellt ein Bär eine besonders attraktive Trophäe dar.

Irgendwie muss man das sogar verstehen: Unsere alpenländischen Jäger-Heinis haben nicht, wie etwa ihre königlichen Kollegen in Spanien und Schweden, Juan Carlos und Karl Gustav, die Möglichkeit, immer wieder ausgedehnte Jagdausflüge ins Ausland zu unternehmen.

Hier tanken die Mörder-Monarchen regelmäßg Kräfte für ihren aufwendigen Verstellungsjob zuhause: Juan Carlos gibt den rührigen Mitfühlonkel bei Unglücken, Karl Gustav den Freund von Kunst und Wissenschaft bei Nobelpreisverleihungen. Anstrengend, wenn man doch viel lieber immer mutig wehrlose Tiere erschießen würde!

Eines haben die alpinen und adeligen Lustmörder freilich gemein: Sie sind Vertreter einer längst anachronistischen Tradition. Brunos Mörder und ihre Kollegen gehören ausgestopft und ins Museum gestellt – um künftigen Generationen als abschreckendes Beispiel für die grausam-primitive Vergangenheit des Menschen zu dienen.


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Artikel von Dr. H. F. Kaplan
Jäger sind mutige Wohltäter