Von Helmut F. Kaplan

Vor einiger Zeit habe ich einen Text zur Jagd geschrieben, der natürlich leider nach wie vor aktuell ist – zum Beispiel wegen der weiterhin stattfindenen Fuchs-Massaker in England. Von juristischer Seite wurde mir allerdings dringend davon abgeraten, den Artikel zu veröffentlichen: Jäger würden – wen wundert´s - ganz besonders aggressiv reagieren, wenn man ihren Freizeitvertreib in Frage stellt, was mich in große Schwierigkeiten bringen könnte. Ich habe den Text also an mehreren Stellen entschärft oder verändert (woran auch die ursprüngliche Überschrift glauben mußte):

Ich möchte einmal mehr dazu aufrufen, der Bekämpfung der Jagd eine besondere Priorität einzuräumen. Und zwar aus mindestens drei Gründen:

An diesem Terror gegen Tiere sind nur verhältnismäßig wenige Menschen unmittelbar beteiligt, weshalb seine Bekämpfung vergleichsweise große Erfolgschancen hat.Die objektive Unsinnigkeit und Überflüssigkeit ist bei der Jagd besonders augenscheinlich: Jedem vernünftigen Menschen leuchtet ein, daß der angeblichen Notwendigkeit, bestimmte Tierpopulationen zahlenmäßig konstant zu halten, durch andere Maßnahmen wesentlich effektiver und humaner Rechnung getragen werden könnte.Die psychische Abartigkeit von Jägern sticht besonders ins Auge. Nicht zufällig bezeichnete Theodor Heuss die Jagd als „eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit“.

Um sich die potentiell gefährliche Psyche eines Jägers zu vergegenwärtigen, braucht man sich nur klar zu machen, was es eigentlich bedeutet, beim Anblick eines Rehs auf den Gedanken kommen zu können: Dieses ahnungslose, unschuldige Wesen könnte ich jetzt doch erschießen!

Seit ein paar Jahren gibt es, insbesondere im angelsächsischen Raum, eine intensive Forschungstätigkeit zum Zusammenhang zwischen der Gewalt gegenüber Tieren und der Gewalt gegenüber Menschen. Meine Tochter, Astrid Kaplan, hat die Ergebnisse dieser Untersuchungen in ihrer Dissertation (Universität Klagenfurt, 2003) dargestellt.

Von daher sind mir die massiven und vielfältigen psychologischen und personellen Verflechtungen zwischen Tier- und Menschenschindern geläufig. So ist etwa bei Jugendlichen, die wegen Tiermißbrauch verurteilt wurden, die Wahrscheinlichkeit, daß sie auch gegenüber Menschen Gewalt ausüben, fünfmal höher, und fast alle Serienmörder haben Tiere gequält, bevor sie Menschen umbrachten.

Ich wage die These: Würde man einen Forscher beauftragen, idealtypische Repräsentanten für schwere und gefährliche menschliche Fehlentwicklungen zu suchen – unter Jägern würde er rasch fündig.

Aus sozialpsychologischen Experimenten ist hinlänglich bekannt, daß nur die situativen Rahmenbedingungen „stimmen“ müssen, um rasch auch aus biederen, braven Bürgern hemmungslose Sadisten, Folterer und Mörder zu machen. Auch hierzu eine These: Jäger würden zu den ersten gehören, die auch zu Massakern an Menschen bereit wären.


http://www.tierrechte-kaplan.org/
http://www.tierrechte-kaplan.org/buecher/index.html




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